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Der letzte Kampf

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 05:30
von Gast
An einem ruhigen Abend saß er im Palast und machte sich Gedanken wie man den Tag am besten ausklingen lassen könnte. Die Palastdamen kümmerten sich wie immer um das Wohl des Emirs als er auf einmal den Drang spürte zu einer Jagd aufzubrechen. Nachdem er kurze Worte mit Maanika gewechselt hat und sie ihn dabei begleiten wollte, machten beide sich fertig um das Ahnengrab zu besuchen.
Das Ziel war klar, man wollte den Balron erjagen und so machten sich beide auf um das Ahnengrab zu erkunden. Beide kämpften sie sich durch die Reihen der Lichlords und anderen Wesen die sich ihnen in den Weg stellten und man konnte ihnen ansehen, dass diese Jagd durch die Anstrengungen auch ihre Anzeichen zeigte. Nach einiger Zeit und harten Kampf gelangte man vor den gehörten Wesen dessen Anblick so manchen Kämpfer erschaudern würde.
Doch beide so tapfer wie sie waren stellten sich ihm entgegen. Nabil selbst eilte nach vorne um mit seinen Säbel dem Balron Schaden zuzufügen. Dabei tänzelte er geschickt um ihn etwas herum und stoßte mit seinem Säbel immer wieder zu während Maanika selbst mit den Bogen schoss.
Doch blieb es nicht aus das Nabil selbst schwere Schläge ertragen musste die ihn zu Boden warfen. Die Zeit verging wie im Fluge und der Kampf dauerte schon eine Zeitlang an wobei der Sieg immer näher kam. Mit einen gekonnten Schlag gelang es Nabil den Balron nieder zu strecken jedoch wurde er wohl durch den letzten Hieb des Balron so schwer getroffen das er zu Boden ging. So lag er etwas eingeklemmt unter dem Balron liegend und man konnte sehen wie das Blut aus Nabil heraus rinnt. Maanika die etwas weiter hinten stand war zuerst erfreut darüber das man den Balron nieder streckte doch als sie zu Nabil sah und ihm was sagte worauf er keine Antwort gab machte sich in ihrem Gesicht die Sorge breit.
Woraufhin sie sogleich zu Nabil eilte und sehen konnte wie er nach Luft ringt. Es war ihm wohl selbst bewusst gewesen das dies nun sein Ende sein würde. Das er seinen Sohn nie mehr in den Arm halten würde, nicht sehen könnte wie er aufwuchs. So vieles spielte sich in dem letzten Augenblick in seinen Gedanken ab. Und als er Maanika wohl nun zum letzten Male in die Augen sah und ihr es wohl immer bewusster wurde was geschehen ist konnte sie nur noch seine letzten Worte vernehmen bevor sein Herz zu schlagen aufhörte. " Maanika... ich.... ich..

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 05:53
von Maanika Ranaa Yazir
NEDA!!!*...schrie sie als sie ihn unter dem Balron liegen sah und eilte daraufhin sofort zu ihm, den Bogen zur Seite geschmissen, versuchte sie ihn unter dem Monster sofort weg zuziehen. Sie spürte eine warme Flüssigkeit welches sich auf ihrer Rüstung verteilte. Blut soviel Blut, bei der Mara, es kam aus seinem Hals pulsartig hinaus geschossen. Schnell versucht sie die Stelle druck artig zu schliessen und hielt ihn in ihren Arm. Sie vernahm seine letzten Worte und bevor sie noch antworten konnte, raunt sie leise zu ihm ...ich weiß mein Emir....Ihr Gesichtsausdruck war welches den Anblick des Emir`s schockartig, doch versuchte sie so zu handeln um die Blutung zu stillen. Vergebens er lag tot in ihren Armen, wollte sie ihn doch retten und hat völlig versagt. Doch konnte sie überhaupt so eine Verletzung jenes Blut, schießend aus seinen Adern halten? Er verblutete vor ihr und sie konnte ihm nicht mehr helfen. Seine Hand sang zu Boden, es war still geworden in jene Hallen des Ahnengrab`s. Bestürzt lässt sie ihren Kopf sinken und ihre Tränen lässt sie freien Lauf doch war es zu spät für jede Hilfe. Sie wusste sie würde ihn nicht alleine bis zur Stadt aus dem Ahnengrab bekommen und lies ihn zurück. Ihre Rüstung voller Blut und erschöpft kommt sie völlig außer Atem zum Hauslosenviertel, um jene Wache dort von dem Geschehen zu berichten. Gingen sie zu Dritt nun hinunter und holten den toten Emir aus dem Ahnengrab heraus. Sie brachten ihn hoch zum Tempel, Ihn dort königlich zu aufbahren. Sie benachrichtigen sofort die Palastwachen, die wiederum übermitteln jene schwere Nachricht der Prehaatim,die mitten in der Nacht geweckt wurde, doch wachten die anderen an dem Leichnam. Die junge Natifah blieb an seiner Seite und hielt nun Totenwache, immer noch mit blutverschmierter Rüstung und wich nicht von seiner Seite. Sie schickte eine der Wachen vom Hauslosenviertel zum Palast um den Palastwachen auszurichten was geschehen war und sie sofort Imraan und den Kalifen benachrichtigen sollen, und selbst wenn sie schlafen würden sie umgehend zu wecken anhand der dringenden Nachricht.*

