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Die Hochzeit von Aradan und Asteve

Verfasst: Mittwoch 29. März 2006, 19:44
von Darna von Hohenfels
War das ein Test, wie gut sie ihre Fassung bewahren konnte und wann die Grenze erreicht war, wo Darna von Elbenau schreiend und hektisch mit den Armen fuchtelnd durch die Gegend rennen würde?
"Sonnentag. Das ist doch ein Scherz. Sonnentag. Hochzeit. Am Sonnentag. Wurde mein Ritter jetzt vom wilden Affen gebissen, oder wie stellt er sich das vor? Was soll das heißen, er will Sonnentag heiraten?!"
Fassungslos hielt sie die Gästeliste in der Hand.
"Das war ein schwerer Fehler mit dem Menü zum Ritter- und Templertreffen, Darna. Jetzt glaubt er offenbar, du könnest Wunder wirken. Wo zum Daimon soll ich Met herkriegen? Da ist ja Wildschweinbraten noch 'ne Kleinigkeit gegen..."

Sie hätte in Tränen ausbrechen können, als ihr auch noch klar wurde, daß sie damit auch bis zum Sonnentag Frist hatte, sich ein Hochzeitsgeschenk für die beiden zu überlegen.
Irrsinnigerweise fiel ihr bereits wenige Minuten später etwas ein, was sogar einer reiflichen Überlegung standhielt. Sie musste nur möglichst unauffällig ein paar Kleidungsstücke von Asteve aus den Schränken 'ausleihen'. Hoffentlich merkte sie es nicht.
Sie würde wohl wieder ein paar Personen bitter zu ihrer Rettung benötigen. Herrn Gutfried, Frau Kyteler, Frau Lyval... - was, wenn einer keine Zeit hätte?
"Nicht dran denken. Du hast zu tun."
Sie setzte sich daran, Frau Lyval eine kurze Nachricht zukommen zu lassen, dann machte sie sich schnurstracks auf zum Kyteler-Hof.

Verfasst: Mittwoch 29. März 2006, 22:28
von Darna von Hohenfels
Etwa dreißig geladene Gäste... sie war schon seit Stunden am Rechnen, welche Mengen an Essen sinnvoll sein würden. Bei der Auswahl der Speisen machte sich nach einigem Hin und Her immer mehr Süßes als begleitender Geschmack bemerkbar, und so stellte Darna das Menü kurzerhand unter ein Motto, änderte zwei der Gänge noch integrierend um.

Schließlich lag Aradan auf dem Tisch ihr Vorschlag zur Speisenfolge vor:

"Fast so süß wie die Braut"

kalte Vorspeise: Feldsalat mit Putenfleisch und Champignons

Suppe: Fischsuppe nordischer Art, mit Lengfilet

warme Vorspeise: Elbenauer Käseschnitten mit Pfirsichkompott

Fischgericht: gebratene Scampi mit Ingwernudeln

großer Fleischgang: süße Bärenlende mit Dörrpflaumen und Mandeln

warmes Zwischengericht: Kartoffelsuppe mit Kürbis und getrockneten Tomaten

kaltes Zwischengericht: Karottensalat mit Apfelstiften

Braten: Wildschwein mit Kirschsauce

Gemüsegericht: Einfaches Kürbissoufflé

warme Süßspeise: Glasierte Apfelkringel

kalte Süßspeise: Bananenbrot

Käse: Gebackener Camembert mit Preiselbeeren

***

Getränkekarte:
Weine:
- Wegekreuzer Rebling, rot (trocken)
- Kyteler Spätlese, rot (lieblich)
- Silvaner Auslese, weiß (trocken)
- Mias süsse Eisweinküsse, weiß (lieblich)

Biere: drei verschiedene Sorten - herb, mild und würzig
Met
Säfte: Apfelmost, Kirschsaft, Traubensaft
Milch, Wasser

Verfasst: Donnerstag 30. März 2006, 00:08
von Darna von Hohenfels
Das Hochzeitsgeschenk

Ob Frau Alliestra und Frau Lyval ihr nochmal aus der Klemme helfen konnten?
"Langsam wird das zur Gewohnheit", seufzte Darna und durchsuchte in einer Minute eines sonst leeren Hauses die Kleiderbestände von Asteve - es waren so einige, doch trotz der Nichtbegabung, die Darna im Umgang mit der Nadel aufwies, ahnte sie, was für eine Zumutung es bei ausladenden Kleidern wäre, anhand dieser auf die Maße von Fräulein Odolder zurückzuschließen.
Bei Aradan war das schon einfacher, dessen Maße kannte sie anhand der ganzen Bestellungen für Kleidung und Rüstzeug fast auswendig...

