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Das Efeuheim kriegt Besuch

Verfasst: Montag 28. Dezember 2015, 14:15
von Gast
*Ein Brief, aus einfachem Pergament gefertigt wird mitten im Winter seinen Weg zum Efeuheim finden. Bricht man das Siegel, so wird man folgende Zeilen in einer Sonntagsschrift lesen können...*

Marsbergen,
den 07. Alatner 258


Ich grüße dich, mein Kind!

Wie geht es dir? Ich hoffe, du erfreust dich bester Gesundheit und vieler guter Bekanntschaften. Dein Vater, du kennst ihn, er wollte bereits nach Erhalt deines Briefes im Herbst zu dir kommen und er sprach immer von diesem Nordwind. Ich konnte ihn noch etwas zurückhalten und davon überzeugen, dass wir erst einmal den Hof winterfest machen müssen, bevor wir Hals über Kopf aufbrechen. Nun ist es aber tatsächlich so weit. Morgen früh fährt das Schiff aus dem Hafen und ich kann nicht leugnen, dass ich mich auf unser Treffen freue. So viele Jahre sind vergangen und ich weiß gar nicht, was ich dir sagen soll. Du hast nicht immer richtig gehandelt und sicher schmerzt mein Mutterherz beim Erinnern an solche deiner Taten. Doch du bist meine Tochter und ich gehe davon aus, dass du deinen Weg gegangen bist. Dass du eine angesehene Stelle als Assistenz in hohem Hause erhalten hast und wer weiß? Vielleicht ist es sogar dein Mann? Ach, es gibt so vieles, was ich dich fragen möchte. Aber alles zu seiner Zeit. Wenn du diesen Brief erhälst, werden wir bereits unterwegs sein und wenn alles planmäßig verläuft, hast du noch einen guten Wochenlauf Zeit, dir zu überlegen, wie du deinem Vater gegenüber trittst. Und denk daran, dass dieser Nordwind dabei ist. Ihn wollen wir Beide noch kennenlernen.

In Liebe
deine Mutter

Post Scriptum: Dein Vater weiß nichts von diesem Brief.

Verfasst: Montag 28. Dezember 2015, 15:41
von Helisande von Alsted
Der Brief mit dem nichtssagenden Siegel wurde lange betrachtet. Die Schrift, die sie selbst als Adressaten auswies zupfte an einer Saite in ihr, die schon lange keinen Ton mehr von sich gegeben hatte. Nun manifestierte sich ein Klang, der immer lauter wurde. Vor lauter Schreck wurde der Brief erstmal in den Briefkasten zurück gestopft und sie flüchtete nach innen. Vom sicheren Balkon aus wurde der Briefkasten belauert und einfach nur gelauscht. Es dauerte eine gesunde Weile und zwei Mocca um die Nerven so weit zu stabilisieren, dass der Brief kom Briefkasten ins Haus auf den Tisch getragen wurde.

Der gewittergraue Blick studierte das Schreiben, das in der vertrauten klaren Handschrift abgefasst war, die ihr selbst die ersten Buchstaben beigebracht hatte. Erneut dieser Klang, dieses Schwingen das nah am Schmerz des Vermissens war. Nach all der Zeit. Immer noch.
Mama.
Die gestandene Offizierin und Ritter des Alumenischen Reiches begann zu zittern und nur mehrfaches Schlucken klärte die Gedanken wieder. Für eine Antwort war es zu spät, die Eltern waren auf dem Schiff und auf dem Weg. Natürlich mitten im Winter. Temora hilf.
Kurz, nur ganz kurz überlegte sie ob sie nicht einen Befehl erlassen sollte sie bei betreten des Reichsbodens zu verhaften und am Besten in Schwingenstein weit weg von allen zu inhaftieren. Ein Kopfschütteln folgte sofort. Temora hilf. Die Boten des Chaos ritten mit brennenden Fackeln in ihr Leben nun. Zwischen Vorfreude, Freude, Sorge und nackter Panik hin und herpendelnd griff sie zu Feder und Tinte um nur ein Wort auf ein Pergament zu schreiben und den Brief nebst ihrer Notiz dort abzulegen, wo es der Adressat finden würde.
  • Hilfe!

