Seite 1 von 2
Der Geruch des Krieges [Kriegsvorbereitungen]
Verfasst: Freitag 20. November 2015, 13:48
von Keylon von Salberg
Die Gerüchte gab es schon lange.
Keylon jedenfalls hoffte das es nur Gerüchte waren, aber er glaubte nicht wirklich daran.
Zu sehr deuteten viele Kleinigkeiten darauf hin das Rahal kommen würde.
Der Alka würde mit Rahal seine Macht demonstrieren wollen, dessen war sich Keylon eigentlich sicher.
Genauso wie seine Offiziere, und natürlich auch der König.
Krieg lag in der Luft, und es würde Tod, Verderben und viel Leid mit sich bringen.
Schon lange liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
In Rahal sowie nun auch hier in Lichtenthal.
Ein jeder Soldat des Lichtenthaler Regimentes war sich der Verantwortung und der Ernsthaftigkeit der Lage bewusst.
Ein jeder war daran interessiert die Kriegsübungen mit zu machen, wenn auch mit den unterschiedlichsten Gefühlen.
Wirklich freuen würde sich niemand darauf, aber wenn es sich nicht vermeiden ließ, würden sie vorbereitet sein.
Sie waren dafür da die Grenzen und das Reich zu schützen, und Keylon war sich sicher das ein jeder seine Aufgabe sehr ernst nahm.
All diese Übungen hatten ja nicht nur die Aufgabe sie vorzu bereiten, es zeigte Keylon auch das er sich auf seine Kameraden verlassen konnte.
Schulter an Schulter würden sie stehen um gemeinsam gegen den Feind vor zu gehen.
Er war sich sicher das ein jeder sich seiner Aufgabe bewusst war.
Key war froh seine Kameraden inzwischen besser zu kennen.
Zaedrael... hm war das sein Vor oder Nachname ... war einer derjenigen von dem Keylon sehr viel hielt. Er war sich sicher das der Gardist es noch weit bringe würde, und Key würde bedenkenlos neben ihm streiten wolllen.
Genuso Agnes.... Sigarin ... und selbst ... naja Henrik. Auch wenn Henrik ein wenig speziell war, war an seiner Motivation nicht zu zweifeln.
Seine Vorgesetzten, hatten alles erdenklich Mögliche getan um sie vor zu bereiten, wenn auch die Theorie etwas ganz Anderes war als wenn wirklich eine Meute Schwertschwingender Feinde auf einen zugestürmt kamen.
Theorie und Praxis.
Keylon war sich sicher das nicht alle so gefestigt in den Krieg ziehen würden.
Kaum jemand würde wirklich erahnen können was auf sie zukommen würde. Aber jede würde sein Bestes geben.
Keylon jedenfalls bereitete sich mental wie auch körperlich darauf vor.
Jeden Morgen lief er einige Kilometer, machte Übungen auf dem Trainingsplatz des Regimentes, und verbrachte Stunden in der Kirche im Gebet.
Die Letzte Nacht verbrachte er gar die ganze Nacht dort, sich in einem Gebet verlierend, denn eines war klar...
Auch er hatte Angst!
Niemals würde er es zugeben, offen zugeben, aber es gab sie.
Die Angst.
Angst zu sterben, Angst zu töten, Angst geliebte Menschen, oder Freunde zu verlieren. Aber gerade dafür kämpfte er.
Um all das was er liebte zu verteidigen.
Ruhig kniete er vor dem Altar, und wie von selbst flossen die Worte
Temora du bist die Alleine, schenk uns Deinen Frieden und deinen Segen.
Temora, Ich bin nicht aus Stein, in mir brennen Angst und Zweifel!
Was ich tun muss, fällt mir schwer, ich wünschte du nähmst diesen Kelch von mir, doch ich weiß, es muss sein.
Alatars Macht greift um sich mehr und mehr.
Und dieser Krieg ist dazu da, um Dein Reich vom Bösen zu befreien und zu bechützen.
Für Dich Temora, für Dich dem Reich und all den Unschuldigen.
Darum lass die große Schlacht beginnen, glorreich ziehen wir hinein,
für Dich ! In deinem Namen.
Temora, lass unseren Zug von deinem Segen begleiten und schick ihn mit uns in den Krieg, und deinen Feind suchen wir heim mit Schwert und tausend Flüchen! Sie alle sollen brennen und fliehen.
Wer dich verleugnet, soll im Staube kriechen, um dich Herrin zu erkennen!
Sag doch selbst: Einer muss der Übermacht des Bösen wehren
Das stimmt doch? Nicht? Das stimmt doch?
Sag nur selbst: Einer muss doch Alatar Mores lehren
Das stimmt doch? Das stimmt doch?
Todesqualen, Temora, jedem Ketzer, den ich sehe, denn Dein Wille geschehe, und ungebeugt bis zum jüngsten Gericht tu ich, Temora ergeben, meine Pflicht!
Ich bin nicht aus Stein, mein Herz ist nicht aus Stein, ich folge nur dir und dem König, unerschütterlich.
Lass mich nicht allein, Lichteine, lass mich nicht allein
An wen sonst kann ich mich wenden als an dich
Ich bin nicht aus Stein, mein Herz ist nicht aus Stein.
Ich trag auf meinen Schultern dies bleierne Gewicht.
Und nur Du allein siehst in mein Herz ganz hinein
Steh mir bei! Verleih mir Kraft und Halt, damit mein Schwertarm deine Feinde schlagen können und mein Schild, das Schild der Unschuldigen sei.
Für Dich Temora, für das Reich und für den König.
Dann schwieg er.
Die Nacht über blieb er kniend, betend, und doch die Hoffnung das der Krieg nur eine große Lüge sein würde.
