Magie der Jahresringe
Verfasst: Samstag 8. August 2015, 15:43
Gerade hatte sie wieder einen Brief an Ihre Mutter geschrieben, als Adelena gedankenverloren
aus dem Fenster vor ihrem Schreibtisch sah. Nun war es tatsächlich schon einen halben
Jahreslauf her, dass sie gestorben war und so langsam begann sie zu vergessen. Sie hatte bereits
Mühe, sich an ihren Duft zu erinnern, oder die Farbe ihrer Augen. Das schmerzte sie, denn sie
wollte sie nicht vergessen. Doch in den paar Monden in denen sie nun in Adoran weilte war auch
wo viel Neues auf sie eingestürmt, dass es manchmal schwer war, alles wirklich zu erfassen. So
viele neue Freunde, die sich wirklich um sie sorgten, so viele Enttäuschungen, Glücksmomente,
wütende und lachende Momente und ja, auch ein paar Narben hatte sie davon getragen, wenn
auch die meisten davon nicht auf ihrer Haut.
Da war die scheinbar gefundene Liebe, die sich genauso schnell wieder verflüchtigte, der
Lehrmeister, der plötzlich von heute auf morgen mit seiner Familie wieder abreiste, ein
überraschendes Geständnis das sie aus der Bahn warf und dann dieser krathorische Fluch und
ihre unliebsame Bekanntschaft mit einer Räuberbande. Und das alles in nur 4 Monden. Vor
kurzem noch hatte sie sich nicht einmal vorstellen können, dass sie so viel in ihrem ganzen Leben
erleben könnte.
Sie wuchs in einem kleinen Dorf auf in der Baronie Rothenstein, nahe der Stadt Eschenthal. Die
Menschen lebten hier hauptsächlich von der Landwirtschaft und allem was dazu gehörte.
Adelenas Mutter Kalista Bergon verdiente genug für sich und ihre Tochter mit der kleinen
Schreinerei, die sie führte. Über ihren Vater erzählt ihr ihre Mutter nie wirklich etwas. Es sei nur
eine kurze Episode gewesen in ihrem Leben und dabei wolle sie es belassen sagte sie stets, wenn
man sie auf ihn ansprach.
Als Kind hatte sich Adelena immer vorgestellt, es wäre ein Prinz aus einem fremden Land, oder
ein reicher Kaufmann und irgendwann würde er zurückkommen und ihre Mutter und sie holen.
Was sich ein kleines Mädchen eben von ihrem Vater gerne vorstellt. Aber sie hatte ja auch so
kein schlechtes Leben. Ihre Mutter war stets liebevoll und fürsorglich und ließ es Adelena an
nichts fehlen, auch wenn sie nur wenig Geld hatten.
Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, als sie sich in den Sohn des Metzgers verliebte und nach
seinem langen Drängen und falschen Versprechungen die Röcke für ihn hob, hatte sie eine sehr
glückliche Kindheit. Doch als der vermeintliche Liebhaber sie vor der ganzen Dorfgemeinschaft
verspottete und auslachte.
Damals dachte sie, sie müsse in einem Erdloch verschwinden und sterben. Sie könne nie wieder
jemandem in die Augen sehen im Dorf. Fast ein Jahr lang verkroch sie sich zuhause, weil sie Angst
hatte, man würde auf sie zeigen und sie wieder auslachen. Doch auch in dieser schweren Zeit
war ihre Mutter stets für sie da gewesen und hatte ihr beigebracht, was man aus einem Stück
Holz und einem Schnitzmesser alles erschaffen konnte.
So war sie nach dem Tod ihrer Mutter hier her nach Adoran gekommen um das Schreinern und
Schnitzen von einem Meister zu lernen. Und wo würde man bessere Meister finden als in der
Nähe des Königs? All ihr Hab und Gut kratzte sie zusammen und verkaufte es um das Geld für die
Überfahrt zusammen zu bekommen und hier ihr Glück zu finden. Und so weit weg, schien sie
davon im Moment gar nicht zu sein.
Hm… so langsam bekam sie Hunger und sie ging nach unten in die Küche. Ein Stück gebratener
Fisch wäre jetzt lecker und sie hatte am Morgen am Hafen sogar ganz frischen bekommen.
