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Alanna Lenjar - Pflicht, Ehre und die Leidenschaft

Verfasst: Mittwoch 18. November 2015, 15:51
von Alanna Lenjar
Rabenmond 258

Eine knöcherne Hand umfasste Alannas Hals und würgte sie. Ein leuchtend gelbes Auge in einer leeren Knochenhöhle blickte sie an, während leise Stimmen in einem geisterhaften Chor flüsterten: "Alanna..du hast uns enttäuscht...du hast versagt". Der Druck der Hand wurde kräftiger, Alanna wollte schreien..sich von der Knochenhand befreien..doch sie schaffte es nicht. Ihr blieb die Luft weg, bis dann nur noch Dunkelheit war und sie schweissgebadet in ihrem dunklen Zimmer erwachte.

Schwer atmete sie und griff sich an den Hals. Es dauerte eine Weile, bis sie realisierte..an welchen Ort Alanna sich befand und nur langsam beruhigte sie sich. Sie verließ das Bett und ihr vollgeschwitztes Nachthemd klebte förmlich an ihrem Leib. Auf dem Tisch stand eine Karaffe Wasser, an der sie sich bediente und langsam einige Schlucke der kühlen Flüssigkeit trank. Dieser Traum war so real..beinahe schon zu real! Hatte dieser Kerl in Varuna sie doch verflucht?!

Nun war sie endlich Rekrutin im Regiment und Alanna fürchtete sich vor einem Traum. Bitter musste sie schmunzeln vor sich selbst, doch so recht aufheitern konnte sie sich nicht mehr in dieser Nacht. Ritterin wollte sie werden und Ritter zeigen keine Furcht! flüsterte eine leise Stimme. Ritter nicht..aber ich schon..murmelte Alanna leise ehe sie sich wieder Richtung Bett begab.

Sie war allein..Arne war nicht da und sie war froh darum. Er sollte sie nicht so sehen..nicht so..furchtsam, er sollte nicht enttäuscht sein. Langsam legte sie sich in ihr Bett und schlug die Decke zu. Noch eine ganze Weile blickte sie zur Decke, ehe sie erneut in den Schlaf sank und von "Ihm" träumte.

Verfasst: Montag 30. November 2015, 10:01
von Alanna Lenjar
Schlaflos schaute Alanna in der Nacht aus dem Fenster ihres Zimmers. Es wirkte so friedlich dort draußen, trotz des Krieges und der andauernden Kämpfe. Es war eine herrlich ruhige Nacht, und doch fand die junge Kriegerin nicht zu ihrem Schlaf.

Arne war nicht bei ihr und sie war froh darum. Alanna wollte nicht, dass er sie so nachdenklich und ruhelos erlebte. Er würde sich sonst noch mehr Sorgen als ohnehin schon machen. Sie beide sprachen über das Heiraten, obwohl sie beide sich kaum kannten! Es war unvernünftig so schnell über solche Dinge zu sprechen doch der Krieg zeigte ihr: tu in der kurzen Zeit was Du noch tun möchtest..denn es kann mit jedem Wimpernschlag vorbei sein.

Doch dann erinnerte sie sich an das..was Melissas seltsame Karten ihr offenbarten: es wäre gefährlich, wenn man der Sehnsucht des Herzens und dem Empfinden nicht nachgäbe, doch wenn sie nicht achtgäbe..wohin sie ihre Schritte lenken würde, würde die Gefahr sie zwicken. Alanna musste leicht schmunzeln, dass Melissa von Dingen sprach..die so wahr waren..ohne dass Melissa auch nur ahnte..wie wahr.

Vorsichtig legte Alanna sich zurück in ihr Bett und schaute nach lang zur Zimmerdecke, ohne diese wirklich wahrzunehmen. Es dauerte eine Weile, ehe der Schlaf sich nahm was er wollte und ihr eine Nacht der wundervollen Träume schenkte.

Verfasst: Dienstag 1. Dezember 2015, 09:39
von Alanna Lenjar
Immer wieder tränkte Alanna den alten Lappen mit Öl, um ihre Rüstung damit einzureiben. Sie glänzte schon sehr..zu sehr..doch für Alanna war dieses Ritual mehr als nur das schlichte Reinigen. Es würde bald wieder eine Schlacht geben und diesesmal wäre sie wieder dabei...

Immer wieder betastete Alanna ihre gebrochene Rippe. Der Schmerztrank half, wenn auch nicht in Gänze. Neralon hätte sie sicherlich noch weiter vom Dienst befreit, doch sie sagte ihm geradeheraus ins Gesicht..dass die kämpfen würde..egal was er sagen würde.

Leicht lächelnd zog sie ihre Klinge aus der Schwertscheide. Es klebte noch Blut daran vom gestrigen "Ausflug". Alanna wusste es war keine gute Idee..diesem Xenaar mit Arne zusammen die Gruft von Varuna zeigen zu wollen. Natürlich mussten sie auf eine Patroullie des Feindes treffen, doch man ließ sie gehen. Alanna war sich fast sicher..man würde sie erkannt haben, doch scheinbar irrte sie sich.

Langsam und schon etwas andächtig reinigte Alanna ihre Silberklinge, bis man sich darin schon spiegeln konnte. Anschließend scheidete sie ihre Waffe und legte diese zu ihrer Rüstung. Bald war es soweit...

Verfasst: Donnerstag 3. Dezember 2015, 09:04
von Alanna Lenjar
Die Burg war zerstört, nur noch verbrannte Überreste und Trümmerteile zeugten von der einstmals stolzen Ordensburg. Nie würde Alanna die Gesichter des Ordens vergessen im Angesicht der totalen Niederlage. Xavier im Schnee knien zu sitzen..sein Anblick zeriss Alanna das Herz.

