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[Quest] Schwarzer Sand
Verfasst: Sonntag 28. Februar 2016, 21:58
von Gast
Blutrote Roben, fast schwarze Kutten und ein dumpfes Knurren zog sich durch Bitterforst. Schwere Schritte, beladen mit Waffen und anderen Utensilien, die theoretisch vom Krieg sprechen könnten. Der Atem ging schwer, gesprochen wurde nicht und feste Schritte zogen sich über das mittlerweile wieder ergrünte Gras. Das Ziel der düsteren Gestalten war der Berg, die Felswand welche Menek'Ur vom Rest der Welt regelrecht trennte. Die Nacht war zu ruhig, als dass es irgend wen interessieren könnte und der Platz zu selten besucht, als dass es überhaupt wer bemerken würde. So schlichen sich die Gestalten die Stufen empor, betraten geweihtes Land und ließen sich nicht niederringen von dem unwohlen Gefühl, welches Eluive über die Leiber zog. Die All-Mutter sah zu, mit Sicherheit tat sie das und doch scherte es die Kinder Alatars nicht im geringsten. Die gesegnete Waffe der Templer wurde in die Rune gerammt, der göttliche Schutz gebrochen und der Ort befreit vom falschen Glauben.
Doch damit war es nicht genug, das war nicht das Ziel und so stellten sie sich auf, die im blutroten Gewandt Gehüllten und ein schwerer Dunst legte sich über die Körper. Die Sprache der Letharen hallte durch die kleine Einbuchtung des Berges, ein Schreien, Stille, ein weiteres Schreien. Und dann hörte man die Waffen durch die engen Felsspalten gehen, das Jaulen von den Tieren der Wüste, die anscheinend gewillt waren den Schrein zu schützen, der bereits hier und da in Flammen aufging, durch das Wirken der Templer. So waren ihre Leben auch recht schnell vergebens und zurück blieben die Gebete, die jedem menschlichen Leib das Blut gefrierten. Ein Donnern, ein Grollen und das Bröckeln der Felsen, beendeten das Ritual der Blauhäute und zurück blieb ein zerstörter Schrein der Mutter, von Flammen umarmt und klares Wasser, was auf den ersten Blick keinerlei Unstimmigkeiten aufweiste. Eventuell war es ein Zeitvertreib, eventuell nur die Wut seiner Kinder auf ihre Schöpfung oder aber das Ganze ging tiefer als der erste Blick vermuten ließ.
Denn was an diesem Abend geboren wurde, sollte Unheil über das Land Menek'Ur bringen. Wo das letharische Volk anscheinend dachte, die Wasserversorgung der Verbrannten mit Gift zu versehen, hatte es einen anderen Effekt. Auch wenn es so nicht geplant war, schienen die Folgen verheerend zu sein: In den ersten Tagen sollte all das gar keinen großen Wirkungen offenbaren, doch wenn alles lief wie es sollte, würden langsam die Kakteen von innen beginnen zu sterben, der Sand sich an manchen Stellen dunkel färben und der Unheil des Volkes Alatars sich wie die schwarze Pest auf dem hellen Land verteilen. Es wurde angegriffen, ihre Heimat, nur dieses Mal nicht mit offenen Waffen, offenen Brüdern, Schwestern, Kriegern - es wurde das attackiert, wo die Beseitigung mehr erforderte als starke Janitschare, Hadcharime oder Familien. - Doch dafür zahlte nicht nur der Tote, dessen Blut dafür vergossen wurde, seinen Tribut, auch die leitende Lethra musste ihr Laster für diesen Kraftaufwand tragen, doch dieser blieb im Verborgenen, genau so wie die Pest, die ersten paar Tage...
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Verfasst: Dienstag 1. März 2016, 17:18
von Mustafa Gashvaad
Mit hinter dem Rücken verschränkten Armen stand der kurz gewachsene Prekhaliq des Tempels am Fenster im ersten Stockwerk des Palastes. Die ozeanblauen Augen waren auf die weite der Durrah außerhalb der glanzvollen Stadt gerichtet, welche durch die beunruhigend früh hereinbrechende Dunkelheit nur noch schemenhaft als schwarzes Meer aus Sand auszumachen war. Seine Gedanken galten nicht mehr dem lehrreichen Unterricht seiner Cousine, dem er bis kurz zuvor noch lauschen durfte. Schon am Ende des Gespräches fiel es ihm sehr schwer, sich nicht von dem bedrückenden Gefühl übermannen zu lassen, das in ihm emporstieg. Er musste erkennen, dass es wohl an diesem Abend keinen Sinn mehr machte, sich noch dringlichen Amtsgeschäften hinzugeben. Doch der sich immer mehr verstärkende Eindruck, in Raniya eine ebenso tüchtige, wie fähige Assistenz gefunden zu haben, erleichterte ihm die Entscheidung zu Bett zu gehen und den Tag mit entspannender Lektüre über Eluive ausklingen zu lassen.
Der erhoffte Schlaf kam nur langsam und mit trägem Geist, der kurz davor war, sich vollends dem Delirium der Traumwelt hinzugeben, fiel ein letzter Blick in den Nachthimmel, der die verstörende Empfindung wieder an die Oberfläche holte. In dieser Nacht plagten ihn schlimme Albträume, von ähnlich heftiger Intensität, welche die Nächte seiner Kindheit zu einer wiederkehrenden Qual hatten werden lassen. Schweißgebadet wälzte sich der Körper wieder und wieder von einer Seite des geräumigen Betts zur anderen. Bis der Oberkörper empor schnellte und Mustafa sich sitzend in seiner Schlafstätte wiederfand.
Die drohenden Albträume bei erneutem Einschlafen, veranlassten ihn, in der Meditation Ruhe für seinen Geist suchen zu lassen. Das stetig wiederholte Gebet brachte die gewünschte Erlösung. Der Meditationsunterricht mit Mina im Tempel hatte ihm geholfen, seinen Geist in noch tiefere Sphären hinab gleiten zu lassen und schneller Ausgeglichenheit zu finden; sich von den Gedanken und Gefühlen im hier und jetzt lösen zu können. Im Schneidersitz vor dem Fenster verharrte er in der Meditation, bis die ersten Sonnenstrahlen in seinem Gesicht kitzelten und den Schrecken der Nacht endgültig vertrieben.
Am Nachmittag des neuen Tages brach Mustafa auf, um den schwarzen Fleck am Rande der Durrah zu untersuchen, welcher in der Ferne vom Dach des Palastes ausgemacht werden konnte. Die Entfernung zum schwarzen Sand wurde immer kleiner und das schaurige Gefühl, welches ihn schon am gestrigen Abend so beunruhigt hatte, wurde stetig stärker. Er traute seinen Augen kaum. Der ehemals goldgelbe Sand war nun geschwärzt, Rauch stieg an einigen Stellen im Boden auf und weiter oben auf den Bergen schien weiteres Unheil zu warten. Hastig schwang er sich von seinem Kadal und füllte geringe Mengen des schwarzen Sandes in drei Phiolen.