Darauf freute sie sich schon den halben Tag. Er war bereits ausgenommen und filetiert und so
setzte sie nur eine Pfanne mit etwas Fett auf dem Feuer auf.
Draußen ratterten zwei Wagen vorbei. Wahrscheinlich wieder Lieferungen für den nahe
gelegenen Tempel oder das Glaubenshaus. Als das Fett anfing leicht zu dampfen wollte sie
gerade das Fischfilet hinein geben, als von draußen ein lauter Knall ertönte. Wahrscheinlich ein
Fass, das vom Wagen fiel und auf den Pflastersteinen zerschellte.
Vor lauter Schreck ließ sie das Fischfilet, das sie eben abgewaschen hatte in die Pfanne fallen,
wodurch das Fett beim Kontakt mit den Wasserresten wie wild aufspritzte und sie an der Hand
traf.
Ein fluchender Aufschrei hallte durch ihr Haus. Doch schlimmer noch! Als sie die Hand weg
ziehen wolle, erwischte sie den Griff der Pfanne, wodurch sie wie in Zeitlupe sah, wie die Pfanne
und mit ihr das heiße spritzende Fett auf sie zubewegte! In einer intuitiven Bewegung versuchte
sie die Hände schützend und abwehrend vor sich zu halten, doch statt dem erwarteten Schmerz
der heißen Pfanne und des spritzenden Fettes auf ihrer Haut passierte etwas
außergewöhnliches!
Wie von unsichtbarer Hand gelenkt wurde die Pfanne samt Inhalt durch den Raum geschleudert,
als wäre sie von einem starken Windstoß davon geblasen worden! Erst an der westlichen Wand
stoppte sie und viel zu Boden wie ein Stein.
Adelena konnte sich vor Schreck nicht rühren und bekam furchtbare stechende Kopfschmerzen.
Hatte sie das eben wirklich erlebt, oder war dies nur eine Einbildung? Sie hatte seit einigen
Wochen schon sehr unruhig geschlafen, war immer wieder aufgewacht, konnte sich nur wage an
wilde Träume erinnern und nun schien sich der dauernde Schlafenzug zu rächen und sie bekam
wohl Halluzinationen?
Aber nein, da lag die Pfanne. Direkt vor der Wand am Boden ergoss sich das Fett nun in die
Boden-Dielen und das schöne Fischfilet war nun paniert mit ein paar Holzspänen, die sie noch
nicht fort gefegt hatte. Was bei Eluive hatte das zu bedeuten? Lag etwa noch immer ein Fluch auf
ihr? Oder … nein! Nein, das konnte doch nicht sein! Oder doch?
Als sie etwa 12 Sommer alt war, war einer der Jungen in der Nachbarschaft von seiner Familie in
die Stadt gebracht worden, nachdem ein Feuer unter wohl merkwürdigen Umständen um ein
Haar das Haus der Familie abgebrannt hätte.
Die Leute im Dorf munkelten damals etwas davon, dass Manke, so hieß der Junge, von Eluive
erwählt worden wäre und sein Seelensiegel gebrochen wäre.
Seine Eltern kamen damals ohne ihn, aber mit stolz geschwellter Brust aus der Stadt zurück und
erzählten jedem, der es hören wollte oder auch nicht, dass ihr Sohn nun in der Akademie zu
Eschenthal das magische Handwerk erlernen würde.
Aber das konnte doch gar nicht möglich sein! Sie war doch nur eine kleine Schreinerin? Warum
sollte Eluive ausgerechnet SIE erwählt haben? Konnte das sein?
Allein würde sie auf diese Frage wohl keine Antwort finden. Sie musste so schnell es geht mit
jemandem sprechen, der sich damit auskannte.
Nicht auszudenken, wenn sie vor Schreck einmal ihr Haus anzünden würde! Bei all dem Holz hier,
könnte schneller als gedacht, ein verheerender Brand daraus entstehen.
