Familienchroniken des Berges | Doch nicht Alleine
Verfasst: Donnerstag 12. Mai 2016, 18:39
Ein geschäftiger Tag für das unermüdliche Volk der Khaz-Aduir. Schubkarrenweise wurden diverse Erze, schimmernde Rüstungsteile, Waffen, Gussformen und der tägliche Bedarf der Bergarbeiter aus den Stollen zu deren Werkstätten transportiert. Ein gewöhnlicher Tag. Eine riesige, immense Menge an Weizen wurden dem Bhir Dar geliefert. Der Weizen duftete und weckte sehnsüchtige Gedanken an das dickflüssige und heilige Getränk. Einige Langbeiner, die wohl gekommen waren um das Göttererz in gegossener, geschmiedeter Form zu erwerben. Was für ein ruhiger und unaufgeregter Abend in Nilzadan. Geodiz ließ die Beine vom Dach des Sippenhauses baumeln und drückte sein Auge wieder auf das Fernglas. Auch wenn er selbst kein Anhänger der körperlichen Arbeit war, beobachte er sie gerne, all seine Brüder und Schwestern wie sie Cirmias Werk verrichtet. Er hatte unzählige Defizite, aber auch Cirmias war gütig zu ihm gewesen und hatte ihn mit anderen Attributen gesegnet, seine Aufzeichnungen, Schriften und Dokumentationen waren nötig, so er doch das meiste in einigen Wimpernschlägen wieder vergaß. So diente auch er Cirmias mit vollem Herzen und Verstand aber auf eine andere Art und Weise als die meisten des Volkes. Er ließ das Fernglas auf Brusthöhe herabsinken und öffnete seinen Bhirschlauch, genüsslich trank er einige Schlucke und blickte abermals in die Ferne. Eine Familie, der Vater eine Spitzhacke geschultert, die Mutter ein Körbchen voll Pilzen bei sich und der kleine Sohn eilte voraus. Hier und da wurde er zurückgerufen, vorallem als er einem der Lavaflüsse zu nahe kam. Schmerzliche Erinnerungen ereilten Geodiz. So war er doch bereits als junger Kurzbart tief in die Stollen abgestiegen, fernab seiner Eltern, seiner Familie, seiner Sippe und als er nach über einem Jahrhundert zurückgekehrt war, waren sie beide bereits seit Dutzenden von Jahren verstorben. Er vermisste sie, er war das letzte Überbleibsel, der letzte Stein in einer langen Dynastie. Er hatte sich nie sorgfältig mit dem Stammbaum, der Familienchronik befasst. Sehnsüchtig dachte er an die wenigen Kindheitserinnerungen die er noch hatte. Es wurden immer weniger, sein Geist war sein größter Gegner. Er merkte sich vieles, vergaß aber im gleichen Atemzug genauso viel.
Seine Wissbegierde trieb ihn aber zu dem alten Uthkam Goldzunge, welcher einen Großteil der administrativen Arbeiten in der Bibliothek des Berges erledigte. Mit vielen Büchern über seinen Familienbaum kehrte er zurück, in sein Zuhause. Die mittig platzierte Truhe als Tisch nutzend, breitete er alte Steintafeln, vergilbte Wälzer, Dokumente aus und begann zu blättern. Tausende verschiedene Namen und er fürchtete, all diese Zweige, diese großartigen Gerinnsel seiner Familie, in einem alten Stein enden zu sehen. Sein Stein, seine Last – der letzte direkte Nachkomme. Er näherte sich über Jahrtausende hinweg der heutigen Zeit an.
Seine Großeltern, nur sehr vage Erinnerungen hatte er an die Vier, aber irgendwo in seinem Hinterkopf klopften alte Geschichten. So waren es doch seine Großväter gewesen, die es ihm ermöglichten den Bhirvorrat zu erwerben, welcher ihm über ein Jahrhundert in den tiefsten Stollen Nilzadans ein Leben ermöglichte. Nachdenklich hob sich sein Blick und seufzend sah er für eine Weile in die Ferne, einige Bhire später fand sein Finger auf die Tafel zurück und fuhr weiter nach Unten.
