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Alanna Lenjar

Verfasst: Freitag 16. September 2016, 09:44
von Alanna Lenjar
16. Tag im Saerum 259

Bajard...eigentlich sollte Alanna diesen Ort meiden, doch obgleich sie ab und an kluge Ratschläge zu vergeben mochte, konnte sie sich selbst selten an welche halten. Doch wer könnte schon seine einstige Heimat wirklich meiden, zieht es doch jeden Menschen irgendwann dorthin zurück?

Doch diesesmal hatte ihr Besuch einen anderen Grund. Alanna war auf der Suche, der Suche nach ihrer Vergangenheit, ja vielleicht zu einem Stückchen sich selbst. Sie hatte nie erfahren was aus ihren Eltern wurde, bis eines Tages seltsame Träume sie aufsuchten.

In dem einen träumte sie von sich selbst als Mädchen und ihrer Mutter..Gabriella..während ein zweiter Traum ihr zeigte, wie Alanna einen Streit ihrer Eltern mitbekam, kurz bevor sie sich auf dem Weg in Richtung Düstersee machten. Dies war das letzte Mal, dass sie ihre Eltern jemals sah...

Nie hatte sie erfahren was aus ihnen wurde und jahrelang musste Alanna als Mädchen und junge Frau allein zurechtkommen, sich irgendwie durchschlagen in der vagen Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie kam, doch anders als erwartet.

Leicht lächelnd streichelte Alanna über ihren Bauch, in welchem ihr Kind langsam wuchs. Familie..sie würde endlich wie eine Familie haben..zusammen mit Zaedrael und ihren Kind. Doch nie durfte diesem geschehen..was ihr selbst widerfuhr und so wuchs in ihr der Wunsch...in ihrer Suche nach ihren Eltern ein Stück weiter zu kommen..oder wenigstens heraus zu finden was mit ihnen geschah.

So betrat Alanna also Bajard erneut...und schlenderte durch die Straßen..auf der Suche nach irgendwas..einem Augenblick..einer Erinnerung..oder einem Gegenstand..doch abermals wurde ihre Hoffnung nicht erfüllt und so verließ sie ihre einstige Heimat..in Richtung ihrer Neuen. Sie würde nicht aufgeben!

Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2016, 10:10
von Alanna Lenjar
9. Tag im Goldblatt 259

Alanna öffnete langsam das Fenster der Wohnung von Arys auf La Cabeza und atmete die warme feuchte Luft ein. Sie war nicht sonderlich milder als im Inneren, doch war sie weniger verbraucht und sie trug den Duft von Salz und Meer mit sich.

Für Alanna brach der 3. Tag auf Cabeza an und ein Ende des Exils war noch nicht abzusehen. Zaedrael vermochte nicht zu laufen, nachdem die Menekaner ihn zur Strafe an seinen Füßen gepeinigt hatten, und so waren sie auf die Wohnung von Arys beschränkt.

Doch trotz allem fühlte Alanna sich gut, Zaedrael hat den steinigen Weg geschafft und sobald er genesen war würden sie endlich ihrer gemeinsamen Zukunft unbeschwert entgegen blicken können. Entgegen all der Sorgen stand die Freude über das..was kommen wird. Leicht lächelnd streichelte Alanna über ihren nackten Bauch, auf welchem man bereits eine leichte Wölbung erblicken konnte..wenn man genau hinsah. Doch was anderen noch verborgen bleiben könnte, bedachte Alanna pausenlos mit einem liebevollen Blick.

Zur Zeit waren sie Verbannte, zwar Alanna nicht formal, aber da ihr Platz an Zaedraels Seite war zumindest auf eine gewisse Weise ebenso. Ihre Enttäuschung und Wut darüber, dass Zaedrael ihr all das verheimlichen wollte waren verflogen und ihr Verlobter war ihr zutiefst dankbar, dass sie an seiner Seite blieb. Er hatte sie nicht enttäuscht, denn er war ein Mann, der für seine Fehler einstand und stets versuchte er, sie wieder zu regeln.