So löschte sie eilig jedes Feuer im Haus und räumte das nun hinfällige Mittagessen auf und eilte
in Richtung des Konzil des Phönix. Dort würde man ihr sicher die nun brennenden Fragen beantworten können!
aus dem Fenster vor ihrem Schreibtisch sah. Nun war es tatsächlich schon einen halben
Jahreslauf her, dass sie gestorben war und so langsam begann sie zu vergessen. Sie hatte bereits
Mühe, sich an ihren Duft zu erinnern, oder die Farbe ihrer Augen. Das schmerzte sie, denn sie
wollte sie nicht vergessen. Doch in den paar Monden in denen sie nun in Adoran weilte war auch
wo viel Neues auf sie eingestürmt, dass es manchmal schwer war, alles wirklich zu erfassen. So
viele neue Freunde, die sich wirklich um sie sorgten, so viele Enttäuschungen, Glücksmomente,
wütende und lachende Momente und ja, auch ein paar Narben hatte sie davon getragen, wenn
auch die meisten davon nicht auf ihrer Haut.
Da war die scheinbar gefundene Liebe, die sich genauso schnell wieder verflüchtigte, der
Lehrmeister, der plötzlich von heute auf morgen mit seiner Familie wieder abreiste, ein
überraschendes Geständnis das sie aus der Bahn warf und dann dieser krathorische Fluch und
ihre unliebsame Bekanntschaft mit einer Räuberbande. Und das alles in nur 4 Monden. Vor
kurzem noch hatte sie sich nicht einmal vorstellen können, dass sie so viel in ihrem ganzen Leben
erleben könnte.
Sie wuchs in einem kleinen Dorf auf in der Baronie Rothenstein, nahe der Stadt Eschenthal. Die
Menschen lebten hier hauptsächlich von der Landwirtschaft und allem was dazu gehörte.
Adelenas Mutter Kalista Bergon verdiente genug für sich und ihre Tochter mit der kleinen
Schreinerei, die sie führte. Über ihren Vater erzählt ihr ihre Mutter nie wirklich etwas. Es sei nur
eine kurze Episode gewesen in ihrem Leben und dabei wolle sie es belassen sagte sie stets, wenn
man sie auf ihn ansprach.
Als Kind hatte sich Adelena immer vorgestellt, es wäre ein Prinz aus einem fremden Land, oder
ein reicher Kaufmann und irgendwann würde er zurückkommen und ihre Mutter und sie holen.
Was sich ein kleines Mädchen eben von ihrem Vater gerne vorstellt. Aber sie hatte ja auch so
kein schlechtes Leben. Ihre Mutter war stets liebevoll und fürsorglich und ließ es Adelena an
nichts fehlen, auch wenn sie nur wenig Geld hatten.
Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, als sie sich in den Sohn des Metzgers verliebte und nach
seinem langen Drängen und falschen Versprechungen die Röcke für ihn hob, hatte sie eine sehr
glückliche Kindheit. Doch als der vermeintliche Liebhaber sie vor der ganzen Dorfgemeinschaft
verspottete und auslachte.
Damals dachte sie, sie müsse in einem Erdloch verschwinden und sterben. Sie könne nie wieder
jemandem in die Augen sehen im Dorf. Fast ein Jahr lang verkroch sie sich zuhause, weil sie Angst
hatte, man würde auf sie zeigen und sie wieder auslachen. Doch auch in dieser schweren Zeit
war ihre Mutter stets für sie da gewesen und hatte ihr beigebracht, was man aus einem Stück
Holz und einem Schnitzmesser alles erschaffen konnte.
So war sie nach dem Tod ihrer Mutter hier her nach Adoran gekommen um das Schreinern und
Schnitzen von einem Meister zu lernen. Und wo würde man bessere Meister finden als in der
Nähe des Königs? All ihr Hab und Gut kratzte sie zusammen und verkaufte es um das Geld für die
Überfahrt zusammen zu bekommen und hier ihr Glück zu finden. Und so weit weg, schien sie
davon im Moment gar nicht zu sein.
Hm… so langsam bekam sie Hunger und sie ging nach unten in die Küche. Ein Stück gebratener
Fisch wäre jetzt lecker und sie hatte am Morgen am Hafen sogar ganz frischen bekommen.
