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Die Axt im Berg erspart den Zimmermann
Verfasst: Samstag 28. November 2015, 18:35
von Kaz
Völlige Finerstnis umhüllte den Kaluren. Kein Augenlicht konnte diese Finsternis durchdringen. Cirmias sei Dank waren die Kaluren mit einem außerordentlichen Geruchs- und Hörsinn ausgestattet und so tastete sich der abgemagerte Kalure durch die ihn umhüllende Dunkelheit.
Wie viele Jahre hatte er schon in den Stollen verbracht? Er wusste es nicht und es war ihm auch egal. Er sehnte sich nach seinen Brüdern und Schwestern die irgendwo über ihm sein könnten. Doch die Dunkelheit war sein einziger Freund geworden. Zumindest auf lange Sicht hinaus.
Die Zeit im Stollen hatten den Zwerg müde gemacht, jedoch quälte er sich mit einem übrig gebliebenen Funken Hoffnung immer weiter voran. Gang für Gang erkundete er auf der Suche nach einem Weg in die oberen Bereiche des heiligen Berges. Unzählige gleich aussehende Höhlen, unterirdische Flüsse und Kavernen hatte er so schon passiert oder zumindest machte dies den Anschein. Es könnten auch die Selben gewesen sein. Ob er nicht ziellos im Kreis irrte war ihm unbekannt.
So verstrich die Zeit über dem Berg und Gerimor. Tag für Tag und Nacht für Nacht. Doch unter dem Berg war kein Unterschied zu spüren. Bis zu dem einen Tag der das Leben dieses Kaluren wieder in die Richtung geordneter Bahnen werfen würde.
Der Zwerg bahnte sich den Weg durch eine riesige unterirdische Gerölllawine die schon seit der Entstehung des Berges hier befindlich sein mochte. Riesige gebäudegroße Geröllbrocken gab es zu erklimmen auf dem Weg nach oben. Ungewiss ob dort ein Weg in Richtung Oberfläche wartete oder nur eine weitere Sackgasse. Quälend vergingen die nichts bedeutenden Stunden auf dem Weg nach oben. Ohne Sicht auf ein Ende. Die Hände des Zwerges waren trotz seiner robusten Art wund von der langen Kletterei und ein Paar Schuhe hatte er schon seit Jahrzehnten nicht mehr getragen.
Immer weiter quälte er sich hinauf bis plötzlich der Boden unter seinen Füßen in Bewegung geriet. War es wirklich der Boden der sich bewegte? Der Untergrund war merkwürdig glatt, doch er hatte es erst bemerkt als er schon aufrecht darauf stand. Merkwürdig begann der Boden sich in Wellen nach links und rechts zu bewegen und dann veränderte er plötzlich seine Höhe um gut einen Meter.
Dieser Ruck brachte den Zwergen schlussendlich aus dem Gleichgewicht und er stürzte nach vorne über um nun direkt mit dem Schädel auf den "Boden" aufzuschlagen. Die noch tiefere Dunkelheit der Bewusstlosigkeit umgab ihn nun.
Als er langsam erwachte bewegte sich der Boden unter ihm immer noch. Langsam tastete er erst sich ab ob noch alle Körperteile an ihrer angedachten Stelle waren und dann seine nähere Umgebung. Schwaches grünes Licht fiel von der Decke herab, die langsam an ihm vorüber zog.
Das Licht stammte von lumineszierenden Pilzen die die Dunkelheit mit ihrem gedimmten grünlichen Licht durchbrachen. Nun zurück zu dem Boden der sich bewegte.
Der Kalure war geradewegs auf eine Herde wilder Steinbeisser geklettert die in der Dunkelheit geschlafen hatten. Er hatte den ersten geweckt und so eine Kettenreaktion ausgelöst woraufhin er vom ersten gefallen war, auf dem zweiten Käfer aufgeschlagen war und dann ohnmächtig geworden war. Dort lag er nun noch. Auf dem Rücken eines Steinbeissers irgendwo in einem Stollen. Auf dem Weg irgendwohin. Wo auch immer es diese Beisser hintrieb. Was er nicht wusste war das dies der erste Schritt in Richtung Oberfläche war.