Verfasst: Samstag 21. November 2015, 22:27
von Gast
Wäre es nicht so absurt gewesen, hätte er gelächelt, als er so da im Bett lag. Die Wände des Klosterlazaretts umgaben ihn, während er, nur noch mit dem Gambeson gerüstet und dem Schwert auf dem Bauch drapiert im Bett lag. Er hatte sich bei Korporal Janarey für die erste Schicht abgemeldet und versprochen, zur zweiten wieder ausgeruht zu sein. Physisch betrachtet war ihm tatsächlich dank der Rüstung und instinktiv richtigen Vorgehensweise nichts Nenneswertes außer reiner Erschöpfung passiert. Doch der stetige Kampf gegen magische Einwirkungen hatte ihm wesentlich mehr zugesetzt. So konnte er beim besten Willen für diesen Moment einfach nicht mehr zuverlässig Wache schieben und zog sich in einen Schlaf zurück.
Lange war es her, dass er diese innere Aufregung, gar Anspannung verspürt hatte. Das Ungewisse erwartend, zu einem unbekannten Zeitpunkt. Einfach dar liegend und hoffen, dass man die Nacht ruhig durchschlafen konnte, um am nächsten Tag mit reaktivierten Kräften, gemeinsam gegen den Feind vorzugehen. Die Alatari hatten das alumenische Reich und seine Verbündeten deutlich unterschätzt. Aus allen Ecken des Kontinents waren Unterstützungen gekommen. Die Elfen und Thyren waren vom Osten her gekommen, die Kaluren von Norden und die Menekaner aus dem Süden. Sie alle hatten, gemeinsam mit einem best aufgestellten Lichtenthaler Regiment eine sture Mauer in Tiefenberg gebildet. Erst, als der Feind interne Probleme bekam und vereinzelte Leute aus der Reihe tanzten, schafften sie es minimalste Kerben in die sich aufgeteilte Lichtenthaler Truppe zu schlagen. Eine dieser Kerben war auch der gefährliche Aussetzer Balians gewesen. Doch Reue verspürte er glücklicherweise nicht. Nur noch mehr Ansporn, in der nächsten Schlacht nicht wieder zu versagen. Schließlich war es doch die Tugend der Tapferkeit, die einen im besten Fall seine eigenen Grenzen erkennen und neuen Mut durch die Güte Temoras schöpfen ließ. Und jene Tugend war ihm so wichtig geworden, mit den letzten Jahren, dass er sie sogar auf seinem Schild hatte verewigen lassen. Aufgeben war keinesfalls drin und seine Angst hatte er bereits in neuen Mut umgewandelt. Im Kampf selbst störte sie nur.
"Temora beschützt ewig!", dachte er noch bei sich, ehe er für ein paar wenige Stunden in einen tiefen und doch recht erholsamen Schlaf entglitt. Nur, um noch weit vorm Morgengrauen seine Zusage gegenüber der Korporal wahrzumachen. Schichtwechsel mit jenen, die die Nacht über Wache gehalten hatten!
Verfasst: Sonntag 22. November 2015, 01:27
von Janarey
Krieg ist ein schreckliches Geschäft, aber einer muss es machen
Der große Tag der Heerschau war gekommen an dem sich Lichtenthal versammelte und wider einmal unter bewesi stellen sollte, das das Heer von Soldaten, Bürgern und Verbündeten groß und prächtig ausgestattet war.
Doch der Tag fing ruhig an im Zuhause bei Berchgard wie fast jeder Tag in den letzten Wochen. Doch statt wie früher gewohnt gelassen der Tatsache entgegen zu sehen, war diesmal etwas anders. Unruhe breitete sich in ihr aus und die Gedanken waren wirr die sie plagten.
Es zieht Krieg auf und die Truppen sollen sich sammeln zur Heerschau. Nichts besonderes für die eigentlich Schlachtenerfahrene Korporal. Aber diesmal hatte sie Sorge in ihrem Herzen. Sorge um die Frau die sie liebte und schützen wollte.
Am nachmittag nach der Jagd in den Höhlen zog sie sich mit Assamaril zurück und wollte die letzten Stunden in Ruhe geniessen. Alles schon bereit stehend versuchte sie alles um sich zu vergessen und genoss die sanften Berührungen und die Umarmung Assamarils. Doch viel es ihr schwer die Sorge zu verbergen und Assamaril ein Hoffnungsschimmer zu sein.
Nach einer Weile stand sie auf und begann sich zu rüsten und zu bewaffnen. Jetzt musste sie Tapfer wirken wie es sich für einen guten Unteroffizier gehört. Sie wollte das alle Zuversicht in ihrem vom Krieg gezeichneten Gesicht sahen und Mut fassten. Während der Heerschau kamen einige unserer Meldereiter zurück und vekündeten Der Feind rückt an.
Kurz ging der Blick ruhig auf Balian mit dem sie die letzten Tage unentwegt trainiert hatte für diesen Moment.
Dann schaute sie zu Assamaril hinter sich und versuchte zuversichtlich zu wirken und setzte ein Lächeln auf. Dann ging alles recht schnell und man stellte den Feind an der Burg des Odts vor Varuna. Ungeachtet der ganzen Geschosse die auf sie einschlugen und nur mit Hilfe des Schildes abgewehrt werden konnten hielt sie auf die Feindlichen Reihen zu, Balian in ihrem Windschatten folgend. Doch als ihr Pferd unter ihr zusammenbrach, getroffen von mehreren Pfeilen verlor sie Balian aus den Augen und rannte nach dem aufstehen weiter in die Feindesreihen um weiter auf die Schützen zu zu halten. Balian tat wahrscheinlich eben genau dieses auch und sie erfüllten die abgesprochene Aufgabe. Als sie den ersten der Schützen ausgeschaltet hatte und knieend über ihn hing um das Schwert in ihn zu versenken, blickte sie kurz gen Himmel. Sie kreisten bereits über dem Schlachtfeld diese Aassfresser und warteten auf ihr Mahl. Dann stand sie rasch auf und hielt auf den nächsten zu um auch ihn aus zu schalten. Doch der Übermacht an Nahkämpfern war es zu verdanken das sie nur diese beiden zu fassen bekam und sie selbst zu Boden ging. Sammeln wurde gerufen von der Regimentsführung und sie kam dem Befehl nach. Sie versuchte die eigenen Leute zum Sammelpunkt zu treiben an dem man dann beschloss, geschlossen zum Kloster zu gehen.
