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Der Toten Ruh...

Verfasst: Dienstag 4. April 2006, 03:51
von Aradan Krenor
Kaum hatte er von ihro Gnaden Valeth erfahren worum es wahrhaftig ging, drängte sich der seltsame Brief von Livial in sein Gedächtnis. Verabschieden!? Wo er vorher dachte sie wolle auf eine Reise gehen, war nun die Befürchtung sie zu verlieren. Seine Schwester und das so kurz nachdem sich die ungleichen Zwillinge erst gefunden hatten. Sein treues Ross sprengte voran und eilte gen Westtor. Schon von weiten konnte er sie mit einer weiteren Gestalt, einem Elfen ausmachen und kaum hatte das Pferd seinen Stillstand erreicht sprang er von dem Rücken und eilte auf Livial zu. Keine Sekunde zu früh formten sich doch schwarze Nebel am Boden und schossen Flammen aus dem Boden. Sofort ergriffen Instinkt und Erfahrung die Kontrolle über den jungen Körper und er bugsierte seine Schwester hinter sich. Mit einem klaren reinem Sirren ward seine Klinge gezogen als die dunklen Schwaden die Klinge umwaberten und der Geist sich zeigte. Wut und Zorn ... gerechter Zorn über die Grabschändungen entlud sich auf den jungen Ritter der seine Schwester zu schützen versuchte. Schnell wurde ihm klar, dass jene Kreatur kein Werkzeug des Bösen wahr, keine seelen- und empfindungslose Gestalt die nach Mord und Gewalt trachtete sondern lediglich von gerechtem Zorn über die Schändung seiner letzten Ruhestätte erfüllt war. Hatte Livial jene doch nicht geschändet so zürnte ihr der Geist, wegen der Bereitschaft das Leben der jungen Frevlerin zu schützen. 50 Jahre ihres Lebens wollte er von ihr als Strafe für jenes Vergehen. Das durfte Aradan nicht zulassen, ging es hier sogar noch um seine Schwester. Er bat und flehte den Geist an Livials Tat, welche nicht aus Gier oder niederen Motiven sondern alleinig aus Mitgefühl für die junge Frevlerin entstand zu verzeihen und sie zu mildern. Er wollte sich nicht vorstellen wie es sein muss so jung, kaum etwas vom Leben gesehen als Leid, Schmerz und Qual, in einem alten Körper gesteckt zu werden und auf das Ende zu warten das jeden Tag kommen könnte. Das hatte Livial nicht verdient unter keinen Umständen. Lange tobte das Gespräch des mittlerweile unbewaffneten Ritters mit dem Geiste und jener erkannte die gütigen Absichten von Aradan. Er Schlug vor das sie sich die Strafe teilten oder sie ihm 5 Grabschänder brachten, welche ebenso jeweils 10 Jahre ihres Lebens verlieren würden. Heftig tobte der Kampf mit sich selbst in seinem Innern. Wie konnte er zulassen das Menschen Lebenszeit geraubt wurde? Selbst wenn sie Fehler begangen sind es doch 10 Jahre in denen jene ihren Pfad bereuen könnten um den Weg zu temora zu finden und gutes für die Welt zu tun. Ist es gerecht jenen für ihre unbändige und Frevelthafte Gier eine so gewaltige Strafe aufzuerlegen? Er befand Nein ... und so fasste er einen schweren Entschluss ... er wusste nicht wie er es Asteve .. seiner Gemahlin erklären sollte, er wusste nichtmal wieso er ihr ganzes Glück aufs Spiel setzte .. er wusste nur das sein Herz ihm riet, dass es das Richtige währe zu tun. Er verstand den geist und er befand seinen Zorn als gerecht .. doch eine solche Strafe sollte über kein Lebewesen verhängt werden. Am aller wenigsten über jene welche schon soviel erleiden mussten wie Livial. Inständig bat er im Gedanken Asteve um Verzeihung und hoffte sie würde es verstehen, hoffte auf die Gnade seiner Herrin und so sprach er.

"Geist ... ich erkenne deinen Zorn als gerecht an. Ich bat dich um milde für Geschehnisse die aus Edelmut und nicht aus böser Absicht geschehen sind. Meine Schwester hier sah das junge Mädchen .. nicht die Frevlerin ... und darum kann ich es nicht zulassen das jene Strafe über sie oder jemand anderen verhängt wird. So es keinen anderen Weg gibt Geist, so bitte ich dich ... nimm die 50 Jahre von mir und schone das Leben meiner Schwester und der Frevler ..."

Natürlich wusste er das Livial es nicht zulassen würde, aber erwar entschlossen und bereit dieses Opfer zu bringen. Asteve und er, sie hatten ein erfülltes Leben, voller Glück, Zufriedenheit und Wohlstand. Livial musste sich durchschlagen, hat in ihrem Leben so vieles erdulden müssen und nun, wo sie mit Cai verheiratet war ... war es daran ihr endlich ein Stück Glück zu geben. Er hoffte Asteve würde es verstehen ...
Sie warf sich vor ihn und wiederhohlte mehrmals das sie es nicht zulassen würde, stellte sich vor ihn und versuchte ihren Bruder umzustimmen. Doch sein Entschluss stand fest. Zu sehr liebte er die seinen, auch wenn er wusste, dass es Asteve tief verletzen würde. Er hoffte nur das ihm noch etwas Zeit nach allem blieb.

Doch wie der Geist die Geschwister so innig umeinander besorgt sah erlosch das geisterhafte sie umgebende Feuer. Die Zornige Gestalt wandelte sich in jene eines schemenhaften Mannes, eines alten Geistes und man konnte deutlich spüren wie der Zorn jenes Areal verliess. Die tiefe Liebe und Aufrichtigkeit der beiden Geschwister schien den Geist besänftigt zu haben und er erzählte Aradan von sich, dass er einst wie er war, bevor das Schicksal ihn grausam in seinem Edelmut mitspielte und ihn auf schreckliche Art zu Tode kommen liess. Tiefes Mitgefühl regte sich in Aradan und als der Geist bat das sie ihm seine Rüstung und sein Schwert besorgen sollten, es suchen sollten konnte er nicht anders als zuzustimmen. Er war bereit für jenen zu Lebzeiten so edlen Manne die Waagnisse einzugehen, welche die Suche nach den ihm so wichtigen gegenständen mit sich bringen sollte und betete inständig das jene helfen mögen die Ruhe des Geistes wieder herzustellen. Renis Semuel, wie er zu Lebzeiten hiess, sollte seine wohl verdiente Ruhe auf diesen Friedhof finden. Erfüllt von Gnade erliess er, Livials Strafe bis er sie wieder aufsuchen würde. Der junge Ritter nickte entschlossen, er würde bereit sein und helfen die Schuld wieder gut zu machen. Zusammen mit Livial mochte es ihnen vielleicht gelingen die Ruhe des Geistes wieder herzustellen und jenes zu finden wonach er strebt, auch wenn sie nicht wussten wo zu suchen sie beginnen sollten. Doch dies war im Moment egal ... Livials Strafe war abgewendet, das war alles was für ihn in diesen Moment zählte und glücklich schloss er seine Zwillingsschwester in die Arme.