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Schleunigst trat er die Rückreise an, verfasste ein Schreiben an den Emir und eines an die Prehaatim, in denen er über seine jüngste Entdeckung berichtete und legte diese zusammen mit den Proben im Schreibzimmer des Palastes und der Stube der Prehaatim im Tempel ab. Danach steckte er sich die Brosche an, welche ihn als Rais Efendi auswies und eilte in die Amtsstube, um seinen Amtsgeschäften wieder nachzugehen. Doch immer wieder schweiften seine Gedanken zu den schwarzen Flecken im goldenen Sandmeer ab.
Verfasst: Dienstag 1. März 2016, 20:01
von Der Erzähler
Verästelt zog sich die Schwärze des Wirkens der Letharen in die Tiefe, hinab zu den Wurzeln des Gebirges. Wie giftiger Teer rann es über das Gestein und stürzte dann hinunter. Und ein winziger Tropfen traf in den Ozean des Lichts.
Nicht die All-Mutter hatte das Wirken der Letharen beobachtet, - nicht ein Gott. Dennoch waren allzeit wachsame Augen auf sie gerichtet gewesen, zu mächtig um nur im Ansatz erkannt worden zu sein. Die Verstrickungen der Welt waren seit jeher um ein vielfaches komplizierter gewesen als ein Sterblicher auch nur erahnen konnte und sie alle hatten hin und wieder geglaubt auf dem großen Schachbrett zu spielen. Ein Tropfen in einem Ozean.
Jener Ort, der an diesem Abend mutmaßlich von den Letharen vergiftet worden war, war einer der Knotenpunkte der Verstrickungen dieser Welt. Einst erspürt von einer sterblichen Seele errichtete sie dort den Schrein der Opferbereitschaft, erfüllt und getragen vom Geiste Temoras. Kein Schrein der All-Mutter stand dort, selbst wenn er von zahlreichen ihrer Liedstränge durchzogen war wie ein Baum aus Melodie mit weitreichenden Ästen und Wurzeln. Unscheinbar war die Stelle, nur den Kundigen und Gläubigen bekannt, doch erfüllt von Macht und Licht.
Ein Tropfen in einem Ozean aus Licht. Der unerschütterliche Glaube, die einst verwobene Hoffnung und die pulsierende Kraft jenes Schreins ließen den verfemten Tropfen abgleiten, sodass keine Schwärze dort zurückblieb. Doch wie es ist mit Knotenpunkten rann die Dunkelheit an den Adern hinab, nicht bereit aufzugeben, bis sie einen Ort fand. Bereits geschwächt von Wildheit und Rohheit nährte diese Stelle die Saat, sodass sie rasch Wurzeln schlug. Verästelungen färbten den Sand schwarz, ergriffen vom Geist der nahen Wesen Besitz - unsichtbare, schwarze Ranken über einer Treppe.
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Verfasst: Dienstag 1. März 2016, 21:10
von Gast
Zwei kümmerliche Tage sind seither vergangen...
Scheinbar ungesehen und nicht weniger zielstrebig machten sie sich auf den Vormarsch in das geweihte Land der Verbrannten, die Stufen zu ihrem Brunnen zu erklimmen um dort in die Wege zu leiten, was sich in den Erinnerungen so mancher fest verwurzeln würde. Als er die der Unmutter geheiligten Stufen erklomm stieg ein Gefühl des Unwohlseins in ihm auf, breitete sich aus wie ein metastasierendes Geschwür in einem erkrankten und nutzlosen Leib...
Wertlos, und doch von Nutzen...
...diese Gedanken rauschten ihm durch den Kopf als er der gegeißelten Marionette das Gift einflößte. War er im Stande bereits zu sehen was es vermochte anzurichten, im Rachen des Todgeweihten breitete sich die Flüssigkeit aus und begrub jenen unter einem Schleier aus tiefschwarzer Dunkelheit. Der Körper des Werkzeugs war zu diesem Zeitpunkt schon der zugefügten Folter und den Strapazen erlegen, lediglich krampfhaftes Zucken und willkürliche Ausrufe des Leids legten Zeugnis über die Qualen ab, welche die Hülle in jenem Augenblick erfahren musste.
Dann, als die bei ihrer Ankunft friedvoll und ruhige Geräuschkulisse durch ein bebendes Donnern der herabfallenden Felsbrocken belebt wurde und die lodernden Flammensäulen rund um den Sockel inmitten des Quells begannen das Gras und die Gewächse Stück um Stück zu verschlingen zeigten sich erste Auswirkungen des Tuns und Handelns der höheren Geschwister...
Zwei Tage danach...
...rüstete er sich und machte sich auf zur Grenze, um sich die Auswirkungen und das sich ausbreitende Spektakel von einem der höher gelegenen Felsen aus ansehen zu können.
Finstere, vom Zorn beflügelte Züge legten sich über das Antlitz des Letharfen als jener die Aussicht in die karge Wüstenlandschaft genoss und dabei zusah wie sie vorzeitig von der Düsternis der Nacht verschlungen wurde. Das allgegenwärtige Grollen und das Geheule der Tiere drängte an seine Ohren, die Vorboten dessen, was sich im Inbegriff ist auszubreiten und zu wachsen...
Verfasst: Dienstag 1. März 2016, 23:08
von Der Erzähler
Düstere Nacht lag über der Hauptstadt der Wüste. Die Nacht war dunkler als sonst, es schien als wäre ein schwarzer Schleier über den Mond gezogen und beraubte ihm seinem gleisendem Licht.
Selbst die Sterne funkelten nicht mehr so lichtbringend wie sie es sonst taten.
Die Tiere der Wüste waren unruhig unter den für sie unnatürlichen Bedingungen. Und verzogen sich wenn möglich zu sicheren Orten.
Doch unbemerkt in einem hinteren Teil der Wüste kochte der Sand förmlich. Es brodelte und gluckerte. Wuchs es doch wie eine Wucherung durch den gleisend hellen Wüstensand. Die Tiere die in jenem Gebiet Schutz gesucht hatten und sich aufhielten wurden Opfer jenes Brodelns.
Und so hörte man die gequälten Schreie der Wüstentiere in der nahen Umgebung. Dieses Etwas das ihre Leiber zerfraßen. Die Seele aus ihnen heraus saugte bis nur noch die tote Hülle übrig blieb.
Überall jenem, schwebte der Wüstenwind. Mit seinem heulenden Geräusch einem Schmerzenslaut gleich, wehte er über die Wüste hinweg. Nahm einige kleine Sandkörner mit sich. Verteilte den schwarzen Sand mit sich über die nahen Dünen.
Doch dies war nicht das einzige was in jener Nacht in der Wüste passierte. So war es noch ein anderer Wüstenwind, goldener in seinem Schimmer und unnatürlich in seinem Weg. Dieser Wind umstrich die Häuser der Hauptstadt. Lies die Vorhänge an den Häusern flattern und wehte auch in das ein oder andere Zimmer hinein.
