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Gedanken, Erinnerungen, lose Zettel: Aus einem Notizbuch
Verfasst: Donnerstag 18. August 2016, 17:41
von Elinor Tiefenbruch
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Adoran, den 18. Ashatar 259
Liebste Amari,
es ist bereits viel zu lange her, dass wir uns sahen, und es wird wohl noch
viel länger dauern, bis es ein Wiedersehen gibt. Sofern du mich nicht
irgendwann hier besuchen kommst, in Lichtenthal. So beschwerlich ist die
Überfahrt gar nicht, und wenn man nicht gerade die betrunkenste
Bootscrew für die letzte kurze Überfahrt vom Segelschiff zum Hafen von
Bajards - dem Fischerdörfchen, das das Tor nach Gerimor bildet - wählt,
kommt man bestimmt sogar mit Gepäck an (dies ist eine eindringliche
Warnung, damit es dir nicht ergeht, wie mir. Bis auf die Kleidung am Leibe
und meinem Schreibzeug ging alles, was in meiner Reisetruhe war,
unfreiwillig über Board.)
Vielleicht ist die Kunde mittlerweile schon durch die geschwätzige Familie
- grüß sie mir alle von Herzen! - durchgereicht worden. Das Handelshaus
Tiefenbruch wird noch ein bisschen warten müssen, bis es hier auf
Gerimor seinen Einfluss geltend machen kann. Unvorhergesehene
Ereignisse, die zu glauben mir selbst noch schwerfallen, haben alle meine
Pläne über den Haufen geworfen, doch ich will darauf vertrauen, dass die
Herrin Temora sich ihren Teil dabei gedacht hat:
Alles begann, vermute ich zumindest, oder sagen wir: ist mir der früheste
Punkt, von dem ich meine, dass ich ihn zuordnen kann - alles begann mit
einer lästigen Phase von Wetterfühligkeit, zumindest ging ich davon aus.
Kopfschmerzen und Schwindel zum Vergehen, plötzlich verstehe ich,
wovon Tante Theodora spricht, wenn sie jammernd hinter dem Thresen
herstolpert! Jedenfalls war es am Ende wohl gar keine Wetterfühligkeit...
sondern eher etwas, das man wohl Magiefühligkeit nennen könnte. Oder
richtiger: Liedfühligkeit. Herrje!
Hinweise darauf habe ich bis zum Tag, an dem eine kundige Person mir
des Rätsels Lösung präsentierte, wohl allzu bereitwillig ignoriert. Dabei
war das offensichtlichste aller seltsamen Ereignisse, die sich in den l
letzten Wochen ereigneten, in der Rücksicht ziemlich einfach zu deuten.
Ich saß in der Taverne Adorans, rechnete ein paar Bilanzen (ich hielt
mich die ersten Tage hier über Wasser, indem ich gegen kleines Geld
einigen lokalen Händlern die Buchhaltung gegenrechnete) - und plötzlich
entflammte vor mir die Kerze, die eingangs nicht brannte. Beim ersten
Mal hielt ich es für einen Irrtum meinerseits, beim zweiten Mal war ich -
ich schiebe meinen geistigen Zustand auf die andauernden
Kopfschmerzen! - so verwirrt und stand so neben mir, dass ich
kurzerhand am Rathaus nach absonderlichen Vorkommnissen in Adoran
fragen wollte, ich muss wohl in geistiger Umnachtung an Spuk und
dunkles Zauberwerk gedacht haben! Ja, ja, spotte nur.
In jedem Fall - und hier beginnen die eigentlichen Neuigkeiten! In jedem
Fall bin ich nun unversehens eingeschriebene Studentin an der "Academia
Arcana", und auch wenn ich die ersten Tage noch dachte, jemand muss
sich einen bitteren Scherz mit mir erlauben oder sich gehörig irren, nein:
Es scheint, als sei dies alles wahr, als sollte ich tatsächlich lernen, wie
Magier im Lied wirken. (Natürlich ist mir völlig klar, dass ich wohl niemals
ein so großes Talent dabei entwickeln werde, als dass ich dem Namen
Tiefenbruch auf diese Art zu Ruhm und Ehre verhelfen würde.)
Und Amari, ich kann es kaum in Worte fassen, will es aber versuchen,
denn ich glaube, andernfalls zu platzen, wenn ich nicht loswerde, was mir
gestern widerfuhr.
