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Johannas Start in ein neues Leben [Teilnahme erwünscht]
Verfasst: Freitag 8. April 2016, 18:44
von Gast
Der Tag hätte so gut werden können.. Die Betonung lag hier auf "hätte". Nach einer viel zu kurzen Nacht hatte Balian bereits wieder Dienst in Junkersteyn schieben dürfen und im Anschluss ging es eigentlich "nur mal eben" zur Kommandantur, sich frisch machen und dann wollte er nach Hause. Doch es kam alles anders, als geplant. Wachtmeister Salberg kam auf ihn zu und befahl Kakao und etwas zu essen für ein Kind zu holen, das wohl ihren Vater seit 4 Tagen vermisste und im folgenden Gespräch mit der Kleinen wurde schnell klar, dass irgend was nicht stimmte. Den Brief, den sie erst Keylon und dann dieser Balian überreichte, brachte schließlich Klarheit. Der Vater war tot. Aber das Kind steckte voller Hoffnug ihn wiederzufinden und so brachen sie zur Hütte im Umland Bajards auf. Die Heimat der zweiköpfigen Familie. Was sie dort recht zügig fanden, war genau das, was sie nicht sehen wollten. Vater Frank, erschlagen von einem massiven Baum, mitten im Wald. So wie er aussah, lag er schon einige Tage dort und seine Worte im hinterlassenen Brief ließen Schlimmes vermuten.
"An den, der das Buch findet. Wenn dieser Jemand es liest, werde ich wohl tot sein."
Es war seiner Erziehung, seinem guten Willen und dem Barett auf seinem Kopf zu verdanken, dass Balian alle aufkommenden Assoziationen und Gefühle runter zu schlucken vermochte, solange er in Gesellschaft von Johanna, Nathelia und dem Wachtmeister war.
"Gardist, ich werde Euch als bald als möglich einen Rekruten schicken.", hatte Keylon gesagt und natürlich ungesehen gezwinkert. Balian sollte nicht warten und die Hütte nach weiteren Hinterlassenschaften, Spuren oder sonstigem durchsuchen, bevor er dann mit einem Hilfstrupp, der tatsächlich als bald als möglich eintreffen sollte, den Vater unter der Zeder heraus zu holen. Im Anschluss würde man ihn in's nahe gelegene Kloster bringen und dort aufbahren, bevor er endgültig in's Licht der Herrin geführt werden könne. Eine dreckige Arbeit, die niemand gerne machte. Aber auch das gehörte zu den Aufgaben eines Soldaten, denn Menschen starben und ihre Seelen mussten vor Kra'thor bewahrt werden.
In der Holzfällerhütte fand er am Ende nur noch nebst den vermuteten Werkzeugen des Gewerks Unmengen an Pergamenten mit Kohlestiften, Kuscheltiere, bunte Wolldecken und Kleidung von den Beiden. Es war eindeutig, dass Frank seine Tochter nahezu vergöttert haben musste. Kein Wunder, dass er ihr nicht über die Feigheit der Mutter berichten wollte und eine umso größere Schande, dass er sie nun offenbar im Stich gelassen hatte.
"Kümmert Euch gut um meinen kleinen Schatz[...]", stand im Abschiedsbrief. Feste durchatmend stand Balian nun also in der Hütte, hatte alles zusammen gesammelt, was dem Kind noch von Nutzen oder Erinnerung sein konnte und schaute sich um.
"Gardist, kann man Euch noch zur Hand gehen?", frug einer der Rekruten und da wandte sich Angesprochener herum. Eine perfekt antrainierte Fassade richtete sich auf, als er meinte:
"Nein, Rekrut. Bringt einfach das hier nach Kronwalden zum Haus von Frau Salberg. Die Sachen wird das Kind noch brauchen." Mit diesen Worten wurde dem Rekruten auch schon der Stapel Kleider und Spielzeuge in die Arme gedrückt, ehe er am Kameraden vorbei schepperte.
"Ich werde den Bergungstrupp nach Schwingenstein begleiten und dann in der Kommandantur anzutreffen sein.", waren die letzten Worte, ehe getan wurde, was gesagt worde. Am Kloster erklärte er dem nächstbesten Geweihten noch, was geschehen war:
"Der Herrin zum Gruß Bruder. Wir haben den Leichnahm eines mittelalten Holzfällers aus Adoran gefunden. Er hinterlässt eine zehnjährige Tochter, die derweil in der Obhut der Familie Salberg ist und von einem Heilkundigen auf körperlichen Schaden untersucht wird. Sorgt bitte dafür, dass seine Seele zur Herrin gelangt und er seine letzte Ruhe findet. Für Rückfragen durch die Priester stehe ich zur Verfügung. Hinterlasst bitte in dem Falle ein Schreiben an der Kommandantur für Gardist Sturmthal. Temora beschützt!" So ward Frank auch schon in die Hände des Klosters übergeben und der Bergungstrupp machte sich auf den Rückweg zur Kommandantur. Dort setzte Balian sich auch gleich an den Bericht, den er auf dem Tisch der Frau Oberstleutnant hinterlegte. Irgendwo dazwischen hatte es Keylon noch einmal zurück verschlagen, er wurde ebenso informiert und teilte seinerseits mit, dass Johanna zumindest körperlich unversehrt war. Immerhin etwas...
