Zwischen Rock und Plattenrüstung Gedanken und Erinnerungen
Erstaunlicherweise habe ich kein Heimweh. Nun, ich gebe zu der Gedanke an die Seereise lässt es viel weniger erstaunlich erscheinen. Vor allem wenn man bedenkt, dass mir die Seekrankheit noch immer in den Knochen steckt. Ich habe einiges an Gewicht verloren. Und natürlich Muskelmasse, was das Leben schwerer macht, als es eigentlich der Fall sein sollte. Aber ich war schon immer recht hart im Nehmen, und auch in diesem Fall werde ich mich nicht unterkriegen lassen. Schon gar nicht, wenn der Korporal des Regiments es mitbekommen kann. Und wenn es mich den letzten Rest an Selbstbeherrschung und Kraft kostet.
Ebenfalls recht erstaunlich ist, dass ich den Korporal eigentlich recht gut leiden kann. Mit seinen Sticheleien kann ich umgehen, vor allem da sie mich nur dazu anspornen, noch besser zu sein. Wenn man an einem Ort lebt, an dem man sich beweisen muss, gibt es zwei Sorten von Menschen, die einem begegnen können. Das Eine sind die, die einem Kraft geben. Die einen selbst in den schlimmsten Stunden ertragen können und die Einsamkeit als Fremde in einer fremden Stadt erträglich gestalten. Und es gibt diejenigen, die einen anfeuern. Diejenigen, die die persönlichen Grenzen zeigen und immer wieder einen Schritt ausdehnen. So lange, bis man an den Punkt gelangt, an dem aus Grenzen Mauern werden. An dem sie sich nicht mehr länger ausdehnen lassen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man solche Menschen gleichermaßen hasst und liebt. Jedenfalls in den Stunden, in denen mir nicht jeder Muskel wehtut und ich tatsächlich an das Ziel denken kann. Und der Korporal wählt einen perfiden Weg, um mich dorthin zu treiben, so viel steht fest. Aber kann ich es ihm wirklich verdenken? So wenig ich dafürkann, wo und als was ich geboren wurde ... Es war nun einmal ein Leben voller Privilegien, und ich kann ihm nicht verdenken, dass er mich deshalb für verweichlicht hält. Ich weiß aber auch, dass ich deshalb härter werde arbeiten müssen, als meine Kameraden. Wer weiß, was es mir bringt?
Ich fühle mich mehr und mehr heimisch in dieser Stadt, die nicht die mein Zuhause ist. Aber vielleicht wird sie es irgendwann. Es sind schon unwahrscheinlichere Dinge geschehen.
Zuletzt geändert von Constanze Malin am Samstag 4. Juni 2016, 15:41, insgesamt 1-mal geändert.
Kapitel 1: Von Drachen und Raben Warum man nicht mit Magiern üben sollte
Ich hasse Drachen.
Nach den letzten Tagen kann und muss ich diese Feststellung treffen. Drachen sind eine Zumutung. Vorn speien sie Feuer, hinten schlagen sie mit dem Schweif aus und von den Seiten her sind sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch stachelig. Gnade dem Kämpfer, der sich einem solchen Ungeheuer stellen muss, und dabei noch versucht auf einen Magus zu achten. Beschützen nennt man das, aber aufpassen trifft es meiner Meinung nach viel besser. Egal wo man ihn erwartet, der Magus schwirrt woanders herum.
Aber ich sollte nicht ganz so hart mit ihm ins Gericht gehen, denn die Ergebnisse der ersten Übungsstunde können sich eigentlich sehen lassen. Auch wenn die Lektion definitiv den Titel ‘Was erwartet mich wenn ich mit einem Magier die Stadt verlasse’ tragen sollte. Die Antwort lautet übrigens ‘UNHEIL!’. Aber die Ergebnisse, wie gesagt. Der verhasste Drache segnete das zeitliche. Ebenso wie fünf Dämonen, was ich ebenfalls begrüße. Aber ganz ohne Verluste ging es doch nicht ab. Auch wenn der Hauptverlust definitiv mein Stolz ist.
