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Längst vergessen...
Verfasst: Donnerstag 12. November 2015, 17:02
von Gast
Seltsam fremd schien Ihr diese Welt, in der Sie eine Ewigkeit nicht mehr gewesen war.
Und trotzdem kannte Sie jede Ecke, jeden Stein und jeden Baum so genau, das man Sie blind hindurch hätte schicken können.
Den dunklen Mantel fest um den Körper geschlungen, den roten Schopf unter der Kaputze versteckt stand sie also da...
Das alte Fischerdörfchen indem Sie damals angekommen war tauchte vor Ihr auf, und auch die neuen Eisentore kamen Ihr nicht einmal so fremd vor.. sie passten zu diesem immer kälter werdenden Wetter das sich langsam wieder einschlich.
Mit einem tiefen Knarren schob sie das Tor auf und schloss es ebenso laut wieder.
Das Feuer war verlassen.. Was wollte Sie eigentlich hier?
Etwas unentschlossen setzte Sie sich einen Moment und zog den Mantel kaum enger um sich als es eben ging. Ihr Handgelenk schmerzte seit geraumer Zeit wieder.. dabei war es schon einmal fast vergessen gewesen.
Sie blickte in das Feuer und legte die rechte Hand beruhigend über die Narbe.
Einige Erinnerungen die mit dieser Geste mit sich kamen und auch mit dem Blick in das Feuer.
Ein verbittertes Lächeln huschte über Ihre Mundwinkel.
Sie hatte Ihm Unrecht getan damals, dabei wollte Er Ihr nur helfen und genauso Vergeltung für Sie üben wie Sie selbst.
Doch Sie hatte Ihn mit Verachtung und Selbsthass gestraft. Genauso wie Ihre Freundin..
Sie hatte Sie einfach zurückgelassen...
So war sie also fortgegangen und hatte sich selbst gestraft... mit Einsamkeit.
Seit Ewigkeiten hatte Sie jedem Spiegelbild den Rücken zugekehrt um nicht an die schlimme Zeit erinnert zu werden.
Ihr Lächeln war verschwunden und hatte sich gewandelt.. die Lippe war gezeichnet von einer hässlichen Narbe, die Sie nie wieder loswerden würde, genauso wenig wie die Gedanken die damit kamen. Ihre hellbraunen Augen waren ausdruckslos geworden und man konnte nichts als Leere darin lesen.
Ein einziges Mal hatte Sie sich im Spiegel angesehen und tagelang nicht aufhören können zu weinen.
Das wollte Sie sich selbst und auch am besten anderen nicht antun.
Kurz schloss Sie die Augen und erhob sich dann.. den Mantel glattstreichend, die Kaputze tiefer ins Gesicht gezogen und mit gesenktem Haupt, wendete Sie sich wieder dem schweren Tor zu und blickte noch einmal kurz zurück....
Wohin würde Sie gehen? Das wusste wohl nur der Wind, der sich in Ihrem Mantel erhob und ihn zur Seite strich während Sie sich von dem Ort entfernte wo alles begonnen hatte...
Verfasst: Donnerstag 21. April 2016, 18:18
von Gast
Irgendwas an dieser ganzen Sache war doch falsch.
Adoran... was wollte ich hier noch?
Aber was nützt die Frage, denn dieselbe würde ich mir bei jedem anderen Ort stellen.
Ich hatte mir auf dem Weg zum Hospital damals vorgenommen keine Gewalt mehr anzuwenden.
Keine Kämpfe mehr..
Ich hatte die Wutausbrüche zurückgehalten die von Zeit zu Zeit ihre Machtkämpfe mit meinen Nerven austrugen, ich war höflich und zuvorkommend zu den Leuten im Hospital, und tat wirklich alles damit ein jeder zufrieden war.
Die Frage an der Sache war doch nur:
''Wieviel an der Sache war wirklich noch Ich?''
Zumindest hatte ich mich mittlerweile mit der Narbe an meiner Lippe angefreundet.
So sehr ich auch schwieg und mich zusammenriss, so sprach doch diese raue Stelle an meinem Mund für sich selbst.
Sie hatte etwas an sich, was zu mir passte, und etwas von meinem alten Leben erzählte.
Für Empfindungen jeglicher Art war ich taub geworden.
Wo war nur meine große Klappe hin verschwunden?
Sogar Seine Befehle hatte ich befolgt, kaum zu glauben.
Und Manoman, hatte ich mich zusammenreissen müssen.
Doch was sollte ich machen?
Es war Hilfe gefragt, und außerdem..
fühlte sich der Knauf meines Schwertes einfach richtig an in meiner Hand.
Er war zerkratzt und abgenutzt, doch das machte es für mich aus.
Es war eben -Meins-.
Er hingegen, sah jetzt ganz gestriegelt aus... mit Hut.. und nicht mehr so rau und wüst wie ich Ihn gemocht hatte.
Sein Bart war gekämmt, nicht mehr wild gewachsen wie früher.
Hmm..
''Jawohl'',.. was für ein Scheiss wenn man mal in einem anderen Bund zueinander gestanden hatte.
Vielleicht sollte ich mich bei dem sogenannten ''Drachen'' vorstellen und mal sehen wie zufrieden Er sein konnte, wenn ich mich bemühte wieder die zu werden, die ich einst gewesen war.
Das Feuer lodernd in meiner Seele, prickelnd unter meiner Haut, immer bereit auszubrechen.
Was hatte mich von dem heutigen ''Ich'' bloss unterschieden?
*Mit dem blutroten Dolch, den sie schon einige Zeit nicht mehr genutzt hatte schnitt sie sich nun die zu lang gewordenen Strähnen ab. Sie hasste ihre Haare...vor allem seitdem sie wieder so schnell wuchsen. Regelmäßig wurden sie abgesäbelt und zu einem strengen Zopf geflochten. Die Ärmel wurden ordentlich über ihre Handgelenke gestülpt, ehe sie das Hospital verließ.*
Irgendwie musste ich mein altes Ich wieder erlangen..
Vielleicht sollte ich mich mit Ihm darüber unterhalten.
Aber könnte ich das?, sowie früher?
Oder ich musste zurück an den Anfang und mich für eine Zeit in Bajard einmieten?
Wieso konnte das alles nicht einfacher zu lösen sein.....?