Verfasst: Sonntag 29. November 2015, 00:57
von Kaz
Die Tunnelwände schoben sich unaufhörlich an ihm vorüber. Anscheinend schienen die Steinbeisser ihr Mitbringsel zu akzeptieren oder einfach zu ignorieren. Der Kalure nahm die Gelegenheit dankend an, da er nicht wusste wo er hingehen sollte folgte er so dem Willen der Steinbeisser und ließ sich von diesen weiter tragen. Es spielte sowieso keine Rolle. Zwischendurch pflückte er einige Pilze von der Decke der Stollen und verspeiste diese genüsslich. Eine willkommene Abwechslung zu den vielen Käfern die er bis jetzt als Hauptnahrungsmittel zu sich genommen hatte.
Auf diese Weise legte er einige Tage unter dem Berg zurück und die Käfer schienen irgendwie ein Ziel vor Augen zu haben. Jedenfalls wanderten sie zielstrebiger durch den Berg als er es in der ganzen Zeit vorher getan hatte. Doch was es sein würde und wann sie es erreichen würden war ungewiss. Doch irgendwie begann sich die Atmosphäre zu verändern. Es wurde wärmer und dem Kaluren schien es als würde ein rötlicher Lichtschein beginnen den Stollen zu erhellen in dem sie sich bewegten.
Die Ursache dieses Feuerscheins kam nach einiger Zeit in Sicht. Eine riesige Höhle erstreckte sich hinter einer naheliegenden Stollenwendung. Der Boden der Höhle war bedeckt mit Lava und nur eine steinerne Brücke wand sich wie ein Steg durch sie hindurch. Das war ein ungewohnter Anblick für den Kaluren und die Hitze erstarke seine Lebenskräfte wenigstens ein bisschen. Genauso wie der helle Schein des Feuers. Hatte er doch die letzten Jahre in fast absoluter Dunkelheit verbracht. Abgesehen von den Stollen und Höhlen die in das diffuse Pilzlicht getaucht waren.Dies war für ihn wie eine strahlende Sonne.
Er blickte sich in der Höhle um und suchte nach etwas. Was wusste er auch nicht so genau. Doch er fand es. Am nördlichsten Ausgang der Höhle der etliche Fuss entfernt war lag etwas bläulich schimmerndes auf dem Boden, doch die Käfer hielten nicht auf diese Richtung zu.
Also musste er sich entscheiden. Entweder die Käfer ziehen lassen oder das interessante Leuchten untersuchen und den Weg auf die altbewährte Weise fortsetzen.
Er entschied sich für das Leuchten.
Er wusste eh nicht wohin die Käfer ihn führten und was hatte er zu verlieren?
Also sprang er an der Gabelung des steinigen Pfades von seiner Transportmöglichkeit ab und hatte seit Tagen erstmals wieder festen Boden unter den Füssen. Der Boden war heiss und staubig. Ausgetrocknet und durch die lange Hitzeeinwirkung der Lava marode.
Der Weg zum nördlichen Ausgang sah gefährlich aus. Doch vielleicht war es das Risiko wert. Was auch immer der Gegenstand sein sollte. Er setzte vorsichtig einen Fuss vor den anderen. Immer wieder tippelnde Schritte machend um der Hitze nicht allzu viel Angriffsspielraum zu bieten, die seine Fussohlen versengen wollte.
Immer näher kam er dem Leuchten und es wurde intensiver. Irgendwo aus geraumer Vorzeit kam ihm dieser Lichtschein bekannt vor.
Als er direkt davor stand sah er endlich was er da entdeckt hatte. Es war eine kalurische Laterne aus reinem Mithrill gefertigt. In ihrem inneren befand sich ein einziger großer leuchtender Pilz mit ausreichend Nährboden. Das bläuliche Licht enstand vermutlich durch eine Umkehr des grünlichen Leuchtens der Pilze durch feinste Mithrillpartikel in den Quarzsandscheiben der Laterne.
Eine Lichtquelle! Und das aus Zwergenhand gefertigt. Die konnte noch nicht so lange hier liegen. Sonst wäre sie schon von Staub verdeckt gewesen der in regelmäßigen Abständen von der Decke rieselte und mit einem Zischen in der Lava verschwand.
Ein Hoffnungsschimmer? Vielleicht.
Verfasst: Samstag 5. Dezember 2015, 18:49
von Kaz
Die Laterne spendete ihm tröstendes Licht auf dem Weg durch die Stollen die er nun betrat.
Irgendetwas war allerdings anders an diesen Stollen. Sie wirkten nicht mehr so willkürlich wie zuvor. Als hätte etwas die Steinbeisser bei ihrer Arbeit geführt, aber das er wirklich so ein Glück haben würde, das konnte der Kalure nicht glauben. Nicht nach diesen langen Jahren der Suche.
