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Morgenhell und doch Nachtschwarz
Verfasst: Dienstag 26. Mai 2015, 13:27
von Cassandra Menderis
Ein kratzendes Gefühl im Hals lies sie erwachen und im ersten Augenblick wusste sie nicht genau, wo sie war. Noch etwas schlaftrunken sah sie sich um.
Die ersten Strahlen der Morgensonne fielen durch das Buntglasfenster und tauchten die Möbel des Zimmers in ein Farbenspiel aus Licht.
Achja, zuhause!
Dies war jetzt ihr Heim, ihres und das von Janos. Er war jedoch offenbar schon aufgestanden, wahrscheinlich um Frühstück zu holen. Ob das jetzt immer so war?
Komisch, das atmen fiel ihr schwer?
Bisher hatte sie im Schlafsaal im Keller des Kessels geschlafen, genau wie Logar und noch ein paar andere.
Das kratzen im Hals wurde stärker und sie musste husten. Ein merkwürdiges Geräusch kam dabei aus ihrer Lunge.
Irgendwie fühlte sie sich nicht gut.
Die Gespräche mit Logar vor dem einschlafen würden ihr gewiss fehlen, aber sie war ja nicht aus der Welt und sie sahen sich ja auch oft unter Tags im Kessel oder in der Mine.
Warum war es eigentlich so kalt hier? Hatte Janos ein Fenster auf gemacht? Wieder zwang sie das kratzen im Hals zum husten.
Au, diese Kopfschmerzen! Und der Brustkorb tat ihr nun auch weh beim Husten. Na super, hatte sie sich etwa doch erkältet?
Sie hatte gestern schon Kopfschmerzen, doch dank des Vorfalls mit diesem Sieghart hatte sie andere Probleme gehabt.
Ob er sie wirklich hatte verschleppen wollen? Hm, nein, darüber wollte sie lieber nicht genauer nachdenken. Sie schüttelte sich. Im Moment kam es ihr eh so vor, als sei ihr Kopf in Baumwolle gepackt.
Nerviges kratzen! Sie sollte aufstehen und sich ein Glas Wasser holen!
Sie schlug die Decke zurück und zitterte ob der Kälte die sie empfand. Ihre Beine fühlten sich an wie Pudding. Oh nein! Sie wollte nicht krank werden! Nicht jetzt!
Langsam ging sie auf die Treppe zu. Ein Glas Wasser aus der Küche unten würde ihr sicher helfen. Bei Eluive, warum war ihr denn jetzt nur so schwindelig?
Doch da wurde ihr auch schon nachtschwarz vor Augen und sie sank auf den Boden. Das Fieber lies sie schwitzen und doch zitterte sie wie Espenlaub.
Janos? Hilf mir...
Schreck am Morgen
Verfasst: Dienstag 26. Mai 2015, 19:18
von Janos Advarn
Er war in die Küche gegangen und hatte ein Tablett vorbereitet. Marmelade vom Bauern, frisches Brot, guten Käse, einer Kanne Kaffe und heisem Wasser sowie von dem Hühnerm im Stall frische Frühstückseier hatte er sich auf das Tablett aufgeladen. Zusammen mit den Tellern und Tassen schwankte das Tablett bedenklich als er sich um drehte und die Küche verlies um nach oben ins Schlafzimmer zu gehen und Cassandra zu wecken. Als er um die Ecke bog, blieb er wie angewurzelt stehn. Ein Augenblick der Überraschung und des Schrecks und das Tablett war vergessen. Wie es heil auf dem Boden an kam wusste Janos hinterher nicht mehr. Er eilte zu Cassandra hin und hob sie eilig auf.Dank seiner Ausbildung als Leibwache und den zahlreichen Unterrichten in den verschiedenen 'Ausbildungsstättet' flog der Blick routiniert über ihren Körper sie nach Wunden untersuchend. Nein augenscheinliche Verletzungen hatte sie nicht und atmen tat sie auch noch... Wenigstens das war sicher. Er nahm sie rasch auf die Arme und trug sie vorsichtig nach oben ins Bett.
