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Die Schatten des Alltags..
Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2015, 03:02
von Magdalene Pfirt
- ~*~
Ein weiterer Winter ging ins Land. Es war nun bereits ihr sechzehnter.
Mit ihrem Bruder und ihrer Mutter saß sie an dem langen dunklen Holztisch in der Küche und wartete auf den Heiler, der nun schon Stunden damit zugetan hatte am Bett ihres Vater's zu wachen und ihm verschiedene seiner Tinkturen einzuflößen.
Immer wieder hörte man das gequälte Stöhnen aus dem Nebenraum, oder einen Schrei der förmlich die Luft zerschnitt wenn er seine Schmerzen nicht mehr ertrug. Schon seit Wochen lag er nun in seinem Bett, während es schien als ob er den Pocken völlig erliegen würde.
Ein paar Tage später dann, war es tatsächlich soweit.
Wieder kam der Heiler nach Stunden völlig erschöpft aus dem Zimmer ihres Vater's. Ihre Mutter hattes es bereits den ganzen Tag im Gefühl gehabt denn sie hatte heute kaum eine tränenfreie Minute gehabt.
Als er heraustrat, blickte er die drei nur mit ernster Miene an und schüttelte sacht den Kopf.
Während die zierliche Magdalene nun völlig zerstört in die Arme ihres älteren Bruder's fiel, zog ihre Mutter sich völlig hinter eine Mauer aus Trauer zurück. Der Heiler ging ohne ein weiteres Wort, um die nun unvollständige Familie ihrer Trauer zu überlassen.
Adeline erhob sich vom Stuhl, eine dicke Decke um die Schultern geschlungen, nahm sich eine Flasche Wein aus dem schweren Mahagonischrank, und goss sich sogleich ein Glas ein.
Magdalene beobachtete das Geschehen mit verschleierten Augen.
Ein dünnes dunkelrotes Rinnsal lief am Kinn ihrer Mutter herab, als sie gierig das erste Glas leerte um sich darauf ein zweites einzuschenken.
Ihr Bruder machte bereits ein ernstes Gesicht als er die Flasche nahm und sie zurück in den Schrank stellen wollte, seine Mutter jedoch sofort nach seinem Arm griff, ihn unsanft zurückhielt und ihn anschrie er solle die Flasche sofort wieder hinstellen.
Magda bemerkte die Spannung sofort und rannte hinaus in die kalte Nachtluft.
'Sollten die beiden doch machen was sie wollten', dachte sie.
Sie war wirklich traurig, nein sauer, oder beides, sie wusste es auch nicht.
Worauf war sie eigentlich sauer? Das ihr Vater sie im Stich gelassen hatte?
Langsam sank sie auf die Knie und stützte sich auch mit den Händen im kalten Schnee ab.
Ihre Tränen hinterließen feine kleine Löcher in der sonst so ebenen Schneedecke. So saß sie also da, mit bebenden Schulter und verheulten Augen. Drinnen hörte sie ihre Mutter und ihren Bruder streiten, darüber das er nicht einsehe das sie sich um den Verstand trank.
'Vater ist tot, und die beiden haben keine anderen Sorgen', dachte sie wieder.
Mit den mittlerweile eingesunkenen Händen, konnte sie das tief darunter liegende Gras an ihren Fingern spüren. Sie wünschte sich, sie könnte sich auch so einfach unter den Schnee legen und ein paar Mondläufe ruhen, an nichts denken, sich von niemandem ärgern lassen und ihre Trauer einfach vergessen.
Im Schatten der Bäume vernahm sie den Ruf einer Eule. Ein tiefes und angenehmes Geräusch, was sie für einen Moment zu beruhigen schien.
Sie versuchte sie mit dem Auge zuerfassen, konnte jedoch nur die grünen Augen des Vogels ausmachen.
So bliebt sie einfach im Schnee sitzen, während ihre Knie schon nasskalt und taub wurden und versuchte sich mit dem warmen Geräusch der Eule zu beruhigen.
Nachdem sie ein paar Stunden so gesessen haben musste, erhob sie sich langsam und zupfte den feuchten Stoff ihres Kleides von den Beinen ab und hielt in mit beiden Händen von sich. Langsam ging sie ins Haus zurück. Völlige Stille.
Ihr Bruder war zu ihrem Vater ins Zimmer gegangen und hatte seinen leblosen Körper mit einem samtigen schwarzen Tuch überdeckt, hockte nun davor und schien zu weinen, was auch ihr die Tränen zurück in die Augen trieb.
Mit starrem Blick auf den dunklen Stoff, versuchte sie sich mit Gewalt aus dem Zimmer zurückzuziehen um nach ihrer Mutter zu sehen.
Diese fand sie im Wohnraum, fast bewusstlos auf dem Sofa.
Die Flaschen um sie herum waren leer. Ein Rest des tiefroten Weines lief über die Dielen.
