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Der Ball und andere schreckliche Sachen...

Verfasst: Montag 13. März 2006, 21:38
von Darna von Hohenfels
(#Thread gerne auch für andere Teilnehmer offen#)


Es gab Zeiten, in denen musste man eingestehen können, daß man auf einem verlorenen Schlachtfeld stand, daß man nicht Herr über die Lage sein konnte, in denen man anerkennen musste, daß andere besser waren und man selber hilflos.
Es gab Bereiche, in denen sie sich nicht behaupten konnte. Es war entschuldbar - niemand konnte alles beherrschen, doch lieber hätte sie gerade einem Troll gegenübergestanden, als vor ihrer Hochgeboren nun dieses Eingeständnis machen zu müssen. Die Atmosphäre war von Peinlichkeit berührt, die Fragen ungewohnt - und wohl auch die Antworten. "Frauengespräche"... und prompt fand sich Darna so gut wie gar nicht mehr zurecht.
"Oh... Ihr besitzt nichts dergleichen?", fragte Rika etwas verständnislos.
"Nein", anwortete die Knappin schlicht, "Ich verwende sowas so gut wie... äh... um genau zu sein: nie."
"Aber Ihr wisst... also, ich meine... damit umgehen könnt Ihr?"
Darna sah sie flehend an, ihren Lippen entfloh lediglich ein klägliches: "Nein?"
Nach einem kurzen Moment Verblüffung lächelte die Heilerin auf eine warme, fürsorgliche Art und legte ihr leicht die Hand auf den Arm.
"Dann wollen wir das mal ändern, Frau von Elbenau. Folgt mir bitte."
"Natürlich, Euer Hochgeboren." - sie kapitulierte und überließ sich der Gnade der Überlegenen.


Es hatte etwas reizendes, geradezu hold weibliches, wie sich die ausdrucksstarken Augen der jungen Frau weiteten. Wimpern und Brauen hatten wenig Aufmerksamkeit benötigt, sie waren von jeher dicht und dunkel. Die dezent betonten Lippen öffneten sich leicht und ließen die gepflegten Zähne nur noch mehr zur Geltung kommen. Darna hatte Mühe, daß ihr die Kinnlade nicht einfach herunterfiel.
Das Gesicht der fremden Frau war in der Lage, zu bezaubern, nicht mit puppenhafter Zerbrechlichkeit, sondern mit markanten, ebenmäßigen Konturen, einer klaren Kinnlinie, einer fast zu kleinen Nase, sich nur dezent, doch erkennbar abhebenden Wangenknochen. Locker geschwungen umrahmten die dunklen Haare das Gesicht, waren hinten mit einer silbrigen breiten Nadel zusammengesteckt.
Darna konnte ihren Blick nicht davon lösen, starrte dieses Antlitz einfach nur an. Hinter ihr legte ihr die Freiin sacht die Hände auf die Schultern.
"Ihr seid sehr schön, Frau von Elbenau."
"Das bin nicht ich", entfuhr es ihr tonlos, geradezu entsetzt und unwillkürlich schossen ihr Tränen in die Augen, fanden sich beim Spiegelbild vor ihr wieder. Die Wahrheit, ihr von Narben entstelltes Gesicht, zu einer hübschen Lüge zurechtgeschminkt...

"Doch, das seid Ihr auch. Nur scheint Ihr dieser Seite bisher nie viel Aufmerksamkeit geschenkt zu haben."
Nein, wie auch? Wann auch? Wozu?
"Das kann ich nicht. Das... das ist Lüge." Still bahnten sich die Tränen durch all das Puder und die Schminke auf ihrem Gesicht, hinterließen ganz andere Narbenfurchen als die ursprünglichen, die sich jeden Tag tief und gerötet durch ihre Haut fraßen. Rika war wirklich eine Künstlerin im Umgang mit der Puderquaste, doch was hatte sie angerichtet?
"Ihr braucht Euch nicht vor der Frau in Euch zu fürchten, Darna.
Ihr seid schön und stark und Ihr habt Euch bereits die Achtung derer verdient, die Euch zum Ball geladen haben, ganz ohne Tand und Glitzerei. Warum nicht das alles krönen durch Eure Vielfältigkeit... mehr als 'nur' Gardistin sein zu können."
"Ich kann das nicht aufrecht halten", widersprach sie leise und verzweifelt, "Ich will das doch auch gar nicht. Die Narben weg, für... einen Abend..."
"Ihr denkt, man könnte Euch diesen einen Abend entgegen kommen und Euch am nächsten verstoßen, weil sie dann wieder sichtbar sind?"
"Jeder sagt 'Oh, wie hübsch', und sieht am nächsten Tag wieder... mich? Nur mich." Sie schluckte. "Ungeschminkt. Die Wahrheit. Das, was ich immer bin, sein kann, problemlos."