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 08:36
von Gast
*Auch im Hause Ifrey blieb die Kunde über die tragischen
Ereignisse im Ahnengrab nicht im Verborgenen und so hatte sich Selim noch in
der Nacht geschwind in Richtung Palast aufgemacht um sich nach dem
Befinden des Emirs zu erkundigen. Dort angekommen konnte man ihm jedoch
nur noch mitteilen, dass der Emir bereits im Tempel aufgebahrt wurde und er
nichts mehr für ihn tun könne. Selim’s sonst so gutmütiges und liebevolles
lächeln verschwand innerhalb von nur einem Lidschlag und für die nächsten
Momente fühlte er sich wie benommen, eingeengt im eigenen Körper und in
einer Art Starre gefangen. Sein Atem stockte und er starrte den Palastdiener
eine ganze Weile einfach nur fassungs- und regungslos an. Keinerlei Regung
seinerseits, keinerlei Worte die seinen Mund verließen... Er sank zu Boden, auf
seine Knie und die dunkelbraunen Augen schlossen sich um im Anschluss einige
leise murmelnde Worte von sich zu geben... „Grundgütige Mara... Soll das alles
gewesen sein? Vermochtest Du unserem geliebten Emir neda mehr Zeit hier in
unserem Volke zu gewähren? Sieht so dein Plan für unser Volk aus? Was nun?“
– er schüttelte einige Male nur sein Haupt, erhob sich sodann und verließ
wortlos den Ort des Geschehens, in Richtung Familienhaus um seiner Pflicht die
Familie darüber zu informieren, nachzukommen.*



Salam Aleikum geliebte Familie des stolzen Hauses Ifrey.

Ich hatte mir meinen Amtsantritt und meine erste Bekanntmachung innerhalb
dieser wundervollen Familie wahrlich anders vorgestellt, doch muss ich euch
leider darüber in Kenntnis setzen, dass unser geliebter Emir am gestrigen
Abend seinen Verletzungen, zugefügt von einem Balron im Ahnengrab, erlegen
ist. Keiner der Anwesenden konnte etwas für ihn tun und so wurde er noch in
der Nacht im Tempel aufgebahrt.

Wir danken unserem Emir für Alles - für sein Engagement, für sein Mitgefühl
und für seine Weitsicht. Sein Einsatz für das Volk der Menekaner verschaffte
ihm hohe Anerkennung und einen Platz in unseren Herzen. Unsere Gedanken
sind bei seiner Familie, unserer Esra und seinem Sohn Ariif sowie allen
Personen die ihm nahe standen und seinen Verlust noch stärker spüren als wir,
das Volk.

Jedes Mitglied der Familie wird von nun an und bis auf Wiederruf meinerseits
Trauerkleidung tragen und auf diese Weise sein Mitgefühl, gemäß den
Traditionen unseres Volkes, bekunden.


Frei wie der Wind wirst Du sein,
Mit offenen Armen über der Durrah wohnen,
Im Morgenrot über die Sanddünen ziehen,
Mit den Wolken im Gleichklang schweben,
Im Herbst über die weiten Felder treiben,
Und am Ende der Reise wird Dich der Abendwind wieder betten ....
Irgendwo






Selim Mehdi Ifrey
Oberhaupt der Familie Frey und Hakim Basha
[url=http://www.fotos-hochladen.net][img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/ifreyoazhjkyftw6ozui.png[/img][/url]

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 09:00
von Tooru Weidenhang
Auch am Osttor an dem sie wie immer Wache hielt sprach sich die traurige Kunde schnell herum.

Dies war nun der zweite Emir den sie in ihrer Zeit auf Menekur "überlebte".
Das wenigstens einer der beiden noch am Leben war schmälerte den Schmerz über jene wiederkehrende Erfahrung leider nicht im geringsten.

Wie konnte es dazu kommen und warum stellte die Mara ihr Volk derartig auf die Probe? Oder war es ein Schicksal mit dem Eluive nichts zu tun hatte? Auf das Land, das Volk, die Familie Omar und vor allem auf die Esra und Arif kam nun wieder eine schlimme Zeit zu. Die der Trauer.

Ihre Trauerkleidung hatte sie wohl unterbewusst freiwillig verlegt in der Hoffnung jene nie wieder tragen zu müssen aber sie würde sich schnell neue besorgen. Und dann war es Zeit ihre Gebete in den Tempel zu tragen.

"Lebet wohl an der Seite der Mara mein Emir.", murmelte sie gefolgt von einem seufzen zu sich ehe sie sich auf den Weg machte.