In jenen Zimmern wo er fündig wurde nach jenen die er suchte. Wird er sanft die Leiber der Wüstenkinder umstreichen. Und mit einem tiefen Atemzug, derjenigen Auserwählten Träumenden, zog er sich in deren Körper hinein.
So werden die Hadcharim und ihre Schüler, die Schüler des Tempels und der Emir heute Nacht von Träumen übermannt.
Nichts als Schwärze ist zu erblicken als der Traum sich ruckartig ändert. Es war als wäre man direkt im Nichts gelandet.
Kein Laut war zu hören.
Selbst der eigene Körper schien nicht vorhanden zu sein.
Es war als schwebe man über einem tiefen Abgrund in dem kein Licht scheint.
Doch plötzlich ganz unerwartet zucken rote Augen in der Dunkelheit vor einem auf. Gefährlich und bedrohlich erscheinen sie. Als wollen sie einem direkt die Seele rauben.
So schnell jene Augen gekommen sind, so schnell verschwinden sie auch wieder. Doch zurück bleibt jenes ungute Gefühl.
Die Szenerie verschwimmt dann ein wenig, grelle Blitze zucken durch das Schwarz hindurch. Geben den Blick frei auf das was hinter dem Schwarz verborgen liegt.
Man sieht die Wüste vor sich liegen. Der Sand wirkt dabei zerfressen. Große dunkle Flecken fressen sich durch den goldenen Sand.
Der Geruch von Tod steigt einem dabei unweigerlich in die Nase. Und man kann ihn auch erblicken. Tote Tierkadaver säumen die schwarzen Flecken. Die Toten Augen sehen einen direkt an und es liegt förmlich etwas Anklagendes darin.
Dann endet jener Albtraum verschwimmt mit dem Gefühl des Erwachens und all jene die diesen Traum haben, werden sicherlich aufschrecken und mit den Gefühlen die der Traum in ihnen ausgelöst hat erwachen.
Die Hadcharim und die Khaliq werden jedoch noch nicht erwachen, sondern noch ein paar weitere Szenen vor dem Erwachen sehen können.
Sie wandern mit dem Wüstenwind weiter durch die Wüste. Hier und da blitzt es erneut und gibt den Blick auf weitere Flecken frei. Auf weitere tote Kadaver doch befinden sich darunter nicht mehr nur Tiere, sondern so sieht man auch jene die aus der Hauptstadt verstoßen wurden. Wie sie vor ihren Zelten liegen. Die Augen weit offen und aus ihrem Mund läuft schwarzes Blut hervor. Kleine Wirbelstürme aus schwarzem Sand wehen um sie herum, betanzen förmlich den Tod als wäre er ein willkommener Freund.
Der Emir und die Prehaatim werden zusätzlich zu jenen Bildern Worte vernehmen. Die klar und hell mit der Stimme der Wüste durch ihren Geist hallen.
„Schützer der Allmara- geküsster Sohn der Omar und Erwählte Hüterin des Glaubens. Das Leben was uns die Allmara gab in ihrer unendlichen Güte und Liebe, ist in Gefahr. Der Tod hat sich dem Beleibt was unser Land ausmacht. Frisst sich durch es hindurch wie eine Made durch einen Leib Brot.
Ihr müsst es aufhalten. Findet den Ort des Ursprungs. Findet das was uns kränkt und umbringt Stück für Stück, bevor es zu spät ist.“
Verfasst: Mittwoch 2. März 2016, 07:10
von Callista Anisa Ifrey
- Mit einem spitzen Schrei erwachte sie aus jenem Visionsbild. Ihr Herz klopfte so schnell und so laut, dass sie förmlich der Meinung war, jeder in ihrer Umgebung könnte es hören.
Der Geruch von Tod und Fäulnis lag ihr noch in der Nase und sie fasste hinauf zu jener und wichte sich hinüber nur um festzustellen, dass Blut an ihren Fingern haftete.
Immer wieder zuckten dabei die Worte durch ihren Kopf hindurch.
„Schützer der Allmara- geküsster Sohn der Omar und Erwählte Hüterin des Glaubens. Das Leben was uns die Allmara gab in ihrer unendlichen Güte und Liebe, ist in Gefahr. Der Tod hat sich dem Beleibt was unser Land ausmacht. Frisst sich durch es hindurch wie eine Made durch einen Leib Brot.
Ihr müsst es aufhalten. Findet den Ort des Ursprungs. Findet das was uns kränkt und umbringt Stück für Stück, bevor es zu spät ist.“
Mit dem Schleier vor ihre blutende Nase gedrückt und noch etwas wackelig auf den Beinen drückte sie sich dann auf, ihr Weg führte hinüber in das Anwesen der Ryzan, genau vor den kleinen geweihten Schreien der Allmara. Dort sank sie in die Knie. Ihr Herz klopfte immernoch so laut und so schnell, sie war förmlich der Meinung zerspringen zu müssen. Zerspringen und zu vergehen, wie die Wüste in den Bildern ihrer Vision.
Sie war sich sicher es hatte etwas mit den Vorkommnissen der letzten Tage zu tun. Jenem Grollen und Brodeln, jenen kleinen schwarzen Punkten die man vom Dach des Anwesen ausmachen konnte.
So sehr hatte sie die letzten Tage gebetet, dass diese Vorboten nichts ernstes bekunden würden. Das kein Unheil der Wüste droht. Doch jetzt, wo sie hier vor der Statue ihrer geliebten Allmara kniete, wusste sie, dass dieses Beten nicht erhört worden war.
Oder vielleicht nicht erhört werden konnte. Diese Präsenz in ihrem Traum, sie war so dunkel, kein Licht konnte hindurchscheinen. Es war beinahe so, als wäre es das "nicht Leben" an sich welches sie dort gesehen hat.
Sich vorbeugen küsste sie den Sockel der Statue sanft zwei Mal. Bevor sie sich aufrichtete und noch barfuß durch das Anwesen lief direkt in das Büro ihres Oberhauptes. Bijan würde nichts dagegen haben, würde sie sich seinen Schreibtisch gerade ein paar Momente ausborgen.
Rasch wurden auch Feder und Papier darauf gefunden. Und so gingen die Schreiben noch aus dem Anwesen hinaus, bevor der erste Sonnenstrahl die Wüste küsste.
[url]http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=633676#633676[/url]
Verfasst: Mittwoch 2. März 2016, 12:09
von Abbas Wakur Omar
Nachdem alle Anweisungen und Befehle ausgesprochen waren, zog er sich nach diesem Abend in den Palast zurück. Erst sprach er noch mit einer Palastdame über die Geschehnisse, danach mit einer der Angestellten. Als er selbst dies nochmals schilderte, stelle sich ihm die Frage ob er zu leichtsinnig und die Menekaner und Menekanerinnen unnötigerweise in Gefahr gebracht hatte. Niemanden war etwas zugestoßen, was die Zweifel nicht ganz so groß werden ließ. Doch war diese Schar an Kreaturen, die über sie herfiel, so zahlreich und angriffslustig, wie er es noch nie erlebt hatte.