"Ach Darna... zum Einen kommen doch sehr viele der Herren, die Euch kennen und schätzen, und zwar so, wie Ihr tagtäglich zum Dienst erscheint."
"Rafael, Aradan... nur Adrenalon ist nicht eingeladen", fuhr es ihr flüchtig durch den Sinn. Kurz war sie dankbar, daß Adrenalon sie so dann nicht sehen würde.
"Was erhoffen die sich dann? Wenn sie einmal mehr gesehen haben von dem, was alle immer nur sehen wollen... Ich will meine Ruhe, ich will dienen, nichts weiter." Verbitterung schlug in ihrer Stimme durch.
"Sie werden sich einfach daran erfreuen, daß Ihr ihnen gewährt, auch diese Seite einmal zu sehen. Und ich bin mir sicher, sie werden es zu schätzen wissen."
"Ich könnte beten dafür, daß es nur so wäre...", flüsterte sie und gab dann zu: "Ich hab Angst, daß dem nicht so ist, Milady. Ständig hübsch sein, wie Ihr, das kann ich nicht, denn es ist nicht so."
Nie wäre ihr in den Sinn gekommen, Rika gegenüber einzugestehen, daß es eine Zeit gegeben hatte und ein wenig noch immer gab, wo sie Frauen mit dieser hilflos-weiblichen Schönheit und all ihrer Eleganz verachtete. Sie hatte nie zu ihnen gehören wollen, irgendwelche Kissen breitsitzend und das nächste schon bestickend. Sie hatte erst im Stillen Frieden mit ihnen schließen können, als sie von sich behaupten konnte, eben jene fragilen Wesen, zu denen sie selber nicht gehörte, beschützen zu können, mit der Waffe in der Hand.
Und nun sah sie selber wie eine von ihnen aus?
"Was hilft Euch ein immer hübsches Gesicht, wenn sich dahinter doch nur Langeweile verbirgt? Ihr seid hübsch... auf Eure Art und Weise... und für diesen Ball werdet Ihr Euch nicht ändern, Ihr werdet Euren Bekannten nur zeigen, daß Ihr noch mehr könnt.
Seht es als Geschenk, als..."

"Einen Abend Maskerade. Soll es so sein, wenn der Graf es befiehlt." Darna sprach leise, die Bitterkeit nur schlecht verborgen, und nahm langsam die Nadel aus der Frisur, das Kunstwerk fiel träge in seine nahezu gewohnte Form: schlicht, einfach, geradlinig. Sie wollte das, was sie für einige Herzschläge lang im Spiegel gesehen hatte, gar nicht erst als das ihre annehmen.
"Ich werde sehen, was am nächsten Tag übrig bleibt."
Scherben, argwöhnte sie, nichts als Scherben. Scherben von einem Puppengesicht. Ein Abend Illusion...

Verfasst: Sonntag 19. März 2006, 13:44
von Alliestra de Mervis
Als Darna den Laden verliess formte sich schon ein Bild in Alliestras Kopf.
Eine Kette sollte es sein und auf dem Madaillion sollte der Kopf eines Hirschen zu sehen sein funkelnd und auffällig, so wie Alliestra es ihr angeboten hatte.
Sie würde ihr bestes versuchen und schnappte sich Blatt und Kohlestift um im Wald ein bisschen zu studieren und sich aufzumalen wie es sein wird.

Bernstein bring ich euch noch vorbei erklärte Darna ihr aber da war sie schon in Gedanken und wollte noch diese Nacht damit anfangen.

Als sie den Bernstein in der Truhe fand fiel es ihr wieder ein und sie bearbeitete ihn mit einem kleinen Hammer immer wieder damit kleine Splitter abfielen die sie für das Geweih brauchen würde.

Vorsichtig hielt sie die Kette mit einer Zange in das Feuer damit das Silber weich wurde und ritzte vorsichtig die umrisse eines Hirschenkopfes in das weiche geschmeide und liess es dann im Wasser neben ihr abkühlen.

Zufrieden schaute sie auf ihr Werk und überlegte wie sie das mit den Splittern schaffen könnte damit sie auf der Oberfläche halten würden.

Immer wieder lief sie im Laden auf und ab bis ihr die rettende Idee kam.
Sie würde Holz hacken gehen und ein bisschen des Saftes in einem Glas aufsammeln das der Baum von sich gibt wenn man zu tief in den Stamm geschlagen hatte.

Gesagt getan. Mit einer kleinen Menge klebriger flüssigkeit kam Alliestra wieder in den Laden gestürmt und schaute sich die Splitter genauer an und sortierte sie nach grösse aus.
Zuerst würde sie die grossen aneinander reihen und dann die kleinen als verzweigungen des Geweihs.
Mit der Spitze einer Feder tauchte sie immer wieder in die Flüssigkeit ein und verteilte kleine Tropfen auf die Splitter die sie nach und nach so aufklebte das sie wie ein Geweih erkennbar sind.

