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Trautes Heim, Glück allein
Verfasst: Montag 18. Januar 2016, 22:49
von Kiara Thanel
Endlich hatte Kiara das Schiff verlassen und machte sich auf den Weg zur Kutsche. Mit geschlossenen Augen hatte sie erst einmal die eisige Luft tief in ihre Lungen eingesogen. Sie wirkte entspannter, auch wenn die angebrochene Hand noch immer etwas schmerzte. Gegen die Laterne zu schlagen, um etwas Dampf abzulassen, war wohl wirklich nicht die beste Idee die Kiara hatte. Und hätte Linej sie gestern nicht davon abgehalten ein weiteres mal gegen den Laternenpfahl zu boxen, wäre ihre Hand wohl gänzlich gebrochen. Aber nun ist schluss... Nach einer langen... sehr langen und schlaflosen Nacht hatte Kiara es endlich geschafft ihre Sachen zu packen. Die Feuer der beiden Kamine wurden gelöscht und auch die Feuerstelle, auf der ihr Teekessel stand wurde mit einer Schaufel voller Sand befüllt. Die Tür war feste versperrt und damit niemand sinnlos vor ihrer Tür stehen sollte, hatte sie ein Pergament mit einem Dolch in die massive Holztür gerammt. 'Ich bin nicht mehr im Land', würde man lesen. Das war das einzige was Kiara den anderen hinterlassen hatte. Vielleicht wirkte ihr Handeln egoistisch aber auch wenn, jeder reagiert auf seine Art wie ein Egoist, wieso dann nicht auch Kiara? Ein letzter Atemzug und ein leises seufzen waren das letzte was sie am Hafen tat, ehe sie den Weg zur Kutsche antrat. Ein paar Stunden noch und sie würde endlich ihre kleine Sarah in den armen halten. Für gewöhnlich brachte Leon sie vorbei und verschwand auch schon wieder so schnell wie er kam. Doch nun war es Zeit, dass Kiara auch einmal den Heimweg antrat. Während der Kutschfahrt schossen einige Gedanken durch den Kopf der schwarzhaarigen Kriegerin. Zum einen fiel es ihr mehr als schwer, Sarah immer so lange bei Leon und Felicitas zu lassen. Zwei Wochen waren eine recht lange Zeit für ein kleines Kind. Doch es war wichtig das Sarah in einer ruhigen Umgebung leben konnte. Vielleicht würde Kiara sich dazu entschliessen ihre Sachen aus dem Haus holen zu lassen und gemeinsam mit Sarah bei Leon und Felicitas zu bleiben. Denn was hatte sie denn schon großartig zu verlieren? Zum anderen machte ihr Felicitas Zustand sorgen. Seit ihr Vater verschwunden war wurde ihre Mutter immer kränklicher. Fünf Jahre war er schon fort, nachdem er Gerimor wieder verlassen hatte. Immer seltener hatte sie das Haus verlassen, so wie Leon es berichtet hatte. Felicitas nahm immer mehr die Charaktereigenschaften ihres Vaters an. Ihr Verhalten wirkte auch merkwürdig und das würde wohl auch auf Sarah zurückfallen. Immerhin war sie für ihre gerade mal drei Jahre nicht dumm. Als die Kutsche zum stehen kam und der Wagen kurz ruckelte öffnete die Kiara wieder ihre Augen.
Draussen war es bereits dunkel und der Schnee glänzte unter den funkelnden Sternen des unvergesslichen Nachthimmels. Wie sehr sie diesen Anblick vermisste. Eine Stunde würde sie noch ungefähr brauchen, ehe sie endlich zuhause war. Der Winter war noch immer so eisig und erbarmungslos wie eh und je. Der Schnee knirschte unter den schweren Schritten der jungen Mutter und doch bahnte sie sich den Weg durch den Wald hindurch. In der weiten ferne erblickte sie bereits das große Lagerfeuer. Sicher saßen wieder mehr als Zehn der Dorfbewohner davor, tranken und sangen aus Leib und Seele. So beklemmend wie ihr Gefühl auch war musste sie lächeln. Etwas das Kiara schon fast verlernt hatte. Was beinahe in Vergessenheit geraten war. Nach einer weile stand sie am Waldesrand. Mit aufkeimender Freude beobachtete sie all die alten Gesichter. Als einer der Frauen sich zu ihr umgewendet hatten starrten erst einmal alle zu Kiara hin. Tränen brannten in ihren Augen als alle auf sie zukamen und sie zum Feuer hinzogen. Keine einwände hatte sie weggelassen ehe sie nicht mitgegessen und erst einmal etwas über ihr 'neues' Heim und ihrer Rückreise erzählt hatte. Vor allen Trevor schien sich dafür zu interessieren. Trevor war ebenfalls Krieger und schien die Chance erhalten zu haben sich als knappe zu beweisen. Als es immer später wurde brachte er sie zu ihren alten Elternhaus.