Verfasst: Sonntag 22. November 2015, 13:33
von Helisande von Alsted
Die kalte Morgenluft brannte in ihren Lugen. Es roch nach Frost, kleine Kondenswolken bildeten sich beim Ausatmen. Der gewittergraue Blick richtete sich von den Zinnen der Berchgarder Stadtmauer in Richtung Varuna aus. Sehen konnte sie an sich nichts, aber der Blick ruhte unverzagt auf dieser Richtung. Das vertraute Kribbel wanderte den Schildarm auf und ab, die Schulter zwickte erbärmlich. War es die Kälte oder die Tatsache, dass der bestehende Krieg kein theoretischer Wert mehr war im Moment?
Der Krieg stand vor der Tür. Mit seinem ganzen Grauen und seinen eigenen Verlusten. Der Krieg war nicht neu, aber wieder präsenter geworden. Man konnte ihn riechen und fast schmecken. Im Krieg gab es keine Unschuld, zumindest nicht für lange Zeit. Die Unschuld leidet mit jedem Schlag, der trifft. Die Unschuld stirbt mit jedem Tropfen vergossenen Blutes.
Die erste Schlacht war geschlagen. Man hatte den Feind aus dem Westen zurückdrängen können, bis zu einem Punkt an dem er sich nun verschanzte. Die Verluste auf der Seite Lichtenthals waren übersichtlich gewesen. Es waren Verbündete in kleiner Zahl zur Hilfe geeilt und hatten mit ihnen gestritten. Doch insgesamt war es die gemeinsame Leistung der Streiter gewesen, die trotz der geringen Vorbereitungszeit eine sehr würdige gewesen war. Man kann viel schaffen in kurzer Zeit, wenn man sich selbst und seine eigenen Bedürfniss zurückstellt.
Füreinander einstehen.
Die Lageristen, darunter ein Bergmann hatten beinahe unmenschliches geleistet. Es war ihnen das Meisterstück gelungen Resourcen zu mobilisieren, den Überblick zu behalten und jeden Streiter mit einer Grundausrüstung auszustatten. Was sie nicht selbst besorgen konnten, war von wackeren Lichtenthalern gespendet worden. Aber das alles zu koordinieren war ein logistischer Akt gewesen, den die zwei verlässlichen Kerle gestemmt hatten.
Das Hospital war in voller Mannstärke angerückt und hatte jedes Wehwechen kuriert und sich sogar als Pfeilfang zwischen die ausgebildeten Streiter geworfen. Das Konzil hatte seine ganze, geballte Magierschaft ins Feld geführt und die Freiherrin von Nebelpass hatte mit viel Fürsorge und Überblick ihr Lehen und das Kloster zu sichern gewusst. Mit Hilfe sicherlich, aber sie hatte daran gedacht.
Der Adel hatte zusammen gestanden, Vasallen waren unter Waffen gestellt worden und hatten weite Reisen auf sich genommen um Lichtenthal eine Stütze zu sein.
Voneinander lernen.
Seine Majestät hatte jeden Adligen angehört. Die Verbündeten waren kontaktiert worden und hatten teilweise nur auf das gegenseitige Wort zu den Waffen gegriffen. Die Menekaner, sicherlich noch aufgewühlt durch die inneren Zerwürfnisse, waren heißblütig und wendig in die Schlacht gelaufen. Die Kaluren hatten das Kloster zu Schwingenstein gemeinsam mit einigen Elfen zu schützen gewusst. Die Thyren waren mit festen Schritten in die Reihen marschiert und hatten ihren Ahnen alle Ehre gemacht. Zudem hatten sie Met mitgebracht. Die Ruhe und Sicherheit, die die Verbündeten ausstrahlten, war ein Vorbild für die Soldaten. Disziplin kann man lernen. Taktik kann man lernen. Man hatte gelernt voneinander.
Miteinander kämpfen.
Das hatten sie getan und werden es wohl noch eine Weile weiter tun. Der Krieg hatte wieder sein Gesicht gezeigt, nah, fassbar, laut und grausam. Man kämpfte nun miteinander gegen den Feind. Jedes Abrechnen und Verhandeln unter Verbündeten würde warten müssen, bis es seine Zeit hatte. Jetzt war die Zeit des Kampfes.
Die Offizierin war selbst mit sich im Reinen. Nicht zufrieden, aber im Reinen. Am Vortag hatte sie gebetet und sich innerlich gewappnet. Die Tage zuvor waren voller Arbeit und Planungen gewesen. Sie hatte sich teilweise verausgabt und war von Termin zu Termin gewandert und bemüht gewesen jeden zu informieren und jedem Soldaten eine Aufgabe zu geben. Aufgaben halten vom Denken ab. Aufgaben sorgen dafür, dass jeder wichtig ist.
Mit einem knappen Nicken, wendete sie den Blick von der ungefähren Richtung des feindlichen Lagers ab. Temora hilft denen, die sich selbst helfen. Nach einer Schlacht war nur die Zeit vor dem nächsten Kampf. Es galt sich vorzubereiten und weiter die Streiter des Lichts im Verbund zu halten.
Und Mocca. Sie brauchte nun einen Mocca.