Verfasst: Montag 28. Dezember 2015, 23:38
von Gast
Das verloren geglaubte Kind

Nunmehr drei Monde war es her, seid der Brief der verloren geglaubten Tochter aus Gerimor in Marsbergen ankam. Halrik lies ihn sich von seiner Frau vorlesen und es schien fast, als würde es ihm mit einem Schlag die Farbe aus dem Gesicht schlagen als er den Inhalt vernahm.
Eine kurze Weile senkte sich der Blick auf die Tischkante ab, ehe er sich dann erhob und begann hinkend durch die Wohnstube zu gehen. Das lautere Klockgeräusch des Holzbeins auf dem Holzboden lies darauf schliessen das er gerade sehr Emotional war.
Irgendwann drehte er sich um zu Godith und raunte mit fester und rauher Stimme:
Wir müssen verreisen und sie aufsuchen. Nordwind ihr Vormund, ha. Den will ich kennen lernen.
Mit diesen Worten war er schon im Begriff alles in die Wege zu leiten um die lange Reise an zu treten. Doch Godith schaffte es ihn erst einmal zu beruhigen und ihm die noch Aussenstehende Arbeit vor Augen zu führen. Es galt den Hof Winterfest zu machen und die Aufgaben an die Söhne zu verteilen. Erst nachdem dies alles getan war, packten Godith und er alles notwendige zusammen um sich auf die lange Reise zu begeben.
Auch wenn er kein alter Seebär war, so konnte er dennoch knöttern wie einer und alt war er allemal geworden. Das musste er im laufe der Jahre immer wider feststellen. Seinem Übermut tat dies dennoch keinen Abbruch und so stolzierte er stets über Deck und gab Verbales Feuer an die Matrosen wenn etwas nicht zufriedenstellend war. Und nicht immer machte er sich damit Freunde auf dieser Reise.

Verfasst: Sonntag 3. Januar 2016, 12:55
von Gast
"Lady?" Ihr Blick war schneller auf dem Fräulein Assamaril gewesen, als sie die genannten Worte hatte begreifen können. Eine vom Volk geehrte und verdiente Reichsbürgerin.. Soweit ja nicht schlecht, aber Lady? Das hieß, sie war Ritterin, ihre kleine Helisande. Zu gut, dass das junge Fräulein so bereitwillig vorab informierte. So konnte Godith die aufkommende Entsetzung ihres Mannes zu gewissen Teilen der Tochter ersparen.
"Sie ist eine Ritterin und eine Offizierin des Regiments" Schockstarre! Der Blick wanderte nur noch zu Halric und natürlich brodelte plötzlich alles wieder im gerade noch beruhigten Ehemann hoch. "Sie ist was?" Schnell versuchte Godith die prompt verunsicherte Assamaril mit ihrer mütterlich sanften Art zu beruhigen, während Halric sich selbst zu beherrschen versuchte.
"Sagt, wo finden wir denn unserer Tochter Bleibe?", versuchte die Mutter das Thema neuerlich in andere Bahnen zu lenken und so erfuhren sie, dass Helisande nun in Berchgard wohnte. Dieses Handwerkshaus zu Gerimor war also gar nicht mal so stark verfehlt. Nur wenige Schritte entfernt, auf einem Berghang stand das Haus ihrer Tochter und dorthin wurden sie auch freundlicherweise geführt. Eine gründlichste Begutachtung von außen wurde durchgeführt, nachdem auf ein Klopfen niemand reagiert hatte. Sie war wohl außer Haus.. Aber bald würden sie sich treffen und dann gäbe es viel zu bereden..