Man mag wohl erkennen das der eine oder andere Splitter nicht ganz genau an den anderen anschliesst, aber Alliestra hatte so etwas noch nie zuvor gemacht und wusste das es wohl doch etwas mehr zeit brauchen würde als eine Nacht um es perfekt aussehen zu lassen.
Man würde die kleinen Fehler nur bei genauerem hinsehen erkennen, drum beschloss Alliestra das sie die Splitter besonders schön polieren würde damit es nicht auffällt.

Als sie endlich fertig war und den Rücken durchstreckte merkte sie das die anstrengende Haltung doch sehr an ihrer Kraft gezeert hatte und sie sich nur noch entspannt in die Felle legen wollte um die letzen Stunden der Nacht neben ihrem Verlobten zu verbringen.

Gerade als sie den Laden zusperren wollte fiel ihr noch ein Nachtrag ein
Und wie sieht es mit Ohrringen aus? Könnt Ihr auch welche fertigen, die ohne Ohrloch halten?

Seufzend machte sie sich wieder ans Werk und holte ein paar Ohrringe heraus. Nach längerem überlegen hatte sie eine Idee.
Sie stürmte nach hinten und holte sich einen Silberbarren und liess diesen in der Esse heiss werden um ihn dann zu einer kleinen u-förmigen platte zu formen. Mit einer Zange bog sie die beiden Enden so weit zusammen das man sie an die Ohren anlegen konnte sie aber nicht wieder so einfach runterrutschen konnten.
Mit den letzen Tropfen der Flüssigkeit befestigte sie die kleine platte an der rückseite der Ohrringe und probierte es gleich mal an ihr aus.

Sie war mehr als zufrieden mit ihrer Arbeit die wohl die ganze Nacht gedauert hatte, nachdem sie bei einem Blick aus dem Fenster feststellte das es draussen schon wieder hell wurde.

Nur noch schlafen murmelte sie und schleppte sich nach Hause und kuschelte sich an Thancred

Verfasst: Sonntag 19. März 2006, 16:49
von Falk Hinrah
Manieren...
Benehmen...
Etikette...
Unsinn!

Aber notwendiger Unsinn auf so einer Städterfeier... natürlich würde es dem riesigen Tiefländer unmöglich sein wie galanter Graf oder Ritter auf zu treten. Die Weigerung Leute zu siezen und bei ihren Titeln zu nennen, sie direkt mit dem Vornamen an zu sprechen und sie zu dutzen wie es unter Tiefländern üblich war würde vielen mit Sicherheit aufstossen. Dann wiederum war seine ehrliche und direkte Art oft auf Gegenliebe gestossen.

Trotzdem, er würde sich nicht die Blösse geben wie ein Dorftrottel da zu stehen, in fester aber praktischer Kleidung, ein wenig dreckig und abgenutzt, womöglich noch mit einigen Schnitten oder Rissen... Nein. Die Städter sollten sehen dass auch Tiefländer durchaus nicht kulturlose, stumpfe Trottel sind sondern etwas von gutem Auftreten verstehen.

Tanzen konnte Falk immerhin wie kaum ein Anderer. Auch die Kleidung eines Jarls war nicht zu verachten. im Gegensatz zu der allgemeinen Annahme der Jarl hätte nur die Felltunik mit dem weissen Wolfsfell und den diamantenen Kettengliedern besass er durchaus auch feinere Kleidung. Über ein Hemd aus weichem und strahlendem Leinen trug er eine brokatbesetzte Weste, der edle Stammeskilt in den Clansfarben rundete sein Erscheinungsbild gemeinsam mit den zu Hochglanz polierten Stiefeln ab. Die goldbesetzte Schwertscheide mit den Wolfsköpfe darstellenden Intarsien aus Elfenbein, das hölzerne Wolfsamulett, der Siegelring... mehr brauchte ein Mann, brauchte ein Krieger nicht an Schmuck.
Sanft fuhr er mit der Hand über die reichlich verzierte Schwertscheide und über den Griff von Scylfing. In Rüstung würde er den Ball nicht betreten, auch wenn seine Felltunik mit den edlen Diamantkettengliedern eher nach seinem Geschmack war als diese... Städterlumpen. Aber wenigstens sein Schwert würden sie ihm lassen müssen. Scylfing war sowohl sein Erbe, als auch sein Statussymbol als Jarl und Clanskrieger. Sein Wort die Waffe in der Scheide zu lassen würde den Städtern reichen müssen.

Sein Aussehen war nahezu perfekt. Die wallende blonde Mähne umrahmte das kantige und hier und da mit kleineren Narben verzierte Gesicht, die durchdringend, intensiv blauen Augen lagen in dem nur leicht von der Sonne gebräunten Gesicht wie zwei Edelsteine. Ein Duft nach Zeder, Moos und Waldluft umgab ihn. Die mit alten Brandnarben entstellte linke Hand würde er unmöglich verbergen können, feine Handschuhe wie die Städter sie trugen hatte er einfach nicht und hielt auch nichts davon. Dafür verbarg das hoch schließende Überhemd die zahleichen Narben an Oberkörper, Brust und Hals. Der kleine Bart war gut rasiert, die Fingernägel gestutzt und sogar ein wenig abgefeilt... was man nicht für Opfer brachte um das Ansehen des Clans ein wenig auf zu päppeln.



