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Das Ende des Weges

Verfasst: Montag 21. März 2016, 18:07
von Thorlav Hinrah
Er war schon lange nicht mehr über die grünen Wiesen hoch im Norden von Gerimor gelaufen. Hatte schon lange nicht mehr die kühle klare Luft geatmet und hatte schon lange nicht mehr sein Tirja in die Arme geschlossen. Nun jedoch setzte er nach langer Zeit wieder einen Fuß auf den vertrauten Boden und wanderte am Ufer entlang, von tief im Nord-Westen bis in den Nord-Osten nach Wulfgard. Aber soweit sollte er nicht kommen. Kurz bevor das sumpfige Gebiet im Norden begann saß am Straßenrand ein recht zerlumpter Kerl und hatte auf den Knien ein altes Tablett auf der er einige Kekse ausgelegt hatte. Nach eigenen Angaben wolle er mit dem Verkauf der Süßspeise ein wenig Gold für seine Familie verdienen. Gepackt von Mitgefühlt und Gutmütigkeit kaufte der Hüne mit dem Namen Thorlav aus dem Clan der Hinrah einige der Kekse und kam der Bitte, doch einen zu probieren, umgehend nach. Die Kekse schmeckten nicht übel, ein wenig anders als er es gewohnt war aber es waren immerhin keine thyrischen Backwaren. Nachdem er den ersten gegessen hatte begann die Sicht des Hünen zu verschwimmen und nach ein oder zwei unsicheren Schritten wurde es schwarz um ihn herum und er verlor das Bewusstsein. Irgendjemand hatte ihm wohl gezielt einen vergifteten Keks gebacken denn als er die Augen wieder öffnete und sich in dem kleinen Raum umblickte dauerte es nicht lange bis er sich der Ketten, die seine Gliedmaßen unangenehm fest umschlangen, und der düsteren Gestallten die um ihn herum standen gewahr wurde. Sie schienen eine Art Ritual vorzubereiten soweit er das beurteilen konnte. Allerdings wurde ihm schon wieder schummrig und er verlor erneut das Bewusstsein. Eine Weile später erwachte er schweißgebadet und sah über sich die Spitze eines Dolchs schweben. Mit leise gemurmelten Worten wanderte der Dolch langsam hinunter auf Höhe der Brust und stieß ohne Vorwarnung zu. Kalt spürte er den schneidenden Schmerz unfähig einen Laut über die Lippen zu bringen. In unglaublicher Geschwindigkeit rasten die unterschiedlichsten Bilder aus seiner Vergangenheit durch seinen Geist und mit einer letzten Träne die seine Wange hinunter kullerte, schloss er die Augen und spürte den unweigerlichen Sog den Kra`thor auf seine Seele ausübte ehe erneut alles für ihn in Dunkelheit versank. Diesmal für immer?