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 09:32
von Gast
*Sie schlummert gerade mit Arif im Arm im großen Bett, die leere an ihrer Seite füllt sie mit ihrem kleinen Anaan`s Durrah als eine Palastdienerin zu ihr in die Gemächer kommt und sie sanft aufweckt. Direkt spührt sie das etwas nicht stimmt als sie den Blick der Palastdienerin sieht. Sie versucht Arif nicht zu wecken als sie ihr leise folgen wird. Die Dienerin fasst sie an den Händen und scheint eine Palastwache mit gebracht zu haben die sich neben sie stellt als ihr die Botschaft überbracht wird. Starr ist ihr blick, wandert von einem zum anderen und ihr atem scheint für einige Momente aus zu setzen als ihre Beine unter ihr nachgeben. Die Wache ist direkt zur Stelle um sie wohl auf zu fangen. Gequält wirkt ihr blick, der Schmerz ist deutlich zu erkennen und es dauert nicht lange da die fließen ihr Tränen über die Wangen, doch was hatte ihr Ranim stets gesagt "Kopf hoch, Schultern zurück, keine Schwäche zeigen, stark sein". Doch hatte sie das gut genug verinnerlicht? Sie versucht sich von dem stützenden Griff der Wache zu befreien und wieder auf den eigenen beinen zu stehen, für einige Momente wird sie noch etwas schwanken ehe es ihr gelingen wird und sie alle stützenden Hände abschüttelt. Langsam beginnen sich ihre Gedanken zu sortieren, die Tränen fließen weiter, doch ihr blick wird zunehmend klarer und sie stellt die wichtigsten Fragen und gibt dann Anweisung das die Palastdienerin bei Arif bleiben wird. Die Palastwache wird nicht von ihrer Seite weichen, es scheint als habe sie Angst die junge Natifah könnte dennoch jeden Moment zusammen brechen auf dem Weg zum Tempel. Ihr erster blick gilt Eluive ehe sie zu ihrem Ranim der aufgebahrt ist tritt. Sie wird seine nun leblose Hand in ihre nehmen und mit Tränenüberströmten Blick ihm einen letzten Kuss auf die Stirn hauchen. "Mögest du an Maras Seite auf uns herab blicken. Du wirst von oben aus sehen, wie Arif aufwächst und welche Prüfungen sie mir noch stellt. Ich werde versuchen sie alle zu meistern, bis die Mara mich an ihre und deine Seite holen wird." Eine ganze Weile wird sie noch dort bei ihm sein ehe sie Platz für alle anderen macht die ebenfalls langsam herein kommen und es sind neda wenige, ganz Menekur scheint schon auf den Beinen zu sein. Die Tränen sind versiegt, es scheint ale habe sie keine mehr zu verweinen nur der Blick verrät vielleicht was in ihr vorgeht, doch sie hat gut gelernt und wird stark sein, zumindest so lange stark, bis sie wieder zu Hause bei Arif ist, denn dort gibt es die nächste Aufgabe, wie sollte sie es ihrem kleinen Sohn erklären? Diese Gedanken plagen sie während des ganzen Weges und zu Hause an gekommen legt sie sich wieder zu ihm und zieht ihn fest in eine Umarmung. Er war noch so klein, wie sollte er das verstehen, doch sicher hatte die Mara auch dafür eine Lösung die sie zeigen würde. Die Zeit würde alles zeigen. Sie musste nur auf die Mara vertrauen, das war das einzige wessen sie sich gerade sicher war. Auch wenn der Schmerz noch so groß war, die Zeit würde auch diese Wunde heilen, und die Zeit würde auch Wunden heilen die noch kommen würden. Und die Mara legt ein jedem nur die Bürgen auf die er auch tragen kann. Das hatte Callista ihr gesagt, ebenso wie Callista sagte "Die Mara holt jene zu sich, deren Aufgaben erfülllt sind. Der Lebensfaden erlischt und sie holt sie zu sich wenn alles erledigt ist wofür die Mara sie erwählt hatte." Mit diesen Gedanken schmiegte sie sich noch etwas enger an ihren kleinen Sohn. Es würden schwere Tage kommen, doch sie war sich sicher, sie würde auch diese überstehen. So Eluive es wollte und ihren Lebensfaden nicht erlischen lies.*

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 10:28
von Callista Anisa Ifrey
Als man die Prehaatim mitten in der Nacht mit lautem Klopfen und rufen nach ihr Weckte. Erschien sie nur einen Moment später mit einem übergeworfenen Morgenmantel und einem Kopftuch halb über den Kopf geworfen an der Tür.
Sie wusste schon nachdem sie erwacht war, dass irgendetwas passiert sein muss. Die Luft um sie herum fühlte sich schwer an, ihr Körper war träge und ihr inneres Gebet war leise und woll trauer erfüllt.

So hörte sie sich nur knapp die Worte der Wache an und bat sie darum einen Moment zu warten.