Allerdings, bei aller Abneigung gegen schuppige Monstren, gibt es etwas, das noch schlimmer ist. Reimende Freie. Ich habe allen nötigen Respekt vor der Bardenzunft, wirklich. Aber doch nicht bei meiner ersten Torwache. Allein die Tatsache, dass ich den Freien nicht angebrüllt habe zeugt davon, dass ich mein Temperament zumindest für einige Augenblicke im Zaum halten kann. Hoffentlich kann ich mich daran erinnern, wenn ich das nächste Mal die Absicht hege, jemanden intensive Mauerbekanntschaft schließen zu lassen.
Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, hatte Adoran mit einer regelrechten Rabenplage zu kämpfen. Gleich drei auf einmal, von denen man sich nicht sicher sein konnte, ob sie Vögel waren oder nicht. Ich konnte bisher allerdings nicht herausfinden, wie man Raben die Raben sind von Raben unterscheidet, die keine Raben sind. Wenn man es so betrachtet, macht es durchaus Sinn, alles zu rupfen was aussieht wie ein Rabe. Oder eine Krähe. Oder eine Dohle. Zusammengefasst, alles mit schwarzem Gefieder. Eine Einstellung die Lucien vertritt und die, so vermute ich, von Merrik geteilt wird. Ich persönlich tue mich nicht ganz so leicht mit dem Rupfen, was an der Neigung der Vogeltiere liegt, sich außerhalb der gesitteten Nahkampfreichweite zu bewegen. In Ermangelung eines Bogens, immerhin bin ich kein Strauchdieb, und in weiterer Ermangelung wurffähiger Steine, blieb mir also nur die Wahl, die Rabenviecher in Nahkampfreichweite zu locken. Was nicht einmal so schwer war. Wenn das wirklich Raben waren, die keine Raben waren (und ich bin geneigt das zu glauben, für gewöhnlich phantasiere ich nicht, das Abendessen für eine Rabenfamilie zu sein), dann scheint doch einiges der richtigen Tiere abzufärben. Die Neigung neugierig auf alles zuzuspringen, was sich anders benimmt als erwartet, zum Beispiel.
Wie fängt man einen unvorsichtigen Raben? Mit Hilfe! Man warte darauf, dass die herannahenden Kameraden den Raben ablenken und springe dann trotz Plattenrüstung los. Bei dieser Gelegenheit zerquetsche man zum einen fast den Raben, zerkratze zum zweiten die Rüstung und zum dritten fange man sich ein paar Schrammen, die noch einige Tage erhalten bleiben werden. Dann versuche man nicht loszulassen, während das gefangene Rabenvieh flattert und die anderen beiden zum Angriff übergehen. Wenn das gelingt - Glückwunsch zum Rabenfang. Rupft euch nun einige Schwungfedern aus und verfrachtet die Viecher aus der Stadt.
Drachen und Raben - was kann noch passieren? Ich glaube so lange ich übe einen Magus zu beschützen, kann alles geschehen. Ich hoffe nur, dass ein Teil davon positiv ist.
Zuletzt geändert von Constanze Malin am Sonntag 5. Juni 2016, 14:49, insgesamt 2-mal geändert.
Kapitel 2: Glücklich ist ein hartes Wort Vom Erkennen neuer Möglichkeiten
Glück. Ich hätte niemals erwartet, dass Glück ein Teil meiner Reise nach Gerimor wäre. Andererseits habe ich allgemein nicht viel davon erwartet. Ich habe Befehle befolgt, die ich nicht hinterfragt habe. Ganz die brave Soldatin, nicht wahr? Aber ist eine brave Soldatin auch eine gute Soldatin? Das ist eine Frage, die mir oft durch den Kopf schießt, wenn ich Dinge tue und entscheide, die alles andere sind als brav. Dinge, die außerhalb meiner Befehle liegen und für nichts weiter gut sind, als für diese kleinen Momente absoluten Glücks. Momente, die sich wie eine Perlenkette aufreihen und nur einen einzigen Schluss zulassen. Ich bin glücklich.