Doch schließlich fiel ihr ein rotes Kleid in die Hände, das in etwa den Schnitt hatte, den Darna sich auch für das neue Kleid vorstellte.
"Hervorragend. Hoffentlich wird sie es nicht bis zum Sonntag vermissen."
Eine Weile später verließ sie erneut das Haus auf dem Weg zum Marktplatz, um nochmal einen möglichst vertrauenserweckenden Botenjungen zu suchen... und traf schon auf dem Weg dorthin auf den, den sie schon zuvor wegen diverser Dinge losgeschickt hatte - er schien den Braten gerochen zu haben.
"Kann ick noch wat für Euch besorgen, edle Dame?", fragte der Junge hoffnungsvoll lächelnd.
"Ja, durchaus", nickte sie langsam und gab ihm eine kleine verschlossene Holzschatulle und einen Brief, "Bringe dies beides nach Berchgard zur Schmiede von Herrn Thancred - dem großen Haus in der Dorfmitte und gib es für Frau Alliestra ab."
Der Junge nickte beflissentlich und schaute auf ein weiteres Paket, das sie unter dem Arm geklemmt hielt. Die Knappin nahm nun auch dieses zur Hand und überreichte es ihm: "Und dies hier muß zur Schneiderin Frau Lyval, mitsamt diesem Schreiben. Verwechsel es nicht. Frau Lyval wohnt bei einem Haus mit einem großen Holzbären vor der Tür, an einer der Wegkreuzungen, wenn man die Straße zum Kloster Richtung Bajard geht."
"Ick weeß, wo det is, edle Dame. Wird erledigt!"

So erreichte Alliestra ein Kästchen, in dem sich sorgsam verpackt zwanzig Smaragde und zwanzig kleine Diamanten befanden, zusammen mit einem säuberlichen Schreiben:

"Cirmias mit Eurem Handwerk, Frau Alliestra!
Mit der Übersendung der Edelsteine wäre eine Bitte verbunden, von der ich hoffe, daß sie nicht so furchtbar drängend wie die Schmuckanfertigung, jedoch so zügig wie möglich erledigt werden könnte:
Mein Herr heiratet am Sonnentage das längst mit ihm verlobte Fräulein Odolder, und zum Hochzeitsgeschenk sollen sie von mir ansprechende Kleider von besonderer Güte erhalten.
Ich kann mich zu diesem Zwecke ganz auf die Nähkünste von Frau Alandra Lyval verlassen, doch gäbe es den feinen Stoffen den letzten Schliff, wenn Ihr die Euch übergebenen Edelsteine derartig mit Fassungen versehen könntet, daß sie als Zierrat auf der Kleidung angebracht werden können.
Desweiteren würde es zweier silberner Mantelschließen in Form von steigenden Pferden bedürfen, die Vorlage des Wappens meines Herrn dürfte sich ja noch in Eurem Besitz befinden.

Damit mag ermessbar werden, daß ich schon Frau Lyval in nahezu ungebührlicher Art zur Eile drängen muß - und es wäre mir sehr lieb, wenn dieser Teil, wenn Ihr den Auftrag annehmt, so bald als machbar der werten Schneiderin zur Verfügung steht.
Ich vertraue da auf Eure bisher erlesene Arbeit. Ich hoffte, mich zuvor persönlich für Eure Dienste zum Ball bedanken zu können, doch muß ich dies nun auf diesem Wege nachholen und erweitern, wenn ich Euch nach der Hochzeit aufsuche, um Euch den angemessenen Lohn für Eure Mühen zu geben.
So Ihr keine Zeit hierfür erübrigen könnt, entsendet mir bitte gleich eine Nachricht darüber. Wie auch zuvor würde ich Euch dies keineswegs nachtragend anrechnen wollen.

Bis dahin verbleibe ich mit aufrichtigstem Dank,
Darna von Elbenau"

***********************

Bei Alandra Lyval kommt hingegen das penibel zusammengelegte und eingewickelte rote Kleid an, ebenso zusammen mit einer Nachricht:

"Cirmias mit Eurem Handwerk, Frau Lyval!

Zuvorderst auf diesem leider unpersönlichen Wege meinen Dank für Eure Arbeit, die auf dem Ball vollste Würdigung fand. Eure bisherigen Arbeiten lassen mich hoffen, daß ich mich ein weiteres Mal mit einem präkeren Auftrag an Euch wenden kann, denn ich denke, daß so manch anderer Schneider damit heillos überfordert wäre. Bei Euch wüsste ich es in sicheren und geschickten Händen.
Mein Herr heiratet zum kommenden Sonnentage das ehrenwerte Fräulein Odolder. Somit stehe ich in der Verlegenheit, ein angemessenes Hochzeitgeschenk zu finden und verfiel auf die Idee, ihnen beiden erlesene Kleidung in den Hausfarben meines Herren zu überreichen, damit fortan die Familie Krenor vereint als solche erkennbar auftreten kann.
Die dafür erforderlichen Farbtöne sind Euch ja bestens vertraut.

Anbei übersende ich auf dem Zettel die Maße meines Herrn und eine Abbildung seines Wappens.
Es gilt, für ihn langschäftige Stiefel aus Rehleder zu fertigen. Dazu eine grüne Hose aus Samt, mit zierenden Abbildern des Pferdes aus Silberfaden bestickt. Ein Hemd aus Seide, reinweiß, an Kragen und Saum mit grünen Pferden geschmückt - wahlweise rote Adler, so dies Eurem Auge liebsamer scheint. Einen edlen Umhang aus passendem Tuch, ich vertraue weitere Anbringung von Zierrat Eurem guten Geschmack an.
Ich habe allerdings zudem die Feinschmiedin Alliestra aus Berchgard darum gebeten, je zwanzig Smaragde und Diamanten derartig einzufassen, daß sie als Zierrat an die Kleidung zu nähen wären - die geschmackvolle Platzierung dieser obliegt natürlich Euch.
Zudem, so der Auftrag insgesamt zustande kommt, werden Euch ebenso von Frau Alliestra zwei silberne Mantelschließen mit dem Motiv des steigenden Pferdes überbracht werden.