Bericht zum Auflesen der jungen Johanna und ihres verstorbenen Vaters:
beteiligte Regimentler:
Wachtmeister Salberg
Gardist Sturmthal
Gardist Zaedrael (in zivil)
beteiligte Zivilisten:
Nathelia Salberg
Johanna
(Frank, verstorbener Vater des Fräulein Johannas)
Edle van Drachenfels
Adoran Kommandantur des Lichtenthaler Regiments,
den 08. Wechselwind 259
Ehre sei der Krone und dem Reich, der Lichtbringerin zum Gruße,
etwa zum vierten und einem halben Stundenlauf nach dem Mittagsläuten traf meine Person an der Kommandantur ein, wo mir Wachtmeister Salberg bereits entgegen kam und sagte, er hätte ein Mädchen in Adoran aufgelesen. Wie sich in einer Vielzahl kurzer Unterhaltungen herausstellte, wurde das Mädchen Johanna von ihrem Vater Frank, einem Holzarbeiter aus Adoran in der heimischen Hütte zwischen Bajard und Varuna vier Tage lang alleine gelassen, bis das Mädchen aus der Not heraus die Hütte verließ. Laut Angaben aus Hunger und Angst um ihren Vater. Dieser hatte vor seinem Aufbruch in den Wald einen Brief hinterlassen, den Johanna noch nicht lesen kann und uns so in der Kommandantur ahnungslos überreichte. (Im Anhang angefügt)
Kamerad Zaedrael kam zwischendurch in zivil und wurde gleich vom Wachtmeister damit beauftragt die Edle van Drachenfels zu holen und des Wachtmeisters Nichte Nathelia Salberg mit ein paar warmen Kleidern zur Kommandantur zu schicken. Nachdem Johanna neu eingekleidet war und sich mit Nathelia unterhalten hatte, gingen wir mit Kenntnisnahme des Briefes zur oben genannten Hütte, wo wir nicht fern ab auf den Leichnahm des Vaters stießen. Er lag erschlagen von einer Zeder im Wald und es bedarf keiner Ausbildung in Heilkunde, um zu vermuten, dass er dort mehr als einen Tag schon lag und definitiv tot ist. Wachtmeister Salberg und Nathelia brachten die vollkommen aufgelöste Johanna vorerst nach Kronwalden, wo sich die Edle van Drachenfels ihrer gesundheitlichen Unversertheit versicherte und man sie zu beruhigen versuchte. Zeitgleich wurde mir Verstärkung in den Wald von Tirell geschickt, um den Vater zu bergen, in das Kloster der Lichteinigkeit zu bringen und die Hütte nach Spuren oder noch brauchbaren Dingen zu durchsuchen. Weitere Briefe oder ähnliche Dokumente fand ich nicht mehr. Nur noch jede Menge Spielzeuge, teils selbst gemacht und ein paar wenige Kleider. Am verstorbenen Vater fand ich noch einen Anhänger, der darauf schließen lässt, dass er an die Herrin Temora glaubte. Jene Sachen übergab ich einem Rekruten, der sie zum Hause Salberg bringen soll, aufdass Wachtmeister Salberg sie dem Kind übergeben kann, so es in der Verfassung dazu ist.
Der Vater wird nun als bald als möglich im Kloster aufgebahrt und seine Seele in das Licht der Herrin geführt werden. Aus dem Brief ersichtlich und nach Aussagen des Kindes ist nicht davon auszugehen, dass die Mutter des Kindes noch einmal auftauchen oder zu erreichen sein wird. Daher sollte über eine Unterbringung Johannas nachgedacht werden.
Für Rückfragen stehen Wachtmeister Salberg und meine Person zur Verfügung.
Temora beschützt!
gez. Gardist
Und so wird auch der Brief noch beigelegt, ehe er schlussendlich nach Hause ging, um das Barett abnehmen und seinen eigenen Gedanken nachgehen zu können. Jetzt durfte er nur nicht den schmalen Grad zwischen Schwäche und Stärke verlieren..
Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 17:50
von Janarey
Als die Korporal im Büro ihrer täglichen Arbeit nachging fand sie unter anderem den folgenden Bericht auf dem Schreibtisch vor.
