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...Die Stimme der Hauslosen

Verfasst: Donnerstag 23. April 2015, 12:29
von Saajid Tamam
Ein leises Seufzen drang aus den großen Federkissen... ein wohliges... Ruhig suchte der Shojen sich eine geeignete Schlafposition. Der Abend war gut verlaufen. Die Männer und Frauen seines Standes waren versorgt worden, die Audienz beim Erhabenen trug mit einigen Wachen vor den Ruinen, erste Früchte. Und als es ihn schon in den Dämmerschlaf trieb, schreckten die Augenlider ganz unwillkürlich hoch. Ein fester, entschlossener Blick klammerte sich an den feinen Baldachin. Die Worte, die auf das sonst so besonnene Haupt des Magus prasselten, könnten sich in seinen Ohren wohl so angehört haben...:

Ich bin Menekaner...
Ich bin niederen Standes...
...und wir sind neda frei von Ehre und Stolz.
Und wir stehen füreinander ein...
Wie kannst du schlafen Saajid, wenn Alte, Kranke, Blüten und Kinder schutzlos im Sand der Durrah liegen...?

Übergehe diesen Missstand und du verlierst deinen Stolz, deine Ehre... vor dem Antlitz der Mara.


Der Körper hob sich, der Schmuck wurde erstmals vollends abgelegt... Jeder dicke Goldring, jede klimpernde Kette, jede überflüssige Anhäufung von falschen Symbolen der Ehrbarkeit fand ihren Weg in eine der Zahllosen Kisten des Shojen. Stattdessen wurde der simpelste Turban um das Haupt geschlungen, die Robe der Akademie um den Körper gehüllt und die Arme mit allerlei Decken, Kleidung und Nahrung beladen.

Es graute der Morgen über den Dünen der Durrah, die ersten fahlen Sonnenstrahlen trafen die zitternden Körper der frierenden, hungernden und offenbarten die Güte und Zuversicht der All-Mara. Unter all den klagenden Stimmen - voller Zorn, Wut, Enttäuschung und Verzweiflung - bahnte sich der Shojen, dessen Robe ihm zwischen den Handwerkern, Tagelöhnern und hart arbeitenden Gesellschaft sicher eine gewisse Aufmerksamkeit zuteil werden ließ, den Weg. Die ersten Hilfsgüter wurden an die bedürftigen verteilt, der Blick schweifte weiter...

Eine aufgestachelte Traube aus Menekanern schloss sich vor einer Hauswand um einen der rechtmäßigen Bewohner des Viertels. Die ersten Steine flogen, der Kauernde war dem Tod durch Steinigung nahe...


Menek...

Die Stimme des Shojen erhob sich ruhig und beruhigend ein erstes mal... wurde von den lauten Rufen des Mobs abgewürgt.

Menekaner....

Der Stab hob sich beschwichtigend und wieder erklang die sanfte Stimme des Magus... wieder ungehört.
Als die Steine dann gezielter auf Kopfhöhe des Delinquenten geschleudert wurden, stieß er den Stab fest in den weichen Sand der Durrah. Eine hörbar grollende und donnernde Druckwelle würde den Lynchenden für einige Wimpernschläge alle Sinne nehmen, die Aufmerksamkeit auf den Shojen lenken.


Menkener! Haltet ein!

Hört mich an!

Tötet diesen Ehrlosen... tötet ihn und auch ihr werdet zu Mördern werden.
Wer von euch hätte einen Stein geworfen, als er sein Haus noch hinter den Mauern der goldenen Stadt wusste?
Wer von euch hätte diesem Fehlgeleiteten nicht ehr einen verachtenden Blick voller Bedauern geschenkt?

Nichts an euch, stolze Menekaner...
...Nichts an euch, hat sich geändert.

Ich bin ein Mann eures Standes. Ein Menekaner voller Ehre, Stolz und liebe zur Mara und ihren Entscheidungen.

