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Ein neues Abenteuer beginnt - Thalyn Lunereys neues Leben

Verfasst: Montag 23. März 2015, 20:38
von Thalyn Lunerey
Lange Zeit schon war das Schiff unterwegs in Richtung Gerimor. Die Wellen der bewegten See schlugen kräftig und in unregelmäßigen Abständen stark gegen den Rumpf des großen Schiffes, mit welchem er reiste und ließen es leicht schwanken. Thalyn blickte mit seinen smaragdgrünen Augen auf das Meer hinaus, welches sich majestätisch und in dunklem blau vor ihm ausbreitete. Der Himmel darüber war klar und die Sonne schien mit grellem Licht auf sie hinab. Der Wind, welcher das Schiff bewegte, wehte kühl um seinen Kopf. Am Horizont, egal wohin man blickte, war nichts als Wasser, was etwas trostlose Stimmung verbreitete, denn schließlich wäre etwas Land eine gelungene Abwechslung vom ewigen blau des Meeres gewesen. Außerdem war ihm langweilig, was die Zeit auch nicht wirklich schneller vergehen ließ viel mehr verlangsamte es diese.

Während Thalyn dem Meer zuschaute wie es gelegentlich aufschäumte und Wellen bildete, dachte er an das, was vor und hinter ihm lag. In Gedanken versunken verlagerte er seinen muskulösen Körper in eine zurück an die Wand lehnende Position, ohne den Blick vom Meer zu nehmen. Er vermisste seine Familie jetzt schon, auch wenn er bis jetzt nur einen Tag von ihnen weg war. Im Hafen von Garada hatten sie ihn noch verabschiedet. Seine Brüder, seine Schwestern und seine Eltern, alle 7 waren dort gewesen um sich von ihm zu verabschieden und ihm viel Glück und Erfolg für seine Reise zu wünschen und das obwohl sie seine Hilfe auf dem Familienhof dringend bräuchten. Die letzten Monde war die Ernte nicht besonders üppig ausgefallen. Die ewige Trockenheit hatte einen großen Teil der Ernte zerstört, ja selbst die Jagd im Wald nahe des Hofes war wenig erfolgreich gewesen. Trotz dieser Breduille hatten seine Eltern es geschafft für einen von ihnen eine Überfahrt nach Gerimor zu organisieren, in der Hoffnung, dass es dort eine Möglichkeit gäbe die Familie aus der Ferne zu unterstützen. Denn die Gerüchte die in Garada über Gerimor kursierten klangen danach, als wäre es ein Paradies, eine atemberaubend schöne Gegend mit gut bezahlter Arbeit. Das wäre die Rettung für die Familie, hatten seine Eltern gemeint. Die Kinder stimtmen dem zu, doch wer sollte reisen? Niemand war entbehrlich, das war ihnen allen bewusst. Sie diskutierten den ganzen Abend, auch während des Essens zum Abend, doch fanden auch dort keine Lösung, bis sich Thalyn anbot es zu tun. Natürlich war er eine tragende Rolle auf dem Hof, er ist schließlich einer der stärksten von ihnen und hatte auch gute Kenntnisse in der Jagd nach Wild. Diese Fähigkeiten halfen schließlich dabei die Familie am Leben zu halten und einiges Gold zu verdienen. Vielleicht war genau das der Grund, wieso er auf diese Reise gehen wollte, um mit seinen Fähigkeiten auf Gerimor Erfolg zu haben und genug Gold zu verdienen, damit seine Familie besser leben kann. Trotz einiges Unbehagens und Widersprüche fand man schließlich die Einigung ihn gehen zu lassen, wohl wissend, dass es für die Familie noch schwerer werden würde. Doch alle hatten die Hoffnung, dass Thalyn Erfolg haben würde. Auch er war optimistisch, selbst jetzt war er es noch. Alle Hoffnung und das Leben seiner Familie lasten nun auf seinen breiten Schultern. Eine sehr große Bürde für einen jungen Mann, der noch nie von zu Hause weg gegangen war und dann auch noch so weit entfernt arbeiten wird.