Das Gesicht von Callista war gefasst, einer Maske gleich, als sie rasch sich die weise Robe über den Körper warf und das weise Kopftuch aus ihrem Schrank nahm. Innerlich sah es ganz anders aus, ein erneuter Schicksalsschlag für die Wüste. Ein erneutes Erinnern an die Worte der Mara vor ein paar Tagesläufen :"Schütz meine Kinder". Wie sollte sie ohne Emir die Kinder schützen.

Mit raschen beinahe rennenden Schritten eilte sie dann den Tempelberg hinauf. Gerade noch mit ansehen, wie der geliebte Emir des Volkes aufgebahrt wurde im Tempel.

Knapp wurde den Tempelwachen die Anweisung gegeben jeden Schüler von ihr zu wecken und sofort in den Tempel zu bestellen. Es gab einiges zu tun für die Khaliq des Reiches.

Ihr nächster Weg führte sie zum Leichnahm des Emirs selbst, sich niederknien vor eben jenem legte sie eine Hand auf seine Stirn die andere an ihr Herz und laut begann sie zu beten und den Segen über den Toten Leichnahm zu sprechen.
  • Heilige Mara, Schützerin des Lebens,
    du hast ihn an deine Seite gerufen,
    jenen den wir als Geküssten verehrten,
    jener der Glanz in unsere Mitte brachte,
    soll nun Glanz an deine Seite bringen.

    Nimm die Seele in deine Arme auf,
    wiege sie und halte sie fest.
    Oh Mara, und gib uns den Halt,
    in jener schweren Stunde,
    tröste uns mit deinem Hauch.

    Gib uns Kraft die Trännen zu weinen,
    gib uns Kraft die Trauer zu verstehen,
    Gib uns Kraft füreinander da zu sein,
    Gib uns Kraft das niemand wird vergehen.
    Sei bei uns geliebte Mara.

    Abeer Eluive



Nach jenen Worten überzog den Leichnam das leichte gold des Segens, auf dass die Seele hinaus gefahren ist in die Arme der Mara. Und nicht genommen werden kann von dem Rabendiener Krathor.
Callista selbst zog sich dann ein Stück zurück. Doch ein jeder der in jener Nacht den Trost bei ihr sucht, wird ihn erhalten haben.
Auch wenn ihr Gesicht dabei ab und an zu emotionslos wirkt, als würde sie ihre eigene Trauer verstecken.

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 10:57
von Hamza Mutalib Ifrey
Die letzte Wicklung seines Turabans war gesteckt, der Kaftan glatt und sauber anliegend, das Haar und der Bart geölt und ein wenig wohlduftende Essenzen aufgetragen. So stand Hamza vor dem Spiegel im Familienhaus und betrachtet seine strahlend weiße Erscheinung. Lange war es her, dass er diese Farbe trug, doch mit seinen 50 Jahren hatte der Tod seinen Schrecken für ihn verloren. Für ihn war es nur eine weitere Prüfung, nichts vor dem sich ein Gläubiger fürchten müsse, und schon gar nicht das Juwel des Glaubens, der erhabene Emir.
Dennoch war ihm bewusst, welcher Schemerz und welche Leere bei den Hinterbliebenden entstanden sein mochten. Wie jeder seines Volkes, kannte er den zu frühen Verlust geliebter Menschen und er wusste, dass nur Zeit, Trost und Gebete die Pein erträglich machen würden.

Ich starb als Stein und entstand als Pflanze
Ich starb als Pflanze und entstand als Tier
Ich starb als Tier und ward geboren als Mensch
Weshalb sollte ich mich fürchten?
Was habe ich durch den Tod verloren?

Du bist verschwunden in die verborgene Welt.
Du zerbrachst den Käfig und bist entflohen.
Du hörtest die Trommeln, sie riefen dich heim!
Dieses sterbliche Lager hast du verlassen, diese verwirrende Wüste.
Keine Worte stören!
Ströhmende Ruhe und süßer Schalf neben der Mara.
Ist der Tod ein Mann, so soll er kommen: ich will eng an meine Brust ihn ziehn!
Er bekommt von mir ein Kleid, ein buntes, ich bekomme von ihm eine farblose Seele!




Langsam ging er die Treppen empor, hinauf auf das Dach, als ihm dieses uralte Gedicht in den Sinn kam.
Er ging zu der Schüssel mit Wasser, wusch sich die Hände, dann das Gesicht, den Mund und die Nase und die Ohren, fuhr sich mit der nassen Hand über den Scheitel und den Bart, wusch den rechten Unterarm und den Linken, fuhr bei den Füßen fort und wandte sich dann in Richtung des Palastes.
Er setzte sich auf ein Kissen, schloss die Augen und legte die Hände im Schoß zusammen. So verharrend, begann er die Totengebete, für den Führer der Gläubigen....


"Im Namen Eluives, der Barmherzigen, der Erbarmerin.
Eluive segne den Erhabenen, seine Familie, seine Freunde und schenke ihnen Deine Gunst.