Was Fräulein Odolder anging, kann ich leider keine Kenntnis mehr von ihren Maßen erlangen, ohne daß meine Absicht vermutlich erahnbar würde. Ich hoffe, sie wird dies rote Kleid nicht missen, das ich Euch als Volage mitschicke, doch schwebt mir dieser Schnitt im Groben vor und ich hoffe, er lässt sich passend übertragen.
Auf weißem Stoff würde sich nach meinem Dafürhalten ein Gürtel aus Goldbrokat gut machen, der wieder von Pferden aus grünem Faden geziert würde. Feine Sandalen, ebenso aus weichem Rehleder, bieten sich am ehesten an - Fräulein Odolders Schuhe sind etwa drei Fingerbreit kürzer als meine, und mit entsprechender Schnürung sollte sich eine nicht ganz optimale Größe anpassen lassen.
Auch den Kragen des Kleides wüsste ich gern mit feiner Spitze, von Goldfäden durchwirkt, geziert.
Ihr Umhang schlußendlich soll möglichst seine Entsprechung im Umhang meines Herrn finden.

Mir ist bewusst, daß meine Anforderungen mal wieder ungewöhnlich sind, Frau Lyval... umso mehr hoffe ich, in Euch wiederum die Retterin aus dieser Verlegenheit zu finden. Die Idee des Geschenkes findet bislang meinen persönlichen Gefallen, doch sonst muß ich zügig umdisponieren.
Wie jedesmal will ich es Euch nicht nachsehen, wenn Ihr ablehnen müsstet, keine Frage.

Bis dahin verbleibe ich mit aufrichtigstem Dank,
Darna von Elbenau"

Verfasst: Donnerstag 30. März 2006, 12:25
von Alliestra de Mervis
Der Bote erreicht sie als sie gerade aus dem Haus gehen wollte um im Laden nach dem rechten zu sehen.

"Eilig sagst du? Dringend sogar?" fragt sie ihn und entlohnt ihn dann weil sie doch zu neugierig war herauszufinden was Darna von ihr wünschte.
"Bleib aber in der nähe damit du das Kästchen weitergeben kannst." trägt sie ihm noch auf.
Sehr langsam liesst sie die Nachricht und schaute sich die Steine genauer an.
"Die werd ich wohl erstmal richtig polieren damit sie glänzen[/color]" murmelt sie vor sich hin als sie die Steine auf den Tisch legte.

Die Fassungen für die Steine scheinen das kleinere übel zu sein. Mehr Kopfzerbrechen bereiteten ihr schon eher die Mantelschliessen aus Silber in der Form zweier aufsteigender Pferde.

Sie setzte sich an den Tisch und fertigte erstmal aus Silber die Fassungen für die Steine an, indem sie das Silber erhitzte und dann vorsichtig kleine fassungen daraus formte und unten einen kleinen kreis herausstanzte damit man sie ohne mühe an das Kleid aufnähen konnte.
Als die Steine alle eingesetzt waren beschaute sie ihr Werk noch einmal und schien sichtlich zufrieden weil alle Steine glänzten und einen besonderen Schein ausstrahlten.

Als sie die Steine wieder in das Kästchen legte überlegte sie fieberhaft wie sie die Schliessen am besten formen und herstellen könnte.

Nach längerer zeit holte sie ihr gesammtes Werkzeug heraus und beschaute sich alles genauer. Endlich hatte sie die blitzende Idee die ihr wohl noch öfters vom dienste sein sollte.
Ein Siegel musste her das ein aufseigendes Pferd zeigt und das man immer wieder verwenden konnte sollte wieder einmal etwas sein.

Sie holte sich einen kleinen Holzstamm heraus und sägte ein kleines Stück davon ab. Sie holte sich die zeichnung von Darna heraus die sie ihr vor kurzen durch einen Boten schicken liess und machte sich dann ans Werk. Mit dem Schnitzmesser versuchte sie so gut es ging das Pferd einzuritzen. Es schaut zwar nicht perfekt aus, aber man konnte erkennen das es ein Pferd darstellt.

Jetzt konnte die eigentliche arbeit beginnen.
Schnell hielt sie mit der Zange einen Silberbarren über die kleinen Flammen auf dem Tisch vor ihr um ihn zu erhitzen, aber nur genug damit die hälft davon weich wurde während die andere hälft härter blieb.

Schnell drückte sie den geschnitzten Baumstamm auf das weiche Silber und strahlte weil es wirklich so geklappt hatte wie sie es sich vorgestellt hat.
Mit einer kleinen Säge entfernte sie die Silberstücke die nicht zum Bild dazugehörten und feilt es dann mit einer feinen Feile noch nach damit man sich nicht verletzen konnte an den scharfen kanten.
Das härtere Ende des Silberbarren klopfte sie mit einem kleinen Hammer zurecht und bog es dann so das es unterm dem Bild zu finden war, wie eine art Clip in den man den Mantel einklemmen konnte. Schnell stanzte sie noch ein kleines Loch hinein damit man auch diese an den Mantel annähen könne.
Nach einigen Stunden harter Arbeit waren beide Mantelschliessen und die Steine fertig und wurden schnell nochmal mit einem Tuch poliert und dann ebenfalls in das Kästchen gelegt.

