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Wenn weisse Falken landen...
Verfasst: Freitag 17. April 2015, 23:21
von Der Erzähler
...verheisst es oftmals eine schlimme Nachricht oder im Gegenteil eine erfreuliche.
Sterne und Menschen müssen einmal sinken und gehen, aber sie sinken und gehen nur in die Ewigkeit hinein.
Die Abendröte legte sich langsam über Menekur nieder und tauchte die goldene Stadt, die Perle der Wüste in ihr allabendliches Farbenspiel.
Sie beobachtete Ihre Kinder, immer. Sie sah ihren Zorn, Hass, Liebe, Mut, Streit, Versöhnung, Tränen und auch ihre Freude. Doch sah sie auch wenn sich ein Leben in eine andere Richtung entwickelte. Sie wollte ihm die Last nehmen, die Bürde die er trug lag lang genug auf seinen Schultern. Er hatte es zur genüge bewiesen wie warmherzig und gutmütig er ist. Soviel hat er für das Volk geleistet. So war es an der Zeit ihn davon zu befreien um ihm seine Unbeschwertheit zurückzugeben.
Sie entsand den weissen Falken zu den Priestern Eluives, Imraan und Nabil.
Alle würden sie ihn sehen, den weissen Falken der sich vor sie niederlassen würde in seiner anmutigen Gestalt mit weit ausgebreiteten Schwingen und ihnen in ihren Gedanken die Bilder zeigte. Bilder die mehr zu sagen hatten als 1000 Worte.
Sie alle würden zur selben Erkenntnis kommen.
Ein neuer Emir wurde ihnen gegeben.
"Ich konnte sein Leben behüten, doch seine Gabe nicht."
Jene Worte wurden über den Wind flüsternd an Nabils Ohren getragen.
"Sei Weise, das macht einen Anführer aus, du wirst nun seine Bürde tragen, wandle in Demut mein Sohn."
Erkenne das Ewige und du bist weise.
Als sich der weisse Falke erneut in die Lüfte erhob und das Windspiel abflaute, war es vollbracht.
Die Natur hat jederzeit recht, und das gerade am gründlichsten, wo wir sie am wenigsten begreifen.
Verfasst: Samstag 18. April 2015, 00:18
von Hajifa Yazir
Es kommt nur sehr selten vor, dass die Mara sich mir direkt offenbart. Meistens sind es eher flüchtige, unterbewusste Gedanken. Eine Emotion, die durch eine für andere unsichtbare Kraft ausgelöst wird und von der ich doch weiß, dass sie zu dir gehört, Mara.
Dein Wirken ist meistens nur schwer zu erkennen, wie auch dein Wille. Das vermeintlich Schlechte führt zu einer glücklichen Wendung und das, was uns zunächst wie ein Geschenk erscheint, wird zum Fluch. So habe ich es immer als Segen und Gabe empfunden, dass du mich in deinen Dienst berufen hast. Immer jedoch auch die Zweifel gespürt, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin. Angst zu zerbrechen und zu versagen.
Doch nun eine Vision, so klar und deutlich, wie sie nur sein kann. Keine Zweifel am Ursprung oder ihrer Aussage.
Sieh du stehst dem neuen Emir gegenueber, verbreite mein Wort mein Kind.
Die Wucht war unvorstellbar, zwang mich in die Knie. Oder war es das instinktive Gefühl, dass von diesem Moment an meine Eide, Schwüre und mein Leben dem Mann vor mir gelten würde?
Doch es gibt auch Grund mich zu schämen Mara und ich bete um dein Verständnis und deine Vergebung. Denn mein erster bewusster Gedanke galt vielmehr Imraan, dessen Herrschaft und Rolle ich als so selbstverständlich verinnerlicht hatte. Hatte die Mara ihn uns genommen oder gab es noch Hoffnung? So hätte ich vor Freude beinahe gejubelt, als mir Nabil versicherte, dass Imraan wohlauf war.
