Der letzte Atemzug
Verfasst: Sonntag 24. April 2016, 10:04
Die Rückkehr
Etwa 4 Mondläufe waren Selim und Aylin mit einer kleinen Karawane auf Reisen und haben in dieser Zeit verschiedenen Städte und Dörfer im Norden und Osten Gerimors aufgesucht um ihr Wissen um die Heilkunst und der Alchemie zu vertiefen. Gespräche mit zahlreichen Gelehrten und Heilkundigen fremder Völker wurden geführt und sich untereinander ausgetauscht. Neue Kräuter und Rezepte verschiedener Arzneien wurden entdeckt und für das Reich der Sonne archiviert, so dass ihr Volk auch in Zukunft davon profitieren könnte.
In ihrer Abwesenheit hatte Nadim die Amtsgeschäfte des Oberhauptes übernommen und Razyr zu seinem vorübergehenden Stellvertreter ernannt. Selim vertraute den beiden und hatte keinerlei Befürchtung, dass es mit der Familie Azeezah zu weiteren Streitigkeiten oder gar einem Eklat kommen würde. Doch er sollte sich täuschen.....
Nach ihrer Rückkehr hatten die beiden bereits an den Grenzen Menek'urs ein ungutes Gefühl. Sie wurden während der Kontrolle durch die Janitschare zwar nicht unfreundlich behandelt, aber man vermittelte ihnen auch nicht das Gefühl, dass sie willkommen sind. Das Ganze sollte sich an den Stadttoren dann wiederholen, denn einer der beiden Janitschare wollte tatsächlich den Bürgerbrief von Selim und Aylin kontrollieren und machte im Verlauf des Gespräches verschiedene seltsame Andeutungen wie … „Ihr lebt nicht länger innerhalb der Mauern.“ oder „Es sind noch Häuser im Viertel der Hauslosen frei.“ … Zunächst dachten die beiden sich nichts dabei und taten diese Bemerkungen als einen üblen Scherz ab, doch sollten sie schon bald eines besseren belehrt werden.
Die strengen Blicke der am Straßenrand stehenden Menekaner, während sie durch die Straßen in Richtung Familienhaus ritten, waren befremdlich. Gelegentlich konnte man leises tuscheln oder auffälliges flüstern vernehmen und es fielen immer wieder die Worte … „Schande...“, „Ehrlose Menekaner...“ oder „Was wollen die beiden innerhalb der Stadtmauern...“
Ein letztes Mal bogen sie rechts ab und standen letztlich vor den Toren des Familienhauses. Doch standen dort nicht wie gewohnt zwei Wachen in den Farben der Familie Ifrey. Auch das Haus sah von außen gänzlich anders aus, als hätte man das alte dem Erdboden gleich gemacht. Die beiden trauten ihren Augen nicht, traten aber dennoch an die Tore heran und läuteten. Es dauerte eine Weile bis Zaraa, die Tuchweberin der Familie ihnen die Pforte öffnet und den beiden mit einem strahlenden Ausdruck auf den Zügen entgegentrat. Sie freute sich sichtlich über die Rückkehr, doch hielt jene nicht sehr lange an. Tiefe Trauer trat im Anschluss in ihre Augen und sie begann letztlich bei einer Tasse Mocca zu berichten. Leider bekam sie von dem was geschah nicht viel mit und konnte daher kaum Details nennen. Nur soviel, dass es zu einem Kampf zwischen dem Erhabenen und verschiedenen Janitscharen vor dem Familienhaus kam und dass sowohl Nadim, als auch Razyr und Faruk ihren Wunder erlagen. Der Name Ifrey wurde aus allen Aufzeichnungen und Archiven es Reiches entfernt und alle ehemaligen Mitglieder der Familie, die den Namen nicht abgelegt haben, müssten in Schande leben. Aus den verbliebenen Mitgliedern der Familie entstand eine gänzlich Neue, die sich fortan Ryzan nannte. Selim, neugierig wie er war suchte das Gespräch zu weiteren Menekanern. Unter anderem mit der Sekban des Reiches der Sonne Khalida, die ihm dann auch Details zu den Vorkommnissen nennen konnte und ihm riet, um eine Audienz beim Erhabenen zu bitten und den Namen Ifrey für alle Zeit abzulegen. So kam es dann letztlich auch, nur einen Tag später fanden sich Selim und Aylin im Palast wieder und schworen dem Namen ab um fortan als hauslose vor den Toren der Stadt zu leben. Einst stolzes Oberhaupt der Familie Ifrey und Hakim Basha des Reiches und nun ehrloser Menekaner am Rande der Gesellschaft, ohne Familie und wohnhaft draußen vor den Mauern der Stadt.... ohne Schutz.... Immer wieder stellten die beiden sich die Frage … „Warum?“ … „Wie konnte es nur dazu kommen?“ … „Hätten sie es verhindern können?“
Zu allem Überfluss erreichte sie dann noch die Nachricht, dass die Karawane mit der Shafiq, Inayah und weitere Familienmitglieder unterwegs gewesen sind bisher nicht zurückkehrte. Sie galten demnach als verschollen....
