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Niale - Herauswachsen aus den Kinderschuhen
Verfasst: Montag 18. Mai 2015, 15:43
von Gast
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Es war ein kühler Abend und leichter Regen fiel vom Himmel herab. Ein leichter Wind wehte durch das Land und fand in den Haaren Niales eine wohlgesonnene Spielgefährtin. Sanft wehte es im Takt des Windes, bis sich eine Haarsträhne im schönen Gesicht Niales verfing.
Langsam strich sich die junge Frau jene Strähne aus dem Gesicht und blickte gen Himmel, wo sie ein wenig des Grau durch das Blätterdach des Baumes sah, unter welchem sie Zuflucht gefunden hatte, zumindest für eine kleine Weile.
Diesen Augenblick der Ruhe, etwas weiter ab von jedem belebten Ort, gönnte sich Niale, denn die vergangenen Tage waren aufregend genug. Die Ankunft in diesem Land sowie der Beitritt in das Lichtenthaler Regiment stellten einen großen Meilenstein in ihrem noch jungen Leben dar. Vorerst war das Vagabundenleben vorüber, dass Logan, Niales Bruder Svartur und sie selbst einige Zeit führten.
Langsam schloss Niale ihre blaugräulich anmutenden Augen und atmet leise aus. Ihr Vater würde sie nun dazu ermuntern, ihren neuen Lebensabschnitt mit Mut und Zuversicht zu begegnen, doch statt in diesem Gedanken etwas Tröstliches zu finden, bescherte er ihr einen dicken Kloß im Halse, denn ist ihr Vater vor 5 Jahren getötet worden. Ebenso wie ihre Mutter am selben Tage durch die Hand böser Menschen starb, trat doch durch dasselbe Ereignis Logan in ihr Leben, der ihren Bruder und sie selbst rettete.
Ein leichtes Lächeln legte sich auf Niales Gesicht und sie atmete tief und wohlig aus bei dem Gedanken an jenen Mann, dem sie schon vor langer Zeit ihr Herz schenkte. Und doch...auch wenn Logan ihre Liebe erwiederte zögerte er mehr zuzulassen, denn fürchtete er, sie würde ihn nur aus kindlicher Bewunderung heraus lieben und in ihm mehr sehen..als er meinte zu sein.
Langsam öffnete Niale ihre Augen und schaute wieder gen Himmel, der sich weiter verdunkelt hatte und ein kommendes Unwetter verkündete. Sie sollte zurückgehen, doch sie wollte nicht. Sie wollte hierbleiben, hier mit ihren Gedanken, allein unter dem Baum, der ihr vor dem Regen soviel Schutz gab wie er vermochte..so wie Logan einst. Ja sie liebte diesen Mann..und nicht als Mädchen..sondern als Frau!.
Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2015, 13:59
von Gast
21. Eluviar 258
Klar war die Nacht, ruhig und angenehm, doch an Schlaf war bei Niale kaum zu denken. Zuviel war an jenem Tag geschehen und es wühlte sie noch immer auf, selbst bei dem sanften Rauschen des Nahen Wassers und der Baumwipfel um sie herum.
Der Kuss, den sie Logan stahl, bescherte ihr noch immer eine leichte Gänsehaut, sie spürte noch immer seine sanften Berührungen und der Gedanke an seinen liebevollen Blick ließ sie noch immer etwas den Atem anhalten. Er hatte sich endlich durchgerungen und sie waren ein Paar.
Niale blickte zu der nahen Stadt Bajard, die sie nun wohl bald endgültig hinter sich lassen würden. Nun da Logan und sie selbst Bürger des Reiches wurden, konnten sie sich endlich ein kleines Haus in Adoran suchen. Der nächste Schritt war bald getan und die Nächte im Wald gehörten der Vergangenheit an.
Leicht lächelnd blickte Niale dann hinauf zu den Sternen des Himmels. Sie war sich sicher, dass ihre Eltern irgendwo..von dort oben auf sie hinabblickten und auf sie aufpassten.
Verfasst: Samstag 23. Mai 2015, 09:21
von Gast
23. Eluviar 258
Kater oder geprelltes Kinn..entscheide dich für einen Schmerz verdammtes Gehirn! Niale fluchte und jammerte, doch es half nichts, sie verspürte beides, abgerundet mit einer gehörigen Portion Übelkeit.
