Auf neuen Pfaden
Verfasst: Montag 25. April 2016, 15:16
Sie hatte grade das letzte Stück Fleisch von der Lammkeule heruntergeschluckt ehe sie sich wieder dem Lagerfeuer zuwendete und begann zu erzählen.
Ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen. An den Tag an dem mein Leben sich abrupt änderte.
Ich war grade in meinem Zimmer und bastelte an meinem Puppenhaus als aus dem Erdgeschoss ein lautes krachen ertönte, schreie folgten darauf und wilde Rufe. Beleidigungen, Verspottungen und Geräusche eines Kampfes. Ich wusste damals nicht was los war, ich hatte einfach nur Angst. Diese Angst die mich zuerst erstarren lies trieb mich später, als die Schritte der Angreifer auf der Treppe zu hören war, umso schneller zum Fenster. Zu meinem Glück mochte meine Mutter die Efeuranken an unserem Haus welche mir zur Flucht verhalfen. Es war schon seltsam, verglichen mit meinem Bruder war ich immer miserabel im Klettern doch die Furcht lies mich in dem Moment nicht darüber nachdenken was ich tat, ich funktionierte einfach.
Als ich das Gras unseres Gartens unter meinen Füßen fühlte erklang von drinnen ein Jubelruf. Mit jenem wurde mir auch klar worum es hier ging. „Die Vandokir sind zerschlagen!“, jubelten sie. Auch in meinen jungen Jahren war mir klar was dies bedeutete, ich würde meine Eltern nie wiedersehen. Alles wegen einer dummen Familienfehde, eine Fehde die ich nie verstand. War es wirklich so schwer friedlich mit anderen zu leben? Meine Eltern versuchten lange mir diese Dinge verständlich zu machen und mich in ihrer Weltansicht zu erziehen aber selbst trotz ihrer Strafen riefen die Gedanken an Tod, Mord und Zerstörung nichts als Furcht in mir hervor. Niemals aber die Befriedigung die sie in diesen Dingen durch ihren Glauben an Alatar fanden. Und am Ende brachte ihnen diese Lebensweise selbst nichts als den viel zu frühen Tod.
Allerdings blieb mir in dem Moment noch keine Zeit über diese Dinge nachzudenken, immerhin waren dort ja Leute die mir mein Leben nehmen wollten so sie mich sahen und so rannte ich, sprang durch unsere Dornenhecke und lief, lief, ich lief so lange bis es mir beinah das Bewusstsein raubte.
Meine Flucht endete schwer atmend in tief in einem Wald, es war dunkel, es war kalt und die Wunden die mir die Dornenhecke zufügten schmerzten. Was sollte ich tun? Ich wusste das mein Bruder noch lebte, er war bei einem Onkel aber weder wusste ich wo jener Onkel lebt noch ob es Klug war ihn zu suchen. Jede Frage nach diesem Onkel würde womöglich die Aufmerksamkeit der Mörder ihrer Familie nach sich ziehen um so die komplette Blutlinie zunichte zu machen.
Ich kannte diesen Onkel nicht aber meinen Bruder liebte ich. Ich konnte ihn unmöglich auch nur der geringsten Gefahr aussetzen. So sehr es mich schmerzte nicht bei ihm sein zu können so würde ich ihn aber dennoch nicht verlieren. Er wäre irgendwo dort draussen in der Welt, hoffentlich in Sicherheit.
Im Morgengrauen setzte ich meinen Weg fort und landete in einer kleinen Stadt mit dem Namen Düstersee. Mir blieb nun die Wahl was ich tun konnte. Ich konnte mir eine Arbeit suchen was in meinem Alter nicht leicht war, ich konnte anfangen zu stehlen oder mich von anderen zwielichtigen Gestalten entführen und versklaven lassen. Zweiteres ging gegen meine Prinzipien, das letztere war etwas das ich auf jedenfall vermeiden wollte da ich nicht glaube das meine Eltern ein Leben als Dirne für mich vorgesehen haben und so entschloss ich mich für ersteres. Zu meinem Erstaunen dauerte es nicht so lange wie gedacht bis ich eine Anstellung fand.
