Die drei Raben...küken - Traumrufe
Verfasst: Montag 25. Januar 2016, 19:12
Drei Seelen,
die vorerst zumindest des Nachts keinen wirklichen Frieden finden.
Drei Gezeichnete,
deren Mal sie im Traum auffindbar machte, leicht aufzuspüren, quasi sichtbar.
Drei Lauschende,
die nun den Ruf vernehmen sollten...
Es war immer der gleiche Traum in den letzten Nächten. Irgendwann wurde das Schwarz, welches den Verlust von Zeit und jeglichen Anhaltspunkten bedeutete, dünner. Schleierartig waren Lichter dahinter zu sehen, ein Thema zeichnete sich ab und dann brach es auf und ließ flirrend den ganzen Irrsinn des Klartraumes über die Träumer schwappen.
Nun wurde ihnen deutlich wo sie waren - gefangen in einem Traumgewebe, machtlos einfach zu erwachen - und nun schoben sich die Bilderstückchen soweit ineinander, dass sich eine Szene ergab, die irgendwer im Wahn gezeichnet hatte.
Der Schatten eines Berges zeichnet sich vor der knochenweißen Silhouette des nebeligen Nachtmonds ab und schluckt somit eine ganze Menge Licht, wie ein gieriges Ungeheuer. Passend zum Monstergleichnis ragen die Turmspitze und das Plateau im Berg wie diverse, scharfkantige Zähne in die Nacht hinein. Irgendwo dort im Südosten wartete Varuna, die vermoderte Stadt hatte Zeit - wenn schon keinen Charme oder Wohlgeruch.
Doch spannender war hier das andere, düstere, doch vollkommen intakte Gebäude, welches sich vor dem Träumer quasi aufzubauen schien und sein ganz eigenes Unleben zelebrierte. Im Grunde nur ein schwarzes Gebilde aus Stein, wuchernden Moosen und Efeuranken, dessen erleuchtete Fenster jedoch vielen blitzenden Augen glichen, welche dem Wanderer nicht nur entgegenstarrten, sondern ihn regelrecht blicklich verschlangen. Doch immerhin schwieg der Turm, blieb brav still und rührte somit nicht an der Traumessenz... ganz im Gegensatz zu dem Wesen, welches dort vor der schwarzen, schweren Eisentüre kauerte.
Ein durchsichtiges, geisterhaftes Mädchen, wohl kaum zehn Jahre alt, saß auf den kalten Steinstufen, immitierte den lidlosen Blick der unzähligen Flackerlichtfenster und ließ zu, dass ihre bleichen Lippen Worte formten. Kaum ein Flüstern, welches doch in den Ohren des Traumwanderers zu rauschen schien.
"Es ist Zeit.
Das Warten ist vorbei, am zweiten Wochentag.
Wer dem Raben nun immernoch folgen mag,
der finde sich in der Nimmerruh hier ein
und muss zur halben, neunten Abendstunde hier sein.
Die Geschwister sind bereit."
Ein Singsang, nicht mehr, nicht weniger - und doch war die dünne Kinderstimme, sowie der Wiegemelodiereigen dazu, eingängig genug, damit er die Träumer auch am Tage noch verfolgen sollte.
die vorerst zumindest des Nachts keinen wirklichen Frieden finden.
Drei Gezeichnete,
deren Mal sie im Traum auffindbar machte, leicht aufzuspüren, quasi sichtbar.
Drei Lauschende,
die nun den Ruf vernehmen sollten...
Es war immer der gleiche Traum in den letzten Nächten. Irgendwann wurde das Schwarz, welches den Verlust von Zeit und jeglichen Anhaltspunkten bedeutete, dünner. Schleierartig waren Lichter dahinter zu sehen, ein Thema zeichnete sich ab und dann brach es auf und ließ flirrend den ganzen Irrsinn des Klartraumes über die Träumer schwappen.
Nun wurde ihnen deutlich wo sie waren - gefangen in einem Traumgewebe, machtlos einfach zu erwachen - und nun schoben sich die Bilderstückchen soweit ineinander, dass sich eine Szene ergab, die irgendwer im Wahn gezeichnet hatte.
Der Schatten eines Berges zeichnet sich vor der knochenweißen Silhouette des nebeligen Nachtmonds ab und schluckt somit eine ganze Menge Licht, wie ein gieriges Ungeheuer. Passend zum Monstergleichnis ragen die Turmspitze und das Plateau im Berg wie diverse, scharfkantige Zähne in die Nacht hinein. Irgendwo dort im Südosten wartete Varuna, die vermoderte Stadt hatte Zeit - wenn schon keinen Charme oder Wohlgeruch.
Doch spannender war hier das andere, düstere, doch vollkommen intakte Gebäude, welches sich vor dem Träumer quasi aufzubauen schien und sein ganz eigenes Unleben zelebrierte. Im Grunde nur ein schwarzes Gebilde aus Stein, wuchernden Moosen und Efeuranken, dessen erleuchtete Fenster jedoch vielen blitzenden Augen glichen, welche dem Wanderer nicht nur entgegenstarrten, sondern ihn regelrecht blicklich verschlangen. Doch immerhin schwieg der Turm, blieb brav still und rührte somit nicht an der Traumessenz... ganz im Gegensatz zu dem Wesen, welches dort vor der schwarzen, schweren Eisentüre kauerte.
Ein durchsichtiges, geisterhaftes Mädchen, wohl kaum zehn Jahre alt, saß auf den kalten Steinstufen, immitierte den lidlosen Blick der unzähligen Flackerlichtfenster und ließ zu, dass ihre bleichen Lippen Worte formten. Kaum ein Flüstern, welches doch in den Ohren des Traumwanderers zu rauschen schien.
"Es ist Zeit.
Das Warten ist vorbei, am zweiten Wochentag.
Wer dem Raben nun immernoch folgen mag,
der finde sich in der Nimmerruh hier ein
und muss zur halben, neunten Abendstunde hier sein.
Die Geschwister sind bereit."
Ein Singsang, nicht mehr, nicht weniger - und doch war die dünne Kinderstimme, sowie der Wiegemelodiereigen dazu, eingängig genug, damit er die Träumer auch am Tage noch verfolgen sollte.