Auch wusste er noch nicht, wie viele Bürger und Janitschare gefallen waren, bei dem Versuch das Staubviertel zu evakuieren, sie alle waren dem ohne Schutz ausgesetzt. Selbst Tiere, die nicht heimisch waren in der Wüste stürmten auf sie zu, dazu die Kreaturen, die er nie zuvor erblickt hatte. In einem stillen Moment überlegte er selbst den Janitscharen zur Hilfe zu eilen, doch musste er sich für den Moment um andere Dinge kümmern. Des Weiteren würden sich einige Janitschare nur um seinen Schutz bemühen, was wohl die Arbeiten nur verlangsamen würde.
So zog er sich in seine Gemächer zurück, die mit Blut, Federn und Fell verschmierte Rüstung legte er zur Seite, einer der Diener würde sich darum kümmern. Doch musste er feststellen, dass die scharfen Klauen der Harpyien auch an manchen Stellen durch die Rüstung drangen. Am Oberschenkel und Unterarm hatte er zwei tiefe Risse im Fleisch, nichts was ihn nun sonderlich einschränken würde aber angenehm war es auch nicht. Er wusch sich und säuberte die Wunden, danach legt er sich in seine Gemächer und versuchte Schlaf zu bekommen, dieser wollte sich erst nicht einstellen, zu viele Gedanken gingen in seinem Kopf herum, doch irgendwann übermannte ihn die Erschöpfung dann doch.
So schlief er langsam ein, erst friedlich wie immer doch dann kamen die Träume langsam über ihn. Erst die Bilder der toten Tiere die ihn sicherlich schon unruhiger werden ließen, danach die Bilder der Toten im Staubviertel wobei er wohl in Schweiß ausgebrochen sein wird. Dann folgten die Worte die an sein Ohr drangen, als diese endeten schreckt er hoch und schaute sich panisch im Zimmer um, ehe er realisierte, dass er in seinen Gemächern war. Nachdem das geschehen war, fiel er zurück in die Kissen und verweilte dort noch einen Moment ehe er sich dann doch erhob. Ziellos und unruhig streifte er den Rest der Nacht durch den Palast, keinem Diener wurde Aufmerksamkeit zu Teil. Er ging einfach auf und ab, wohl in Gedanken verloren. Als endlich die ersten Sonnenstrahlen am Horizont hinein brachen, ging er wieder in seine Gemächer und kleidetet sich für den Tag, der ihm nun bevorstand.
Verfasst: Mittwoch 2. März 2016, 12:57
von Samija Tijen Azeezah
Der Schlafbereich wurde nur von seichtem Licht beschienen. Ruhig lag sie auf der großen Fläche und stierte durch die wehenden Vorhänge in die Oase hinaus. Sie sollte schlafen, ihre Augen brannten, doch sie konnte nicht. Die Ereignisse in der Wüste kamen stets hinauf wie hämmernde Schläge.
Sie standen um den schwarzen seltsamen Sand herum, alle begutachteten ihn aus der Ferne - doch ihre Neugierde zog sie von der Gruppe weg und sie stocherte mit dem Stiefel an ihm herum. Als sie hörte das etwas geschehen würde, lief sie gar über diesen Sand hinweg und wurde plötzlich von einer innerlichen Wut heimgesucht, sie kam von einem Moment auf den Anderen und lähmte schier andere Gedanken. Am liebsten wäre sie der nächsten Person: Hajifa, die zu ihrem Schutz an ihrer Seite war, an den Hals gesprungen, hätte sie gewürgt und in den Sand gedrückt - Diese Gedanken machten ihr im Nachhinein große Angst -. Wo kam das her? Sie hatte nichts gegen Hajifa, sie wertschätzte sie wie jede Menekanerin und gerade die Yazir waren für sie mehr eine zweite Familie geworden. Doch bevor sie ihre Wut, ihren blinden Hass hervor bringen konnte griffen diese Harpyien an. Blickte sie darauf zurück, kam es ihr wie das Handeln einer anderen Person vor, die Handlungen verbargen sich hinter einem schwarzen Schleier. Sie sprang in ihrer blinden Wut voran und versuchte im Nahkampf mit ihrem Degen und Schild gegen diese viele Krallen anzukommen. Für einen Ausenstehenden mag die muszierende Palastdame umzingelt von Harpyien vielleicht den Eindruck der Lebensmüdigkeit vermittelt haben. Dann riss sie etwas aus diesem Schleier genährt von Hass, die Krallen einer Harpyie erwischten sie und schnitten wie durch Butter durch das ungehärtete Leder tief in ihr Fleisch. Sie torkelte zurück, Jemand tötete die Harpyie sie erkannte jedoch nicht wer. Doch im Kampfgetümmel erkannte sie nun das erste Mal, dass sie Alle angegriffen wurden. Sie erreichte Taisha und Yara und hörte aus einem Pulg von Harpyien nur noch den Befehl: "Zurück zur Stadt!" Und da rannte sie mit der Ehrenwerten los..
Samija zog sich etwas enger zusammen und stierte weiter in die Oase. Das leise Rauschen des Wasserfalls war zu hören und schenkte damit den einzigen Trost in dieser Nacht. Dieser Hass.. diese Wut.. noch nie empfand sie so. Ob sie es Jemanden sagen sollte? Aber was wäre, wenn sie dann schlecht von ihr dachten - wenn sie als Einzige so fühlte und als schwach galt? Gestern sagte sie dem Emir nichts, obwohl sie die Möglichkeit dazu hatte. Doch er sah selbstverständlich - geplagt von Sorge um sein Volk und Reich - sehr mitgenommen aus und sie wollte ihm nur einen Moment Ruhe schenken und die Gedanken abschweifen lassen, bevor die Ereignisse ihn wieder mit sich zogen.
Behutsam schob sie das Nachtgewand am Unterarm hoch und betrachtete die Bandage. Sie hatte einen Heiltrank darüber geschüttet und den Arm eingewickelt, denn die Zeit der Hakims an dem Abend der Evakuierung empfand sie als zu kostbar um sie für so eine Wunde zu verschwenden. Doch am nächsten Tag sollte sie es wohl doch ansehen lassen, sonst gab es noch Ärger weil sie sich nicht um ihren Körper kümmerte. Und ja, sie sollte wohl auch über ihre starken Gefühlen bei dem schwarzen Sand reden. Diese Nacht fand sie wohl keinen Schlaf mehr und erhob sich aus der Schlafstätte, als sie durch den Vorhang den Haremsbereich verließ erkannte sie eine Etage unter ihr den auf- und bblaufenden Erhabenen. Offenbar blieb nicht nur sie diese Nacht wach im Palast.