Sie machte sich gleich daran einige Briefe zu verfassen und diese den nächstbesten Rekruten der nicht schnell genug die Gefahr in Form von laufarbeit kommen sah in die Hand zu drücken. So wurden 2 Briefe entsandt, der eine ging nach Adoran an die Edle van Drachenfels und der andere ging nach Kronwalden zum Haus von Amelie Salberg. Dann lehnte sie sich in den Sessel zurück und öffnete die Lagerkiste für die wirklich hochwichtigen Unteroffiziersdinge und nahm sich eine Handvoll Süßigkeiten heraus die sie dann erst einmal genüsslich als zweites Frühstück zu sich nahm.
Als der Rekrut aus Kronwalden dann mit einer Nachricht von Amelie zurück kam aus der hervor ging das sie wohl die kommende Woche nicht vor ort wäre und sie sich an die Familienoberhäupter, den Onkel Arwan oder Zahrak Salberg wenden solle, verfasste sie einen weiteren Brief. Der Blick zum Rekruten gerichtet
mit den Worten, nicht weglaufen, gab sie ihm nach einer Weile den brief in die Hand und schickte ihn erneut los.
Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 19:01
von Zahrak Salberg
Und so fand der Brief natürlich pflichtbewusst getragen seinen Weg in Zahraks Hände. Dieser staunte nicht schlecht, als er sich nun auch noch darum Gedanken machen sollte. Er hatte schon am Vortag mit Keylon über das Kind geredet. Hatte sich erst aufklären lassen und dann seine Meinung zur Situation verkündet. Keylon und Adelena hatten kaum Zeit, waren eigentlich immer außer Haus. Bei Amelie hätte Johanna viele Menschen und Tiere um sich, sogar mit Nathelia eine Altersgenossin, aber streng genommen keinen Platz. Das Haus war jetzt schon überfüllt und es gab noch weitere Planungen zu Einzügen. Ja, es war offenbar sehr deutlich, dass es keine weiteren Familienmitglieder mehr gab, die man kontaktieren könnte. Die Mutter auf Ewig verschollen oder gar tot, der Vater definitiv tot und andere Verwandte waren nicht bekannt. Er selber könnte natürlich auch das Kind bei sich aufnehmen. Aber wie sollte er das machen? Klar, Platz war gegeben, er war nach der Auflösung des Kessels viel zu Hause, aber wenn er vor einer Sache am meisten Angst hatte, dann war es das eigene Versagen. Er hatte schon einmal ein Kind gehabt und auch, wenn es das Schicksal war, was ihm da einen Streich gespielt hatte, traute er sich nicht diese Rolle noch einmal einzunehmen. Ganz fern davon ab, dass sein Haus ein Männerhaushalt war. Klar, Lucilla kam öfter mal vorbei. Aber dann kochte sie oder unterhielt sich etwas mit ihm. Sie wohnte nicht bei ihm und war auch seine Cousine. Nicht seine Frau oder so etwas. Fragen über Fragen und Gedanken über Gedanken.. Überforderung! Nein, Moment! Besonnenheit war auch hier wohl wieder das Stichwort. ... Aber wie soll man Besonnenheit wahren, wenn man keine Antworten auf die Fragen findet und die Gedanken nicht richtig geordnet bekommt? Er atmete schwer durch, ging gar auf und ab in seinem Haus und raufte sich die Haare. Plötzlich stoppte er und beschloss für sich: Keylon muss Arwan aufklären und dann musste eine Entscheidung getroffen werden, die ebenso im Sinne Amelies war, wie sie im Sinne der drei Männer und irgendwo natürlich auch im Sinne des Kindes war. Wobei das für ihn jetzt erstmal persönlich zweite Priorität hatte. "Puh, immer schön ruhig bleiben, Zahrak. Wir kriegen das schon hin.." Mit diesen Worten ging er dann doch erst mal an die Arbeit zurück. War ja nicht so wie bei Leuten mit Langeweile...
Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 22:06
von Keylon von Salberg
Fast hätte er sie übersehen, aber sie sprach ihn an.
Johanna...
10 Jahre alt, und alleine.
„Hast du meinen Papa gesehen?“ hatte sie ihn gefragt, und Keylon hatte zum ersten Male dies kleine Mädchen entdeckt, das etwas verdreckt und auch frierend vor ihm stand.
„Wie heißt denn dein Papa.“ hatte er sie gefragt und ihre Antwort stahl ihm fast ein Lächeln auf das Gesicht. „Na Papa natürlich.“ meinte sie und konnte auch auf die Frage wie alt sie denn sei
mit „10„ antworten.