Jetzt, wo ich einige Stunden Zeit habe, will ich rekapitulieren, wie mein Leben hier in Lichtenthal verlaufen ist. Und sei es nur, damit ich der Hochedlen das nächste Mal eine bessere Antwort geben kann. Was ich erwartet habe, als ich hierher kam weiß ich nicht. Ich nehme an, dass ich überhaupt nichts erwartet habe. Ich wusste, was mich in etwa politisch erwarten würde. Ich wusste von Bildern, wie die Stadt aussieht und kannte die Namen derer, denen ich höchstwahrscheinlich begegnen würde. Die distanzierte Betrachtungsweise des Außenstehenden. Heute sehe ich das etwas anders. Ich kenne die Stadt, weil ich jeden Tag durch sie hindurch laufe. Ich weiß, welcher Bäcker das beste Brot macht, und wo es die besten Lakritzmuscheln gibt. Dinge, die in keinem Buch stehen, in keiner Bibliothek aufzufinden sind. Und doch Dinge, die Gerimor im Allgemeinen und Adoran im Besonderen zu dem machen, was es ist.
Inzwischen haben auch die vielen Namen, die ich mit so großer Mühe auswendig gelernt habe, ein Gesicht bekommen. Nun, zumindest ein großer Teil davon ist in meinem Kopf inzwischen mit einem Gesicht verbunden. Und auch mit Eigenheiten, Vorlieben und Abneigungen. Nicht nur die der anderen Leute, sondern auch meine eigenen Vorlieben und Abneigungen bilden sich heraus. Es gibt Menschen, die ich gern um mich herum habe. Und es gibt solche, denen ich aus dem Weg gehe. Es gibt Aufgaben, die ich gern erledige und solche, vor denen ich mich drücke wenn ich kann. Und ich kann selten, so viel kann und darf ich versichern. Also unterteilen sich auch meine Pflichten in angenehme und unangenehme. Andererseits muss man sich wohl die Frage stellen, welches Leben unterteilt sich nicht derart?
Was meinen Beruf als Soldatin angeht, und diesen Teil möchte ich gedanklich vor allem anderen abgehandelt wissen, so kann ich denke ich zufrieden sein. Natürlich ist es alles andere als angenehm, eine Rekrutin zu sein. Ich hatte schon vergessen, wie unangenehm es genau sein kann. Aber auch die Tage als Rekrutin werden vorbei gehen. Vermutlich schneller, als ich dachte. Ich nehme jede Gelegenheit wahr, einen Unterricht zu besuchen. Vieles kann ich bereits ganz gut, anderes wird hier anders gehandhabt, als in Siebenwacht. Aber ich habe immer schon schnell gelernt und werde mich auch dieses Mal nicht unterkriegen lassen. Vielleicht liegt diese neue, gelassene Einstellung letzten Endes auch daran, dass ich mir ein Ziel gesetzt habe, das ich hoffentlich früher oder später erreichen kann. Es ist nichts, das jemand anderem etwas bedeutet. Aber es bedeutet mir selbst etwas. Mehr, als man so glauben möchte.
Und dann gibt es da noch die andere Seite. Das, was man so leichtfertig ein Privatleben nennt. Niemanden der mich kennt wird es verwundern, dass ein Privatleben nicht in meiner Planung inbegriffen war. Ich wollte niemanden an meiner Seite, mich um niemanden sorgen und auf keinen Fall wollte ich, dass mir jemand nahe kommt. Was das betrifft, habe ich eindeutig auf ganzer Linie versagt. Und warum? Weil ich einer Herausforderung so schwer widerstehen kann. Allerdings muss ich auf das angesprochene Glück verweisen. Ich bin glücklich, auch und gerade wegen der Entwicklung, die mir dieses unerhoffte Privatleben verschafft hat.
