Seite 1 von 1
Unerwartet (Fortsetzung)
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 02:12
von Torjan Eichental
Es war nur ausgemacht, mit dem Bürscherl, der a guter Freund vom Hospital war, dass mit dem Bauernmäderl vom Hopsital, was ja noch recht neu war im Land, a Stadtführung durch Menek Ur g'macht werden sollt.
Aber alles kam anders.
Zuerst wurden ihnen die Handelshäuser 'zeigt und der Palast und viel anderes .. aber auf einmal a Ruf!
A Hakaraim oder so wär g'rufen.
Auch wenn es Torjan nicht über die Zunge ging, wie das Wort richtig ausgesprochen wäre, fühlte er doch, dass er verlangt wäre.
Er wurde zu einem Mäderl geführt, das mit einer sehr argen Schädelverletzung an der Schläfe darniederlag.
Er fühlte nach Lebenszeichen, an ihrem Hals, an ihrer Hand.
Aber da war nichts mehr.
Nichts.
Nichts mehr.
Es blieb nur noch, sie in Tücher zu hüllen, die Ahamed brachte und sie an einen Ort zu verbringen, wo sie die bloßhapperten Mäderln sie waschen und für ihr Begräbnis vorbereiten würden, wie Ahamed ihm das erklärte.
Es war das dritte Mäderl, das er verlor, in seiner Profession ... hmmm .. alles Mäderln ... seltsam ... seit er in dem Land weilte.
Doch Leben zu verlieren, gehört zur Profession eines Feldschers, und auch in jenen 30 Jahren, in denen er im Krieg diente, konnte er sich nie daran gewöhnen, ein Leben zu verlieren.
Erschöpft sank er an jenem Tag in seinen Lehnstuhl. Seine einzige Hoffnung war, dass Eluiv jenes Mäderl in ihr Reich aufnehmen würde.
Unruhige Träume begleiten jene Nacht und wohl wird er am nächsten Morgen nicht wirklich ausgeruht aufwachen.
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 08:30
von Thahida Atiika Yazir
Auch ich hörte von der Nachricht das Eshaty tot sein sollte, ich konnte es kaum glauben und mein Weg ging sofort zum Haus der Masari, immerhin war Eshaty eine Freundin geworden nur leider wurde es mir dort auch bestätigt dass sie tot sei.
Die Trauer über den Verlust einer Natifah und auch einer Freundin überkam mich sofort, war doch schon der Tag der Hochzeit von Eshaty und Jussuf festgelegt.
Ich schaute zum Haus der Masari ein tiefes schweres und trauriges Seufzen drang über meine Lippen, ich wusste das erste Mal seit langem nicht mehr was ich sagen sollte außer das ich mein Beileid übermittelte.
Doch ich wollte sie in ihrer ersten Trauerfase nicht stören und ging zurück nach Hause, im Familienhaus der Yazir legte ich eine Nachricht aus.
Salam Aleikum Cousin und Cousinen,
leider habe ich heute schlechte Nachrichten, es gab einen traurigen Vorfall im Haus der Masari.
Die Verlobte von Jussuf und unsere Freundin Eshaty ist verstorben.
Ich habe schon in unserem Namen unser Beileid ausgesprochen, Jussuf habe ich leider nicht angetroffen doch würde ich euch bitten solange ich auf meiner Reise bin dort unser Beileid an Jussuf auch von mir auszurichten.
So hoffe ich das Mara unsere Natifah Eshaty gut auf sie aufpassen.
Ich werde in ein paar Tagen wieder in Menek’Ur sein, so erhoffe ich das keine weitere traurige Nachricht an mich dringt wenn ich wieder da bin.
Wasser und Schatten
Eure 
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 09:06
von Callista Anisa Ifrey
Als sie am Morgen ihre übliche Runde drehte, von ihrem Heim erst zum nahen Medicushaus und dann wollte sie weiter über den Brunnen zum Tempel.
Aber so weit sollte es an jenem Morgen nicht kommen, bereits als sie ihre erste Stadtion betreten hatte, spürte sie das etwas nicht stimmt. Die Stimmung der Wache davor wie auch ihrer Cousine die drin für den Notfall saß war bedrückend, und als sie die aufgebarte Tote im Nebenraum erblickte, wusste sie auch wieso.
Ein kurzer Blick auf das Gesicht der Toten lies sie erschaudern. Eshaty viel zu früh, war ihr Lebensfaden im Teppich des Lebens der Mara zerschnitten worden.
Sie kniete sich neben der in Seide gewickelten nieder und verfiel in ein stilles Gebet.
- Du heller Schein, du lebendig Licht ...
Du stille Kraft, du verborgne Macht ...
Du mächtiger Sturm, aus weißem Sand ...