Kiara war bereits sehr erschöpft und auch die verletzte rechte begann sich langsam bemerkbar zu machen. Auf den Weg trug Trevor ihr Gepäck, auch wenn es Kiara sehr missfiel. Er erzählte ihr von den momentanen Zuständen und auch von ihrer Mutter die sich immer mehr geändert hatte. Und so liebevoll und warmherzig wie sie einst war, schien sich ihr Verstand zu vernebeln. Selbstgespräche plagten die Frau des Hauses Thanel. Das beklemmende Gefühl kehrte zurück und wenige Meter vor dem Haus blieb Kiara stehen. Scheinbar hatte sich nicht nur Leon um Sarah gekümmert wie sie erfuhr. Trevor nahm sie ab und an mit zu sich wenn sich der geistige Zustand ihrer Mutter verschlimmerte. Worüber sich Kiara am wenigsten Gedanken machte. Trevor war ein anständiger junger Mann und Kiara kannte ihn auch seit sie denken konnte. Wenn Raphael kam und sie belästigt hatte, war es Trevor gewesen der sie in Schutz nahm und sich vor sie stellte. Und ausserdem kannten sich alle im Dorf.
Es war nicht gerade ungewöhnlich, dass man mal sein Kind beim Nachbaren lassen konnte und das sogar mit guten Gewissen. Mit einem leisen seufzen wollte sie sich dem Haus weiter nähern, doch ehe sie sich versah öffnete sich die Tür einen Spalt weit und eine winzige Gestalt rannte auf sie zu. Kiara wusste genau wer so schnell rannte und schon ging sie in die Knie. 'Maaamaaaaa', rief Sarah und sprang auf ihre Mutter zu die sogeleich mit dem Rücken im Schnee landete. Kaum saß der kleine Zwerg auf ihr, begann sie mit ihrem Schnuller im Mund aus tiefster Seele los zu plappern. Von Onkel Leon und Oma Fali. Fali... dachte sie amüsiert. Es würde wohl lange brauchen bis sie den Namen ihrer Großmutter richtig aussprechen würde. Und auch auf Trevor deutend begann sie drauf los zu reden. Von den großen Pferden die er ihr zeigte und die tollen Ausflüge und der gefrorene See den sie gemeinsam betrachtet hatten. Und... achja Hurby den Schneemann durfte man blos nicht auslassen. Völlig überfordert schaute sie zu Trevor auf, der nur amüsiert vor sich hergrinste. Alleine der Schnuller machte es schwer Sarah zu verstehen. Leon würde noch was von ihr zu hören bekommen, ihr dieses Ding je gegeben zu haben. Es würde sicher einige Monde dauern um sie davon los zu bekommen. Als Trevor Sarah auf die Arme nahm, brachte er die beiden noch zum Haus und hatte sich verabschiedet. Leon begrüßte die drei und lächelte erschöpft auf. Er hatte wirklich sehr mit Mutters Zustand zu kämpfen. Seine Augenringe verrieten es ihr. Doch heute Abend würde sich Kiara das nicht mehr antun. So ging sie samt Leon und Sarah hoch in ihr altes Zimmer. Während Sarah sich Bettfertig machte, kümmerte Leon sich besorgt um Kiaras Verletzung. Leon machte sich immer viel zu viele sorgen, dachte Kiara bei sich. Die Wunde würde Wochen brauchen bis sie vollständig verheilt war, was ihr jedoch nur wenig ausmachte. Bis sie einen neuen Schmied gefunden hatte, zu dem sie gehen konnte und die bereits verbeulte Rüstung reparieren lassen konnte, würde sie genug Zeit haben um die angebrochene Hand heilen zu lassen. Müde und ausgelaugt ging sie auf das große Bett zu, indem Sarah schon seelenruhig schlief. Immer mit Fransi in der Hand. Weshalb Sarah so an dem alten Bären hing verstand sie nicht. Das Plüschtier war so alt wie Kiara selbst und bestand nur noch aus einigen Lumpen. Und doch musste Kiara lächeln. Auch sie hatte einst so friedlich im Bett gelegen und mit dem alten Plüschbären im Arm geschlafen. Nachdem sich Kiara, so lautlos wie nur möglich, dazulegte streichelte sie ihrem winzigen Abbild noch über den Kopf ehe sie selbst einschlief. Sie musste nun Kraft schöpfen, denn die nächsten Tage würden hart werden... sehr hart.
Verfasst: Dienstag 19. Januar 2016, 22:18
von Kiara Thanel
Drei Wochen später:
Die Zeit verflog wie nichts. Kiara und Sarah waren ständig im Dorf unterwegs. Und so Leon sich nicht um Felicitas kümmerte, kam auch er mit. Es kostete die junge Frau sehr viel Mühe sich zusammen zu reißen. Sie konnte sich noch sehr gut erinnern, weshalb sie dieses Dorf einmal verlassen hatte.