Sie war glühend heiß wie ein Ofen. Rasch eilte er erneut die Treppenstufen hinunter, seine nackten Füße patschten nur so darüber. In aller Eile schnappte er sich einen Topf, der als improvisierter Wassereimer her halten musste, und rannte hin zum nahen Meer. Der Rückweg jedoch war langsamer und sorgenvoller, hin und wieder schwappte Wasser über den Rand des Topfes und klatschte nass und feucht auf seine nackten Füße und die Hosenbeine des Schlafanzugs. Er hinterlies eine Topfenspur bis hin zum Bett wo er den Topf eilig abstellte und hinunter zum Schrank eilte um die Handtücher zu holen. Bald schon waren die Unterschenkel und Unterarme von Cassandra mit kühlenden feuchten Lappen eingewickelt, während er sie sonst doch noch mit der Decke zu deckte. Auch auf der Stirn lag ein feuchter Waschlappen. Er ging zum breiten Fenster hinüber und öffnete es um frische Luft herein zu lassen. Nach all er Eile und Hektik saß er dann an ihrer Seite und blickte sie sorgenvoll an. Er kannte sich mehr mit größeren Verletzungen aus. Wunden vom Kampf, die man verbinden konnte, Brüche die man Schienen konnte... Er war kein Heiler und doch war dieser hier von nöten. Janos rang mit sich wie er sich weiter verhalten sollte. Sollte er hier bleiben und sie beständig überwachen, regelmässig die kalten Tücher auswechseln und ihre Temperatur überwachen?
Oder war es besser sie alleine zu lassen, zumindest für kurze Zeit, um einen Heiler zu holen, der besser helfen konnte. Was aber wenn ihr in diese Zeitpunkt wo sie alleine war etwas passierte? Was wenn ihr etwas passierte weil er nicht den Heiler gerufen hatte? Sorgenvolle Schatten umwölkten seinen Geist ehe er sich zu einer Entscheidung durchgerungen hatte. Er sprang auf und hastete hinaus zur Türe, erst als er die Haustüre abschliessen wollte erkannte er, daß er noch in der Nachtkleidung war. Über seine Zerstreutheit und seine Sorgen fluchend und hoffend dass Cassandra nichts geschehen mochte flog er praktisch die Treppe hinauf um sich anzukleiden. Dann jedoch als er sich präsentierbar gemacht hatte verlies er das Haus und schloss sorgfältig ab. Er blickte sich sorgfältig um ob ihn jemand gesehen hatte.... Sollte er oder sollte er nicht... Auch wenn es schneller ging.... sicherer war es .... besser so...... Er hastete zur Kutsche von Junkerstyn. Er warf ihm einige Münzen mehr hinzu mit der Auflage die Peitsche nicht zu sparen, auf dem Weg nach Wellenruh.
Die Landschaft flog nur so vorbei und doch schien es Janos als sei es immer noch zu langsam. Endlich sah er durch das Fenster die bekannten Umrisse und das ihm vertraute Gebäude des Kessels. Ohne noch ein weiteres Wort an den Kutscher zu verlieren sprang er hinaus und hetzte in den Kessel hinein. Laut schlugen die Türen nach hinten als er in das Handelshaus hineinstürmte. Als er das Alchemielabor erreicht hatte empfing ihn ein fragender scharfer Blick Lillianas. "Lili", meinte er noch ganz außer Atem. "ich brauch deine Hilfe! Bitte! Cassandra liegt krank daheim bei mir im Bett und hat hohes Fieber! Ich hab sie unten an der Treppe gefunden wo sie zusammengebrochen war. Bitte beeil dich schnell ", drängte er und war sichtlich voller Aufregung. Der Blick Lilianas streifte ihn sorgenvoll als sie zu ihrer Tasche griff und sich vom Alchemietisch erhob.....
