Auch strahlende Städte werfen lange Schatten
Verfasst: Sonntag 4. September 2016, 10:13
Zuhause. Endlich Zuhause.
Ich spüre deutlich die Tränen in meinen Augenwinkeln, als das Schiff in den Hafen einfährt. Das Schiff legt nach langer Reise am Kai an, Taue werden geworfen und vertäut. Die Planke wird von den Matrosen ausgelegt und ich wandle darüber wie ein Träumender.
Sechs Jahre war es her. Sechs lange Jahre, dass ich Adoran verlassen habe, wenn auch unfreiwillig und in Ketten.
Wenn Adlige ihre persönlichen Intrigen spinnen bleibt selbst von wohlhabenden und angesehenen Kaufleuten nichts mehr übrig. Meinen Vater haben sie in den Schuldturm geworfen, wo er starb und meine kleine Schwester haben sie mir genommen. Ich weiß bis heute nicht was aus ihr geworden ist, aber auch um sie habe ich geweint.
Mich haben diese Bastarde in die Sklaverei verkauft, nachdem sie meiner Familie alles genommen haben. Oh gewiss, im lichten Reiche gab es doch keine Sklaverei, aber dafür gab es Menschen. Mächtige Menschen die sich unfreiwillige Gespielinnen halten und die Kinder ihrer persönlichen Feinde in ferne Länder verkaufen.
Sechs lange Jahre. Eine Irrfahrt aus Flucht und Gefangennahme und Weiterverkäufen. Bis mir ein völlig Fremder zur Flucht verhalf, mich in seine Heimat brachte, wo ich mir genug Geld für eine Passage erarbeiten konnte.
Und nun bin ich wieder Zuhause im schönen, sonnigen Adoran. Doch die steinernen Straßen sind kalt, die Gebäude fremd und die Wachen bedrohlich. Ich habe unser altes Heim aufgesucht. Das große Haus meiner glücklichen Kindheit und Jugend ist das Heim von Fremden. Ich erkenne kaum etwas wieder.
Menschen gehen an mir vorüber ohne mich zu erkennen, nicht einmal im Handwerkshaus, in dem mein Vater ein und aus gegangen war, erkennt man mich. Vielleicht ist es auch besser so. Was würde denn mit mir geschehen, wenn die falschen Leute erfahren, dass ich zurück in Adoran bin?
Es schmerzt in der eigenen Heimat ein Fremder zu sein, doch in Adoran gibt es für mich kein Heim mehr. Dort bin ich nur ein Fremder, ein Reisender, ein Durchreisender.
Ich zähle meine letzten Münzen und besteige wieder ein Schiff.
Sechs Jahre sind eine lange Zeit, doch vielleicht finde ich in Bajard jemanden, der meinem Vater wohlgesonnen war. Auf jeden Fall jedoch werde ich im neutralen Bajard vor meinen Häschern sicher sein, die mit Sicherheit kommen werden, wenn bekannt wird, dass ich zurück bin...
Ich spüre deutlich die Tränen in meinen Augenwinkeln, als das Schiff in den Hafen einfährt. Das Schiff legt nach langer Reise am Kai an, Taue werden geworfen und vertäut. Die Planke wird von den Matrosen ausgelegt und ich wandle darüber wie ein Träumender.
Sechs Jahre war es her. Sechs lange Jahre, dass ich Adoran verlassen habe, wenn auch unfreiwillig und in Ketten.
Wenn Adlige ihre persönlichen Intrigen spinnen bleibt selbst von wohlhabenden und angesehenen Kaufleuten nichts mehr übrig. Meinen Vater haben sie in den Schuldturm geworfen, wo er starb und meine kleine Schwester haben sie mir genommen. Ich weiß bis heute nicht was aus ihr geworden ist, aber auch um sie habe ich geweint.
Mich haben diese Bastarde in die Sklaverei verkauft, nachdem sie meiner Familie alles genommen haben. Oh gewiss, im lichten Reiche gab es doch keine Sklaverei, aber dafür gab es Menschen. Mächtige Menschen die sich unfreiwillige Gespielinnen halten und die Kinder ihrer persönlichen Feinde in ferne Länder verkaufen.
Sechs lange Jahre. Eine Irrfahrt aus Flucht und Gefangennahme und Weiterverkäufen. Bis mir ein völlig Fremder zur Flucht verhalf, mich in seine Heimat brachte, wo ich mir genug Geld für eine Passage erarbeiten konnte.
Und nun bin ich wieder Zuhause im schönen, sonnigen Adoran. Doch die steinernen Straßen sind kalt, die Gebäude fremd und die Wachen bedrohlich. Ich habe unser altes Heim aufgesucht. Das große Haus meiner glücklichen Kindheit und Jugend ist das Heim von Fremden. Ich erkenne kaum etwas wieder.
Menschen gehen an mir vorüber ohne mich zu erkennen, nicht einmal im Handwerkshaus, in dem mein Vater ein und aus gegangen war, erkennt man mich. Vielleicht ist es auch besser so. Was würde denn mit mir geschehen, wenn die falschen Leute erfahren, dass ich zurück in Adoran bin?
Es schmerzt in der eigenen Heimat ein Fremder zu sein, doch in Adoran gibt es für mich kein Heim mehr. Dort bin ich nur ein Fremder, ein Reisender, ein Durchreisender.
Ich zähle meine letzten Münzen und besteige wieder ein Schiff.
Sechs Jahre sind eine lange Zeit, doch vielleicht finde ich in Bajard jemanden, der meinem Vater wohlgesonnen war. Auf jeden Fall jedoch werde ich im neutralen Bajard vor meinen Häschern sicher sein, die mit Sicherheit kommen werden, wenn bekannt wird, dass ich zurück bin...