Verfasst: Mittwoch 2. März 2016, 14:20
von Gast
„Ein Fluch forderte immer seinen Tribut. Auf jeder Seite. Nicht nur der Verfluchte hatte sein Päckchen zu tragen, auch die, die ihn formten, etwas opferten und sich für einen kurzen Augenblick vollkommen aufgaben.“
Die Lethra saß schon über zwei Tage fast ausgemergelt im Tempel und starrte in die Richtung des Einganges. Ein ganzes Land zu verfluchen war eindeutig nicht vergleichbar mit einzelnen Seelen. So ging ihre Atmung schwer, die Bewegungen waren vergleichbar mit einer ungeölten Maschine und die Stimme so heiser, als hätte ihr Vater selbst das Sprechen untersagt. Ihre Augen weiterhin gerötet und der Blick getrübt. Ob es das wert war, konnte man nicht einmal sagen. So drückte sie sich an diesem Morgen in die Höhe, ließ die Knochen knacken und führte die Schritte hinaus aus den heiligen Hallen. Der nächste Atemzug so schwer, als wäre ihr die Luft im Tempel nicht gegeben worden. Schwere Schritte schlürften über den trockenen Stein der Höhlen, welche gefüllt waren von Gift und Lava und irgendwann packte ihre Hand nach einer Felswand. Der Leib wurde empor gezogen, in Richtung Oberfläche und drückte sich quälend an das Tageslicht. Dieses verdeutlichte ihren Zustand umso mehr und die eingefallenen Wangen wurden ungünstig beleuchtet. Die Bewegungen waren zu langsam, als dass man von Energie im Körper hätte sprechen können. Doch sie war bemüht voran zu kommen. Wenn sie sich auch an jedem sich ihr dargebotenen Baum festhielt, an dem sie vorbei zog. Doch das Ziel wurde erreicht, eine eher abgewrackte kleine Lichtung, auf welcher ein kleines Feuerchen brannte und wo drei, in Lumpen gehüllte, Gestalten ihren Rausch ausschliefen. Die vierte Seele in der Runde hielt Wache und schreckte recht schnell in die Höhe, als sich die dunkle Gestalt der Ansammlung näherte. Die abgenutzte Waffe wurde fester umgriffen, wenn man auch bereits an der Waffenspitze das Zittern seines Leibes sehen konnte. Er hatte Angst, trotz ihres Zustandes oder gerade deswegen und das war ihr Vorteil. Ihre rechte Hand hob sich empor und die dürren Finger begannen zu tänzeln.
- „Du wirst für mich etwas erledigen, sonst werde ich dich und deine Freunde finden und töten. Wir haben uns sicher verstanden.“
Die Lähmung im Leib des Lumpenträgers setzte ein und so wurden auch die Bewegungen ihrer Finger recht schnell erklärt. Die Eisenwaffe fiel zu Boden und die Panik in seinen Augen nährte die Blaue regelrecht. So ging sie weiter auf ihn zu und nutzte den Moment, dass die ausnüchternden Obdachlosen noch immer ihrem Schlaf nacheiferten und keinerlei Notiz von ihrer Anwesenheit nahmen. So drückten sich ihre Fingerspitzen in die Kehle des Gelähmten, setzten deutliche Abdrücke die irgendwann gar Blut erzeugten und ein hauchdünnes Lächeln zeichnete sich auf der berunten Fratze ab. Der Kopf ging langsam etwas näher zu dem Seinen und die Nasenlöcher weiteten sich, so dass sie den Geruch des eigentlich Fremden deutlich aufnehmen konnte. Die freie Hand hingegen befasste sich damit, eine Haarsträhne von seinem Kopf zu zerren und just im selben Moment formten die trockenen Lippen ein paar Worte, gehaucht und so leise, dass sie wohl nur für ihn bestimmt waren.
- „Du wirst für mich nach Menek'Ur gehen und dich dort ein wenig umsehen und Auffälligkeiten wieder an mich heran tragen. Und glaube mir, solltest du meinem Wunsch nicht nachgehen, werde ich nicht lange benötigen, um meinen Tribut von dir zu fordern.“
Die Augen der Lethra rissen sich kurzzeitig etwas mehr auf und der Körper wurde weggestoßen. Durch die Starre fiel er nach hinten um und landete mit einem dumpfen Laut im Gras, wodurch ein paar leere Flaschen mit Klimpern zu Boden gingen. Die benebelte Trance seiner Nebenmänner begann in diesem Augenblick zu bröckeln und die Lethra zog wieder ein paar Schritte nach hinten, wedelte mit dem fettigen Haar in ihrer Hand und wandte sich herum. Sie hatte keinerlei Bedürfnis schnell zu laufen, so waren es wieder eher lächerliche, schwache Bewegungen, die sie zurück in das Leth'Axorn trieben und dort auf der nächstbesten Sitzmöglichkeit niedergehen ließen. Der Oberkörper beugte sich etwas mehr vor und so harrte sie wieder aus, über Stunden. Denn der Tribut war weiterhin noch nicht bezahlt und zumindest hatte sie vor zu wissen weswegen sie diese schwächliche Existenz ihrer selbst einige Tage erdulden musste.
Verfasst: Mittwoch 9. März 2016, 13:29
von Der Erzähler
*Lautlos viel ein Tropfen in den See hinein, berührte die Oberfläche und lies sie in kleinen Wellen erzittern. Nur ein schwacher Schein aus Licht begleite den Tropfen.
Dort wo sonst Funken aus Licht über das Wasser tanzten, war nun nur Dunkelheit zu sehen. Selbst aus dem Schmalen Loch in der Decke kam kaum Licht hinein.
Die Saat der Dunkelheit hatte sich festgesetzt wie ein Parasit. Nährte sich an der Energie des Ortes. Wuchs und Wuchs und fraß sich voll wie eine Made*
Über dieses Schauspiel hinweg sauste der Wüstenwind, kämpfte gegen die unnatürlichen Stürme die sein Element beeinträchtigten. Die Weise der Wüste war schockiert, was die Dunkelheit mit ihrer Wüste machte. Und nur schwerlich konnte sie ihr Element in Zaum halten. Immer neue Stürme kamen auf. Fegten über das Land hinweg und verteilten die Dunkle Saat. Sie spürte den Willen der Khaliq und des Volkes. Sie hörte ihre Anrufungen und versuchte ihnen beizustehen. Doch es war zu viel. Sie konnte sich nur auf einen Sturm konzentrieren. Also war es an ihr die Hauptstadt zu verteidigen. Doch gleichsam tobten an den anderen Enden der Wüste schlimme Stürme und verseuchten weiter das Land.
Sie fühlte sich dabei müde und ausgelaugt. Ihre Wirbel aus Salz und Sand waren nicht mehr so wild wie sonst. Ihre Haarsträhnen aus Stein wirkten angebröselt.
Und ihre spitzen krallenartigen Nägel waren abgebrochen hier und da.
Sie hatte nicht einmal mehr genug Kraft um die Visionen die sie jede Nacht den ausgewählten schickte hervor zu rufen.