Langsam begann die Abenddämmerung und noch immer war kein Land in Sicht gekommen. Der Sonnenuntergang auf dem Meer war ein Höhepunkt des Tages, weil er den Himmel in die unterschiedlichsten warmen Farben tauchte, die ein starker Kontrast zu dem unendlichen blau waren. Thalyn erhob sich von seiner Bank, die er gefühlt den ganzen Tag nicht verlassen hatte. Seine Beine schmerzten leicht durch die abbauenden Muskeln, die auf dem Schiff sowieso kaum Nutzung fanden. Er ging also unter Deck, wo ein Matrose das überschaubare Abendbrot serviert hatte. Hartes Brot und abgestandenes Wasser zierten seinen Teller und Krug, sehr nahhaft dachte er sich, während er den Teller anstarrte. Sein Magen knurrte auf und rief Thalyn wieder ins Gedächtnis wie hungrig er in Wirklichkeit war. Er runzelte die Stirn und begann damit das wunderbare Mahl zu verspeisen. Er stellte sich währenddessen vor, er hätte wenigstens etwas Belag für die Brote gehabt, sonst hätte er das Brot sicher nicht essen können. Alles auf diesem Kahn ödete ihn an. Nach dem Mahl war es draußen bereits dunkel geworden. Diese unendliche Langeweile zehrte an den Kräften. Wenigstens konnte er so lange schlafen wie er wollte, was ihm eine ganze Zeit der Langeweile ersparrte.Während er verhältnismäßig gut schlief, setzte das Schiff seinen Weg nach Gerimor fort.

Als Thalyn gegen Mittag erwachte, hörte er das laufen der Mannschaft auf dem Deck. Es war ungewöhnlich hektisch und die Männer jubelten. Thalyn erhob sich dann von seinem provisorischen Bett und streckte seinen muskulösen Körper. Er ging die Treppe im Schiff hinauf aufs Deck und wurde von der Tagessonne die hoch stand geblendet. Er schloss für einen Moment die Augen und öffnete sie kurze Zeit später wieder. Die Matrosen versuchten das Schiff für die volle Fahrt zurecht zu machen, Thalyn hingegen ging zur Planke um vor das Schiff zu blicken. Am Horizont tauchte Land auf, dass sich gewaltig zu erheben schien. Dies musste Gerimor sein, dachte sich Thalyn. Seine Vorfreude auf dieses Paradies war groß und er hoffte, dass es genauso dort wäre, wie es die Gerüchte angepriesen hatten. Voller Vorfreude behilet er das Land im Blick und dachte erneut an seine Familie. Ich bin da, ich werde mir Arbeit auf den Höfen dieses Paradieses suchen und euch damit helfen. Bitte haltet durch, dachte Thalyn zu sich selbst aber an seine Familie gewandt. Er musste unweigerlich lächeln. Nun lag das gepriesene Land vor ihm. Er malte sich im Kopf große Städte voller Prunk und Reichtum aus, riesige ertragreiche Höfe vor den Toren der Städte auf denen er arbeiten und Gold verdienen konnte und eine wunderschöne Landschaft. Mit diesen Gedanken segelte er auf dem Schiff bis in den Abend hinein in Richtung Gerimor. Kurz bevor sie das Festland erreichten holte er seinen Rucksack aus der Kajüte. Kurze Zeit später legte das Schiff in einer atemberaubend schönen Stadt an, die den Matrosen nach zu Urteilen Bajard hieß. In der Dämmerung wirkte diese Stadt zwar nicht so gewaltig wie erhofft, doch zeigte sie ihm deutlich, dass sie prunkvoller und reicher aussah als alles was er vorher gesehen hatte. Nachdem die Taue am Hafen fest gemacht wurden und die Planke ausgefahren wurde, bedankte sich Thalyn beim Kapitän für die Überfahrt und verließ dann das Schiff mit einem hoffnungsvollem und fröhlichen Lächelns in Richtung Bajards.