Eingeschnürt wie eine Wurst kam er sich vor, herausgeputzt wie ein Städterweibchen und einfach... falsch. Doch Cailleans Blicke und ihre Worte machten das alles wieder gut. Seine Hose sass stramm, betonte die muskulösen Beine, den kleinen Hintern... ja auf sowas achtete sie. Er musste schmunzeln. Wenn er sie doch nur mitnehmen könnte... doch eine Hochschwangere auf einem Tanzfest... das war einfach keine gute Idee. Aurora würde ihren Platz einnehmen, wusste Falk doch dass sie für ihr Leben gerne tanzte. Der aufblitzende Neid in Caillys Augen war nicht zu übersehen. Doch ein langer, inniger, leidenschaftlicher Kuss beruhigte sie gleich wieder, ließ sie weich werden in seinen Armen. Er liebte diese Frau, seine Frau, die Mutter seines Kindes. Doch diesen Unsinn heute Abend würde er ohne sie überstehen müssen. Als fremde Person, in fremder Kleidung mit fremden Manieren... wenn sie ihm nur nicht Scylfing wegnahmen.

Verfasst: Sonntag 19. März 2006, 23:03
von Rika von Gryffenhorst
"Raus, nur raus hier!" schoß es Rika durch den Kopf, als sie mit fliegenden Schritten die Treppe in der Residenz von Gryffenhorst hinunter eilte, hinaus zu Raphael und in seine Arme. Immer mehr fühlte sie sich zerrissen, immer mehr geriet sie in ein Doppelleben. Ein Leben Herz - ein Leben Verstand.

Sie hatten als letzte den Ball verlassen und schon auf den Gassen vor dem Schloß hatte sie Raphael gebeten, sie zu küssen - sie mußte sich einfach vergewissern, daß er noch der Alte war, ganz Herz, daß sie ihn nicht unter all dem Seidentuch an den Verstand verloren hatte. Er war es noch und er erwiederte den Kuß so hilfesuchend wie sie, so froh, den Verstand endlich wieder hinter sich lassen zu können. Gemeinsam waren sie zur Residenz von Gryffenhorst geflohen, doch auch hier war beiden bewußt geworden, daß dieser Ort zum Leben des Verstandes gehörte. Sie mußten hier weg.
Darna kam ihr erneut in den Sinn, purer Verstand, so schien es, genauso wie ihr Bruder. Sie selbst hatte noch dafür gesorgt, daß die beiden zusammen zum Ball erschienen - jetzt erfüllte sie das, was sich dort zu ergeben schien, mit Panik. Wenn ihr Bruder nun jemanden in dieser Verstandeswelt fand, so würde sie ganz allein bleiben mit ihrem Herzen, seine ohnehin so seltenen Ausflüge in dieses Leben würden gänzlich ausbleiben....
Mit zitternden Händen befreite sie ihren Körper aus der zwanghaften Schnürung des Ballkleides, ließ den Unterrock herabrutschen und schleuderte die feinen Riemchensandalen von den Füßen. Dann zerrte sie die Kleidung heraus, die selber ihr Bruder noch nie gesehen hatte - Hosen. Hosen, darüber ein schmaler streifen Stoff als angedeuteter Rock, ein Hemd, das, wäre es etwas weiter geschnitten gewesen, auch einem Manne gut gestanden hätte und darüber einen Mantel, der zwar ihre weiblichen Formen betonte, ihr aber jegliche Bewegungsfreiheit ließ.

Draussen vor der großen, dunklen Villa griff sie nach Raphaels Hand.
"Laß uns gehen," flüsterte sie und er zog sie mit sich, zurück und hinein in die andere Welt, die Welt des Herzens.
Die Kutsche brachte sie nach Bajard und noch während der Fahrt schmiegte sie sich wie eine Ertrinkende an ihn. Die Welt des Verstandes war durcheinander gekommen und sie flüchtete sich in die Welt des Herzens - es war das erste mal, daß es so herum geschah und es erfüllte sie mit Angst. Angst und bebender Lebensfreude.
Sie folgte ihm ins Lager der Söldner und in sein Zelt und als er dort Schicht für Schicht der Ballkleidung ablegte wurde sie etwas ruhiger. Sie würde den Verstandesfall Darna - Calor angehen, aber nicht jetzt. Jetzt folgte sie ihrem Herzen, als sie Raphael in die Arme schloß.

Verfasst: Montag 20. März 2006, 07:02
von Caillean Hinrah
Sie liess es sich nicht nehmen doch Falk zu folgen. Die Musik war verbesserungswuerdig. Nicht gegen die Bardin, doch wer Falk schon hat singen hoeren, der wusste Caillean wuerde sich nicht mit weniger zufrieden geben.
Die Koenigin schien sehr angetan und so gab sie keinen hoerbaren Komentar von sich.