Sie ging nach draussen und weckte den Boten der wohl in der sonne ein bisschen eingeschlafen war.
"Bring das schnell alles zu Frau Lyval, sie wartet schon darauf." Sie gab ihm noch ein paar Münzen mit damit er die Kutsche nehmen könne und somit auch schneller am ziel ist.

"Hoffentlich ist alles so wie Darna es wünschte" murmelt sie noch vor sich hin während sie anfing alles aufzuräumen und das Siegel sicher in ihrer Truhe zu verwahren.
Dich brauchen wir bestimmt irgendwann noch einmal

Verfasst: Donnerstag 30. März 2006, 20:56
von Alandra Lyval
*Alandra saß in der Werkstatt über den Entwürfen für einige Kleider gebeugt, als der Botenjungen pfeifend und mit Schwung die Türe öffnete und schon fast hereinstürmte.

Einen Moment schein der Junge in der Tür stehend zu verschnaufen, dann aber schritt er betont würdevoll ... dies hatte er sicherlich lange geübt ... auf Alandra zu, wohl um ihr die Wichtigkeit seines Auftrages zu zeigen, grüßte höflich mit einem Diener und überreichte ihr mit den Worten

"Wenn ihr die Frau Lyval seid, dann soll ich euch das übergeben!"

das Päckchen sowie den Brief. Alandra versicherte dem Jungen, dass er hier bei ihr richtig wäre und freudestrahlend, wohl in Erwartung einer Entlohnung, lächelte der Junge sie an.

"Warte hier einen Moment, ich werde einmal nachschauen, wer denn etwas von mir möchte und vielleicht musst du dann für mich eine NAchricht zurück bringen." sprach sie zu dem Jungen. Dieser nickte eilfertig, wohl darauf hoffend, dass seine Entlohnung noch reichhaltiger ausfallen würde und nahm auf der Holzbank Platz. Alandra aber machte sich daran, das Schreiben durchzulesen und nachdem sie auch das Kleid ausgepackt und begutachtet hatte, kramte sie aus einer Schatulle Pergament, Schreibfeder und Tinte hervor.

....................

Zum Gruße Dame von Elbenau,

zunächst einmal erfreut es mich zu hören, dass eure Robe zum Ball Anklag gefunden hat, weiss ich doch um den Umstand, dass Euch dererlei Gewand eher ungewohnt ist. Umso mehr freut es mich, wenn ich Euch mit meinen Nähkünsten eine Hilfe sein konnte.

Nun aber zu Eurer neuerlichen Bestellung. Die Maße eures Herren sind mehr als ausreichend, doch auch das Gewand für die Braut lässt sich nach der Vorlage des Kleides schneidern. Jene Maße lassen sich ermitteln und ich werden diese Maße ebenso wie jenes eures Herren sicher verwahren, sollten sie nochmals von Nöten sein.

Eurem Schreiben entnahm ich, dass ihr einige Verzierungen auf der Kleidung wünscht und das nötige Material bei der werten Frau Alliestra in Auftrag gegeben habt. Was nun die Fertigstellung der Gewänder anbelangt, wenn ich die Steine bis spätestens zum fünften Tage dieses Wochenlaufes habe, so sollten die Gewänder am darauffolgendem Tage zur Abholung bereit liegen, so euch dies recht ist. Ebenso wird es mir möglich sein, die Verzierungen in Form der Borden und Spitzen wie von Euch gewünscht anzubringen.

Sollte es von Eurer Seite aus noch weitere Wünsche oder Änderungen geben, so bitte ich Euch, mir dieses schnellstmöglich mitzuteilen. Ansonsten erwarte ich euch dann am sechsten Tag dieses Wochenlaufes zur Abholung der Gewänder.


Mit den besten Wünsche

Alandra Lyval
Schneiderin

....................


Nicht lange dauerte es und eine Antwort war verfasst. Sie rief den Jungen wieder zu sich, drückte ihm nun einige Münzen in die Hand und übergab ihm das Schreiben mit der eindringlichen Bitte, dieses auf dem direkten Weg der Dame von Elbenau zu überbringen. Der Junge versichtere ihr, er würde die Dame in Varuna sofort aufsuchen und ihr das Schreiben überbringen, grinsend hob er dann noch die Hand und schon flitzte er los, was von Alandra mit einem leichten Schmunzeln quitiert wurden.

Kaum war der Junge dann ausser Sicht, machte sie sich auch gleich daran, die nötigen Stoffe, Spitzen und das Leder herauszusuchen. Nur die feinste Qualität sollte es sein.

Alsbald lagen überall in der Werkstatt die verschiedensten Schnittmuster, Stoffbahnen und Lederstücke verteilt. Rollen mit feinen Garn sowie Ellen feinster Seide und Spitzen häuften sich auf den Tischen. Unermüdlich arbeitete sich Alandra Stück für Stück voran. Spitzen und Seidenstoffe wurden aufeinander angestimmt. Lederstücke genauestens geprüft, nur die besten und feinsten Lederfetzen fanden Alandra's Zustimmung.

