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Unsicherheit

Verfasst: Sonntag 26. März 2006, 21:13
von Angelina de Arganta
Angelina rollte sich im Bett zusammen und zog sich die Decke bis über den Kopf.
Sie verstand die Welt nicht mehr. Am liebsten hätte sie die letzten Tage ungeschehen sein lassen. Warum war nur alles so verzwickt?

Angefangen hatte das alles mit Liella.

Angelina war zum Grafenschloss gegangen. Eigentlich wollte sie nur schauen, ob ihr Gatte wohl schon auf dem Heimweg wäre und ihm entgegen gehen.
Doch dann traf sie ihn in einem Gespräch mit einem sonderbaren Wesen an. Die glockenhelle Stimme fiel ihr auf… und beim näheren Hinsehen auch die golden schimmernde Haut.
Rafael stellte die beiden Frauen einander vor und Angelina war wirklich beeindruckt, eine Frau aus dem Elfenvolk kennen zu lernen.

Das Gespräch verlief heiter und Rafael und Liella erzählten ihr, wie sie sich im Hause des Grafen begegnet seien. Wie im Plauderton bemerkte Liella, dass es durchaus sein könne, dass sie auch einmal an Rafaels Bett in der Nacht auftauchen könne, wenn sie eine dringende Nachricht für ihn hätte. Zunächst lachte Angelina mit ihrem Gatten mit, meinte dann jedoch, dass das wohl ein Scherz sei.
Aber es war kein Scherz.
Liella machte Angelina unmissverständlich klar, dass sie durchaus so handeln würde. Den Grafen hätte sie auch auf diese Weise aufgesucht.

Nun empörte sich Angelina und gab zu bedenken, dass das Bett und das Schlafgemach doch ein sehr intimer Ort wären und sie nicht gewillt sei, mit einem nächtlichen Gast zu rechnen… schließlich könne Liella wie jeder andere an die Tür pochen und auf Einlass warten.
Das Gespräch nahm für Angelina einen unangenehmen Verlauf.
Rafael schien ihre Bedenken nicht ernst zu nehmen, sondern lachte über ihre Vorstellungen, dass die Elfe am Bett auftauchen könne, wenn sie einander lieben würden. Und die Elfe Liella wich von ihrer Ankündigung nicht ab, versprach lediglich, dass sie in dringenden Fällen erst den Grafen aufsuchen würde.

Seither hatte Angelina in ihrem eigenen Heim das Gefühl der Unsicherheit. Besonders, wenn ihr Gatte zärtlich wurde erfüllte Angelina die Vorstellung, dass gleich Liella neben ihnen auftauchen könne, mit Unbehangen.
Rafael fühlte sich zurückgewiesen und konnte nur wenig Verständnis für das Verhalten seiner Frau in den letzten Tagen aufbringen.

Doch der Gipfel des Ganzen war der heutige Abend.
Sie hatte sich hübsch gemacht für ihren Gatten und war gerade dabei, Kuchen für ihn zu backen, als er heim kam.
Er hatte offensichtlich Sorgen und so bemühte Angelina sich liebevoll seine Stirn zu glätten. Der noch warme Kuchen schmeckte ihm gut und er war des Lobes voll.
Doch als er zärtlich wurde, wollte sie ihr Kleid nicht ausziehen.
Die Vorstellung, dass Liella plötzlich neben ihnen stehen könne und sie oder sie beide wären nackt, erschreckte sie.
Rafael versuchte sie mit seinen Küssen, seinen zärtlichen Angriffen zu verführen….
Doch Angelina wehrte ihn ab… „Nicht hier“ meinte sie.
Der junge Ritter war erbost.
„Da ziehst du dich so verführerisch an… und wofür? Man könnte meinen, du hat gar nicht auf mich gewartet!“
Angelina war entsetzt. Wessen bezichtigte er sie?
Das junge Ehepaar hatte sich gerade wieder so weit angenähert, dass keiner dem anderen mehr grollte, als es jemanden rufen hörte.
„Ist jemand zu hause?“

Mons, ein Gildenbruder, stand vor dem Tor und erklärte freudig, dass er die de Arganta’s einmal besuchen wollte. Rafael war sehr unfreundlich. Angelina verstand nicht, was in ihrem Gatten vor sich ging. Als alle Drei am Tisch saßen und Mons Angelina ein Kompliment wegen ihres hübschen Kleides aussprach, ja sogar aus seiner Tasche einen feinen, seidenen Umhang hervor holte, um ihn Angelina zu zeigen mit dem Hinweis, dass solch ein Umhang das Kleid besonders gut zur Geltung bringen würde, war es um die Geduld des Hausherren geschehen.
Rafael sprang so heftig auf, sodass sein Stuhl umkippte.

Angelina traute ihren Ohren kaum, als sie die Anschuldigungen ihren Gatten vernahm.
Empörung und Wut ließen ihr Herz heftig schlagen.
Sie und Mons?... Wie kam er nur darauf?
Sie war immer treu gewesen!
Und was hieß hier „seidene Wäsche?“… „Das ist keine Wäsche! Das ist ein Umhang!“
Rafael hatte seinen Mantel genommen und war aus dem Haus gestürmt.
Vergeblich hatte Angelina versucht ihn zu beruhigen. Ihr war die ganze Situation nur zu peinlich vor Mons.
Was sollte der Gildenbruder denn nur von ihnen halten?

Ihr blieb nur, sich bei Mons zu entschuldigen… für ihren Gatten… für die ganze Situation.
Der junge Mann, der den Wald liebt, blieb sehr bedacht und verabschiedete sich.

Als die Haustür zuschlug, zerrte Angelina sich das vermaledeite Kleid vom Leib und rannte aufgebracht ins Schlafgemach. Das Kleid landete in der Kommode. So schnell würde sie es dort wohl nicht wieder hervor holen.

Nun versuchte sie Schlaf zu finden.
Doch ihre Gedanken befassten sich ununterbrochen mit dem Mann, den sie liebte…. und der sie scheinbar überhaupt nicht verstand. Zum Schlafen war sie viel zu aufgeregt.

Verfasst: Montag 27. März 2006, 08:29
von Rafael de Arganta
Oh er könnte sich Ohrfeigen.
So schnell wie der Ärger gekommen war, so schnell war er auch verrauscht.
Doch was hatte er getan? Worte ausgestoßen die er so nicht gemeint , niemals wirklich selber geglaubt hatte, aber für den Moment hatte alles so zusammen gepasst.
Die Streitereien die Wochen davor das Angelina zu wenig Zeit für ihn hatte, dann jetzt diese Abweisungen von ihr sobald er ihr Näher kommen wollte und heute?

Das aufreizende, Beinfreie Kleid, zusammengehalten an ihrem Nacken, dazu barfuss, hatte ihn hoffen lassen das sie endlich diese Sache mit der Elfe vergessen hatte, das sie das intimere Zusammensein, genauso vermisste wie er. Ein einhalb Wochen waren es jetzt da sie Liella als Grund angab ihn abzuweisen. Es war ihm immer wieder als würde ihm ein Kübel kaltes Wasser über den Kopf gegossen, wenn sie erst seine Zärtlichkeiten begrüßte, sie im selben Maße zurückgab nur um ihm dann zu sagen sie könnte nicht, sobald er mehr wollte.

In diesem Kleid sah Angelina zu verführerisch aus, als das er hätte kalt bleiben können.
Schon gar nicht nach der letzten Zeit.
Sie war die Frau die er liebte, die er auch so schon begehrte, alleine ob ihrer Ausstrahlung. Ihr Blick alleine gepaart mit einem dem ihr eigenen Lächeln, dazu eine Berührung vermochte es schon ihn in Brand zu setzen, da war das jetzt für ihn wie ein Zeichen gewesen, das sie ihre Zurückhaltung endlich überwunden hatte.
Aber nein ....