Raphael.... Er war ein Monster. Und so blind wie ihr Vater auch war, sah er nur den gutaussehenden und wohlhabenden jungen Mann, der seiner Tochter schöne Augen machte. Ja, er sollte sie beschützen und ernähren. Doch das war nicht Kiaras Weg. 'Frauen gehören an den Herd und haben sich um den Nachwuchs zu kümmern!', maulte ihr Vater immer hiesig herum. Kiara war deswegen immer sehr wütend gewesen und Raphael wusste um den trotz ihres Vaters. Er nutzte die Situation schamlos aus um eines tages den Platz ihres Vaters einzunehmen und Dorfoberhaupt zu werden. Sogar als er sich an Kiara vergriff, w sollte Marvin ihr nicht glauben. Er warf ihr vor einfach nur stur zu sein und dass sie sich nicht solche Märchen ausdenken sollte. Als alle Stricke rissen, hatte Kiara eines Nachts ihre Sachen gepackt und war fortgelaufen. Am Ende landete sie in Gerimor, wo sie sich ein neues Heim aufgebaut hatte.
Schweißgebatet wachte sie auf. Neben ihr lag Sarah und schlief. Kiaras Herz pochte wild vor sich her. All die Bilder vergangener Zeit keimten in ihr auf. Letzten endes kam die Frage in ihr auf, wann sie so unglücklich wurde. Angefangen hatte es mit ihrer Ehe die sich bald als eine Strafe rausstellen sollte. Das war bereits eines was sie bereute. Kaum ein Jahr später lernte sie Diego kennen, der sie dazu brachte sich zu öffnen und Gefühle zuzulassen. Ein weiterer Fehler den Kiara aufs bitterste bereute. Als sie erfuhr, dass sie Schwanger war, brach zunächst in ihre Welt in tausend scherben. Doch als Kiara zum ersten mal diesen winzigen Bündel mit den großen, unendlich strahlend blauen Augen sah, keimten das erste mal Muttergefühle in ihr auf. Mit jedem Tag wuchs die Liebe zu ihrem kleinen Mädchen, egal wie erschöpft sie doch war. Sarah war das einzige was ihrem Leben einen weiteren Sinn gab. Auch wenn es mit Diego schlecht lief und beide getrennt lebten, hatte er sich zuerst sehr gut um Sarah gekümmert. Bis zu jener Nacht als man ihr Sarah wieder brachte. Das Haus in dem Diego lebte stand leer. Nicht die Tatsache das Diego weg war bereitete ihr schmerzen. Nein, es war die Tatsache, dass Diego seine Tochter im stich lies, obwohl sie erst einmal etwas älter als ein Jahr war. Als Kiara aufstand und sich den Schweiß von dem blassen Gesicht gewaschen hatte, blickte sie in den Spiegel, welcher schon immer seinen Platz auf der Kommode hatte. Kiara fühlte sich dumm. Dumm und verletzt, dass sie den selben Fehler ein drittes mal tat. Sie hatte sich geöffnet und auf undbestimmte Umwege ihre Gefühle zum Ausdruck gebracht. Hätte Kiara nur im geringsten geahnt, wie sehr es schmerzen würde, hätte sie nie im Leben diesen verfluchten Brief geschrieben. Immer wieder blickte sie über den Spiegel zu Sarah hin, die leise im Schlaf schnaufte und sich auf die andere Seite wendete. Fransi natührlich feste umklammernd. Was Kiara sich dabei gedacht hatte? Weiss der Geier wieso sie das tat. Allerdings war es mehr als offensichtlich. Wer wollte schon eine alleinerziehende Mutter? Zumal das Kiara sich immer mehr zurückzog und einen abwies. War das vielleicht der Fehler? Was sollte die junge Frau denn sonst machen? Mehr ausser sich seinen Gefühlen zu stellen konnte sie doch nicht. Es raubte ihr so auch schon genug Kraft mit der Tatsache fertig zu werden, sich verliebt zu haben. Doch nun ging es nicht mehr nur um Kiara. Ihre Entscheidung stand fest. Sarah würde entgültig mit nach Grenzwarth ziehen. Dieses ständige hin und her tat ihr nicht gut, das spürte sie als Mutter. Die Sonne dämmerte bereits am Himmel und würde bald die Dunkelheit vertrieben haben, also würde Kiara noch die wenigen Stunden Schlaf nutzen um einen weiteren ansträngenden Tag entgegen zu blicken.
Quitschend und voller Freude lachend, sprang Sarah auf dem Bett herum. 'Pferdsen, Pferdsen!!!' rief sie laut und rüttelte Kiara wach. Mit einem leisen seufzen verabschiedete sich die junge, schwarzhaarige Kriegerin von der Ruhe in der sie eben noch dämmerte. Die wohlwollende Dunkelheit die sie in ihre Arme wiegte. Ein erneutes rütteln des kleinen drei Jahre alten Mädchens lies sie nun vollends wach werden. 'Ontel Treva sted unden. Pferdsen gugen!', kam es wieder von Sarah. Ach ja.... Trevor wollte die beiden abholen und Sarah zu den Pferden bringen. Nach ungefär einem Stundenlauf waren beide fertig. Sarah lies sich nur widerwillig die dicke Kleidung anlegen. Das hatte sie eindeutig von Kiara. Trevor war ihr ein guter Freund gewesen und Kiara war sehr froh ihn bei sich zu haben. Sarah liebte es mit ihm im Schnee zu spielen und Schneemänner und auch Schneetiere zu bauen. Das Ergebnis sah zwar nicht sonderlich gut aus, aber solange es Sarah glücklich machte.