Und doch hat auch mein Glück seine Schattenseiten. Der Gedanke, dass dem Grund dafür etwas zustoßen könnte ist mir zuwider, ebenso wie die Erkenntnis, dass ich ihn nicht beschützen kann. Egal wie gut ich werde, gleichgültig wie instinktiv ich auf alles reagiere… Ich kann ihn nicht beschützen. So wenig, wie er mich. Die Erkenntnis, was es bedeutet Soldat auf Gerimor zu sein, so dicht an der Grenze des Feindes, hinterlässt manches Mal einen bitteren Geschmack in meinem Mund, den ich kaum zu vertreiben vermag. Es ist keine Angst um mich selbst, die mich umtreibt, auch wenn ich heute vorsichtiger bin, als das noch vor einem Jahreslauf der Fall war. Es ist die Angst um jene, die mir nahestehen. Diejenigen, die mit mir Lachen und Wut teilen. Ich komme mir vor, wie eine sentimentale Närrin. Und dennoch…
Diese Gedanken sind allerdings nichts, was ich so offen zugeben oder aussprechen sollte. Es gibt niemanden, der mich dafür tadeln würde so zu denken, das nun wirklich nicht… Aber diese Art von Emotion, die Bitterkeit in der Süße meines Glücks, würde ihn aufmerksam machen. Und wenn ich im Zentrum seiner ungeteilten Aufmerksamkeit stehe, hege ich manchmal den Wunsch zu laufen. Schnell und weit. Allerdings kennt er mich und Gerimor inzwischen recht gut und würde mich finden. Also lächle ich, suche Trost für eine unausgesprochene Trauer in einer der Umarmungen, die wir uns hinter verschlossenen Türen leisten. Danach fühle ich mich wieder stark genug, um zu tun was ich tun muss.
Meinen Dienst leisten.
Lernen.
Sir Friedolin nicht enttäuschen.
Die Hochedle von Belfa bitte auch nicht.
Ihn vor den Bedrohungen schützen, vor denen ich es kann.
Kapitel 3: Feste und Konsequenzen Von dem, was einer Niederlage folgt
Die Zeit verfliegt schneller, als ich es erwartet habe. Und mir bleibt immer weniger Zeit, mir meine eigenen Gedanken zu machen, oder meinen eigenen Vorstellungen nachzuhängen. Ein Umstand, den ich an den meisten Tagen überhaupt nicht bemerke. Er wird erst dann augenfällig, wenn ich, so wie jetzt, da sitze und endlich einmal Zeit für mich selbst habe. Ich weiß, das klingt, als würde ich die Zeit nicht genießen. Aber ich kann guten Gewissens behaupten, dass das nicht stimmt. Ich genieße jeden einzelnen Tag, von der ersten bis zur letzten Minute. Und trotzdem fehlt manchmal auch das kurze Durchatmen, das mir den Überblick verschafft.
Wie ich bereits andeutete, ist in den Wochen, die seit meiner letzten Denkpause verstrichen sind, viel geschehen. Gutes und auch weniger Gutes. Manches hat mich erfreut, manches hat mich aufgeregt. Und manches ist auf eine Art und Weise geschehen, die ich nicht voraussehen konnte. Aber ich will mich an mein bewährtes Denkmuster halten, und mich zunächst mit dem Dienst befassen.
Schon eine Weile nimmt der Dienst den größten Teil meiner Zeit in Anspruch. Das war in den letzten Tagen meiner Rekrutenzeit so, und wirklich besser ist es als Gardistin auch nicht geworden. Glücklicherweise verfüge ich über einen guten und übersichtlichen Kalender, ansonsten würde ich wohl innerhalb kürzester Zeit dem Wahnsinn anheimfallen. Allerdings hege ich die unausgesprochene Hoffnung, dass nun, da die Krönungstage vorüber sind, alles in etwas ruhigeren und geregelteren Bahnen verlaufen wird. Auch der Ball ist vorübergegangen und hat, ebenso wie die anderen Feierlichkeiten, das Wohlwollen seiner Majestät erlangen können. Niemand glaubt mir, wie erleichtert ich in diesem Punkt bin, denn es hätte weitaus schlimmer sein können.
Natürlich haben wir alle mehr Dienst gemacht, als eigentlich vorgesehen war. Natürlich gab es Brandherde, mit denen wir weder gerechnet, noch kalkuliert haben. Aber ich muss an dieser Stelle sagen, dass die Regimentsangehörigen, die zugegen waren, es auch geschafft haben. Ich habe bisher noch nie erlebt, dass die Truppe derart gut zusammenarbeitet, wie es in diesen letzten Tagen der Fall war. Und das, obwohl bei so ziemlich jedem, bei mir zu allererst, die Nerven blank lagen.