Keylon legte ihr seinen Umhang um, und nahm sie ersteinmal mit hinauf wo er auf Gardist Sturmthal traf, dem er Befahl warmen Kakao und etwas zu Essen zu besorgen.
Als jener mit dem geforderten wieder zurückkam hatte er inzwischen schon mehr herausbekommen. Die Kleine hieß Johanna, war 10 Jahre alt. Ihr Vater hieß Frank, arbeitet in Adoran, war Holzarbeiter und seit 4 Tagen nicht nach Hause gekommen.
Ihre Mutter, so sagte sie war bei Eluive im Himmel ...
Keyon biß sich auf die Unterlippe und vermochte sein Mitgefühl hinter seiner Dienstvisage gut zu verstecken.
Während Johnanna etwas aß und den Kakao trank, schickte er einen Rekruten zu Amelies Haus um Milli holen zu lassen, sie sollte warme Kleidung von sich mitbringen.
Da Milli und Johanna etwa in dem selben Alter waren, würde seine Nichte dem Mädchen sicherlich gut tun.
Während er fein säuberlich jegliche Notiz aufschrieb die auch Balian von ihr erfragte, warteten sie auf Milli.
Johanna hatte ein Pergament dabei das Böses erahnen ließ.
„Wenn ihr dieses liest ist mir wohl was zugestossen“ oder so ähnlich aber viel Wichtiger war das dort geschrieben stand das ihre Mutter nicht tot war, sondern sie einfach verlassen hatte.
Erneut drehte es Keylon fast den Magen um bei diesen Zeilen und fast atmete er auf als Milli kam und dabei Johanna, so wie er es erhofft hatte ein wenig ablenkte.
Nachdem die Kleine dann endlich gesättigt und ihr auch wieder ein wenig warm war, machten sie sich auf zu der Hütte im Wald wo sie mit ihrem Vater wohnte.
Keylon erhoffte sich davon dort einige Hinweise auf den Vater oder die Mutter zu bekommen und vielleicht auch Spuren wo der Mann sein konnte, doch sie hatten die Hütte noch nicht ganz erreicht da schrie Johanna auch schon auf.
In der Nähe im Wald von der Seite aus von wo sie kamen lag ein Mann...
Begraben unter einer gefallenen Eiche.
Man musste kein Heiler sein um zu wissen das der Mann tot war.
Johanna hingegen brach neben dem Mann ... ihrem Vater weinend zusammen.
Keylon befahl Balian bei dem Mann zu bleiben, er würde Hilfe schicken und er solle dann die Hütte untersuchen und dafür sorgen das der Mann ins Kloster gebracht wurde.
Er sprach so laut dabei das Johanna ihn hören konnte, nun sicher das ihr Vater nicht alleine bleiben würde, zwinkerte dabei aber dem Gardisten unmerklich zu, das jeder wußte er hatte freie Hand.
Neben Johanna weinte nun Milli solidarisch mit dem Mädchen und Keylon hatte nun auch einen Kloß im Hals.
Sie tat ihm so leid.
Die Eltern zu verlieren, tat sicherlich genauso weh wie ein Kind zu verlieren ... oder ... nein es war sicher schlimmer. Sie war nun ganz alleine auf der Welt, hatte niemanden mehr.
Wie schlimm musste dieser Schmerz sein.
Gefühlvoll nahm er sie auf die Arme.
Nein... sie war nicht alleine.
Er würde sie ersteinmal zu Amelie bringen. Dort hatte sie zumindest erst einmal Milli, eine gleichaltrige mit der sie sich austauschen konnte.
Und Amelie war zwar nicht ihre Mutter, aber Urlieb, außerdem konnte er Lili kommen lassen.
Sie würde sich genauso kümmern.
Niemand konnte, oder würde ihr ihre Eltern ersetzen könne, aber man konnte sich zumindest gut um sie kümmern.
Genauso wie es in dem Brief stand.
Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 23:21
von Liliana van Drachenfels
Millie kam augeregt und vollkommen außer Atem zum Hof gerannt. Sie stammelte etwas von Johanna und daß ihr Vater gestorben sei.. Lili dachte zu erst an die Priesterin gleichen Namens, doch rasch stellte sich heraus daß es sich um ein Mädchen in Millies Alter handelte. Lii nahm die erschöpfte Millie huckepack und lief mit ihr in Richtung Kronwalden wo sie Keylon mit Johanna im Keller antrafen. Keylon machte ihr recht unglücklich Zeichen und wollte offensichtlich daß Lili ihn ablöste. Da das Mädchen vollkommen verdreckt war, ging Lili mit der Kleinen erst ein mal ins Bad. Johanna wurde gründlich mit viel Wasser und Seife gewaschen und natürlich versuchte sie das Mädchen zu trösten.