Die Bedenken des Erhabenen waren die Gleichen wie die meinen. Wie konnte sicher gestellt werden, dass niemand an der Ehre dieses so wichtigen Mannes zweifeln würde? Die Mara hatte ihm eine Aufgabe und einen Auftrag gegeben. Er hatte ihn erfüllt und nun war es Zeit, dass das Szepter weiter gegeben wurde.
War es nun ein Segen für ihn, oder ein Fluch? Unweigerlich schweiften meine Gedanken zu Noelani und den Kindern der beiden. Hatten sie nun endlich die Möglichkeit ihr Glück zu genießen, hatten sie nun die Zeit, die sie sich bestimmt wünschten. Darum will ich dich bitten, große Mara.
Aber auch um Kraft für unseren neuen Erhabenen, der bereits versucht in seine neue hineinzuwachsen.
Abeer Eluive, Mara der Welt.
Verfasst: Samstag 18. April 2015, 01:29
von Gast
Der Abend war ruhig als ich mit Thahida meine letzte Übungsstunde absolvierte. Endlich war es soweit, die private Ausbildung von Thahida hat sich durchaus gelohnt gehabt. Sie konnte mir zwar einerseits nicht also viel beibringen im Umgang mit Waffen jedoch das Wissen was ein Janitschar haben sollte, hat sie mir durchaus gelehrt. Nun wird bald der Tag kommen wo der Sajneen mich prüfen wird. Meine Prüfung zum Jemaat, worauf ich mich schon sehr freute. Wir besprachen noch abschließend einige Dinge und wollten gerade aufbrechen um unsere Fertigkeiten zu schulen.
Doch in dem Moment als wir gehen wollten, überkam mich ein sonderliches Gefühl. Ein Gefühl was ich gar nicht kannte. Mein Körper wurde Schwer als hätte mir jemand eine Last von 1000 Steinen auferlegt, das mich zwang auf die Knie zu fallen. Was passiert gerade mit mir ? Waren meine Worte, die ächzend ich sprach. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und ich verstand nicht was mit mir geschah. Bei Eluiv was passiert mit mir dachte ich nur, während ein sandiger Wind durch Menek'ur weht.
Der Wind presste meine Oberkörper nach unten und es fiel mir nicht leicht mich mit meinen Händen abzustützen. Ich vernahm nur schwach die Worte von Thahida " Mein Kalif ist alles in Ordnung". Sie sah mit eigenen Augen wie ich vom einem Moment auf den nächsten nicht mehr Herr über meine Lage war. Es umgab mich ein wollig warmes Gefühl was mich einhüllte, als würde ich Geborgenheit spüren. Ich spürte die Verzweiflung Thahidas, ihre Hilflosigkeit nichts ausrichten zu können mich zu stützen oder anderes dergleichen. Ich selbst verstand es auch nicht, was mit mir auf einmal geschah. " Was ist nur mit mir los" meine Stimme wurde zittrig und schwach, doch meinte ich eine andere Stimme vernommen zu haben. "Nabil mein Sohn".. Bildete ich mir dies nur ein oder habe ich wirklich eine Stimme vernommen? " Ich schloss die Augen um mich darauf zu konzentrieren und erneut vernahm ich die Stimme... "Nabil mein Sohn"
Es konnte nur eines sein, warum ich eine Stimme vernahm...Es war Eluiv selbst gewesen die ihre Worte in mein Ohr trug. Ich habe dies nur von meinen Radeh gehört das Eluiv selbst eines Tages sich einen stolzen Sohn der Omar offenbaren wird. Doch es selbst zu erleben war sagenhaft für mich. In einer Art von Meditation versuchte ich die Stimme wahr zu nehmen und mich darauf zu konzentrieren als man ein Falkengeschrei in der Luft vernahm. Ich spürte wie die großen weißen Schwingen des Falkens über mir den Sand in der Arena aufwühlten. Der weiße Falke anmutig seiner Schönheit lies sich vor mir nieder. Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich solch ein Edles Geschöpf gesehen.
Mein Sohn...
Die Zeit ist gekommen...
Du der aus dem blute der heiligen Königfamilie geborener Nabil Rayhan ..
Kannst du es sehen...
Kaum vernahm ich die Worte, überkamen gefühlte tausende von Bildern die sich mir boten und ich Begriff immer mehr was nun mit mir Geschah.
