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Kalte Fluten
Verfasst: Sonntag 23. April 2006, 20:06
von Dalana D´Ron
Leicht senkten die Baeume ihre Aeste auf die liegende Gestalt nieder, als wollen sie den Anblick des Szenarios, welches sich abspielte, verbergen. Eine Frauenkeorper lag im feuchten Gras, zur haelfte befand er sich schon im schnell fließenden Fluss. Der lange Zopf hatte sich aufgeloest und wie ein Toten Schleier umgaben die weizenblonden Haare die Schuetzin. Der reisende Strom des Flusses zerrte unaufhoerlich an den Ausgezerrten Koerper, immer tiefer zog er Dalana in seine kalten Fluten. Die Wellen umschlangen sie wie die kalten Finger, die ihr damals Gewalt angetan hatten.
Dalana bekam von all dem nichts mit. Sie merkte nicht wie der Fluss sich ihr Leben holte. Tiefe Bewusstlosigkeit huellte sie ein. Selbst die Kaelte brachten es nicht fertig ihre Lebensgeister zu wecken. Es war gar als versperrte ihr innerstes ihren Willen wach zu werden. Vielleicht ist diese Art und Weise auch die gnaedigste sich vorm irdischen dar sein zu verabschieden?! Es war einfach alles zuviel fuer die zerruettete Seele der aelteren Frau. Die Narben der Vergangenheit waren nicht geheilt, ein Schicksalsschlag folgte auf den naechsten, kein Augenblick der Liebe und des Gluecks wurden ihr Geschenkt.
Dann hatte es der Fluss geschafft, er hatte Dalana zu sich geholt. Schwebend bauschte sich das hellblaue Kleid um sie her rum auf. Kraftlos sank der Koerper in die Tiefe. Doch als wuerde der Fluss sich einen Spass mit ihr erlauben, wurde Dalana empor gezogen, die Wellen wiegten sie hin und her wie eine Mutter ihr Kind. Schnell stroemte das Wasser in ihre Lungen und fuellten diese aus. _Dalana ein Atemzug nur, ein Atemzug zum Leben. Atme Dalana, atme_ etwas schrie innerlich auf, etwas straeubte sich dagegen jetzt schon den Tod zu finden. Doch es war es dafuer nicht zu spaet?! Dalana konnte nicht schwimmen, ihre Glieder waren steif vorn Kaelte und das voll gesogene Kleid zog sie wieder nach unten. Auch die Bewusstlosigkeit hatte sie noch nicht ganz von sich abgeworfen. Langsam oeffneten sich die braunen Augen, sie sah den Sternenhimmel. In mitten des Kampfes mit dem Fluss streckte sie ihre Hand nach den Sternen aus, als wolle sie sich an ihnen festhalten. Ein letzter Kraftakt, ehe es wieder schwarz um sie wurde. War nun alles verloeren?! Verloren fuer immer!?
Verfasst: Dienstag 2. Mai 2006, 05:11
von Dalana D´Ron
Irgendetwas zupfte an ihr, tief in ihrem Unterbewusstsein spuerte Dalana das irgendetwas oder irgendwer bei ihr war. Wie in einem boesen Traum versuchte sie diese Empfindung weg zu jagen. Doch dieses seltsame Zupfen hoerte nicht auf. Muehsam oeffneten sich die brauen Augen. Das helle Sonnenlicht fuegte ihr beinahe Schmerzen zu und sofort kniff sie die Augen wieder zusammen. Sie wollte einfach nur weiter liegen bleiben in dem gnaedigen Mantel der Ohnmacht und der Dunkelheit. Wieder dieses Zupfen und jetzt kroch noch etwas in ihr hoch, Schmerzen, unnatuerliche Schmerzen. Ein gequaeltes Stoehnen entwich ihren Lippen, der Schmerz ließ sie abermals die Augen oeffnen und kurz sah sie ein kleines Tier davon huschen, welches wohl der Grund fuer das zupfen an ihr war.