Ich habe viel gesehen... ich habe viel erlebt. Doch in all der Zeit - und war sie noch so hart - zweifelte ich nie an der Liebe unserer Mutter zu unserem Volk.

Niemand versteht euren Unmut so gut wie ich.
Als Shojen der Akademie, geboren im Schoß der Ifrey.
Als Menekaner, einst bekleidet von Amt und Titel.
Als treuer des Hauses der Erhabenen, dessen Absichten stets rein und unverfänglich waren.

Menekaner...

Man hat euch Struktur genommen...
Man hat euch eure Häuser genommen...
Ihr sitzt hier, ohne sichere Zukunft.

Aber ehrbar und stolz, dass seid ihr alle!

Die Zeit der Prüfungen ist gekommen, geliebte Menekaner.

Wann war der Weg eines Kindes der Durrah jemals einfach...?

War er einfach, als Saajid Omar den Weg beschritt?
War er einfach, als wir uns wieder und wieder den Mächten des Brudermörders stellten?
...An welchem Tag, war das Leben selbst, in der Durrah einfach?

Wir werden diese Prüfung meistern, in der es um Gemeinschaft und Einigkeit geht.

In der es darum geht, für einander einzustehen und uns den neuen Widrigkeiten zu stellen um einmal mehr zu beweisen, dass wir das geliebte und starke Volk der Mara sind.

Am gestrigen Tage sprach ich mit unserem Emir.
Die Wachen, die eure Zelte schützen, werden nur der Anfang sein.

Ich rufe euch zusammen, ich bitte euch, am sechsten Tag zur siebten Stund' dieser Woche, zu erscheinen.

Gemeinsam werden wir als Hauslose, über die Geschehnisse debattieren...
Ich werde euch preisgeben, welche Worte mir der Emir auf den Weg gab.

Wir werden unsere Fähigkeiten nutzen, um die Leiber unserer liebsten zu schützen.
Wir werden unsere Fähigkeiten nutzen, um die dünnen Mauern unserer Häuser zu festigen und verstärken.
Wir werden unsere Grundversorgung durch die stolzen und fleißigen Handwerker und Händler sichern.

Säbelschwinger... Alchemisten... Salzschürfer... Tuchweberinnen... Maurer... Dienstboten - Männer des Steinbruchs.

Jede helfende Hand bedeutet einen ebnenden Stein auf dem sicheren Weg in die Zukunft.

Ich garantiere, gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass jeder Magen gefüllt ist und jedes Kind in Frieden schlafen kann.

Tragt die Kunde der Versammlung durch eure Reihen und haltet ein, mit eurer Wut.


*Dann ging er festen Schrittes auf den geschundenen Körper des Verstoßenen zu, packte ihn am Kragen und zog ihn mit sich.
Der Griff war fest, das "Ziehen" mehr ein Schleifen. Am äußeren Rand des Mobs angelangt, spuckte er dem Delinquenten ins Gesicht
und verabschiedete ihn mit einem Tritt in die Durrah*


Distanziert euch vom Abschaum, der diese Mauern einst bewohnte.
Jeder Menekaner, der frei von Gesetzbruch und Sittenwidrigkeit ist, soll zu unserem Treffen erscheinen.
Wer wider dieser Worte als Gesetzloser erscheint, dem garantiere ich keine Sicherheit und er wird sich der Lynchjustiz des Volkes stellen.

Abeer Eluiv'
Treue unserem Emir, der euch neda vergessen hat.

Verfasst: Donnerstag 23. April 2015, 14:21
von Tooru Weidenhang
Als Torwache direkt am Osttor hörte Tooru stehts viel. Das die meisten Hauslosen ihr nach den Bemühungen die sie, wann immer sie konnte, für das Viertel und seine Bewohner unternahm sehr gewogen waren vervielfälltigte die Summe an Informationen die so so tagtäglich erhielt. Und so erreichte sie auch die Kunde von Saajid's Kundgebung.