Arne vermutete Alathar selbst hinter diesem schrecklichen Ereignis und die junge Kriegerin war geneigt ihm zuzustimmen. Was anderes konnte eine Burg so derart zerstören als eine göttliche Macht?

In der Nacht nach dem tragischen..Ereignis..konnte Alanna kaum schlafen. Sie hatte sich an Arne geschmiegt, der sie schützend in den Armen hielt..selbst im Schlafe noch..aber sie vermochte dennoch keine Ruhe zu finden. Sie musste doch etwas tun können..aber was könnte sie tun? Sie war doch nur ein Mädchen aus dem Walde, das mittlerweile Zweifel daran hatte, ob ihr Weg wirklich der Richtige war... denn nicht jeder ist zum Helden geboren und nicht jeder Krieg ist nur Glanz und Glorie.

Verfasst: Freitag 1. Januar 2016, 23:59
von Alanna Lenjar
Wieder war da diese Übelkeit und erneut kam in ihr der Wunsch nach Fischfilet mit Schokolade und Honig überzogen auf. Diese Wechselspiele zwischen Unwohlsein und Heisshunger nervten Alanna zunehmends. Und doch war da etwas..was sie alles durchstehen ließ, diese kleine Freude auf das Kommende.ob Sohn..oder Tochter. Die Freude auf ihr Kind, was zwar einerseits sicher das Karrierende im Regiment bedeuten würde, doch war dieser Gedanke wie weggewischt. Es war Schicksal, dass alles so kam..wie es kommen musste.

Melissa hatte es Alanna vorhergesagt, dass weder Arne noch Xavier ihr Schicksal sein würden, dass ein Dritter kommen würde..und so kam es. Maxim hatte ihr Leben gründlich durcheinander gewürfelt. Eigentlich wollte sie Maxim mit Luninara zusammenbringen, was damit endete dass Luninara Alanna mit Maxim...zusammenbrachte.

Wieder legte die werdende Mutter eine Hand auf ihren noch flachen Bauch. Noch war nichts zu spüren, und doch sprach Alanna mit ihrem Kinde, ganz leise und fast schon mehr nur in Gedanken. Es war das Versprechen, dass ihr Kind ihre Eltern niemals verlieren würde so wie es Alanna einst erging.

Verfasst: Sonntag 6. März 2016, 08:08
von Alanna Lenjar
Alanna schlug ihre Augen auf, als ein heller Sonnenstrahl ihre Haut sanft küsste. Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, nur für einen kurzen Augenblick, denn die erste Bewegung ließ ihre verletzte Schulter wieder schmerzen. Langsam berührte sie die bandagierte Stelle mit ihrer freien Hand und drückte leicht auf der Wunde herum. Wenigstens ging die Entzündung langsam zurück!

Ihren Blick richtete sie in Richtung Fenster, schaute hinaus und genoss ein wenig diese Stille. Sie war froh, wieder in Lichtenthal zu sein, fort von den Menschen und Letharen im Westen, die sie zu Alathar bekehren wollten. Fast wäre sie dem Gift in deren Worten erlegen..aber nur fast. Sie hat sich nicht den Mördern ihres Verlobten angeschlossen..und teuer dafür bezahlt. Wie konnten die Rahalaner nur dem Irrglauben erlegen..sie würde dem Gott dienen..der Lügen und Täuschung befürwortete..oder dessen hohe Dienerin den Tod ihres Mannes zu verantworten hatte. Alanna tat das..was sie für das beste hielt: überleben..und auf eine Möglichkeit zum Fliehen zu warten.

Alanna lebte, doch der Fluch raubte ihr langsam den Verstand. In jeden Menschen sah sie ihren gestorbenen Verlobten und jedesmal meinte sie eine stumme Anklage in deren Gesichtern zu sehen: wieso hast du mir nicht geholfen?!

Der Hass auf sich selbst..auf die Mörderin Ar'ynx und dann auch auf Maxim...wuchs stetig..in der Gefangenschaft. Maxim hatte sie einfach allein gelassen und sich das Leben genommen...aber sie wollte ihn nicht hassen! So gab es also nur einen Weg: das Vergangene hinter sich zu lasse und nach vorn zu schauen...

Verfasst: Samstag 12. März 2016, 11:48
von Alanna Lenjar
Wenn das Licht das tiefster Innere berührt, dann ist dort nur Frieden und Trost. So ähnlich würde Alanna wohl das beschreiben, was sie fühlen konnte während Aurea den Fluch am Baume des Lichtes brach. Es war nicht nur die Last des Fluches, welche von ihr fiel..nein da war mehr.

Auch wenn es nur Zufall war, dass der Frühling nun auch anbrach, so fand dieses Ereignis doch auch zu jenem Zeitpunkt statt, an welchem Alanna beschloss die alten Lasten hinter sich zu lassen. Den Weg müsse sie allein gehen und etwas wies ihr die Richtung, so wie es vor ein paar Jahren bereits geschah.

Alanna begann, alle Sachen von Maxim zusammenzupacken und zu verstauen. Wegwerfen konnte sie sie nicht, doch zumindest waren diese Dinge nicht mehr in ihrem Blickfeld. Sie war offen für neue Dinge...nicht unbedingt eine neue Liebe, doch war sie sich sicher, dass noch etwas auf sie warten würde.

Vor Jahren hielt Alanna der Wunsch am Leben, eine Ritterin zu werden. Eisern hielt sie an jenem Wunsch fest und auch wenn dieser Weg versperrt sein mochte, so war sie sich sicher...dass die nächste Abzweigung bestimmt kommen würde. Laina würde da gewiss eine große Rolle spielen. Doch welche Rolle genau..da war sich Alanna noch nicht sicher.