Mit aller Gewalt hob Dalana ihren Kopf und schaute sich verwirrt um. Ja, sie war verwirrt, darueber das ihr gesamter Koerper vor Schmerzen in Flammen stand und darueber das sie halb im Fluss lag. Von einer Sekunde auf die andere ueberkam sie die Erkenntnis was gesehen war und jene traf sie genauso hart wie die Koerperlichen Schmerzen. Mit langsamen, unregelmaessigen Bewegungen zog sie sich noch naeher zum Wasser her ran. Sie wollte ihr eigenes Spiegelbild sehen, wollte sich selbst im Wasser erblicken, sich selbst die sich umbringen wollte.
Das Gesicht was ihr entgegen blickte, war das Gesicht einer entstellten Frau. Die langen weizenblonden Haare waren mit allerlei Dreck voll, kleine Aeste, Gras und Algen. Ihr linkes Auge war komplett zu geschwollen und leuchtete foermlich in allen erdenklichen Blautoenen. Die Oberlippe war aufgesprungen und ihr Gesicht bestand nur aus Kratzern und Schuerfwunden, getrocknetes Blut und Morast ließen sie mehr wie ein Monster aussehen. Mit einem kurzen Blick auf den Rest ihres Kleides und den freiliegenden Koerperteilen schien der Rest auch nicht besser auszusehen. Dazu kam noch das sich wohl der groesste Schmerz am rechten Bein befand und jenes auch seltsam Verrenkt dar lag. Es schien wohl gebrochen zu sein, stellte Dalana selbst ernuechternd fest.
Sie ließ sich wieder zurueck in das Gras sinken, ihr fehlten einfach die Kraefte auf zu stehen und sich um ihre Verletzungen zu kuemmern. Absurderweise interessierte sie mehr die Frage warum sie noch lebte? Warum bei Temora? Der Fluss hatte sie zu sich geholt und nun doch wieder ausgespuckt. Es gab einfach nichts mehr wofuer es sich noch lohnte am Leben zu bleiben, doch war dies wohl ein Irrtum. Etwas musste wohl, in ihrem eigen ausgewaehlten Schicksal eingegriffen haben, doch warum? Und wieso? Jedoch wenn sie hier liegen bleibt wuerde sie ebenso zu Grunde gehen und das war bestimmt kein schoener Tod. Sie hievte ihren Oberkoerper empor und zog sich zu einem nahe liegenden Baum. Mit zusammengebissenen Zaehnen versuchte sie die Schmerzen zu ignorieren. Das Bein musste geschient werden, soviel stand fest. Hin und wieder hatte sie jedoch das Gefuehl als wuerde sie abermals die Besinnung verlieren, langsam zaehlte sie dann bis Zehn, so wie es immer tat sobald sie wieder einmal von ihren Apltraeumen heimgesucht wurde.
Mit einem ziemlich untauglichen Ast und einigen noch verbliebenen Stofffetzen schiente sie ihr Bein. Nach diesem Kraftaufwand wurde ihr wieder Dunkel vor Augen und diesmal half nicht einmal das Zaehlen. Wieder war sie Gefangen in der troestenden Dunkelheit.
Verfasst: Montag 8. Mai 2006, 01:11
von Dalana D´Ron
Die Tage zogen nur so dahin, gepraegt von Schmerzen, Ohnmachtsanfaellen und Traenen. In einem ausgehoehlten Baum hatte sie ein Lager gefunden das vor Wind und Regen schuetzte. Ihr Bein war immer noch in einen Katastrophalen zustand und doch glaubte sie fest daran das es wieder heilen wird, ihr Verstand sagte ihr zwar das sie ihr Bein nie wieder so bewegen koenne wie frueher aber das wollte die Schuetzin nicht wahr haben. Es war nun langsam an der zeit von den Toden wieder auf zu erstehen. Das einzige Lebenszeichen was von ihr ausging war der Brief an Farion, den sie in einer kleinen Taverne geschrieben hatte. Ihr aeusserliches Erscheinungsbild machten es ihr leicht, gewisse Dinge wie Papier und Feder zu bekommen. Es gab viele Menschen die einer anscheinenden Bettlerin halfen.