Verfasst: Sonntag 3. Januar 2016, 13:40
von Assamaril
Assamaril hatte Helisande immer hoch geachtet. Dabei spielte es keine Rolle, ob verdient oder nicht. Helisande ist eine Lady, und Assamarils Hochachtung zu ihr ist deshalb selbstverständlich. Als Helisandes Eltern das Handelshaus Gerimor erreichten und sich Assamaril vorstellten, war Assamaril stolz darüber. Aber die Reaktion Helisandes Eltern, besonders ihres Vaters, zeigte ihr Assas Unachtsamkeit. Offensichtlich hatte sie ein Geheimnis verraten. Sie hatte Helisande verraten. Der Stolz veränderte sich in ein Schamgefühl.
Assamaril zeigte den Eltern Helisandes Haus. Aber Helisande war nicht zuhause. Dafür versprach Assamaril Helisandes Eltern, Helisande eine dringende Nachricht ins Regiment zu bringen:


Liebe Lady Helisande,

ich darf Euch mitteilen, dass Eure Eltern gesund in Berchgard angekommen sind. Ich habe mich Euren Eltern angenommen und ihnen ein Zimmer im Handelshaus für die Zeit ihres Besuchs gegeben.

Ich muss sofort etwas beichten, Lady Helisande. Ich war nicht aufmerksam genug. Durch mich haben Eure Eltern von Eurem Titel und von Eurem Rang erfahren. Bitte verzeiht mir meine Unachtsamkeit!

Verfasst: Sonntag 3. Januar 2016, 16:35
von Helisande von Alsted
Der Mocca dampfte noch vor sich hin als sie sich zur Postbearbeitung niedergelassen hatte. Die Dienstpläne und öffentliche Unterrichte galt es noch abzustimmen, dann waren da noch Rückmeldungen in den Dienst nach den Urlauben abzuzeichnen und der Stapel wurde nicht kleiner.
Der Mocca war gut und tröstete über die Unausweichlichkeit des Papierberges hin weg als ihr das Schreiben Assamarils überbracht wurde. Da Assamaril nie ohne Grund schreiben würde und viel zu schüchtern und zu bescheiden war um sich wegen Nichtigkeiten zu melden, rutschte der Offizierin schon mal pro forma das Herz in die Stiefel. War Janarey in ihrem Urlaub gar etwas zugestoßen? Rasch wurde das Schreiben gelesen und ein Seufzer entwich ihr. Die Woche war wohl schon rum.
Die Zeilen fanden sich eine geraume Weile angestarrt, dann nickte die Rosthaarige genau zwei mal und nahm einen Briefbogen hervor. Rasch flog die Feder über die Fläche und verfasste einige Zeilen für die Heilerin.



Kron und Reich zur Ehr, Fräulein Assamaril!

Vielen Dank, dass Ihr meine Eltern so gütig und warmherzig aufgenommen habt und sie beherbergt. Leider verlangt das Regiment gerade einiges an organisatorischer Arbeit, so dass ich tagsüber nur schlecht daheim anzutreffen bin.
Bitte, liebes Fräulein Assamaril, seid ganz und gar unbesorgt und fühlt Euch jeglicher Vorwüfe frei! Allein ich habe es wohl verabsäumt meine Eltern über meinen Stand und meine Position zu informieren. Es ist die Schuld der säumigen Tochter und nicht die Eure, dass sie es auf diesem Wege erfahren haben.
Da Ihr inzwischen selbst ein Teil der Peronen seid, die für mich zu meiner angenommenen Familie gehören, bin ich sehr glücklich mein Eltern in Eurer Obhut zu wissen. Ich bin mir sicher, Ihr habt sie mit dem Respekt und der Würde empfangen, wie sie es sich von ihrer eigenen Tochter wünschen.

Ich werde so rasch wie möglich meine Dienstpflichten erledigen und nach Berchgard zurückkehren. Dort werde ich im Handelshaus vorsprechen und hoffe dass Ihr mich empfangt und womöglich auch meine Eltern anwesend sind.

