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Tauchen im süßen Wasser der Ungewissheit
Verfasst: Dienstag 5. Juli 2016, 00:12
von Geodiz Getwergelyn
Eine besonders grazile, dünne Steintafel wird unter der Türe von Tharkosh hindurch geschoben. Vor seinem Haus, finden sich noch ein Laib angebissenes, altbackenes Brot von vorvorvorgestern und ein halber Humpen Bhir. Der hungrige und durstige Zwergenbote macht sich eiligst aus dem Staub, wohl will er dem Zorn der Wühlerschaft entkommen.
04. Cirmiasum 259 Monat des graugelben Schneeotters
Cirmias Mâhal, ehrwürdiger Waffenträger des Kal-Khazad!
Akh, Geodiz Getwergelyn, Bic'kel Dar und Sonderbeauftragter des Großreichs Kalurien erteile dâr, Tharkosh Graufels, hiermit nachfolgenden Auftrag. Es handelt sich um ein Experiment! Schon seit längerer Zeit stelle akh mix eine Frage:
Wielange kannz ein Kalure unter Wasser überleben?
Es wird dix freuen zu hören, dass mix treue Gefährten, der hochmathematische Zirkel, dâr zur Hand gehen werden, so dâr Unterstützung in Planung undz Rechenarbeitz benötigst! Aber sie trauenz sich nôr vom Berg weg, also wirst dâr wohl aux alleine losziehen müssen.
Dâr wirst mix aux etwas vom Grund mitbringenz, akh brauxe einen Beweis für dâr Anwesenheit dort. Einen passenden Ort habe akh aux gefunden, dort wirst dâr nôr freiwillig auftauchenz! Es handelt sich um den Stadtgraben in einem Städtxen namens "Dustenteich" oder so ähnlich. Dâr findest schonz hin! Pass gûl auf dix auf! Akh freu mix auf dâr ausführlichen Bericht!
Möge der Bergvater dâr Geschick, Glück und viel Luft schenkenz!
Für das Wissen, den Berg, die Graik [s]und Wissen[/s]!
gez. Geodiz Getwergelyn, Bic'kel Dar und Sonderbeauftragter der Wühlerschaft
*mittig prangt das Siegel des Bic'kel Dar auf der Chirmittafel:*
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Verfasst: Dienstag 12. Juli 2016, 18:23
von Tharkosh Graufels
Heute also war es soweit, der Auftrag war gegeben und nach tagelangen Überlegungen im Bierwahn hatten Arthox und Tharkosh eine Idee. Es galt einen neuen Kampfanzug zu fertigen welcher selbst dem garstigen Wasser trotzen konnte ohne das der Träger dabei sein Leben lassen musste. Also machte man sich daran in der Graufelswerkstadt die Schmelze zum Glühen zu bringen. Etliche Tage dauerte es bis bis Arthox das nötige Metall geschmolzen und es verarbeitet hatte. Aber auch Glas, wasserdichtes Leder war von Nöten, welches mit in den Kampfanzug eingebaut wurde. Letzten Endes war man sich doch einig das eine gewisse Bewegungsfreiheit notwendig sei um sich auf dem Grund zumindest halbwegs fortbewegen zu können. Spezielle Luftkontainer aus Metall wurden ebenso an dem Rücken der schweren Kampfmontur angebracht welche mit Metallrohren an den luftdichten Hauptanteil des Anzugs befestigt wurden und für eine längere Überlebensdauer sorgen sollten. Um dort unten zumindest etwas sehen zu können, wurden noch zwei Cirmiasrunen aus Pyrian im Helm angebracht welche ihm hoffentlich das nötige Sehvermögen schenken würden. Nachdem Tage vergangen waren in welchen es in der Graufelsschmiede niemals an Hammerschlägen oder sonstigen Geräuschen gefehlt hatte, war es letzten Endes doch geschafft. So machte sich Tharkosh daran das neue Rüstwerk von Arthox anzulegen welches ihm förmlich an den Leib geschmiedet werden musste. Hier und da wurde noch an einigen Ventilen und Schrauben quietschend nachjustiert ehe es darum ging den Kaluren mit einem Kran auf seinen Steinbeißer zu setzen. Bewaffnet mit einem Anker aus Diamant welcher gen der Schulter gelehnt wurde, setzte sich der Käfer sodann mit seinem Reiter in Bewegung. Der Ritt war holprig und selbst für den rüstungsgewohnten Kaluren war das Tragen jener Montur alles andere als angenehm. Einige Tage war er bereits ohne Pause unterwegs auf seinem treuen Käfer welcher die schwere Last, Richtung der Grenze weitestgehend unbemerkt transportierte. Tharkosh wusste, würden sie ihm hier in dieser Montur habhaft werden, hätte er wohl ganz schlechte Karten wenn es darum ging sich den Weg freizukämpfen.
