Hinweg übers Meer....
Verfasst: Sonntag 16. April 2006, 22:34
.... flog die "Wellenreiter", immer auf Bajard zuhaltend, die Segel im Winde gebläht, den Mast stolz in den bewölkten Himmel aufgereckt.
In einen warmen Umhang eingehüllt stand Rika an der Reling und blickte hinab in die weiße Gischtspur, mit der der Rumpf des Schiffes die Wellen teilte. Der Wind zerrte an ihren Röcken und doch bildete sie sich ein, sogar hier draussen auf den Weiten des Meeres einen Hauch von Frühlingsluft zu verspüren. Mit einem leisen Seufzen zog sie die lange Haarnadel aus der Frisur und ließ den wilden Wind mit den seidig glänzenden Strähnen spielen. Ihr Bruder Calor hatte die Bewegung aus den Augenwinkeln wahrgenommen und warf ihr nun einen kurzen, aber äußerst prüfenden Blick zu, bevor er sich wieder nach vorne wandte, den Horizont mit den Blicken förmlich dazu zwingen wollend, endlich den Blick auf die Küsten Bajards freizugeben. Rikas Blick jedoch fiel auf die Muschel, die er fest in den Händen hielt, dann wandte sie sich ab und sah gedankenverloren den Mast hinauf zu den Seeleuten, die sich am Großsegel zu schaffen machten.
Sie waren auf dem Festland gewesen, hatten ihren Vater zu seinem 60. Wiegenfeste besucht und waren so längere Zeit weg von Gerimor gewesen. Es war schön gewesen, aber auch beklemmend, ins strenge Elternhaus zurückzukehren, mit seinen Regeln, Sitten und Gebräuchen.
Rika atmete tief die salzige Luft, als ihre Gedanken zu Raphael gelangten. Sie sehnte sich nach ihm, fieberte ihrer ersten Begegnung entgegen und fühlte sich dabei so herrlich frei und losgelöst, die Ketten ihres Elternhauses schienen sich auf dem Meer in haltlose Gischt verwandelt zu haben. Ihr Blick fiel wieder auf Calor, auf den die Seereise so ganz anders zu wirken schien. Ein Genuß schien sie ihm wahrlich nicht zu sein und doch hatte sie das dumpfe Gefühl, daß es da noch einen anderen Grund gab, warum er sich ein rasches Ende der Reise herbei sehnte.
Doch sie konnte und wollte sich nicht mit Grübeleien belasten und so wandte sie ihr Gesicht mit einem Lächeln dem Sonnenstrahl zu, der in diesem Moment durch die Wolken brach.
In einen warmen Umhang eingehüllt stand Rika an der Reling und blickte hinab in die weiße Gischtspur, mit der der Rumpf des Schiffes die Wellen teilte. Der Wind zerrte an ihren Röcken und doch bildete sie sich ein, sogar hier draussen auf den Weiten des Meeres einen Hauch von Frühlingsluft zu verspüren. Mit einem leisen Seufzen zog sie die lange Haarnadel aus der Frisur und ließ den wilden Wind mit den seidig glänzenden Strähnen spielen. Ihr Bruder Calor hatte die Bewegung aus den Augenwinkeln wahrgenommen und warf ihr nun einen kurzen, aber äußerst prüfenden Blick zu, bevor er sich wieder nach vorne wandte, den Horizont mit den Blicken förmlich dazu zwingen wollend, endlich den Blick auf die Küsten Bajards freizugeben. Rikas Blick jedoch fiel auf die Muschel, die er fest in den Händen hielt, dann wandte sie sich ab und sah gedankenverloren den Mast hinauf zu den Seeleuten, die sich am Großsegel zu schaffen machten.
Sie waren auf dem Festland gewesen, hatten ihren Vater zu seinem 60. Wiegenfeste besucht und waren so längere Zeit weg von Gerimor gewesen. Es war schön gewesen, aber auch beklemmend, ins strenge Elternhaus zurückzukehren, mit seinen Regeln, Sitten und Gebräuchen.
Rika atmete tief die salzige Luft, als ihre Gedanken zu Raphael gelangten. Sie sehnte sich nach ihm, fieberte ihrer ersten Begegnung entgegen und fühlte sich dabei so herrlich frei und losgelöst, die Ketten ihres Elternhauses schienen sich auf dem Meer in haltlose Gischt verwandelt zu haben. Ihr Blick fiel wieder auf Calor, auf den die Seereise so ganz anders zu wirken schien. Ein Genuß schien sie ihm wahrlich nicht zu sein und doch hatte sie das dumpfe Gefühl, daß es da noch einen anderen Grund gab, warum er sich ein rasches Ende der Reise herbei sehnte.
Doch sie konnte und wollte sich nicht mit Grübeleien belasten und so wandte sie ihr Gesicht mit einem Lächeln dem Sonnenstrahl zu, der in diesem Moment durch die Wolken brach.