Briefe an zuhause
Verfasst: Sonntag 15. März 2015, 15:28
*vorsichtig nahm die junge Frau das Briefpapier aus ihrem Säckel und legte es vorsichtig vor sich auf den Tisch. Es hatte die lange Überfahrt überstanden, eingelegt in ein Buch, damit es nicht kaputt ging. Da wäre es doch schade, wenn sie es nun aus Versehen zerriss.
Sie nahm Feder und Tinte zur Hand, welche vor ihr auf dem Tisch standen und begann zu schreiben*
Liebste Mama!
*sie überlegte noch einmal genau, was sie schreiben wollte, dann fuhr sie fort*
Liebste Mama!
Sorge dich nicht, denn ich bin gut angekommen.
Aller Mühen und Strapazen zum Trotz habe ich meinen Weg nach Adoran gefunden.
Ich habe fast alles verkaufen müssen was ich hatte, um die Überfahrt zu bezahlen, doch nun bin ich hier.
Ich hätte mir nicht vorstellen können, wie furchtbar eine 3 wöchige Schiffsreise mit lauter groben Matrosen sein kann. Ständig nur Dörrfleisch und schales Wasser und kaum eine Möglichkeit sich zu waschen. Ich sah aus, wie ein Bettler als ich hier ankam, fast nur noch in Lumpen gehüllt. Ein Wunder, dass mich die Stadtwache überhaupt in die Stadt gelassen hat und mich nicht als Taugenichts davon gejagt hat.
Aber ich habe hier bereits am ersten Tag gütige und freundliche Menschen getroffen, du musst dich also nicht sorgen.
Ich habe erst einmal ein Dach über dem Kopf und auch etwas zu essen und zu trinken. Der Rest wird sich sicher noch ergeben.
Ein Zimmer in der Herberge konnte ich mir leider nicht leisten. Stell dir vor, sie wollen hier 2 Kronen für ein Zimmer! Aber offenbar sind es Zimmer, die eines Adligen gerecht werden, also eigentlich eh nichts für mich.
Wie schade, dass du Adoran nicht sehen kannst. Ich bin mir sicher, es hätte dir gefallen. Die Stadt ist viel schöner als ich es mir vorgestellt habe und überall sind kleine Grünflächen oder Parks, sogar einen kleinen Strand gibt es wohl. An jeder Stelle stehen wunderschöne Häuser mit netten kleinen Gärtchen vorneweg und nirgends sieht man hier Dreck auf den Straßen oder Unrat. Nur einmal hab ich mich ins Hafenviertel verirrt, da ist alles ziemlich herunter gekommen, aber das haben ja alle Hafenviertel gemeinsam, oder?
Trotzdem gibt es hier recht viele leer stehende Häuser, sogar ganz einfache, die wohl offenbar für junge Handwerker gedacht sind. Sollte ich keinen Lehrmeister finden, werde ich mir vielleicht so eines nehmen.
Aber jetzt muss ich erstmal richtig ankommen und mir eine Übersicht machen.
Bei einem ersten Spaziergang heute ist mir aufgefallen, dass es recht viele 'Holzwürmer' schon gibt hier in der Stadt, da wird also sicher jemand ein fleißiges Lehrmädchen suchen.
Ich denke ich werde morgen sehen, dass ich erst einmal einen Termin mit der Stadtverwaltung vereinbaren kann zwecks einer Bürgerschaft und dann kümmere ich mich um einen Lehrherren.
Heute brauche ich daran jedoch gar nicht zu denken, denn in der Nachbarstadt Berchgard gibt es wohl ein großes Fest und sogar der König wird dort sein!
Stell dir vor, ich werde den König sehen und das schon am zweiten Tag!
Ach Mama, ich wünschte, du wärest hier! Dir würde das alles gefallen.
Ich werde dir auf jeden Fall so oft es geht schreiben. Ich kann mir genau vorstellen, wie du jetzt grinst, wenn du das liest.
Auf bald also und Eluives Segen für dich!