Langsam wendete Alanna sich um und lehnte sich an die Fensterbank, um ihren schlafenden Verlobten zu beobachten. Hoffentlich würde der Rat sich bald melden..damit sie nach Hause konnten. Doch falls nicht...wäre es auch nicht schlimm. Wenn das Reich einen Bürger fallen lässt..warum dann noch in diesem Reich leben wollen?

Verfasst: Dienstag 8. November 2016, 09:34
von Alanna Lenjar
8. Tag im Rabenmond 259

Zaedraels Heimkehr in Uniform erfüllte Alanna mit Stolz..und Erleichterung..Tag für Tag. Sie war unendlich erleichtert, dass die schwere Zeit nun endlich hinter ihnen lag..vorerst zumindest. Endlich konnten sie sich auf die Hochzeit und die Geburt ihres Kindes konzentrieren...zumindest vorerst.

Alannas Bauch wuchs und es geschah, als die Tage dunkler und kürzer wurden, dass ihre Stimmungen schwankten. Es wuchsen Zweifel dort wo einst Sicherheit herrschte und ab und an wurden ihre Gedanken düster und traurig. Es sei normal..wie Arys sagte und wohl jede Frau bekam so etwas..zur Mitte der Schwangerschaft..doch eine gänzliche Erleichterung konnte Alanna dies nicht verschaffen. Alanna hatte Zaedrael verunsichert, das spürte sie..doch war er auch erleichtert, dass sie sich nach Tagen ihm endlich öffnete.

Alanna hatte sich zurück gezogen..die Tage in der Abgeschiedenheit des Waldes verbracht..sie hatte ihren Wasserfall aufgesucht und nach Trost und Weisung gesucht, doch hat sie beides nicht so recht gefunden. So blieb ihr nur den Rat ihrer Freundin zu befolgen und zu hoffen, dass es schnell vorbei gehen würde.

Verfasst: Freitag 9. Dezember 2016, 13:26
von Alanna Lenjar
9. Tag im Alatner 259

Die Tage wurden kälter und kürzer und langsam spürte Alanna, was es bedeutete schwanger zu sein. Es war nicht nur der tägliche Schmerz im Rücken oder die zunehmende Veränderung ihres Körpers..es war mehr das Bewusstsein..dass ein Leben in ihr heranwuchs..welches sie zu spüren begann. Waren es zu Beginn nur sanfte Tritte..spürte Alanna zunehmend jede Bewegung ihres Kindes..oder dachte es zumindest.

Oft sass sie daheim..verlassen hatte sie das Haus in letzter Zeit nur mit Zaedrael. Es tat gut die kühle frische Luft zu atmen..doch allein fühlte sie sich verletzbar. Manchmal überkam sie die Furcht, dass doch noch etwas passieren könnte..sie doch noch ihr Kind verlieren könnte, wie schon zuvor. Doch war es stets Zaedraels ruhige..und sanfte Art die ihre Zweifel und Ängste beiseite wischte, wenn er sie mit einem Lächeln begrüsste.

Er war ein besserer Mann, als so mancher es erkennen mochte oder wollte. Ihm selbst schien es nichts auszumachen, doch Alanna bedauerte es um so mehr, dass es wohl keine gemeinsamen Abende mit ihm und Arys geben konnte...geschweige denn Arys Neralon. Irgendwann würden auch sie erkennen..dass er ein guter Mensch war. Es musste einen Weg geben sie alle zu versöhnen..irgendwie.

Mit einem sanften Lächeln schaute Alanna hinab zu ihrem Bauch. Noch 3 Monde..dann würde es soweit sein. Insgeheim erhoffte sie sich einen Sohn..auch wenn es dann gewiss zwei Zaedraels geben würde..die aber immer wieder Alannas Herz zum Lachen brachten..egal was sie anstellen würden.

Verfasst: Dienstag 3. Januar 2017, 09:31
von Alanna Lenjar
3. Tag im Hartung 260

Schwer atmend erwachte Alanna aus einem unruhigen Schlaf. Ihre Haut war benetzt von einer leichten Nässe und sie fühlte sich verschwitzt. Unruhig war ihr Schlaf gewesen und auch nach dem Erwachen wollten die Bilder ihres Traumes nicht aus ihrem Kopfe weichen.