Im Namen Eluives, der Versorgerin, der Huldreichen.
Eluive segne den Erhabenen, seine Familie, seine Freunde und schenke ihnen Deine Gnade.

Im Namen Eluives, der Allvergebenden, der Wahrhaftigen.
Eluive segne den Erhabenen, seine Familie ,seine Freunde und schenke ihnen Frieden."


Nur einige Stunden später, erklang von der Straße der Ruf einer Tempelwache: die Prehaatim rief nach ihren Schülern.
Und so folgte auch Hamza diesem Ruf und begab sich in den heiligen Tempel.

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 12:16
von Gast
Es waren bereits einige Stunden vergangen, seit er seine Rüstung abgelegt hatte, sich gewaschen hatte und die kleine Armaiti auf seiner Brust hatte einschlafen lassen. Sie konnte gut schlafen, wenn sie ein Atemgeräusch und einen Herzschlag in ihrer Umgebung hörte. Dazu wurde sie noch dick eingewickelt, so dass es ihr vorkommen musste, als sei sie noch im Mutterleib. Es dauerte nicht lange, während er seine Tochter beobachtete, dass auch er schläfrig wurde und zusammen mit ihr im Traumland Sandburgen baute. Erst das Klopfen an der Türe seiner Räumlichkeiten riss ihn aus dem Schlaf, wobei er den eingewickelten Wurm vorsichtig auf einem Arm zur Türe herüber trug, die nur einen Spalt geöffnet wurde. "Ehrenwerter, es gibt Neuigkeiten, die wir Euch mitteilen müssen. Ihr werdet im Speisesaal erwartet." Schon wieder eine Nacht, die er nicht ausschlafen konnte. Auf leisen Sohlen gegab er sich zu Noelani, die dort im unteren Bereich zusammen mit Aasim ruht. Langsam wurde auch Armaiti auf die weichen Kissen und den Fellbezug gebettet, ehe er sich zumindest gesellschaftsfähige Kleidung überzog. Bei nochmaligem Blick auf seine drei schlafenden Schätze, musste er doch aufgrinsen, dann stapft er jedoch schon die Treppenstufen hinauf, um die Nachricht zu erhalten, die dort auf ihn wartete.

Imraan kannte den Blick inzwischen, wenn eine solche Botschaft übermittelt wurde. Es war Schmerz, eine gewisse Furcht und das Mitleid, das im Gesicht, wie auch in der Stimme lag. Imraan kannte es, er kannte es zu gut. Noch während ihm die Worte leise entgegen gesprochen wurden, straffte er unweigerlich seine Haltung. Sein guter Freund, sein Vetter, sein Gebieter ist in den Schoß der Mara zurückgekehrt. Seine Amtszeit war in Imraans Augen noch lange nicht vorbei. Nabil konnte noch so viel lernen und anderen beibringen. Es gab noch so zu viel zutun. Er senkte den Blick ab und verspürte Enttäuschung. Enttäuscht, dass er damals Nabil als Kalif erwählt hatte, dass er ihm gleich so viel Verantwortung übertrug und ihn wohl auch damit in diese Lage brachte. Er hätte mit ihm zur Jagd gehen sollen, um auf ihn Acht zu geben. Er war seine verfluchte Leibwache und erfüllt seine Pflicht nicht. Er war wütend und enttäuscht, so dass er sich wortlos von der Palastwache abwendete. Besser war es, wenn Imraan gereizt war. Erneut trugen ihn seine Schritte zurück zu dem eigenen Familienwohnbereich, wo er nicht lange brauchte, bis er die alte Trauerkleidung herausnahm und sich diese überzog.

Er hatte für Said, für Aasim, für Rashad und auch für Ghadir getrauert. So würde er auch für einen fünften Emir trauern. Erneut ein geschätzter Menekaner, den er in sein Herz geschlossen hatte. Er konnte noch keine tröstenden Worte finden, die er sich selbst zureden konnte - geschweigedenn, dass er irgendwen anderen ansprechen wollte. In der Nacht würde er bei Nabil bleiben und dort seine letzte Wache für den Erhabenen halten. An Abschied und Verlust konnte man sich nicht gewöhnen. Gerade, wenn es doch so plötzlich geschieht. Hätte er nur gewusst, dass es das letzte Gespräch am heutigen Abend war. Seine Worte waren so belanglos und eigentlich hatte er Nabil nur gesagt, dass er auf dem Weg zu den eigenen Räumlichkeiten war. Hätte er es nur gewusst - er hätte sich mehr Zeit genommen. Sie hätten sich wieder bei einem Mokka oder einem Kalurenbier unterhalten. Im Palastgarten wird es nun einsam werden.