So war es ihre Schwester die Weise der Oase, die das Leid erblickte. Seit Tagen beobachtete jene was in der Wüste vor sich ging. Seit Tagen wuchs ihre Sorge mehr und mehr. Doch war es von jeher so, dass die eine sich nicht in die Aufgaben der anderen einmischte. Aber nun war alles in Gefahr was die Allmara je erschaffen hatte. Und so musste die Weise der Oase ihrer Schwester zur Hilfe kommen. Konnte sie nicht einfach so im Stich lassen, denn das würde alles verraten für was die Allmara steht.
Und so war das Rauschen der Oase in dieser Nacht der Bote. Drang in die Häuser der Wüstenstadt ein. Suchte gar jeden Wüstensohn und jede Wüstentochter auf den sie Fand und dessen Herz der Mara gehörte.
-Der Berg so groß und in seiner Pracht gestört durch die schwarzen Flecken lag vor einem. Man hört den eigenen Atem in den Ohren das Schlagen des Herzes in der Burst. Wie als wäre man gerannt bis einem die Kraft ausgegangen ist. Die Dunkelheit um einen herum verschluckt beinahe alles. Doch ab und an zucken helle Lichtblitze über die Ebene hinweg und tauchen sie in ein wildes Licht. Man sieht, am Fuße des Berges stehen noch weitere Personen. Der Wind reist an ihren Kopftüchern und an der Kleidung. Man erblickt das sie im Kreis stehen, ihre Hände sind gefasst. Immer wieder dringen Fetzen von Laute an einen heran. Aber man kann nichts Genaues verstehen. Erst die kommandierende Stimme die näher kommt versteht man.
„An die Waffen, Schütz sie- wir bilden einen Halbkreis um sie herum. Abeer Eluive!“
Immer mehr Bewegung kommt um einen herum, Gesichtslose andere Menekaner stehen um einen herum. Ein Jeder ist bewaffnet von ihnen. Gemeinsam rutscht man näher an Jene die im Kreis stehen. Kurz kann man dabei in die warmen Augen der einen Person schauen. So viel Liebe strahlen sie aus, soviel Wärme, das einem die Kraft wieder in die Glieder fährt und dann kommen sie.... Zuerst hört man nur das wilde Brüllen und das Klopfen von Pfoten auf dem Boden. Doch dann blickt man direkt in zwei rote Augen. –
Ein jeder Wüstenbewohner wird diese Bilder in der Nacht sehen, als wäre man selbst jene Person gewesen die dort gestanden hat.
Das Gefühl von Schrecken könnte sich vermischen mit jenem der Zuversicht und Kraft.
-Doch für manche Schwankt die Vision, verändert sich und die Perspektive. So werden die Streiter der Hadcharim sowie der Erhabene sich selbst in der Position eines Befehlshabers erblicken. Jene der die Gesichtslosen Truppen anführt. Immer wieder aufs Neue Antreibt gegen die Schar an Feinden anzutreten.
Sie hören geschriene Befehle mit ihrer eigenen Stimme. Sehen wie manche ihrer Streiter fallen und von den wilden Tieren gerissen werden. Doch über allem thront der Wille am heutigen Tag nicht zu scheitern.-
Auch die Mitglieder des Tempels werden noch eine weitere Sichtweise erhalten, vielleicht nicht für jeden so klar und ab und an scheint wie ein Rauschen über die Bilder gelegt zu sein. Doch kann ein jeder die Botschaft klar heraussehen- zusammenhalt.
-Zusammen stehen sie in einem großen Kreis, weiße Symboliken glühen auf dem Boden, wirken wie ein Schutzschild. Die Worte der Allmara sind überall gewispert zu hören. Man spürt die Konzentration die von jeder einzelnen Gesichtslosen Person ausgeht. In der Mitte von ihnen steht eine Statue. Schwarzer Sand wabert an ihr empor wie eine Welle. Scheint in diese hinein gesogen zu werden wie in einen Strudel. Die Anstrengung ist nur zu deutlich spürbar. Die Kraft, die in einem wohnt wird weniger und weniger. Die Glieder werden schwer. Und doch ist der Wille unbändig als Sieger hervor zu gehen.
Das letzte Bild was man dann sieht, ein Geäst aus goldenen Zweigen die sich durch ein massives Bergmassiv schlängeln. Doch einer der Äste ist dunkler, pulsiert förmlich ein wenig. Und wenn man genau hinschaut sieht man am Fuße des Berges eine kleine Gruppe stehen. Genau am Ende jenes dunkleren Astes. Nur zu genau kann man dabei den Ort des Ursprungs erkennen. Die Nester der Harpien sind noch sichtbar. Die Wege ins Bergmassiv deutlich zu sehen. –
Verfasst: Mittwoch 9. März 2016, 14:36
von Gast
Der letzte Tempelbesuch hatte wohl nicht ganz den Charakter, den er sonst hatte. Bedauerlicherweise war dieser Besuch erzwungen, denn sie mussten sich in Sicherheit bringen. Das war jetzt die zweite Flucht, die sie antreten mussten, weil ein unbekannter Gegner nach ihrem Leben trachtete. Schlimmer noch war die Tatsache, dass dieser Unbekannte die Macht hatte Zorn einzupflanzen und damit den Verstand zu vernebeln. Wenn das klappen würde, könnte ein Unschuldiger zum Mörder werden. Er war schon einmal von einem anderen Wesen beseelt worden und damals hatte er gewaltigen Schaden angerichtet. Er hätte damals fast Zia, Yasmeen und auch seinen Gebieter, damals Ghadir, fast umgebracht - aus der Wut heraus, gesteuert von einem Strippenzieher, der sich später als Dschinn herausstellte. Er konnte sich damals für seine Taten gar nicht oft genug entschuldigen und trägt bis heute eine Narbe aus dieser Zeit. Ein Säbelhieb Zias, der sich immer noch auf seinem Nasenrücken abzeichnet.
Er hatte sich selbst zum Wachdienst abkommandiert, um Sahid und Abbas zu unterstützen. Es half sicherlich etwas, wenn sich einer der Hadcharim unter die Janitschare mischte. Sie trauten dem Dschinn eines Hadcharim mehr zu, als vielleicht überhaupt möglich war. Hoffnung war jedoch wichtig und trug viel zu einem festen Willen bei. Die beste Resistenz gegen das Übel, das noch ein unbekanntes Gesicht trug. Die Nächte wirkten in diesen Tagen noch kälter und sie waren kürzer. Gerade auch, weil die Träume nicht erholsamer Natur waren. Für den Schlaf waren nur wenige Stunden gegönnt und wenn man aufwachte, fühlte man sich absolut gerädert. Dieser Hilferuf war laut und er wurde immer eindringlicher. Es musste wohl bald zu einem Gegenangriff kommen, denn sonst würde bald nichts mehr da sein, wohin man sich zurückziehen konnte. Fakt war, dass die Verderbtheit stärker wurde und Schritt auf Schritt die Durrah für sich einnahm. Er war bereit für den Kampf. Wenn er fiel, dann war es Eluives Wille. Genug würden bereits im Garten Eluives auf ihn warten.