Temora beschützt!


Helisande von Senheit
Ritter des Reiches Alumeneas

PS. : Ich danke Euch von Herzen, Assamaril. Für alles. Bitte gebt Obacht auf meine Eltern bis ich eintreffe. Vater wird es nicht zugeben, aber die Kälte und der Stumpf des amputierten rechten Unterschenkels machen ihm zu schaffen.
Ich eile mich.


Das Post Scritptum ins wesentlich persönlicher gehalten und wirkt auch deutlich kleiner in der Schriftgröße. Fast so als ob es der Absenderin nicht wirklich in ein offzielles Schreiben gepasst hätte. Es wirkt eher so als ob es der Tochter wichtig sei.

Der Mocca war kalt. Die Dienstpläne noch kein Stück fertig und es klopfte schon wieder jemand an ihre Bürotür. 'Im Winter ist es immer ruhiger.' Ja von wegen. Schnell wurde das Schreiben einem Rekruten in die Hand gedrückt mit der Maßgabe es schneller als eine Portalreise mittels Magus nach Berchgard zu Fräulein Assamaril zu bringen.


"Der Nächste!"

Verfasst: Samstag 16. Januar 2016, 16:11
von Helisande von Alsted
Die klammen Finger wollten trotz der Handschuhe nicht warm werden. Gefühlte Ewigkeiten waren verstrichen bis sie endlich unter fachkundiger Beratung angemessene Gewänder für das erste Zusammentreffen gefunden hatte. Immerhin sollte sie wie eine Dame wirken, aber nicht zu feierlich. Züchtig und edel, aber nicht wie eine Nonne in einem Zölibatskloster. Natürlich gehörten auch die Haare aufgesteckt und die Abzeichen ihres Standes im Schwertadel irgendwo untergebracht, aber nur ja keine Waffen zum Kleid.

Ihr frisch gebackner Leibwächter und der Baron versuchten zwar die jeweilige Mimik unter Kontrolle zu halten, aber sie konnte deren innerliches Grinsen genau sehen. Im Dorfkrug wurde es kaum besser, jedoch half die selbst anerzogene Haltung und Form. Sie half bis, ja bis Shyra sie in den Nebenraum lockte und da standen sie...
Wie schön Godith immer noch war. Trotz der inzwischen weißen Haare und den feinen Fältchen um Nase und Mund strahlte die kleine Frau noch immer wie das Feuer eines Herdes. Der Blick wirkte zunächst wie sie es erinnerte wachsam und prüfend um dann voller mütterlicher Wärme aufzuleuchten. Ihre Umarmung war ehrlich.
Halric war ein ganz anderes Kapitel. Auch er war grau geworden und deutlich gealtert, auch wenn er sich immer noch so gerade hielt als ob er einen Stock verschluckt hätte. Aber er wirkte kleiner als in ihrer Erinnerung. Viel kleiner...
War sie gewachsen oder er geschrumpft? Welch absurder Gedanke in diesem Moment. Sie umarmte auch ihn. Er blieb zurückhaltend.

Die Gespräche die folgten blieben frei von der Flut an Vorwürfen mit der sie im Grunde fest gerechnet hatte. Vermutlich auch weil sie sich nicht rechtfertigte, sondern nur um Verzeihung für ihr Verschwinden bat, aber nicht für das Leben das sie nun gewählt hatte. Zu ihrem großen Leidwesen zog sich durch alle Gespräche wie ein roter Faden das Thema ihres Personenstandes.
Ledig.
Für ihren Vater war die Ritterin mit mitte Zwanzig eine schon arg sitzen gebliebene alte Jungfer, die immer noch nicht kochen konnte und offenbar auch keine Ambitionen hegte sich in jene Richtung zu entwickeln. Fast konnte sie die malziöse Freude ihres Vormundes im Gespräch schmecken, als er seiner Pflichten unter Dank und Ehre entbunden wurde. Aber er warf sich für sie in die Bresche und tröpfelte dem alten Mann ein, dass sie erfahren genug sei um sich selbst zu helfen.
Nun hatte der Vater also wieder die Vormundschaft, ihre Mutter die Pflicht ihn zu bremsen und sie musste irgendwie der leidigen Kochenlerndiskussion entkommen. Ein Unterfangen, welches Baron und Leibwächter fein sabotierten - oder es zu mindest versuchten.
Manche Dinge genießt man allerdings besser kalt. Es würde sich noch zeigen ob Fisch dazu gehören würde.