Er hatte die Küsse genossen, die Zärtlichkeiten die sie austauschten als er sie in die Arme zog, doch schon bald spürte er das sie begann sich in seinen Armen zu versteifen. „Ein Nicht, es könnte wer kommen“ ließ ihn schier innerlich verzweifeln. Warum hatte sie sich denn dann diese Kleid angezogen wenn sie ihn doch abweisen wollte.
Liebte, begehrte er sie denn nicht so wie er sie? Bisher war es so und Rafael war weit davon entfernt sie zu etwas zu zwingen, doch er war sich sicher das er sie vergessen machen konnte, mit seinen Küssen seinen Streicheln, seinem Sehnen.
Und fast war es auch so, sie ging darauf ein und Rafael vergaß alles um sich herum, berauscht von dem Glück Angelina in den Armen zu halten, sie lieben zu dürfen, und so löste er den Knoten des Kleides an ihrem Nacken, das dieses etwas herabrutschte, doch in dem Moment wo es ganz fiel, ernüchterte es die Frau.
„Nicht, man könnte uns sehen, es könnte wer kommen....“
Wie geohrfeigt fühlte er sich und die Augen geschlossen haltend, schwer Atmend ließ er es zu das sie sich löste.

Er brauchte Zeit um sich wieder in den Griff zu bekommen und erst als sein Atem sich beruhigt hatte, blickte er wieder zu ihr, Unverständnis im Blick und sie wirkte selber so verloren das er sie am liebsten in die Arme genommen hätte, doch versagte er es sich.
Zum Ersten mal an diesem Abend kam ihm ein Gedanke... ein so ungeheuerlicher das er schon wieder Absurd war.
Sie hatte sich gar nicht so aufreizend für ihn angezogen, sie erwartete jemand anderen.
Ein Stich durchzog sein Herz und er hatte Mühe nicht den Kopf zu schütteln.
Nicht Angelina, sie liebte ihn, das konnte nicht sein. Sie war nicht wie Roselynn. Nicht sie.
Trotzdem ballte er, alleine ob der Erinnerung an die Frau die ihn damals so schamlos ausnutzte und Hintergang, die Hand zur Faust. Der Stein den er meinte auf seiner Brust zu spüren schien Tonnen zu wiegen, und ohne es wirklich zu wollen sprach er aus wovor er sich fürchtete.
„Du hast jemand Anderen? Wen hast du erwartet?“
Ihr Augenblicklich sich verändernder Blick hätte ihn sofort überzeugen sollen. Er war eher Fassungslos als Schuldbewusst, und so reagierte sie auch.
Er schalt sich auch sogleich einen Narren und schnell vertrugen sie sich wieder. Er nahm sie in seine Arme, froh das sie ihm vergeben hatte ob seiner blinden Eifersucht.
Temora mochte ihm vergeben.
Gerade als sie sich so, liebevoll in den Armen hielten, klopfte es und als Rafael Mons öffnete, konnte er es nicht verhindern das wieder dieser Argwohn in ihm erwachte.
Hatte sie ihn erwartet?
Es war schon sehr spät am Abend gewesen, und Mons war einfach so vorbeigekommen.
Als er jetzt noch Angelina Komplimente ob ihres Kleides Machte, dazu einen seidenen Umhang hervorzog und ihn Angelina mit den Worten. „Hier seht, der würde doch vorzüglich zu dem Kleid passen“, reichte, zerriss etwas in ihm.
Warum hatte Mons einen Umhang mit, der zu IHREM Kleid passte, warum kam ER so spät am Abend.

Er sprang so heftig auf das der Stuhl umkippte. Er musste raus, er brauchte Luft, es konnte nicht sein es konnte alles nicht sein.
Er stürzte hinaus und als Angelina ihm folgte meinte er nur zu ihr. „Wie lange läuft das schon mit euch?“
Ihr Fassungsloser Blick erschütterte ihn auf tiefste und ließ ihn Augenblicklich ernüchtern.
Was hatte er da nur gesagt. Wie konnte er nur auf den Gedanken kommen Angelina mit Roselynn zu vergleichen.
Er musste fort, er braucht Luft, Temora möge ihm verzeihen...
Er ging davon.
Und erst jetzt, als der Morgen nahte kam er wirklich wieder richtig zu sich.
Am Schrein der Demut kniend erfüllte ihn das was er getan hatte mit Reue.
Er hatte solch Angst Angelina zu verlieren... und das was er getan hatte, sorgte eher dafür als das er sie hielt.
War nicht ihr Vertrauen zu einander immer die Basis gewesen für alles. Auch für ihre Liebe die langsam gewachsen war?

Er musste mit ihr sprechen musste sich entschuldigen und inständig hoffen das sie ihm vergab.
So begab er sich langsam wieder zurück zum Haus, jede Blume die er unterwegs fand für sie pflückend.
Doch als er zu Hause ankam war Angelina nicht da.
Ihre Heilertasche war fort, so das er annehmen konnte sie war bei einem Patienten.
Die Zeit auf sie zu warten hatte er nicht, und so begab er sich mit einem ziemlich ungutem Gefühl und mehr als Abgelenkt zum Rittertreffen.
Er wollte nur noch eins.
Heim.
Heim um Angelina zu treffen sich bei ihr zu entschuldigen und zu hoffen das sie ihm seine Eifersucht vergeben konnte.

Verfasst: Dienstag 28. März 2006, 16:54
von Angelina de Arganta
Sie hatte stundenlang gegrübelt und insgeheim gehofft, dass Rafael heim kommen würde. Sie lauschte auf jedes Geräusch, doch sie hörte weder die Haustüre gehen, noch seine Schritte auf der Treppe.
Immer wieder fragte sie sich, was nur mit ihrem Mann geschehen sei.
Noch nie hatte sie ihn so außer sich erlebt.
Und dann fiel es ihr wieder ein.
Doch, sie hatte ihn schon einmal so erlebt.
Damals… als sie sich kennen lernten.
Damals war er außer sich vor Eifersucht und Rachegedanken gewesen, weil er geglaubt hatte, dass die Frau, die er liebte von seinem Freund verführt und durch seine Hand zu Tode gekommen wäre. Angelina fuhr im Bett hoch. Das war es!
Rafael war eifersüchtig!
Und blind für alle Erklärungen. Er musste glauben, dass sie wie diese Rose sei.
Sie schlug die Hände vor das Gesicht und erschauderte.
Ja.. jetzt erklärten sich auch all seine verletzenden Worte, sein Verhalten.

Er war zutiefst gekränkt, weil sie ihn abwies, wenn er zärtlich werden wollte…
Und sie hatte nicht erkannt, dass Mons genau in das Bild passte, das Rafe zur Zeit von ihr hatte. Angelina war zum Heulen zu mute, doch sie ließ sich nur aufseufzend in die Kissen zurück sinken und starrte an die dunkle Zimmerdecke.
Sie musste ihre Furcht vor Liella’s Auftauchen bekämpfen!
Doch wie?
Und sie musste mit Rafael sprechen. Wenn er doch nur kommen würde.

Am Morgen war ihr Gatte immer noch nicht heimgekehrt, doch sie war zuversichtlich gestimmt. Es würde schon alles wieder ins Lot kommen. Sie würde ihm zeigen, dass sie Verständnis für ihn hätte und dann würden sie gemeinsam einen Weg aus dieser Krise finden.

Als Rafael am Vormittag immer noch nicht heim kam, machte sich Angelina auf den Weg nach Varuna. Sie wollte in der Stadt noch einige Kräuter, die ihr auszugehen drohten, beim Alchemisten einkaufen.