Das Aufstehen fiel ihr eh schon von Tag zu Tag schwerer, wie ein schwerer Sack fühlte sich ihr Schwangerschaftsbauch allmählich an, doch auch wenn sie das Gefühl mehr genoss..als darunter litt...fiel es ihr doch gerade in den kalten Tagen immer schwerer aufzustehen.

Doch der Traum ließ ihr keine Ruhe und so erfasste sie eine gewisse Eile, als sie sich anzog und sich in den warmen Umhang hüllte. Auf die Morgentoilette verzichtete sie..was sonst gar nicht ihre Art war und trat vor das Haus.

In der Nacht war Schnee gefallen. Allmählich hatte sie Gefallen an dem weißen Gestöber gefallen..doch jetzt war es mehr eine Last..als eine Freude. Ähnlich wie in den Jahren als sie noch draußen in der Wildnis lebte und gerade im Winter der Kampf ums Überleben zeitweise aussichtslos erschien..doch nun war es mehr die Gefahr des Ausrutschens..oder sie es körperlich einfach nicht mehr schaffen würde.

Der Hafen Adorans war Temora sei Dank nicht fern und so bestieg sie dort ein Schiff in Richtung Cabeza. Es war beinahe ein wenig erholsam, als die sanfte Wärme der Insel ihre Haut berührte und sie sich von Umhang und Gugel befreien konnte. Doch anders als sonst löste es in ihr kein Wohlbefinden aus.

Der Weg zu Melissas Haus war nicht weit und so atmete sie tief durch..und klopfte an die Tür. Doch niemand reagierte..und der Briefkasten war hoffnungslos überfüllt. Alannas Sorge wuchs und niemand der Bewohner Cabezas..zumindest von denen die Alanna über den Weg liefen..konnte oder wollte eine Auskunft darüber erteilen, wo Melissa abgeblieben war.

So blieb ihr nur die Rückkehr auf das Festland. Sie musste Leo schreiben..er muss wissen wo sie sein könnte.

Verfasst: Mittwoch 25. Januar 2017, 09:10
von Alanna Lenjar
25. Hartung 260

Es war ein schöner Abend, unterhaltsam doch auch mehr..erleichternd als Alanna zunächst annehmen konnte und durfte. Melissa und Leo waren zu Besuch und es wirkte fast so, als verstünden Zaedrael und Leo sich. Zumindest fiel nicht ein einziges böses Wort an jenem Abend, eher das Gegenteil.

Melissa und Leo würden also doch endlich heiraten. Herrje wer hätte gedacht...dass die beiden jungen Frauen, die sich vor einem Jahr noch Geschichten und Wiessagungen am Bajarder Lagerfeuer erzählten nun jeweils einen Gardisten und einen Piraten ehelichen würden?

Sie mochte Leo und sie vertraute ihm, doch Cabeza war einfach gefährlich..die Piraten waren gefährlich. Es konnte einfach immer wieder etwas schlimmes geschehen..so wie neulich. Alanna hatte es selbst nicht gesehen, doch sprach Zaedrael oft davon, dass Mateo sie erschießen wollte während seiner Prügelei mit Charna. Auch wenn Alanna es nicht ganz glauben konnte..oder mehr wollte, wurde ihr doch mehr unbehaglich..

Doch um all solche Dinge konnte und wollte Alanna sich zur Zeit nicht sorgen. Eigentlich sollte sie sich gar keine Sorgen machen, jetzt vor dem nahenden großen Finale ihrer Schwangerschaft. Die Heiler zwitscherten es vom Dach und auch Alanna spürte es..das Kind würde nicht mehr lange warten. Zu lebhaft und zu neugierig war es auf die Welt.

Mit einem Lächeln auf den Lippen streichelte die werdende Mutter über ihren nackten Bauch und atmete leise..und wohlig aus. Sanfte Berührungen zeugten davon, dass es ihrem Kinde gut ginge. Es war einfach alles..perfekt zur Zeit..und sie betete zu Temora..dass es auch so bleiben möge.