Niale war sich gar nicht mehr so sicher, was eigentlich der Anlass zu dem Trinkgelage mit Ellen war. Ein Mann verhaftet, ein Mann tot. "Fängt ja gut" murmelte Niale und bereute es sogleich wieder überhaupt nur gesprochen zu haben.
Niale erinnerte sich wieder an die Vogtin, ob sie einen Menschen töten könnte. Der Oberst konnte es..das war sicher, aber sie? Sicher..wenn es der Dienst erfordert wäre sicher die richtige Antwort, doch war sie es auch für Niale?
Fluchend betrachtete Niale sich im Spiegelbild ihrer Eisenklinge. War das Kinn etwa angeschwollen?! Innerlich malte sie sich schon aus, wie sie tagelang nicht reden könnte, wie sollte sie da ihrem Schleifer Widerworte geben?`Fluchend warf Niale die Klinge auf den Boden und stapfte gen Adoran.
Verfasst: Donnerstag 28. Mai 2015, 10:21
von Gast
28. Eluviar 258
Niale atmete die kühle Nachtluft ein und schloss für einen Moment die Augen. Langsam atmete sie aus und öffnete jene wieder und blickte auf den großen Apfelbaum in ihrem Garten..ihrem..Garten.
Nachdenklich strich Niale mit ihrer Hand über das Amulett an ihrem Hals, welches Janarey ihr überließ, welches ihren Mut stärken sollte. Mut diese riesige Wand namens Regiment, die sich vor ihr aufbaute, zu überwinden und ihr Ziel zu finden, welches, so es nach Janarey gehen sollte, sicher das Regiment sein würde.
Doch sicher war sich Niale zur Zeit in gar nichts mehr. Der Oberst hat ihren Antrag auf Entlassung abgelehnt, weil er sie kaum Ernst nehmen könne..sie wie ihr Bruder sie nicht Ernst nahm..so dachte sie jedenfalls. Ihr Bruder wollte nur auf sie aufpassen, doch der Streit gab ihr zu denken.
Svartur hat nun eine Gefährtin gefunden und war nach Berchgard gezogen. Niale freute sich über ihren Bruder und gewiss sah man sich noch oft, aber es stellte sich ein Gefühl der Einsamkeit ein, was auch Logan nicht zu mindern vermochte. Logan war ihre Liebe, doch Svartur war ein Teil von ihr..als ihr Zwillingsbruder. Seit sie denken konnte war er immer in ihrer Nähe..achtete auf sie und gab ihr Trost, doch nun war er woaders..nicht weg, aber auch nicht bei ihr.
"Er war schon immer der Mutigere" murmelte Niale und blickt auf den nahen kleinen Fluss. Doch nun hatte sie dieses Amulett..was sie ihrem Mut..und Temora näher brachte. Leicht lächelte Niale bei dem Gedanken, dass ihre Tugend wenig mit Krieg und Tod zu tun hatte, sondern mit dem Leben..mit Mitgefühl.Sie würde gewiss nie eine Gardistin sein wie andere..wie Heinrik oder Sigarin, sie würde die Gardistin Niale sein..die Mitgefühl mit ihren Feinden haben würde.
Verfasst: Sonntag 31. Mai 2015, 09:52
von Gast
31. Eluviar 258
Bajard....war zwar nicht Niales Heimat, doch ein Ort an welchen sie gerne war. Bajard war eher rauh und abenteuerlicher, die Chance war groß dass etwas Unvorhersehbares geschah.
So auch vergangene Nacht, als sie in ein Scharmützel zwischen Rahalanern und Letharen stieß. Letztere hatten wohl gewonnen..denn nahmen sie einen ihrer Kontrahenten mit sich. Ithilias wurde dabei verletzt, doch Niale selbst geschah nichts..fürs erste.
Sie war etwas enttäuscht von ihrem Freund Ithilias, hatte er doch auf Seiten der Rahalaner gekämpft. Auch wenn er dies etwas abtat, für Niale war dies kein gutes Zeichen. Sie hatte wenig Lust, eines Tages ihm auf dem Schlachtfeld gegenüber zu stehen, wenn doch das Regiment mal gegen die Rahalaner in Bajard kämpfen würde.