Als sie an der Kutsche vorbei ging, bemerkte sie einen dunkelhäutigen Mann, der offensichtlich die Absicht hatte, diese zu nutzen. Sie nickte ihm kaum merklich zu, da sie nicht genau wusste, ob sie ihn schon einmal gesehen hatte und nicht unhöflich sein wollte. Doch genau in dem Moment trat sie auf einen Stein und knickte mit ihrem Fuß um.
„AU!“ entfuhr es ihr und sie verlor den Halt, ruderte mit den Armen um den Sturz abzufangen und fühlte sich plötzlich von zwei starken Armen gehalten. Mit Erleichterung hielt sie sich an dem Mann fest und bedankte sich, wobei sie feststellen musste, dass sie mit ihrem verstauchten Knöchel den Fuß kaum aufsetzen konnte.
„Oh.. nichts zu danken die Dame“ meinte ihr Retter freundlich und noch ehe er sie loslassen konnte, erkannte Angelina ihren Gatten, der mit zornrotem Gesicht hinter dem Fremden aufgetaucht war und diesen an der Schulter packte. „Ohne Euch wäre ich gefallen…“ konnte sie gerade noch sagen, da brüllte Rafael den Menekaner auch schon an:
„Nimm deine dreckigen Finger von meiner Frau!“

Wie vor den Kopf gestoßen verfolgte Angelina das weitere Geschehen.
Mehrfach versuchte sie, ihrem Mann zu erklären, was geschehen war… doch er hörte sie offensichtlich nicht. Cyrion war plötzlich da und hielt Rafael fest, so dass dieser den hilfsbereiten Mann aus Menekur nicht attackieren konnte, der zusehens auch immer wütender wurde.
Rafael jedoch war kaum zu bändigen.
Er schien davon überzeugt zu sein, nun endlich seinen Rivalen vor sich zu haben und war nicht bereit, auf Cyrion noch auf Angelina zu hören, die immer wieder versuchten, beruhigend auf ihn einzuwirken.
Cyrion erwies sich als wahrer Freund, denn er musste seine ganze Kraft einsetzen, um Rafael zu halten. Auch schien er der Einzige zu sein, der wirklich begriff, wen der junge Ritter gerade beleidigte, denn als sich Angelina bei ihrem Retter für ihren Gatten entschuldigte und beteuerte, dass er sonst so nicht sei, kam ein kleiner Junge zu ihr und zupfte an ihrem Kleid.
„ Er soll sich entschuldigen. Er hat den Prinzen von Menekur beleidigt!“ nahm sie deshalb gar nicht so richtig wahr.
Der Kleine lenkte Angelina für einen Moment ab, als er sie fragte, warum sie nicht laufen könne und die verstörte junge Heilerin versuchte das Kind fortzuschicken, damit es nicht in Gefahr geriete.

Der Fremde reagierte zunehmend höhnisch auf die Raserei und Uneinsichtigkeit des Ritters und kündigte in fast spöttischem Tonfall an, dass er sich den Namen Rafael de Arganta merken würde und dieser seiner gerechten Strafe nicht entgehen könne.

Mit Erleichterung sah Angelina ihren Retter in die Kutsche steigen, die wenig später auch abfuhr.
Erst jetzt ließ sich Rafael dazu bewegen nach hause zu gehen.

Verfasst: Dienstag 28. März 2006, 16:56
von Rafael de Arganta
Ob Angelina ihm verziehen hatte? Ob sie die Blumen gefunden hatte die er ihr gepflückt hatte? Ein ganzer Arm voll war es gewesen den er mitgebracht hatte?
In Gedanken vertieft war er als er aus Varuna schritt.
Der Streit, seine Eifersucht beschäftigte ihn und er wusste das er dieses so nicht fühlen dürfte.
Nicht so ausleben dürfte.
Angelina war nicht Roselynn. Angelina liebte ihn, sie würde niemals....
Er stockte als er über die Brücke kam, und sah was er niemals glaubte sehen zu müssen.
Gerade schalt er sich noch einen Narren, überzeugt von Angelinas Liebe, sah er sie nun doch an Kutsche stehen, eng in den Armen eines Menekaners.

Für einen Moment setzte sein Herzschlag aus. Dann war es als zerreiße etwas in ihm und für einen Moment sah er wieder das boshaft grinsende Gesicht Roselynns vor sich, das verschwamm zu der Wirklichkeit vor seinen Augen.
Angelina und dieser Menekaner. Hatten all seine Bedenken vom Vortrag doch Hand und Fuss gehabt?
Der Zorn der sich in ihm entlud kannte kein Halten mehr, getrieben von dieser Wurt, stürzte er vor, packt den Mann an der Schulter und riss ihn von seiner Frau fort. „Nimm deine dreckigen Finger von meiner Frau.“ Herrschte er den Mann an der sofort seine Hand von seiner Schulter schlug und ihn anherrschte, was er sich erdreiste ihn an zu fassen und ob er irre wäre und nicht wüsste wen er vor sich hat .

Rafael überhörte die Stimmen in ihm die ihn ermahnten, überhörte die Stimme Angelinas die ihn anflehte, er sah nur noch den Mann vor ihm, das Bild wie er Angelina in den Armen hielt.
Er gab dem Mann einen Stoss, vor die Brust, erklärte ihm das es ihm egal wäre, und als der Menekaner zurückschlug, und ihn dabei fast erreichte, fasste er ihn am Kragen, „Wenn du mich anfasst, wirst du es bereuen!“ herrschte der Südländer ihn an und Rafael fauchte zurück.
„Ich lasse mir nicht drohen.“
Die Wogen schlugen höher und Höher doch bevor sich Rafael ein zweites Mal auf den Mann stürzen konnte wurde er von hinten gepackt und festgehalten. „Rafael beruhig dich doch.“ Hörte er die Stimme Cyrs an seinem Ohr.
Doch war er wie von Sinnen.

Der Menekaner fuhr ihn weiter an. Das das alles noch ein Nachspiel haben würde, das er mit den Konsequenzen zu leben hatte, die Strafe ihn treffen würde. Dann fuhr er ab.
Erst jetzt ließ Cyr ihn los und Rafael sank auf die Knie zu Boden.
Sein Kopf fühlte sich dumpf an, und in seiner Brust brannte es. Ein Feuer das so heiss war das er vermeinte zu verbrennen.
Er merkte kaum das ich die Tränen aus den Augen die Wange hinab liefen.
„Komm.. gehen wir nach Hause.“ Drang erst jetzt zum ersten Mal Angelinas Stimme an sein Ohr, die doch vorsichtig, sanft ihre Hand auf seine Schulter legte.
„Er? Ein Menekaner?“ Fragte er tonlos mit verzweifeltem Blick, und Angelina stöhnte auf bei seinen Worten.
„Glaubst du das Wirklich?!“ herrschte Cyr ihn nur an und Rafael sah auf, suchte den Blick Angelinas.
Alles in ihm schrie nach ihr, nach ihrer Liebe und wischte fast jeden Zweifel beiseite, wenn er nicht gesehen hätte was er mit ansehen musste.
„Nein...“ meint er nun leise. „Eigentlich... nicht.“

Er liess sich von Cyr hochziehen und gemeinsam gingen sie zum Haus zurück wo Angelina auf einen Stuhl sank.
„Ist er es? War er es?“ wiederholte er tonlos Angelina an sehen worauf sie sofort aufgebracht meinte „Bist du jetzt vollkommen Wahnsinnig geworden? Nein... NEIN... niemand! Was glaubst du denn blos!“ „Was denkst du warum ihr Fuss verstaucht ist!“ Warf Cyr nun ein und Rafael sah ihn verständnislos an. „Verstaucht?“ echote er und Angelina nickte. „ja.. wenn der Mann mich vorhin nicht aufgefangen hätte...“ „Aufgefangen?“ wiederholte Rafael noch einmal und langsam die Geschehnisse begreifend.
Diese und auch sein Tun, und aufstöhnend sank er an der Wand entlang zu Boden.
„OH Himmel Temora verzeih was habe ich nur getan.“
Angelina sah ihn durchdringend, fast mitfühlend an, „Du bist eifersüchtig...“ sagte sie leise.
“ und ich verstehe es sogar... Aber ich bin nicht Roselynn. Du musst endlich mit dieser Vergangenheit abschließen. Und der Menekaner? Er wird die Sache sicherlich nicht auf sich beruhen lassen.“

Rafael nickte, aber was ihm im Moment mehr bedeutete war das seine Frau ihm verzieh, und als Cyr sie nun alleine ließ, ging er vor der Frau die er liebte auf die Knie.
Er bat sie inständig ihm zu verzeihen und sie tat es.
Was er in diesem Moment fühlte vermochte man nicht in Worte zu fassen.
Unendliche Erleichterung, Scham und so viel mehr.
Sie konnte ihm verzeihen, nichts anderes zählte mehr für ihn und als sie fast zögerlich die ersten Küsse ausgetauscht hatten, erklärte er ihr das er nach Menekur musste.

Er hatte sich diese Suppe eingebrockt, an ihm war es sie auch aus zu löffeln.
Er war niemand der sich der Verantwortung entziehen würde.