Der Anblick von Sarah, die mit Trevor auf dem großen Hengst saß, lies sie auflächeln. Wenigstens für wenige Stunden konnte sie die ganze Last von sich abfallen lassen und auch einmal glücklich sein. Nachdem die Stunden wie im flug vergingen, traten sie, nach einem Besuch in der naheliegenden Taverne, den Heimweg an. Zwischendurch kam es zu einer kleinen Schneeballschlacht und lies Trevor, Kiara und Sarah aussehen, als wären sie eben aus einer Eishöhle gekrochen. Kiara spürte förmlich das Trevor immer wieder ansetzte etwas zu sagen. Sie konnte sich schon denken worum es ging, also wechselte sie schnellstmöglich das Thema. Sie würden so oder so bald nicht mehr da sein. Vielleicht würde Kiara noch zwei oder auch drei weitere Wochenläufe bei ihrer Mutter verbringen. Doch dann würde es auch langsam Zeit werden. Sarahs Sachen waren bereits so gut wie alle gepackt und auch Kiara hatte ihr Gepäck allzeit bereit in einer Ecke ihres alten Kinderzimmers stehen.
Zuhause angekommen kam ihr Felicitas entgegen. Eine ganze Weile hatte sie Kiara und Trevor beobachtet und als Sarah schon schlief und Kiara mit einem Buch unten vor dem großen Kamin saß, kam Felicitas auf sie zu. Etwas unheimliches und fremdes haftete der einst so liebevollen Mutter an. Als sie sich langsam neben Kiara niederlies, legte Kiara das Buch weg. 'Es wird Zeit einen geeigneten Vater für Sarah zu finden. Wie lange willst du denn noch als Wittwe ein kleines Kind alleine großziehen?'. Zunächst hatte Kiara ihr versichert, sehr gut alleine mit der Situation klar zu kommen. Irgendwann reichte es ihrer Mutter nicht und setzte ihr förmlich ein Messer an die Kehle. 'Ich habe mit Trevors Eltern gesprochen... Sie finden dich wundervoll und auch Sarah lieben sie wie ihr eigenes Enkelkind.'. Mit einem Stirnrunzeln betrachtete die junge Kriegerin ihre Mutter. 'Du weisst das Trevor ein guter Freund für mich ist. Ein sehr guter sogar. Aber du wirst mich nicht dazu zwingen ihn zu Heiraten!'. Der restliche Abend verlief recht kühl und beklemmend. So sehr Leon sich auch bemühte, blieb die Stimmung zwischen Kiara und Felicitas abgekühlt. Nach einer Tasse Kräutertee ging sie rauf in ihr Zimmer und legte sich zu Sarah. Auch die restlichen Tage verliefen sehr unharmonisch. So sehr Kiara ihre Mutter auch liebte, so sehr stieg auch die Wut in ihr auf. Das nächste Schiff würde erst in zwei Wochen ablegen, da der große Fluss zugefroren war. Solange würde sie das gerede ihrer Mutter noch ertragen und sich eine wundervolle Zeit mit Sarah und Leon machen. Bald schon wäre sie wieder Zuhause, egal wie beklemmend ihr Gefühl dabei war.
Verfasst: Mittwoch 20. Januar 2016, 13:03
von Gast
“Was ist das für ein Ort?”, fragte ich mich, je näher ich Kiaras Heimat kam. Zwar waren mir Schnee und Kälte aus dem eigenen Ursprungsland gewohnt, aber der eisige Wind, der mir ins Gesicht blies und meine Augen trocknete, machte jeden weiteren Schritt zur Qual. Knirschend bewegten sich meine Stiefel durch den weichen, weißen Untergrund und ich ließ suchend meinen Blick umherschweifen. “Kiara”, rief ich, in der naiven Hoffnung auf eine plötzliche Antwort, doch als Resonanz erklang lediglich das Pfeifen der kühlen Nachtluft. Mit jedem Atemzug sah ich kleine, neblige Wolken aus meinen Lippen aufsteigen und ich drückte Larenas weichen Schal enger um meinen Hals. “Ist dir kalt, Mädchen? Ich kann’s dir gerne warm machen”, sprach plötzlich eine tiefe Raucherstimme hinter meinem Nacken und ich roch eine Mischung aus Whisky und Wildkraut. Schnell wandte ich mich herum.