Caillean musterte Anara neugierig. Versuchte zu sehen was Gabriel in ihr sah. Doch es misslang.

Sie selber tanzte nicht und trank nur Wasser. Falk hatte sie der Koenigin vorgestellt. im Grossen und Ganzen war der Abend gelungen.

Es fehlte nur dass sie dann noch in diesen Feldfurz reinlief von diesen Rotzlerchen. BRR. unverschaemter Kerl. Sich uber ihren Bauch lustig zu machen. Sie war schwanger! Sehr schwanger.

Sie ignorierte Raphael Casini gekonnt bis er ihr gegenueberstand.

So ein Tunichgut! In ihr kam die wut hoch wenn er auch nur ohne den mund aufzumachen spoettisch den Mund verzog.

Oohhh.. wie verabscheute sie sein unverschaemtes, arrogantes Laecheln.

Verfasst: Montag 20. März 2006, 22:06
von Darna von Hohenfels
Beobachtungen

Es konnte leicht passieren, bei diesen Anlässen sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Zu viele Menschen, zu viele Stimmen, Geflüster, Musik, Lachen, bohrende oder verstohlene Blicke, alles funkelte um die Wette...

Ihre Schule war hart gewesen, lang - doch in Momenten wie diesen zeigte sie ihre Erfolge. Die Anreden kamen flüssig über ihre Lippen, die Tischmanieren waren Teil der täglichen Bewegungen, die Kunst, unauffällig doch stets aufmerksam und höflich zugleich zu sein war ihr in Fleisch und Blut übergegangen. Der Lohn war, daß sie in den neuen Eindrücken nicht ertrank, sondern von ihrer Warte aus beobachten konnte.
Das Leben bei Hof... war in guten Teilen damals beim Grafen von Felsenstein nicht anders gewesen als hier im Hause derer von Hohenfels. Es war kein Sprung ins kalte Wasser - sie schwamm schon fleißig.

Sonst hätte sie mit dem Zweihänder im Wildschwein und anderen Dingen auch weit größere Probleme gehabt...
Der Satz von ihrem Stuhl war sicher etwas undamenhaft gewesen, doch es war Instinkt – sie hatte mitbekommen, wie vor Falk dieser gewaltige Braten abgestellt wurde, doch als er dann aufstand und die noch gewaltigere Klinge zog, da war jede Bewegung fast ohne ihre Kontrolle geschehen. Am Tisch sitzen bleiben, eingeengt, handlungsunfähig? Sicher nicht. Jetzt stand sie, zwischen der Waffe und ihrer Hoheit, dem Grafen, dem Freiherrn – besser. Ein Winkel ihres Geistes registrierte, daß Rika theoretisch noch gefährdet war, ein anderer Teil ihres Verstandes merkte kritisch an, daß sie nicht in Garderüstung war, sondern in ein paar Lagen Seidenstoff… und letztlich sickerte auch durch, daß alle anderen noch mehr oder minder ruhig saßen und von hinter ihr amüsiert scheinendes Gelächter erklang. Das Essen war gründlich zerteilt, und das arme Silbertablett darunter ziemlich demoliert. Zum Glück war der gräfliche Tisch stabil.
“Hinsetzen. Einfach nur hinsetzen. Alles in Ordnung“, sprach sie sich selber zu und nahm wieder Platz. Ihr Fleischmesser kam ihr plötzlich so mickrig vor…

Während sie sich mit seiner Hochgeboren von Gryffenhorst über Kohlschinken und Absonderlichkeiten der Ridmannsflur’schen Küche unterhielt, fand auf der anderen Seite des Tisches das nächste Trauerspiel statt.
War Clarissa noch recht bei Trost? Wusste ihre Ganden Valeth, was sie da gerade mit sich machen ließ? Wäre Darna selber als Knappin Aradans hiergewesen, wäre ihr eigener Platz einfach hinter seinem Stuhl stehend gewesen, fertig. Frau Ilvess, ihre höchst eigene hiesige Variante von Gernot von Kelterburg, brachte es hingegen zuwege, die Templerin noch nach dem Zuweisen der Plätze auf ihre andere Seite zu dirigieren.
Damit setzte Clarissa sich an der Tafel auf einen höheren Platz als die Geweihte, was für höfische Verhältnisse völlig infam war, aber es fiel entweder niemandem, der dazu etwas hätte sagen können, auf, oder ihre Hoheiten waren nicht geneigt, sich erneut mit der Dame Ilvess auseinanderzusetzen.
Darnas Eindruck, daß ihre Gnaden Valeth wie ein Schatten ihrer selbst wirkte, sich kaum an den Geschehnissen beteiligte, während Clarissa sie ganz nach eigenem Belieben hin und her schieben konnte, als wäre sie die Übergeordnete und nicht anders herum, verstärkte sich an diesem Abend.
Sir Farion stand noch beim Bankett auf und ging. Betroffen sah Darna ihm nach. Weswegen er ging, mochte mit einem kurzen Blick auf die ihm recht gegenüber sitzende Person zu erklären sein, vielleicht auch nicht – sie machte sich seit dem letzten Rittertreffen generell Sorgen um ihn. Was war mit seiner blauen Haarpracht passiert, die ihr in den ersten Tagen so seltsam anmutete, aber hinterher umso harmonischer zu seiner Person vorgekommen war? Die ruhige Art stand ihm, doch schien sich ein zurückgezogen zynischer Zug um seine Persönlichkeit zu legen. Eine Vermutung, von der sie derzeit nicht mehr tun konnte, als zu hoffen, daß sie sich schlicht irrte, so wenig wie sie den Ritter kannte.