Verfasst: Dienstag 19. Januar 2016, 15:38
von Gast
Zwei Wochenläufe ist es nun her als Godith und Harlric auf Gerimor ankamen.
Die lange beschwerliche Reise war endlich vorüber und sie hatten wider festen Boden unter den Füßen.
Sie fragten sich den ganzen Weg hindurch bis sie nach etwas längerer Zeit bis nach Bechgard gereist sind. Dort trafen die beiden dann das Fräulein Assamaril, das sie freundlich bewirtete und auch das Eigenheim von der verloren gegangenen Tochter. Sie bot an, das die beiden erst einmal im Handelshaus zu Gerimor unterkommen könnten was auch dankbar angenommen wurde.
Mittlerweile wurde von Sir von Gipfelsturm und Helisande ein kleines schnuckeliges Haus für die Eltern eingerichtet, das sie nun wärend ihres Aufenthalts bewohnen würden.
Viele Gespräche folgten in den letzten Tagen und den Unmut darüber das seine Tochter keine Assistenzstelle in einem Haushalt oder gar eine Heilerin geworden ist, hatte er zwar verdaut. Und sicher würde er irgendwann auch darüber hinweg kommen, aber was ihn am meisten zur Verzweiflung brachte, war das seine Tochter noch nicht vermählt war, keine Kinder bekommen hat und viel schlimmer noch, nicht kochen konnte.
Wie sollte sie da je einen Mann abkriegen wenn sie nicht kochen kann?
Dies war die Tage über immer wider ein Thema das er nicht abkühlen lies.
Dann kam endlich das treffen mit dem Herrn Oberst von Nordwind, der für seine Tochter die Vormundschaft übernommen hatte hier zu Lande.
Das Gespräch verlief ruhig wie es sich unter Ehrenmännern gehörte und endete darin, das die Vormundschaft wider der leibliche Vater übernahm. Als er dann nach dem Gespräch noch mit seiner Tochter am Kamin wider einmal über das für ihn so sehr wichtige kochen sprach, kam noch der Baron zu Besuch. Das war wahrscheinlich die Rettung für seine Tochter, dem Kochthema zu entkommen. Doch war es vieleicht ein Fehler die beiden Herren so ganz alleine mit einem guten Wein am Kamin zu lassen und Männergespräche zu führen, als sie dann richtung Heim aufbrach.

Verfasst: Mittwoch 20. Januar 2016, 15:12
von Gast
Ja, das mit dem nicht verheiratet sein war wirklich ein großes Problem. Sie steuerte die 30er an. Damit war sie bald alt. Langsam musste wirklich ein Mann her! Doch ihre Tochte hatte Recht, wenn sie sagte, dass ob ihres Standes nicht viele Männer Lichtenthals in Frage kamen, die sie ehelichen durften. Stimmt, aber das war eindeutig auch die Konsequenz ihrer Entscheidung. Ihrer Entscheidung für die Ritterschaft und gegen die Assistenzstelle. Auch, wenn Godith es ihrer geliebten Helisande nie so ins Gesicht gesagt hätte, schob sie diese Problematik tatsächlich auf den Auszug damals. So vieles hätte aus ihr werden können. Aber doch nicht Ritterin! Sie verbaute sich so vieles damit...
Doch trotz aller Erfahrungen, Gefühle und Tätigkeiten, die Arbeit daheim wartete auch nicht mehr ewig. Einer ihrer Söhne hatte sich angeboten eine Zeit lang auf den Hof Acht zu geben. Aber er hatte genauso Familie und Arbeit, auch er musste irgendwann wieder in seinen normalen Alltag zurück. Somit mussten sich die Senheits bereits jetzt schon wieder Gedanken darüber machen, wann sie abreisen wollten. Drei Wochen würden ohnehin noch verstreichen, bis sie dann wieder in Marsbergen waren. Zuzüglich des Abschiedes und der Zeit, die sie bis dahin noch im gemütlichen Mietheim in Berchgard verbringen wollten. Sie müsste das mal mit Halric und Helisande besprechen...