Verfasst: Mittwoch 29. März 2006, 01:07
von Niamh
Sie musste lächeln, ein schmales Lächeln nur, aber ein ehrliches. Eines, wie sie es immer aufsetzte, wenn sie zwei Leute streiten sah, zwei Parteien die sich nicht einig wurden, die sich angifteten, sich mit Worten zu verletzen suchten. Zunächst zumindest nur mit Worten...

Würde sie Alatar huldigen, ihr wäre der Hass der beiden, das Chaos und die Aggressivität genug gewesen. Aber der Glaube an Kra'thor war nicht von Hass erfüllt, sondern von kalter Berechnung. Ein Streit wie dieser, zwischen zwei Mächtigen der Völker Menek'Urs und der Menschen lässt sich leicht ausweiten auf etwas größeres. Ein Geplänkel, vielleicht gar einen handfesten Krieg. Und Kriege, das waren eher Dinge, die einem Diener des Seelenfressers gefielen. Und so wäre es eine Freude, die Finger ein wenig spielen zu lassen, aus dieser nebensächlichen Streiterei einen ernstzunehmenden Konflikt zu machen.

Mit einem abschätzenden Blick fuhr Niamh über die Kontrahenten. Der Menek auf der einen Seite, der ihr von ihren Salzkäufen als der Stadthalter der Sandinsel bekannt war. Selbst stellte er sich als Prinz von Menek'Ur vor, forderte Respekt von seinem Gegenüber, sichtlich in seiner Ehre gekränkt. Ehre war ein sehr zuverlässiges Mittel auf dem Weg zu Seelenleid, das hatte schon ihre Erfahrung gezeigt. Und in den Blicken des Prinzen sah man es deutlich und hart aufblitzen, die Forderung nach Anerkennung und Ehrerbietung. Wahrscheinlich war er es gewohnt, dass man vor ihm auf die Knie ging.
Auf der anderen Seite der Paladin, Rafael de Argenta. Niamh wusste, dass Emotionen wie Hass und Rachegefühle hinderlich waren, und doch wollte sie unbedingt bei ihm ansetzen, um den Stein ins Rollen zu bringen. Er sollte leiden für seine Göttin und ihre Taten, leiden für seinen Glauben, leiden für seinen Einfluss, leiden für all die entweihten Gräber. Wenn sie die Gelegenheit bekam, mochte sie das Blut eines Krieges an seinen Händen kleben sehen.

Als ginge sie der Streit plötzlich nichts mehr an setzte Niamh dann ihren Weg fort, als wäre nichts geschehen. Der Kult würde diesen Paladin zu fassen kriegen, wenn sich die Gelegenheit bot...

Verfasst: Donnerstag 30. März 2006, 09:57
von Rafael de Arganta
Er hatte die Zeit bis zur Abfahrt des Schiffes genutzt um den Grafen in Kenntniss zu setzen, der natürlich nicht gerade erfreut von seinem Tun gewesen war.
Doch wünschte er ihm viel Glück für die Reise.

Cathal bat er noch während seiner Abwesenheit einen Blick auf Angelina zu werfen.
Nein, nicht weil er ihr misstraute. Er war fest von seinem eigenen Fehl überzeugt, und schalt sich selber einen Narren das er hatte so DUMM sein können auch nur an zu nehmen, sie könnte ihn hintergehen.
Sie liebte ihn! Ihn und niemand Anderen.

Was ihn auf Menekur erwarten würde, das wusste er nicht, aber er würde sich den Konsequenzen nicht entziehen.
Ein Fehler war ein Fehler und ihn einfach als getan ab zu tun währe der nächste Fehler gewesen.
Er musste dazu stehen und versuchen ihn aus der Welt zu schaffen.

Fest entschlossen ritt er nach Berchgard um dort das Schiff zu besteigen.
Den Adler der für einen Moment über ihm seine Kreise zog und einen Schrei ausstieß folgte er mit den Augen ...
Ein Omen?
Dafür das er alles richtig machte? Das es Falsch wäre jetzt zu reisen oder aber ....
eben nur ein Adler.
Rafael wusste es nicht.
Er wusste nur das er die Sache nicht auf sich beruhen lassen durfte.

Verfasst: Donnerstag 30. März 2006, 10:49
von Mikilas Sotan
Er hielt im Spielen auf den Stufen inne, als er den Schmerzenslaut hörte und blickte auf. Da war eine, für ihn wunderschöne, Frau deren Fuss umknickte und ein schwarzer Mann der ihr den Arm bot. Gerade wollte er über soviel Hilfsbereitschaft lächeln, als es hinter ihm zu schrein begann. Er schrocken sprang er hinter eine Frau die an dem Torbogen lehnte.

Unsicher zupfte er an deren Rock, wärend Rafael mit dem Menekaner herumhantierte. Ihn schubste, anschrie. Viel verstand der Kleine wahrlich nicht von dem was da vor sich ging, nur die geballte Wut hörte er heraus. Erst die verwirrung des Menekaners, die dann in rasenden Zorn umschlug und die Wut Rafaels. Er verstand nicht warum Rafael den Mann da herumschubste und gar schlug. Der Menekaner hatte doch nichts böses getan, er hatte doch nur der Frau helfen wollen.

Die drohungen des Menekaners verstand der Kleine dann erst recht nicht. Er nannte Rafael einen Narren, einen Irren. Er sagte das die Strafe folgen würde. Wofür eine Strafe? Sacht zog er den Kopf ein und blickte zu der Frau von Rafael, die genauso wie er da hilflos stand. Dann fiehl ihm ihr Fuss ein und er musste daran denken was seine Mama getan hatte als es seinem Fuss nicht gut ging. Eilig wetzte er zu einem Busch und rupfte einige dünne Äste ab. Das jene keinesfalls helfen würden, weil sie viel zu dünn und schwach waren, wusste der Kleine nicht.

Er zog sich sein kleines Hemd aus, denn Bandagen besass er nicht und hockte sich zu dem Fuss von Rafaels Frau. Gewissenhaft versuchte er mit den dünnen Ästen und seinem Hemd eine Schiene zu fabrizieren. Scharf vor Schmerzen zog Rafaels Frau die Luft ein und meinte, sie würde sich später selber um ihren Fuss kümmern. Rafael wurde immer lauter und erschrocken verkroch sich der kleine Miki unter den Umhang von Rafaels Frau. Er verstand das ganze Geplänkel da gar nicht. Warum fragte Rafael den Menekaner nicht einfach wieso er seine Frau im Arm hatte? War ein Warum und ein Wieso so schwer auszusprechen für die Grossen?

Cyrion war auch da und er hielt Rafael mit Gewalt zurück, solange bis der Menekaner mit der Kutsche davonfuhr. Irgendwas von Ehre wurde da geredet, von Strafe. Warum nur hatte er nicht den Mut zu sagen "he warum bis du so zornig, der mann da hat dein frau festgahlt als ihr fuss umgeknickt is wie so ein dürrer stock" vielleicht lag es daran das er gelernt hatte sich in Streitereien von den Grossen nicht einzumischen, oder weil er vor der ganzen Wut und dem Zorn Angst hatte?

Als alle endlich gegangen waren, sass er noch eine Weile verwirrt auf den Stufen und trottete dann nach Hause. Ronya war so beschäftigt das er ihr davon noch gar nicht erzählen konnte, aber ein Satz war ihm immer noch im Kopf :

Die Strafe wird euch treffen.

Verfasst: Donnerstag 30. März 2006, 12:59
von Mukhtaar Omar
Als er endlich nach diesem hässlichen Vorfall wieder Zuhause ankam, wollte er sich zuerst sofort an seinen Schreibtisch setzen und von dem Mann eine Entschuldigung einfordern. Er kannte seinen Namen und er hatte auch die Respektlosigkeit erkannt, mit welcher man ihn in Varuna behandelte. Er hätte nicht abstreiten können, dass er darüber sichtlich erbost war. Aber er hatte noch einen ganzen Stapel anderer Arbeit, die nicht auf sich warten ließ. Seufzend zog er die Papiere zu sich her, las sie sich durch, unterzeichnete einige flink, andere ordnete er für "später" ein. Diesen Tag kam er nicht zu dem Schreiben. Er wollte sich auch gerade nicht damit beschäftigen.