Und natürlich begegnete Niale noch Melina...sie tauchte scheinbar immer gerne auf, wenn es Ärger gab. Oder war dies Zufall? Niale war es gleich, denn irgendwie mochte sie die Piratin. Sie war frei und hatte keinen Bruder der... Niale schmunzelte leicht und führte den Gedanken nicht zuende. Wenn Svartur herausfände, dass sie wieder mit Melina sprach..gäbe es das nächste Donnerwetter. Doch Melina schien sich wirklich um Niale zu sorgen und so konnte sie doch gar nicht so schlimm sein..
Verfasst: Sonntag 14. Juni 2015, 09:12
von Gast
14. Schwalbenankunft 258
Lange lag Niale schon wach und starrte die Zimmerdecke an. Die Wunde begann zu schmerzen, als langsam alle Betäubung aus ihrem Körper wich. Liliana hatte ihr das eingeritzte "B" ein wenig operiert, doch ganz weg ging dies nicht. in Andenken an einen denkwürdigen Tag.
Das B stand für den Namen ihres Entführers..eines der beiden Entführer, denn ein Mitglied des Regimentes war der Zweite, den sie doch recht gut kannte: Arno Felo. Die zurüclgebliebene Narbe würde ein Mahnmal sein, welches sie stets an diesen einen Tag erinnern würde, an welchem nur der Zufall..sie vor einem schlimmeren Schicksal bewahrte, oder war es doch Temoras schützende Hand?
Arno wollte sie nur bekehren, auf recht grausame Weise. Niale sollte vom Glauben an Temora wegkommen und sich dem Glauben an Alathar öffnen. Sein Kumpane wollte sie nur erniedrigen und sie als Geldquelle nutzen, indem er sie an das Hurenhaus von La Cabeza übergab und von dem "Gewinn" einen ordentlichen Batzen abbekommen sollte. Ausgerechnet ihr erster Freier, den sie kannte, rettete sie und brachte sie in Sicherheit.
Doch obgleich Niale noch einmal Glück im Unglück hatte, veränderte sich an jenem Tag alles. Es war als ob jemand das Kind in ihr getötet hatte, denn das Lachen mochte ihr nun kaum mehr gelingen. Auch wenn Niale schon recht lange wach war, konnte sie sich kaum aufraffen aufzustehen und für ihre Rettung dankbar zu sein, denn der Schrecken saß einfach noch zu tief. Wieder blickte Niale auf die Wunde an ihrer Seite. Es würde der Tag kommen, an welchem sie es den beiden heimzahlen würde.
Verfasst: Montag 29. Juni 2015, 09:49
von Gast
29. Schwalbenkunft 258
Zweifel und Entschlossenheit wechselten in Niale so rasch wie das Tageslicht mit der Nacht wechselte. In der Nacht träumte sie noch oft vom Gesichte Bartos, wodurch sie einfach nicht vergessen konnte, was er und Arno ihr anzutun gedachten. Es war nicht nur der Wunsch nach Rache, es war dieses Gefühl der Hilflosigkeit, was ihr Angst machte und sie antrieb ihre körperlichen Übungen Tag für Tag zu vollziehen, auch wenn sie dem Dienst im Regiment meistens fernblieb.
Niale wollte die Rekrutenausbildung schaffen, anderen aber auch sich selbst beweisen, dass sie kein schwaches kleines Mädchen mehr wäre, doch ob das Regiment noch ihre Zukunft wäre wusste sie nicht. Malena hatte sie als Lehrling in das Hospital aufgenommen, eine große Chance für Niale doch noch etwas zu bewirken, und wenn es "nur" das Heilen von Menschen wäre.
Svartur war bereits aus dem Dienst geschieden...oder besser gesagt..er wurde entlassen, was Niale doch recht wurmte. Zumal Svartur ihr noch gar nichts davon gesagt hatte. Auch Logan fühlte sich dort nicht mehr wohl, wurde er ebenfalls kurzzeitig entlassen. Niale sah es an seinem Blick, als er in Richtung der Akademie schaute, welche auf der anderen Grabenseite ihres Hauses lag: irgendetwas würde sich bald verändern und so sehr Niale Logan auch verstehen würde, ein kleines Gefühl machte sich in ihr breit, welches meist auf Ärger hinwies.