Es war bei einer älteren Dame welche Schwierigkeiten in ihrem Haushalt hatte und sich keine Hilfe leisten konnte. Aber sie hatte ein kleines Zimmer frei in dem ich wohnen konnte und sie versicherte mir das sie jeden Tag für mich kochen würde so ich für die einkaufen ginge und die Zutaten vorbereitete. Ich würde nicht reich werden aber ich würde überleben und so nahm ich das Angebot dankend an. Allerdings war ich nichtmehr Celine Vandokir, ich war einfach nur Lea Hermon. Das ist ein Name den ich einmal in einem furchtbar schlecht geschriebenen Kinderbuch gelesen habe und so furchtbar leid es mir tat die Dame um meines Namens wegen anzulügen so war es doch nötig zu unserem beiden Schutz.
Und so arbeitete ich bei jener alten Dame Tag ein Tag aus und wir verstanden und Prima. Sie behandelte mich fast als sei ich ihre Tochter und meine Zeit dort war mehr als schön. Nie unterhielten wir uns über Politik oder Religion wie es meine Eltern taten. Wir lebten einfach zusammen, in Frieden, in Harmonie. Der einzige Wehrmutstropfen waren die Gedanken an meinen Bruder, ich vermisste ihn sehr und jeden Abend vor dem Bett überkam mich wieder und wieder die Angst ihm könnte etwas zugestoßen sein.
Als sie im Laufe unseres Zusammenlebens von meinem Interesse an der Bastelei erfuhr brachte sie mir sogar ein wenig das Schnitzen bei und ich war sehr dankbar dafür konnte ich doch so auch etwas praktischeres Wissen mitnehmen als Staub zu wischen. Am Ende wurde ich viel reicher von ihr belohnt als wie es Gold je könnte. Sie gab mir bis vor einigen Tagen das was mir genommen wurde. Ein Zuhause, eine Familie.
Doch dann passierte was in diesem Reich leider viel zu oft passierte. Als ich vom Einkaufen vom nahen Bauernhof zurückkehrte stand die Tür weit offen und schon von aussen war das Chaos drinnen deutlich zu sehen. Ich lies meinen Einkauf fallen und rannte hinein. Leer, alles war leer. Die Schränke, die Kommoden einfach alles. Es sagt viel über ein Reich wenn man schlicht erwartet seine Herrin bei soetwas leblos aufzufinden und es bewahrheitete sich. Erschlagen lag sie da in ihrem Schlafzimmer, das Gesicht schmerz verzerrt. Das Gefühl der Trauer überwältigte mich, so wie damals schon als ich mich entschied meinen Bruder nicht zu suchen und ich stand lange Zeit im Türrahmen, betrachtete meine Herrin, meine Freundin die ich all die Jahre hatte. Erneut hatte ich alles verloren aber trauriger war es für die Welt an sich eine so gute Seele verloren zu haben.
Dieser Vorfall ließ mich einen Entschluss fassen. Ich musste weg von hier. Auch auf die Gefahr hin das ich in anderen Reichen als Aussetzige behandelt werde. Aber jedes Leben ist besser als jenes hier im alatharischen Reich. Das ist nun 3 Tage her und glücklicher Weise konnte ich nach dem Verkauf meiner besseren Kleider ein Zimmer hier im Gasthaus leisten. Ich denke aber morgen werde ich in einer Stadt ziehen von der ich hörte, Adoran. Die Menschen dort sollen nett sein und ausserdem soll es dort Wohlstand geben. Warum nicht einen so radikalen Neuanfang probieren wo ich schon nichtsmehr zu verlieren habe. Und wer weiß, vielleicht finde ich wieder eine nette alte Dame die mich einstellt. Aber was auch immer kommen mag, ich werde von nun an wieder Celine Vandokir sein denn diese Lea Hermon starb in Düstersee.
Habt dank edler Herr für das Essen und eure Gesellschaft hier am Feuer, vor allem aber euer Gehör, nun aber denke ich, ich sollte zurück ins Gasthaus schliesslich muss ich morgen Fit sein für meine Reise in dieses Adoran.