Sie erzählte ihr daß ihr Vater nun bei Temora sei und über sie wachen würde und der Gedanke schien sie tatsächlich ein wenig zu trösten. Millie hatte die Idee daß Johanna doch gleich bei ihnen bleiben könnte. Der Gedanke schoß ihr durch den Kopf daß sie und Elaric die kleine sicher auch aufnehmen würde, aber so wie sie Amelie kannte, würde diese Johanna bei sich aufnehmen. So hatte auch Millie jemanden zum Spielen.
Verfasst: Sonntag 10. April 2016, 23:48
von Taliara Levar
Es war jetzt ein paar Tage her, das Millie angerannt kam und nach Kakao fragte. Sie war fast zu aufgeregt um zu erzählen was geschehen war. Ich machte ihr also den Kakao und wir gingen rüber in Amelies Haus.
Vor dem Kamin schlummerte mit einer Katze im Arm ein kleines Mädchen. Für dieses Mädchen sollte der Kakao sein, Millie wußte das sie ihn gern mochte und so fragte sie einfach bis sie ihn hatte um der Kleinen eine Freude zu machen. Sie war sehr oft schon erwachsener als manch einer der älteren die ich kannte und sie zauberte ein Lächeln auf meine Lippen mit ihrer Fürsorge.
Als Millie sah das es ihr anscheinend etwas besser ging, begann sie zu erzählen, aber so hastig, das ich nur sowas verstand wie, sie hat ihren Vater tod aufgefunden, Ungeziefer nagte schon an ihm, aber sie hat ihn fest im Arm gehalten, bis Hilfe kam und sie erst einmal vom Ort des Geschehens weg brachte. Ihr Vater wurde wohl nach Adoran verbracht und Lilli war benachrichtigt worden um nach der Kleinen zu sehen. Wie Millie erzählte wurde sie gebadet und mit ein wenig Stolz erzählte sie auch, das sie von ihren Kleidern abgegeben hatte, damit die Kleine etwas zum anziehen hatte.
Ich mahnt MIllie leise doch mal Luft zu holen und in Ruhe weiter zu erzählen. Amelie kam hinzu und hörte sich auch alles an. Es war selbstverständlich für sie das Kind bei sich aufzunehmen.
Und so gingen wir hoch und es wurde schon geplant, wer nun wo mit wem schlafen sollte. Amelie hat ein offenes Haus für Jedermann, so schien es mir zumindest. Ich eilt rüber zu meinem Hof und fertige ein passendes Bett an. Da aber soviele bei Amelie wohnen machte ich ihr einen anderen Vorschlag, so könnten die Mädels zusammenschlafen, was sie sicher lustig fänden.
Die Tage vergingen und ich hatte nichts mehr gesehen oder gehört
Verfasst: Donnerstag 14. April 2016, 18:58
von Grimm Donnerfaust
..
Verfasst: Donnerstag 14. April 2016, 18:59
von Liliana van Drachenfels
Natürlich schaute ich in den nächsten Tagen viel nach Johanna, doch wie sich daann alles entwickelte, kam dann doch überaschend. Ich war mit Milie und Johanna in Schwingenstein gewesen, weil Johanna ihren Papa noch ein mal sehen wollte. Doch die Diakonin gleichen Namens erklärte uns daß der Leichnam bereits nach
Adoran zum Friedhof gebracht worden und dort aufgebahrt wurde. An dem Abend war es dann allerdings zu spät und ich brachte die Mädchen nach Kronwalden zurück.
Ich hätte es vieleicht kommen sehen müssen, soviel Zeit wie ich mit Johanna verbrachte, dennoch brauchte sie mich ein wenig aus der Fassung als sie mir sagte, daß ich ihre Mama sei solle. Ich war natürlich sehr gerührt, hatte ich Johanan doch auch schon ins Herz geschlossen. Ich war allerdings davon ausgegangen daß sie im Haus Salberg bleibt, wo Amelie ihr eine gute Mutter und Millie ihr eine tolle Schwester sein würde. Auch Amelie und Millie gingen wohl davon aus und so überlegte ich, wie ich den beiden das beibringen sollte, ohne sie zu verletzen.