Meine Augen trafen das vernarbte Gesicht eines Mannes in seinen Fünfzigern, der eine beschädigte Plattenrüstung aus Diamant trug. In seiner rechten Hand balancierte er selbstbewusst einen Krummsäbel. “Offenkundig müsst Ihr etwas Kleines zwischen Euren Beinen kompensieren, wenn Ihr friedliche Wanderer so herausfordert - ich kenne Eure Art leider zu gut”, schoss es unbedacht, aber immerhin ruhig, aus meinem Mund; die Verzweiflung, noch keine Spur von Kiara gefunden zu haben, ließ die Wut in meinen Kopf steigen. Scheinbar hatte ich seine Achillesferse erwischt: Der grobe Leib des Fremden ging in Kampfposition und ich konnte knapp einem rabiaten, vertikalen Hieb ausweichen, der auf meine Schulter gerichtet war. “Für Eure kindlichen Gelüste nach Kräftemessen habe ich keine Zeit; wo finde ich Kiara?”, fragte ich den aggressiven Mann und bemühte mich, schwer atmend, darum, innere Ruhe zu bewahren. “Halt deine freche Schnauze und stirb”, bekam ich als aufgebrachte Antwort zurück, während die schweren, metallenen Schritte des erzürnten Säbelschwingers auf mich zuliefen.
Mein Körper geriet in Schwierigkeiten: Träge und knapp gelang es mir, vor seinen mächtigen Schwerthieben zu fliehen, während ich die Konzentration für einen Zauber finden musste. Ich besann mich im Lied der fremden Umgebung darauf, die Verbindung zwischen Gehirn und Atemreflex des Kämpfers mit einer Illusion zu belegen, welche die natürliche Vitalfunktion unterbrach; einem riesigen Kloß im Hals gleich. Tatsächlich fand ich mein Glück und der stinkende, faltige Kerl griff sich mit aufgerissenen Augen an den Hals, ließ sein Schwert fallen und keuchte. “Hexe! Lass mich wieder atmen”, erklang seine Stimme plötzlich eher quietschend als bedrohlich. “Wo finde ich Kiara?”, wiederholte ich meine Frage, während ich mühsam die täuschende Applikation mit gedanklicher Aufmerksamkeit speiste. Erst, als ich eine vage Beschreibung erhielt, befreite ich den vermeintlich Erstickenden von den Fesseln der quälenden Schattenmagie. Er lief verängstigt davon. Ich machte mir Sorgen, während mein Blick über die neuartige Landschaft glitt: Sollte jede Frage nach der gesuchten, dunkelhaarigen Freundin eine ähnliche Auseinandersetzung erfordern und jegliche Manieren seitens der Einwohner vermissen lassen, würde meine Reise spannender ausfallen als eigentlich erwünscht.
Verfasst: Mittwoch 20. Januar 2016, 22:02
von Kiara Thanel
Arthorien war eine große Stadt die weit im Süden des Landes lag. Die Hauptstadt lag gerade einmal zwei Stunden Fußweg von dem kleinen Dorf entfernt, aus dem Kiara kam. Niemals hätte Kiara geglaubt etwas derart vergleichliches zu erleben, wie an diesen Nachmittag. Trevor war am frühen morgen zum Frühstück da. Er hatte selbst erlegtes Rehfleisch mitgebracht. Gerade in den Wäldern die zu Arthorien gehörten gab es viele junge Rehe und das Fleisch schmeckte besonders zart und saftig. Mutter schien es heute etwas besser zu ergehen. Ihre Laune war etwas angenehmer als sonst; das dachte Kiara zumindest. Kaum hatte Trevor mit der Familie am Tisch geseßen und mitgegessen, fing Mutter Thanel davon an zu sprechen, welch ein wundervolles paar sie doch waren. Trevor war sichtlich amüsiert und zog Kiara immer wieder damit auf und drängte sie so in eine Ecke, die tief in ihr saß. Nachdem das Frühstück beendet war, half sie noch beim spülen und verlies das Haus. Noch länger konnte sie sich diesen Unsinn nicht mehr antun. Dieses Thema reizte sie und ja, Felicitas brachte all das Verhalten an sich, weswegen Kiara überhaupt erst ihr Heim verlassen hatte. Fortgelaufen war sie. Und das wegen der Sturheit eines alten verbitterten Mannes mit den Ansichten eines blinden Ochsen.
Kiara bat Leon darum auf Sarah aufzupassen, ehe noch die brodelnde Wut in Kiara aufzukeimen drohte. Zornig zog sie sich die dicken Fellstiefel und den dicken Mantel an. Sie würde nach Athorien gehen und sehen ob irgendwelche Vorräte aufzufüllen waren. Die junge Kriegerin konnte die Stadt noch nie wirklich leiden. Die ganzen überheblichen Krieger die dachten, dass sie etwas besseres wären. 'Lachhaft', dachte Kiara bei sich, während sie über die weiße Landschaft lief. Der Wald wirkte immer sehr beruhigend auf Kiara und langsam schienen sich auch die Nerven, der gerade einmal vierundzwanzig jahre alten Mutter, zu entspannen.