"Eluiv , Aiwa ich kann deine Bilder sehen" *sprach ich ehrfürchtig aus und deutete die Bilder die sich mir boten*
Siehst du es...
Imraans Zeit ist vorbei, sein Leben konnte ich behüten..
Seine Gabe wird sich an dich übertragen
Du wirst derjenige sein, der das Volke der stolzen Menekaner anführt.
Du musst stark sein mein Sohn.
Stark sein für die folgenden Aufgaben.
Stark sein für deine Familie und das Volke dessen Leben du lenken wirst.
Verurteile ihn nicht..
Er weiss es nicht besser..
Aber ist sein Leben nicht mehr Wert als eine Gabe.
die Tochter der Yazir soll als deine Zeugin meines Erscheinen dienen...
Doch werden weitere folgen.
Es war Eluivs Wille und ich schwor bei meinem Leben das ich alles erdenkliche tue um mich für das Wohl meiner Familie und meines Volkes zu kümmern. Mir war sofort bewusst das ich nun noch mehr Verantwortung habe, mehr als zuvor. Und ich bin bereit mich dieser zu stellen und im Sinne Eluiv zu handeln. Obwohl der prächtige Falke sich schon in die Lüfte erhob vernahm ich noch immer die Stimme dir mir noch einiges mit auf den Weg gab.
Sei Ehrfürchtig mein Sohn..
Weisheit macht einen Anführer aus, nicht Macht und Mut.
Ich verinnerlichte sofort die Worte, waren sie mir durchaus bekannt gewesen und wonach ich auch immer strebte. Mir ging es nie nach Macht, einzig worum es mir ging war das Wohl eines jeden. Und dies werde ich auch meinen Volk zeigen, das mir das Wohl eines jeden sehr wichtig ist, vor allem der Zusammenhalt aller Familien ohne Zwist und Streits untereinander. In meinen Augen sind wir alle Menekaner eine große Familie die zusammen hält und füreinander einsteht.
Die Stimme verschwand und ich schloss meine Augen um für einen Moment meine Gedanken zu sammeln. Abeer Eluiv *sprach ich bevor ich mich nun als Emir erhob und in das Antlitz von Thahida blickte , die sehr sprachlos wirkte. Sie wird wohl einige Momente brauchen bevor sie genau verstand was gerade geschehen ist.
Das Volk der Menekaner hat nun einen neuen Emir
Verfasst: Samstag 18. April 2015, 12:34
von Gast
Es war sein abendlicher Ausritt, als der dort auf seinem Kadal in der Durrah saß. Er wollte für einige Augenblicke ausreiten, einen freien Kopf bekommen und einfach nur nachdenken. Einige offene Angelegenheiten waren noch geblieben und sie würden aus seinen Gedanken auch nicht verschwinden, bis sie zu seiner Zufriedenheit gelöst worden wären. Als er den Kopf anhob, um dort einen dunklen Flecken am Himmel zu erkennen, kniff er die Augen zusammen, um so besser abschätzen zu können, was das für ein Wesen war, das dort im Sonnenuntergang kreiste. Als die Gestalt dort zum Sinkflug ansetzte, wurde er im ersten Moment misstrauisch, bis er dort endlich das Gefieder des Tieres erblicken konnte. Die Farbe, die ihm nur allzu vertraut war. Mit einem Lächeln auf den Lippen, das durch eine Ledermaske verhüllt war, hob er seinen linken Arm an und bot dem alten Gefährten seinen Unterarm als Rast an.
So dieser dort saß und ihm entgegen blickte, sah Imraan in dessen Augen und es war fast so, als würde ihm die Mara selbst entgegen blicken. Die weißen Falken waren Botschafter und für die Menekaner oft ein Warnzeichen oder eine Ankündigung für ein Ereignis, das bald eintreffen würde. Auch hier wurde eine Botschaft übertragen und es war die, die Imraan selbst erreichen sollte. Die Last, die wie Gewichtsmanschetten an seinen Handgelenken und Füßen angelegt worden war, war mit einem Mal von ihm gelöst worden und er fühlte sich, als könnte er seit langem wieder einfach den Rücken durchstrecken, sich gerade machen und die beiden Lungenflügel gänzlich mit Luft füllen. Ein Gefühl, das er vermisst hatte. Mit dieser Verantwortung und der Last gab es diese Freiheit nicht.
