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Cinder

Verfasst: Montag 22. Juni 2015, 22:29
von Cinder Corvin
Es war eine gute Entscheidung nach Rahal zu kommen. Der Garde beizutreten hat sich als eine noch viel bessere entpuppt.
Wenn auch die Dinge sich schneller entwickelten als Cinder lieb war, war sie froh ob der Geschehnisse.
Ihr erster Unterricht in der Ausbildung zur Scharfschützin war nicht was sie erwartet hatte, doch was sie gelernt hatte, war ihr nun täglich von Nutzen.
Die erste Übung hat ihr einiges an Mut abverlangt, auch wenn sie dies niemandem eingestehen würde. Sie wurde angewiesen sich die Augen zu verbinden und sich von Livyathan, ihrem Kameraden und Hausherrn, in der Stadt und davor herum führen zu lassen. Die Blindheit war ungewohnt, doch was ihr tatsächlich Sorgen bereitete war der Mann, welchem sie sich und ihre Sicherheit anvertrauen sollte. So tief ging ihr Vertrauen nicht, eigentlich vertraute sie ihm überhaupt nicht. Sie wusste nicht was es war, denn wenn man es nüchtern betrachtete war Livyathan stets gut zu ihr gewesen. Er gewährte ihr Obdach als sie keine Unterkunft hatte, er ließ sie an seinem Tisch speisen und war nie ausfallend oder gar beleidigend ihr gegenüber gewesen. Dennoch überkam sie in seiner Gegenwart ein mulmiges Gefühl und wenn sie ganz ehrlich zu sich selbst sein wollte, musste sie sich eingestehen, dass er ihr Angst einflüsste.
Eri, seine Gefährtin, ihre Freundin, das absolute Gegenteil Livs, eine emsige und freundliche Gestallt schien jedoch ihr Glück mit ihm gefunden zu haben. Ihr lächelte er zu und wenn Cinder die beiden beobachtete, fühlte sie sich albern, ob all ihrer Sorgen und Befürchtungen.
Bald schon fand sie neben Eri andere Freunde, lernte täglich neue Nachbarn und Bekannte kennen und so schlich sich das Gefühl in Rahal beheimatet zu sein nach und nach in ihr Herz.
Mit ihrem ersten Sold war es ihr möglich bei den Aschengardts auszuziehen und ein eigenes, gar recht ordentliches, Haus zu beziehen.

Sie schlief, sie aß, sie übte sich im Schießen. Sie lachte und scherzte und bisweilen weinte sie um ihren Vater. Und so zogen die Tage ins Land
Durch die tägliche Übung begann sie bald gänzlich automatisch die Geräusche ihrer Umgebung wahr zu nehmen. Ihr Hörsinn schien um ein vielfaches geschärft. Wo auch immer sie sich befand, ob es in großer Gesellschaft oder allein in einer Höhle war, sie eignete sich an inne zu halten und zu horchen. Im Wirrwar der Stimmen war sie in der Lage eine einzelne auszumachen und alle anderen auszublenden. Im Wald hörte sie das Krähen einer einzelnen Krähe in meilenweiten Entfernung über den Gesang von Hunderten von Tieren. Bald konnte sie gar die Leute Rahals, ihre Freunde, Fremde und Nachbarn anhand der Geräusche ihrer Schritte zu erkennen.
Cinders Ehrgeiz war geweckt.