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 16:00
von Gast
Die Unruhe drang auch irgendwann zu ihr durch, wenn es auch eine kleine Hand benötigte, die ihr einmal im Schlaf auf das Gesicht schlug. Ein paar Mal musste ich blinzeln, schob mit dem Spitzen meiner Lippen die kleinen Finger aus meinem Gesicht und versucht einen Blick zum Vorhang zu erhaschen. Ich bewegte mich nicht, ich versuchte lediglich zu lauschen und außerdem lag dicht an meiner Brust ein kleiner Junge und an meinem Rücken unser kleines Mädchen. Ich fühlte mich wie in einem Schraubstock und merkte auch, so im Bewusstsein, dass meine Muskeln sich gegen diese Haltung etwas sträubten, allerdings blieb ich standhaft. Das rege Treiben oben hörte allerdings nicht wirklich auf und die Unruhe in meinem Leib machte mich wahnsinnig. So versuchte ich mich aus den Beiden heraus zu schlängeln, deckte sie danach behutsam zu und bewegte mich durch den Vorhang hindurch. Die nächsten Handgriffe die ich tätigte, gingen zu einem großen Seidenüberwurf und zu meinem Kopftuch, welches ich mir ordentlich umband, bevor ich die Räumlichkeiten verließ.

Die weinenden Dienstmädchen brachten mich dazu, schneller zu laufen. Ich raffte den Stoff meines Überwurfes etwas höher, dass ich nicht darüber stolperte, eilte die Treppen empor und als ich meinen Mann erblickte, warf ich ihm einen längeren Blick zu. Als hätten wir uns dadurch auch schon unterhalten, sparte ich mir die Fragen. Ich stellte mich schweigend an seine Seite und als die leisen Worte der Angestellten an mein Ohr drangen, welche über den Tod unseres Emirs sprachen, liefen mir stumm die Tränen über das Gesicht hinab. Nur einen halben Schritt machte ich, um noch etwas dichter bei Imraan zu stehen und sonst gab ich keinen Ton von mir. Auch schluckte ich wieder und wieder, um aufkommende Emotionen von der Situation fern zu halten und irgendwann, irgendwann stand ich da, fernab des Tränenflusses. Bemüht jemand zu sein, der die Trauer der Anderen entgegen nimmt, wenn es benötigt werden würde.

Während des Wartens, auf was auch immer, auf die Zeit, auf eine Erklärung, auf einen Sinn, dachte ich an Nabil zurück. Ich dachte an seine Offenheit und die Möglichkeit mit ihm zu sprechen, wie es mir beliebte. Er war mir doch immer recht gnädig gegenüber, auch wenn ich manche Momente sicher besser gestalten hätte können.

Es war bedauerlich und zerreißend zugleich, ein weiterer, verblassender Name im Stein.

Verfasst: Mittwoch 12. August 2015, 18:24
von Abbas Wakur Omar
Es war spät in der Nacht, als auf einmal ein Diener an die Tür zu seinen Gemächern klopfte, dies sogar recht energisch. Nach einem kurzem Moment kam er zu sich und wusste in dem sofort, dass etwas weitreichendes geschehen war, sonst hätte niemand seine Ruhe gestört. Abbas gab dem Diener zu verstehen, dass er wach sei und bat um einen Moment. So schnell es ihm möglich war warf er sich Kleider über, erst dann trat er zur Tür hin. Langsam öffnete er diese und schaute dem Diener entgegen, dieser war in Begleitung einer Palastwache. Beide machten alles andere als einen guten Eindruck, wie sie so vor ihm standen und wohl hofften, dass die Nachricht schnell überbracht wäre. Dies war sie auch. Bei dieser Nachricht, pressten sich die Kiefer aufeinander und der Blick wurde starr und fokussierte in dem Moment wohl nichts. Ein knappes Nicken bekamen die beiden, ehe sich die Tür wieder schloss und die beiden ohne Antwort dastanden.

Im Zimmer machte er die Augen zu und atmete einmal tief durch, ehe er einer nahestehenden leeren Krug in die Hand nahm und an die Wand warf. Dieser ging unter lautem Geklirre zu Bruch. Noch einen kurzen Fluch aussprechen und er beruhigte sich wieder. Schnell holte er die Kleider für einen solchen Moment aus dem Schrank und zog diese über. Erst dann verließ er seine Gemächer und ging hinauf, wo andere der Familie standen. Gen der meisten war es nur ein kaum merkliches Nicken, wobei er die Augen für einen Moment schloss. Ehe er den Weg hinauf zum Tempel bestritt, wo der Erhabene gerade aufgebahrt wurde. Er ließ die Esra und alle andere vor, die ihren Gefühlen freien Lauf ließen. Gefühle zeigen gehörte wahrlich nicht zu seinen Stärken, so ging er an den leblosen Körper und verabschiedete sich in wenigen Worten. Den Rest der Zeit wird er wohl in einiger Entfernung verbracht haben. In dieser schloss er Nabil, einen Freund, in seine Gebete ein.