Gute Nacht!
Mit diesen Worten erhob sie sich und verschwand in Richtung ihrer Unterkunft
Ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen. An den Tag an dem mein Leben sich abrupt änderte.
Ich war grade in meinem Zimmer und bastelte an meinem Puppenhaus als aus dem Erdgeschoss ein lautes krachen ertönte, schreie folgten darauf und wilde Rufe. Beleidigungen, Verspottungen und Geräusche eines Kampfes. Ich wusste damals nicht was los war, ich hatte einfach nur Angst. Diese Angst die mich zuerst erstarren lies trieb mich später, als die Schritte der Angreifer auf der Treppe zu hören war, umso schneller zum Fenster. Zu meinem Glück mochte meine Mutter die Efeuranken an unserem Haus welche mir zur Flucht verhalfen. Es war schon seltsam, verglichen mit meinem Bruder war ich immer miserabel im Klettern doch die Furcht lies mich in dem Moment nicht darüber nachdenken was ich tat, ich funktionierte einfach.
Als ich das Gras unseres Gartens unter meinen Füßen fühlte erklang von drinnen ein Jubelruf. Mit jenem wurde mir auch klar worum es hier ging. „Die Vandokir sind zerschlagen!“, jubelten sie. Auch in meinen jungen Jahren war mir klar was dies bedeutete, ich würde meine Eltern nie wiedersehen. Alles wegen einer dummen Familienfehde, eine Fehde die ich nie verstand. War es wirklich so schwer friedlich mit anderen zu leben? Meine Eltern versuchten lange mir diese Dinge verständlich zu machen und mich in ihrer Weltansicht zu erziehen aber selbst trotz ihrer Strafen riefen die Gedanken an Tod, Mord und Zerstörung nichts als Furcht in mir hervor. Niemals aber die Befriedigung die sie in diesen Dingen durch ihren Glauben an Alatar fanden. Und am Ende brachte ihnen diese Lebensweise selbst nichts als den viel zu frühen Tod.
Allerdings blieb mir in dem Moment noch keine Zeit über diese Dinge nachzudenken, immerhin waren dort ja Leute die mir mein Leben nehmen wollten so sie mich sahen und so rannte ich, sprang durch unsere Dornenhecke und lief, lief, ich lief so lange bis es mir beinah das Bewusstsein raubte.
Meine Flucht endete schwer atmend in tief in einem Wald, es war dunkel, es war kalt und die Wunden die mir die Dornenhecke zufügten schmerzten. Was sollte ich tun? Ich wusste das mein Bruder noch lebte, er war bei einem Onkel aber weder wusste ich wo jener Onkel lebt noch ob es Klug war ihn zu suchen. Jede Frage nach diesem Onkel würde womöglich die Aufmerksamkeit der Mörder ihrer Familie nach sich ziehen um so die komplette Blutlinie zunichte zu machen.
Ich kannte diesen Onkel nicht aber meinen Bruder liebte ich. Ich konnte ihn unmöglich auch nur der geringsten Gefahr aussetzen. So sehr es mich schmerzte nicht bei ihm sein zu können so würde ich ihn aber dennoch nicht verlieren. Er wäre irgendwo dort draussen in der Welt, hoffentlich in Sicherheit.
Im Morgengrauen setzte ich meinen Weg fort und landete in einer kleinen Stadt mit dem Namen Düstersee. Mir blieb nun die Wahl was ich tun konnte. Ich konnte mir eine Arbeit suchen was in meinem Alter nicht leicht war, ich konnte anfangen zu stehlen oder mich von anderen zwielichtigen Gestalten entführen und versklaven lassen. Zweiteres ging gegen meine Prinzipien, das letztere war etwas das ich auf jedenfall vermeiden wollte da ich nicht glaube das meine Eltern ein Leben als Dirne für mich vorgesehen haben und so entschloss ich mich für ersteres. Zu meinem Erstaunen dauerte es nicht so lange wie gedacht bis ich eine Anstellung fand.