Die Vision die ihn erreichte wird die letzte sein, die ihm wohl die Mara schicken würde. Es erreichten ihn keine konkreten Worte, sondern ein Gefühl der tiefen Dankbarkeit, eine Wärme, wie er sie sonst nur im Tempel spürte, die ihn ausfüllte. Er presste die Lippen aufeinander und schloss für einen Moment die Augen. Seine Regentschaft hatte ein Ende gefunden und er war in seinem tiefen Inneren froh darüber, wirklich froh. Er hatte nun wieder seine alten Aufgaben zurück und würde sich zurücklehnen dürfen. Er sah diese Erlösung als einen Segen an und streckte den Arm wieder aus, um den Falken zu entlassen. Eine Weile noch sah er ihm noch hinterher und je weiter dieser sich entfernte, desto stärker wurde das Gefühl der Endgültigkeit in Imraan. Ein Gefühl der Freiheit machte sich in ihm breit, obwohl er es gerne gemacht hatte und seine Menekaner weiterhin liebte. Jetzt würde ein anderer auf sie aufpassen, ein anderer der Radeh des Volkes sein und er würde wieder lernen, was es heißt Diener zu sein. "Mara Eluive, so werde es sein. Dein Wille wird geschehen. Mein Blut, ist dein Blut. Abeer Eluiv'". So machte sich der Hadcharim auf den Weg zurück in die Stadt, um sich zu seinen Kindern zu setzen und ihnen eine Geschichte zu erzählen. Dabei trug er fortwährend ein Lächeln dem Antlitz.
Verfasst: Samstag 18. April 2015, 14:13
von Gast
Sie war bereits halb in den Schlaf eingetaucht, als Imraan wieder kam. Und als er ihr dann die Kinder abnahm, ihnen wie immer eine Geschichte vorlas, schaffte sie es nicht einmal mehr seinen Worten zu lauschen. So hatte er ein 'Kind' weniger, welches er zum Einschlafen bringen musste. Als sie das am nächsten Morgen allerdings registrierte, wurde vor dem Waschen die Geschichte noch einmal nachgelesen, als würde sie nichts verpassen wollen, was ihren Kindern jeden Abend nahe gebracht wurde. Und als sie leisen Schrittes die Schlafräume verließ und die Stille des Morgens sie gänzlich erdrückte, wanderte sie auf den Balkon des Palastes und betrachtete die Sonne, wie sie langsam ihr Licht über das Land warf, als würde sie die Häuser, Dünen und Pavillons aufdecken, den Schatten vertreiben und die Wärme hinein lassen, in den neuen Tag, in das neue Leben.
Und als sie da so stand, den Moment in sich aufnahm, drangen ein paar Worte an ihr Ohr, die ihren Blick hinab lenkten. Auf dem Platz standen bereits einige Händler, Frauen, Kinder und sie waren so aufgeregt, dass die Neugierde in ihr um so größer wurde. Und als sie die Worte vernahm, von der Mutter, vom neuen Emir und der neuen, angebrochenen Ära, wirkte sie eine ganze Weile wie erstarrt. Erst als das Kind die Hand hob, leicht empor winkte, riss es die nun damalige Esra aus der Trance. Ein Lächeln wurde den Bürgern geschenkt, bevor die nackten Füße über den Balkon rannten, durch den Frauenbereich und die Treppen hinab. Sie rannte so schnell, dass sie fast über ihre eigenen Füße stolperte. Die Türen wurden aufgerissen und als ihr ihr Mann, ihr alles geliebter Mann, verschlafen entgegen kam, sprang sie ihm in die Arme, schmiegte ihre Gesicht an das Seine und das Strahlen in ihren Zügen nahm kein Ende. Und während ihr Ranim vermutlich nicht einmal wusste was um ihn herum geschah, noch viel zu benebelt vom Schlaf, benetzte sie bereits die Züge ihres damaligen Emirs mit unzähligen Küssen.