Das rufen einer jungen Frau erweckte ihre Aufmerksamkeit. Und... entweder war sie schwerhörig oder aber jemand rief ihren Namen. 'Kiiiaaarraaaaa!', hörte sie ein weiteres mal und der Blick wanderte suchend umher. Tatsächlich stand dort jemand. Alleine und verlassen im Wald. Das rote Haar und die fülligen Kurven kamen ihr sofort bekannt vor. Sophie! Wie in Teufelsnamen hatte sie nur den Weg hierher gefunden? Und weshalb war sie ihr gefolgt? Fragen über Fragen überschlugen sich in dem überforderten Kopf. Die beiden jungen Frauen trafen nach nur wenigen Augenblicke aufeinander. Sofort nahm die Schwarzmagierin ihre so lange vermisste Freundin in die Arme. Noch immer konnte Kiara nicht fassen was so eben geschah. Sophie kam sie suchen... Und obwohl sie in Sophies Augen eine regelrechte Erleichterung sah, konnte sie auch die schmerzliche Enttäuschung spüren die von Sophie ausging. Ein Klos bildete sich in Kiaras Kehle und schnürte ihr die Luft ab.
Zuhause angekommen brachte Kiara ihre engste Freundin in das Gästezimmer das gleich gegenüber von Kiaras alten Kinderzimmer lag. Felicitas hatten die beiden nicht mehr gesehen. Leon gab ihr die nötigen Medikamente, die sie schlafen liesen. Zu viert saßen am Tisch und redeten. Leon und Trevor fragten Sophie förmlich nach Gerimor aus. Auch wenn die Neugierde der beiden Männer Sophie etwas einzuengen schienen, war sie freundlich und ruhig geblieben und auch die Fragen hatte sie, soweit sie konnte, beantwortet. Kiara jedoch wirkte etwas abwesend und hörte mehr zu als das sie Rede und Antwort stand. Kiara erzählte nie viel über Gerimor. Als es schon spät wurde zupfte Sarah müde an Kiaras Kleid. Mit einem 'schlaft gut' verabschiedete sich und brachte Sarah in das große Bett das aus massiven Mahagonie gebaut wurde. Schnell schlief Sarah ein. Kiara selbst war viel zu wach und all die Gedanken die ihr durch den Kopf schossen hielten sie wach. Wie üblich setzte Kiara sich in die Niesche, die aussen am haus eine große Wölbung ergab, und schaute dem Schnee dabei zu wie er das Land mit einer weiteren weissen Decke belegte.
Einige Stunden später erklang ein sehr leises klopfen an der Zimmertür. Kaum das man an die Tür geklopft hatte, stand Sophie im Zimmer um sich zu Kiara zu setzen. Die Sorgen die sich Sophie machte, schmerzte Kiara. Es war nicht ihre Absicht ihrer Freundin einen solchen Kummer zu bereiten, auch wenn Kiara keinen anderen Ausweg mehr sah. Der Abstand war dringend nötig. Sie musste sich wieder sammeln, zumal das sie Sarah abholen kam. Zwar verstand Sophie die Gründe, weshalb Kiara fortging, doch es gab auch noch andere Wege. Wie länger sie sich mit ihrer rothaarigen Magiebegabten Freundin unterhalten hatte, desto mehr wurde ihr bewusst, dass ihre Familie nicht mehr hier lag. Sicher, zum grlßten Teil schon noch. Doch sie hatte auch Freunde die zu ihrer Familie wurden. Sophie ganz vorne dran. Endlich hatte sich der Rotschopf beruhigt und während Sarah seelenruhig schlief, packten sie zu zweit alle Sachen zusammen. Mit etwas Glück könnten sie sogar schon morgen mit dem Schiff ablegen. Sophie würde nur in das Lied eingreifen müssen, was hier jedoch sehr schwer fallen dürfte. Doch so wie Kiara die Magierin kannte würde sie auch das schaffen.
Kaum war der frühe morgen angebrochen verabschiedeten sich die drei von Leon. Felicitas würde erst später von ihrer Abreise erfahren, wenn sie es denn überhaupt merken sollte. Es war noch nicht einmal Mittag ehe Sarah, Sophie und Kiara am Hafen standen. Für gewöhnlich war der Fjord für mehrere Wochen von dicken Eis bedeckt. An einer unauffälligen Stelle wagte Sophie es dann in das schwache Lied, das in dieser Umgebung zu spüren war, einzugreifen. Langsam knirschte das Eis und bildete Risse. Hin und wieder war eine tiefe kluft zu erkennen und auch wenn die Hafenarbeiter noch so erschrocken waren, nutzten sie ihre Chance und begannen sofort damit die Schiffe vorzubereiten und die Segel zu setzen. Zwei Tage würde es noch dauern ehe Kiara wieder in dem kleinen Haus in Grenzwarth einkehrte und erst einmal für Ordnung sorgen würde.