Irgendwann dann erschien der Bote Alliestra's dann bei Alandra in der Werkstatt und überbrachte die von Alliestra eingefassten Steine und die beiden Fibeln für die Umhänge. Diesen Fibeln, welche die Form aufsteigender Pferde hatte, wurde dann die Spitze nachempfunden, ebenso erhielten alle weiteren Kleidungsstücke Abbilder in Form von feinster Stickerei. Auch die Smaragde und Diamenten wurden mit in diese Stickereien eingearbeitet und schon bald konnte man im groben erkennen, wie die Gewänder einmal aussehen würden.

Doch bis dahin würde es noch einiges Tage dauern.

Verfasst: Sonntag 2. April 2006, 22:07
von Darna von Hohenfels
Ein Tag der Freude

Asteve durchwühlte schon zum zweiten Mal die Schublade. "Wo ist denn nur die Kette?" Darna sah auf das Schränkchen und wähnte sich an Bruder Talarions Lehre mit dem Buch aus der Bibliothek erinnert, denn die Kette lag dort, halb unter einem Seidentuch. "Hochzeitsnervosität" lautete auch ohne Rikas Künste die Diagnose.
Und vielleicht, wie damals bei ihr, würde nun auch bei Asteve die Lehre des alten Templers wirken:
"Schließt die Augen, Milady.
Und nun atmet einmal tief durch."
Die Knappin musterte die Braut ihres Herren in dem wunderschön weißen Gewand. Über die nächsten Worte musste sie nicht nachdenken:
"Heute könnt Ihr nichts falsch machen, denn dieser Tag gehört Euch. Euch und Eurem Gemahl."
Asteve öffnete die Augen und lächelte. Verschwunden war die Eifersucht, die Fräulein Odolder bei ihrer ersten Begegnung getrieben hatte, und Darna war dankbar darum. Sie wünschte ihrem Herrn dieses Glück, dem sollte heute nichts im Wege stehen.

***

"Im Zeichen der Freude und Demut erbitten wir an diesem Tage dein Augenmerk ewiglich geehrte Tugendbringerin Temora", begann das Gebet der Heiligkeit und Darna hielt unwillkürlich die Luft an. Was hatte sie gesagt?
Freude... ja, natürlich. Unbeteiligt sah sie die beiden, wie sie einander verliebt anstrahlten, das milde Lächeln der Heiligkeit auf ihnen ruhend. Ihr Herr war glücklich. Nichts anderes wollte sie gelten lassen. Sie fühlte sich fremd in diesen Momenten, ihm entfremdet, ausgeschlossen von seiner Freude, die er mit Asteve fand, denn sie freute sich nicht - und das erste Mal begann es ihr sowas wie leid zu tun.

***

Wo kam dieses ganze Blut her? Rund um die Kirche... ein eisiger Schauer lief ihr über den Rücken. Sie hatten die frischvermählte Asteve Krenor zurück in die Obhut der Kirche gezogen, der Bräutigam für einige Momente wieder ganz der Hauptmann.
Was hatte Livial dort zu suchen, ein Häufchen Elend neben dem Baum vor der Kirche?
Was hatte dies alles zu bedeuten in den Momenten, wo die Hochzeitsgesellschaft zum Haus des Brautpaares ziehen sollte, um zu feiern?
Was sollte das heißen, was Livial da ihrem Bruder entgegenstammelte, Worte davon, daß Blut und Leid nicht ihm oder den Gästen galten, sondern ihr?
Rika trat neben die Knappin, die Aradan und Livial beobachtete und sprach leise und eindringlich: "Was Ihr damals beim Brand für mich tun wolltet... tut es für Asteve und bringt diesen Bräutigam endlich zu seiner Braut. Bitte."
Hilflos sah Darna sie an. "Ich würde es gerne", flüsterte sie leise, "doch sie... ist auch... seine Schwester..." - verstand Rika nicht?
Die Rettung hieß Sanjana Valeth. Livial in ihre Obhut stellend, konnte Aradan sich lösen, zu Braut und Feier gehen. "Ich kümmer mich darum, Sir", konnte sie nun als Knappin ihm die restliche Last der Fürsorge von den Schultern nehmen und gemeinsam brachten Sanjana und sie Livial hinein in die Geborgenheit der Kirche.

Und Sanjana gebührte noch mehr Dank, auch wenn vieles, was getan werden musste, Darna leid tat. Die Templerin trug der Knappin auf, ihre Tochter Tira in die Sicherheit der Wohnung zu bringen, während sie sich um Livial und ihre Nöte kümmern wollte. Auch wenn das Kind sich vergnügt im Andachtsraum mit zwei Frauen unterhielt, gelang es ihr dankenswerterweise recht zügig, das Mädchen wie gewünscht zur Wohnung in der Kirche zu geleiten. Darna wartete, bis die Tür sich schloß, ehe sie weitereilte.
Sie musste noch zum Kloster, denn dort sollte zu dieser Zeit ein wohl wichtiges Treffen stattfinden, zu dem Sanjana nun nicht erscheinen konnte - diese kirchlichen Pflichten hier, die Sorge um die Seele eines sichtlich geplagten Menschen, war wichtiger. Zum Glück war noch ein Mann, der sich als Livials Gatte ausgab, hinzugekommen - es würde alles schon irgendwie gut werden. Cai... sie hatte von dem Namen schon mal gehört, brachte ihn über Livials Vergangenheit mit den Söldnern in Verbindung.
Doch diese Überlegungen waren zweitrangig. Mit gerafften Röcken eilte Darna zum Kastell, um zu Pferd rasch zum Kloster zu reiten und ärgerte sich mehr und mehr darüber, wie lange Stallmeister Brad diesmal brauchte, um ihr Pferd vorzubereiten.