Verfasst: Sonntag 29. Januar 2017, 08:26
von Alanna Lenjar
29. Hartung 260

Alanna erwachte bereits wieder früh am Morgen..nach der Hochzeit. Leicht blinzelte sie mit den verschlafenen Augen und schaute sich um. Das Feuer des Kamins war bereits heruntergebrannt..nur einzelne Holzscheitreste glühten noch und ein sanftes rötliches Dämmerlicht ging von ihnen aus.

Zaedrael schlief noch auf dem Fell und hatte seinen Arm um sie gelegt. Eng an ihn geschmiegt hatte sie bei ihm die Nacht verbracht, nachdem sie sich geliebt hatten. Langsam drehte sie sich unter seinem Arm zu ihm um..und blickte ihn lächelnd an. So friedlich schlief er..Herr Lenjar .ihr Mann.

Langsam und behutsam..um ihn nicht zu wecken..hob sie seinen Arm an und krocht unter diesen hervor. Sie wollte ihn schlafen lassen, während sie schon wieder dieses Gefühl in sich verspürte..was sie schon seit längerem Nachts zu früh erwachen ließ: ein leichtes Ziehen in ihrem Bauch..und in ihrem Becken.

Heute Morgen war es besonders intensiv, war der vorherige Tag doch anstrengender...als sie vorher vermuten wollte. Sanft streichelte sie über ihren Bauch..während Alanna auf nackten Sohlen in Richtung Bad tappste..sie streichelte über ihren Bauch..fast als wolle sie ihn beruhigen...es wäre doch alles in Ordnung..und ruhig nun.

Die werdende Mutter stieg langsam in das angenehme..leicht kühle Wasser und atmet leise aus. Das Wasser schmiegte sich an ihre verschwitzte Haut und schenkte ihr ein angenehmes Gefühl...welches ihren Kreislauf am Morgen ein wenig mehr in Gang brachte.

Alanna setzte sich auf den Boden des Beckens..und bis zum Dekoltee schaute sie noch aus dem Wasser. Sie schloss ihre Augen..und atmete ruhig..ein..und aus. Doch diesesmal war das Ziehen stärker..und mit einem eher schmerzhaft anmutenden Seufzer stieß sie ihre Luft aus den Lungen. Es hatte also begonnen, ihr Kind würde schon bald kommen...

Verfasst: Dienstag 31. Januar 2017, 20:39
von Alanna Lenjar
31. Hartung 260

Alannas Schlaf war kurz..zu aufgewühlt war sie von dem..was Arys ihr sagte. Noch immer verstand sie den Zorn ihrer Freundin..oder nun..ehemaligen Freundin nicht.

Arys Blick war so enttäuscht..so kalt..so voller Zorn..sie hatte Alanna kurzer Hand die Freundschaft gekündigt..und sie kurz vor der Niederkunft in Stich gelassen..doch warum? Alanna wollte ihre liebste Freundin Melissa bei sich haben..jetzt wo es unaufhörlich auf den Tage der Geburt zuging..doch was sollte nun werden?

Auch wenn Torjan das Kind holen sollte..blieb immer der bittere Hintergedanken..dass sie mit Arys einige Tage unter einem Dach sein würde..einer Frau die sie nun scheinbar zu hassen schien..wie sollte sie da Ruhe finden können?

Leise seufzend vergrub Alanna ihr Gesicht wieder in ihrem Kissen...ihre Gefühle..und Gedanken arbeiteren in ihr..verworren sich zu einem Knäuel von Zweifeln und Angst..und Sorge..und dann doch wieder zu dem Gedanken..dass sie vielleicht doch..ein schlechter Mensch war. Hatte sie Arys Unrecht getan? Doch wenn ja..warum hat Arys nie etwas gesagt...dass Melissas Anwesenheit ihr solche Probleme bereiten würde? Auf der Hochzeit waren sie zusammen...herrje Arys hat Alanna sogar bedrängt..Melissa weiter als Trauzeugin zu behalten..als Melissa verschwunden war..warum nun..dieser Zorn?

Sie hinterlegte Zaedrael eine Nachricht..und legt sie auf ihr Bett..so dass er sie wohl finden würde. Sie schrieb ihm..dass sie spazieren sei..und einfach den Kopf freibekommen müsse. Sie würde bald wieder da sein..doch auch am späten Abend war sie nicht zurückgekehrt...