Der letzte Atemzug
Am vierte Tage der Woche, dem 21. Wechselwind 259 machte sich Selim wie jeden morgen auf den Weg in den nahegelegenen Wald dicht an den Grenzen des rahalischen Reich, um dort Kräuter für seine Tinkturen und Heilmittel zu sammeln. Im Grunde fast schon Routine, war er doch fast jeden Morgen in diesem Bereich unterwegs. Doch nagten all' die tragischen Ereignisse und Geschehnisse in den letzten Wochen und Monaten sehr an ihm und er war für einigen Augenblicke unachtsam und in Gedanken versunken. Seine Familie mehr oder minder ausgelöscht und aus Menek'ur verscheucht oder in einer neue Familie, seine Rani galt als verschollen und er selbst am Rande der Gesellschaft und das nach all' dem was er in den vielen Monden vor seiner Abreise innerhalb des Reiches schon erreicht hatte. Lediglich Aylin ist ihm geblieben, sie gab ihm stetig Kraft und Mut, so dass er nicht aufgab. Mit seinem leicht gekrümmten menekanischen Dolch durchtrennte er einen weiteren Stengel und steckte sich das Johanneskraut im Anschluss in den kleinen Beutel, der seitlich an seinem Gürtel befestigt war. Das leise knacken im Unterholz, welches von zwei dunklen Gestalten direkt hinter ihm erzeugt wurde, bemerkte Selim nicht so dass diese sich weiter an ihn heranpirschen konnten. Einer der beiden mit einem Phantomdolch und in eine leichte Lederrüstung gehüllt, der andere mit einer auf Selim gerichteten einhändigen Armbrust, wobei der Bolzen bereits eingespannt und für den Abschuss bereit war. Selim selbst bewegte sich in hockender Haltung weiter vor und widmete sich weiteren Kräutern, Sträuchern und Pflanzen. Dann, ein leises klackendes Geräusch, verursacht von der Armbrust die den Bolzen blitzschnell in seine Richtung katapultierte. Zwar erregte es seine Aufmerksamkeit und er drehte seine Kopf relativ zügig in jene Richtung, doch leider zu spät. Der Bolzen hatte sich bereits tief in seine Rüstung gebohrt. Direkt unterhalb seines Herzens drang er in sie ein und bohrte sich tief in seine Haut. Ein leiser Aufschrei seinerseits ertönte und sofort riss er seine rechte Hand empor um diese auf besagter Stelle abzulegen. Die andere führte er an den Waffengurt auf der anderen Seite und legte seine Hand um den Griff seines Rabenschnabels, den er langsam aus der Scheide zog. Doch war die Zeit war leider nicht mehr ausreichend. Die zweite Gestalt hatte sich mittlerweile genähert und seinen Dolch direkt an die Kehle von Selim geführt. Leise gleichmäßige Atemzüge drangen an sein Ohr, gefolgt von zahlreichen Lauten und einer Stimme die er nicht verstehen konnte. Schrill und sehr hoch, so dass es in seinen Ohren schmerzte. Selim versuchte sich noch gegen den drohenden Angriff zu wehren, doch zögerte der Lethar nicht lange. Mit der Klinge seines Dolches durchschnitt er seinen Halsschutz wie Butter und letztlich ebenso seine Kehle und stieß ihn direkt im Anschluss an seine Tat von sich weg, so dass Selim in seiner leicht gekrümmten Haltung und voller Schmerz erfüllt direkt im nächsten Strauch landete. Dort lag er nun, hielt sich mit der einen Hand seine Wunde unterhalb des Herzens und die andere drückte er auf seine Wunde an der Kehle. Dem Lethar sah er schmerzverzerrtem Gesicht nunmehr direkt in die rötlich schimmernden Augen. Gelegentlich entrann ihm dabei ein leises keuchen und zahlreiche leise Schluckgeräusche aufgrund der großen Menge Blut, die in seine Kehle hinab lief. Man sah Selim förmlich an wie das Leben langsam aus seinem Körper weichte und seine Atmung deutlich langsamer wurde. Ein seichtes Zittern ging durch seinen Körper während sein Blick immer starrer wurde und die Farbe aus seinem Gesicht wich, ehe er letztlich gänzlich seine Augen schloss und sein Herzen zu schlagen aufhörte. Die Letharen verschwanden daraufhin im Dickicht des Waldes und der Morgendämmerung, auf leisen Sohlen in Richtung Norden.