Doch dann ging es endlich los. Es war ihr egal, ob ihre Frisur nach diesem Ritt nicht mehr sitzen würde. Abgehetzt und mit einem tief schnaubenden Tier kam sie gerade am Kloster an, als dort zwei Leute Einlaß begehrten, der eine lautstark ans Tor pochend.
Doch es war jener, dem sie die Nachricht der Templerin auszurichten versprochen hatte. Er verstand. Und er verstand auch, daß die Knappin zurückritt, als wäre sie von bösen Geistern getrieben, um an der Hochzeitsfeier ihres Herren noch teilnehmen zu können. Sie wollte die Gesichter der beiden sehen, wenn sie ihnen das Geschenk überreichen würde, sie wollte Aradans Gesicht sehen, wenn er von Adrenalon das Schwert erhielt, das sie organisiert hatte. Sie warf Brad die Zügel nur entgegen und verfluchte innerlich die Umständlichkeit dieser Festkleider, während sie sie hochhielt und gleichzeitig sehr undamenhaft rannte.

***

Sie maßregelte ihren Atem, als sie außer Puste beim Tor ankam, zerzaust, sichtlich abgehetzt, doch sie war wieder da und sowohl Adrenalon als auch ihr Herr sahen ihr erwartungsvoll entgegen, die Gäste hatten schon alle Platz genommen, schöne Musik wurde gespielt, der sie noch nicht so recht das Ohr schenken konnte - doch sie war noch nicht deutlich zu spät. Sie würde das Glück ihres Herrn und seiner neuen Gemahlin mitfeiern können, es war alles in besten Händen, und trotz aller Entbehrungen hatte sie ihr Bestes gegeben, alles rasch in geordnete Bahnen zu lenken.
So berichtete sie knapp und sachlich, doch mit gewisser Zufriedenheit:
"Eure Schwester ist in der Obhut Ihrer Gnaden Valeth und ihres Mannes, Herrn Braen."
Hinter Darna traten zwei Personen ans Tor.
"Ich sehe es gerade...", erwiderte Aradan nickend.
"Ihre Gnaden hat dafür extra einen Term..." - Darna stockte. Was sah er?
Sie drehte sich um, sah, was er sah:

Livial.
Neben ihr Cai.
Von Sanjana keine Spur.

Sie nahm kaum wahr, wie sich in ihr etwas verkrampfte. Als wäre sie tot und stünde neben sich, schaute sie fassungslos zu, wie Livial und Cai eintraten, schließlich an ihr vorbeigingen, zu Aradan und seiner Frau.
Als wäre nichts geschehen, höfliches Geplauder und gütiges Lächeln, Segenswünsche... sie überreichten dem Brautpaar eher ihr Geschenk als die Knappin, die noch das Brennen in ihren Lungen von all der Rennerei spürte... oder was war es, was ihr die Kehle zuschnürte?
"Leider war ich bei eurer Hochzeit nicht zugegen", sprach Asteve zu Livial und Cai, "aber umso mehr freut es mich, daß Ihr heute hier sein könnt."
Darna freute sich nicht, und selbst wenn sie dazu überhaupt fähig gewesen wäre, sie hätte es wohl gerade nicht gekonnt.
Sollte sie Mitleid für Livials Nöte vor der Kirche haben? Weswegen war sie dann hier und nicht bei Sanjana? Und wenn das unnötig war... dann war diese ganze entwürdigende Hetzerei, das Unterbrechen der Freude einer Hochzeit, der Freude eines plaudernden Mädchens, der Freude und Pflichten einer Templerin jetzt alles ganz umsonst gewesen? Blut um die Kirche herum, und jetzt stand Livial hier und plauderte mit ihrem Bruder?

"Ich hoffe wir haben trotz des .. seltsamen Streiches vergnügliche Stunden, wie es diesem Tage gebührt", sprach Aradan lächelnd.
"Streich...?", formten Darnas Lippen tonlos das Wort nach. Nein... dies konnte kein Streich sein.... das... war nicht.... amüsant....
Eiskalt bohrte sich ihr Blick in Livials Rücken.
Alle lächelten, nur wenige verwunderte Blicke folgten Darna, die sich unauffällig zum Haus durchschlängelte, gedemütigt, durch das Auftauchen von Livial regelrecht albern vorgeführt, als wäre es abgesprochen gewesen. Was hatte dieses Weibsbild hier zu suchen?
Um ihre Beherrschung ringend glitt Darnas Blick im Haus über die zwei Sessel, die Blumen davor, der freie Platz - dort, wo Darna ihnen ihr Geschenk hätte überreichen wollen.
Mit Livial daneben, als wäre nichts geschehen? Unfassbare Wut und Hilflosigkeit zugleich frassen sich in ihre Gedärme. Schon für weniger schwere Demütigungen waren Forderungen ausgesprochen worden, doch an wen? An die Schwester ihres Ritters? Ihres Herrn? Auf seiner Hochzeit?
Sollte sie dieses Frauenbild in Grund und Boden stampfen, wie es ihr gerade gelüstete, sie anbrüllend, was ihr einfiele, hier jetzt und in dieser Art aufzukreuzen?
Nein, sicher nicht. Kalt schluckte sie die Wut hinunter und konnte sie doch nicht zum Schweigen bringen. Für sie und Livial war kein Platz auf dieser Feier. Nicht hier. Nicht heute.