Verfasst: Montag 6. Februar 2017, 19:38
von Alanna Lenjar
6. Eisbruch 260

Mit einem sanften Lächeln im Gesicht lag Alanna auf ihrer Seite im Ehebett und blickte zu ihrer Tochter, welche friedlich auf Papas Seite schlief. Die junge Mutter konnte nicht den Blick von ihr lassen..nicht von den kleinen Händchen..den kleinen Füssen, dem süssen Gesicht..und dem kleinen Stubsnäschen.

Ab und an regte sich Amelia Gabriella..wie Zaedrael und Alanna sie nannten...manchmal sah es so aus als würde sie aufwachen..nur um dann wieder still und friedlich auf dem weichen Bett zu liegen und zu schlummern.

Alanna genoss jeden Augenblick und vergass alles um sich herum..bis es wieder soweit war und Amelia zu schreien begann..sei es weil sie Hunger hatte..oder die Windel wieder zu nass..oder zu stinkend war.

Doch in diesem Augenblick war es still und noch immer spürte Alanna die Schmerzen und Torturen der vorletzten Nacht nach..als sie Abend zuvor..bis zum gestrigen Abend in den Wehen lag. Zaedrael wich nie von ihrer seite und obwohl man ihm anmerkte..wie sehr es ihm selbst zusetzte..war er doch immer bei ihr. Als der jungen Mutter während der Geburt die Kräfte verließen..waren er..und Melissa es..die sie anfeuerten und ihr neuen Mut gaben.

Zaedrael wird ein guter Vater sein und Melissa..eine gute Tante. Mit einem Schmunzeln im Gesicht stellte Alanna sich vor..wie Amelia wieder darum bitten würde..die Piratentante Melissa zu besuchen..auf der schönen Insel mit all den bärtigen rauhen Piraten...

Leise lachte Alanna bei dem Gedanken auf..und es blieb nicht unbemerkt. Aus dem kleinen lieben Töchterlein..wurde ein kleiner lieber Schreihals..da sie wieder Hunger bekam.

Verfasst: Freitag 10. Februar 2017, 09:43
von Alanna Lenjar
10. Eisbruch 260

Lange saß Alanna vor dem Karmin und betrachtete das Spiel der Flammen, wie sie knisternd und knackend langsam die Holzscheite aufzehrten und sie langsam in Asche verwandelten. So sehr sie dieses Spiel der Flammen auch faszinierte, zeigte es ihr doch wie vergänglich alles war.

Feuer verbrannte Holz, womöglich von Bäumen, die so alt und stark waren, dass man ihnen gar nicht mehr zuzutrauen vermochte, dass sie so einem Schicksal anheim fallen, doch vor ihren Augen wurden sie buchgstäblich zu Asche.

Wenn Alanna, damals noch ein junges und kleines Mädchen, ebenfalls auf zu ihrem Vater blickte..und ihrer Mutter...wenn sie die beiden Lachen sah..oder wie sie ihrer Tochter liebevolle Blicke zuwarfen, dann war für die kleine Tochter klar, sie könnten niemals verschwinden..oder sterben. Sie waren ihre Eltern und wirkten so...stark.

Doch auch sie waren eines Tages nicht mehr da und Alanna musste von heute auf morgen..erwachsen sein, damit sie eine Chance hätte zu überleben. Trauer,,Verzweiflung..der Zorn auf die ungerechte Welt hatten hinten anzustehen, denn Kälte und Hunger pochten auf ihr Vorrecht auf die Aufmerksamkeit des Mädchens.

Maxim..und ihr ungeborenes Kind..es war nun ein Jahr her..seitdem Alanna beide verlor. Ungeachtet dessen, dass sie nun ein anderes..ein neues Leben führte, musste sie doch wieder an die beiden zurückdenken. Auch sie waren fort..tot..und zerfallen.wie ihre Eltern..und dieser angesengte Holzscheit..der vielleicht einmal ein mächtiger Baum war.

Alannas größte Angst..die sie umhertrieb..war einerseits einen geliebten Menschen zu verlieren und ihn nicht beschützen zu können, doch nun...trieb sie etwas anderes noch mehr um. Sie hatte mit Zaedrael bereits darüber gesprochen..doch ahnte er womöglich gar nicht..wie wirklich Alanna dieses Thema wirklich war. Was würde aus Amelia werden.stieße Zaedrael und Alanna etwas zu?