An sich erstaunte Clarissa sie noch: sie verhielt sich sonst ruhig. Allein für sich betrachtet gab ihr Verhalten sonst nichts, was die spürbare Ablehnung gegen sie diesen Abend gerechtfertigt hätte. Doch es war zuviel geschehen. Man musste es nicht hören. Man konnte es sehen, fühlen. Sie brauchte nichts von den Worten aufzuschnappen, um unten im Tanzsaal zu vermuten, daß bei Asteve die Begründung, warum sie nicht mit Aradan das Tanzparkett betrat, bei der Person auf der Bühne lag. Wieder konnte sie Clarissas Liedern nichts abgewinnen, doch das lag weit eher an den Texten, besonders bei diesem Lied zum Lachen, das sie schon bei der Marktplatzfeier zum Besten gegeben hatte.
Ihre Majestät und der Graf eröffneten die Tanzfläche - und seufzend stellte Darna fest, daß ihre Kenntnis von höfischen Schreittänzen offenbar nicht ausreichte, um hier eine gute Figur zu machen. Eine Wissenslücke, die es wohl noch zu schließen galt.

Stattdessen nahmen die Vertreter des Hinrah-Clans noch mal ihre Aufmerksamkeit in Beschlag. Als der Jarl der Königin seine Frau vorstellte, wurde Darna kurz schmerzlich bewusst, daß dies, was sie selber anbelangte, noch ausstand. Doch es gab heute keinen rechten Rahmen dafür. Sie war selber weit zu geringen Standes, um sich ihrer Majestät persönlich aufzudrängen, für den Freiherrn von Gryffenhorst gab es keine Veranlassung, seine eher zufällige Begleitung für diesen Abend zu präsentieren, und in Aradans Obhut war sie schlicht nicht hier.
Caillean verneigte sich, doch sie neigte nicht den Kopf – für jedes geschulte Auge war die Bedeutung dessen offensichtlich, und einmal mehr bewies sich, daß die Tiefländer bei aller „Einfachheit“ ein gesundes Gespür für Rangordnungen und Respekt hatten. Die Frau des Jarl war der Königin in keiner Weise untertan und zeigte dies ebenso wie den dennoch der Hoheit zustehenden Respekt.

Was das Band zwischen Jarl und Graf anging…
Beim Bankett noch hatte Darna auszuloten versucht, ob Falk mit seiner urtümlich „barbarischen“ Art zum heimlichen Hofnarren des Abends degradiert wurde, wie es mancherorts Unsitte war – doch es schien hier nicht der Fall zu sein. Zum Einen traute sie dem stolzen Hünen sehr wohl zu, daß er selber merkte, wann Gelächter seine Ehre angriff, zum anderen war der Umgang einfach zu… herzlich, zu gutmütig, zu vertraut.
Und dann die Überraschung: mit einer so samtig volltönenden und angenehm die Töne treffenden Stimme hatte sie bei diesem Mann wirklich nicht gerechnet. Er war der gutmütig-scherzhaften Aufforderung, bei Ermangelung guter Musik doch selber zu singen, tatsächlich nachgekommen, und es tat dem Bild, was er von sich zeigte, keinen ehrenrührigen Abbruch.
Was die Worte des Liedes bei ihr auslösten…
stand auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Verfasst: Dienstag 21. März 2006, 02:49
von Falk Hinrah
Vor langer Zeit wurde Falk von seinem Mentor Sombrisio in die Gehemnisse von Etikette und Manieren eingeweiht, eine Selbstverständichkeit für jeden guten Barden. Sicher hatte die Zeit einige Lücken in sein Verhalten geschlagen und auch das wiedererstarken des tiefländischen Bluts hatte einiges an manierlichem Verhalten hinfortgeweht.
Doch wenn er es nur wollte konnte der rauhe Tiefländer zumindest dem Titularadel alle Ehre machen. Aber dafür musste er es halt nur wollen. Im Nachhinein tat ihm sein Ausbruch an übertriebenem Stolz leid, tat ihm Adrian leid der mit seinen Dienern wirklich nicht den besten Stand hatte.