Doch immer mehr wand sich der Stollen nach oben. Die Steigung war gemächlich und so fiel es dem Kaluren leicht zu wandern und er musste wenige Erholungspausen auf seinem Weg einlegen.
Ab und an hingen jetzt auch leere Fackelhalter an den Wänden des Stollen. Seine innere Vermutung hatte sich also doch bestätigt. Dies waren Stollen die aus Kalurenhand gefertigt worden waren und deuteten so darauf hin das er sich der Stadt unter dem Berg näherte. Wenn dieser Stollen nicht auch schon Jahrhunderte verlassen war und nur zu einer entfernten Expedition gehörte die sich bis tief in den Berg vorgewagt hatte und hier eine Exklave errichtet hatte. Doch irgendetwas war anders. Er wanderte schon ein paar Stunden und betrat nun eine große Halle. Mit glatten Wänden aus dem Stein gehauen. Er konnte sich nicht vorstellen das man sich bei einer Exklave tief im Berg so viel Mühe gab. Der Hoffnungsschimmer in seinem Herzen war nun zu einer starken Glut geworden. Müdigkeit und Erschöpfung spielten nun keine Rolle mehr. Er wollte wissen wo er war.
Die Halle die er betrat sah so aus als wäre sie einst ein Lagerraum gewesen der nun nicht mehr genutzt wurde oder durch eine Belagerung zerstört worden war. Schutt lag in hohen Bergen in Teilen der Halle. Reste von steinernen Regalen waren darunter noch zu erahnen. Der Kalure fand lange vergessenen und verrostet Waffen und Rüstungsteile unter kleinen Schuttbergen. Hier und da lag ein Knochen erstaunlicher Größe. Doch keinerlei Mithrill oder kalurische Überreste. Vielleicht war hier nur ein kleiner Kampf geführt worden und das Chaos wollte einfach niemand aufräumen.
Der Kalure suchte nun nach einem Ausgang aus der Halle den es erstaunlicher weise nicht zu geben schien. Er ging alle Wände der Halle ab und berührte jeden Teil der Mauer, doch es gab nirgends einen offensichtlichen Durchgang. Doch es musste irgendwo einer sein!
Ratlos hatte er sich in der Mitte der Halle auf einen großen Stein gesetzt und grübelte nun vor sich hin. Wie er so da saß viel ihm auf einmal ein Stein mitten auf den Schädel. Cirmias sei Dank war dieser nicht sonderlich groß und prallte schon fast an dem Dickschädel ab. Der Blick des Kaluren wanderte nach oben. Irgendetwas bewegte sich da oben. Ein Schatten in der Finsternis über ihm. So weit reichte das Licht der Laterne nicht, doch augenscheinlich kam der Schatten auf ihn zu. Wie konnte das sein?
Der Schatten kam näher und näher und nahm langsam Gestalt an. Er hatte acht Beine das war dem Kaluren schon aufgefallen und dieser irrte jetzt ziellos durch die Halle auf der Suche nach einer Waffe mit der er sich verteidigen konnte. Die beste Klinge die er finden konnte war ein zweihändige verrostete Axt aus Eisen die er in einem Haufen Schutt stecken sah. Das musste reichen.
Lange hatte er nicht mehr Kämpfen müssen. Den Untieren die sich unter dem Berg herumtrieben war er weitestgehend aus dem Weg gegangen seitdem er seine Rüstung schweren Herzens zurück gelassen hatte. Zudem war es nur eine leichte Rüstung gewesen die er vor Jahrzehnten mit sich geführt hatte und sowieso kein großer Schutz gewesen.
Das Spinnentier hatte nun fast den Boden der Halle erreicht. Grüner Geifer triefte hinunter auf den Boden und die Fangzähne glitzerten angsteinflößend im Widerschein der kleinen Laterne, die der Kalure sich jetzt an seinen Gürtel gebunden hatte. Die Spinne war fast doppelt so groß wie er und hatte die Ausmaße eines Steinbeissers. Sie bewegte sich langsam auf ihn zu und gab fremde klackernde Laute von sich. Der Kalure macht sich bereit und legte sich einen Schlachtplan zurecht.
Kopf abhacken schien ein guter Plan zu sein. Da Angriff bekanntlich die beste Verteidigung war schrie er so laut wie er konnte den Namen seines Gottes der Spinne entgegen und erhob das Schwert über seinen Kopf. Dann sprintete er los.