Aber dennoch suchte er immernoch nach einem Grund, weswegen ihn Rafael so angriff, ihn so behandelte, wie man sich einem Omar gegenüber niemals zeigen dürfe. Lächerlicher Narr, einfach verrückt im Kopf, sagte sich Mukhtaar immer wieder. Und wieder drohte er, sich über seine eigenen Gedanken wieder aufzuregen. Mürrisch und seufzend setzte er sich an seine Lehrbücher, studierte weiter, lernte, während immernoch der Spuk Rafaels im Kopf des jungen Menekaners herumtobte.

Verfasst: Freitag 31. März 2006, 11:11
von Rafael de Arganta
Die Schmerzen rissen ihn langsam wieder aus der Bewusstlosigkeit, und als er sich mit einem Ruck aufrichten wollte, spürte er das seine Hände auf dem Rücken gebunden waren.
Vollkommende Dunkelheit umgab ihn doch nicht wie sonst griff die Panik nach ihm, eher etwas resignierend kroch er weiter gen Wand, sich dagegen lehnend. Sein Kopf schmerzte, doch viel mehr tat ihm die linke Hand weh das er schon fürchtete man hätte sie ihm abgeschnitten. Ein Versuch die Finger zu bewegen stellte er beim kleinen Finger ein, bei dessen Versuch er aufbrüllend wieder das Bewusstsein verlor.

Als er nach Stunden ermattet wieder erwachte, blieb er so liegen wie er gerade war.
Er fror und zermarterte sich den Kopf wie er hergekommen war.
Er hatte nach Menekur fahren wollen, und dann?
Kopfschüttelnd versuchte er die Erinnerungen wieder hervor zu holen, aber da war nichts.

Er wusste nicht mehr wie er am Pier auf einen Bekannten Getroffen war, der ihm in den Höhlen gegen die Zweiköpfe schon einmal beigestanden hatte. Das dieser hatte erklärt geschäftlich nach Menekur reisen zu wollen. Er wusste nicht mehr das eine Unbekannte hinzutrat deren Reisegeld nach Menekur nicht mehr ganz reichte und das Rafael den Kapitän überredete die Frau einfach so mit zu nehmen, da sein Weg ja eh dorthin führte.
Nicht das der Bekannte der Frau eine Phiole reichte, selber eine Trank und Rafael eine anbot.
Das sollte gegen die Raue See helfen.
Da Rafael den Mann als guten Alchemisten kannte, trank er davon, doch nur einen Schluck, leerte die Phiolen nicht wie die anderen Beiden. Schließlich hatte er eigentlich keine Probleme mit Seekrankheit.


Welch Fehler er begangen hatte, bemerkte er fast nach dem Ablegen.
Schweiss rann ihm von der Stirn, ihm wurde warm das er seine Weste öffnete. Den Schwindel der ihn ergriff alarmierte ihn das er aufsprang, doch schon wankte er, musste sich festhalten. Seine Hand glitt wie automatisch zu seinem Schwert, doch schon hatten seine Beine begonnen ihn nicht mehr tragen zu wollen.
Er knickte ein, kam mit einer Willenskraft noch einmal hoch. Nur um dann ganz zusammen zu brechen.
Die beiden andren Gäste hatten sich die ganze Zeit über besorgt verhalten doch nachdem er zusammengebrochen war zeigte jene Frau ihr Wahres Gesicht.
Er saß in der Falle und war gelähmt genug sich nicht wehren zu können.
Langsam und ohne dagegen an kämpfen zu können hatte er dann das Bewusstsein verloren.

Von all den Vorgängen jedoch wusste Rafael nichts mehr als er jetzt an der Wand des Gewölbes lag.
So sehr er sich auch den Kopf darüber zerbrach.
Er wusste nur wie er hier aufwachte. Das er sogar erst an die Menekaner dachte, und das eine Frau zu ihm kam ....
KULTISTEN.
Anhänger des Seelenfängers.
Er hatte länger mit jener Frau gesprochen, diskutiert, und dann als sie sich auf die Stufen gesetzt hatte, versucht an ihr vorbei hinaus zu kommen.
Doch er war gescheitert.
Vor dem Eingang schien ein Grabstein zu liegen, den er egal welche Kraft er aufbot nicht zur Seite zu schieben vermochte.
Die Frau unten schien dieser Ausbruch zu amüsieren, doch Rafael dachte nicht im Traum daran wieder freiwillig hinab zu kommen.
Sollte sie doch hochkommen und ihn versuchen zu holen, er hoffte trotz seiner gebundenen Hände ihr Schwierigkeiten ob seiner Position zu bereiten.
Doch sie ließ sich nicht beirren.
Drohte ihm und als sie ihre Drohung in die Tat umsetzte, glaubte Rafael sein Kopf würde platzen.
Der Schmerz immer größer und Größer werdend ließ ihn taumeln, ließ ihn die Treppe hinabstürzen, doch die Magie hörte nicht auf. Die Frau schien sie noch einmal zu verstärken, bis er in das gnädige Dunkel der Bewusstlosigkeit versunken war.

Zitternd, richtete er sich auf, versuchte die Schmerzen zu ignorieren die ihn durchzogen.
Angelina....
Er dachte an seine Frau, der er geschworen hatte sie nie alleine zu lassen.
Sie würde sich Sorgen machen und wenn er nicht hier herauskam? Gerimor würde sicherlich Menekur die Schuld geben und dann?
Angst schlich in ihm hoch. Ob es hier Ratten gab?
Er fühlte sich zurück versetzt in die Zeit im Kerker und er spürte wie zu den Schmerzen Panik in ihm hochkroch.
Er presste die Augen zusammen, obwohl es dann auch nicht viel Dunkler war als vorher und es kostete ihn alle Willenskraft sich einen Baum vor zu stellen.
Einen Baum auf einer kleinen Grünen Wiese, und dieser Baum erstrahlte, schenke ihm Ruhe ... und Hoffnung.
Rafael klammerte sich daran, stellte sich vor wie Angelina an jenem Baum stand, ihn anlächelte, Der Ritter gestattete es sich nicht an etwas anderes zu denken, doch das zittern ließ nur kaum merklich nach.
Temora war bei ihm, so hoffte er. Selbst an jenen dunklen und Unheiligen Ort.

Verfasst: Sonntag 2. April 2006, 05:26
von Niamh
Da lag er nun vor ihr, Rafael de Argenta, Ritter der Grafschaft. Man könnte sagen, friedlich schlafend wie ein Kind, wenn seine Arme nicht bei nach dem harten Sturz auf die Treppe grotesk unter seinem Körper verkeilt gewesen wären, so dass er sicher aufgeschrien hätte, wäre er bei Bewusstsein. Das Mittel welches er zu sich genommen hatte, hatte gehalten was es versprach. Wenn sie Glück hatten, wurde er erst wieder wach, wenn sie an ihrem Bestimmungsort angelangt waren. Der Ort an dem, wenn alles nach Plan verlief, Rafael bis zu seinem letzten Atemzug verweilen würde. Er war töricht gewesen, den Waldfriedhof mit seinen Gefolgsleuten in Temoras Namen zu entweihen, und nun war es Niamh ein Vergnügen, ihn an eben jener Stelle zu Ehren des Richters zu Opfern. Sein Blut würde die Schuld begleichen, die er über diesen Ort gebracht hatte.

Obwohl das Geld, dass Mirngalf dem Kapitän zugesteckt hatte, reichen müsste um seine Loyalität zu kaufen, schenkten sie ihm auch noch die kleine Kiste mit Edelsteinen, die Rafael bei sich trug. Solch weltlicher Plunder war nicht von Bedeutung für einen wahrhaft Gläubigen, der verschlagene Kapitän jedoch würde sich durch diese zusätzliche Zuwendung jedoch sicher beeindrucken lassen. Es war abgemacht, dass er statt nach Menek'Ur zu fahren auf offenem Meer auf die Dunkelheit warten sollte, um dann im Norden von Gerimor anzulegen. Durch den Dichten Wald bei tiefer Nacht würden sie ihn unbemerkt zum Friedhof schaffen können. Er sollte natürlich behaupten er hätte seine Passagiere wie abgemacht zur Sandinsel gebracht. Doch noch war es nicht so weit...