Verfasst: Samstag 18. April 2015, 16:22
von Gast
Sie wurde geweckt... geweckt von ihrem kleinen Goldschatz Arif, der erneut von seiner müden Mara den Tribut ein forderte weil er des nachts wegen Hunger schrie. Und so machte sie sich daran, ihn in ihre liebevollen Arme zu nehmen, ihm mit sanfter stimme zu zu reden und ihn zu versorgen.
Sie war so mit Arif beschäftigt, das sie kaum bemerkte, das Nabil in die Gemächer kam. Er stand sicher schon eine weile da und beobachtete die beiden ehe Latifa ihn bemerkte und ihm ein warmes lächeln schenkte welches direkt von ihm erwiedert wurde. Langsam kam er näher zu ihnen und hauchte zuerst Arif einen Kuss auf die Stirn mit den Worten "Mein geliebter kleiner Prinz." ehe er bei Latifa selbiges tat mit den Worten "Und meine geliebte Rani, des Volkes neue Esra." Es dauerte wohl noch einige Momente, bis sie die bedeutung dieser Worte begriffen hatte ehe sie ihm dann verwirrt entgegen blinzelte und erneut nach fragt "Esra?". Nabil nickte und erzählte ihr was soeben geschehen war. Tausende Gedanken gingen ihr durch den Kopf und sie war sich nicht sicher ob sie allen Aufgaben der Esra gerecht werden könnte. Doch Eluive hatte ihren Ranim zum Emir gemacht, und es war nun ihre Aufgabe ihn in allem zu unterstützen wo es nur ging. Und letzten Endes dachte sie an die Worte, die ihre Mara und auch einmal Callista sowie Khalida zu ihr gesagt hatten: "Die Mara gibt stets ein jedem nur die Aufgaben, denen er auch gewachsen ist, oder in die er noch hinein wachsen kann um sie zu bewältigen."
Und so legten Nabil und sie gemeinsam den kleinen Arif zum schlafen ehe auch sie sich zur Ruhe begaben. Mit den Gedanken daran, das ihr Leben ab jetzt doch ein wenig anders sein würde, sie selbst aber stets so gut wie möglich die selbe sein wollte wie zuvor auch, schlief sie dann ein.
Verfasst: Samstag 18. April 2015, 17:33
von Abbas Wakur Omar
Es war ein ganz normaler Morgen und auch im weiteren Tagesverlauf, war für ihn alles wie immer. Zusammen mit anderen Menekanern versammelt auf dem Platz vor der Kaserne stand er und wartete, dass sie zur Jagd aufbrachen. Nabil ritt heran und wurde als Kalif begrüßt, doch Nabil berichtigte, er sei nun Emir. Es dauerte keinen Wimpernschlag, bis Abbas ein Schlag durchfuhr. So konnte er ihn in diesem Moment nicht einmal seine Glückwünsche aussprechen, sondern dachte einzig und allein an Imraan. Die bisherigen Emire verstarben zumeist, wenn ein neuer an ihre Stelle trat, war das nun bei Imraan der Fall? Diese Frage war das erste, was Abbas an den neuen Emir richtete. Doch nach der Aussage Nabils war Imraan wohl auf. In Abbas verbreitete sich Erleichterung, auch wenn er sich nicht sicher war und sich möglichst schnell davon selbst überzeugen wollte. Nach einigen weiteren Momenten, in denen Abbas wohl nicht geistig anwesend schien, brachen alle zur Jagd auf.
Erst nach der Jagd, als er in der Kaserne war und die Ausrüstung einer Pflege unterzog. Schweiften seine Gedanken um die neue Nachricht, des neuen Emirs. Wie kam es nur dazu, dass die Mara Imraan aus dem Amt entließ? Er war, in Abbas Augen, immer ein gerechter und gutherziger Emir. Nicht dass er an Nabils Fähigkeiten als Emir zweifeln würde, doch erschloss sich für Abbas noch nicht der Sinn hinter dem ganzen. Nach einigen sinnieren darüber, entschied er sich zurück in den Palast zu gehen.