Streich uns mit deiner tröstenden Hand ...
Wir vertrauen dir und bitten...
Schenk uns Geborgenheit in jener Zeit...
Du deren Wege unergründlich sind...
Zeig uns deinen Willen...
Und lass uns verstehen...
Erst nach jenen Worten küsste sie die tote Eshaty auf die Stirn, bevor sie sich auf den Weg zu ihrer Schülerin Mina machte, vergessen war der eigentliche Rundgang, vergessen war das was sie sonst am morgen tat. Nun war es wichtig, für die Familie Masari da zu sein.
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 10:14
von Gast
Langsamen Schrittes bewegte sie sich den Tempelberg hinauf. Das Gesicht bereits deutlich verzogen und immer wieder ein schweres Schlucken folgen lassend. Sie war bemüht sich zusammen zu reißen, bemüht die Haltung zu wahren. Immer wieder knickte der rechte Fuß ab beim Laufen, was das Ganze etwas schwierig gestaltete. Dazu kam, dass sie nur mit einem Auge sehen konnte, während das Andere sich hinter Verbänden verborgen hielt. Und so war der Marsch hinauf ein Drangsal.
Als sie dann endlich im Tempel angekommen war, ihr Kissen eingenommen hatte, schnappte sie mehrmals nach Luft, bevor dann ein Jammern durch die Hallen hallte. Die Hände Noelanis pressten sich auf ihr Gesicht und verzweifelte Laute entwichen ihr. Und so trauerte sie, in den frühen Morgenstunden, als noch niemand bei ihr weilte, um ihre Freundin Eshaty. Und um ihr bezauberndes Lächeln, welches in den Erinnerungen nur noch mehr Verzweiflung in den Leib der Natifah trieb.
Gehe in Frieden, gehe in Güte.
Gehe in Liebe, gehe im Glauben.
Lass den letzten Tag hinter dir.
Wenn jener vorbei ist, gehst du in Seelenheil.
Lass uns gemeinsam in die Dunkelheit gehen.
Ohne Angst, nicht alleine.
So hoffen wir, mit Wohlgefallen,
sicher Zuhause anzukommen.
So hoffen wir, mit Wohlgefallen,
sicher Zuhause anzukommen.
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 13:35
von Gast
Langsam und bedächtig fuhr sie mit ihrer Hand über den hellen Stoff ihres Trauergewandes. Den Stoff hatte Eshaty gewebt. Sie ließ die Tränen über ihre Wangen laufen ohne sie wegzuwischen. Nahezu feierlich waren ihre Bewegungen als sie die Kleider für ihre Familie aussuchte und sie in Stappel zusammen legte. Kurz nur blickte sie zu dem Webstuhl herüber und erlaubte sich ein schmerzvolles doch leises aufkeuchen. Die so sanfte und gütige Natifah wird den Raum nie mehr erhellen, nie mehr wird man ihre Stimme hören. Sie war schon seit langem ein Teil ihrer Familie gewesen und in dieser dunklen Zeit gab es nur einen einzigen Trost. Eshaty befand sich nun im Schoße Eluives und an der Seite ihrer eigenen Mara.
Nun galt es an Jussuf zu denken.
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 14:10
von Saajid Tamam
Gerade hatte die Meldung auch das Hauslosenviertel erreicht, das Haupt des Shojens senkte sich betroffen und ein hörbares Seufzen folgte. Der unerwartete Tod der Menekanerin traf ihn für den Moment schwer, war Jussuf doch noch vor wenigen Tagesläufen ein Gast in seiner Familie und sprach über die baldige Hochzeit. So machte er sich auf, eine Beileidsbekundung zu verfassen welche er selbst an die Türschwelle der Masari legte.
Salam Jussuf, ehrbares Oberhaupt der Masari,
mit großer Trauer vernahm die Familie der Azeezah die Kunde über den Tod deiner zukünftigen Blüte.
Es ist niemals leicht, einen geliebten Menekaner ziehen zu lassen. Erstrecht nicht, wenn dies viel zu früh geschieht.
Ich persönlich behalte Eshaty als fröhliche und warmherzige Menekanerin in Gedanken...
Die Gebete der Azeezah sind bei dir, Eshaty und eurem Haus.
Hudad, wenn ich etwas für dich tun kann, lass es mich wissen.
in tiefer Trauer
Noch eine Weile würde er über die letzten Tage sinnieren, ehe er sich dazu aufmachte, die Kunde an die Cousinen und Cousins heranzutragen.
