Auf zur Nimmer Nimmerruh...
Verfasst: Mittwoch 29. April 2015, 15:16
Say your prayers little one
Don't forget my son
To include everyone...
***
Seltsam, wie etwas augenscheinlich Totes, nur eine Mischung aus altem Gestein, Ruß, Lehmmörtel und Eisen, so unglaublich lebendig und zugleich bedrohlich wirken konnte. Wie ein grässliches, knochiges Ungetier drückte sich das Gebäude an den Berg und schien dort geduckt und geduldig zu lauern - auf ganz besondere Beute.
In gewisser Weise konnte sich auch der kleine Rabenvogel, augenscheinlich eine Art Dohle, die da im Schatten des knorrigen Ulmendickichts versteckt kauerte, nicht ganz aus dem Beuteraster streichen. Ein Gefühl der Ergriffenheit und seelischer Berührung durchflutete den unreifen, flaumigen Vogelkörper und ließ das eigene Rabenherz fast bis zum Halse schlagen. Seit bald zwei Stunden saß sie nun quasi im Vorgarten des ganzen Komplexes, zwischen onyxfarbenen Statuen, die es auf wundersame Weise vollbrachten sowohl sakral-harmlos, als schrecklich-ungewiss zugleich zu wirken, und den gussseisernen Käfiggebilden, die an den kahlen, kräftigen Ästen der grotesk-verdrehten Schwarzeichen hingen, und beobachtete nur stumm fasziniert das unheimliche Refugium.
Ein hungriges Ungeheuer, welches nicht nur die düstere Ausstrahlung und all den verdorbenen Charme Varunas gierig aufgesogen, sondern vor allem genüsslich eine Menge Zeit verschlungen hatte. Nun aber war das Projekt, diese faule Frucht, soweit gereift, dass man es nur noch ausstaffieren musste, danach präsentieren, beziehungsweise die Saat ausstreuen konnte und schließlich sollte das Ganze auch irgendwann am Ende noch ertragreiche Ernte einfahren.
Ernte in Form von... Kontakt.
Die kleine Dohle schauderte heftig und schüttelte sich unweigerlich. Die flaumigen Federn wurden aufgeplustert und bald glich sie einem weichen, blauschwarzen Ball. Langsam zog sie die Flügel etwas höher und den Hals dazwischen ein. Vorsicht war besser als Nachsicht und wenn der Vogel etwas gelernt hatte, dann, dass man in seinem 'Metier' und der dazugehörigen Umgebung immer vorsichtig sein musste.
Kontakt war obendrein nicht wirklich ihre Stärke und nun trug das ganze Gebäude vor ihrer Na... ihrem Schnabel just dieses Ziel quasi als Aushängeschild über den schweren Flügeltüren stehen. Man wollte sich präsentieren, ein klein wenig öffnen und raus aus den Gruften der Vergessenheit, näher an die wimmelnd-wuselnde Menschenmasse treten, deren Aufmerksamkeit vorsichtig erhaschen, Verbindungen herstellen und in gewisser Weise auch berühren.
Berührungen... wäre es der Dohle möglich gewesen, so hätte sie in genau dem Augenblick nun die Nase heftig krausgezogen, doch blieb ihr nichts anderes übrig als sich einfach nochmals zu schütteln und ein unzufriedenes "Tschirrp!" zu trällern.
Das Gemäuer würde sich wohl gefräßig noch ein wenig mehr Zeit einverleiben, ehe sie es der Öffentlichkeit zugängig machen könnten. Nunja, einer schwer begrenzten Öffentlichkeit in einem noch engeren Rahmen. Doch immerhin - die Schritte waren getan und das alte Ungeheuer voller Albträume und Schatten lauerte nun, wartend und rastlos... ruhelos.
"Nimmer Nimmerruh!"
Zumindest die Namenstaufe, so stellte die Dohle befremdet fest, war gelungen!
