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Ein Schreiben erreicht den Emir

Verfasst: Sonntag 6. Dezember 2015, 22:11
von Gandurin
Der Mutter Schöpferin zum Gruße Abbas Wakur Omar, Emir der Menekaner


Ich entsende euch diese Zeilen und hoffe, dass sie euch bei guter Gesundheit erreichen. Das Anliegen, mit welchem ich mich an euch richte, ist zweifelsfrei ein unerfreuliches. Es geht um die getöteten Menekaner Nadim und Razyr aus dem Hause Ifrey und Faruk Amaru.

Ich gebe ganz offen zu das ich mit allen drei ab einer bestimmten Zeit meines Lebens eine gemeinsame Geschichte teile und ich sie als wahre und treue Freunde in mein Herz geschlossen habe. Sie waren stets respektvoll und sind den Pfad Eluive stets gefolgt und haben den Glauben an die Mutter immer loyal Verteidigt, in allen mir bekannten belangen, ob nun mit Wort oder Tat.

Ich richte diese Zeilen erst jetzt an euch, da mich ihr Tot derart getroffen hatte, dass ich selbst außer Stande war mich auch nur zu irgentetwas aufzuraffen, geschweige denn Gesellschaftsfähig zu sein und bekunde aus tiefsten Herzen mein Bedauern, dass die eskalierte Situation an jenem Tag dazu führen musste, dass sie getötet wurden und auf diese Weise ihr Ende fanden.

Ich möchte allerdings auch an euch appellieren. Die Gesetze, welche die drei auch immer an jenem Tag gebrochen haben, empfinde ich damit mehr als abgegolten, dass ihr sie dafür mit dem Tode bestraft habt. Ihnen nunmehr nicht einmal die Möglichkeit zu lassen, für ihr Eluive gewidmetem Leben ein ordentliches Begräbnis zu bekommen, um sich unter Eluives Segen wieder in den ewigen Kreislauf des Lebens einzufügen und ein Teil davon zu werden, halte ich für einen ebenso großen Affront gegen Eluive, wie das gewährte führen und halten von Eluives Geschöpfen als Sklaven in eurem Reich. Das ihre halb verkohlten Leichen im Ahnengrab festgekettet wurden und auf einem beistehenden Schild als Glaubensketzer bezeichnet werden ist meines Erachtens ein Zustand, der in jedweder Form unhaltbar ist.

Ich bitte euch inbrünstig, Emir, eure Entscheidung zu überdenken und euch darum zu bemühen das die drei ein durch Eluive gesegnetes Begräbnis erhalten. Solltet ihr euch sträuben und meiner Bitte nicht nachkommen wollen, sähe ich mich mit jeder Faser meines Körpers dazu gezwungen eurem Willen zuwider zu Handeln um diesen Affront an Eluive zu beenden.

*krakelig unterzeichnet*
Gandurin
Druide Eluives

Verfasst: Sonntag 6. Dezember 2015, 22:29
von Gast
Das Schreiben wird im Palast entgegen genommen. Dem Boten wird allerdings mitgeteilt, dass der Emir gerade auf einer kurzen Reise ist und die Antwort daher etwas dauern könnte. Ungeöffnet wird das Pergament wird sodann auf dem Schreibtisch des Erhabenen abgelegt, zu den anderen Pergamenten.

Verfasst: Dienstag 8. Dezember 2015, 14:59
von Abbas Wakur Omar
Als er nach einigen Tagen von seiner Reise wieder zurückgekehrt war und einen Bericht bekam, in dem die Vorkommnisse festgehalten wurden, machte er einen Rundgang um sich selbst ein Bild zu verschaffen. Erst dann fand er den Weg in sein Arbeitszimmer und erblickte dort die Schriftstücke, welche auf eine Bearbeitung seinerseits warteten. So fiel ihm auch diese Nachricht in die Hände, er las sie einmal und dann ein zweites Mal. Die Braue erhob sich ab und an, ehe dann doch zu Papier und eine Feder gegriffen wurde. Nach Beendigung des Schreibens, wird ein Bote beauftragt dieses Schriftstück zu überbringen.