Er hatte nach Wild gefragt, Wildschwein wollte man ihm servieren und während er sich noch den Kopf darüber zerbrach warum man ihm und seiner Begleitung nichts zu trinken einschenkte und ob die Portion ausreichen würde seinen, die anderen Gäste doch um ein wesentliches überragenden, Körper zu sättigen trug man ihm doch tatsächlich ein ganzes Schwein auf, während man seine Begleitung zum wiederholten Male ignorierte.
Natürlich wusste der Diener nicht dass es in der tiefländischen Kultur als unfein gilt etwas vom Mahl übrig zu lassen, sowas zog Kobolde und Gnome an...
Natürlich war sich der Diener nicht im klaren dass Falk das Schwein nicht zur Gänze verschlingen könnte und sich deshalb in Grund und Boden schämen würde. Das Gefühl haben würde sein Gesicht zu verlieren...
Vermutlich war der Diener sich nicht einmal bewusst was für eine infame Beleidigung es darstellte Falks Begleitung zu ignorieren.
Doch das alles wurde Falk erst im Nachhinein klar. In diesem Moment regte sich einfach der Stolz des Jarl in ihm, war er fest davon überzeugt die gesamte Tischgesellschaft mit etwas Aufsehenerregendem auf die Verfehlung hinweisen zu müssen. Und Aufsehenerregend war es in der Tat.
Scylfing, die goldene Klinge von der es heisst Hinrah selbst habe sie seinem Sohn geschenkt. Das wichtigste und mächtigste Erbstück des Clans, das Zeichen seiner Clanskriegerwürde schimmerte hell auf als Falk sie hoch in die Luft erhob und mit einem gewaltigen Schlag auf das Schwein niedersausen ließ.
So löste er - zumindest war er in diesem Moment fest davon überzeugt - drei Probleme auf einmal. Er machte auf die unverzeihliche Beleidigung gegenüber seiner Begleitung eindrucksvoll aufmerksam. Er selbst musste nurnoch den halben Braten essen, das würde er schaffen. Und Aurora würde etwas zu essen haben obwohl man sie nicht bediente, schlichtweg ignorierte.

Die Meisten am Tisch lachten darüber - hielten es wohl für eine Ausgeburt seines etwas rauheren Wesens, womit sie so Unrecht ja nicht hatten - doch eine junge Frau die er schon häufiger in Aradans Begleitung gesehen hatte war gewandt wie eine Raubkatze aufgesprungen und spannte unter dem feinen Kleid beeindruckende Muskeln an. Eine Kämpferin, mit guten Reflexen und scharfen Augen. Das erfasste der erfahrene Clanskrieger sofort, darüber konnte auch das Kleid das an ihr eher wie eine Verkleidung wirkte nicht hinwegtäuschen. Ein Lächeln des Respekts legte sich auf seine Lippen, das Mädchen würde früher oder später eine Ritterin sein, eine an deren Seite zu kämpfen Falk eine Ehre währe.
Doch auch das Gefühl ein wenig überreagiert zu haben konnte ihm den Abend nicht wirklich vermiesen. Anara hatte sich als gute Königin herausgestellt, Adrian, der Graf war ein Mann von Ehre und die Ritter Rafael und Aradan zählte Falk zu seinen guten Freunden. Selbst Farion war ihm an diesem Abend offener, wärmer gegenübergetreten. Doch das Letztere war vermutlich nur eine Folge aus der gemeinsamen, tief sitztenden Abneigung gegen Clarissa Ilvess. Calor... gut, er war ein Magier... aber wenn er diese Unsitte ablegen würde könnte aus Calor nochmal ein richtig guter Kerl werden dessen Schwester Rika Falk als lebenslustig und aufgeschlossen kennen gelernt hatte. Wann war das noch gleich gewesen... ahja, auf der Hochzeit von Marian und Gray.

Nur eines blieb ihm in schlechter Erinnerung, wie vermutlich auch den meisten Anderen. Clarissa Ilvess... Ein Wunder dass Adrian diese Unperson überhaupt in seinem Schloss duldete. Doch letzten Endes konnte er Adrian verstehen, der Barde hatte abgesagt und Clarissa war trotz allem was man über sie sagen konnte eine hervorragende Lautespielerin. Erneut fluchte Falk auf das unversöhnliche Schicksal und schaute auf seine linke Hand. Ein Becken glühender Kohle, einige Zangen, ein Hammer und ein wirklich bösartiger Folterknecht hatten seine Linke in ein Wrack verwandelt. Den Ringfinger konnte er nur mit Schwierigkeiten bewegen, den kleinen Finger gar nicht und die ganze Hand war von schwerwiegenden Brandnarben entstellt.
Nur die Erinnerung gab es noch, die Erinnerung an seine Tage als Barde, als er mit seinen - von seinem Publikum oft als magisch bezeichneten - Fingern und der seit frühester Kindheit in den Gesängen der Tieflande geschulten Stimme die Frauen entzückte. Auch das Herz seiner liebsten Caillean hatte er mit dieser Kunst erobert. Es ärgerte ihn Adrian nun nur wegen einem Folterknecht der ihn unbedingt zum Götterglauben bekehren wollte nicht helfen zu können indem er selbst die Instrumente spielte.
Doch irgendwann wurde es ihm mit Clarissa zu bunt. Die Königin hatte - wenn auch im Scherz - um ein Lied gebeten und auch wenn seine Finger der Laute kaum noch enen graden Ton entlocken konnten, seine Stimme war ihm in diesem Moment genug.