Am nächsten Tag kam Johanna dann mit zu Elarics Hof um diesen und auch die ganzen Tiere kennen zu lernen. Ich zog einige Erkundungen ein, aber mehr als der Vorname Frank habe ich leider nicht in Erfahrung gebracht. So liess ich vom Steinmetz einen Grabstein mit der Inschrift "Hier ruht Frank, der beste Papa der Welt und passt jetzt mit Temora auf seine Tochter Johanna auf" Bei meinen Wanderungen durch die Wiesen und Wälder nahm ich dann noch einen kleinen Spaten mit und grub einige besonders hübsche Blumen mitsamt Wurzeln aus. Darunter ein wunderschöner Enzianstrauch mit blauen Blüten, ein Sternanis, eine Rose und eine Ringelblume. Sie wollte ich mit bei der Beerdigung auf das Grab pflanzen. Am nächsten Tag trafen wir uns dann suf dem Friedhof wo Johannas Vater in einer sehr schönen Zeremonie beigesetzt wurde.. Anschließend pflanzten wir die Blumen auf sein Grab und wir gingen rasch zum Hof wo die vielen Tiere und vor allem Rosi dazu beitrugen, Johanna wieder ein wenig auf andere Gedanken zu bringen und aufzuheitern.
Verfasst: Samstag 16. April 2016, 14:55
von Keylon von Salberg
Fast hoffte Keylon Johanna sehen zu können, doch meistens verpasste er sie.
Er machte sich Sorgen um die Kleine.
Obwohl er wusste das sie es bei Amelie gut hatte, und auch Milli sicherlich sich gut um sie kümmern würde, aber nach ihrer Mutter nun auch noch den Vater zu verlieren, der einzigen Halt den sie noch gehabt hatte, musste für sie mehr als schwer sein.
Wie sehr ihr Vater sie geliebt hatte, das hatte man an dem Brief und all den Gegenständen sehen können, die er für sie hergestellt hatte, und ihr benehmen zeigte auch das er sich auch was das anging gut um sie gekümmert hatte.
Wie würde man solch Leid das sie nun erfahren musste nur auffangen können?
Keylon war sich sicher das Milli der wichtigste Schlüssel dazu war.
In dem Wald, in der Hütte würde Johanna nur wenig Gleichaltrige Kinder gehabt haben, wenn überhaupt, und jetzt hier, hatte sie zwar nicht die Familie, aber etwas das dem sehr nahe kam.
Man sorgte sich um sie.
War für sie da, und kümmerte sich.
Johanna war umgeben von liebenswürdigen Menschen, die ihren Vater nicht ersetzen würden können aber dennoch ihr Halt geben konnten in ihrem tiefen Fall.
Verfasst: Mittwoch 20. April 2016, 21:41
von Gast
Mit verschränkten Armen stand Alreidis vor der Zelle in der Rahaler Kommandantur und beobachtete das schlafende Kind. Beneidenswert, der Schlaf, den man in dem Alter hatte.
Immerhin, ein gewisses Mitgefühl hatte sie gehabt, als man ihr aufgetragen hatte, die Zellen zu überprüfen. Das Stroh auf dem kargen Boden war sauber, das Trinkwasser frisch, selbst die Ration Trockenfisch stammte geradewegs aus der Mannschaftsküche.
An der restlichen Situation des Kindes war nichts zu rütteln, sie hatte sich gar zu naiv selbst hineinmanövriert.
Lernen durch Schmerz.
Aber wer wusste schon, zu was es gut sein würde. Vielleicht hatten höhere Mächte die Schritte des Mädchens in die Heilige Stadt gelenkt. Vielleicht gar der All-Eine selbst. Womöglich mochte daraus mehr erwachsen, als schlichte materielle Forderungen im Gegenzug für das Kind.
Verfasst: Mittwoch 20. April 2016, 21:44
von Gast
Anastasia Swynedd hat geschrieben:Während die Dunkelheit bereits Ihre Finger ausstreckt, um das Land in Schwärze zu hüllen, wird man einen unauffällig gekleideten Mann entlang der Reichsgrenzen Adorans schlendern sehen. Er trägt eine Tasche, wie sie wohl auch ein Herold tragen würde und beobachtet vor allem die Höfe in unmittelbarer Nähe sehr genau. Er erkundigt sich bei jedem Passanten nach einer Frau "Lili" und auch nach Mädchen namens "Johanna" oder auch "Milie". Sollte er durch diese unverbindlichen Gespräche tatsächlich zu der gesuchten Frau "Lili" gelangen, händigt er Ihr ein Schreiben aus. Auf den ersten Blick mag es unscheinbar wirken, wirft man aber einen genaueren Blick auf das Siegel, kann man bereits vermuten, um wen es sich bei dem Absender handelt:
Macht und Stärke, Frau 'Lili'
Wir haben am heutigen Abend Euer Mündel Johanna in Rahal aufgegriffen. Das Mädchen befindet sich im Moment in Obhut der Reichsgarde.
Die Garde ist selbstverständlich gerne bereit Euch das Mädchen für einen angemessenen Unkostenbeitrag, - oder welche Unkosten auch immer als angemessen erachtet werden, - zu übergeben.