Verfasst: Sonntag 22. November 2015, 21:52
von Gast
Das.. war ein Satz mit x gewesen. Statt sich besser zu stehen, war die Schlacht dieses mal sehr schnell vorbei gewesen. Die gegnerische Magierschaft hatte, kaum dass die Heere sich aufeinander zubewegten, eine riesige Mauer aus dem Boden schnellen unter Anderem das junge Pferd unter Balian nervös aufbäumen lassen. Sogleich hatte einer der Kämpfer des gegnerischen Heeres die Gunst der Stunde genutzt und den Gardisten mit einem gerade noch abgewehrten Rabenschnabelhieb aus dem Sattel geholt, bevor er dann zu einem weiten Schlag ausholte und den Krieger auf die Knie zwang. Erneut hatte Balian den Schild hoch ziehen müssen, um nicht ein zweites Mal getroffen zu werden. Es war schließlich dem Instinkt des Pferdes zu verdanken, dass der Kämpfer ihm gegenüber erst einmal von ihm abließ. Denn nun musste er sich gegen einen großen Kopf und zwei kräftige Hufe verteidigen. Doch Balian konnte die Zeit gerade einmal dazu nutzen, sich einige Meter weit durch das Getümmel zu schleppen, da sah er nur noch einen Letharen grinsend auf ihn zu gehen. Schnaufend richtete sich der Regimentler wieder auf und schwang mit dem Schwert voran, um die Blauhaut auf Abstand zu halten. Ein recht kurzer Zweikampf entstand, der damit endete, dass der Lethar einem Kollegen zur Hilfe eilte. Wohl darauf vertrauend, dass es sein Gegner ohnehin nicht mehr schaffen würde. Allerdings hatte er die Rechnung ohne soldatischen Stolz und männliches Ego gemacht. Zwei stetige Begleiter des Soldaten, der sich nun wieder weiter aus dem Getümmel raus schleppte. Gelegentlich von den noch sicher stehenden Kollegen gesichert, teils durch eigenen Einsatz gegnerische Angriffe abwehrend. Erst am Kloster gönnte er sich dann eine kurze Verschnaufpause zum Luft holen.
Freifrau von Talgrund hatte ihn schließlich ins Gästehaus geleitet, wo sich recht bald Torjan um sein Bein kümmerte. Ja, er hatte auch dieses Mal wieder die Gunst der Herrin auf seiner Seite gehabt, wie es schien. Nur ein halb abgewehrter Hieb eines Rabenschnabels. Sicherlich unangenehm, so knapp unter dem Knie. Aber er hatte es dank der Plattenbeine und des Gambeson nicht einmal geschafft, bis zum Knochen vorzudringen. Eine Nacht, dann würde er den Wachdienst zumindest wieder aufnehmen können und wenn man ihn fragte, würde es auch spätestens am nächsten Abend wieder für einen Kriegseinsatz reichen. Schließlich war er Soldat! So eine kleine Fleischwunde hielt ihn doch nicht vom Kämpfen ab..
Verfasst: Montag 23. November 2015, 00:54
von Bensor Answehr
Er war aufgeregt, strengte sich allerdings an, dass es niemand bemerkte, besonders Leni sollte seine Nervosität nicht spühren, versuchte sie doch selbst Halt bei ihm zu finden.
Er sagte zu Leni, er plane nicht in den Kampf zu gehen, ohne daraus zurück zu kehren. Andere planten vielleicht den Tod ein, er jedoch nicht.
Auch Leni sah es so, das war ihm wichtig, verdammt wichtig sogar.
Sie wollte die letzte Nacht bei ihm in Berchgard verbringen, und so schliefen sie irgenwann, aneinander gekuschelt ein.
Der nächste Tag, verlief irgendwie rasend schnell. Ausrüstung überprüfen, Trankgurte auffüllen, Waffen vorbereiten. Pferd füttern usw usw.
Dann kam die Heerschau, die Verbündeten trafen ein, es war Imposant was sich da an Kampfkraft versammelt hatte, dann rückten sie aus.
Er besann sich auf das, was er in den letzten Mondläufen alles gelernt hatte.
Er wurde ruhiger und ruhiger, bis zum ersten Feindkontakt. Dann nochmal eine kurze Aufregung aber danach verliefen seine Handgriffe immer wieder wie geübt, Griff zum Trankgurt, mit dem Mund entkorken und rein damit. Danach sofort wieder die Waffe ziehen und drauf auf den Feind.
Der erste Abend verlief besser als erwartet. Recht zügig wurde der Feind abgedrängt und in die Flucht geschlagen.
In Adoran wurde auf dem Marktplatz kurz gefeiert. Es gab kaum Verluste.
Tagsüber machte er mehrere Versorgungsritte zum Kloster.
Abends dann der nächste Apell. Wieder waren einige Verbündete Truppen anwesend. Es ging nach Schwingenstein, ohne Feindkontakt. Es ging weiter Richtung Varuna und der Feind wurde auf neutralem Boden gestellt.
Ein kurzes Geplänkel und der Kampf brach los.
Hier und da landete er, vom Pferd aus, ein paar Treffer. Ein Gegner ging zu Boden. Aber irgendwie hatte der Feind es geschafft die eigenen Reihen zu teilen.
Als es bereits einige Verluste gab, kam der Befehl Rückzug zum Kloster.
Er machte auf dem Rückzug einen angeschlagenen Gegner aus, wollte ihm den Gnadenstoß verpassen und liess sich zu einem Anfängerfehler hinreissen. Er wurde in die feindlichen Reihen gezogen, schwer angeschlagen gelang es ihm sich zurück zu ziehen, doch er war so gesschwächt, dass er sich nicht mehr auf dem Pferd halten konnte. Brutal schlug er auf dem Boden auf und wenige Augenblicke Später gingen die Lichter aus. Als er wieder zu sich kam, sah er die Oberstleutnant die seinen und den Rückzug des Oberst sicherte. Am Kloster angekommen sortierte er sich erstmal kurz und sah sich suchend um.