Verfasst: Donnerstag 31. März 2016, 13:04
von Kiara Thanel
Mitten in der Nacht hatte sich Kiara eines der weissen Felle genommen und sich in den Garten gelegt. Nachdenklich betrachtete die junge Frau den nächtlichen Himmel. Auch wenn es am Tag bereits angenehmer wurde, so war es des Nachts doch immernoch ziemlich frisch. Alles und jeder war bereits am schlafen. Kein Tier war zu hören, kein Windhauch. Es war einfach nur totenstill, ein vollkommener Gegensatz zu der Taverne aus der sie eben kam. Heute war der Himmel besonders klar und es schien fast so als wäre diese Nacht etwas besonderes. Die Sterne glänzten wie winzige Diamanten, die man auf schwarze Seide gestickt hatte. So Schwarz und undendlich wirkte der Himmel, während ihre Gedanken immer wieder abschweiften.
Eine große weite Wiese erstreckte sich vor Kiara. Wie immer trug sie ihre Hosen, das Kleid, welches man ihr herausgelegt hatte lag zerschnitten in irgendeiner Ecke ihres Schlafzimmers. Das junge Mädchen hörte schon das erzürnte Brüllen ihres Vaters, während sie kichernd davon rannte. Es war gerade wieder Frühling geworden. Der Duft der Frühjahrsblumen stieg ihr sanft in die Nase und lies sie nur noch mehr lächeln. So schnell wie der Wind rannte das junge Mädchen in Richtung des Fjordes um den Fischern bei ihrer Arbeit zuzusehen, bevor sie auf einmal von etwas umgerannt wurde. Ein dumpfer Aufprall war zu vernehmen und als sie die Augen geöffnet hatte grinste Trevor sie schon breit und frech wie immer an. Wie immer fingen beide mit einer Rangelei an. Jedoch war es nicht die Art von Rangelei die man bei zwei Streithähnen vorfand. Nein das war etwas ganz anderes. Schon seit jüngster Zeit kannten Trevor und Kiara sich und Trevor war der einzige der sie wirklich je verstanden hatte. Die kleinen Kämpfe die sie beide immer wieder aufs neue austrugen dienten ledeglich den Übungszwecken. Er half ihr stärker zu werden und sie half ihm seinem Traum näher zu kommen. Irgendwann hatten sich die beiden einen Schwur gegeben. Trevor würde eines Tages Ritter werden und Kiara eine stolze Kriegerin in schimmender Rüstung....
Viele Jahre sind vergangen nachdem Kiara von zuhause Weggelaufen war ohne sich zu verabschieden. Ausser von Trevor... Zwar nicht auf die übliche Art und Weise doch er würde es verstehen, er würde Sie verstehen. Der junge Mann kannte immerhin den Ärger den die trotzige Kiara immer wieder zu ertragen hatte. Als sie eines Tages weinend am Fjord saß und einige Steine in das Wasser warf, kam der junge Kriegerlehrling zu ihr. Ohne etwas zu sagen nahm er sie einfach in die Arme. Denn er musste auch nichts sagen um zu wissen. Es war ein zartes aber auch starkes Band, welches die beiden über die Jahre hinweg zusammengeschweißt hatte. Er legte sich seine Kette ab. Etwas das er zuvor nie tat. Den Anhänger hatte er selbst aus Rehknochen geschnitzt und die Form zeigte einen Tropfen der übermäßig graviert war. Als er ihr die Kette umgelegt hatte, schaute die junge Kriegerin ihn Fassungslos an. Der Anhänger war sein erstes Kunststück und noch nie hatte er dieses wunderschöne Schmuckstück abgelegt. Kiaras Augen waren vor Unglauben leicht geweitet. Doch die einzige Reaktion die sie bekam war ein Herzerwärmendes Lächeln.
Es war soweit... Kiara lief fort. Zuvor hatte sie sich noch einen Zettel verfasst mit den Worten; 'Gib sie mir wieder, wenn die Zeit gekommen ist.'. Die Kette die er ihr damals geschenkt hatte und der 'Brief' wurde in eine Lederlage gewickelt und gut zugeschnürrt. Spätestens am frühen Vormittag würde er das Abschiedsgeschenk in ihrem gemeinsamen Unterschlupf finden, gleich neben den Holzwaffen die sie heimlich versteckt hatten.
Seufzend öffneten sich die Augen. Trevor fehlte ihr. Ihr bester Freund, der einzige der sie so gut kannte. Lille fand es nicht so gut, dass Kiara mit dem Schiff weg wollte, wenn auch nur für ein paar Tage. Und sie hatte recht damit. Kiara sollte nicht das Leben ihres ungeborenen Kindes aufs Spiel setzen, also würde sie ein Schreiben wegschicken.
Nachdenklich betrachtete sie das leere Blatt vor sich, bereit immer wieder zum Schreiben anzusetzen. Lange saß sie noch da ohne genau zu wissen was sie ihm schreiben sollte. Es schien eine Ewigkeit zu vergehen ehe die ersten Worte ihren Platz auf dem Pergament fanden.
Trevor...