Wir bitten Euch weiterhin darum dieses Verhalten durch entsprechende Erziehung des Mädchens in Zukunft zu unterbinden, ansonsten sehen wir uns dazu gezwungen, dies als einen Akt der Spionage zu werten.
Der Bote ist überdies instruiert worden uns eine Nachricht zukommen zu lassen.
Heil dem All-Einen
[img]http://fs1.directupload.net/images/141202/zukhcx5p.png[/img]

Adjutant der Reichsgarde Rahals
Verfasst: Mittwoch 20. April 2016, 23:01
von Gast
Elaric bekam den Brief der Garde in seine Hände. Las ihn einige Male durch und entschied sich, selbst dafür zu sorgen, dass Johanna sicher heim kam. Er nahm einen Beutel voll Gold, sein schnellstes Pferd und viel Mut zusammen um dort hin zu reiten. Eigentlich war er immer nur ein Feigling. Aber er wollte auf keinen Fall, dass Liliana sich darum kümmerte. Sie war ihm zu wichtig und Johanna hatte er auch schon in sein Herz geschlossen. Er musste es einfach tun. Das er dann allerdings auch die Nacht im Kerker verbringen musste, damit hatte er nicht gerechnet. Aber es war seine eigene Entscheidung. Bis zur Klärung wollte er bei Johanna bleiben. Der erste Brief lag in der Lieferkiste, sichtbar für Liliana. Der zweite würde ihr ebenfalls am Hof gereicht werden.
Brief an Liliana: http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=639537#639537
Verfasst: Donnerstag 21. April 2016, 01:33
von Liliana van Drachenfels
Nachdem sie die beiden Nachrichten erhalten hatte, verbrachte Lili eine schlaflose Nacht. Zwischen Hoffen und Bangen.. ohnmächtiger Wut und Angst vor dem was passieren könnte. Machtlos mußte sie abwarten, niemand konnte ihr helfen.. Unruhig ging sie die ganze Nacht auf und ab..
Was bei Eluive hatte Johanna in Rahal zu suchen? Hatten sie sich doch erst kurz zuvor darauf geeinigt daß sie in Adoran bleiben würde und alleine nicht die Stadt verließ. Und wieso dieser Alleingang vo Elaric? Sicher er meinte es gut, aber es war viel zu gefährlich! Das hätte ihm doch klar sein müssen.. Wie konnte er nur so blauäugig sein?
Die ganze Nacht gring da so.. sie steigerte sich regelrecht da hinein und ihre Wut wuchs mit ihrer Sorge.. Doch sie konnte nichts tuen... NICHTS!
Verfasst: Donnerstag 21. April 2016, 12:35
von Gast
Aus: [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=639564#639564]Wohin der Weg führt[/url]
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Politik und Krieg.
Politik und Krieg waren immer gleich. Es war unerheblich, von welcher Seite aus man das Spielfeld betrachtete. Die Gedankengänge, die Spielzüge ähnelten sich, gleich, welcher Farbe man angehörte. Es war unnütz, gar unmöglich, den Kontrahenten Eigenschaften wie „gut” oder „böse” zuordnen zu wollen.
Das Feuer im mächtigen Kamin an der Westfront des großen Versammlungsraumes war heruntergebrannt. Nur hin und wieder zügelten Flammen aus der düster leuchtenden Glut. Die Schatten tanzten und zuckten in den Ecken des düsteren Raumes, als Alreidis im Licht des Feuerbeckens auf dem Tisch ihren Bericht schrieb.
Dieser Elaric Forstbach war mutiger, als er es von sich selbst zu glauben schien – und in seiner bodenständigen Art weit aufrechter, als so manch vermeintlicher strahlender Held der nichts weiter schwang außer große Reden und hohle Worte. Als er an der Kommandantur geklopft hatte „um Johanna abzuholen”, war Alreidis für einen Moment sprachlos von so viel Leichtsinn und Entschlossenheit gewesen, die dazu gehörten, allein und ungerüstet die Heilige Stadt zu betreten, wenn man sich als Feind des Alatarischen Reiches betrachtete.
Freiwillig hatte Elaric sich angeboten, die Nacht bei seiner Tochter in den Zellen zu verbringen, nachdem kein Offizier mehr greifbar gewesen war, sich der Sache anzunehmen. Ohne zu murren hatte er sich seine Habseligkeiten abnehmen lassen – dabei musste auch ihm klar sein, dass er ein Risiko einging, dass auch Alreidis nicht kalkulieren konnte. Was mit ihm und dem Kind geschehen würde, das würde sich am nächsten Tag ergeben.