Im Palast angekommen, traf er auf Nabil, den neuen Emir. Mittlerweile hatte er die Nachricht aufgenommen und verarbeitet, er neigte ihm das Haupt und sprach einige Momente mit ihm. Es war ein für ihn ungewohntes Gefühl, Nabil nun als Emir zu sehen. Doch würde er sich daran gewöhnen, schließlich verteilte Nabil sogleich neue Aufgaben, wie es einem Emir würdig war. Abbas sprach ihm seine Glückwünsche aus und sie unterhielten sich noch einen Moment, ehe Nabil in die Gemächer zu seinem Sohn ging. So ging auch Abbas, wenn auch immer noch etwas nachdenklich.
Verfasst: Samstag 18. April 2015, 18:07
von Thahida Atiika Yazir
Nach der ersten richtigen Janitschar Übung war ich etwas bedrückt, es ist nicht alles so gelaufen wie es laufen sollte, aber ich musste das erstmal alles verarbeiten, vor allem die Kritik welche ich erhalten hatte. Natürlich war das alles berechtigt doch mich ärgerte mehr dass ich mit meiner eigenen Leistung unzufrieden war.
Ich wusste was ich machen wollte und doch habe ich mich verwirren lassen vor allem von Akemi Ali und natürlich vom Kalif, schließlich hatte ich ihm alles beigebracht was ich wusste und wollte ihm zeigen wie es in der Praxis sein sollte.
Aber gut ich musste mich nun auf meine letzte Stunde mit ihm vorbereiten, Sahid sagte mir das die ersten Stunden als Doppelstunde gelten würde und das er bei meiner Übung dabei war wurde ihm auch angerechnet, somit wäre am morgigen Tag unsere letzte Stunde und diese wollte ich auch nicht mit Theorie vollpacken.
Ich wollte ihn nochmal im Kampf sehen, eigentlich war mir klar dass er, wenn mir etwas beibringen würde doch war es auch eine gute Möglichkeit sich auszutoben. Natürlich würde er schon allein durch seine grösse mich überwinden können, doch davor hatte ich nie Angst, meine Stärke war das ich keine und schnell war.
Die letzte Stunde war sehr erfolgreich und wir wollten zum Schluss noch einmal unsere Geschicke auf die Wesen in den Höhlen trainieren, gerade wollten wir die kleine Arena verlassen um uns vorbereiten, doch schnell merkte ich das etwas nicht stimmte, Nabil wurde auf einmal von einem Windspiel des Sandes um wirbelt, ich versuchte ihm sofort zur Hilfe kommen doch es war wie eine unsichtbare Wand, ich dran nicht hindurch und dann schon kamen die Geräusche vom Himmel.
Tiefe dunkle Schläge von Flügeln konnte ich hören, schnell hob ich meinen Kopf hinauf, als der Schatten eines großen Falken auf uns zukam, die weiße Farbe war so beeindruckend wie der Falke selber. Riesengross war und landete genau vor mir und dem Kalif, sofort blickte ich wieder zu ihm und schnell merkte ich wie er sich wieder aufrappelte.
Doch dann plötzlich vernahm ich eine sanfte Stimme, noch nie hatte ich so eine volle Liebe und Vertraute Stimme gehört. Es war so überwältigend auch wenn es nur in meinem Kopf war erschien es mir so als würde Eluive gleich vor mir stehen.
Erst später merkte ich was genau passiert war, natürlich hatte ich alles mitbekommen doch ich stand nur dort wie verwurzelt. Ich hab kaum ein Wort raus bekommen, auch als der Falke uns schon lange verlassen hatte stand ich voller Ehrfurcht und Respekt in der Arena.
Nabil dagegen hatte sich so schnell verändert für mich, er strahlte auf einmal noch mehr Respekt und Stolz aus. Nun war er nicht mehr der Kalif nun war er der Emir und unser alter Emir ging es gut, das hatte sie uns gezeigt.