Vieles kam wieder auf..unverarbeitet..und unbeweint, Ängste schürend und Gedanken verdunkelnd und Zaedrael spürte, dass da etwas war..was in ihr schlummerte. Er spürte es..er fragte sie..und doch sagte sie ihm nur einen Teil. Sie hatte Angst geliebte Menschen zu verlieren..aber noch mehr hat sie Angst..ihre Tochter nicht beschützen zu können und sie...aus Unvernunft...oder simplem Pech..allein auf der Welt zu lassen.

In diesem Augenblick fühlte sie sich allein..obwohl sie es doch eigentlich nicht war..sie fühlte sich einsam..obwohl ihr Menschen zur Seite standen...sie war wieder drauf und dran..alles mit sich selbst auszumachen..obwohl man ihr die Hand reichte. So hatte sie es gelernt..und so hatte sie überlebt..in den Jahren als sie allein war.

Ein leises Schluchzen riss Alanna aus ihren Gedanken..ein Schluchzen..was sich langsam in ein Schreien ergoss..und sanft und behutsam hob die junge Mutter ihre Tochter aus dem Bett..und lächelte ihr sanft zu. Sie setzte sich mit Amelia im Arm auf den Bettrand..und gab ihr die Brust. "Dir wird es gut ergehen...sei ohne Sorge...ich weiche Dir niemals von der Seite" flüstert sie leise..und beobachtete Amelia..wie sie trank. Die Nacht würde noch lang werden...

Verfasst: Sonntag 12. Februar 2017, 11:13
von Alanna Lenjar
12. Eisbruch 260

Müde saß Alanna vor ihrem Spiegel und betrachtete sich. Die Augen wirkten müde..und ihre Haut ein wenig blass. Leise atmete sie aus und schloss für einen Augenblick ihre Augen..um leise durch zu atmen. Ein leichter Schwindel ließ sie ein wenig wanken..ehe sie die Augen wieder öffnete..und das Gefühl des Drehens verschwand.

Langsam legte Alanna ihre rechte Hand an die Stelle ihres Herzens..an die Stelle ihrer Lungen. Sie spürte einen leichten Druck in der dortigen Körperregion und das Atmen fiel ihr nicht mehr so leicht. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf die Lippen der jungen Frau..als sie an die letzte Nacht zurückdachte..und an die Stellen auf ihrer Haut..die noch daran erinnerten. Sie..war leidenschaftlich gewesen..so ganz anders als sie...es kannte...anders als sie selbst sich kannte.

Das Gefühl der Traurigkeit..war verschwunden..vorerst. Nein..verschwunden nicht..ertappte Alanna sich in Gedanken..es war begraben..unter einer Tiefen Schicht des Verdrängens, lauerte..und wartete..bis es entweder wieder aufbrechten konnte oder endgültig im Reich des Vergessens verging.

Zaedrael sah seine Frau gerne als einen Engel..rein..und unschuldig..gütig..und herzensgut. Ja..seit sie Zaedrael kannte..und liebte hatte sich eine Menge verändert..doch hat sich das wirklich? In ihren jungen Jahren musste sie zu schnell erwachsen werden, sich durch das Leben kämpfen und sie lernte..stets nur sich zu vertrauen. Der Streit mit Arys hatte Alanna das nur zu deutlich gezeigt...auch sie hatte Fehler. Gewiss war sie kein Engel...und vielleicht war Zaedraels Meinung über sie nur Wunschdenken..und sie selbst nur mehr Schein als sein.

"Wer bin ich..." fragte Alanna sich leise..weiter ihr Spiegelbild betrachtend. Noch immer sah sie das müde..erschöpfte Gesicht. "Ehefrau...Mutter..." raunt sie leise..und doch wusste sie..dass sie mehr sein musste in den letzten 12 Monden. Sie war die Frau..die um ihren Mann kämpfte..ihn stützte..auf den richtigen Kurs verwies..und auch die Anfeindungen ertrug...als er sie betrog und sie ihm verzieh.