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Es war mittlerweile Nacht geworden und die eigene Hand vor Augen nicht mehr erkennbar wärden der Steinbeißer zum stehen kam und Tharkosh hinunter murrte, dass wir doch noch gar nicht da seien. Ein geplagtes Klackern ging von dem Käfer aus während dieser sich auf die Hinterbeinchen drückte und somit den Reiter Kopf über nach vorne abwarf. Ein langgezogener ertrinkender Laut von Tharkosh war noch zu vernehmen als dieser auch schon im Wasser aufschlug und wie ein Stein unter ging. Tharkosh wusste erst nicht wie ihm geschah, als es in die Tiefen des Stadtgrabens ging.
Während der Anker den Kaluren immer weiter auf den Grund des Gewässers zog begann dieser etwas hektisch an den Ventilen zu drehen, so das die Wassertanks des Anzugs geflutet werden konnten und er letzten Endes im Boden mit seinem Kopf welcher von einer gigantischen Taucherglocke umhüllt wurde steckte. Zum ersten mal in seinem Leben verspürte Tharkosh etwas wie Platzangst und die Furcht des Ertrinkens lieferte den Rest, so die Fischlein ihn beobachteten einen mit den Füßen strampelnden Kaluren erblickten.
Es dauerte einige Momente bis Tharkosh wieder Herr seiner Sinne war und die panisch wirkenden Bewegungen aufhörten. Mit Hilfe des gigantischen Ankers vermochte er es dann doch den Kopf aus dem Boden zu bekommen und sich mit den Füßen am Grund aufzurichten. Das Wischen mit den Handschuhen über die Glasscheibe an welcher seine Nase klebte half nicht wirklich, als ich dann doch noch die Worte Arthox in den Kopf schossen und er begann an seinem Helm ein weiteres Rädchen zu drehen was die Pyrian besetzten Runen im Helm inneren zum Vorschein brachten und zwei von außen zwei rötliche ''Augen'' durch den Helmschlitz leuchteten und zumindest ein paar Schritte sich am Boden brachten. Schnaufend und schwerfällig kämpft der Kalure gegen die Tiefe des Wassers mit dem Anker gen der Schulter gelehnt sich zeitlupenartig über den Grund hinfort zu bewegen.
Wie viele Stunden er hier unten verweilte, konnte er nicht zählen diese ewige Dunkelheit sowie die selbst für einen Kaluren langsamen Bewegungen ließen ihn förmlich das Zeitgefühl vergessen während er nach einem Beweis für sein Hiersein den Boden Stückchen für Stückchen abtastete.
Irgendwann fiel ihm das Atmen schwer und eine Anzeige war bereits im rot markierten Bereich, Arthox hatte wirklich an alles gedacht. Tharkosh hingegen hatte scheinbar schon wieder vergessen wofür gerade diese Anzeige war und so schnaufte der Kalure einfach weiter wie ein alter Dampfkessel. Als es ihm dann auch noch schwindelig wurde, sank er erschöpft auf die Knie sich mit der freien Hand im Schlamm abstützend den Anker zur Seite hinweg fallen lassen so das es langsam wieder an die Oberfläche ging und das schwächliche Strampeln der kleinen Stampfer dazu noch beitrugen etwas schneller aufzusteigen. Als er dann wieder an der Oberfläche auftauchte, legte er einen Hebel herum so das der Helm aufsprang und der fast erstickte Kalure wieder Luft bekam.
Die Sonne ging gerade auf und es würde nicht mehr lange dauern bis man den in Tarnfarben bemalten Käfer und ihn bemerken würde. Somit schnalzte Tharkosh in einer gewissen Reihenfolge was einem Klackern gleichte und der Käfer setzte sich langsam in Bewegung, den Kaluren an einer Metallkette mit der die Beiden verbunden waren aus dem Wasser zu ziehen. Sich schnaufend auf den Rücken seines getreuen Begleiters gezogen ging es dann auf den Weg nach Hause. In seiner Hand ein altes Höschen mit einem Pantherkopf darauf welches wohl vom Winde von der Wäscheleine über die Stadtmauer getragen, wurde Geodiz mit einem Stein auf welchem ''Drölf Stunden'' eingemeißelt stand übergeben.