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Rede an den Kontinent Geromir

Verfasst: Samstag 4. Juni 2016, 17:46
von Gast
*In Bajard steht ein schmächtiger Kerl mit einer Brille am Feuer und schreit aus vollem Hals in die Masse der Umherlaufenden aller Reiche: *

Gerimor!
Hiermit richtet sich der Inselstaat 'La Cabeza', vertreten durch die Anhänger der Bruderschaft, an alle Reiche und Völker -- unseres ehrwürdigen Kontinents.
Einigen von euch - mag schon zu Ohren gekommen sein, dass auf der einst allseits verhassten Südmeerinsel - ein neues Zeitalter angebrochen ist. Ein Zeitalter, das nicht nur ihr selbst, sondern allen Reichen -- durch besonnene -- und damit erfolgversprechende Anteilnahme in Toleranz und Nachsicht vergangener Untaten, größten Wohlstand und Macht verspricht!
Dieses Zeitalter läutet der Ruf ein: 'Raul Vincente Perera ist tot!'
Tot, sage ich! - Und mit seinem Tode -- wurden die Bürger unserer Insel von einem Tyrannen befreit, der ohnegleichen -- die nach Freiheit und Selbstbestimmung jauchzenden Seelen zu knechten -- und zu versklaven im Sinn hatte. Raul Vincente Perera, ein Schuft nach seinem Namen, zwang seine seelenlosen Legionen -- zu einseitig orientierten Schändlichkeiten an Volksgruppen -- die 'ER' verachtete!
Schändlichkeiten, die, zwar in seinem Namen befohlen, aber heute zu unserem 'aufrichtigen' Bedauern, die Gemüter einiger in verhärteten Gram stürzten und zu unerschütterlicher Ungnade verleiteten. -- Schändlichkeiten, so ungeheuerlich, dass sie das Bild der Insel und des jetzt erst wahrlich vom Zwang der Gesellschaft befreiten Freimannes -- auf Ewig zu verzerren drohen...
Daher fragen wir euch: 'Habt nicht auch ihr schon einmal unter dem Joch eines Herrschers gestanden, der sich und seine jämmerlich durchdachten Handlungen -- von 'euch' hat ausführen lassen?
Wurdet nicht auch ihr schon einmal zu Taten gezwungen, die nicht den Übeltäter selbst - in eine qäualende Spirale der Missgunst und Verachtung hinab stießen, sondern 'euch? Die bedauerlichen Schergen seiner despotischen Herrschaft?
Würdet nicht auch ihr euch -- mit aller nur erdenklichen Kraft darum bemühen diese Schmach, und den tragischerweise auf euch zurücktosenden Sturm der Verachtung, - von euch zu weisen und zu besänftigen?

Die Individuen der Insel jedenfalls, fühlen sich dazu genötig!

*Der Sprecher macht eine kurze Pause und fährt fort:*

Geschätzte Bürger, geschätzte Völker und Reiche:
Die Insel, die ihr einst als Freund -- aber meistens als Freind in ihrer Gesamtheit zu betrachten pflegtet - die gibt es nicht mehr! Die Insel 'La Cabeza' soll von heute an allen Rassen ein Zuhause sein, die sich verstoßen sehen oder dem Glauben abschwören mussten. Sie soll denen Schutz bieten, die sonst keinen Ort ihr Zuhause nennen können. -- Das ist es, was die Insel für den Einzelnen darstellt. Ein Zuhause! -- und das ist es, als was sie von 'euch' den Reichen und Völkern Gerimors betrachtet werden sollte!

Doch hier keimt die Verwirrung in den Köpfen der Meisten! *der Sprecher wedelt mit dem Zeigefinger*