Einige Monde sind nun vergangen seit Sophie Sarah und mich geholt hat. Es ist so viel passiert und mit jeden Tag der vergeht, merke ich wie sehr mir mein Freund fehlt, wie sehr Du mir fehlst... Wie du hoffentlich noch weisst... ich bin keine Freundin großer Worte. Bisher warst du immer der einzige der mich Verstand, ohne das ich auch nur etwas sagen musste. Vielleicht wird es ja langsam Zeit mir dir Kette wieder zu holen, falls du sie noch besitzt. Allerdings machen es die Umstände nicht so leicht... Aber das ist etwas das ich dir lieber Persönlich erzählen würde. Ich hoffe die Zeit als Knappe ist nicht zu hart. Doch so wie ich dich kenne schaffst du das mit Leichtigkeit, bei deinem zu guten Gemüt. Du mit deiner guten Laune immer... Ich hoffe nur du behälst sie bei und bleibst so wie du bist! Weisst ja, sonst gibt es eine auf die Rübe. Da dich deine Zeit wohl sehr beansprucht, weiss ich das du mir wohl nicht antworten werden kannst.
Dennoch hoffe ich, dass wir uns bald wiedersehen werden.
Kiara
Bevor noch die Sonne die Dunkelheit durchbrach, wurde der Brief einem Burschen übergeben, der diesen mit dem nächsten Schiff wegbringen würde.
Verfasst: Mittwoch 27. April 2016, 10:10
von Kiara Thanel
Die Wochen vergingen wie im Flug. Der Bauch wurde immer größer und auch waren die ersten Tritte und Schläge ihres recht aufgeweckten, ungeborenen Kindes zu spüren. Es würde nicht mehr lange dauern bis das kleine das Licht der Welt erblicken würde. Beinahe sechs Monde waren bereits vergangen, als Lille ihr am späten Abend im Heilerhaus klar machte, dass Kiara Schwanger sei. Nachdenklich lag sie auf der Wiese hinter ihrem Haus. Unter sich hatte sie wieder mal das dicke, weisse Fell liegen. Obwohl das Wetter noch einmal zu seinem letztes Aufgebot von kälte schritt, war es heute ungewönlich sonnig und warm. Sarah spielte mit ihrem ledrigen Ball und kickte ihn von der einen Seite der Wiese, gleich zur nächsten. Mit jeden Tag an dem Sarah größer wurde, erinnterte sie ihre kleine Tochter mehr und mehr an sich selbst. Während die Hände zu dem bereits rund gewordenen Bauch wanderten und eine kleine Beule seitlich an ihrem Bauch zu spüren war, dachte sie über die letzten Wochen nach. Und auch darüber wie sehr Sarah sich bereits auf das kleine Geschwisterchen freute. Kiara jedoch machte sich Sorgen, ohne es der kleinen Sarah zu zeigen.
Der ganze Stress und die Aufregung die sie in den letzten Wochen überrannt hatte tat dem Kind nicht gut. Die Tritte und Schläge die sie des öfteren kassierte, waren ein gutes Zeichen... einerseits... Sicher, es zeugte davon, dass das kleine am Leben war. Musste es jedoch nicht gleich heißen, dass es dem Kind gut ging. Lille hatte sie nun mehr seit ein paar Tagen nicht gesehen und es war wohl nun wieder an der Zeit überprüfen zu lâssen, ob Lille etwas spüren.. etwas ertasten konnte oder ob doch noch alles in Ordnung war.
Lille... Hm, sie war nicht nur ihre Heilerin, sondern bereits auch eine sehr gute Freundin geworden. Und nicht nur Lille. Wie töricht sie doch war sich so gehen lassen zu haben und wie viel die werdende Mutter wohl dadurch verpasst hatte? Mit Sicherheit mehr als genug. Die Zeit vom rumtrauern und sich hängen lassen hat die junge Kiara bereits seit einigen Monden hinter sich gelassen und so würde es nun auch bleiben. Und wenn etwas sein sollte, konnte sie sich noch immer auf ihre Freunde verlassen. Denn das und ihre beiden Sprößlinge waren ihr mehr Wert als alles was sie besaß. Und vielleicht würde 'Er' ja auch eines Tages zu ihr finden. Schon seltsam, dass sich die junge, taffe Kriegerin damals so ein Familienleben noch nicht einmal im Traum vorstellen konnte. Und nun? Nun kann sie sich ein Leben ohne ihre beiden kleinen kaum mehr vorstellen. Und vielleicht... ja auch nur vielleicht, würde sie auch den passenden Deckel zum Topf finden.
Zuversichtlich.... Ja das war es was Kiara war... zuversichtlich. Mit guten Freunden an der Seite, ihren beiden Kinden und vielleicht sogar ihren ''Ritter'' so das Schicksal es für sie vorgesehen hatte.
Noch lange war Kiara an diesen Tag mit Sarah auf der Wiese. Ging auch mal mit ihr im Wald spazieren und beendete den Abend mit einer der Gute-Nacht-Geschichten, die Sarah so gerne hörte, bevor beide eingeschlafen waren.