Salam Alaikum Gandurin,

die Mara hat meine Gesundheit bisher erhalten, hoffentlich ist dies bei Euch ebenso der Fall.
Auch an vielen Menekanern ging dieses wahrlich unnötige Ereignis neda spurlos vorbei, es blieben Verwandte, Ehefrauen und Freunde trauernd zurück.
Wie mir scheint, wisst Ihr neda welche Gesetze von den besagten Menekanern gebrochen wurden. Damit erscheint mir eine Beurteilung Eurerseits wahrlich unangemessen. Ihr Leben war in den letzten Tage neda mehr Eluive gewidmet, einen anderen Schluss lassen ihre Taten neda zu. Sie haben sich von Eluive abgewandt und strebten nach eigenen Interessen, sie säten Unruhe und brachten Gewalt in die goldene Stadt. Des Weiteren steht es einem Außenstehenden neda zu über die Gesetze zu urteilen, dazu gehört ebenso die Heranführung gewisser Geschöpfe an die menekanische Kultur.
Die drei Menekaner haben ihr Leben verwirkt und damit auch jegliche Möglichkeit ein Begräbnis zu erhalten, wie es bei den Menekanern sonst üblich wäre. Meine Entscheidung wird sich dahingehend neda ändern. Dank Eurer letzten Zeilen, werdet Ihr mit aller Härte zur Rechenschaft gezogen, sollte irgendetwas mit einer der Leichen geschehen.
Bisher war meine Meinung von der Bruderschaft der Druiden recht hoch, dies lag vor allem an Earon Auenbacher, vielleicht solltet Ihr mit ihm ein Gespräch suchen um Eure Fehler zu erkennen. Zudem habe ich noch neda solch einen Ich-bezogenen Brief erhalten. Es scheint mir daher eher ein persönliches Anliegen zu sein, als das Ihr im Namen Eluives handelt. Dieser Umstand macht eure Worte nur noch vermessener, als diese ohnehin schon sind.
Möge die Mara Euch Weisheit und Weitsicht schenken.

Abbas Wakur Omar
-Emir des Reiches Menek'Ur

Verfasst: Mittwoch 9. Dezember 2015, 19:05
von Gandurin
*Mehr als ein Tag war verstrichen, seit dem er die Antwort des Emirs erhalten hatte. Und er hatte sich Zeit genommen. Zeit in der er die Worte des Emirs auf sich hat wirken lassen und Zeit in der er eine Entscheidung fällen konnte. Dann fasste er seine Gedanken erneut zusammen und entsandte einen weiteren Brief gen Menek'Ur.*


Der Mutter Schöpferin zum Gruße Abbas Wakur Omar, Emir der Menekaner

mich hat euer Schreiben ebenfalls bei guter Gesundheit erreicht. Allerdings wirkt eure Wortwahl in eurem Schreiben auf mich besorgniserregend und zugleich bedrohlich. Ich möchte euch, obgleich ihr euch meiner inbrünstigen Bitte eure Entscheidung zu überdenken, klar entgegenstellt, noch einmal folgende Worte widmen.

Alle Geschöpfe, mit wenigen Ausnahmen, werden von Eluive erschaffen. Es findet in Eluives Händen seinen Anfang, und kehrt am Ende auch wieder zu ihr zurück. Auf das ihr ewiger Kreislauf des Lebens fortwährenden Bestand hat. Ihr sprecht mir die Erlaubnis ab über eure Gesetze zu Urteilen. Ich bin überdies überhaupt nicht darauf erpicht das zu tun. Ich weiß, dass die drei sich an Gesetzesbrüchen, als die Situation in Menek'Ur eskaliert ist, schuldig gemacht haben. Darum prangere ich auch nicht die Todesstrafe an, die ihr ihnen ob ihrer Taten auferlegt habt, obgleich sie mich persönlich mehr als traurig stimmt. Aber ich prangere an, wie ihr mit ihnen verfahren seid, noch nachdem ihre Strafe vollzogen wurde. Solch ein, dem Pfad Eluive entgegenstehendes, Verhalten ist man vielleicht von Anhängern Alatars gewöhnt, aber nicht vom Gläubigen der Mutter und schon garnicht von ihrem geliebten Volk.

Ich weise euch darum noch einmal daraufhin, dass euch nicht das Recht gegeben ist, ihnen das Zurückkehren in den Schoß der Mutter zu verwehren, in dem ihr ihnen ein Begräbnis verwehrt, welches unter Eluives Segen vollzogen wird. Damit die Mutter sich ihrer Kinder annehmen und jenseits der hiesigen Welt über sie entscheiden kann.

Es erfüllt mein Herz darüber hinaus mit Trauer, dass ihr um meine Absichten und meine Gedanken wisst und mir dennoch ankündigt mit aller Härte gegen mich vorzugehen, wenn ich mich der Sache selbst annehme, obgleich ihr zuvor meine Bitte eure Entscheidung zu überdenken abgelehnt habt. Es bleibt nach wie vor ein Affront an Eluive und da dieser Zustand unhaltbar ist, sehe ich mich gezwungen die Konsequenzen, welche ihr mir angekündigt habt, wohl oder übel auf mein Haupt zu laden und ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass auch ihr mit den daraus resultierenden Konsequenzen eurerseits leben können werdet.

*krakelig unterzeichnet*
Gandurin
Druide Eluives

Verfasst: Donnerstag 10. Dezember 2015, 17:26
von Abbas Wakur Omar
Als ein weiterer Brief Gandurins auf seinem Schreibtisch vor ihm liegt, scheint er diesen zuerst mit Wohlwollen zu lesen, ehe nach jedem weiteren Wort die Stimmung umschlagen wird. Einige Zeilen werden niedergeschrieben und ein Bote wird Gandurin direkt aufsuchen.