***
Sleep with one eye open
Gripping your pillow tight
Exit light
Enter night
Take my hand
We're off to never never land
Don't forget my son
To include everyone...
***
Seltsam, wie etwas augenscheinlich Totes, nur eine Mischung aus altem Gestein, Ruß, Lehmmörtel und Eisen, so unglaublich lebendig und zugleich bedrohlich wirken konnte. Wie ein grässliches, knochiges Ungetier drückte sich das Gebäude an den Berg und schien dort geduckt und geduldig zu lauern - auf ganz besondere Beute.
In gewisser Weise konnte sich auch der kleine Rabenvogel, augenscheinlich eine Art Dohle, die da im Schatten des knorrigen Ulmendickichts versteckt kauerte, nicht ganz aus dem Beuteraster streichen. Ein Gefühl der Ergriffenheit und seelischer Berührung durchflutete den unreifen, flaumigen Vogelkörper und ließ das eigene Rabenherz fast bis zum Halse schlagen. Seit bald zwei Stunden saß sie nun quasi im Vorgarten des ganzen Komplexes, zwischen onyxfarbenen Statuen, die es auf wundersame Weise vollbrachten sowohl sakral-harmlos, als schrecklich-ungewiss zugleich zu wirken, und den gussseisernen Käfiggebilden, die an den kahlen, kräftigen Ästen der grotesk-verdrehten Schwarzeichen hingen, und beobachtete nur stumm fasziniert das unheimliche Refugium.
Ein hungriges Ungeheuer, welches nicht nur die düstere Ausstrahlung und all den verdorbenen Charme Varunas gierig aufgesogen, sondern vor allem genüsslich eine Menge Zeit verschlungen hatte. Nun aber war das Projekt, diese faule Frucht, soweit gereift, dass man es nur noch ausstaffieren musste, danach präsentieren, beziehungsweise die Saat ausstreuen konnte und schließlich sollte das Ganze auch irgendwann am Ende noch ertragreiche Ernte einfahren.
Ernte in Form von... Kontakt.
Die kleine Dohle schauderte heftig und schüttelte sich unweigerlich. Die flaumigen Federn wurden aufgeplustert und bald glich sie einem weichen, blauschwarzen Ball. Langsam zog sie die Flügel etwas höher und den Hals dazwischen ein. Vorsicht war besser als Nachsicht und wenn der Vogel etwas gelernt hatte, dann, dass man in seinem 'Metier' und der dazugehörigen Umgebung immer vorsichtig sein musste.
Kontakt war obendrein nicht wirklich ihre Stärke und nun trug das ganze Gebäude vor ihrer Na... ihrem Schnabel just dieses Ziel quasi als Aushängeschild über den schweren Flügeltüren stehen. Man wollte sich präsentieren, ein klein wenig öffnen und raus aus den Gruften der Vergessenheit, näher an die wimmelnd-wuselnde Menschenmasse treten, deren Aufmerksamkeit vorsichtig erhaschen, Verbindungen herstellen und in gewisser Weise auch berühren.
Berührungen... wäre es der Dohle möglich gewesen, so hätte sie in genau dem Augenblick nun die Nase heftig krausgezogen, doch blieb ihr nichts anderes übrig als sich einfach nochmals zu schütteln und ein unzufriedenes "Tschirrp!" zu trällern.
Das Gemäuer würde sich wohl gefräßig noch ein wenig mehr Zeit einverleiben, ehe sie es der Öffentlichkeit zugängig machen könnten. Nunja, einer schwer begrenzten Öffentlichkeit in einem noch engeren Rahmen. Doch immerhin - die Schritte waren getan und das alte Ungeheuer voller Albträume und Schatten lauerte nun, wartend und rastlos... ruhelos.
"Nimmer Nimmerruh!"
Zumindest die Namenstaufe, so stellte die Dohle befremdet fest, war gelungen!
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Sleep with one eye open
Gripping your pillow tight
Exit light
Enter night
Take my hand
We're off to never never land