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Ein Schreiben zu Händen Rami Yazirs

Verfasst: Samstag 4. Juni 2016, 15:45
von Melissa Leraund
Ein schlichtes jedoch, wie üblich, durch bedachte Hand gegangenes
Schreiben soll Rami Yazir aus dem Hause der Yazir zugetragen werden.


Salam Aleikum ehrbarer Rami, Sohn der Yazir,

ich schreibe euch in aller guten Hoffnung an Mara das es weise und nicht
Unrecht an euch getan ist mein Wort an euch zu richten auf das ich keine
weitere Schuld auf mich lade. Im Ansinnen schreibe ich, meine Schuld die
ich auf mich geladen habe für mich zurück zu erbitten. So komme ich
also als Bittsteller vor euch, denn es trug sich ja so zu, das Worte die
weder die euren noch die Toorus waren mich kränkten und sich also
schuldig an mir machten, indem sie mir Kränkung waren.

Wie ich in dieser Sache aber nicht zu vergeben wusste, so deckte ich sie
nicht zu, sondern trug sie weiter und wie ich in Gedanken dachte einen
Plan zu ersinnen, der vermeiden sollte das diese Kränkung mich noch
einmal träfe, damit sich keiner mehr schuldig an mir mache, in dieser
Weise hielt ich an der Schuld und dem Unrecht fest und mehrte es, denn
ich trug es unwissentlich und unbedacht zu euch wo es wiederum euch
Kränkung war.

Aus meiner Verwirrung über diese Schuld die ich also in diesem Moment
über mich brachte und die mein Unwohlsein mehrte, trug ich sie, wie ich
sie nicht ertragen konnte, weiter zu Tooru und machte mich also auch an
ihr schuldig. Tooru aber trug sie, im Streben nach Befreiung für mich von
meiner Angst, zu euch und ich machte mich dadurch erneut an euch
schuldig.

So will ich euch inständig und demütig, um meinem Unwohlsein über das
Unrecht das ich getan habe Ausdruck zu verleihen und im Bemühen
Wiedergutmachung zu leisten, um Vergebung bitten. Euch darum bitten
ihr möged meinen rechtmäßigen Teil der Schuld wieder zu mir
zurückkehren lassen und eure Gedanken über Tooru, zumindest von
dieser Schuld die mir gehört, erlösen auf das ich mich nicht noch
schuldiger an ihr oder euch mache. So legt diese Schuld auf die
Gedanken über mich und rechnet sie mir an und vergebt mir oder aber
zeigt mir einen Weg auf dem ich vor euren Augen Vergebung empfangen
kann.

Auf diese Weise bitte ich also um euren verständigen Rat in dieser Sache,
ihr möget mir sagen was ich tun kann um diese Schuld ihres Platzes zu
berauben den ich ihr eingeräumt habe. Damit die Schuld die ich
verursacht habe zuletzt garkeinen Platz mehr hätte an der sie sich
niederlassen könnte und dadurch nicht länger zur Kränkung fähig sei.

In inständiger Bitte um euer Verständnis für mein Fehlgehen und um
euren ehrbaren Rat und eure Vergebung und in hoher Achtung eurer
Person,

Melissa Leraund

PS: Da ich es als heilsamer empfand Tooru vorerst von ihrer
Verantwortung für mich zu entlassen und derweilen im Norden verweile,
muss ich euch bitten, solltet ihr mir Antwort schreiben, diese an das
Bankhaus zu Bajard zu senden, damit ich sie erhalte.

Verfasst: Montag 6. Juni 2016, 01:32
von Rami
Nach einer Weile verbringt ein Bote in der Gewandung der Yazir einen Brief, wie aufgetragen in das Bankhaus zu Bajard. Der Brief ist ungesiegelt und lediglich mit etwas Faden verschlossen. Die schreibene Hand hat die Buchstaben ebenmäßig zu Papier gegeben.
  • Wa Alaikum Salam Melissa,

    es ehrt Dich, dass Du zum Schutz deiner Lehrmeisterin versuchst, Schuld auf Dich zu laden. Dennoch kann ich Dein Gesuch um Verzeihung nicht akzeptieren, denn zwischen uns gibt es nichts, was der Verzeihung bedarf. Jene, die mir gegenüber Fehl handelte ist Tooru. Sie tat so aus ihrem eigenen Willen und wird ihre Schuld allein begleichen.

    Es enttäuscht mich jedoch zu hören, dass Du nach jenem, was Tooru für Dich zu tun bereit war, Deine Schülerpflicht ihr gegenüber vernachlässigst. Dies ist jedoch etwas, was nicht an mir zu bewerten ist.

    Schatten, Wasser und der Allmara Licht auf deinen Wegen,

    Rami,
    Haus Yazir

Verfasst: Montag 6. Juni 2016, 06:49
von Melissa Leraund
Wie Melissa die Zeilen die ihr ausgehändigt waren gelesen hatte, so
waren sie ihr erst Verwirrung dann brachten sie Sorge aber etwas in
ihnen auch Erleichterung der ein Fühlen von Dankbarkeit folgte. So
dachte sie also nach über dies und ob sie schreiben sollte und wog ab
und tat es und tat mehrmals an einer Abschrift um beim nachlesen zu
verbessern und so tat sie dies eben viele Male, bis ihr der Brief als ein
Rechter erschien unter die Augen eines Sohnes des Hauses der Yazir, der
einer viel Geringeren als ihm seine Zeit geschenkt hatte, zu kommen, um
nicht schändlich an ihm zu tun oder an ihren Gastgebern oder an ihrer
Hakim oder sich selbst.