Langsam erhob Alanna sich..und tappste vorsichtig die Treppe hinab in den Keller..hin zum Badezimmer. Ausgiebig wusch sie sich...länger als sie es sonst tat..und nutzte die Körpercreme..die so fein nach Rosen duftete. Nachdem sie wieder an ihre Spiegelkommode trat...machte sie ihr Haar zurecht..band es zu dem Zopf..den sie so sehr liebte...und zog ein feines Kleid an. Dann betrachtete sie sich erneut..und lächelte leicht.

Die Mügkeit war verschwunden..und selbst die Erschöpfung merkte man ihr nicht mehr an. Ihr Lächeln wuchs langsam..ehe sie leise ausatmete. Nun..war sie wieder die Frau..die sein musste..die sie sein wollte. Doch wer genau hinsah merkte..dass ihre Augen in der Tiefe eine andere Sprache sprachen...und tief verborgen im Inneren ihre Seele da sah man den Schmerz. Doch dies war unwichtig...denn da war es wieder, das Schreien ihrer Tochter..die ihre Mutter brauchte.

Verfasst: Samstag 25. Februar 2017, 09:33
von Alanna Lenjar
25. Eisbruch 260

Zaedrael schlief noch..doch für Alanna war die Nacht wieder vorbei. Viel Schlaf fand sie nicht, Amelia wurde immer wieder unruhig und weinte. Hunger hatte sie nicht und auch die Windeln waren nicht der Grund, vielleicht spürte sie einfach, dass etwas nicht stimmte?

Aanna hauchte Zaedrael einen sanften Kuss auf die Wange ehe sie sich erhob und nach ihrem Kleid griff. Man fühlte, dass es nah am Kamin lag und sie spürte eine angenehme Wärme, die den feinen Wollstoff erfasst hatte. Mit einem leichten Lächeln blickt sie in die kleine Wiege, in der ihre Tochter endlich schlief. Vollkommen ruhig wirkte sie, nur ein sanftes Heben ihres Brustkorbes verriet dass Leben in ihr war.

Als Alanna den Vorhang des Durchgangs zur Seite strich, schaute sie erneut zu ihrem Mann. Etwas war geschehen..am gestrigen Tage. Etwas was Alanna nicht greifen konnte, was aber doch ein beklemmendes Gefühl in ihrem Herzen verursachte. Auf die Frage, ob sie in seinen Augen eine gute Mutter sei..antwortete er ihr nicht direkt..doch sprach er von Zweifeln..ob es nicht zu früh für ein Kind war...dass Alanna einfach noch sehr jung sei...und ja.vielleicht hatte er recht? Alanna wusste..sie musste vorsichtig sein...und doch ging sie nach Bajard..allein...um mal für eine Stunde ein wenig..durchzuschnaufen. Dass Zaedrael das Verschwinden ihrer eigenen Eltern gegen Alanna verwandt..um ihr deutlich zu machen wie töricht sie gewesen wäre..verletzte Alanna und doch..hatte er recht.

Noch immer brannte in ihr der Wunsch zu erfahren..was damals geschah, was mit ihren Eltern passierte..und ob sie vielleicht doch noch leben würden? Die Hoffnung war keine große und nach all den Jahren war die Spur mehr als kalt, doch immer wieder zog sie diese Frage zurück nach Bajard..und der Straße die gen Grenzwart führte. Alanna wusste, dass Zaedrael sich davor fürchtete dass sie eines Tages einfach nicht mehr heimkommen würde und dennoch nahm Alanna ihm das Gesagte übel.

Kurz zögerte sie..doch dann zog Alanna sich das Wollkleid über..schlüpfte in die Stiefel und hüllte sich in ihrem Umhang. Sie drückte ihrer Tochter einen sanften Kuss auf die Wange..und hauchte leise "Ich bin bald wieder da Engelchen..träume schön..und wenn Du wieder aufwachst..wird Mami wieder da sein.." Dann hörte man kurze Augenblicke später die Tür sich öffnen..und wieder zufallen..doch kurz bevor Zaedrael erwachte..stand doch bereits das Frühstück auf dem Tisch...und Lana begrüsste ihren Mann mit einem Lächeln.