Eine Wache eilt zu Malik Zahit Ryzan und Maanika Ra`naa Yazir um die beiden zu informieren . i.A. Selim
Etwa 4 Mondläufe waren Selim und Aylin mit einer kleinen Karawane auf Reisen und haben in dieser Zeit verschiedenen Städte und Dörfer im Norden und Osten Gerimors aufgesucht um ihr Wissen um die Heilkunst und der Alchemie zu vertiefen. Gespräche mit zahlreichen Gelehrten und Heilkundigen fremder Völker wurden geführt und sich untereinander ausgetauscht. Neue Kräuter und Rezepte verschiedener Arzneien wurden entdeckt und für das Reich der Sonne archiviert, so dass ihr Volk auch in Zukunft davon profitieren könnte.
In ihrer Abwesenheit hatte Nadim die Amtsgeschäfte des Oberhauptes übernommen und Razyr zu seinem vorübergehenden Stellvertreter ernannt. Selim vertraute den beiden und hatte keinerlei Befürchtung, dass es mit der Familie Azeezah zu weiteren Streitigkeiten oder gar einem Eklat kommen würde. Doch er sollte sich täuschen.....
Nach ihrer Rückkehr hatten die beiden bereits an den Grenzen Menek'urs ein ungutes Gefühl. Sie wurden während der Kontrolle durch die Janitschare zwar nicht unfreundlich behandelt, aber man vermittelte ihnen auch nicht das Gefühl, dass sie willkommen sind. Das Ganze sollte sich an den Stadttoren dann wiederholen, denn einer der beiden Janitschare wollte tatsächlich den Bürgerbrief von Selim und Aylin kontrollieren und machte im Verlauf des Gespräches verschiedene seltsame Andeutungen wie … „Ihr lebt nicht länger innerhalb der Mauern.“ oder „Es sind noch Häuser im Viertel der Hauslosen frei.“ … Zunächst dachten die beiden sich nichts dabei und taten diese Bemerkungen als einen üblen Scherz ab, doch sollten sie schon bald eines besseren belehrt werden.
Die strengen Blicke der am Straßenrand stehenden Menekaner, während sie durch die Straßen in Richtung Familienhaus ritten, waren befremdlich. Gelegentlich konnte man leises tuscheln oder auffälliges flüstern vernehmen und es fielen immer wieder die Worte … „Schande...“, „Ehrlose Menekaner...“ oder „Was wollen die beiden innerhalb der Stadtmauern...“
Ein letztes Mal bogen sie rechts ab und standen letztlich vor den Toren des Familienhauses. Doch standen dort nicht wie gewohnt zwei Wachen in den Farben der Familie Ifrey. Auch das Haus sah von außen gänzlich anders aus, als hätte man das alte dem Erdboden gleich gemacht. Die beiden trauten ihren Augen nicht, traten aber dennoch an die Tore heran und läuteten. Es dauerte eine Weile bis Zaraa, die Tuchweberin der Familie ihnen die Pforte öffnet und den beiden mit einem strahlenden Ausdruck auf den Zügen entgegentrat. Sie freute sich sichtlich über die Rückkehr, doch hielt jene nicht sehr lange an. Tiefe Trauer trat im Anschluss in ihre Augen und sie begann letztlich bei einer Tasse Mocca zu berichten. Leider bekam sie von dem was geschah nicht viel mit und konnte daher kaum Details nennen. Nur soviel, dass es zu einem Kampf zwischen dem Erhabenen und verschiedenen Janitscharen vor dem Familienhaus kam und dass sowohl Nadim, als auch Razyr und Faruk ihren Wunder erlagen. Der Name Ifrey wurde aus allen Aufzeichnungen und Archiven es Reiches entfernt und alle ehemaligen Mitglieder der Familie, die den Namen nicht abgelegt haben, müssten in Schande leben. Aus den verbliebenen Mitgliedern der Familie entstand eine gänzlich Neue, die sich fortan Ryzan nannte. Selim, neugierig wie er war suchte das Gespräch zu weiteren Menekanern. Unter anderem mit der Sekban des Reiches der Sonne Khalida, die ihm dann auch Details zu den Vorkommnissen nennen konnte und ihm riet, um eine Audienz beim Erhabenen zu bitten und den Namen Ifrey für alle Zeit abzulegen. So kam es dann letztlich auch, nur einen Tag später fanden sich Selim und Aylin im Palast wieder und schworen dem Namen ab um fortan als hauslose vor den Toren der Stadt zu leben. Einst stolzes Oberhaupt der Familie Ifrey und Hakim Basha des Reiches und nun ehrloser Menekaner am Rande der Gesellschaft, ohne Familie und wohnhaft draußen vor den Mauern der Stadt.... ohne Schutz.... Immer wieder stellten die beiden sich die Frage … „Warum?“ … „Wie konnte es nur dazu kommen?“ … „Hätten sie es verhindern können?“
Zu allem Überfluss erreichte sie dann noch die Nachricht, dass die Karawane mit der Shafiq, Inayah und weitere Familienmitglieder unterwegs gewesen sind bisher nicht zurückkehrte. Sie galten demnach als verschollen....