Und während er dort auf der Westmauer stand, das Stadttor unter sich, wickelte er sich in seinen Wollmantel, den er von Nahlah hatte anfertigen lassen. Mit beiden Händen zog er ihn enger um den eigenen Leib, dann erst griff er hinab zu seinem Gürtel, wo er eine ganz besondere Tasche am Leib trug. Die Zeichnungen seiner Kinder: Aasim hatte ihm einen Kadal gemalt, Arif hatte sich mit einem Janitschar versucht, der leider etwas zu dick war. Armaiti malte die Sonne, die auf die Oase beim Palast hinab sah und dort die Blumen sprießen ließ. Sie waren zumeist eingewickelt in der Tasche, doch wenn er Hoffnung und Mut suchte, musste er diese nur aufrollen und betrachten. Das hob zumeist seine Stimmung. In dieser Tasche war auch der einfache Ring, der einen Zwilling hatte. Er hatte damals beide für Anisah und sich anfertigen lassen. Den Ring, den er für sich und Noelani fertigen ließ, hatte er stets am Finger. So waren doch irgendwie immer alle bei ihm, auch wenn sie sich an anderen Gefilden aufhielten.
Ehe einer der anderen Janitschare sein Handeln bemerken konnte, hatte er die ganzen Utensilien wieder in der Gürteltasche verstaut und setzte wieder den Blick auf, mit dem er sich seinen Titel als Maleem verdient hatte. Respektvoll und doch auch etwas grimmig, konzentriert. Die beiden Augen ruhten mit Blick auf die Handelsstraße die dort in der Durrah lag. Er würde seinen Willen nicht brechen lassen. Er würde sich nicht lenken lassen. Er hatte viele gute Gründe, in einer kleinen Tasche und um die Schultern, die sein Versagen nicht zulassen würden.
Zwei Janitschare links und rechts von ihm wechselten Blicke. Beide zeigten ein breites, wissendes Grinsen.
Verfasst: Mittwoch 9. März 2016, 15:58
von Gast
Am Abend saß ich unruhig auf einem Kissen, welches ich mir nahe der Eingangstüre gelegt hatte. Ich wippte immer wieder vor und zurück und drückte meine Fingerkuppen manchmal etwas zu deutlich in den Schopf unseres kleinen Mädchens, welches auf meinem Schoß saß und auch nicht so recht wusste, wo sie hin sollte. So starrten wir beide mit verkniffenem Gesicht in die Richtung der Tore des Palastes und warteten auf die Rückkehr unseres Helden. Während Arif und Aasim mit Holzschwertern gegen einander kämpften, immer wieder lachend zu Boden gingen, wieder aufstanden und weiter machten, waren die Frauen der Familie wohl eindeutig von negativerem Gemüt geprägt. Besonders ich, ich hatte die Wahl hier zu sitzen und zu warten oder draußen an der Seite meines Mannes zu stehen. Ich wusste nicht genau was die richtige Entscheidung war, doch an diesem Abend entschied ich mich für die Kinder und zeigten jenen meine Präsenz, die ihnen ihr Vater zur Zeit nicht geben konnte. Und als ich da so saß und mich daran erinnerte, wie viel Unheil Menek'Ur und insbesondere meine Familie bereits heimsuchte, wurde mein flaues Gefühl im Magen nur noch penetranter. Erst nach einer Weile, als Armaiti die rechte Hand hob und sie auf meine Wange bettete, schien ich aus den Gedanken wieder frei zu kommen und widmete ihr meine vollkommene Aufmerksamkeit. Ich schickte meinen Missmut weg und ersetzte es durch ein warmherziges Lächeln, welches so viel Liebe aussprach, dass es Worte nicht hätten tun können.
"Mara, ich werde Radeh meine Liebe schicken, damit alles gut wird, du musst nicht mehr so traurig gucken. Ich mach' das schon."
Ich habe nicht genau hingesehen, allerdings bemerkte ich aus dem Augenwinkel wie Aasim die Wangen aufblähte und sich dann, schlagartig, mit verschränkten Armen ebenfalls zu uns setzte und zum Tor starrte. Vermutlich wollte er es seiner Schwester gleich tun. Ob das nun allerdings klappte, indem beide die Augen zusammen kniffen und so angestrengt wirkten, als würden sie ihr Herz heraus pressen wollen, war allerdings fragwürdig. Ich musste für einen Moment lachen, hob beide Hände an und bettete sie jeweils auf einen Schopf, nur um dann selbst mein Gesicht zu verkrampfen und meine Liebe zu verschicken. Das hatte allerdings die Folge, das beide Kinder mit mir schimpften, denn ich hatte es anscheinend vollkommen falsch gemacht. Und aus diesem unwohlen Gefühl, dieser unangenehmen Stille und dem Warten, wurde eine hitzige Debatte, wer denn hier die meiste Stärke zu vergeben hätte und irgendwann, irgendwann stand ich auf, verschwand, ließ sie sozusagen im Regen stehen und kehrte zurück in einer Rüstung. Beladen mit Waffen, Tränken und allem was ich tragen konnte und starrte zu den drei kleinen Seelen hinab.
"Mara hat gewonnen."
"Aiiiiiwa, geschummelt!"
"Ge-wonnen!"
Und das war der Moment wo ich meine Kinder an die Palastdamen und Diener abgab, um selbst hinaus zu gehen und die Mutter für einen Moment abzulegen, um als Janitschar dem Volk dienlich zu sein. Ich nutzte den Augenblick nicht, um die Nähe zu Imraan zu suchen, denn das wäre die falsche Perspektive gewesen. Ich pfiff mir ein paar Janitschare heran, bewegte mich durch die Stadt und kontrollierte die Tore, holte Berichte ein und versuchte wieder aufzugehen als das was ich war: Janitschar und Mutter.
Verfasst: Freitag 11. März 2016, 12:31
von Gast
Mehrere Tage hatte Shahin nun den Berg erkundet, proben genommen, den Sandstein auf seine Beschaffenheit hin untersucht. Viele Stellen hatte er abgegrast um die ideale Struktur zu finden, gepresst mit dem richtigen Druck, damit der Stein bearbeitbar ist aber auch stabil genug um eine hohle Form zu erhalten. Er ging Tiefer in die Gänge, die Salzkristalle glitzerten im Schein der Öllampen und seiner Laterne, die er immerwieder gen Wand und Decke hielt. Plötzlich hiert er inne, griff zum Steinhammer und entnahm ein Stück des Steins zu seiner Rechten. Er kratzte mit dem Steinhammer daran herum und rieb den staub und den stein mehrere Male zwischen seinen Fingern. Nickend nahm er nun seine Spitzhacke heraus und begann den Stein aus der Wand heraus zu schlagen. Stunden Später hatte er dann mehrere Steinblöcke herausgetrennt. Er nahm die Lamas, befestigte die Blöcke mit Seilen an ihrem Geschirr und schleppte das Ganze heraus aus dem Berg vor zum Platz vor dem Basar.