Es war bei einer älteren Dame welche Schwierigkeiten in ihrem Haushalt hatte und sich keine Hilfe leisten konnte. Aber sie hatte ein kleines Zimmer frei in dem ich wohnen konnte und sie versicherte mir das sie jeden Tag für mich kochen würde so ich für die einkaufen ginge und die Zutaten vorbereitete. Ich würde nicht reich werden aber ich würde überleben und so nahm ich das Angebot dankend an. Allerdings war ich nichtmehr Celine Vandokir, ich war einfach nur Lea Hermon. Das ist ein Name den ich einmal in einem furchtbar schlecht geschriebenen Kinderbuch gelesen habe und so furchtbar leid es mir tat die Dame um meines Namens wegen anzulügen so war es doch nötig zu unserem beiden Schutz.
Und so arbeitete ich bei jener alten Dame Tag ein Tag aus und wir verstanden und Prima. Sie behandelte mich fast als sei ich ihre Tochter und meine Zeit dort war mehr als schön. Nie unterhielten wir uns über Politik oder Religion wie es meine Eltern taten. Wir lebten einfach zusammen, in Frieden, in Harmonie. Der einzige Wehrmutstropfen waren die Gedanken an meinen Bruder, ich vermisste ihn sehr und jeden Abend vor dem Bett überkam mich wieder und wieder die Angst ihm könnte etwas zugestoßen sein.
Als sie im Laufe unseres Zusammenlebens von meinem Interesse an der Bastelei erfuhr brachte sie mir sogar ein wenig das Schnitzen bei und ich war sehr dankbar dafür konnte ich doch so auch etwas praktischeres Wissen mitnehmen als Staub zu wischen. Am Ende wurde ich viel reicher von ihr belohnt als wie es Gold je könnte. Sie gab mir bis vor einigen Tagen das was mir genommen wurde. Ein Zuhause, eine Familie.
Doch dann passierte was in diesem Reich leider viel zu oft passierte. Als ich vom Einkaufen vom nahen Bauernhof zurückkehrte stand die Tür weit offen und schon von aussen war das Chaos drinnen deutlich zu sehen. Ich lies meinen Einkauf fallen und rannte hinein. Leer, alles war leer. Die Schränke, die Kommoden einfach alles. Es sagt viel über ein Reich wenn man schlicht erwartet seine Herrin bei soetwas leblos aufzufinden und es bewahrheitete sich. Erschlagen lag sie da in ihrem Schlafzimmer, das Gesicht schmerz verzerrt. Das Gefühl der Trauer überwältigte mich, so wie damals schon als ich mich entschied meinen Bruder nicht zu suchen und ich stand lange Zeit im Türrahmen, betrachtete meine Herrin, meine Freundin die ich all die Jahre hatte. Erneut hatte ich alles verloren aber trauriger war es für die Welt an sich eine so gute Seele verloren zu haben.
Dieser Vorfall ließ mich einen Entschluss fassen. Ich musste weg von hier. Auch auf die Gefahr hin das ich in anderen Reichen als Aussetzige behandelt werde. Aber jedes Leben ist besser als jenes hier im alatharischen Reich. Das ist nun 3 Tage her und glücklicher Weise konnte ich nach dem Verkauf meiner besseren Kleider ein Zimmer hier im Gasthaus leisten. Ich denke aber morgen werde ich in einer Stadt ziehen von der ich hörte, Adoran. Die Menschen dort sollen nett sein und ausserdem soll es dort Wohlstand geben. Warum nicht einen so radikalen Neuanfang probieren wo ich schon nichtsmehr zu verlieren habe. Und wer weiß, vielleicht finde ich wieder eine nette alte Dame die mich einstellt. Aber was auch immer kommen mag, ich werde von nun an wieder Celine Vandokir sein denn diese Lea Hermon starb in Düstersee.
Habt dank edler Herr für das Essen und eure Gesellschaft hier am Feuer, vor allem aber euer Gehör, nun aber denke ich, ich sollte zurück ins Gasthaus schliesslich muss ich morgen Fit sein für meine Reise in dieses Adoran.
Gute Nacht!
Mit diesen Worten erhob sie sich und verschwand in Richtung ihrer Unterkunft