In unserem ersten Unterricht trug man uns als Aufgabe auf, uns mit der
Energie der Elemente zu befassen, die jedem Ding, jedem Gegenstand
Eluives Schöpfung innewohnt. Ich stellte mich recht ungeschickt an, habe
ich zu gestehen, und wollte schon verzweifeln und an den besagten
Irrtum glauben. Doch mit der Hilfe zweier außerordentlich
liebenswürdiger Magier - beide Mitglieder des vielgerühmten Konzils des
Phönix, das eine sogar sein Leiter! - gelang es mir ganz unversehens. Du
kannst es dir nicht vorstellen, selbst ich kann es kaum in angemessene
Worte fassen um dir zu illustrieren, dass hinter der Welt, die wir kennen,
wie wir sie sehen, noch viel mehr steckt, noch so viel mehr zu sehen ist!
Noch ist es mir schwer, mich für längere Zeit darauf zu konzentrieren,
und ich wage kaum, mir auszumalen, wie die Welt für einen
ausgebildeten Magier aussehen muss, wenn er seine Konzentration auf
die Sicht jenseits dessen lenkt, was unsere Augen täglich erblicken. Es ist
atemberaubend, es verschlägt mir die Sprache, und seit es mir das erste
Mal gelang, die Energien der Dinge zu sehen, möchte ich nichts weiter
mehr tun, als den ganzen Tag durch das Herzogtum zu laufen und die
Welt mit neuen Augen zu betrachten: Wiesen, Blumen, Bäume,
Bauwerke, Werkzeuge, Flüsse, die Tautropfen am Morgen - es fühlt sich
an wie zu der Zeit, als wir als kleine Kindern staunend durch die Welt um
das Gut deiner Eltern herum eilten (und den Erwachsenen vor den Füßen
herum), und nicht fassen konnten, wie viel es dort zu entdecken gibt.
Amari, ich wünschte, du könntest es sehen, könntest dir nur im Ansatz
vorstellen, wie wunderbar plötzlich ein Kaminfeuer erscheint, wo die
ruhige, gesetzte Energie der Holzstämme - wohl der Erde, wenn ich die
Theorie richtig anwende - übergeht in das lebhafte Zucken der Energie
des Feuers.
Dennoch gibt es viel zu lernen, viel zu lesen - ich kann mir nur schwer
vorstellen, all das zu erwerbende Wissen in meinen Kopf zu bekommen.
Doch es wird gehen müssen. Und bisher weiß ich nicht einmal, wie ich so
eine Kerze, wie ich sie offenbar unbewusst bereits einmal nur mit der
Kraft meiner Gedanken entzündete, verlöschen lassen oder eben
anzünden soll.
ich übersende dir die herzlichsten Grüße und all meine Liebe,
Lieblingscousinchen!

PS.: Du ahnst es nicht - ich sah vor wenigen Tagen Seine Majestät, den
König, höchstselbst - zwar nur aus der Entfernung, bei den aktuellen
Feierlichkeiten - aber ich sah ihn! Ist das zu fassen? Aber auf Gerimor
ist das wohl normaler, als wir es uns in der Heimat denken...
PPS.: Richte Vater aus, er kann beruhigt sein, der Name Tiefenbruch
steht nun zumindest im Bürgerregister Adorans. Ich vergaß, es in
meinem Brief an die Eltern zu erwähnen. Und er soll sich nicht grämen,
hier gibt es so viele Händler, unsere Verluste, wenn es hier nicht so
schnell zu einer Zweigstelle der Tiefenbruchs kommen sollte, halten sich
in Grenzen. Aber das mit den Thyren soll er weiter im Blick behalten - ich
lernte hier erstmals eine Vertreterin ihres Volkes kennen, und sie
erscheinen mir äußerst fidel und guter Dinge! Sicher wären
Handelsbeziehungen mit ihrem Volk nicht nur von wirtschaftlichem
Gewinn.
Verfasst: Sonntag 15. Januar 2017, 17:29
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Sonntag 15. Januar 2017, 17:29
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Sonntag 15. Januar 2017, 17:40
von Elinor Tiefenbruch
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- Adoran, den 15. Hartung 260
Liebste Amari,
vergib mir!
Ich kann nicht begreifen, wieviel Zeit ins Land zog seit meinem letzten
Brief an dich. Wann immer ich daran dachte, dir zu schreiben (und ich
versichere dir, ich denke oft daran, denn mir fehlen unsere Gespräche,
das Gelächter, wenn wir die unerfreulichen Ereignisse der Woche solange
durch den Kakao ziehen bis sie erträglich sind und die Freunde, die
schönen Ereignisse zu teilen), schien nichts schreibenswertes geschehen
– und plötzlich nun stelle ich betroffen fest, wie viel ich dir noch schreiben
müsste, damit du auf neustem Stand bist.