Verfasst: Donnerstag 11. Februar 2016, 14:19
von Helisande von Alsted
Und da waren sie wieder weg.
Hineingebrochen wie ein Gewitterregen im Hochsommer hatten sie das Leben der jungen Frau einmal umgekrempelt, bereichert, verkompliziert und mit Liebe gefüllt. Dann legte das Schiff ab und die Eltern entschwanden wieder in die Heimat. Wobei das mit dem Entschwinden nicht ganz zutreffend war. Halric wollte nur nach dem Rechten sehen und seine Frau sicher abliefern. Godith sollte der Schwiegertochter bei der Niederkunft und der Zeit danach beistehen.
Er selbst hatte verkündet den Ältesten nochmal in alles einzuweisen und dann zurück zu kommen. Ganz männlich war er wohl der festen Ansicht, dass die Jungs alt genug waren und mit Godiths Hilfe zurecht kommen würden. Jedoch die einzige Tochter ganz dringend seine Hilfe wieder brauchen würde. Auch jetzt, da sie den sicherstellenden Ring am Finger trug war sie ihmmer noch ein schutzloses Weib und er musste ja ein Auge auf alles haben.
Zudem kochte das Fräulein Assamaril so gut und hier in Berchgard könne er der Schnitzkunst frönen, wo daheim ihm eh jede Arbeit von den Söhnen aus den Finger gerissen wurde. Auch mussten die Pferde des Fräulein Ritterin des Reiches ja von jemandem mit Ahnung gepflegt werden. Wobei sich diese Pflege sicherlich in gebrummten Anweisungen gen der Stallburschen äußern würde.
Die Rosthaarige nahm diese Mitteilungen zur Kenntnis und nickte dazu genau zweimal. Mit keinem Wort lies sie erkennen, dass ihr Vater versäumte Zeit nachholen wollte. Zudem wollte er garantiert dabei sein, wenn aus dem sicherstellenden Ring, das endgültige Fangeisen werden würde. Das würde zwar noch einige Zeit dauern, aber es würde passieren.
Sommer oder Winter?
Die Zeit hatte die Angewohnheit nur zu oft zu schnell zu verfliegen. Der Schnee hatte zu schmelzen begonnen. Der Frühling drohte und doch würden die Jahreszeiten wieder an ihr vorbeiziehen. Momentan war sie ihm Frieden mit sich, den Eltern und der Welt. Eingebettet in watteweiche Glückseligkeit, die ihr quasi aus jeder Pore herausstrahlte. Ganz würde sich das nicht erhalten lassen. Aber noch ein Bisschen. Noch ein kleines Bisschen.