Immer wieder wurde er gefragt ob es ihm gut ginge. Ausser einen fetten Beule am Kopf und mächtigen Kopfschmerzen ging es ihm gut. Dann erblickte er Leni wie ins Notlazarett geführt wurde. Sie hatte eine üble Fleischwunde am Arm, aber Lili flickte sie zusammen.
Beide hatten ihr versprechen gehalten, lebend aus dem Kampf zu kommen.
Insgesamt war es eine Niederlage, der Gegner war heute viel organisierter als noch am Vorabend. Die Moral der Truppe hatte gelitten. Heinrik meinte ein gutes Frühstück muss her. Also machte er sich dran, morgens alle mit frischen Eierpfannkuchen mit Honig oder Apfelmus ein wenig auf zu bauen. Denn ohne Mampf kein Kampf. Der Spezial Mocca für die Oberstleutnant fehlte natürlich auch nicht.
Verfasst: Montag 23. November 2015, 16:20
von Leni Saran
Das Kissen, geformt aus Stroh und Stoff, wurde zusammengeknautscht, ehe ihr Kopf es letztlich doch wieder verformte.
Ruhelos ging das grüne Augenpaar durch die Dunkelheit, als ob es nach etwas suchen würde.
Letztlich war es doch die tastende Hand, die Leni die Gewissheit über ihre Umgebung gab - das Nachtlager im Wachturm des Klosters.
Kühl wirkte das nackte Holz ihres Bettes und ließ sie an das Gefühl zurückdenken, das sich sofort einstellte, als der Pfeil in ihre Haut eindrang.
Kalt und stechend … und wohl so intensiv, dass Leni für kurze Zeit das Bewusstsein verlor.
Bilder der restlichen Schlachten flackerten in ihren Gedanken auf und wurden durch die glatte Oberfläche ihres Nachtlagers verdrängt.
Noch zwei Nächte vorher spürte sie an dieser Stelle den wärmenden Körper Bensors.
Jener Mann, der ihr in der letzten Zeit nicht nur ein Kamerad geworden ist, sondern ebenso ein verständnisvoller Begleiter mit hervorragenden Kochkünsten.
Dass hinter diesem stolzen Krieger mit harter Schale, aber noch mehr verborgen lag, wurde ihr erst heute wieder verdeutlich.
Als sich ihre Blicke nach dem Kampf trafen, fand sie mehr als soldatischen Ernst und sanfte Zuneigung in ihnen.
Seine braunen Augen spiegelten Milde und Besorgnis wider und ließen Leni gewahr werden, welche Bedeutung ihr Bund hatte.
Ein schweres, wohliges Gefühl ummantelte sie wie eine schützende Haut und hätte sie wohl auch in den Schlaf geführt, wenn …
… da nicht dieses plötzlich einsetzende Schnarrgeräusch gewesen wäre.
Leni horchte tiefer in die Nacht.
Stille … unheimliche Stille, die sie zuletzt vernahm, als sich beide Gruppierungen gegenüberstanden.
Nicht einmal ein Vogel getraute sich diese in dem Moment mit seinem Pfiff zu durchbrechen und dadurch das Auslösen einer ungewollten Reaktion zu riskieren.
Also, dieses Schnarchen hätte es wohl geschafft. Vergeblich suchte sie nach der Quelle und so strafte sie einfach mal jeden ihrer Kameraden kurz gedanklich, um sie schon einige Momente später wieder in ein stilles Gebet einzuschließen.
Der Zusammenhalt des Regimentes stärkte Leni in diesen Tagen genauso wie die Anwesenheit vieler Freunde … auch wenn sie den Ein oder Anderen lieber hinter sicheren Mauern gewusst hätte, als in Reichweite geschärfter Klingen und umherfliegender Pfeile.
Ein Zucken ging in diesem Augenblick durch ihren Körper und sammelte sich zu einem schmerzenden Stechen in ihrer linken Schulter.
Behutsam tastete ihre rechte Hand zu dem festen Verband, der ihr von Liliana noch kurz zuvor sorgsam angelegt wurde.
Der weiße Stoff lag sicher und trocken an ihrer Haut und würde hoffentlich dafür sorgen, dass sie baldmöglichst wieder einsatzbereit sein wird.
Wenn sie endlich einmal schlafen würde … und trotz, dass sie sich ab jenem Zeitpunkt zum Schlaf zwang, dauerte es noch eine gefühlte Ewigkeit, ehe dieser Leni umfing und ihr eine unruhige, erinnerungsbeladene Nacht schenkte.
Verfasst: Montag 23. November 2015, 16:50
von Assamaril
„Im Krieg gibt es keine Liebe!“, flüstert Assamaril in ihrem Zimmer, um die Stille zu zerstören. Sie hat ihre zweite Schlacht überlebt. Überlebt! Das war das einzige Wort, was ihr einfällt, denn auf dem Schlachtfeld war Chaos, und sie war die ganze Zeit in Bewegung, Feinde und Freunde auszuweichen, denn irgendwann erkannte sie nicht mehr, wer Feind und wer Freund war. Nur in den Momenten, in denen sie angriffen wurde, wusste sie es ganz sicher, und weil sie sehr aufmerksam war, entkam sie allen Angriffen mit viel Glück und leichten Wunden.
Assamaril war nicht davon überzeugt, dass sie eine große Hilfe war. Sie hatte immer nur zu wenig Zeit sich um Verletzte auf dem Schlachtfeld zu kümmern. Oft flog der erste Pfeil an ihr vorbei, und sie wusste, der nächste würde sie tödlich treffen. Die Feinde wollten wirklich unbewaffnete Heilerinnen töten! Und oft ließ Assamaril den Verletzten zurück und floh, um sich selber zu retten.