Seine Eltern. Seine geliebten Eltern. Thranuk Getwergelyn, der allseits geschätzte Schlachtenpriester. Er diente vielen Kurzbärten als Vorbild, so war er doch stets furchtlos und schritt oder sprang einer jeden Gefahr entgegen. Dies wurde ihm auch zum Verhängnis, so sprang er doch von einem Steinvorsprung der Wachtmauer auf der Frostklamm fünfzig Fuß in die Tiefe als er eine größere Gruppierung der Letharen entdeckte. Er gilt als unbesiegt. So erschlug er bei dem Aufprall doch ein halbes Dutzend der Blauhäute, verstarb jedoch an Ort und Stelle durch den hohen Sturz.
Seine Mutter, die Kalurin mit dem größten Herzen, welches sich ein heranwachsender Khaz-Aduir nur wünschen konnte. Er schmeckte noch den letzten Bhirbraten, die herb gewürzten Kartoffeln und Pilze, die mit Zottelrattenmilch verfeinerte Bhirsauce.. Er schmatzte mehrmals und kleine Getwergelyntränen sammelten sich in seinen Augenringen. Wie sie geweint hatte, als er hinabschritt, in die absolute Dunkelheit der Stollen, in eine fast leblose und lebensfeindliche Umgebung. Doch es war nötig. Er wusste was für eine Last er gewesen war, was für eine Schande, unfähig auf Augenhöhe mit den anderen zu trainieren. Seine Schmiedelehre endete frühzeitig, so interessierte ihn die Beschaffenheit mehr, als das Formen und die hohe, traditionsreiche Verarbeitung des blauen Cirmiaserzes. Sein seit Geburt leicht gekrümmter Rücken und der bereits in jungen Jahren wirre Geist, hatte ihm ein gewöhnliches Leben verweigert. Seine letzte Bitte an die, ihn trotz allem liebenden Eltern war, ihn fortan nichtmehr zu erwähnen, so würde er doch Zeit seines Lebens nichtmehr an die Oberfläche zurückkehren. Sein Finger hielt an der Rune für „Sohn“ an. Er wischte sich mit dem Roben Ärmel über die bewässerten Augen und las seinen eigenen Namen.
Einige Zeit verharrte er schweigend, ehe er seine Hand löste und so auch den restlichen Teil der Tafel freigab.
Ungläubig blinzelte er. Immer wieder fuhr der Finger über den Namen. Die Augen so weit aufgerissen, ähnelte er einer Frostklämm’schen Schneeeule. Baz… Getwergelyn… einige Runen dokumentierten ein Adoptionsverfahren. Baznuk Donnerfaust. Er.. er war doch nicht der letzte Stein. Er war einer der Steine. Der Kalure, den er bewunderte, den er schätzte, welcher sich seiner Gedanken und Ideen so sicher war. Der ihn stets an seinen Vater erinnert hatte. Der Rationale und der Irrationale. Er hatte einen Bruder. Einen kleinen Bruder, der doch um so viel größer war als er.
Ein halbes Fass später, schleppte er sich zu dem Sippenhaus der Donnerfäuste und lehnte die Steintafel gegen die Liefertruhe.
*Ein Pergamentfetzen mit dem Siegel von Geodiz Getwergelyn, wird ihn als Überbringer identifizieren.*
Seine Wissbegierde trieb ihn aber zu dem alten Uthkam Goldzunge, welcher einen Großteil der administrativen Arbeiten in der Bibliothek des Berges erledigte. Mit vielen Büchern über seinen Familienbaum kehrte er zurück, in sein Zuhause. Die mittig platzierte Truhe als Tisch nutzend, breitete er alte Steintafeln, vergilbte Wälzer, Dokumente aus und begann zu blättern. Tausende verschiedene Namen und er fürchtete, all diese Zweige, diese großartigen Gerinnsel seiner Familie, in einem alten Stein enden zu sehen. Sein Stein, seine Last – der letzte direkte Nachkomme. Er näherte sich über Jahrtausende hinweg der heutigen Zeit an.
Da waren sie, bekannte Namen, sein wulstiger Finger fuhr die Zeile entlang.