Verfasst: Donnerstag 13. August 2015, 07:35
von Thahida Atiika Yazir
Ich wusste nicht wie es um mich geschah, gerade kam ich von den Wälder und wollte das Holz in die Kaserne legen, als mich aufgeregt am Tor die Wachen ansprachen, sie sagten mir nur das etwas mit dem Emir passiert wäre und ich schnell in den Tempel gehen sollte, doch als sie sagten das ich mich weiss kleiden sollte, wurde es mir schwarz vor Augen. Jeder von uns wusste was das bedeuten würde.

Ich kam nicht dazu groß darüber nach zu denken, mein Packtier ließ ich vor der Kaserne stehen und rannte schnell in mein Haus, die Uniform wurde in die Ecke geworfen und schnell die weiße Kleidung übergelegt. Meine Schritte waren sehr schnell und irgendwie funktionierte ich einfach nur.

Oben am Tempel außer Atem angekommen musste ich mich kurz sammeln, bevor ich hineinging. Es war eine Stille im Raum wie ich sie sehr selten erlebte, unheimlich fast und dann vernahm ich die Stimme von Callista, leise schlich ich mich zu meiner Familie und setzte mich lautlos hin.

Ein nicken folgte doch kein Wort wurde gesprochen man lauschte den Worten von ihr, mein Blick wanderte von meinem Platz rüber zur linken wo die Familie Omar saß, tief atmete ich durch und blickte wieder nach vorn.

Die Worte drangen zwar an mein Ohr doch ich nahm es nicht wirklich wahr, meine Lippen presste ich feste zusammen als ich spürte wie Dschariya sich an mich lehnte und ich sie wie automatisch in den Arm nahm.

Alles war so unfassbar, was war nur geschehen, doch darüber konnte ich mir in dem moment keine Gedanken machen, ich hatte nur meinen Emir vor Augen, wie Eluive ihn vor meinen Augen auserwählt hatte, wie ich mit ihm in der Kaserne gesessen hatte und mit ihm den Unterricht machte.

Das Lächeln was man nicht sehr oft bei ihm sah und seinen Ehrgeiz alles aufzunehmen was ich ihm berichtete und beibrachte.

Ein kurzes Schlucken folgte bevor ich meine Augen wieder öffnete und ich bemerkte das die Trauermesse schon vorbei war, ich löste mich von Dschariya und erhob mich mit Khalida, wir wollten Latifa unser Beileid kund tun doch ich konnte nicht, ich stand dort wie eine versteinerte Statur.

Erst als sie mit dem Kleinen vor mir stand löste ich meine Maske um ihr und dem Kleinen einen Kuss auf die Stirn gab.

Es war alles so unwirklich und keiner der Anwesenden wusste genau mit der Situation umzugehen, es würde wohl noch eine Zeit dauern bis man verstehen würde was gerade passiert war.

Verfasst: Freitag 14. August 2015, 00:14
von Gast
      • Unsterblich allein ist der Tod.


Nun war er wieder da, der Zeitpunkt an dem sie sich einmal wieder von jemandem verabschieden musste, einem Menschen den sie als etwas ansah was barmherziger nicht hätte sein können. Er hatte all jenen die Hand gereicht welche seine Hand von Nöten hatte, so wie Imraan zuvor auch. Nabil hatte seinen Platz eingenommen und hatte ihn in seinem besten Gewissen fortgeführt um dem Reich noch mehr Glanz zu schenken und sein Volk zu stabilisieren. Jenes war gelungen und würde weiter existieren, sein Werk war vorhanden und war ein Teil seines Ich's welches für immer verweilen wird, wenn auch nicht stetig vorhanden, so dann doch in Büchern oder in Gedanken selbst.
      • Der beste Tod ist der unerwartete.
        • Gaius Iulius Cäsar (100 - 44 v. Chr.)


So wird es in den Büchern nicht heißen das er einfach dahin raffte, nein er ist gegen den Kampf gegen das Böse gestorben, gegen dämonische Schöpfungen selbst. Voller Ehrgeiz und Tatendrang, er sprintete in die Dunkelheit um dort sein Licht erstrahlen zu lassen, nur das eben jene Dunkelheit sein Licht zum erlöschen brachte. Das Leben ist nicht von langer Dauer, keiner kann sagen wie lange etwas existiert oder wie viel man erreicht in jenem kurzen Lebensabschnitt. All das was wir täglich vollbringen, jeder weitere Tag in unserem Lebenskalender ist ein weiterer Tag welcher uns geschenkt wird. Wenn die heilige Mutter uns holt, so hat sie größeres mit uns vor, so hat sie entschieden das der Lebensabschnitt welchen man hier verbringen durfte wohl für vollendet angesehen ist. Unerwartet den Boden auf welchem man lebt, zu verlassen ist um vieles besser als dem Tod berechnend in die Augen zu blicken und um jeden Atemzug kämpfen zu müssen...vielleicht noch unter Qualen.