Mit vereinten Kräften drehten sie den Körper des kräftigen Freiherren auf den Bauch und zurrten seine Arme auf dem Rücken fest. Seine Taschen wurden durchsucht und entleert, seine Kleidung ließ man ihm. Einen Knebel für den Mund, eine Binde über die Augen, das Paket war geschnürt und fertig für die Abreise. Die Stunden bis zum Einsetzen völliger Dunkelheit verbrachten sie unter Deck, den bewusstlosen Ritter nicht aus den Augen lassend. Er würde nicht weit kommen auf dem Meer, schon gar mit gefesselten Händen, aber es war ja doch nichts anderes zu tun als den Gefangenen zu bewachen.

Als die Sterne endlich anzeigten, dass die Mitte der Nacht erreicht war, setzte man sie mit dem Beiboot am Strand im Norden Gerimors ab. Keine Menschenseele war zu sehen, als sie den schweren Körper wie einen nassen Sack an den Füßen packend Richtung Waldrand zogen. Dabei gingen sie weitestgehend lautlos vor, einzig ab und an konnte man vernehmen, lauschte man genau genug hin, wie Rafaels Kopf auf einen der vielen Steine prallte, die den Rand des Strandes säumten.

Im tieferen Wald angekommen setzten sie den Körper ab und hielten einen Moment inne. Rafael bewegte sich noch immer nicht, nur seine Augen zuckten beständig unter verschlossenen Liedern hin und her, als würde er von schlimmen Träumen geplagt. Trotzdem ließ Niamh kein Auge von ihm, während Mirngalf tiefer in den Wald verschwand, um den Richter um Unterstützung zu bitten. Nach einigen Minuten des Wartens in der Stille kehrte er zurück, nicht allein wie er aufbrach, sondern in Begleitung zweier Wiederkehrer, hagere Skelettkrieger, die sich nun an der Diener statt Rafaels Füße packten, um ihn auf gleiche Weise zu ziehen. Eine halbe Stunde später waren sie am Waldfriedhof angelangt, der friedlich und unberührt da lag, wie die Irrgläubigen der Temora ihn zurückgelassen hatten: Hübsch drappierte Grabanlagen, mit Blumen und Kränzen, die zwar langsam die ersten Anzeichen von Verrottung zeigten, aber kein Vergleich zu dem Bild, dass der Friedhof noch vor einem Jahr bot.

Die versteckte Klappe im Boden wurde geöffnet, Rafael hinunter in die enge Gruft getragen und auf das steinerne Pentagramm gelegt, dass im Zentrum des kleinen Gewölbes als Relief in eine Felsplatte geritzt war. Augenbinde und Knebel wurden wieder entfernt, die Fesseln aber drangelassen. So tief unter der Erde konnte er sich die Seele aus dem Hals schreien, aber Niamh wollte verhindern, dass er sich selbst das Leben nahm, in seiner Verzeifelung und Einsamkeit. Sie zündete noch 4 Ritualkerzen an und verließ die Gruft, um oben mit Mirngalfs und der Wandelnden Hilfe einen schweren Grabstein auf den Zugang zu rollen. Dies war mehr ein symbolischer Vorgang, für die eigentliche Versiegelung wurde ein Ritual gesprochen, das jedem den Zutritt verweigert, der nicht dem Richter huldigte, denn dieser hat die alleinige Macht zu entscheiden, wer sein Reich zu betreten hat und wer nicht.

Verfasst: Sonntag 2. April 2006, 07:16
von Chalys Sangares
Eisig hinter ihrer Maske lächelnd, war sie heruntergeschritten. Die Kapuze verdeckte ihre Identität zusätzlich. So hilflos war er, gebunden im dunklen Keller. Nichts ahnend wie nah er ihr schon oft gestanden hatte in seiner unendlichen Güte. Güte, wie dumm war sie doch. Wie dumm war er, nicht ahnend um ihre Nähe, als er ihr das Gasthauszimmer zahlte oder ihr das Frühstück spendierte. Die Eifersucht seiner Frau, die sie zusätzlich geschürt hatte. Wie sehr hatte sie all dies genossen, ihn so vorzuführen. Doch nichts von all dem war vergleichbar mit diesem Geschenk, ihn jetzt so wehrlos vor sich zu sehen. Jetzt mit ihm spielen zu können, wie eine Katze mit der verzweifelten Maus, war weit spassiger als alles, was sie sich erträumt hätte.

Er wurde aufmerksam, erhob sich. Sie musste vorsichtig sein. Gewiss war er fähig zu kämpfen, selbst jetzt. Und doch hatte er nicht die Gabe, welche der Richter ihr gewährte. Sie vermochte im Dunkeln zu sehen, dies war ihm nicht gegeben, zu deutlich war dies zu erkennen. Zu einfach war er abgelenkt. Ein kleiner geworfener Kiesel und schon wandte er sich von ihr ab. Die Katze wurde schnell und der Schlag mit dem Messerknauf in seinen Nacken war flink platziert. Es zeigte Wirkung. Benommen, wie er nun war, war es ein leichtes ihn auf ein breites Brett festzubinden, welches schnell platziert war. Durch einen Stein in leichte Schräglage gebracht, lag sein Kopf tiefer als seine Füsse.

Dereinst, bei ihrem alten Meister, hatte sie diese Foltermethode oft sehen können. Herrlichst wie die Opfer langsam zu Ertrinken glaubten. Ein kleines Fass brackigen Wassers war durch die Kinder des Richters bald herangebracht und als jener Narr wieder aus seiner Benommenheit gefunden hatte, war ein wassergetränktes Tuch mit flinken geschickten Fingern auf seinem Gesicht positioniert, dies sicherheitshalber geschickt festbindend, dass er es nicht zu lösen vermochte.

Krug um Krug schöpfte sie das brackige Wasser unter leisem Kichern über sein Gesicht. Seine verzweifelten Schreie, sein Husten als er sich wiedermal verschluckte und all sein Flehen um Gnade und Beistand seiner Lügengöttin, bereiteten ihr ein wahrhaftiges Vergnügen. Stets ersuchend, einer Antwort, wie nah er sich dem Richter wohl schon fühlen mochte. Doch er versagte ihr diese Antwort. Rettete sich gar in eine Ohnmacht. Wie enttäuschend, sie hatte sich wirklich mehr von ihm erwartet. So weckte sie ihn erneut. Das Spielchen bedurfte nur einer weiteren kleinen Note. Seine leichte Benommenheit noch für sich nutzend, stiess sie den Stein unter dem Brett fort, so dass er unsanft auf den Boden fiel, bevor sie die Fesseln löste, die ihn am Brett banden. Einzig seine Handfesseln beliess sie ihm. Noch bevor er wirklich zu sich kommen mochte und zum Gegenangriff starten konnte, war sie schon die Treppe hinauf. Wach genug war er jedoch offensichtlich, ihren letzten kleinen Spielzug in aller Deutlichkeit mitzubekommen. Heiser und wie üblich verstellt, wenn sie in dieser Kleidung auftrat, erklang ihre Stimme: "Ich bin sehr gespannt zu erfahren, wieviel deine Frau und dein Sohn wohl aushielten bei denen meine Glaubensgeschwister in diesem Moment sind, sie zu prüfen. Wahrlich, es wird köstlich sein, zu erfahren wie sie sich schlugen. Ich werde es dir gern berichten, wenn ich zurückkehre." Seine verzweifelten, wütenden Schreie, von seiner Familie zu lassen, waren Musik in ihren Ohren, als sie den dunklen Verschlag nun verliess. Seine Angst um jene, die er liebte, mochte die Verzweiflung in der Dunkelheit sicher noch verstärken.

Verfasst: Sonntag 2. April 2006, 13:01
von Rafael de Arganta
War es Nacht? War es Tag?
Rafael wusste es nicht. In der ewigen Dunkelheit die hier untern herrschte war eh alles Einerlei.
Er hatte sich vom Boden hochgeschoben, und stand an der Wand gelehnt.
Sein Körper zitterte von Schmerz gepeinigt, der den Hunger fast vergessen ließ.
Immer wieder zerrte er an den Fesseln, die seine Hände erbarmungslos auf den Rücken hielten.