„Ich bin keine Heldin“, flüstert sie wieder und Tränen liefen ihr über die Wange. Es macht sie nicht stolz keine Heldin zu sein. Es macht sie nicht stolz, vernünftig gedacht zu haben, denn wäre sie getötet worden, könnte sie niemandem mehr helfen. Leni hatte Recht, Assamaril gehört nicht auf das Schlachtfeld. „Kein Mensch, der mich liebt, würde mich dahin schicken!“, flüstert sie wieder, und die Tränen stoppen. Die Angst um ihr eigenes Leben war oft größer als ihr Mut, aber manchmal war es auch umgekehrt. Sie wollte helfen, auch wenn ihr Leben in Gefahr war dadurch.
Die Schlacht war für das Lichte Reich verloren, und die Überlebenden flohen.
„In einer Schlacht überlebt nicht der geschickteste Krieger, sondern der, der zuhause bleibt!“ Assamaril floh in die falsche Richtung und wurde verfolgt. Sie entkam durch den Wald und erreichte Schwingenstein über Umwegen. Ihre Wunden waren nur leichte Verbrennungen und schlecht gezielte Pfeile. Blut, das schnell trocknete! Und Blut war an ihrer ganzen Robe, so als ob sie darin gebadet hatte. Blut der Verletzten und vielleicht jetzt Toten auf dem Schlachtfeld.
Als Assamaril in der Krankenstation des Klosters ankam, waren die Heiler und Heilerinnen des königlichen Lehrhospitals bereits sehr beschäftigt mit den Verwundeten. Das Bild von diesem Elend überwältigte Assas Erinnerung an die Schlacht und sie war nun dort, wohin sie gehörte. Sie arbeitete schnell und erfolgreich. Kein Soldat starb an seinen Verletzungen, alle Heiler arbeiteten schnell und gut. Nur als Benson Answehr vorbeikam, um nach Leni zu sehen, frage sie ihn schnell, ob er etwas von Janarey wusste. Er konnte Assamaril beruhigen. Janarey war unverletzt.
Assamaril setzt sich auf das Bett. „ Das wird sich niemals ändern. Ihr tötet einander, bringt Unglück zu den Familien der Gefallenen und findet danach immer noch keinen Frieden.“ Es ist still im Handelshaus. Die Ruhe, die sie nun braucht. Denn nach ihrer Arbeit kommen ihre Gedanken zurück.
Verfasst: Montag 23. November 2015, 22:49
von Gast
Leise keuchte er noch einige Momente, ehe er schließlich nur noch zitterte und seine Augen geschlossen hielt. Er kniete in voller Montur vor dem Altar und betete. Der große Turmschild und das Breitschwert lagen neben ihm, auf dem kalten Marmor Boden und waren jederzeit schnell greifbar. Doch in diesem Moment sehnte sich der Gardist nach nichts sehnlicher, als ein paar wenigen Stunden Ruhe, um gleich danach wieder eben jene, gepaart mit neuer Zuversicht an die Anderen weiter geben zu können. Er wollte ihnen, aber auch seiner eigenen Selbstsicherheit zuliebe wieder zur alten Kraft zurück finden. Das Bein, so hatte er noch die letzten 24 Stunden gedacht, sei der Grund gegen dieses Vorhaben. Doch nun spürte er, nach diesem dennoch erfolgreichen Kampf gegen dieses Ungetüm von Balron und das Überleben des eher weniger geplanten Aufeinandertreffens mit gefühlt dem halben Heer des Gegeners, dass ihm das Bein keinerlei Hindernis war. Denn heute hatte er mehr, als nur einmal sich und den Anderen beweisen können, dass er immer noch einsatzfähig ist, wenn es drauf ankommt.
Ein echtes Soldaten Herz hing eben nicht an einem verletzten Bein. Schon seine Mentorin Janarey hatte dies unter Beweis gestellt und Temora.. beschützt immer!
"Auf weitere Schlachten in deinem Namen, Herrin! Auf das rechte Maß, welches in diesen Tagen mehr als nötig ist.", waren die einzigen Worte, die er 'laut' aussprach. Man hätte für's Verständnis immer noch auf einen kleinen Schritt heran gemusst. Aber es sollte ja auch Temora hören und nicht die Menschen, die sich hinter ihm bereits ausruhen wollten oder auch mussten. So richtete Balian sich wieder auf, griff nach Waffe und Schild und schepperte so selbstverständlich wie nur irgendwie möglich eines der provisorischen Betten an, um sich dort von den Plattenrüstungsteilen zu befreien. Einzig im Gambeson gekleidet legte er sich schließlich mit seinem Schwert auf dem Bauch hin und gönnte sich einen kurzen Schlaf, bis es um 5 Uhr morgens wieder an den routinemäßigen Wachdienst ging. Neuer Tag, neues Glück...
Verfasst: Montag 23. November 2015, 23:51
von Liliana van Drachenfels
So viele Verletzte..