Die Spinne zuckte nur etwas bei dem lauten Gebrüll und nahm dann ihre Vorderbeine nach oben um den Zwerg gebührend zu empfangen.
Der Kalure hatte nun beachtliches Tempo erreicht und die letzten Meter legte er im Sprung zurück, das Schwert von oben in einem Streich auf die Spinne führend. Das Achtbein reagierte erstaunlich behände und drehte sich zur Seite. Der Streich würde so ins leere gehen, doch der Zwerg lenkte ihn soweit es ihm möglich war noch zur Seite und erwischte so zwei der acht riesigen Beine und trennte sie in einem Schlag von dem Körper der Spinne.
Ein wütendes Kreischen erklang hinter ihm als er unsanft auf dem Boden landete und er rollte sich mit einer unguten Erwartung nach vorne ab. Das dies eine weise Entscheidung war wurde durch einen Luftzug in seinem Nacken quittiert, der von einem Hieb mit den verbliebenen Vorderbeinen der Spinne herrührte.
Ohne sich vorher umzuwenden startete der Kalure den nächsten Hieb indem er sich im Kreis drehte wobei er die Klinge lang vor seinem Oberkörper hielt. Der Hieb traf die Spinne die sich hinter ihm aufgestellt hatte an der Unterseite ihres Panzers und öffnete eine klaffende Wunde aus der grüne Flüssigkeit dampfend auf den Boden tropfte. Das Schwert wurde ihm aus den Händen gerissen und von der Wucht dieses abrupten Anhaltens fiel der Kalure zu Boden. Einen Moment später landete der schwere Kopf der Spinne auf seiner Seite. Die Laterne die er dort angebunden hatte wurde zusammen gedrückt und der leuchtende Pilz kullerte über den Boden weg.
Er lag nun wieder in der gewohnten Dunkelheit begraben von einer toten Riesenspinne.
Es hätte durchaus schlechter laufen können. Langsam löste er sich aus der Umklammerung der toten Spinne und klopfte sich triumphierend den Staub aus der Kleidung.
Ein neuer Plan musste her. Er hatte die Laterne verloren und einen Weg gab es immer noch nicht hier raus. Doch dann fiel ihm etwas ein. Wo war die Spinne her gekommen? Er spähte zur Decke hinauf und sah nichts, doch der Spinnfaden hing noch von dort aus herab. Ob es einen Versuch wert war dort hoch zu klettern? Doch was hatte er zu verlieren?
Verfasst: Donnerstag 17. Dezember 2015, 21:14
von Kaz
Voller Tatendrang macht sich der Kalure ans Werk. Schändlicherweise hatte er in den Jahren im Stollen und auf strenger Pilz und Käferdiät einiges an Gewicht verloren, was ihm doch in diesem Fall zu Gute kam und er sich, wenn auch mit großer Kraftanstrengung, den Spinnfaden empor ziehen konnte. Fuß für Fuß schob sich der Kalure in Richtung Decke empor. Immer noch ungewiss was ihn dort erwarten sollte. Von seiner jetzigen Position, die sich circa zehn durschnittliche Zwergenhöhen vom Boden weg befand, sah er nur schemenhafte Umrisse der Decke und einen Loch, welches sich in dieser befand. Dieses Loch wirkte jedoch so als wäre es nicht zufällig da. Seine Ränder zeichneten sich in geraden Linien in der Dunkelheit ab und schwarzes Nichts wartete darüber. Weiter und weiter ging die Anstrengung und er kam immer näher bis er schliesslich vor Anstrengung hustend und mit blutigen Händen den Oberkörper durch das Loch schob.
Der Spinnfaden wurde hier dicker und fächerte sich auseinander, so als ob er ein Stück weiter oben befestigt sein musste. Den festen Boden zur Seite hin konnte er weder mit den Füssen noch mit den Armen erreichen, also blieb nur ein beherzter Sprung. Also zog der Kalure sich erstmal einige Züge weiter nach oben und nahm dann alle Kraft zusammen. Ein Schwung nach rechts, ein Schwung nach links und dann ließ er den sicheren Halt los und sprang ins Ungewisse. Einen kurzen Moment befürchtete er, dass er einfach durch den Boden nach unten plumpsen würde in den sicheren Tod, denn das worauf er landete war kein Stein, sondern Holz welches gefährlich knarzte als das Gewicht das Kaluren auf ihm landete. Mit einer Hechtrolle federte der Kalure die Landung ab und rollte über die Holzbohlen hinweg auf sicheren Steinboden.