Ich die kleine Blüte der Yazir durfte dabei sein, wie Eluive den neuen Emir erwählt hatte, ich durfte das erstmal unsere Mara so spüren wie es nur ganz wenige von unserem Volk spüren durften, es dauerte noch sehr lange bis ich begriff was wirklich passiert war und mehr und mehr wurde mir bewusst das ich den neuen Emir etwas beibringen durfte, er schenkte mir weiter das Vertrauen mit seinen Worten.
Nun war es soweit, ich durfte endlich mal etwas erzählen, ich durfte das Wort erheben und jedem den ich sehen würde dürfte ich erzählen das ich dabei war als Eluive den neuen Emir erwählte, was für eine Ehrung für eine Blüte wie mich.
Verfasst: Sonntag 19. April 2015, 11:59
von Callista Anisa Ifrey
- Der Teppich des Lebens, war keinesfalls nur schön oder ebenmäßig. Er war kein Meisterwerk und doch das größte Geschenk was uns Eluive machen konnte.
Er zeigte das gesamte Leben des menekanischen Volkes auf. Schrieb ihre Geschichte für die Ewigkeit der Götter auf.
Hier und da saß man Löcher in ihm, Farbverläufe oder dickere Fäden. Auch waren schon hunderte von Fäden abgerissen und hingen lose am Rücken des Teppichs nach unten. Es waren jene die ihr Leben gelassen hatten und nun an der Seite der Allmara mit ihr über das Volk wachten.
Besonders stachen die goldenen Fäden aus dem Webwerk heraus, es waren jene die von Eluive geküsst waren. Die Emire. Ihre Ären waren nicht immer lang und einige Fäden hangen schon aus dem Wirrwarr des Lebensteppichs der Mara heraus.
Heute hatte sich der Teppich verändert, zwei Fäden waren abgeschnitten worden und mit viel Liebe und Mühe waren neue Farben an jene Fäden geknotet worden. So war einer der vorher in einem schillernden Weiß gehalten war, Gold geworden. Und ein Goldener war nun Weiß.
So eine Veränderung hatte es in jenem Teppich noch nie gegeben, aber es war wohl immer das erste Mal das so etwas passierte.
Am heutigen Tage hatte die Mara einen neuen Emir geküsst, ihn erwählt um über das Volk der Wüste, über ihre Kinder zu herrschen und sie mit Weisheit, Besonnenheit und Liebe zu führen. Doch war der vergangene Emir nicht gestorben wie es sonst der Fall war, er würde von der Mara nicht an ihre Seite geholt, denn sein Lebenswerk war noch nicht vorbei. Seine Ära hatte nur geendet um einer anderen Platz zu machen. Auf das sie genauso Ruhmreich und voller Glanz werden würde, wie die seine davor.
Nabil Rayhan Omar
Emir des Reiches Menek’urs geküsster der Mara
Mit einem Lächeln auf den Lippen klappte sie das Buch zu und legte die Feder beiseite. Ein neues Kapitel war aufgeschlagen worden und sie würde es in ihren Schriften für die Zeit, wenn sie vergangen war, festhalten.
Am 2 Tag des neuen Mondes sollte die Krönung stattfinden. Die zweite Krönung die sie Ausrichten würde, das zweite Mal in ihrem Leben, das ihr jene Ehre zu Teil wurde. Und es erfüllte sie mit Stolz. Nur wenige erwählte Khaliq der Mara konnten überhaupt über sich sagen, dass sie an einer Krönung eines Emirs teilgenommen hatten und sie konnte nun sogar sagen, dass sie zwei jener wunderbar geküssten Menekaner Eluives erheben dürfte in ihrem Namen.
Es würde eine wunderbare Zeremonie werden. Sie würde anders sein als alle anderen davor. Denn es war keine Messe, die Gleichzeitig einen Hauch Trauer in sich tragen würde. Nein sie würde davon eingeleitet werden, dass mit allen Ehren und Wünschen, Imraan verabschiedet werden würde, bevor Nabil den Turban des Emirs erhielt.
Es war etwas Besonderes, etwas was es zuvor nie gegeben hatte. Und ein Teil davon zu sein, das würde jeder Menekaner sein Leben lang im Herzen tragen.