Sie sah auf ihr Geschenk. Sie sollten es erhalten. Doch die dazu nötige Farce, es zu überreichen, wie es dieser Feier gebührend wäre... würde Darna nicht erbringen können. Hilflos sah sie sich um. Eine Notiz, es ihnen einfach auf die Sessel legen? Wäre wohl das Beste. Sie griff sich Papier und Stift.
"Knappin?", ertönte es hinter ihr ruhig. Sie senkte den Kopf. Sie hätte es wissen müssen, oder? Er war immer dagewesen, wenn Not nach ihrem Herz gegriffen hatte. Draußen spielte die Feier, doch er stand hinter ihr. Sie hätte weinen mögen.
"Ihr sollt Euch heute ... nun, amüsieren Knappin. Ihr seid ebenso ein Gast."
"Darum geht es diesmal nicht, Sir", sprach sie sehr besonnen, doch verhärtet, "Dieser Tag gehört Euch - und Eurer Frau."
Sie nahm das Paket mit der schönen roten Schleife. "Und ich wünschte, ich hätte Euch und Eurer Gemahlin dies hier... gesitteter überreichen können."
"Ähm... ich... danke Euch..." - er wusste nicht mal wirklich, was er sagen sollte, woher hätte er verstehen sollen? Weinend hätte sie es ihm ins Gesicht brüllen mögen, für was für eine lausige Schwester sie Livial gerade hielt. Doch Ehre hielt sie ab. Es gab keine Möglichkeit, anzugreifen, also trat sie den Rückzug an:
"Ich will nicht um Entschuldigung bitten, denn die ist schwer zu gewähren - doch lasst mich nun bitte gehen. Ich stehe Euch auch gern ein andermal Rede und Antwort." Sie straffte ihre Haltung. Er vermutete, daß sie nach oben gehen wollte, doch allein schon die Vorstellung ertrug sie nicht. Von drinnen zuhören, was draußen geschah? In Reichweite unverstehender Leute? Nein.
"Ich gehe in die Kapelle vor der Stadt, Sir. Und werde wiederkommen. Feiert - bitte." Was tat sie ihm an? Er konnte es nicht verstehen. Wieder schnürte es ihr die Kehle zu. Ein goldener Käfig - und sie musste diesmal hier raus, um sich, ihn, Asteve, Livial, die Feier und ihre Ehre zu schützen.
"Ich wünschte, ich könnte mich mit Euch freuen...", flüsterte sie kaum hörbar, als sie aus der Tür trat.

Draußen fiel ein giftiger Blick von ihr auf Livials Rücken, die schon wieder von allen anderen entfernt alleine bei der Hecke stand. Musste sie ihr leid tun? "Das ist doch nicht vorbei, was da vor der Kirche gewesen ist... Friede eitel Sonnenschein... ich gehe, doch wehe, du verdirbst ihnen ihren schönsten Tag, wie du es beinahe schon geschafft hast... mir hast du ihn bereits verdorben, das reicht", grollte sie innerlich mit erschreckendem Zorn.
Dann legte sie eine einstudierte Maske der Höflichkeit auf, als sie an die Feiertafel herantrat, doch nie hatte es das gegeben, daß ihr eine Lüge so kalt und glatt über die Lippen ging: "Ich bitte die Herrschaften, mich zu entschuldigen. Ich habe noch etwas Dringendes zu erledigen."

***

Sie hatte heute morgen in der Kirche von Varuna gestanden, gesehen, wie sie für Aradan und Asteve geschmückt worden war und hatte gespürt, daß diesmal in diesem Raum der Platz nicht für sie gedacht gewesen war - sie hatte Platz gemacht, es war in Ordnung gewesen.
Nun kniete sie wieder in der kleinen Kapelle vor dem Osttor der Stadt, fühlte sich hierin verbannt als nahezu einzige Zuflucht...

und in den Wänden hallte es wider von ihrem Schrei, sie schrie, brüllte ihre fassungslose Wut heraus, bis sie erschöpft die Augen schloß in dem Schein von Geborgenheit vermittelnden Kerzen, die unbeeindruckt weiterschienen...

Verfasst: Montag 3. April 2006, 18:29
von Sanjana Valeth
Ich erinnere mich genau an die Worte... Solche vergisst man nicht so einfach...