Salam Aleikum ehrbarer Rami, Sohn der Yazir,

bitte vergebt mir, der Geringsten unter den Euren, das ich euch erneut
schreibe und empfindet es nicht als Betrug um eure kostbare Zeit denn
ich weiß ja nicht ob es Recht ist in euren Augen und erwünscht, das ich
euch Antwort schreibe. Ich will ja nicht kommen wie ein Dieb und eure
Zeit stehlen weil ich bedürftig bin ob nun weil ich eine Schuld auf mich
geladen habe und euch deshalb behellige, oder sei es nur euch meinen
ehrlich empfundenen Dank auszudrücken.

Der ihr also so gnädig ward mir eine Antwort zu entsenden ehrt euch
auch dies das ihr meine Tat in gutem Glauben für nobel hieltet und mich
nicht gerügt habt. Ich aber will mir kein Lob, gerade nicht aus eurem
hohen Munde, denn ich bin die Geringste in eurem Land, unverdient
aneignen. Ich käme mir ja vor als hätte ich es euch gestohlen. Daher
bitte ich um Verzeihung und will wieder gut machen wie ich mich in
meinem ersten Schreiben an euch unverständlich ausdrückte so das ich
euch nicht in Absicht, aber vielleicht doch irreführte.

Es war vielmehr so das ich mich als Auslöser dieser Schuld, die gegen
euch begangen war, durch eben mein Auslösen in einer Schuld bei euch
empfand - nicht aber wollte ich die, durch den im Respekt mangelhaften
Brief begangene, mir unrechtmäßig - weil ja bereits Recht gesprochen
war - aneigenen. Was diese von mir empfundene Schuld angeht, weil ich
mich eben als Auslöser der euch kränkenden Schuld durch andere Hand
empfinde: So ihr glaubt das ich nicht in eure Schuld gekommen sei wie
ihr schriebt, will ich euch glauben und keinen Zweifel üben an eurem
Wort dessen Weisheit, schon von Geburt und Alter her über meiner
geringen steht und euch im stillen danken und mich fühlen als wäre mir
vergeben.

Dies ist das eine doch macht noch ein anderes Anliegen mich bedürftig
euch zu schreiben, nämlich dieses euch Dank zu sagen. Eure Worte über
meine mir wünschenswerten Pflichten: denn mir war so als täte ich
besser daran und an eurem Volk und an eurem Haus und an euch und an
meiner Hakim, eurer Stadt fern zu bleiben um nicht wieder Aulöser für
ein Unheil zu sein. Doch habe ich mich, wie ich euch aus reinem
Gewissen versichern will, nicht nur deshalb beschnitten. Es ist ja so das
ich auch dem Wort eures edlen und weisen Statthalters getreu zu folgen
gedachte da ja eine Frist für mich gesetzt war die nicht eingehalten
werden konnte. So sollte Tooru keine Zeit abhanden kommen durch die
Belange dieser Art wo euer Belang doch über diesen, nämlich den
meinen, steht, wie ich ja die Geringste in eurem Lande bin und mir noch
nichts verdient gemacht habe.

Aber ich komme, wie es ein guter Gast zu tun gedenkt, jeden Tag, wenn
auch nur für wenige Stunden, um danach wie ein Gast wieder zu gehen
und nicht Kränkung zu sein für meine Gastgeber. Meine mir kostbaren
Pflichten, die ich ausserhalb Menekur's tun kann verrichte ich also im
Norden bis wieder Zeit für geringere Belange wie die meinen ist. Ich
bedenke ja das ihr über mir steht und ungemein höher im Rang seid und
meine Wünsche unerheblich sind und die Zeit meiner Hakim euch gehört
wenn sie sie euch schuldet und nicht mir denn ich bin in eurer Stadt
entbehrlich. Ihr aber und euer Wohlergehen und die Beziehung zwischen
euch und meiner Hakim sind es, damit sie euch und eurem Haus und
eurem Volk Segen seien, nicht. So seid euch gewiss, das ich sie wieder in
vollem Umfang aufnehmen werde, so ich denn die Erlaubnis dazu erhalte
und die Zeit die ich dann koste wieder erschwinglich ist.

So bin ich von neuem unterwiesen in der Achtung die ihr verdient, nicht
bloß der hohen Gastfreundschaft und der Geduld eures Volkes wegen die
mir entgegengebracht wurden, sondern auch durch euer Geburtsrecht als
Sohn eines Hauses und als Sohn des Hauses der Yazir und als Sohn der
Wüste und wie ihr euch nieder gelassen habt einer der Geringsten Zeit zu
widmen und nicht zu schlecht von ihr zu denken und ihr Rat zu geben
indem ihr mich im Guten dazu ermuntertet meiner Pflicht weiter
nachzugehen. Seid euch gewiss ich werde euch mit keinem weiteren
Schreiben behelligen so ich nicht von euch aufgerufen bin dies zu tun.
Lasst mich aber euch noch einmal dies beteuern: Das ich aus ehrlichem
Herzen Dank empfinde über eure Weisheit und Geduld mit mir. Weil ich
ja aber nur eine Geringe bin, kann mein Dank also auch nur ein Geringer
sein, wünschte ich mir auch einen höheren erbringen zu können. So ehrt
ihr euch aber gerade dadurch selbst also höher als mein Dank es kann,
wie ihr einer so Geringen Entgegenkommen gezeigt habt.

In respektvoller Demut und hoher Achtung eurer Person,

Melissa Leraund

Verfasst: Montag 6. Juni 2016, 22:53
von Rami
Eine Antwort wird sie nicht erreichen. Der Brief findet seinen Weg in einen Stapel, und wird irgendwann von einer Dienerin mit anderer erledigter Korrespondenz entsorgt.