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Unheilvolle Reise

Verfasst: Freitag 27. März 2015, 10:53
von Gast
Unheilvolle Reise

Es war ein lauer Morgen, als Derya mit noch müden Augen sich aus ihrem Nachthemd schälte um ihren gewohnten Alltag zu starten. Doch schon beim aufstehen, spürte Derya das irgendetwas anders war... sie hatte so ein seltsames Gefühl das sie einfach nicht verlassen wollte.. so sehr sie sich auch noch die Augen rieb, so oft sie auch versuchte, jenes Gefühl mit Gedanken zu Vertreiben, welche Aufgaben an jenem Tag auf sie Warten würden …

Kaum hatte sie sich angekleidet und die Augen mit kaltem Wasser ausgespült, da pochte es auch schon an die Hölzerne Tür ihres Hauses in Bajard. „Eilschreiben für Derya Danath“ hörte sie die quiekende Stimme des Botenjungen. Bevor sie die Tür erreichte, schob jener den Brief auch schon durch den unteren Türschlitz hindurch. „Eilschreiben...?“ fragte sie zu sich selbst und hastete nach jenem schrieb.

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„Och nein Mutter, was machst du auch für Sachen.“ rief sie nun aus, ungeachtet dessen das sie gänzlich alleine in ihrem Haus war .. mal abgesehen von dem unvermeidlichen krabbelvieh …

Es dauert gar nicht mal lange, da packte Derya auch schon ihr Zeugs zusammen. Mit Hilfe eines Boten ersuchte sie zwei Freunde um mit Hilfe ihr Hab und gut zu verräumen. Sie war sich im Klare, wenn sie zu ihrer Mutter reisen würde, dann musste sie das Haus hier frei geben für eben jene Handwerker die sich hier schon seit geraumer zeit ein Heim versuchten zu ergattern.

Nachdem nun die Freunde endlich angekommen waren, arbeiten sie zu dritt daran, die Habseligkeiten von Derya auf ein Minimum zu reduzieren und den Rest einzulagern. Die Pferde wurden auf einer nahe gelegenen Koppel untergebracht und das Haus samt Schlüssel an die Pächterin zurückgegeben. „Ich werde eine ganze weile weg sein.“ meint sie nun endlich zu ihren Freunde, als sie mit dem wenigen Gepäck das sie mit nehmen wollte am Hafen standen. „Passt mir gut auf euch auf .. wir werden uns dann hoffentlich bald alle wiedersehen.“ es rann ihr doch eine einsame Träne an der Wange hinunter als sie ihre freunde in die Arme schloss. „Das machen wir.“ Antworteten sie fast schon im Chor und winkten unter tränen Derya zum Abschied zu, während diese das Schiff betrat...

Es vergingen zwei Tage mit stürmischem Wetter und einem sehr unruhigen Wellengang auf dem Schiff. Derya war es sehr oft schlecht gewesen in diesen Tagen .. die unruhige See vertrug sie noch nie. Die Meiste Zeit lag sie unter deck auf ihrer Koje, doch auch hin und wieder musste sie an Deck um Frische Luft zu schnappen. Und so kam es auch, das sie an diesem Tag erneut von heftigen Unwettern geplagt an Deck ging.. trotz aller Warnungen des Kapitäns … Mit wildem hin und her klammerte sie sich an die Reling und schaute in die ferne. Es war wirklich nur ein kurzer Augenblick, doch sie wurde durch und durch von der Nässe des Regens gepeinigt und war bis auf die Unterwäsche durchnässt. Mühevoll kämpfte sie gegen die Kälte an, doch es war kaum auszuhalten, also schlich sie sich wieder hinunter zu ihre Koje und legte sich unter ihre decke um sich aufzuwärmen. Unter der molligen Wärme der Decke schlief sie ein .. und vergaß es sich trockene Sachen anzuziehen …

Es vergingen geschlagene 4 Tage, in denen Derya ausschließlich schlief .. immer noch in jenen Sachen gekleidet, die sie vor diesen 4 Tagen noch trug. Sie war Schweißgebadet, Fieber und Schüttelfrost quälten sie und das Atmen verursachte ihr grausame schmerzen. Sie war nicht in der Lage auch nur einen Ton heraus zu bringen und so quiekte sie nur vor sich her, so laut sie es konnte. Jener Matrose, den sie als Koch des Schiffes kennen gelernt hatte, wurde von jenem Geräusch angelockt und er sah sie mitleidig an. „Frau Danath, ihr seid ja wach … bitte bemüht euch nicht, aufzustehen.. ihr habt euch eine Lungenentzündung zugezogen.“ Teile dieser gleich in einem Schwall aus Worten mit und drückte sie leicht wieder zurück in die Kissen. Er nahm dabei einen Lappen aus einem mit lauwarmen Wasser gefüllten Eimer und tupfte ihre Stirn damit sorgfältig ab. Ihr Kopf brannte wie Feuer, sie war kaum fähig einen klaren Gedanken zu fassen. Vor ihren Augen verschwamm das Bild stetig hin und her und so schlief sie auch Rasch wieder ein, zu schwach war sie sich gegen das Fieber zu wehren und zu schwer waren die Schmerzen, welche ihr die Brust zuschnürten und das Atmen so schwer machten …

Es vergingen weitere Tage … Das Schiff war inzwischen in der Heimat von Derya angelangt und man sah, wie ihre Mutter an Deck des Schiffes saß, auf einem Hölzernen Stuhl und im Rücken jenen, den man als den Dorfführer kannte, er hatte die Hand auf ihrer Schulter gelegt. Tränen suchten sich ihren Weg die Wangen hinunter. Das Schiff war mit gehisster Schwarzer Flagge auf Halbmast in den Hafen eingelaufen, an Deck eine Hölzerne Kiste aus Eiche gefertigt. Ein ebenso Schwarzes Tuch deckte es in der hälfte ab und im oberen Teil sah man den Leblosen Körper Derya`s. Die Haut war bleich und eiskalt, die Augen geschlossen und nichtssagend, ihre Hände auf ihrem Bauch ineinander gelegt. Der Körper in feine Rote Tücher gehüllt, man wusste das Rot ihre Lieblingsfarbe war... So hatte die Krankheit gesiegt, dieses unwohle Gefühl welches sie an jenem Morgen noch hatte und sie sich nicht erklären konnte, hatte nun ein Gesicht und kam nicht von ungefähr. Und aus der Reise, welche sie aus Liebe und Fürsorge antrat .. wurde ihr zum Verhängnis …

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