Der zweite Tag war weit weniger erfolgreich als der erste, doch irgendwann wurde es Abend, waren alle Patienten versorgt und auch die Heilerin konnte sich zurück ziehen. Am nächsten Tag ging es wieder mit frischen Lebensmitteln, Tränken und Tinkturen, sowie Verbandsmaterial nach Schwingenstein. Bis in die frühen Abendstunden blieb es dort bis auf einige Späherkontakte recht ruhig und so daß man ein wenig gelangweilt am Feuer. Lili liess sich sogar dazu hinreissen ein wenig auf ihrer Lyra zu spielen und sang sogar ein etwas frivoles Lied:
Wein, Weib und Gesang
Wein, Weib und Gesang Und das ganze ein Leben lang
Wenn das nicht mehr waer Ich armer Tor
Dann waer mir Angst und Bang
Ja dann wär mir Angst und Bang
Schlaget an das erste Fass
Denn der Wein schlichtet groessten Hass
Er benebelt die Sinne Und schlägt auf die Stimme
Aus jedem Tenor wird ein Bass
Mannen hebet an den Kilt Für die Weiber ein lustiges Bild
Doch wer sich nicht traut Weil er klein ist lieber schaut
Verstecke sich hinter sein Schild
Weiber knoepft auf euer Hemd aber schnell
Denn wir Mannen lieben Blusen ohne
Bleibt das Hemd zu bis oben
Kriegt ihr keinen Mann zum Toben
Tut ihr's doch gibts Gejaul und Gebell
Ja das Lied hat mir Spass gemacht
Doch ich seh es hat nichts gebracht
Drum pack ich die Laute und spiel andern Leuten
Meine ganze Liederpracht
Sogar getanzt wurde dabei und sie bekam Applaus statt fauler Tomaten. *Schmunzelnd packt sie ihre Lyra wieder ein und ritt nach Adoran*
Am Hof angekommen besprach sie sich mit Elaric und nachdem sie dort fertig waren, brachen sie mit einem Packpferd auf gen Schwingenstein. Dort wurden alle anwesenden Kämpfer für das Licht köstlich bewirtet. Egal ob süße Bärenlende, Räucheraal oder süße Leckereien, Elaric erfüllte jeden Wunsch und tat so seinen Anteil die Stimmung der Kämpfer hoch zu halten. Das war für Lili und Elarics sehr wichtig und Lili konnte auch endlich mal ihren Verlobten vorstellen, den viele wohl noch gar nicht kannten.
Verfasst: Dienstag 24. November 2015, 16:14
von Keylon von Salberg
Drei Tage.
Drei Tage befanden sie sich schon im Felde und hatten diverse Kämpfe hinter sich.
Zum Glück gab es bislang keine größeren Gefechte, und nachdem zwei große Schlachten geschlagen waren, bei denen einmal sie und einmal der Feind gewonnen hatten, hatten sich beide Seiten etwas zurückgezogen und Lager befestigt.
Die Alliierten des Reiches, hatten das Kloster zu Schwingenstein gewählt, das sie mit hohen Palisaden und Türmen gesichert hatten, während der Feind vor den Ruinen des alten Varunas nächtigte.
Gemeinsam hatten sie das Kloster und die umliegenden Häuser noch weiter gesichert mit hohen Zäunen, zwei Toren die von Türmen gesichert waren, auf denen stets Wachposten eingeteilt waren.
Niemand mochte den Krieg, aber was Keylon besonders störte war, das die meisten Kriege, wie dieser hier auch, im Winter stattfanden.
Es war kalt.
Bitterkalt, besonders wenn man oben, fast bewegungslos, bis auch ein zwei stetigen Schritten, auf den Türmen stand.
Zum Glück sorgte immer wer für warmes Essen und Tee, was das ganze Warten ein wenig erträglicher machte.
Manchen sah man die Angst vor dem was kam an, aber ein jeder war voller Tatendrang und
brannte darauf den Feind zurück zu schlagen.
Meist jedoch hatte man gar keine Zeit Angst zu empfinden, aber Keylon war sich sicher, wer keine Angst empfand war bar jeglicher Phantasie, und es gehörte Mut dazu sich dieser Angst zu stellen und sie zu überwinden.
Auch wenn Keylon darüber nachdachte, musste er zugeben das er nicht ohne Angst war, aber er erlaubte es sich erst gar nicht darüber nach zu denken.
Je länger der Kampf dauerte, desto besser lernte man auch die Kameraden kennen.
So sehr man dachte sie schon zu kenne, so sehr lernte man sie immer mehr zu schätzen.
Ein jeder offenbarte immer mehr seine eigenen Talente.
So sorgte Heinrick stets dafür das genügend Nachschub vorhanden war. Darin war er wirklich gut.
Und Zaedrael, Benson, Agnes und Siggi ... mit ihnen Seite an Seite im Kampf zu stehen, gaben ihm Sicherheit.
Kameraden bis in den Tod.
Auch Keylon würde alles für sie geben. Gemeinsam standen sie gemeinsam schlugen sie, und gemeinsam würden sie Rahal in den Hintern treten.... so hoffte er.
Das Einzigste was ihm wirklich Angst bereitete, und vor dem ihn keiner bewahren konnte war, irgendwann Dazen gegenüber zu stehen.
Aber vielleicht hatte er der dunkle Ritter ihren Disput längst vergessen.
Es sprach jedenfalls sehr viel dafür.
Viel zu viel Zeit war seit dem Vergangen, und hier gab es eh andere Prioritäten.
Der Kampf würde jedenfalls weitergehen, und das Ende, war leider noch nicht in Sicht.
Verfasst: Mittwoch 25. November 2015, 13:04
von Keylon von Salberg
Der Kopf schmerzte noch immer, aber Key war sich dessen bewusst das er schreiben musste, damit seine Familie sich keine Sorgen machte.
Er hatte es Milli versprochen.
Im Lager war Ruhe eingekehrt.
An den Feuern hatten sich hier und da jene eingefunden die nicht schlafen konnten.
Sie waren alle Müde, ausgelaugt von den Kämpfen, und auch wenn sie ich heute hatten gut geschlagen, war die Burg des Ordens der Temora gefallen, und während drüben der Feind feierte, herrschte hier bedrücktes Schweigen.
Kaum jemand konnte wirklich schlafen. Trotz der Müdigkeit. Trotzdem der eigene Körper verzweifelt nach Ruhe rief, schafften es nur die wenigsten wirklich ein zu schlafen.
Zu groß war die Anspannung in allen.
Sicher ... der Feind würde heute nicht mehr angreifen, aber es war sicher noch nicht vorbei.