Zum Anfang kam Dal sich erniedrigt vor, betteln zu gehen um etwas essen zu bekommen. Auf der anderen Seite war sie froh, dass wirklich niemand sie erkannte. Schwer gestuetzt auf einen Stock, das Bein nach ziehend, die Kleider voellig zerfetzt und die Haare welche als solche nur noch schwer zu erkennen waren, kam sie schliesslich in Varuna an. Ob ueberhaupt jemand an sie gedacht hatte? Ob sie ueberhaupt jemand vermisst hatte? Wirklich glaubte sie das nicht und so schwer auch ihrem Herzen wurde bei dem Gedanken, glaubte sie nicht einmal das Rafael an seine alte Freundin gedacht hatte. Sie hatte sich zu sehr von ihm distanziert, allein um sich keine Feindin zu machen, als das Raf an sie denken wuerde.
Unter einem Baum ließ sie sich auf den Boden gleiten um das schmerzende Bein etwas zu entlasten. Die Leute die an ihr vorbei kamen schauten sie mit einer Mischung aus Mitleid und Abneigung an, man koennte sich bei einer ungepflegten alten Bettlerin bestimmt eine Krankheit holen. Die Blicke der feinen Damen und Herren sprachen oftmals Baende, Dal hatte meist nur dafuer ein muedes Laecheln uebrig. Die Frage die sich ihr stellte, war jedoch wo sollte sie hin? Sicher, dass Kloster waere eine moeglichkeit, jedoch nachdem sie Farion diesen Brief geschrieben hatte wollte er sie bestimmt nicht mehr sehen. Nur ob er sie erkennen wuerde?! Ihr Gesicht war immer noch angeschwollen, nicht einmal ihre Freunde wuerden in dieser Gestalt Dalana erkennen. Arton? Das konnte sie ihm nicht antun und sie wusste nicht einmal ob er schon wieder im Land war. Zeron? Nein das geht auch nicht, sie wuerde ihm nur wieder Schmerzen zufuegen mit ihrer Anwesenheit.
Ihr Blick fiel auf das Tor der Stadt, ob die Stadtwachen sie hineinlassen? Unter lautem aechzen, erhob die Schuetzin sich und legte ihr Gewicht wieder auf den Stock, der wohl nun fuer immer ihr Begleiter sein wird. Sie humpelte zum Tor, ohne ein Ziel vor Augen ging sie in die Stadt.
Verfasst: Montag 8. Mai 2006, 22:27
von Arton Langenfels
Schon seit einigen Tagen saß er dort auf der Pretsche. Er war im Gefängnis von Rahal gelandert, sein Plan was herraus zufinden war gescheitert aber was würde nun passieren? Seine Gedanken schweiften über die Geschnisse der letzten Monaten....eine lange Zeit war er fort, nur hat er nicht vergessen was zwischen ihn und Dalana geschah.
Auch dies war ein Grund, weshalb er vor vielen Tagen das Land verließ, er wollte sich sicher sein, was er will....Aura oder Dalana..
Stark schütteltelt er sich Kalt war ihm, gerne hätte er die Nähe von Dalana gespürt die er eins bekam, an einem Abend in Varuna. So gut wie möglich, versuchte er sich mit seinen Händen den Körper zu erwärmen.
"Wie lange würde ich wohl noch hier sitzen", fragte er leise zu sich. " Geht das Leben mit mir zu ende " ? nach diesem Satz legte er sich auf die Pretsche und versuchte zu schlafen.
Lange dauerte es was wohl an der Kälte lag, aber würde er wieder aufwachen ?!