Natürlich war ihr klar das jene sich nicht wirklich an sie richtete aber dennoch wollte sie vorbeisehen. Auch wenn sie noch nicht wusste wie oder womit, aber vielleicht konnte sie in irgendeiner Form helfen und wenn es nur dadurch sei zu zeigen das für sie jeder Menekaner vom gleichen Wert war.

Verfasst: Donnerstag 23. April 2015, 15:02
von Gast
Die Tage des Emirs sind nicht einfach derzeit. Die Mara hat ihm selbst eine harte Prüfung auferlegt, eine Prüfung die er nun bestehen muss , zum Wohle des Volkes der Menekaner. Die Nächte sind lang für den Emir und es plagen ihn dabei viele Sorgen.
Sorgen des einfachen Volke das er immer sehr geliebt und auch in der Vergangenheit sich stark für sie eingesetzt hat. Er hat sie nicht vergessen, wie auch? Die Menekaner, selbst der einfachste unter ihnen gehört zu seinem Volk, dass Volk was er zu schützen gedenkt.
Auch wenn dieses ihn nun vor eine harte Prüfung stellt. Wie konnte er die Lage verbessern? Immer wieder strömen diese Gedanken durch seinen Kopf. Saajid der um eine Audienz bat um die Misstände zu erläutern machte es für den Emir nicht einfacher.
Doch lies er Saajid wissen das er gewillt ist, die Umstände für alle angenehmer zu machen. Man sah dem Emir an, das er nicht erfreut war dass, das Rahaler Pack dies gleich ausnutze um das Hauslosenviertel zu bedrohen. Als er dies erfahren hatte, lies er sofort einige Janitschare in das Viertel auf Patrouille schicken. Er empfand es für so wichtig, das er nicht mal vorher den Sajneen kontaktiert hatte um ihn Bescheid zu geben, dass einige Janitschare nun durch das Viertel patrouillieren. Er wollte nur sein Volk schützen in diesen schweren Zeiten. Den es war von Nöten.

Die Vorschläge die Saajid erläuterte stimmten ihn zufriedener und hoffte dadurch für alle eine gute Basis schaffen zu können. Es werden Veränderungen stattfinden, Veränderungen die das Leben im Hauslosenviertel angenehmer machen werden. Es sollte sich auch keiner mehr um die Sicherheit Gedanken machen, den der Wunsch des Emir war vorallem auch der Schutz eines jeden Menekaners. Er gab Saajid einige Worte mit auf dem Weg, die er verkünden soll an jeden einfachen Menekaner in diesem Viertel. Die Worte des Emirs dessen Herz weiterhin auch für den einfachsten Menekaner schlägt. Worte, die sagen das der Emir sich um sie kümmert. Worte die darauf schließen das Leben angenehmer zu machen. Worte die sich um das Wohl der Natifahs und Hazar's Durrah sorgen und eine Verbesserung darstellen. Worte um alle zu beruhigen. Möge Saajid als einfacher Menekaner das Sprachrohr sein des einfachen Volk, um dem Emir in Kenntnis zu setzen wo Handlungsbedarf besteht auf dass, das Leben angenehmer wird für ein jeden in diesem Viertel.

Verfasst: Freitag 24. April 2015, 13:44
von Gast
Als sie das hört nickt sie bestätigend und murmelt leise für sich selbst das sie da aufjedenfall erscheinen wird um ihren Unmut und ihre Hilflosigkeit zu schildern.

Verfasst: Samstag 25. April 2015, 18:16
von Saajid Tamam
Als die Bashir die goldene Stadt wieder zum größten Teil bezogen hatten und nur ein trauriger Rest im Hauslosenviertel verblieb, wurde die Stimme des Shojen für das Treffen am heutigen Tage laut. Es machte die Runde, dass mit den verbliebenen Anwesenden, persönliche Gespräche geführt werden würden, eine größere Versammlung nichtmehr von Nöten war. So rührend wie man sich bislang um die neuen Bewohner des Hauslosenviertel gekümmert hatte, würde die Stimmung ohnehin eine weitaus bessere sein.