Es gilt nicht, in diesen undurchsichtigen Tagen der Neubildung einer Heimat, die Insel als ein Heer der Verdammten zu betrachten, das in gleicher Manier und dem gleichen Streben agiert! Und dessen Individuen miteinander -- ein Komplott zur Vernichtung anderer und Aufwertung ihrer selbst bilden. -- Nein! -- Jeder Einzelne Bürger der Insel -- ist nur sich selbst verpflichtet! Sowohl im Guten, wie im Schlechten ist allein der Einzelne für sein persönliches Glück zuständig! Seine Verfehlungen anderen Reichen gegenüber fallen allein auf ihn zurück und nicht auf den Boden, den auch diejenigen freundlichster Gesinnungen und Gemüter -- ihr Eigen nennen dürfen! Beheimatet von den Ausgestoßenen, tragen weder die Insel, noch die Massen die sie bewohnen, die Verantwortung für die Taten weniger!
Als maßgebliche Kontrolle auf der Insel -- nicht in der Welt und nicht vor den Reichen!! -- dienen die Kapitäne und Mannschaften der sich im Bau befindlichen Schiffe. Vier Köpfe werden auf der Insel das Wohlergehen der Bürger sicherstellen. Vier Köpfe werden den Bewohnern ein leitendes Licht sein, das für eine rudimentäre Ordnung sorgetragen wird. Vier!
Und doch gilt auch hier das Gebot der Insel:
Die Vier sind nicht verantwortlich für die Taten der Einzelnen und werden sich ausschließlich für die Taten der Mannschaftsmitglieder rechtfertigen!
Die Motive für Operationen einzelner der Vier, werden nicht zwangsläufig auch die der übrigen Drei sein! Desweiteren werden sie nicht zwangsläufig in Bündnissen oder guten Verhältnissen zueinander stehen. DIE EINZELNEN DER VIER -- VERANTWORTEN SICH in Auseinandersetzungen mit anderen Reichen, die von Seiten der Völker und Reichen Gerimors als kriegerische Akte und rückschrittige Entwicklungen in alte unter Perera herrschende Schweinereien verstanden werden könnten, NUR VOR SICH SELBST UND GELTEN NICHT ALS DESASTRÖSE REPRÄSENTANTEN DES GESAMTEN INSELSTAATES, DIE EINEN KRIEGERISCHEN SCHLAG GEGEN DAS GESAMTE INSELVOLK RECHTFERTIGEN KÖNNTEN!

Es ist ja nun so, dass man immer wieder hört, dass ein einzelner Bewohner der Insel schlechterdings seine Finger in schmutzigen Geschäften und Untaten gehabt haben soll und damit das ganze Inselvolk in Mitleidenschaft gezogen wird!
Aber ich frage euch: Zieht ihr, wenn ein einziger Ausländer eure Gesetze gebrochen und einem Bürger der euren ein Leid zugefügt hat, gleich gegen ein ganzes -- in großen Teilen -- friedliches und mit sich selbst beschäftigtes Volk, in den Krieg!?

ES HEIßT VON NUN AN, dass nicht ein PIRAT oder HALUNKE und damit das INSELVOLK diese oder jene Schandtat begangen hat, sondern nur, dass JEMAND, der ZUFÄLLIG auf der Insel ansässig ist, das geltende Recht eines Reiches -- verletzt oder gebrochen hat...
EIGENVERANTWORTUNG IST DIE NEUE PAROLE DES INSELSTAATES! - JEDER NACH SEINEM WISSEN UND GEWISSEN UND LOSGELÖST VOM GLAUBEN AN EIN KOLLEKTIVISTISCHES BÖSES!

*Nach dem Gebrüll, bei dem er die Faust in der Luft herumgeschwungen hat, wie ein Irrer, setzt er wieder gemäßigter zu sprechen an*

Im Sinne der Eigenverantwortung kündigt die Bruderschaft, die sich in einvernehmlicher Übereinstimmung aus zweien der Vier zusammensetzt, allerdings hiermit an, dass sie sich sowohl im Handel, wie auch im Krieg -- den Reichen Gerimors zur Verfügung stellen wollen. - Letzteres gegen ein gewisses Entgeld, das etwaige Schäden an den Schiffen kompensiert und gleichzeitig einen annehmbaren Lohn für die Mitglieder darstellt.
Allen ist bewusst, dass in dieser Hinsicht -- noch -- das Vertrauen fehlen könnte. Und dass dieses Vertrauen in eurer Gesellschaft ein Begriff äußerster Wertigkeit darstellt! Aber lasst euch versichtert sein -- und ich zietiere Bartos Arcoza, Mitglied der Bruderschaft der Küste, Quartiermeister des namenlosen Schiffes unter dem gewählten Kapitän Sebastiano Nestor:

"Es gilt in dieser Hinsicht nicht unseren Gemütern zu vertrauen -- aus vollem Herzen, nein! Dieses Vertrauen wird vermutlich niemals erreicht werden können, aufgrund meiner und den Verfehlungen vieler anderer meiner Männer!
Euer Vertrauen aber -- das könnt ihr in die Gewissheit investieren, dass wir dem Geld zugetan sind, wie ihr euren Göttern! Und wir versprechen hiermit -- im Sinne unserer neuen Politik -- dass wir uns, ohne die Bezahlungen, als neutrale Gruppierung, allen Reichen gegenüber zumindest nicht gewaltätig verhalten werden! Dass wir aber mit einem Sold ehrenhaft und unter Einsatz unseres Lebens für euch kämpfen werden, bis dass der Fluss des Geldes versiegt ist!"