Alles in allem kann ich mich also über meinen Dienst kaum beschweren, auch wenn ich es in den nächsten Wochen eher ruhig angehen lassen werde. Zumindest, bis Adrian und ich wirklich mit der Arbeit für die Herbstjagd beginnen müssen. Ich werde meinen Unterricht halten, meinen Dienst tun, und letzten Endes nicht weiter zulassen, dass mich etwas ärgert. Das ist nämlich noch immer mein Schwachpunkt, selbst wenn ich von meiner Herkunft absehe. Ich habe das Temperament meines Vaters geerbt, aber im Gegensatz zu ihm habe ich noch nicht gelernt, wann es besser ist, sich zu zügeln und wann nicht. Nun, es wird schon werden. Früher oder später.
Aber nun will ich erst einmal den Gedanken an meinen Dienst beiseite schieben und mich mit den anderen Dingen befassen, die mir im Kopf herumgehen. In erster Linie, will heißen noch vor allem anderen, ist das tatsächlich mein kämpferisches Vermögen. Oder vielmehr mein Unvermögen in dieser Hinsicht, und das, was sich daraus ergibt. Natürlich ist es das Eine, wenn man gegen einen Rahaler unterliegt. Insbesondere, wenn dieser Rahaler auch noch einen Letharen bei sich hat, den ich nicht einmal im entferntesten einschätzen kann. Das sind Dinge, die ich akzeptieren kann. Oder zumindest konnte ich das. Ich habe mir einfach vorgenommen, mehr zu üben. Besser zu werden. Und beim nächsten Mal nicht wieder zu unterliegen. Der Turnierkampf allerdings…
Ich gebe zu, auch wenn Keylon Knappe des Kronritters ist, auch wenn die Niederlage so fürchterlich knapp war, sie kratzt an meinem Stolz. Und an meinem Selbstverständnis. Eine weitere Niederlage dieser Art will und werde ich nicht hinnehmen. Also werde ich üben, bis ich besser bin. Und ich hoffe, dass es nicht lange dauert. Jedenfalls nicht länger als bis zum nächsten Turnier. Vielleicht sollte ich mit Jorsin darüber sprechen, oder mit Sir Ernst, sobald ich die Scham überwunden habe, die mit dieser Niederlage einher geht. Ich muss unbedingt wissen, ob meine Gedanken sich im Widerstreit zu den Tugenden befinden, oder eben nicht. Aber letzten Endes, sei es nun in die Eine oder die andere Richtung, ich werde meinen eigenen Weg finden müssen. Geleitet sicher von denen, die mir nahe stehen, doch alles können sie mir nicht abnehmen. Und alles sollen sie mir auch nicht abnehmen.
Verbleibt nun also mein Privatleben, abseits der Plattenrüstung. Ich gebe zu, mir fällt es schwer, davon zu sprechen. Oder auch nur für mich selbst darüber nachzudenken. Alles geht seinen Trott, würde ich beinahe behaupten. Mal ist es mehr, mal weniger direkt und deutlich zu ersehen, aber die wenigsten Dinge ändern sich. Ich mache meine Übungen mit Merrik, ich tue meinen Dienst und meine Arbeit außerhalb des Dienstes. Für privates bleibt da wenig Raum, wenn man bedenkt, dass auch Merrik seine Arbeit im Konzil hat, und von dieser sehr gefordert wird. Es sollte mich also nicht wundern, wenn sich langsam der Alltag einschleicht und die Dinge sich mit einer gewissen Routine umgeben. Trotzdem vermisse ich die Zeit, in der alles etwas spannender war. Eine Glitzerfee habe ich jedenfalls schon eine Weile in keiner Höhle mehr gesehen. Aber wie spricht man solche Dinge an? Wie spricht man es an, dass man die kurze Leine nicht besonders mag? Wie nennt man die Dinge beim Namen, die alles zerstören könnten, wenn man sie nicht richtig ausspricht? Ich vermag es nicht zu sagen, also halte ich den Mund. Einstweilen.