Wenn ich mich nicht irre, ist dein letzter Stand allen Ernstes noch vom
Sommer, als ich kaum die Ausbildung an der Academia Arcana – oder
formell besser: Neu-Tirell, denn Novize Tirells ist hier jeder, ehe er sich
tatsächlich einer Akademie anschliesst – begonnen habe. Es war schier
unvorstellbar, dass es tatsächlich soweit kommen könnte, dass ich mich
eines Tages im Lied zurechtfinde, doch es ist geschehen. Natürlich gibt es
noch unendlich viel zu lernen, zu üben, zu lesen – doch langsam beginne
ich zu wissen, was ich da tue. Nach bestandener erster Prüfung (Ich habe
Blut und Wasser geschwitzt!) nahm man mich am Konzil des Phönix auf,
jener Akademie, die dem Herzogtum Lichtenthal angeschlossen ist. Mit
immerhin drei weiteren Jahrgangskommilitonen aus Neu-Tirell begannen
wir nun unsere weiterführenden Studien. Leider verläuft sich alles ein
wenig, und manchen Tages verbringe ich den Abend, wenn die Stadt still
ist, allein im Konzil am Kamin und versuche, so viel Wissen in meinem
Kopf unterzubringen wie möglich.
Ich trage nun den klangvollen Titel „Candidata“ (der aber, streng
genommen, ja nicht viel aussagt, schließlich bin ich auch weiterhin
Schülerin, und es bleibt dabei: Es ist noch unendlich viel zu lernen) und
das Silber des Konzils.
Wie du dem Absender gewiss schon entnommen hast, bin ich nun
vollends in Adoran untergekommen. Zu Beginn hatte ich Sorge, mich je
in dieser großen Stadt heimisch zu fühlen, doch es gelang viel schneller,
als gedacht. Neben den Studien am Konzil arbeite ich nun auch für den
Praeceptor – namentlich den Freiherren Arenvir von Kronwalden. Du
wirst natürlich als erstes kommentieren, dass das zu schick klingt, um gut
zu sein. Es ist aber eine spannende Aufgabe, bei der man herumkommt,
und nie droht, sich zu langweilen, und der Freiherr, der zugleich Leiter des
Konzils des Phönix ist, ist jemand, von dem man ungemein viel lernen kann,
nicht nur über die Magie – sondern über Land und Leute, die Geschichte
Lichtenthals, und manche Dinge, die sich hier auch im fortwährenden
Konflikt mit dem Alatarischen Reich abgespielt haben. Wenn ich einmal zu
Besuch bin, erinnere mich daran, dir von Varuna zu erzählen. All die
Geschichten, die man bis zum Festland darüber hört, verblassen, wenn
man vor jenen Ruinen steht, wo nichts vom früheren Glanz geblieben ist
als die verbrannten Fassaden zerstörter Häuser, kahles Gestrüpp und
lebende Tote.
Und dann muss ich dir vielleicht, hoffentlich, auch erzählen von
jemandem, den ich unlängst hier kennenlernte. Oder vielleicht im
nächsten Brief.
Für den Moment sei mir von Herzen gegrüßt!
Deine

Verfasst: Montag 16. Januar 2017, 22:25
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Samstag 21. Januar 2017, 11:05
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Sonntag 22. Januar 2017, 13:15
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Dienstag 24. Januar 2017, 22:21
von Elinor Tiefenbruch
[url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=91746]❧
(aus: Geschriebene Schätze aus vergangener Zeit)
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Ein riesenhafter Schatten, der den Himmel verdunkelt, Straßenzug für Straßenzug das Licht auslöscht, bis er alles verschlingt, was unter ihm liegt.
Die Schreie der Menschen, die sich mischen mit dem alleserfüllenden Rauschen, Fauchen, Knistern, Zehren der Flammen, die in der Ferne Fenster und Wände und Dächer und Türme bersten lässt.
Aufsteigendes Entsetzen, das den Atem nimmt.
Panik, die den Herzschlag rasen lässt.
Grauen, das die Stimme raubt.