Sei kein Schafskopf, sieh zu, dass du Land gewinnst, hatte sie ihm sagen wollen, als sie ihm stattdessen die Tür in die Kommandantur öffnete. Es gab verschiedenste Ansichten vom Umgang mit Gefangenen in Rahal – wie wohl überall – ob freiwillig oder unfrewillig. Mochte sein, dass man seinem Anliegen stattgab, das Geld nahm, ihn und das Kind gehen lies. Mochte sein, dass man den unerwarteten Gefangenen pragmatisch als weitere Geisel nutzte, um an Informationen oder Anderes von Wert zu gelangen.
Politik und Krieg waren immer gleich, da gab es nichts schönzureden. Man tat, was man konnte, um sein Ziel zu erreichen. Und ob ein Reich offen dazu stand und ein anderes empört tat, obschon es hinter der hübschen Fassade nicht anders handelte, machte keinen Unterschied.
Ihre Loyalität galt dem All-Einen, dem Reich, der Legion, der Garde. Wie man auch mit Herrn Forstbach vorzugehen beschließen würde, es würde dem Reich zum Vorteil gereichen. Es war nur folgerichtig, ihn einzulassen und den Dingen, die da kamen, ihren Lauf zu lassen.
Das Gespräch mit ihm jedoch war ein angenehmes gewesen. Er erinnerte sie an sich selbst, damals, ehe sie ins Reich gekommen war. Im Sommer, vor hunderten von Jahren – so fühlte es sich an, so fern erschien ihr Alumenas bereits. Voller Spukgeschichten, voller Vorurteile gegenüber dem Alatarischen Reich, das doch jenseits der Fassaden so viel Ähnlichkeit hatte mit dem ach-so-strahlenden Alumenas, das in seinem Herzen nicht weniger düster und abgründig war, als jedes Reich der Welt, das es je gegeben hatte oder je geben würde.
Als der Bericht fertig war, stand sie auf, um in der Glut des Kamins zu stochern, einen neuen Holzscheit und ein paar alte Kiefernzapfen aufzulegen, die sogleich knisternd von der Glut verschlungen wurden. Die Schatten im mannshohen Kamin, in allen Ecken des Saales, zuckten und leckten nach Mobiliar, Türen und jedem, der sich im Raum aufhielt, wie hungrige Raubtiere, die mit ihrer Beute ein Spiel trieben. Oder mit ihresgleichen?
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Verfasst: Donnerstag 21. April 2016, 15:18
von Gast
Es war nicht die erste Nacht, die er unschuldig in einem Kerker verbrachte. Er kannte dies aus seiner Vergangenheit und er verhielt sich ruhig und wachsam. Er hatte die Zelle neben Johanna bekommen, die bereits schlief, als er sich dazu gesellen durfte. Er hatte sonst in letzter Zeit wenig Möglichkeiten um viel nachzudenken. Der Hof und die Pferde, die ganze Arbeit, hielten ihn davon ab, groß nachdenken zu können. Warum war das Kind nach Rahal gegangen? Böse Absicht, um Liliana in Gefahr zu bringen? Unwissenheit? Nein. Sie wusste was es bedeutete. Man hatte es ihr mehrfach erklärt.
Er würde, sobald sich die Gelegenheit bot, mit ihr reden, um zu erfahren, was es damit auf sich hatte. Bis dahin gesellte sich ab und an Trabant Alreidis Farinor zu ihm. Sie stellte ihm viele Fragen und er antwortete immer nur vage und auch nicht immer mit der Wahrheit, Eluive möge ihm dies verzeihen. Er wollte sie beschützen, Liliana. Er liebte sie so sehr, dass er es in Kauf nahm, all dies auf sich zu nehmen. Er wollte sie nicht hier in Rahal wissen, während er zuhause wartete. Für einen Moment schämte er sich, dass er genau das gleiche seiner Verlobten im Moment antat. Ob es eine große Dummheit war, einfach nach Rahal zu spazieren, war ihm im Moment des Tuns völlig gleichgültig gewesen. Lieber er, als Liliana. Er hoffte Liliana vertraute ihm soweit, dass sie nicht auch noch in Rahal aufkreuzte. Oder was anderes Dummes tat.
Johanna hatte sie alle in Gefahr gebracht und es galt heraus zu finden, wieviel ihr davon bewusst war. Was wussten sie schon groß über sie? Vielleicht war das alles geplant? - Solche Fragen vernahm er von Alreidis und insgeheim, hatte er die Gedanken selbst schon gehabt. War es der zermürbende Ort oder die stetig wachsende Müdigkeit die ihn auf solch Gedanken brachte? Oder das Gespräch mit der Trabantin? Er wusste es nicht mehr. Es war auch egal. Er musste auf den Hauptmann warten. Versuchen, sich mit seinen Münzen und Ideen da wieder raus zu holen. Mit dem Kind.