Verfasst: Dienstag 26. Mai 2015, 20:52
von Liliana van Drachenfels
Liliana nickte nur, schnappte sich ihre große Tasche, in der alles drin war was sie brauchte. Die Fahrt ging nach Junkersteyn und zu Janos Haus. Dort angekommen kümmerte sie sich um Cassandra. Gewohnheitsmäßig fühlte sie ihren Puls, prüfte Atem und Temperatur. Sie war glühend heiß und ihr Puls war schwach und auch ungleihchmäßig. Sie legte sie ihr sogleich kühlende Wickel über Waden und Oberarme und versuchte ihr einen Trank einzuflößen der ihr Herz stärken sollte. Anschließend nahm sie ein Höhrrohr und hörte ihre Lunge ab. Sogleich hörte sie die rasselnden Atemgeräusche und wußte daß es ernst war. "Lungenpest" meinte sie tonlos zu Janos und er konnte ihr ansehen wie besorgt sie war. Sie reichte ihm einen kleinen Beutel mit getrockneten aromatisch riechenden Kräutern. Brühe bitte 3 Löffel davon auf. 5 Minuten im kochenden Wasser müssen sie ziehen. Janos ging sogleich los um den Tee zuzubereiten und Lili nahm aus ihrer Tasche einige Tücher auf die sie etliche _Tropfen eines kräuteröles tropfte. Diese legte sie Cassandra über Mund und Nase so daß sie die wohltuenden ätherischen Öle einatmete. Janos kam nach einer Weile mit dem Tee und sie versuchte ihr diesen einzuflössen, was nicht ganz einfach war.
Ich lasse dir die Teemischung hier Janos, mach ihr bitte drei mal täglich einen Tee daraus. Sie wird noch einige Tage brauchen um wieder zu Kräften zu kommen, aber sie wird bestimmt wieder gesund. Mach dir keine Sorgen. Ich komme später noch mal wieder *Aufmunternd lächelte sie zu ihm* Dabei machte sie ich recht große Sorgen, denn kurz zuvor erst war sie von Wulfgard zurück gekommen. Auch Anndra hatte Lungenpest und Skadi nahm das auf die leichte Schulter, wollte sogar anschließend mit ihr in die Höhlen. So ritt sie nach Wulfgard, doch niemand machte ihr auf. So führte sie ihr Weg erst ein mal nach Adoran zurück.
Verfasst: Mittwoch 10. Juni 2015, 23:18
von Cassandra Menderis
In den nächsten Tagen konnte Cassandra nicht recht sagen, was Traum war und was Realität. Sie dämmerte im Fieber vor sich hin, ab und an geplagt von wilden Träumen über ihren Onkel und ihren Eltern, vom Kessel und Janos und Lili.
Ach nein, die beiden letzten waren wohl kein Traum.
Janos kümmerte sich rührend um sie, versuchte mit Wickeln ihr Fieber zu senken, ihr etwas Suppe einzuflösen und leistete ihr so gut es ging Gesellschaft. Er sorgte sich wirklich sehr um sie und wann immer sie von einem Hustenanfall geschüttelt wurde, war er stets mit etwas Tee zur Stelle.
Und auch Lili sah wohl in regelmäßigen Abständen vorbei, brachte eine Kräutertinktur, welche ihr Janos als Tee aufgoss. Widerlich schmeckendes Zeug, aber nach und nach sank das Fieber endlich und kleine Schlucke von Lilis Heiltinktur gaben ihr nach und nach wieder Kraft und liesen den Husten stetig verebben.
Die nächsten Tage fühlte sich Cassandra immer besser und sie stand schon immer ein wenig länger aus dem Bett auf, machte schließlich sogar einen kurzen Spaziergang mit Janos und endlich verkündete Lili, dass sie nun endlich wieder ganz gesund war.
Sicher, sie musste es noch langsam angehen lassen, aber die Lungenpest war fort.
Den Göttern sei dank!