Salam Alaikum Gandurin,

nachdem letzten Schreiben an dich, war die Hoffnung in mir stark, dass dieses Thema klar gestellt wäre und damit zur Vergangenheit gehöre. Da dem scheinbar neda so ist, werde ich die Dinge ein letztes Mal, für dich hoffentlich verständlich darlegen.
Eluive erschien mir und erwählte mich als Führer des gesegneten Volkes.
Wenn dies, wie du sagst, solch ein Affront gegenüber der Mara sei, solltest du dir eine Frage stellen.
Warum erschien die Mara dem Erhaben neda und zeigte ihm seinen Fehler auf?
Ich nehme dir gern die Antwort auf diese Frage ab. Sie erschien mir neda, weil ich im Sinne der Mara handelte. Dieses solltest du dir zu Herzen nehmen und deinen persönlichen Schmerz neda die Oberhand gewinnen lassen.
Du gehörst neda dem gesegneten Volke an, es steht dir neda zu über unsere Traditionen und Verfahrensweisen zu urteilen, geschweige in diese einzugreifen. Des Weiteren solltest du neda vergessen, wer ich bin.
Möge die Mara dir dieses Mal Weisheit gewähren.

Abbas Wakur Omar
-Emir des Reiches Menek'Ur

Verfasst: Freitag 11. Dezember 2015, 18:13
von Gandurin
*Ein weiteres Antwortschreiben wird an den Palast der Wüstenstadt entsandt:*


Der Mutter Schöpferin zum Gruße Abbas Wakur Omar, Emir der Menekaner


Ob eures zuletzt geschriebenen Briefes sehe ich mich erneut dazu aufgefordert, euch weitere Worte zu widmen. Denn ihr habt eine Frage aufgeworfen und ihr habt sie zwar selbst beantwortet, allerdings, wie ich finde, mit einer recht eingeschränkten Sichtweise.

Ihr warft die Frage auf, warum die Mutter euch nicht erschienen ist, um euch eure Fehler aufzuzeigen.

Es gibt viele Ungerechtigkeiten in diesen Landen, und viel Fehl welcher an Gottheiten verübt wird, doch die Erfahrung zeigt, dass die Götter sich nahezu nie, oder nur mit sehr wenigen Ausnahmen, in Geschehnisse der irdischen Welt einmischen. Wie oft habe ich schon miterlebt, dass Streiter der verschiedenen Reiche spottend von Alatar oder Temora, oder gar anderen Gottheiten sprachen. Auch sie wurden nicht durch göttliches Einwirken dafür bestraft. Oder habt ihr schon einmal erlebt, dass wenn jemand der neben euch stand Alatar beleidigte, dieser direkt von einem göttlichen Blitz Alatars herniedergestreckt worden ist?

Wir müssen begreifen, dass die Götter sich im allgemeinen nicht in das irdische Geschehen einmischen, auch dann nicht wenn wir uns einmal falsch verhalten oder gar Fehl an ihnen üben. Aber es gibt andere Gläubige auf Erden, welche unsere Taten erblicken und uns auf mögliche Fehler hinweisen, auf das wir dazu in der Lage sind uns zu bessern oder unsere Fehler zu revidieren.

Und dieses Vorgehen, Leichen noch nach dem Tode, so zu behandeln sei bei jedem gleichermaßen angeprangert. Es steht dem Pfad Eluive entgegen, selbst dann.. wenn sie sich uns zu ihren Lebzeiten als Glaubensanhänger Alatars und erklärte Erzfeinde entgegenstellten – was in dieser Situation nicht einmal der Fall war.

Da ihr in eurem letzten Schreiben so erpicht auf eine Klarstellung ward, möchte ich euch darüber hinaus noch sagen, dass ich keinen Zweifel an eurer Authorität üben möchte allerdings an eurem Vorgehen in der beschriebenen Sache. Es bleibt ein Affront gegen Eluive, selbst wenn euch die Mutter nicht persönlich erscheint und euch darauf hinweist.

Und auch ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass Eluive euch Weisheit für eure kommenden Entscheidungen schenken möge und euch in dieser Sache zurück auf den rechten Weg führt.

*krakelig unterzeichnet*
Gandurin
Druide Eluives

Verfasst: Montag 14. Dezember 2015, 19:46
von Abbas Wakur Omar
Ein Diener wird vor ihm auftauchen und schon beinahe etwas ängstlich wirken, als er das Schreiben überreicht. Als der Erhabene nach dem Absender fragt, spricht der Diener nur leise und zaghaft den Namen aus. Abbas wird einmal durchatmen und das Schreiben recht rabiat dem Diener abnehmen. Dann werden die Zeilen überflogen und ein beinahe fassungsloser Gesichtsausdruck wird im ersten Augenblick zu erkennen sein. Ehe er kopfschüttelnd das Schreiben zur Seite legt. Ein weiterer Bote wird die Stadt vorerst nicht auf der Suche nach Gandurin verlassen....