Darauf freute sie sich schon den halben Tag. Er war bereits ausgenommen und filetiert und so
setzte sie nur eine Pfanne mit etwas Fett auf dem Feuer auf.
Draußen ratterten zwei Wagen vorbei. Wahrscheinlich wieder Lieferungen für den nahe
gelegenen Tempel oder das Glaubenshaus. Als das Fett anfing leicht zu dampfen wollte sie
gerade das Fischfilet hinein geben, als von draußen ein lauter Knall ertönte. Wahrscheinlich ein
Fass, das vom Wagen fiel und auf den Pflastersteinen zerschellte.
Vor lauter Schreck ließ sie das Fischfilet, das sie eben abgewaschen hatte in die Pfanne fallen,
wodurch das Fett beim Kontakt mit den Wasserresten wie wild aufspritzte und sie an der Hand
traf.
Ein fluchender Aufschrei hallte durch ihr Haus. Doch schlimmer noch! Als sie die Hand weg
ziehen wolle, erwischte sie den Griff der Pfanne, wodurch sie wie in Zeitlupe sah, wie die Pfanne
und mit ihr das heiße spritzende Fett auf sie zubewegte! In einer intuitiven Bewegung versuchte
sie die Hände schützend und abwehrend vor sich zu halten, doch statt dem erwarteten Schmerz
der heißen Pfanne und des spritzenden Fettes auf ihrer Haut passierte etwas
außergewöhnliches!
Wie von unsichtbarer Hand gelenkt wurde die Pfanne samt Inhalt durch den Raum geschleudert,
als wäre sie von einem starken Windstoß davon geblasen worden! Erst an der westlichen Wand
stoppte sie und viel zu Boden wie ein Stein.
Adelena konnte sich vor Schreck nicht rühren und bekam furchtbare stechende Kopfschmerzen.
Hatte sie das eben wirklich erlebt, oder war dies nur eine Einbildung? Sie hatte seit einigen
Wochen schon sehr unruhig geschlafen, war immer wieder aufgewacht, konnte sich nur wage an
wilde Träume erinnern und nun schien sich der dauernde Schlafenzug zu rächen und sie bekam
wohl Halluzinationen?
Aber nein, da lag die Pfanne. Direkt vor der Wand am Boden ergoss sich das Fett nun in die
Boden-Dielen und das schöne Fischfilet war nun paniert mit ein paar Holzspänen, die sie noch
nicht fort gefegt hatte. Was bei Eluive hatte das zu bedeuten? Lag etwa noch immer ein Fluch auf
ihr? Oder … nein! Nein, das konnte doch nicht sein! Oder doch?
Als sie etwa 12 Sommer alt war, war einer der Jungen in der Nachbarschaft von seiner Familie in
die Stadt gebracht worden, nachdem ein Feuer unter wohl merkwürdigen Umständen um ein
Haar das Haus der Familie abgebrannt hätte.
Die Leute im Dorf munkelten damals etwas davon, dass Manke, so hieß der Junge, von Eluive
erwählt worden wäre und sein Seelensiegel gebrochen wäre.
Seine Eltern kamen damals ohne ihn, aber mit stolz geschwellter Brust aus der Stadt zurück und
erzählten jedem, der es hören wollte oder auch nicht, dass ihr Sohn nun in der Akademie zu
Eschenthal das magische Handwerk erlernen würde.
Aber das konnte doch gar nicht möglich sein! Sie war doch nur eine kleine Schreinerin? Warum
sollte Eluive ausgerechnet SIE erwählt haben? Konnte das sein?
Allein würde sie auf diese Frage wohl keine Antwort finden. Sie musste so schnell es geht mit
jemandem sprechen, der sich damit auskannte.
Nicht auszudenken, wenn sie vor Schreck einmal ihr Haus anzünden würde! Bei all dem Holz hier,
könnte schneller als gedacht, ein verheerender Brand daraus entstehen.
So löschte sie eilig jedes Feuer im Haus und räumte das nun hinfällige Mittagessen auf und eilte
in Richtung des Konzil des Phönix. Dort würde man ihr sicher die nun brennenden Fragen beantworten können!