Die nächste Etappe war geschafft. Einen Moment blieb er sitzen. Die Anstrengung zehrte unaufhörlich an seinen Kräften und er brauchte in nächster Zeit mal wieder etwas zwischen die Zähnen. Also Aufstehen und weitermachen.
Langsames Vorrantasten war allerdings die höchste Geschwindigkeit die in dieser Finsternis zu machen war. Die hölzernen Bohlen und das Loch in der Mitte mied der Kalure und tastete sich so immer weiter an einer Wand entlang. Die Wand war bedeckt mit steinernen Regalen. Hier und da durchbrach die Regelwände eine Nische in der meist Truhen zu finden waren. Bald erreichte der Kalure die erste Ecke des Raumes oder besser gesagt der Halle. Nach seinen Eindrücken zu urteilen und der Zeit die er brauchte um die Ecke des Raumes zu erreichen dürfte die Halle hier oben nicht viel kleiner sein als die aus der er eben heraufgeklettert war. Es blieb nur zu hoffen das nicht auch hier der einzige Ausgang durch die Decke zu erreichen war. Das würde bedeuten das er wieder klettern musste. Nur wie? Auf eine weitere Spinne konnte und wollte er nicht hoffen. Denn eine Waffe befand sich nicht mehr in seinen Händen und sich nur auf Gehör, Geruch und seine zerschundenen Hände zu verlassen war ein nahezu aussichtsloses Unterfangen sollte es zu einem Kampf kommen.
Doch dazu kam es nicht. Mit dem nächsten Schritt sollte er wieder eine Nische erreichen in der eine Truhe stand, doch es passierte etwas unvorhergesehenes. Der Kalure trat ins Leere und stürzte mit einem überraschten Ausdruck auf dem Gesicht seitlich ins Leere. Der Aufschlag ließ allerdings nicht lange auf sich warten und er kullerte mehrere Stufen hinunter bis er schlagartig von einer Tür abgebremst wurde. Er rappelte sich auf. Ein paar mehr blaue Flecken machten nun auch nichts mehr aus. Die Hand wanderte an der Tür nach oben auf der Suche nach dem Türgriff. Sie erreichte ihn und zog kräftig daran. Dämmeriges Licht und ein Luftzug der nach gebratenem Fleisch roch kamen durch die Tür hindurch. Er zog sie ganz auf. Er stand in einem Tunnel, der in einer großen Öffnung weit entfernt mündete. Dort mussten sich die Licht und Geruchsquelle befinden...
Verfasst: Samstag 2. Januar 2016, 15:44
von Kaz
Schlurfende Geräusche entstanden von den schweren Schritten die der Kalure auf dem Weg zum etwaigen Abschluss seiner Odysse durch den Berg machte. Hoffnung war noch in ihm, doch die letzten Tage seiner Reise zerten an den noch verbliebenen Kräften.
Die Öffnung wurde immer größer und größer und die Erwartungen des entkräfteten Kaluren wuchsen mit sinkender Entfernung. Der Geruch der ihm von weitem schon entgegen schlug war nun viel intensiver und der frische Fleischgeruch lies seinen Magen lautstark knurren. Fast befürchtete er damit jemanden zu erschrecken, denn der Laut hallte unheimlich in dem Tunnel wieder.
Nur noch ein paar Schritte waren es bis zu der Öffnung hinter der, wie er jetzt erkannte einige Trümmer lagen und das Licht durch eine große Öffnung zwischen zwei Steinblöcken hindurch strahlte. Da konnte er sich durchquetschen. So abgemagert wie er war musste das passen.
Er kletterte hinauf und durch das Loch. Es war größer wie er gedacht hatte und er plumpste auf der anderen Seite hinunter um vor den Stufen einer großen hölzernen Treppe aufzuschlagen. Wie lang sollte es noch aufwärts gehen? Wie lange wollte der Bergvater ihn noch fordern?