Anfangs hatte er seine ganze Wut, seinen Ärger hinaus gebrüllt, doch schnell hatte die Situation ihn wieder im Griff gehabt.
.Er hatte sogar vor Stunden bis zur Treppe gefunden.
Schritt für Schritt, und dort wo er glaubte die Tür sein müsste, sich dagegen geworfen.
Brüllend und mit all seiner ihm verbliebenen Kraft und Verzweifelung.
Solange bis seine Schulter taub vor Schmerzen war und er ausrutschte und die Treppen hinab stürzte, die durch kein Geländer gesichert war.

Das Gefühl heute ... vor Stunden? Gestern? Als sie ihn auf das Brett banden und er glaubte zu ertrinken war immer noch für ihn fühlbar, und er spürte die Schwäche in sich, das er sich nicht mehr lange auf den Beinen halten würde.
Fast Schlimmer als die Folter an ihm war das Versprechen sich um Angelina und Tari zu kümmern.
Sie hatten schon die Pferde Emmas getötet ... was wäre wenn sie wirklich vor seinem Haus keinen Halt machen würden?
Cathal !!!
Seine Hoffnung lag auf ihm, der ihm versprochen hatte auf Angelina Acht zu geben,

Er verfluchte sich immer wieder das er hatte in diese Situation geraten können.
Die Angst in ihm vermochte er kaum zu bändigen, alleinig der Gedanke an Angelina, und die Hoffnung auf Temora schafften es, das er wohl nicht dem Wahnsinn verfiel.
Zu sehr hatte er damals schon in den Kerkern gelitten. Lange hatte er unter den Folgen gelitten und jetzt das?
Gegen das hier war der Aufenthalt damals in den Kerkern Varunas ein wahrer Urlaub gewesen

Immer wieder fielen ihm die Augen zu und nur langsam ließ er es zu das er zurück auf den kalten Steinboden sank.
Schlaf.
Sein geschundener Körper forderte sein Recht und auch wenn er dagegen ankämpfte, aus Angst vor den Träumen, verlor er diesen Kampf.

Und mit dem Schlaf kamen auch diese Träume.
Gierige, Skelettartige Hände die nach ihm griffen. Eine dunkle große wabernde Masse, die er als Richter ansah und fast wollte er aufschreien, doch dann schob sich ein Lichtstrahl durch dieses Dunkel, verdrängte es.
Er sah die Heiligkeit, Alyssa Arnis, wie sie wie damals voranschritt, das Licht vor sich hertragend das die Untoten zerstörten, sie zurückweichen ließ, und plötzlich zerriss das Dunkel ganz.
Ein Adler mit hellen großen Schwingen zerteilte die dunklen Wolken und die Sonne tauchte alles in hellen Strahlen.
Das Zittern seines Körpers schwand, auch wenn es nur ein Traum war so war er doch darin gefangen.
Alyssa lächelte warm und zuversichtlich und streckte ihm freundlich ihre Hand entgegen, während sie mit dem Stab auf den Baum des Lichts deutete, an dem Sanjana stand und ihm zunickte.

Er trat langsam zu ihr, seine Hand berührte den Baum und wie immer nahm er diese Ruhe den Frieden in sich auf.
„Wenn man sich dem Schicksal widersetzt,“ hörte er Sanjana sagen, „So sollte man es mit einem Lächeln tun. Denn in einem aussichtslosen Kampf ist Aufgeben der höchste Verrat.
Nur wer den wirklich Willen dazu hat, kann aus jedem Ort und jedem Gedanken einen Pfad der Erlösung finden! !“
Mit ihren tiefblauen Augen sah sie ihn durchdringend an und er verstand.
Verstand und erwachte fast erschreckt in dem Dunkel der Wirklichkeit.

Gefangen jedoch in seinem Traum, in den Gefühlen des Friedens die Hoffnung die dieser Traum in ihm ausgelöst hatte.
Er raffte sich langsam wieder auf, bis er kniete, dann senkte er den Kopf, schloss die Augen und betete.

„Du Temora bist meine Zuflucht, dir vertraue ich. Und wenn ich auch hier mein Leben lasse, so wird meine Seele doch die Deine sein. Deine Flügel bereite über mich und meine Familie aus, auf das ich nicht Fehle hier an jenem Orte und widerstehe jenem der dich verriet.“
Sein Körper hatte wieder zu zittern begonnen, das er die Worte nicht mehr aussprechen vermochte, doch er betete., Betete inbrünstig weiter.

Verfasst: Sonntag 2. April 2006, 17:05
von Angelina de Arganta
Beunruhigt eilte sie immer wieder zum Fenster, schob die Gardine ein Stück zur Seite und spähte hinaus. Doch jedes Mal war es nur ein Reiter, der am Haus vorbei ritt, oder Menschen, die zufällig in der Nähe des Hauses stehen geblieben waren, um ein Schwätzchen zu halten.
Von Rafael keine Spur.
Nun waren schon fast drei Tage vergangen, seit Rafael sich bei seiner Gemahlin verabschiedet hatte um nach Menekur zu reisen. Sorge trieb sie um.
Er hatte ihr versichert, dass er so schnell wie möglich die Rückreise antreten würde und so konnte dann seine Reise nicht länger als zwei Tage dauern.
Sie hielt es zuhause nicht mehr aus und eilte nach Varuna.
Angelina wollte unbedingt mit dem Grafen sprechen. Sicher würde er Rat wissen… oder vielleicht einen Boten hinter Rafe her schicken.
Als sie am Tor nach den Wachen rief, um eingelassen zu werden wurde sie von einem Mann hinter sich angesprochen. Ihre Nerven lagen blank… das wurde ihr bewusst, als sie erschreckt herum fuhr und der Graf von Hohenfels hinter ihr stand.
Er begrüßte sie liebenswürdig und wies darauf hin, dass sie wohl an ihm vorbei gelaufen wäre. Doch Angelina war viel zu beunruhigt, um auf Konversation zu achten. So hatte sie Graf Adrian wohl auch nicht auf der Straße bemerkt.
„Ich muss dringend mit Euch sprechen“ erklärte sie nach dem Gruß.
Es stellte sich heraus, dass Graf Adrian den gleichen Wunsch hatte und bereits auf dem Wege zu ihr gewesen war.

Er führte sie in einen Besprechungsraum.
Auf dem Wege dort hin gingen ihr all die beunruhigenden Bilder wieder durch den Kopf, die sie nun schon seit gestern Abend in Sorge versetzten.
Was war nur mit ihrem Gatten geschehen?
Hatte er einen Unfall?...
Das Schiff… hatte es auf dem Meer einen Sturm gegeben?
Was wollte der Graf mit ihr besprechen?
Ob Rafe etwas Schreckliches passiert war?
Was wusste er?

Kaum die Spannung ertragen könnend setzte Angelina sich auf das Geheiß des Grafen sofort und blickte ihn voller Sorge an.

Diesem fiel es offensichtlich nicht leicht, doch er versuchte so neutral wie möglich die junge Heilerin über das Schreiben aus Menekur zu unterrichten und erklärte ihr auch sofort, dass er um die Auslieferung ihre Gatten ersucht hätte.
Er war gefangen! Angelina erstarrte innerlich.
Warum nur hatte der Prinz die Entschuldigung nicht annehmen können?
Er schien doch ein freundlicher Mann gewesen zu sein…
Angelina wirbelten die Gedanken durch den Kopf.

„Wisst Ihr, was sie mit Rafael vorhaben?“
„Nein, dies ist mir nicht bekannt… doch fürchte ich, dass er zum Teil wohl schon bestraft wurde.“
Angelinas Blick flatterte leicht, sie bemühte sich, die Fassung zu wahren.
Doch dann erhob sich der Graf seufzend und trat zu ihr.