Und dann die Flammen, das Feuer, das Inferno, das durch die Straße herantost. Die Gestalt ihres Liebsten, keine drei Schritt von ihr entfernt. Namenloses Entsetzen auf seinen vertrauten Zügen. Lodernder Tod, der ihn umhüllt, als sein letzter Blick, der ihr gelten soll, sie nicht mehr erreicht. Dann rasendes, brüllendes, tobendes Feuer, Feuer, Feuer, in ihren Augen, in ihren Lungen, in ihrem Innersten.
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All die bisherigen Träume, die Szenen, in denen sie das Entsetzen, die Hoffnungslosigkeit, die vernichtende Panik miterlebt hatte, waren vergangen beim Aufwachen. Hatten Fetzen düsterer Erinnung hinterlassen, doch nichts, was nicht über den ersten Tee am Morgen, den vertrauen Geruch nach Kaminfeuer und Pergament im Konzil vergangen war.
Doch dieser war es, der ihr den Tag über nachhing, noch nachdem sie mit unerwarteten Tränen in den Augen aus dem Schlafzimmer in die Küche gewankt war. Der als finsterer Schatten hinter ihr herzukriechen schien, um ihr an jeder Ecke abermals gegenüber zu stehen. Verstohlen sah sie jedem Hauch von rot-gold in den Straßen nach, in der Hoffnung, die so vertraute und tröstliche Gestalt dessen zu sehen, der maßgeblicher Grund war, warum ihr die Träume nie so zugesetzt hatten, wie sie es vielleicht andernfalls getan hätten.
Doch gerade an diesem Tag kreuzten sich ihre Wege nicht, und zum ersten Mal hielt sie das Entsetzen dieses letzten Traums lange nach dem Aufwachen umfangen – und blieb ihr erhalten, selbst, als sie aus Varuna zurückgekehrt waren, ein zweites Mal.
Abermals saß sie in der Küche, die Hände um eine Tasse Tee gelegt, den Erinnerungen nachhängend, die nicht die eigenen waren – und doch eingebrannt waren in ihren Geist, auch, nachdem der Spuk vorbei war. Eingebrannt wie die Asche jener, die in Varuna innerhalb von niemals endenden Bruchteilen von Sekunden vom Feuer Kryndlagors schier verdampft worden waren, und von denen nichts als ein wenig Asche an den Hauswänden geblieben war, die der Verfall langsam dahinraffte.
Verfasst: Dienstag 21. Februar 2017, 22:02
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Mittwoch 17. Mai 2017, 17:57
von Elinor Tiefenbruch
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- Sonnenstrahlen, die das friedliche Stilleben in der zusammengewürfelten Mietswohnung benetzen und den Staub in der Luft schimmern lassen. Wo die Bücherstapel einige Woche in Frieden schlummern konnten stapeln sich nun neue Artgenossen, sammeln sich abermals erste Notizen.
Die Besitzerin zu geschäftig, um bereits groß zum Auspacken ihres Reisegepäcks gekommen zu sein, findet sich mitten im Eingangsbereich ein weiterer friedlicher Stapel von Gegenständen: Ein Reisesack, ordentlich gesäuberte Winterstiefel – und ein Bündel knorriger, dicker, langer Äste, mit Lederriemen zusammengehaltet, geradewegs aus der Heimat, könnte man meinen. Nicht viel wert, würde ein Holzschnitzer kommentieren, aber solide. In jedem Fall aber interessant anzusehen und vielleicht von sentimentalem Wert. Letzteres könnte auch erklären, warum einige gerade dieser alten Äste offenbar das Opfer zahlreicher Schnitzversuche wurden: einige davon reichlich krude bearbeitet, einige schon etwas definierter. Keiner ein Meisterwerk, aber alle grob erkennbar: die Grundform von etwas, das vage an jene Stäbe erinnert, die Magier mit sich umherzutragen pflegen.
Zum Glück scheint noch genug Übungsmaterial vorhanden.
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Verfasst: Donnerstag 1. Juni 2017, 20:51
von Elinor Tiefenbruch
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- Ein loses Blatt Pergament in der Abendsonne auf dem Schreibtisch.