      • Der Tod ist das Echo des Lebens.
Zum Leben gehört der Tod, ebenso wie der Tod zu dem Leben gehört. Ein ewig, nicht endender Kreislauf von dem ein jeder betroffen ist, zumindest wer menschlichen Daseins tristet. So spielt das Leben...gefressen oder gefressen werden. Eine gewisse abgestumpftheit, eine gewisse ruhe umgab sie, nicht mehr jenes zusammenbrechen, nicht mehr jene Trauer...nein es war eine Ruhe, fast schon auf seine ganz eigene Art und weiße vielleicht etwas sinnlich. Sie wusste das er in guten Händen war, dort wo er war, er war eingebettet in den warmen Händen der heiligen Mara selbst. Sie würde weiter über ihn wachen und er...er würde schützend mit all ihren Brüdern und Freunden und Verwandten auf sie hinabblicken, auf das Volk Menek'Urs.

Verfasst: Freitag 14. August 2015, 01:17
von Sahira Yeliz Omar
* mit wachem Blick verfolgten die blauen alten Augen den Lauf des Lebens, so war es nun an der Zeit wieder in Erscheinung zu treten, Pergament und Feder fanden seinen Weg in ihre mittlerweile faltigen Hände und kratzen leise über das Pergament mit der Aufschrift - Latifa*

"Am Tiefpunkt des Lebens ist man ohne Furcht und ohne Furcht ist man von allem befreit."

S. Y. Omar

*sie wank einen Diener des Palastes herbei um jene Nachricht persönlich zu überbringen*

Verfasst: Freitag 14. August 2015, 05:00
von Gast
*als die Nachricht persönlich überbracht wurde und sie das Pergament öffnete stahl sich ein sanftes lächeln auf ihre Züge bei den schlichten Worten, sie hielt es sich für einen Moment an die Lippen um einen sanften Kuss darauf zu hauchen während lautlos das Wort "Aiwa" über ihre Lippen glitt ehe sie es an die Brust in höhe des Herzens hielt während ihr die Tränen über die Wangen rollten. Das Pergament verschwand dann nach einer kleinen Weile in einer versteckt eingenähten Tasche ihrer Kleidung. Sie würde es stets bei sich tragen um diese schlichten aber bedeutsamen Worte neda zu vergessen.*

Verfasst: Freitag 14. August 2015, 11:14
von Gast
Als sich Samija und Hamza verabschiedet hatten, ging Imraan zum eigentlichen Vorhaben über und gab sich seiner Meditation hin. Damit konnte er einen Zustand erreichen, bei dem er einfach mit dem Weltgeschehen mit floß und sich gedanklich befreien konnte. Es gab hier kein Bewusstsein für Angst, Wut oder Trauer. Man öffnete sich, um die Emotionen zu erfahren, die Eluive ihm schenkte.

Erst nachdem ein guter Stundenlauf ins Land gezogen war, hatte er den Kopf wieder angehoben und blickte zu seinem Freund herüber, der dort aufgebarrt lag. Er lächelte auf und tat das, wofür er eigentlich gekommen war. Er zog einen separaten Wasserschlauch hervor, aus dem es schon herb nach dem Kalurenbier des gefallenen Emirs roch. Einige Abende verbrachten sie zusammen bei einem Krug Bier und Imraan wusste, welcher Abend das war, als sie das letzte Mal zusammen saßen. Damals hatte er sich nicht die Zeit genommen, um wirklich genießen zu können. Heute würd er es nachholen und tröpfelte etwas der Flüssigkeit auf den Boden vor sich, dann nahm er selbst einen großen Schluck daraus. So taten es zumindest die Thyren - eine nette Geste, die gut zu Nabil und ihm passte.

So saß er dort und führte das letzte leise Gespräch mit seinem Gebieter, seinem Freund und seinem Familienmitglied. Nach Majids Abreise, Nabils Tod und dem Austritt Latifas wurde die Familie wieder kleiner. Glücklicherweise gab es einen Kalifen, der seine Aufgabe erfüllt und seine Stellung in der Familie ernst nahm. Er hoffte, dass auch Abbas die guten Eigenschaften Nabils übernehmen würde und sein Streben nach der Einigkeit und Frieden zwischen den Völkern weiter führen würde. Nabil hatte in der Amtszeit seine Geschichte geschrieben und man wird auch über ihn berichten. In der Ahnenreihe hatte er seinen Platz gefunden. Warum Imraan noch nicht unter den Ahnen verweilen durfte, wusste er nicht, denn scheinbar hatte die Mara noch eine Aufgabe für ihn. Vielleicht sollte er die Worte seiner alten Freunde und Verwandten weiter tragen, um die Jungen zu unterweisen. Wie so oft, würde er sich fehl am Platze fühlen. Gewohnheiten legt man eben schwer ab.


"Abeer Eluive, mein Gebieter. Irgendwann werde ich dir folgen und dir berichten, dass ich deinen Sohn zu einem Mann erzogen habe. Dann wirst du stolz auf ihn sein und ich werde mich zurücklehnen, dir zuprosten und zufrieden lächeln."