Der letzte Atemzug
Am vierte Tage der Woche, dem 21. Wechselwind 259 machte sich Selim wie jeden morgen auf den Weg in den nahegelegenen Wald dicht an den Grenzen des rahalischen Reich, um dort Kräuter für seine Tinkturen und Heilmittel zu sammeln. Im Grunde fast schon Routine, war er doch fast jeden Morgen in diesem Bereich unterwegs. Doch nagten all' die tragischen Ereignisse und Geschehnisse in den letzten Wochen und Monaten sehr an ihm und er war für einigen Augenblicke unachtsam und in Gedanken versunken. Seine Familie mehr oder minder ausgelöscht und aus Menek'ur verscheucht oder in einer neue Familie, seine Rani galt als verschollen und er selbst am Rande der Gesellschaft und das nach all' dem was er in den vielen Monden vor seiner Abreise innerhalb des Reiches schon erreicht hatte. Lediglich Aylin ist ihm geblieben, sie gab ihm stetig Kraft und Mut, so dass er nicht aufgab. Mit seinem leicht gekrümmten menekanischen Dolch durchtrennte er einen weiteren Stengel und steckte sich das Johanneskraut im Anschluss in den kleinen Beutel, der seitlich an seinem Gürtel befestigt war. Das leise knacken im Unterholz, welches von zwei dunklen Gestalten direkt hinter ihm erzeugt wurde, bemerkte Selim nicht so dass diese sich weiter an ihn heranpirschen konnten. Einer der beiden mit einem Phantomdolch und in eine leichte Lederrüstung gehüllt, der andere mit einer auf Selim gerichteten einhändigen Armbrust, wobei der Bolzen bereits eingespannt und für den Abschuss bereit war. Selim selbst bewegte sich in hockender Haltung weiter vor und widmete sich weiteren Kräutern, Sträuchern und Pflanzen. Dann, ein leises klackendes Geräusch, verursacht von der Armbrust die den Bolzen blitzschnell in seine Richtung katapultierte. Zwar erregte es seine Aufmerksamkeit und er drehte seine Kopf relativ zügig in jene Richtung, doch leider zu spät. Der Bolzen hatte sich bereits tief in seine Rüstung gebohrt. Direkt unterhalb seines Herzens drang er in sie ein und bohrte sich tief in seine Haut. Ein leiser Aufschrei seinerseits ertönte und sofort riss er seine rechte Hand empor um diese auf besagter Stelle abzulegen. Die andere führte er an den Waffengurt auf der anderen Seite und legte seine Hand um den Griff seines Rabenschnabels, den er langsam aus der Scheide zog. Doch war die Zeit war leider nicht mehr ausreichend. Die zweite Gestalt hatte sich mittlerweile genähert und seinen Dolch direkt an die Kehle von Selim geführt. Leise gleichmäßige Atemzüge drangen an sein Ohr, gefolgt von zahlreichen Lauten und einer Stimme die er nicht verstehen konnte. Schrill und sehr hoch, so dass es in seinen Ohren schmerzte. Selim versuchte sich noch gegen den drohenden Angriff zu wehren, doch zögerte der Lethar nicht lange. Mit der Klinge seines Dolches durchschnitt er seinen Halsschutz wie Butter und letztlich ebenso seine Kehle und stieß ihn direkt im Anschluss an seine Tat von sich weg, so dass Selim in seiner leicht gekrümmten Haltung und voller Schmerz erfüllt direkt im nächsten Strauch landete. Dort lag er nun, hielt sich mit der einen Hand seine Wunde unterhalb des Herzens und die andere drückte er auf seine Wunde an der Kehle. Dem Lethar sah er schmerzverzerrtem Gesicht nunmehr direkt in die rötlich schimmernden Augen. Gelegentlich entrann ihm dabei ein leises keuchen und zahlreiche leise Schluckgeräusche aufgrund der großen Menge Blut, die in seine Kehle hinab lief. Man sah Selim förmlich an wie das Leben langsam aus seinem Körper weichte und seine Atmung deutlich langsamer wurde. Ein seichtes Zittern ging durch seinen Körper während sein Blick immer starrer wurde und die Farbe aus seinem Gesicht wich, ehe er letztlich gänzlich seine Augen schloss und sein Herzen zu schlagen aufhörte. Die Letharen verschwanden daraufhin im Dickicht des Waldes und der Morgendämmerung, auf leisen Sohlen in Richtung Norden.
Eine Wache eilt zu Malik Zahit Ryzan und Maanika Ra`naa Yazir um die beiden zu informieren . i.A. Selim