„Vorher werde ich den Kerl dahin befördern wo er hingehört! In die tiefsten Höllen dieser Erde!“

Tadelnd blickte ich gen Cai N’Antes. Es war nicht wirklich sein Ernst solche Worte, die Hand am Schwertgriff ruhend, in einer Kirche auszusprechen? Sogleich erhob ich mich. „Bitte verlasst diese Kirche, werter Herr“. Ein zornerfüllter Blick traf mich. „Und wer seid ihr, dass ihr mich rauswerfen wollt?“. Nun, die Vorsteherin dieses Gebäudes... War tatsächlich dieser von Zorn und Wut erfüllte Mann, jener, der die Schwester Sir Krenors ehelichte? Es mochte wahrlich bedrohlich sein, für das werte Fräulein Livial. In ihrem Zustand, mit einem solchen Manne?

„Cai... Komm, gehen wir zur Hochzeit.“. Nicht wirklich fielen jene Worte? Nicht aus Livials Mund, welche doch soeben verstört und verängstigt vor mir kauerte? „Ich muss euch enttäuschen, wertes Fräulein N’Antes“
Doch kaum konnte ich reagieren, verlies Livial schon das obere Stockwerk der Kirche und stand einen Atemzug später vor dem heiligen Gemäuer. Sofort folgte ich der verstörten Frau, hielt sie fest und blickte sie besorgt an. „Bitte folgt mir... ich bringe euch in das Kloster, dort sollt ihr Schutz erhalten....“, doch kaum konnten meine Worte beendet werden, so trennte der Herr N’Antes Livial und mich, indem er sich zwischen uns drängelte.
„Jetzt lasst ihr doch erst mal Ruhe!“. Ungläubig blickte ich gen Herrn N’Antes. „Wenn es sie sich von dem Schock erholt hat kann sie immer noch zum Kloster kommen.“. Der Unterton... Er war Hohn pur.
Ich ahnte es.... Lange war es mir nicht gegeben mich zu halten: „ Dieses Wesen ist in ihr! Ist bei ihr! Könnt ihr sie des Nachts schützen?“.
„Und wenn es das letzte ist was ich tue!“. Oh blinder, unwissender Mann. Ihr habt nicht den Hauch einer Ahnung was Eure Frau beherrscht! Wie könnt ihr so leichtfertig mit dem Leben euer euch Anvertrauten umgehen?
Doch es wäre sicher besser diesen Mann nun zu ignorieren. Es hatte keinen Sinn... „Fräulein N’Antes, ich gab eurem Bruder ein Versprechen! So ihr ihn enttäuschen wollt ist es eure Entscheidung. Entscheidet ob ihr seine Enttäuschung mehrt und geht mit diesem Manne. Oder sucht Genesung und Hilfe. Dies ist der Wille eures Bruders.“
„Es ist seine Hochzeit, ich muss ihm sein Geschenk geben! Lasst mir einen Tag.“
„Ein Tag mag euch euren Verstand kosten! Ich... ich kann euch nicht zwingen...Ihr wisst um die Sorge meiner und eures Bruders...“
„Aber ich möchte einmal mein Leben noch genießen.“

Nun gut.... Die Entscheidung lag letztendlich bei Livial... So solle sie gehen und sich ausliefern... Sie sah nicht, was sie bedrohte....
Einen finsteren Blick erhielt ich noch für meine Sorge... Der finstere Blick des Mannes, und die naive Schulter der Frau.

Temora.... Schütze sie.... Denn sie weiß nicht was sie tut...




Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth

Verfasst: Dienstag 4. April 2006, 20:43
von Ian Vondran
Hochgezieten - Die Hochzeit des Aradan Krenor

War es doch mehr als nur ein Fest an dem Muetter und Vaeter, Brueder und Schwestern, alte Freunde und Kameraden zusammen traffen, viel mehr ein Fest, dass die Schließung eines Bundes feiert. Jener Bund der durch die kompromissvolle Liebe zweier Menschen sich geknuepft, mit der Absicht, eine Familie zu gruenden, sich zu lieben, zu leiden, zusammen zu leben. Ein Fest, andem alte Freunde, gleich welchem Standes teilnehmen, Freunde, deren Verdienst nicht in ihrem Rang oder adeligem Blut lag, nein viel mehr Freunde, die sich als solche bewiesen haben, die sich diesen ganz besonderen Titel verdient haben. Rassen, deren Ansehen und Sitte sich gaenzlich von dem der eigenen unterscheiden mag, Menschen, deren gesellschaftlicher Stand minder dem eigenen ist. Den darum geht es nicht, ist es doch ein Fest der Verbundenheit und Liebe. Und das wusste der Ritter! Er kannte seinen Hauptmann, den Ritter mit harter Schale und dem sprichwoertlich weichen Herzen. Er bedachte sich den Tugenden, und jene sagen uns doch seid je her, dass ein Jeder die Liebe und Anerkennung gebuehrt, die auch in ihm steckt. Vorurteile? Kein Ritter der Koenigin hatte Vorurteile gegen Menschen. Sie waren sich juengsten Ereignissen bewusst und doch verurteilten sie niemanden zu Unrecht. Krenor bewies seine Guete, seine Freundschaft, seine Liebe die er teilte und offenkundig unter seinen Naechsten feierte und verkuendete.
Ian wusste wohl jene Geste sehr zu schaetzen, waren doch Andere so hasserfuellt, von Neid und Blutrunst gepraegt, jene, die wahrlich eine Gefahr darstellten, jene die eine solche Verbundenheit zwischen Rasse und Herkunft nicht zu schaetzen wussten.