Im Basar nahm Shahin dann die Konstruktionszeichnungen der einzelnen Bauteile heraus, sowie den Lehm und ein Fass mit Wasser, damit der Lehm angerührt werden kann, um die einzelnen Teile zu verbinden. Mit Hammer und Meissel ausgerüstet machte er sich an den Sockel und hoffte, das die Mara ihm weitere Unterstützung zukommen lasse, damit das Werk schnellstmöglich fertiggestellt wird.
Verfasst: Freitag 11. März 2016, 18:03
von Nahlah Hibah Ryzan
- Es wurde leichter, aber nicht besser. Es war einfacher sich in der Arbeit zu verlieren und nach außen das Lächeln zu zeigen, selbst wenn die Gefühle danach griffen die Oberhand zu gewinnen. Sie wollte Angst vor den Erzählungen haben von Schattenkreaturen und schwarzem Sand, aber sie waren schon viel früher da gewesen. Die Bilder. Ohne Imraan und Magdalene wäre sie damals in dieser Dunkelheit untergegangen. Die Priesterschaft MenekUrs hatte nicht ein Wort mit ihr darüber gesprochen, denn es war verboten oder lag nicht in ihrem Interesse. Für Nahlah war das Verbot die Dunkelheit, die sich über das Volk legte. Es hatte seinen eigenen Schatten geboren und nun wollte er von außen durch die Mauern dringen und mehr Blut für die Durrah fordern. Womöglich war es der eigene Bruch im Volk schuld daran, dass sich kaum mehr Bewohner MenekUrs blicken ließen als zuvor - die Zeit, bevor das Feindliche sich aus dem Berg erhob. Ein paar Namen wurden lauter, die eine Weile als verschollen galten und jene, die konstant den Alltag der Stadt begleiteten waren so verlässlich da wie stets. Aber würde das ausreichen?
Die junge Tuchweberin kam ihren Pflichten nach, die sie für sich brauchte. Die Pflicht, ihr Wert am Leben zu bleiben. Viele Handelsreisen führten sie über den Schiffsweg ins Grünland. Es mussten Nahrungsmittel in die Durrah gebracht werden, es brauchte Reagenzien für die Alchemisten um Tränke für die Armee fertigen zu können. Nächte saß sie im Schein der Öllampen und nähte sich beinahe die Finger wund, als sie einen Vorhang nach dem anderen zum Schutz der Häuser fertigte. Aushänge im Namen des Basars, Aushänge im Namen des Sanjak. Die Lamas mussten bereit sein den beschwerlichen Weg durch die Wüste zu beschreiten. Ihr Beitrag. Da sein.
Imraan kam sie häufiger besuchen, abends, wenn er sich eine Pause von den Wachdiensten nahm. Sie wusste nicht, ob es ihm selbst einfach gut tat oder ihn einfach die Sorge antrieb, dass ihre Schatten wieder nach ihr greifen würden um sie in Missgefühlen zu ertränken. Meistens brachte er aber eine Aufgabe für sie mit. Sah nach, ob sie noch wohl auf war. Und immer dachte sie ihr Fehlen würde nur auffallen, weil die Arbeit nicht getan wurde. Diese Gedanken waren nicht gesund, sie waren nicht gerecht, aber seit der Schatten sich in den Bergen erhoben hatte, desto häufiger krochen sie hinaus. Und je schlimmer es wurde, desto mehr versuchte sie daran zu denken, was Mara ihrem Volk geschenkt hatte, an was sie Nahlah teilhaben ließ. Sie versuchte es wirklich sehr… Sie hatte keine Angst vor dem Bild der Schatten, aber furchtbare Angst davor, dass noch mehr Menekaner sterben könnten.
Sie betete, dass Mara den Kindern der Wüste beistehen würde... und sie spürte, sie würde es tun, wenn die Kinder ihren Beitrag leisteten...
Verfasst: Freitag 11. März 2016, 20:46
von Berronan Hammergrund
Nilzadan war gewiss eine ewig emsige und betriebsame Stadt und Händler und fahrende Kaufleute aus beinahe allen Teilen Gerimors gaben sich praktisch die Klinke in die Hand, um nach harten Verhandlungen um viele Taler erleichtert mit zwergischen Waren aller Art wieder den Berg zu verlassen.
Die Gesandten des Sandlandes aber, die gestern zu später Stunde noch die Khaz-Aduir beschäftigten, waren aber seltsamer nicht an Bier und Mithrill interessiert, was für sich genommen schon überaus ungewöhnlich ist, sondern suchten einen fähigen Steinmetz, der für die verbrannten Langbeiner eine Statue vollenden sollte.
Das Sandland wird, so erzählten die Gesandten, von einer Plage heimgesucht. Der Sand habe sich schwarz verfärbt und würde sich ungehemmt über das Sandland ausbreiten und dabei alles Leben vertilgen und alle Pflanzen verwelken lassen, mit denen dieser er in Berührung käme. Sei die Wüste schon nicht so üppig und lebendig wie das Grünland, so gleiche es mancherorts schon einer schweigenden Hölle.
Um das Sandland und das Leben darin zu retten, so erzählten die Gesandten sei es unter anderem notwendig eine Statue in der Form der Weisen der Wüste zu schaffen. Die Weisen der Wüste, seien Geschenke der Wüstenmutter Eluvie gewesen, ihrem Ebenbild entsprechend, mit Schutzgaben ausgestattet, sollte sie über die Wüste und all ihre Bewohner wachen. Da sich die Sandlandbewohner selbst außerstande sahen, überwältigende Ebenbilder ihrer Göttermutter anzufertigen, erklärten sich Baznuk und Kaz bereit sogleich an die Tür eines jeden Steinmetzes zu trommeln, damit den Sandländern geholfen werden konnte.
In einem Loch in einem der tiefen Minenstollen, fanden sie schließlich Berronan, zogen sie gegen ihren heftigen Widerstand, an ihrem Bart heraus und erklärten ihr die Notlage der verbrannten Langbeiner.
Mürrisch und lustlos machte sich Berronan auf in das Sandland, gerade noch hatte ihr Bart Mithrill gewittert und schon wurde sie daran gepackt und unsanft an die Oberfläche befördert und mit Hilfe von Baznuk geweihtem Bauhüttenstiefel in Richtung Bajard getrieben. Kaz auch nicht faul, war stets eifrig bei der Sache, wenn Baznuk Stiefel eine Politur brauchte.
Gut vertaut wurde die Kalurin dann nach Menek'Ur verschifft, preiswert und unbequem als Postsendung. In Menek'Ur wurde sie entladen, aber erst nach den wirklich wichtigen Gütern und dann zum Basar der edlen Künste gebracht.