In teils vagen Bleistiftstrichen diverse Entwürfe von etwas, das anstrebt, ein Magierstab zu werden. Verschiedenste Ausführungen, von etwas, das noch weite Teile eines knorrigen Astes aufweist bis hin zu einem akkurat geraden Stab, der so penibel und starr gezeichnet wurde, als handele es sich um den Inbegriff aller Magierstäbe. Allen Zeichnungen scheint aber eines gemeinsam: Das Hauptmaterial scheint Holz, zumindest ist in allen Zeichnungen eine feine Maserung angedeutet. Insgesamt ist jedes der potentiellen Machwerke eher schlicht, keines jedoch lieblos. Gemein haben sie ebenfalls, dass an ihrem oberen Ende jeweils – in den Zeichnungen nur grob schattierte und schwer zu identifizierende – mindestens ein Edelstein verarbeitet wurde. Hier und da werden auch kleine, gezeichnete Phönixe angedeutet.
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Verfasst: Donnerstag 8. Juni 2017, 21:12
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Mittwoch 22. November 2017, 21:18
von Elinor Tiefenbruch
Verfasst: Dienstag 19. Dezember 2017, 18:16
von Elinor Tiefenbruch
[url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=710162#710162]❧
(aus: Verfluchte Zeit!)
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Aus dem durchdringenden Knistern im Stein wird Knirschen wird Bersten wird Krachen. Die Konzilsbrücke, wie von unsichtbarer Hand zermalmt, schlägt aufreizend langsam in wuchtigen Einzelteilen und kleineren Brocken in den eisigen Fluss, der die Konzilsinsel umfriedet. Das Wasser kocht und schäumt und brodelt, bis es entgültig verschluckt hat, was einmal Tor zum Konzil des Phönix war.
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„Das Konzil ist mehr als ein Gebäude.“
Den Mut zu bewahren fiel Elinor stets leichter, wenn es darum ging, anderen Mut zuzusprechen. Jetzt aber, da Ruhe eingekehrt war und sich die Staubwolke über dem Konzil – dem, was vom freundlichen, hellen Konzilsgebäude übrig geblieben war – gelegt hatte, stand sie allein am Fluss. Der klägliche Rest der Brücke ragte wie der Stumpf einer abgetrennten Hand trostlos in die kalte Winterluft.
Und jetzt, wo sie alleine dort stand und niemand akut des Mutes bedurfte außer ihr selbst, da entglitt er ihr.
Temporalmagie.
Allein schon das Wort schien sich zu winden wie ein unsteter Fisch, den man nicht recht erhaschen konnte. Die Theorie des Praeceptors dazu war allerdings interessant gewesen, wenngleich gewiss noch diverse Fragen offen geblieben waren.
Aber im Grunde war das für den Moment auch völlig irrelevant:
Mit der Zeit hatte sich gestern niemand in der Praxis auseinandergesetzt, jedenfalls nicht im Konzil. Es war eine Art praktischer Vorversuch gewesen, gewissermaßen eine Erprobung der Voraussetzung, aber kein sonstwie geartetes Experimentieren mit der Zeit. Ob derlei überhaupt tatsächlich möglich war, daran glaubte Elinor ohnedies noch nicht so recht, dafür erschien ihr die Theorie noch zu vage, egal wie solide die Grundlagen waren.
So oder so: Sie hatte vor allem das unerschütterliche Vertrauen darin, dass der Praeceptor niemals etwas Unüberlegtes tun würde, noch seine Fähigkeiten überschätzen. Dies Vertrauen war noch nie enttäuscht worden, und daher war es ihr fast wie eine notwendige Konsequenz erschienen, dass nicht etwa das Ritual derart fatal schiefgegangen war – sondern irgendetwas ganz anderes Ursache war für den erschütternden Ausgang des Abends, für das Konzil in Trümmern, und für den Praeceptor, der für einen Moment wie ein gebrochener Mann gewirkt hatte, als er vor den Überresten des Konzils gehockt hatte. Doch sein Kampfgeist war wieder aufgeflackert, als er mit ungewohnt altersbrüchiger Stimme ausgesprochen hatte, was nur er mitbekommen hatte. „Wir wurden angegriffen.“
Ihre Stirn krauste sich düster.
Angegriffen.
Das Konzil des Phönix in seiner Gesamtheit.
Mitten in Adoran.
Mir nichts, dir nichts.
Schutt und Staub.
Es begann wieder zu schneien. Die sanft herabsegelnden Flocken legten sich wie eine trostspendende Decke über die scharfen Konturen der Trümmer im Herzen der Stadt.
„Das Konzil ist mehr als ein Gebäude,“ murmelte Elinor in die Kälte, in den Schnee.
Und es war weniger eine Feststellung, als eine Kampfansage an jene, die dem Konzil Übles wollten.
Verfasst: Freitag 5. Januar 2018, 12:26
von Elinor Tiefenbruch