Die Stufen raubten ihm seine letzten Kräfte und oben angekommen verschwamm ihm die Sicht vor den Augen. Sein Blick hob sich und er erblickte genau das was er sich all die Zeit im Berg erhofft hatte einmal wieder vor ihm zu sehen. Die Stadt unter dem Berg lag vor ihm. Schritt für Schritt ging er weiter. Der Fleischgeruch schien aus einem nahem Gebäude zu kommen. Doch da stand jemand in seinem Weg. Ein anderer Kalure der Größe nach zu schätzen. Er kam langsam auf ihn zu und hatte eine Hand auf einen schweren Gehstock gestützt. Es schien so als würde der Andere etwas sagen als er vor ihm stand, doch das verstand der erschöpfte Kalure nicht mehr. Die Erschöpfung legte seinen Kreislauf lahm und er brach vor Erschöpfung zusammen. Ein Lächeln auf den Lippen das davon kündete das er endlich das Ziel seiner Reise gefunden hatte.
Der Schlaf übermannte ihn so abrupt, das er an die nachfolgenden Stunden oder Tagen nur schwache Erinnerungen hatte. Viele kräftige Händen trugen ihn irgendwo hin. Er wurde in ein Bierbad gesteckt und dann zum Schlafen auf ein echtes steinernes Bett mit Chirmit Matratze.
Während diese Dinge nur am Rande wahrgenommen wurden legte sich der wichtigste Gedanke wie eine riesige Steintafel in seinen Schädel:
Er war wieder unter seinen Brüdern und Schwestern.
Verfasst: Samstag 6. Februar 2016, 13:39
von Kaz
Die Reise des Kaluren war vorbei und er fand sich an dem Ort wieder an den ihn die Sehnsucht getrieben hatte. All die langen Jahre lang hatte er sich erträumt wieder an diesem Ort zu sein, doch was wie das Ende einer Reise aussah war in Wirklichkeit nur der Beginn eines weiteren Abenteuers.
Der Kalure lebte sich im Berg sehr gut ein. Seine Brüder nahmen ihn so herzlich auf wie er es kaum erwartet hatte. Jeder Kalure der es schaffte den Stollen zu entfliehen war wichtig für das Volk. Mit den Donnerfäusten verbrachte er die meiste Zeit unter Tage und sie halfen ihm nach dem langen Fortbleiben aus der Gemeinschaft wieder in sie hinein zu wachsen.
Der Schlachtenheilige der Getwergelyn nahm ihn persönlich in die Reihen der Graik auf. Er sah es für sich als Pflicht seinen Brüdern und Schwestern etwas zurück zu geben für das was sie für ihn getan hatten und für die Zeit die er nicht bei ihnen sein konnte und durch die Tunnel geirrt war.
So reihten sich die Tage in der Mine auf der Suche nach dem heiligen Erz an diese in denen er in irgendwelchen Kavernen auf die Jagd ging um seine Kampffertigkeiten zu meistern. Er wollte eine weitere scharfe Axt sein die den Berg und das Volk der Khaz-Aduir verteidigt.
Dabei fiel sein Blick immer wieder auf den alten Schlachtenwühler, welcher seiner eigenen Sippe entsprungen war. Auch wenn dieser ihn hart ran nahm. Während einer Übungsstunde hatte der Alte ihn dermaßen verprügelt das er mehrere Tage nur noch im Stehen schlafen konnte. Aber an die Techniken und Weisheiten die der Alte zum Besten gab würde er sich immer erinnern. Auch der Runenschmied lehrte ihn viel über sein eigenes Volk und dessen Geschichte. Für jedes Artefakt welches er aus dem Artefaktberg zog hatte er eine Geschichte zu erzählen, die der alte Schlachtenwühler selbst mit Vorliebe ergänzte und ausschmückte.
Doch die Tage der harten Arbeit und des abendlichen kühlen Bieres sollten bald einen schalen Beigeschmack bekommen. Dunkle Wolken zogen über das Land. Der Feind der im Nordwesten saß begann seine Kriegsmaschine anzukurbeln. Der Berg war ein Bollwerk, doch die anderen Völker des lichten Reiches begannen Vorbereitungen zu treffen und Bündnisse zu schmieden.
Die Stimmung wurde auch im Berg etwas angespannter und Kunde von Aussen traf immer öfter ein. Der Berg entschied sich dafür seine Kräfte dem nahem Berchgard zur Verfügung zu stellen. So wurde dort ein neu geschmiedetes Tor aus dem heiligen Erz mit Hilfe der Kaluren errichtet.
Doch dies war nur der Anfang einer aufregenden Zeit und nichts im Vergleich zu den langen einsamen und langweiligen Tagen voller Marschieren der Suche nach Nahrung in den tristen und dunklen Stollen unter dem Berg.
Wobei sich einige im lichten Reich wohl noch nach solchen Tagen sehnen würden...