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Ein Brief an den Palast

Verfasst: Dienstag 24. Mai 2016, 14:23
von Gast
*in den frühen Morgenstunden, nicht weit nach der Dämmerung, überbringt ein junger Rotschopf, dessen Augen dem Haupthaar farblich in nichts nachstehen, ein Schreiben an den Palast. Sollten die Wachen nach dem Kerl befragt werden, sie werden sicherlich bezeugen, dass er in der Nacht zuvor nicht geschlafen haben kann, so wie er aussah, so fahrig wie er sich bewegte.

Auf der Rückseite des einfachen, gefalteten aber nicht verschlossenen Papiers, ist der Adressat zu lesen: Den Herolden seiner Heiligkeit*


Seinen Segen, den Herolden seiner Heiligkeit!

Mit großem, aber nicht nachhaltigem, wir wollen nach vorne schauen, Bedauern habe ich vom Verscheiden des Emirs Imraan Mukthaar Omar gehört. Bedauerlich. Wichtiger scheint mir indes der Wunsch seiner Heiligkeit, diesem Ereignis gebührend zu gedenken. Ich habe mir erlaubt zu diesem Behufe einige Zeilen auf den Verblichenen zu verfassen, eine Lamentatio wenn es so beliebt.

*die folgenden Zeilen sind besonders sorgsam geschrieben. Überhaupt ist das Schreiben sehr sauber, aber technisch erkennbar bemüht verfasst. Der Verfasser hat ansonsten wohl keine besonders geübte Handschrift.*

Die ganze Stadt versammelt sich,
zum Fest, gleichwohl auch Reuen.
Was Seine Kinder feiern macht,
kann Wüstenvolk nicht freuen.

Für sie ist Freud und Tanz vorbei,
das Lachen ist vorüber.
Sie singen nicht zu der Schalmei,
ein Omar liegt darnieder.

Ach Weh, der Imraan fehlt ihn' sehr,
sein Volk, das wird ihn missen.
Hat es nun keinen Emir mehr,
und weint ins Seidenkissen.


Im Gesamtwerk handelt es sich um sechzig Verszeilen die, es beschämt mich zu gestehen, euch vorab mitzuteilen es mir an Papier mangelt.
Falls es seiner Heiligkeit jedoch beliebt das Gesamtwerk zu hören, es wäre mir eine Ehre es im Palast oder an jedem anderen Ort, der seiner Heiligkeit beliebt, vorzutragen.

Auch - gegen einen kleinen Obulus der meine Ausgaben für Papiere und, so fürchte ich, Leibwachen, deckt - bin ich gerne bereit, das Werk auf der Insel des Wüstenvolkes anzuschlagen, auf dass die Verse auch deren Erinnerungen frisch halten.

Sollten meine Zeilen seiner Heiligkeit Gefallen finden, so wird der Bankier mir diese frohe Kunde auszurichten wissen, wenn ihr in informieren mögt.


[img]http://www2.pic-upload.de/img/30514098/Pip_Siegel.png[/img]
P. Hafenmann *das Siegel ist einfachster Machart, das Wachs wohl eher weiches Bienen- als ausgehärtetes Siegelwachs, irgendwie in ein bräunliches Orange gefärbt. Die Symbole grob, vielleicht in Holz geschnitzt.*

Verfasst: Mittwoch 25. Mai 2016, 19:38
von Fenia Treublatt
*das Schreiben wird wie üblich letztlich auf dem Tisch der Aktuarin landen. Sie öffnet es und liest die Zeilen erst einmal, dann ein zweites Mal. Dabei heben sich die Mundwinkel zu einem amüsierten Lächeln ehe sie das Ganze wieder zusammen faltet und auf den Stapel der Schriftstücke legt, die seiner Heiligkeit persönlich vorgelegt werden. Derweil wird ein Bote ausgeschickt den Verfasser der Zeilen zu finden um ihm im Namen der Clerica für die erbaulichen Zeilen zu danken und stellt eine weitere Antwort in Aussicht sobald seine Heiligkeit Zeit hatte die Zeilen persönlich zu lesen.*

Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2016, 19:30
von Fenia Treublatt
*am frühen Abend wird ein Bote einen Brief an den Verfasser der Zeilen im Bankhaus hinterlegen der das Siegel des Palastes trägt*

Des All-Einen Segen mit euch, Herr Hafenmann.

Seine Heiligkeit hat Kunde über eure Verszeilen erhalten und ist neugierig sie in voller Form zu vernehmen. Zu diesem Zweck wünscht er, dass ihr im Palast Rahals vorstellig werdet um sie persönlich vorzutragen.

Ein entsprechender Obolus für eure Mühen wird vorbereitet werden. Ihr werdet am dritten Tag der kommenden Woche zur 20. Abendstunde in den Palst Rahals vorgeladen um euer Werk vorzutragen. Bitte teilt mir mit ob dieser Termin für euch einzuhalten ist.

Möge der All-Eine seine wachende Pranke stets über euch halten, auf dass ihm gefällt was er sieht.


Fenia Treublatt
Clerica Alataris
Aktuarin seiner Heiligkeit



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[Mittwoch, 01.06.2016 - 20 Uhr]

Verfasst: Donnerstag 26. Mai 2016, 20:16
von Gast
*als der Jüngling beim nächsten Besuch in der Bank zu Rahal die beiden Schreiben überreicht bekommt und sie still zur Kenntnis nimmt, wird er kreidebleich um die Nase, dann lacht er - leicht hysterisch -, dann wird er noch bleicher*

"Zur Wochenmitte... im Palast... das ist.. ich muss.. gute Güte, ich brauche neue Kleider, und... und ein zweites Lied, falls das Gedicht seiner Heiligkeit missfällt." *auf den Einwurf des Bankiers wird er geradezu zittrig* Nicht? Einen neuen Hals brauche ich dann? Oh Götter, was habe ich mir dabei nur gedacht...

Egal! Komm schon her hier, wir müssen der Clerica eine Antwort verfassen, und diesmal eine in Schönschrift!"

*und so wird, nicht durch die zittrige Dichterhand selbst, die Antwort verfasst und durch einen Botenjungen zum Palast gebracht, auf dass die Clerica sie dort zur Kenntnis nehme*