„Sein Ring… ich habe ihn reinigen lassen. Ihr mögt mir verzeihen, er wurde mit der Nachricht zugestellt.“ Behutsam reichte Adrian ihr den Ehering.
Angelina nahm den goldenen Reif und besah ihn sich genau.
„Ja.. das ist seiner“ sagte sie mit rauer Stimme und schloss ihre Finger fest darum, während sie voller Sorge zum Grafen aufsah.
Der Graf nahm nun neben ihr Platz und legt mitfühlend seine Hand auf ihren Arm.
„Gereinigt?“ fragte sie leise.
Er nickte langsam. „Es waren besorgniserregende Spuren daran. Ich könnte euch belügen.. doch ich weiß, dass Ihr sicher keine Ruhe gäbet.“
Sie nickte nur.
Wie recht er doch hatte.. sie wollte alles wissen! Blut? War es Blut?
Doch sie fragte nur: „Was war es?“
Adrian atmete erneut tief durch. „Es waren Spuren von Blut daran, was mich sehr besorgt macht.“
Blut! Was haben sie nur mit dir gemacht, mein Liebster!
Angelina hätte am liebsten geschrieen, doch sie verkrampfte nur ihre Finger ganz fest um den Ring. Sie wollte sich nicht dem Schmerz hingeben, der ihr das Herz zusammenkrampfte. Nein.. sie musste klar denken… überlegen.
Doch sie war noch bleicher geworden, als sie schon vorher gewesen war.
„Ich weiß, dass es schwer fällt, doch bitte ich Euch, nichts Unbedachtes zu tun.“
„Blut?“ stieß Angelina hervor, als hätte sie die Worte des Grafen gar nicht vernommen. „aber dieser Prinz… er kann doch nicht…“
Graf Adrian schien zu wissen, was in ihr vor sich ging und erklärte ihr vorsichtig aber bestimmt, dass das nun eine Angelegenheit der Diplomatie sei und er nur hoffe, dass die ganze Sache nicht zu einem Krieg führe.
„Aber ich könnte doch mit diesem Manne sprechen… er hat mir doch geholfen… es war ein Missverständnis…“
Aufgeregt und schnell sprudelten ihre Worte.
„Ich bitte euch sehr, das Reich nicht zu verlassen. Schon gar nicht mit Ziel Menek'urs.
Die Situation ist angespannt und ich könnte für niemandes Sicherheit garantieren zu dieser Zeit.“
„Aber der Mann war freundlich zu mir...“ versuchte Angelina es noch einmal.

Der Graf verbot ihr die Reise nach Menekur nicht ausdrücklich, aber sie begriff, dass sie sich womöglich in große Gefahr begeben würde. Was würde dann aus Tari? Der Junge brauchte sie doch.
Doch dann erwähnte der Graf noch eine mögliche Hoffnung.
„…Gewissermaßen eine Sonderbotschafterin, von der ich weiß, dass sie dort hohes Ansehen genießt. Himmel, wer hätte je gedacht, dass eine Bäuerin vielleicht einmal einen Krieg abwendet!“
Angelina begriff. „Ja... Irmenlind.. nicht wahr?
Der Graf nickte bedächtig und ein Funken Hoffnung machte sich in Angelina breit.
Immerhin kannten Irmenlind und Rafe sich gut.
Nachdem sie besprochen hatten, dass Angelina die Bäuerin informieren solle und bevor diese dann etwas unternehmen würde, noch bei ihm vorsprechen möchte, hielt es Angelina kaum noch auf ihrem Stuhl.
Sie musste unverzüglich mit Irmi sprechen….

Verfasst: Montag 3. April 2006, 14:46
von Sanjana Valeth
...dunkel waren die Wände, gezeichnet von Dreck und verkurstetem Blut... Kälte und Finsternis schienen von diesem Orte aus zu gehen... fern dem Lichte... und fern des Lebens...
Inmitten diesen Ortes eine Gestalt... wimmernd sich windend... nicht liegend, doch auch nicht aufrecht sitzend... kauernd.
Das Gesicht von Gefühlen verzerrt... Wut, Angst, Schmerz, Leid... und ein dumpfes Kichern im Hintergrund.
Blessuren zogen sich kreuz und quer über den Leib.. geschundene Haut... Der Körper kraftlos, gepeinigt und... Aus irgendeinem Grunde schien mir wichtig die Finger zu betrchten, die sich an den Borden krallten... Einige trugen verkrustetes Blut an sich... Und zwischen diesen... nur neun? An einer Stelle, wo ein Finger sein sollte, nun eine blutende Wunde, die Haut minderwertig verwebt...

In meinem Sein, schritt ich näher zu jener Gestalt heran. Ich mochte unbeobachtet sein. Kniete mich danieder und blicke in das Gesicht jener gepeinigten Gestalt.

Ich.... kenne die Gestalt. Sir Rafael de Arganta...

Seine glasigen Augen schienen durch mich hin durch zu sehen... sah er mich überhaupt?
Mir wurde kalt und hörte ein seltsames, verzerrtes Geräusch. Es ist, als würde ich von einer Macht ergriffen und fort geschleudert von jenem Orte... Es ward eine eisige, eine kühle Kraft, gleich der Hand eines Toten...
Doch dann, urplötzlich, erfüllte mich Wärme. Wärme, Licht und Zuversicht! Ich musste nicht umherblicken, ich hatte dieses Gefühl schon unzählige Male in meinem Leben. Der heilige Baum des Lichtes... Ich stand direkt neben ihm und vor mir: Der werte Sir de Arganta? Was ward geschehen, sein Körper ward wie durch ein Wunder geheilt. Er schritt auf mich zu, sein Blick klar und doch erkannte ich den hilflos suchenden Blick, der nach Beistand trachtete...
Worte.... Worte, sanft und ruhig.... Tiefblau und durchdringend der Blick.

„Wenn man sich dem Schicksal widersetzt, so sollte man es mit einem Lächeln tun. Denn in einem aussichtslosen Kampf ist Aufgeben der höchste Verrat.
Nur wer den wirklich Willen dazu hat, kann aus jedem Ort und jedem Gedanken einen Pfad der Erlösung finden!“


Dann erwachte ich. Ich saß aufrichtet am Rande des Bettes. Nicht gleich erkannte ich, wo ich mich befand, doch sicher ward ich behütet.
Ein Traum?
Nein... Auf eine unwirkliche Weise ahne ich etwas... Der Traum war wahr...
Der lichte Ritter, Sir Rafael de Arganta befindet sich in den Klauen einer Bösen Macht...
Dies erklärte seine Abwesenheit bei jener Vermählung des Ritters Krenor und dem Fräulein Odolder.

Lass mich entsinnen, oh göttliche Seherin und grundgütige Bewahrerin. Hast Du mir etwas deuten wollen?




Aus dem Tagebuch von Sanjana Valeth

Verfasst: Montag 3. April 2006, 18:44
von Irmenlind Auenfeld
„Bei det Temora.. det kann doch nich möchlich sein..“ so, oder so ähnlich mochte die gewichtige Bäuerin vor sich hin sinniert haben, als Angelina Hill sie verlassen hatte.
Hin und her gerissen war sie gewesen zwischen dem Glauben und dem Unglauben, dass die Menekaner dem jungen Ritter de Arganta etwas angetan haben sollten und noch könnten.
Er in den Zellen des Wüstenreiches.
Wohl war sich die alte Bäuerin um die ihr zuweilen nicht verständlichen Sitten und Bräuche Menekurs bewußt und sie mochte im Moment nicht daran denken, wie sehr sich der Bruder Aasims entehrt gefühlt haben mochte, dass er den Ritter trotz seiner Bemühungen um Verzeihung zu bitten, dort behielt und gar seinen Ring, mit Blut behaftet an den Grafen schickte.

Mit diesen Gedanken war sie bereits dabei, einige Dinge für die Reise nach Menekur vorzubereiten und eilte hiernach zum Grafen selbst, wie Angelina sie gebeten hatte.
Als sie nach kurzer Zeit das gräfliche Schloß verliess, purzelten weitere Gedanken durch ihr greises Haupt.
So manch einer, der ihr begegnete mochte sich wohl beim passieren verstohlen an die Stirn tippen, ob des Gemurmels.

„Ik bin det Sondabotschaft von det grafschaftliche Menekur mit det Offizielle... nee... ik bin det Sondaoffizielle füa det Menekur von det Botschaftjrafen.. nee.. ik bin det Jrafschafterin mit det Botschaft von det offizielln Sondaschaft speziell fuea det Menekur.. nee... is man juut, det ik mia det nich mearken sollte, ik sach einfach.. ik bin det, det Irmenlind un ik komm wejen det ia det Hearrn de Arjanta habt, det ik det mitnehm kann.“

Mit einer Mischung aus Zufriedenheit, die richtigen Worte ausgesucht zu haben und der Besorgnis um den jungen Ritter, machte sie sich nur kurz darauf auf den Weg zum Hafen Bajards.