Ihz Getwergelyn ----------------- Diri Eisenkiefer
| Sohn: Thranuk Getwergelyn |
Karmosh Trollspalter ----------------- Inka Goldstein
| Tochter: Mahrsa Trollspalter |
| Sohn: Thranuk Getwergelyn |
Karmosh Trollspalter ----------------- Inka Goldstein
| Tochter: Mahrsa Trollspalter |
Seine Großeltern, nur sehr vage Erinnerungen hatte er an die Vier, aber irgendwo in seinem Hinterkopf klopften alte Geschichten. So waren es doch seine Großväter gewesen, die es ihm ermöglichten den Bhirvorrat zu erwerben, welcher ihm über ein Jahrhundert in den tiefsten Stollen Nilzadans ein Leben ermöglichte. Nachdenklich hob sich sein Blick und seufzend sah er für eine Weile in die Ferne, einige Bhire später fand sein Finger auf die Tafel zurück und fuhr weiter nach Unten.
Thranuk Getwergelyn ----------------- Mahrsa Trollspalter
Seine Eltern. Seine geliebten Eltern. Thranuk Getwergelyn, der allseits geschätzte Schlachtenpriester. Er diente vielen Kurzbärten als Vorbild, so war er doch stets furchtlos und schritt oder sprang einer jeden Gefahr entgegen. Dies wurde ihm auch zum Verhängnis, so sprang er doch von einem Steinvorsprung der Wachtmauer auf der Frostklamm fünfzig Fuß in die Tiefe als er eine größere Gruppierung der Letharen entdeckte. Er gilt als unbesiegt. So erschlug er bei dem Aufprall doch ein halbes Dutzend der Blauhäute, verstarb jedoch an Ort und Stelle durch den hohen Sturz.
Seine Mutter, die Kalurin mit dem größten Herzen, welches sich ein heranwachsender Khaz-Aduir nur wünschen konnte. Er schmeckte noch den letzten Bhirbraten, die herb gewürzten Kartoffeln und Pilze, die mit Zottelrattenmilch verfeinerte Bhirsauce.. Er schmatzte mehrmals und kleine Getwergelyntränen sammelten sich in seinen Augenringen. Wie sie geweint hatte, als er hinabschritt, in die absolute Dunkelheit der Stollen, in eine fast leblose und lebensfeindliche Umgebung. Doch es war nötig. Er wusste was für eine Last er gewesen war, was für eine Schande, unfähig auf Augenhöhe mit den anderen zu trainieren. Seine Schmiedelehre endete frühzeitig, so interessierte ihn die Beschaffenheit mehr, als das Formen und die hohe, traditionsreiche Verarbeitung des blauen Cirmiaserzes. Sein seit Geburt leicht gekrümmter Rücken und der bereits in jungen Jahren wirre Geist, hatte ihm ein gewöhnliches Leben verweigert. Seine letzte Bitte an die, ihn trotz allem liebenden Eltern war, ihn fortan nichtmehr zu erwähnen, so würde er doch Zeit seines Lebens nichtmehr an die Oberfläche zurückkehren. Sein Finger hielt an der Rune für „Sohn“ an. Er wischte sich mit dem Roben Ärmel über die bewässerten Augen und las seinen eigenen Namen.
| Sohn: Geodiz Getwergelyn |
Einige Zeit verharrte er schweigend, ehe er seine Hand löste und so auch den restlichen Teil der Tafel freigab.
| Sohn: Baz Getwergelyn |
Ungläubig blinzelte er. Immer wieder fuhr der Finger über den Namen. Die Augen so weit aufgerissen, ähnelte er einer Frostklämm’schen Schneeeule. Baz… Getwergelyn… einige Runen dokumentierten ein Adoptionsverfahren. Baznuk Donnerfaust. Er.. er war doch nicht der letzte Stein. Er war einer der Steine. Der Kalure, den er bewunderte, den er schätzte, welcher sich seiner Gedanken und Ideen so sicher war. Der ihn stets an seinen Vater erinnert hatte. Der Rationale und der Irrationale. Er hatte einen Bruder. Einen kleinen Bruder, der doch um so viel größer war als er.
Ein halbes Fass später, schleppte er sich zu dem Sippenhaus der Donnerfäuste und lehnte die Steintafel gegen die Liefertruhe.
*Ein Pergamentfetzen mit dem Siegel von Geodiz Getwergelyn, wird ihn als Überbringer identifizieren.*
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