Eigentlich hatte er gehofft die geschwisterliche, freundliche Streiterei um Adrians Junggesellenleben zwischen Graf und Königin ein wenig ansprechen zu können mit seinem Lied, doch die Königin war müde und hatte sich längst zu Bett begeben während Adrian nun selbst ganz und gar in de Rolle des guten Gastgebers geschlüpft war und die Anwesenden selbst bediente.
Für einen kurzen Moment fühlte sich Falk in die Gemütlichkeit seiner Festung zurück versetzt wo der Jarl zwischen den Gästen umherirrte und sie selbst bediente oder diese Aufgabe der attraktivsten, unverheirateten Frau des Clans überließ.
Innerlich musste er schmunzeln. 'So unterschiedlich sind wir gar nicht, du und ich, Adrian.' Hatte er sich gedacht und schwor sich auch weiterhin die guten Verbindungen zum Königreich und den guten Menschen die es anführten aufrecht zu erhalten.

Verfasst: Dienstag 4. April 2006, 19:40
von Clarissa Ilvess
Mißmutig ging ihr Blick gen der Ratsfrau neben sich, dann gen Rafael. Hatte der unverschämte Lümmel es doch allen ernstes gewagt, die Kirchenvorsteherin Varunas direkt neben eine Ratsfrau setzen zu wollen. Nicht, daß nicht erst ein Ratsherr eben jene erst vor kurzem zwei mal zu ermorden versucht hatte. Nicht, daß eine gewisse Genugtuung darüber nicht der Allianz inne haftete. Erhängt in der eigenen Zelle. Das roch förmlich nach Intrigen. Es wurde wohl wirklich Zeit mal etwas tiefer im Dreck zu graben. Die ganze Angelegenheit stank zum Himmel. Gut, sie wußte ein paar Dinge, die andere hier nicht wußten. Dinge, die sie nie würde beweisen können. Aber gut, war es nicht schon immer so gewesen? Die Frau, die zu viel wußte.
Aber gut, dieser Fehler ließ sich durch ein kurzes Umsetzen wieder richten.
Ihr Blick ging durch die Reihen. Der Schlächter von Berchgard. Zwei Personen die an der Krise zwischen dem Reich Varunas und den Menekanern maßgeblich beteiligt waren. Dann die Adelige die sich unter den Rahalern wohler zu fühlen schien als unter der Ritterschaft der Königin. Und natürlich Zwerge. Zwerge. Wer war überhaupt auf die glorreiche Idee gekommen, Zwerge, Halbblute und Menekaner an einen Tisch zu bringen? Nun, wer immer es war, entweder derjenige wußte gar nichts über die politischen Fallstricke der letzten Tage oder er wollte diese Konfrontation. Es sollte ihr recht sein. Im Moment war es ihr egal. Dieser Hexenkessel würde explodieren noch ehe der Morgen graute. Das bedrückende Schweigen zeugte davon, diese Stille, greifbar, schwer, tot und leer wie ein gefrorener Friedhofsacker im Winter. Das verhaltene, peinlich berührte Lachen als alle Gläser umfielen als das Halbblut mit dem Zweihänder sein Essen zerteilte. Alles in diesem Raum strahlte diese Feindseligkeit aus der sie noch alle anheim fallen würden. Sei es drum, die hier würden sich auch ohne ihr Zutun gegenseitig zerfleischen. Sie hatte gerade eine andere Aufgabe.
Ihr Blick lag auf der Ratsherrin. Provokant. Auffordernd. Ein Blick, der vor allem eines aussagte: "Komm, versuchs."
Komm', versuch's, vergreif' Dich an ihr und noch ehe Du einen halben Schritt getan habe ich Dir bereits das Genick gebrochen. Komm'... versuch's. Für Deinen dürren Hals benötige ich weder meine durstige Klinge noch den bewährten Streithammer mit dem ich den Ungläubigen Vernunft einbläue. Nein, Schnepfen und halbe Hemden wie Dich bring' ich mit bloßen Händen, mit meinen Klauen und Zähnen um. Du glaubst es nicht? Dann lass' es darauf ankommen und versuch's schon. Ist doch Zeitverschwendung zu warten. Versuch's einfach. Hier und jetzt. Komm', versuch's.

Verfasst: Dienstag 4. April 2006, 20:38
von Ian Vondran
*edit*