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 14:50
von Tooru Weidenhang
Das konnte doch neda sein, eben noch war sie doch bei den Yazir vor der Türe und winkte ihnen freundlich zu. Und nun sollte diese fröhliche Wüstenblume neda mehr sein? Es tat ihr im Herzen weh. Eshaty war vielleicht neda ihre beste Freundin aber dennoch genoß sie es immer wenn sie auf die kleine Natifah traf, egal ob es im Basar oder auf ihrer Wache war. Sie erinnerte sich noch wie sie Eshaty zum Basar eskortierte der aufgrund der Kriegsgefahr kurzzeitig geschlossen war. Sie erinnerte sich daran wie Eshaty ihr ihre erste Tempelkleidung in gold und hellblau fertigte. Jene Kleidung würde sie heute tragen, klar war es keine Trauerkleidung aber es war das Kleidungsstück was Erinnerungen an sie in sich trug und das sie zu ihren Ehren tragen wollte.
"Mache es gut kleine Blüte, habe eine sichere Reise zur Mara, ich werde dich in meine Gebete einschliessen.", meinte sie leise vor sich her auf ihrem Weg zurück nachhause vom Yazirhaus wo sie die Nachricht hörte.
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 15:20
von Suraya Ayana Yazir
Ein Kloß bildete sich in ihrem Hals der es ihr fast unmöglich machte zu Schlucken. Die Fassung zu wahren, dazu wahr sie nicht im Stande. Ein Blick erging an Sahid, der mehr als Tausend Worte sagte. Sie hüllte sich in weiss, das Kopftuch wurde bedächtig aufgesetzt und der Schleier geschlossen, ehe die Holztür hinter ihr zuviel und sie sich langsamen Schrittes auf dem Weg zur aufgebahrten machte. Vielleicht kam sie ja doch jeden Moment um die nächste Strassenecke. Doch dem war nicht so. Sie betrat die Räumlichkeiten, bedrücktes Schweigen.
Sie beugte sich über den fahlen leblosen Körper und betrachtete Sie ein letztes Mal. Sie sank hinab an Eshatys Ohr und flüsterte dem toten Körper einige Worte ins Ohr.
"Liebe meinen Anaan wie ich es getan hätte und pass gut auf ihn auf."
Ehe sie sich kniete und ebenso ein Gebet leise flüsternd sprach.
Die Mutter holte dich zu ihr,
es fällt so schwer.
Die Menekanerin der Güte,
sie ist nicht mehr.
Die letzte Kraft hat Dich verlassen,
Du hast Dich auf den Weg gemacht.
Wir können es noch nicht erfassen,
was Dein Tod für Schmerz gebracht.
Doch ruh nun sanft in Deinem Grab,
Du gute Menekanerin, die soviel Liebe gab.
Verfasst: Freitag 22. Mai 2015, 18:12
von Gast
*Sie quälte sich aus dem Bett, War das gestern wirklich passiert, würde sie wirklich neda wieder kommen? Die Worte von Torjan klingen noch in ihren Ohren nach "sie ist nun bei Eluive selbst " hatte er gesagt. Nach wie vor irgendwie in Trance zog sie sich an. Sie zog die ersten Kleidungsstücke an die sie damals von Eshaty bekommen hatte. Diese waren nun kunterbunt gefärbt und so zog sie darüber einen weißen Sari an, lediglich der rechte Arm war farbig bekleidet. Die Mara würde die Geste sicher verstehen. Es waren ihre Erinnerungsstücke an Eshaty.
Als sie am heutigen Tage den weg zum Maristan beschritt kamen die Erinnerungen von vorherigen abend hoch. Sie war gerannt so schnell wie ihre Füße sie tragen konnten, und trotzdem hatte es neda etwas gebracht. Sie sollte doch jussuf heiraten, ihre Cousine werden und das Haus mit Kindern füllen. Doch Eluive hatte entschieden sie zu sich zu holen. Mit diesen Gedanken trat sie an die aufgebahrte heran und betrachtete sie eine weile ehe sie ihr ein letztes Mal sanft über die Wange strich und ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte ehe sie sich doch mit Tränen in den Augen abwendete und den Heimweg antrat.*
Verfasst: Freitag 29. Mai 2015, 22:52
von Suraya Ayana Yazir
Sie hatte Jussufs Aushang gelesen, hatte leicht genickt und war weiter gegangen zu ihrem Haus. Sie zog sich die feinsten Kleider an, bunt, farbenfroh, lebhaft. Sie schnappte sich eine Flasche des guten Kokosnusslikoers und tapste nicht wie vermutlich hinauf auf den heiligen Berg zur Trauerfeier. Sie zog es ans Meer, an den kleinen Steg. Sie setzte sich die Beine ins Meer baumeln lassend und öffnete den Likör.
"Auf Eshaty!"
"So hättest du es gewollt...."
Sie sass dort bis spät in die Nacht als ihre müden Augen dann durch die Strassen der Stadt schweiften und ihre durch den Alkohol schweren Beine sie nach Hause trugen.