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Tagebuch, Aufzeichnungen, Gedankenniederschriften

Verfasst: Freitag 15. Mai 2015, 18:11
von Veehrs Usil
Da ich nun meine Kammer sowie mein Bett im Hause Wolfseiche zugewiesen bekam und obendrein viel Zeit erübrigen kann, habe ich damit begonnen, meine Gedanken, erlebte Ereignisse und alles weitere, was wissenswert und interessant ist, in diesem Buch nieder zu schreiben.

11. Eluviar 258 – Erster Eintrag

Heute wurde mir Bett und Kammer im Hause Wolfseiche zugewiesen.

Ich habe die vergangenen vier Wochen rekapituliert. Etwa um den 14. Wechselwind desertiert. Hatte einfach genug von dem ganzen Mist, meinen Kopf für die Belange der feinen Herrschaften hin zu halten, die uns einfachen *hier ist ein größerer Kleks, als hätte man ein Wort mehrfach mit viel Tinte überstrichen* Bürger immer und immer voran in den Kampf schickten. Sind dann selbst zu feige und bleiben weiter zurück, während wir uns die Köpfe einschlagen. Wir Brüder und Schwestern. Ein Volk, getrennt durch das Erbe des alten Grafen. Und seine Söhne… Rachsüchtige, eitle Idioten.

Am 21. Wechselwind auf der Morgenröte in Zernad eingeschifft. Brachen in der Abenddämmerung gen Fergard auf. Werde wohl so schnell Verhall nicht wieder sehen. Wenn überhaupt. Wie es wohl meiner Familie geht? Vater, Mutter, meinen beiden Brüdern? Hoffentlich sind sie nicht auch in den Krieg gezogen worden.

Etwa gegen den 30. Wechselwind in Düstersee angeschwemmt worden. Schiff ist wohl vier Tage nach dem Auslaufen gekentert. Entweder hat da wer Hand angelegt, damit wir absaufen, oder es war ein Seeungeheuer. Somit war ich wohl fünf Tage auf See schiffbrüchig. Lille hat mich in den kommenden Tagen aufgepäppelt. Frau Crain hat mir frische Kleidung gegeben und Fräulein Goldblum habe ich es wohl zu verdanken, dass ich überhaupt noch lebe. Stehe bei den ganzen Frauen tief in der Schuld.

Auf dem Weg von La Cabeza nach Düstersee in Bajard Halt gemacht. Junge Heilerin Namens Aline Kalden kennen gelernt. Nette Frau, ambitioniert. Habe ihr geholfen, an Kräuter zu kommen und ihr versprochen, ihr noch weitere zu geben, so ich welche finde, damit sie weiter üben kann, um schneller den Menschen zu helfen.

In der Nacht vom 2. Auf den 3. Eluviar durch Ritter Wolfseiche festgesetzt worden. Er nennt das ganze Mündel und Vormund, ich Gefangenschaft. Mal sehen, was das Ganze soll. Darf die Reichsgrenzen nicht überschreiten, lediglich kurzer Aufenthalt in Bajard, um auf La Cabeza zu Lille zu kommen. Werde nun als Reichsfeind angesehen.

Verbringe viel Zeit am Tag in Düstersee. Komme mit dem abarbeiten meiner Schuld gegenüber den Frauen nicht voran. Allerdings sind alle sehr nett und hilfsbereit. Genieße es, wieder unter Leuten und in Gesellschaft zu sein. Die meiste Zeit verbringe ich mit Fräulein Goldblum, Fräulein DelMur (auch wenn sie lieber als Frau DelMur bezeichnet werden will), Frau Crain sowie ihren Kindern Yassi und Phee. Ab und an sind auch Herr Daley, Stadthalter von Düstersee, und Frau Meienschein anwesend. Ebenso Herr Acalon.
Freue mich jeden Tag darauf, wieder nach Düstersee zu kommen, wenn es meine Zeit zulässt. Und jene lässt es oft und gerne zu.

Am 10. Eluviar die Anweisung von Ritter Wolfseiche etwas gedehnt und den Aufenthalt in Bajard verlängert. Wenn er davon Wind bekommt, gibt es mit Sicherheit ärger. Werde aber nicht alleine dahin gehen und habe Frau DelMur gefragt, ob sie mit kommt und mich „bewacht“. Das Fest wunderbar. Theaterstück war sehr schön und lustig. Zweiter Platz beim Wetttrinken. Brachte mir acht Kronen ein. Danach einen ziemlichen Absturz gehabt. Keine Ahnung, wie ich wieder nach Düstersee kam. Als ich wieder halbwegs bei mir war, drehte sich mir der Kopf und ich hatte einiges an Gedanken zu verarbeiten. Die meisten kreisten um eine Frau Namens Cara DelMur

Habe mir dann den Ärger eingehandelt, den ich vorher schon beschrieben hatte. In dem ich die Anweisung des Ritters gedehnt hatte und meinen Aufenthalt in Bajard verlängert habe, um das Fest des Zusammenschluss Freihafen Bajard beizuwohnen, hat er mir nun das Privileg gestrichen, nach La Cabeza reisen zu dürfen. Nunmehr darf ich keinen Fußbreit mehr über die Reichsgrenze setzen. Werde mich jetzt daran halten. Schon genug Ärger verursacht.