*Wieder macht er eine kleine Atempause und schiebt seine Brille zurecht.*

Geschätzte Völker und geschätzte Reiche Gerimors: das Inselvolk steht an einem Scheideweg. Und in alle Richtungen bin ich, obgleich allein -- und doch umgeben von sovielen Gleichgesinnten --, abhängig von eurer Toleranz und der Prüfung der neuen Verhältnisse, die kein Vertrauen verlangen, -- aber doch das Verständnis, das nach soviel Leid, das einige Inselbewohner euch zugefügt haben, doch aufgebracht werden muss. Verständnis dafür, dass nunmal die Freiheit unser Gut und Gesetz darstellt und dass in dieser Freiheit nicht jeder für den anderen verantwortlich ist.

Ich habe also nur eine letzte Frage an euch:
Seid ihr bereit -- mit uns einen neuen Weg zu beschreiten? Einen Weg, der für die wache und weitsichtige Seele mehr Vorteile mit sich bringen wird, als Nachteile, die der Vergangenheit angehören? Seid ihr bereit, -- die Furcht vor dem Nachteil und die Furcht selbst, aus euren Geistern zu bannen und mit uns -- an diesem Morgen unseres Erwachens -- in ein neues Zeitalter zu schreiten?

Wir, Völker Gerimors, sind dazu bereit!

Wir sind dazu bereit das befleckte Kleid, in das ein Tyrann uns zwang, abzulegen!

WIR SIND DAZU BEREIT - UNS ALS EIN VOLK DER VÖLKER ZU BEWEISEN, DAS IN SEINEM GLAUBEN AN SICH SELBST -- NICHT DER TYRANNEI ZUGETAN IST, SONDERN SICH AUS DEM DIENST AN SICH SELBST HERAUS, IN DEN DIENST DER BEDÜRFTIGEN STELLT! SEI ES IN DEM BEDÜRFNIS NACH KRIEG, DEM HANDEL --- ODER DEM WUNSCH NACH FREIHEIT!

Verfasst: Sonntag 5. Juni 2016, 13:06
von Gast
*Still schweigend stand er, mit hoch geschobener Kapuze, dar und blickte starr auf den Redner vor sich. Der große Umhang verdeckte dabei zu größten Teilen die Rüstung, welche er trotz aller Zuversicht in jenen Gebieten wie aus einer Selbstverständlichkeit heraus trug. Die blass goldene Mine verzog sich nicht ein wenig, während die unentdeckten, spitzen Ohren den dynamisch flexiblen Worten des Menschenmannes folgten, bis auch der letzte Appell in der salzig fettigen Luft des Dorfes verklungen war und sich der Edhel ruhig wieder abwandte, um den auf unterschiedliche Weise aufgebrachten Haufen Sterblicher zurück zu lassen. Sein Weg führte ihn direkt in den Nebelwald und das darin verborgene Tal zurück, die Geschwister aus dem Hohen Rat sollten informiert werden..*

Verfasst: Sonntag 5. Juni 2016, 14:02
von Lucia Quaidera
Drei Gestalten mit schweren Stiefeln und Federhüten stapfen in Bajard an dem Kerl vorbei, eine trägt in der Hand eine halbleere Flasche braunen Gesöffs, die andere hat eine Pfeife im Mundwinkel, die dritte kratzt sich gerade mit einem Dolch den Dreck unter den Fingernägeln hervor. Bei dem Gebrülle bleiben sie kurz stehen und hören etwas zu.

Gestalt 1 tippt sich bei Gehörtem nur an die Stirn: „Gehört der irgendwie zur Bruderschaft? Sieht gar nay aus wie’n dreckiger Pirat.“

Gestalt 2 kratzt sich am Hintern und meint: „Der Leichtmatrose hat ganz schön dürre Ärmchen. Die brechen ja wenn er versucht eine anständige Frau davonzutragen.“


Gestalt 3: "Guck mal wie rot der werden kann, gleich isser durch." Nimmt einen Schluck aus der Flasche und verschluckt sich fast, als sie zwischendurch lachen muss.

Gestalt 1: „Oder er fliegt davon bei der ganzen heißen Luft.“ Fängt dann an zu lachen, als der Ausrufer bei dem Part mit Vertrauen angelangt.