In Liebe, deine Tochter

*anschließend faltete sie das Papier sorgfältig und legte es mit traurigem Blick zurück in das Buch, aus welchem sie bereits das Briefpapier genommen hatte. Kein Umschlag und kein Siegel würden je diesen Brief verschließen, denn ihre Mutter war bereits auf des Raben Schwingen weiter gezogen. Aber sie hatte versprochen zu schreiben und Versprechen musste man halten.*
Sie nahm Feder und Tinte zur Hand, welche vor ihr auf dem Tisch standen und begann zu schreiben*
Liebste Mama!
*sie überlegte noch einmal genau, was sie schreiben wollte, dann fuhr sie fort*
Liebste Mama!
Sorge dich nicht, denn ich bin gut angekommen.
Aller Mühen und Strapazen zum Trotz habe ich meinen Weg nach Adoran gefunden.
Ich habe fast alles verkaufen müssen was ich hatte, um die Überfahrt zu bezahlen, doch nun bin ich hier.
Ich hätte mir nicht vorstellen können, wie furchtbar eine 3 wöchige Schiffsreise mit lauter groben Matrosen sein kann. Ständig nur Dörrfleisch und schales Wasser und kaum eine Möglichkeit sich zu waschen. Ich sah aus, wie ein Bettler als ich hier ankam, fast nur noch in Lumpen gehüllt. Ein Wunder, dass mich die Stadtwache überhaupt in die Stadt gelassen hat und mich nicht als Taugenichts davon gejagt hat.
Aber ich habe hier bereits am ersten Tag gütige und freundliche Menschen getroffen, du musst dich also nicht sorgen.
Ich habe erst einmal ein Dach über dem Kopf und auch etwas zu essen und zu trinken. Der Rest wird sich sicher noch ergeben.
Ein Zimmer in der Herberge konnte ich mir leider nicht leisten. Stell dir vor, sie wollen hier 2 Kronen für ein Zimmer! Aber offenbar sind es Zimmer, die eines Adligen gerecht werden, also eigentlich eh nichts für mich.
Wie schade, dass du Adoran nicht sehen kannst. Ich bin mir sicher, es hätte dir gefallen. Die Stadt ist viel schöner als ich es mir vorgestellt habe und überall sind kleine Grünflächen oder Parks, sogar einen kleinen Strand gibt es wohl. An jeder Stelle stehen wunderschöne Häuser mit netten kleinen Gärtchen vorneweg und nirgends sieht man hier Dreck auf den Straßen oder Unrat. Nur einmal hab ich mich ins Hafenviertel verirrt, da ist alles ziemlich herunter gekommen, aber das haben ja alle Hafenviertel gemeinsam, oder?
Trotzdem gibt es hier recht viele leer stehende Häuser, sogar ganz einfache, die wohl offenbar für junge Handwerker gedacht sind. Sollte ich keinen Lehrmeister finden, werde ich mir vielleicht so eines nehmen.
Aber jetzt muss ich erstmal richtig ankommen und mir eine Übersicht machen.
Bei einem ersten Spaziergang heute ist mir aufgefallen, dass es recht viele 'Holzwürmer' schon gibt hier in der Stadt, da wird also sicher jemand ein fleißiges Lehrmädchen suchen.
Ich denke ich werde morgen sehen, dass ich erst einmal einen Termin mit der Stadtverwaltung vereinbaren kann zwecks einer Bürgerschaft und dann kümmere ich mich um einen Lehrherren.
Heute brauche ich daran jedoch gar nicht zu denken, denn in der Nachbarstadt Berchgard gibt es wohl ein großes Fest und sogar der König wird dort sein!
Stell dir vor, ich werde den König sehen und das schon am zweiten Tag!
Ach Mama, ich wünschte, du wärest hier! Dir würde das alles gefallen.
Ich werde dir auf jeden Fall so oft es geht schreiben. Ich kann mir genau vorstellen, wie du jetzt grinst, wenn du das liest.
Auf bald also und Eluives Segen für dich!
In Liebe, deine Tochter
*anschließend faltete sie das Papier sorgfältig und legte es mit traurigem Blick zurück in das Buch, aus welchem sie bereits das Briefpapier genommen hatte. Kein Umschlag und kein Siegel würden je diesen Brief verschließen, denn ihre Mutter war bereits auf des Raben Schwingen weiter gezogen. Aber sie hatte versprochen zu schreiben und Versprechen musste man halten.*