Fast ein jeder hatte irgendeine kleinere oder größere Blessur, schließlich kämpften sie nun schon vier Tage lang. Zum Glück verhinderten die Rüstungen meist schwerere Verletzungen.
Oben im Gästehaus sah er das noch Licht brannte, und die Schatten zeigten die geschäftigen Heiler hin und her eilen, sie hatten immer noch Arbeit.
Malena, Assamaril und auch Torjan und Lili hatten für diesen Krieg ihre Meinungsverschiedenheiten zur Seite geschoben.
Viele der Menschen hier hatten ihnen einiges zu verdanken.
Auch Mitglieder des Ordens hatten jetzt erst einmal hier am Kloster Schutz gefunden, jetzt...
da ihre Burg gefallen war.
Keylon hatte sich mit Heinrick nach der Schlacht auf einem Aufklärungsritt befunden, um die letzten Zivilisten zum Kloster zu begleiten und so bekam er hautnah mit wie der Feind die Mauern der Burg erklommen hatten.
Es tat ihm selber in der Seele weh, da er einst einmal selber zum Orden gehört hatte.
Er hoffte nur das Farion davon gekommen war.
Mit klammen Fingern fasste er wieder nach seinem Tee.
Die Wärme tat gut, und auch wenn er leicht verletzt war, würde er gleich wieder seinen Dienst im Turm aufnehmen.
Auch wenn Lili ihn sicher ausschimpfen würde, aber er konnte eh nicht schlafen ,und das hier war nun einmal eine extreme Situation.
Ein Jeder tat was er konnte um gemeinsam die Sicherheit aufrecht zu erhalten.
Verfasst: Mittwoch 25. November 2015, 22:09
von Liliana van Drachenfels
Lili schüttelte nur den Kopf als sie Keylon kurz nachdem sie seine Kopfwunde vesorgt und ihm dringend Ruhe empfohlen hatte, schon wieder herumlaufen sah. Es war sinnlos ihm Vorwürfe zu machen und schließlich war er ein erwachsener Mensch. Er würde früh genug merken, daß ihm das nicht gut bekommen würde. Sie hatte es aufgegeben Menschen zu ihrem Wohl zu zwingen. Sie gab nur noch Ratschläge, an die sich gerade jetzt wo Krieg herschte natürlich niemand hielt. Aber so war das nun mal, so war es immer schon und so würde es auch bleiben.
Bisher fand sie waren sie noch recht glimpflich davon gekommen. Zwar gab es viele Verletzte, aber nichts was nicht heilen würde.
Außer. ja außer diesem Bauern vom Orden. Sie überlegte kurz wie noch sein Name war. Sie hatte mal Obst bei ihm eingekauft. Nach kurzem Überlegen kam sie wieder auf den Namen. Oswald Schurtag hieß er. Lili fühlte ihm den Puls, trotzt der Aussage eines ihr unbekannten Ordensbruder, die besagte daß er tot sei. Jedoch mußte sie seufzend feststellen daß das Leben bereits aus dem Körper gewichen war. Der Mann brauchte einen Priester, keinen Heiler.
Am nächsten Tag wurde am Lagerfeuer versucht zu erklären woran es gelegen hatte daß sie diesmal den Kürzeren gezogen hatten. Liliana hörte aufmerksam zu und versuchte eine Lösung zu finden.
Verfasst: Donnerstag 26. November 2015, 01:28
von Torjan Eichental
Er war in seinem Element, fühlte wie damals, als er 30 Jahre hindurch in solch einem ständigen Kriegszustand war. Nicht nur durfte sein Auge alleine auf die Patienten, Verletzten gerichtet sein, sondern auch auf seine Schüler und er war froh, den einen oder anderen am Werk zu sehen, ohne dass er berichtigen musste. Auch seine Proffesionskollegen schätzte er sehr und auch jede Hand, die sich anbot zu unterstützen.
Zum anderen lernte er, auch von den anderen Heilern, die mit ihm im Gästehaus arbeiteten.
Es war der ganz normal Wahnsinn in einer Schlacht und er war froh darüber. Froh, dass sich die Verletzen einstellen. Froh, dass er ihnen helfe durfte. Froh, über die ganze Unterstützung, die rundherum angeboten wurde.
Verfasst: Samstag 28. November 2015, 09:34
von Janarey
Das Lagerleben
Es ist, als würde die Zeit einen einholen und gnadenlos zuschlagen.
Der Standort eines Lagers ist seltens der gleiche, doch dieser war nur zu bekannt.
Damals wie Heute galt es eine Verteidigungslinie gegen den vorrückenden Feind zu bilden und stand zu halten.
Damals war sie jedoch noch eine junge Akoluthin die das Kloster vertrat und sich auch um jene Belange zu kümmern hatte. Es galt damals wie Heute, den Leuten Mut zu spenden und Hoffnung zu bringen.
Doch Heute war sie Unteroffizierin der Lichtenthaler Streitkräfte und hatte somit andere Aufgabengebiete um die sie sich kümmern musste.
Immer anwesend sein und alles im Blick behalten sollte dafür sorgen das die Leute zumindest einen kleinen Funken Hoffnung und Mut schöpfen konnten indem sie sich jederzeit an sie wenden konnten. Doch das hatte auch einen hohen Preis den man dafür zahlt. Keine Rückzugsmöglichkeit, keine ruhige Schlafstätte, selten mal mehr als einige Stunden Schlaf. Immer in der Rolle der Unteroffizierin sein, nie die Gelegenheit auch mal nur die junge Kriegerin zu sein. Und stets die Sorge um die Geliebten Menschen um sich herum.
Alles was blieb war die Hoffnung auf ein baldiges Ende dieser Belagerung. Und so wollte sie dafür sorgen das die Menschen um sie herum diese nicht verlieren.