Gestalt 2: „Das klingt ja wie `Freiheit, Brüderlichkeit und Frei-Rum für alle`… Klingt gar nicht nach dem alten Milchtrinker.“

Gestalt 1: „Was für ein Gesabbel. Das nimmt dem doch keiner ab.“

Gestalt 2: „Als ob die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen irgendwie an Wahrheit gewinnen würde, wenn sie harmlose Hänflinge schicken um das alles zu verkünden.“

Gestalt 3 stopft etwas, das wie heller Tabak aussieht in die Pfeife. Ein süßlicher Geruch macht sich breit.
„‘s hält ja sonst keiner aus.“ Reicht die Pfeife herum.

Gestalt 1:
„Aye, gehen wir. Meine Ohren bluten schon. Und ich habe keine faulen Eier zum Werfen dabei.“

Sie klopfen sich gegenseitig auf die Schultern und gehen lachend, rauchend und trinkend weiter.

Verfasst: Sonntag 5. Juni 2016, 15:59
von Jacqueline Perera
*Die Beine auf dem gegenüber liegenden Stuhl gelegt sitzt sie im Oger und genießt die Flasche Rum welche in ihrer Hand verweilt. Immer wieder vernimmt sie das Getuschel der dort ebenso im Raum befindlichen, die Blicke ab und an auf sie gehalten.*

'Eh, ist das nicht diese Perera?' *kommt es aus dem Munde eines alten. Sofort ruckt das Augenpaar zur Seite den Mann taxierend. Ein knurren dringt aus ihrer Kehle, die dunklen Augen mustern den dort stehenden.*

'Aye...' *zischt es leise in seine Richtung, kaum hörbar nur einem flüstern gleich.*

'Ich hab gehört sie ist ein Balg.'
*Tuschelt eine ältere Frau in Richtung des Mannes.*

'Also ich hab gehört sie ist direkt aus den Höllen Krathors auferstanden, ist doch alles das gleiche Pack! Lügen und betrügen!' *Tuschelt eine andere und mustert dabei Jacq mit angewiedertem Blicke.*

'Nein! Ich hab gehört sie ist die Tochter von Joaquin diesem anderen Sohn von Alejandro Perera. Der, der von seiner Mannschaft gemeutert wurde.' *Und wie aus dem Nichts mischt sich auch schon der Nächste besserwissende ein.

Jacq's Augen wandern in aller Seelenruhe zwischen den Anwesenden hin und her, den Blick dabei im Schatten der Hutkrempe verborgen.*

'Die sollen doch nun für gut Gold den Zahlern beiseite stehen.' *Tuschelt es wieder.*

'Hat doch dieser Kerl so inbrünstig bekannt gegeben, jaja, solange sie nicht wieder Bajard in Schutt und Asche legen ist mir das gleich!' *der alte Mann tätigt eine abwinken Geste und greift gleichsam zu seinem Bier.*

'Unberechenbar, wer weiß was sie für einen Plan hegen, ich trau denen nicht.' *Tuschelt das Weib ihm gegenüber welche das Augenpaar noch immer abfällig auf Jacq ruhen lässt.*

'Also bei mir zahlen sie immer gut und zudem sind se fleißig und redselig, vielleicht auchn bisschen verrückt. Aber bodenständig sind se und auch lustige Gesellen. Und Gold ham se. Als wäre einer von euch ohne Laster. Pah!' *meint das andere Weib a Tisch und hebt kurz die Mundwinkel empor.*

'Die suchen wohl für das andere Schiff noch Handwerker, sollen gut zahlen hab ich gehört und durchgefüttert wird man auch.' *meint der Alte wieder und blickt dabei durch die Runde.* 'Die da soll sogar Käpt'n sein.' *fügt er noch an und nickt in Jacq's Richtung.*

*das krächzende Geräusch von aneinander reibendem Holz ist zu vernehmen als der Stuhl nach hinten geschoben wird. Das rascheln des schweren Mantels ist zu hören während sie mit den schweren Schritten gen Tür schreitet.*

'Eh Jacq!' *kommt es dann etwas lauter.* 'Stimmt es was der alte gesagt hat? Seid ihr nun so ne Art Söldner der Meere?' *Jacq dreht den Kopf leicht und blickt in die Runde.* 'Wer nicht wagt...der nicht gewinnt.' *Kommt es lediglich als Antwort und wird dann aus der Türe schreiten und sie hinter sich schließen.*