Verfasst: Freitag 12. Februar 2016, 18:20
von Gast
Da stand sie den beiden alten wider bevor, die lange beschwerliche Reise gen Heimat. Der Abschied war sehr Emotional, zumindest von Godiths Seite aus. Der alte Herr, er war wie immer und zeigte nicht, das ihm der Abschied auch sehr nahe ging.
Mit den überlegungen schon so bald wie nur möglich wider nach Gerimor zu fahren trieb er wider in bester manier die Matrosen an, ihre Arbeit doch endlich mal vernünftig zu machen. Doch zuvor galt es Zuhause erst einmal die Geburt des ersten Enkels mit Freuden zu erwarten und dem ältesten Sohn Bernard das Gehöft zu übertragen.
Jetzt da er seine Tochter endlich unter der sicheren Haube wusste, konnte er die anstehenden Arbeiten Zuhause mit viel mehr Ruhe angehen. Doch erst wenn das sogenannte Fangeisen um den Finger lag, war es seiner Meinung nach auch sicher. Enkel, Fangeisen, Enkel, Ruhestand, waren die Worte, die er Godith immer wider auf der Heimreise um die Ohren warf.

Verfasst: Sonntag 27. März 2016, 23:38
von Gast
*Ein schlichtes, aber sauber beschriftetes Pergamentstück wird am späten Abend noch in Absprache mit dem Herrn Senheit aufgesetzt und auf die Reise nach Lichtenthal geschickt, sodass es wohl eine Weile vor den Anreisenden ankommen und der Adressatin Vorbereitungszeit geben sollte.. Die Handschrift ist eindeutig nicht die von Frau Senheit. Viel zu jung und schwungvoll mag sie dafür wirken.*

Zu Händen von Lady Helisande

Marsbergen,
den 27. Lenzing 259


Der Schild- und Schwertmaid zum Gruße verehrte Lady Helisande,

ich schreibe Euch im Auftrag Eures Vaters Halric Senheit. Jener bot meiner Familie und mir an, dass ich bei ihm als Haushälterin arbeiten dürfe und so möchte ich mich Euch kurz vorstellen. Mein Name ist Adriana Aelia und ich komme ebenso wie Eure Familie gebürtig aus Marsbergen. Es ist mir eine unermessliche Ehre für Euren Vater arbeiten zu dürfen, genauso wie es mir ein Anliegen ist, Euch vorab zu Eurer Nichte Airin zu gratulieren. Eure Schwägerin brachte das Kind vor wenigen Tagen ohne größere Zwischenfälle zur Welt und sowohl Mutter, als auch Kind sind wohlauf.
Eure Mutter lässt sich dafür entschuldigen, dass sie nicht mit Eurem Vater gemeinsam zurück nach Lichtenthal kommen wird. Es ist ihr ein Anliegen der jüngst gewachsenen Familie unterstützend zur Seite zu stehen, bis die kleine Airin ein gewisses Alter erreicht und sich Euer Bruder auf dem Gehöf eingearbeitet hat. Am morgigen Tage zum Sonnenaufgang hin werden Herr Senheit und meine Person das Schiff nach Lichtenthal besteigen, welches voraussichtlich Mitte des nächsten Mondlaufes in Adoran anlegen wird.

Hochachtungsvoll und mit den besten Grüßen aus der Heimat
i.A. für Halric Senheit
A.Aelia

Verfasst: Mittwoch 27. April 2016, 11:14
von Gast
*Endlich war es soweit. Adriana hatte ihren Augen kaum getraut, als sie gemeinsam mit Herrn Senheit das Schiff verlassen und eine lange Reise hinter sich gelassen hatte. All das Treiben der Großstadtmenschen, der neue Baustil, das neue Klima... Aber so dauerte es auch noch einen Tag, bis beide Marsbergener gänzlich in Lichtenthal angekommen und daher folgte auch der Brief an Lady Helisande erst einen Tag später...*

Zu Händen von Lady Helisande

Berchgard,
den 27. Wechselwind 259


Der Schild- und Schwertmaid zum Gruße Lady Helisande,

nachdem die Reise von Marsbergen nach Lichtenthal etwas länger, als erwartet gedauert hat, darf ich Euch nun freudigst mitteilen, dass Euer Vater und meine Person wohl auf in Berchgard angekommen sind.
Ich verbleibe mit den besten Grüßen und freue mich schon darauf, Euch kennenlernen zu dürfen.

Hochachtungsvoll
i.A. für Halric Senheit
A.Aelia