Ihre Hand hing herab und sah aus als wollte sie nach einer am Boden liegenden Flasche greifen, was sie aber wohl nicht mehr geschafft hatte.
Völlig außer sich vor Wut, lief sie zurück in die Kälte, hinein in den Wald.
Sie wollte von all dem nichts mehr wissen, alles vergessen!!
Erschöpft ließ sie sich auf einem großen Baumstamm nieder und schloss die Augen.
Dort musste sie auch eingenickt sein, denn als sie zitternd erwachte, umgeben von den frischen Düften des Waldes musste sie erst einmal kurz überlegen wo sie war, als sie plötzlich völlig von der Angst gepackt in tiefblaue Augen sah.
Einzelnde Tropfen sammelten sich an der weichen Schnautze des braunen Riesen, der nur ein kleines Stück von ihr an einem Baum entlang streifte, sie jedoch genau im Blick behielt.
Seine gigantischen Pfoten, wirkten fast samtig, so hatte jedoch der Schnee ein paar Klumpen in dem schokoladen braunen Fell hinterlassen.
Seine eher kleinen Ohren waren, so schien es jedenfalls, mit weichem Fell gefüllt.
Als sie nun versuchte sich vorsichtig aufzusetzen, streckte er die Ohren in die Höhe und beobachtete sie genau.
Mit zaghaft ausgestreckter Hand tat sie einen Versuch, das samtige Ungetüm zu sich zu locken.
Einige Zeit verging, ehe er den großen Kopf, ein wenig hängen ließ und vorsichtig zu ihr heran trottete um an ihren Fingerspitzen zu schnuppern und sie im Anschluss kurz anzustupsen.
Er hatte warmes Fell, trotz der Kälte hier draußen, und auch sein Atem hinterließ sanfte Schwaden in der feuchten Luft.
Völlig erfroren streichelte sie ihn hinter den Ohren und machte dann Anstalten sich zu erheben. Sich sacht an ihm vorbeischiebend ging sie dann, von der friedlichen Welt hier im Wald, zurück zum Chaos ihes Alltags.
Als sie sich noch einmal umdrehte, war der Braunbär schon nicht mehr zu sehen und so fiel es ihr noch leichter, erst einmal nach vorne zu blicken.
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Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2015, 03:20
von Magdalene Pfirt
- ~*~
Die noch völlig verschlafenen Augen auf die Zimmerdecke gerichtet lag sie in ihrem Bett am Ende des Flur's. Nichts war zu hören aus dem übrigen Haus. Die Daunen bis unter die Nase gezogen lag sie dort und betrachtete das Zimmer, in dem außer einem Schreibtisch nicht viel zu sehen war. Auf ihrem Nachttisch stand ein Bild ihres Vater's. Seine dichten Braunen Locken erinnerten sie an ihr eigenes störrisches Haar und auch seine Augen, erschienen ihr als würde sie in den Spiegel schauen. Noch immer trauerte sie tief um ihn, jedoch eher einsam. An ihren Bruder kam sie kaum noch heran, er war viel unterwegs und auch ihre Mutter sah sie kaum noch, und wenn dann trunken vom vielen Alkohol.
Sie schwang die grazilen Beine aus dem Bett und griff nach einem ihrer Kleider. ''Hm, das schwarze'' .. seit dem Tot ihres geliebten Vaters ihr Lieblingskleid. Die feine verspielte Corsage war im handumdrehen geschnürt und sie begab sich in die leere Küche. Im Schrank war nichts essbares zu finden außer ein paar kleinen Stücken Forelle die sie sich sogleich herausnahm. Ansonsten war der ganze Schrank voll mit Weinflaschen. Kopfschüttelnd wurde die Schranktür zugeschlagen und sie ging so wie sie war hinaus, wieder in die wunderschöne Schneelandschaft die nun fast soetwas wie ihr zuhause geworden war.
Neben dem Haus hatte sie einen kleinen Samtbeutel abgestellt, den sie nun nahm und in den Wald lief. Durch hohen Schnee stiefelte sie zu dem ihr mittlerweile vertrautem kleinen Häsuchen, was zwar ein wenig zerfallen war, jedoch der Platz war an dem sie allein und in Ruhe gelassen wurde. Dort angekommen ging sie hinein und setzte sich an das Fenster, dessen Glas schon nicht mehr vorhanden war. Sie öfnete den Beutel und holte mit gespitzen Fingern ein paar tote Mäuse hervor, die sie gründlich auf dem Fensteransatz plazierte und sich dann die Hände an dem Kleid abwischte. Mit beiden Händen an den Mund fahrend, bildete sie eine kleine Höhle in die sie dann sanft hinein summte, um den Ruf der Eule so gut sie konnte nachzuahmen. Dieses wiederholte sie noch einige Male ehe sie dann einfach nur ruhig dasaß und auf die Geräusche des Waldes hörte.
Sie schloss die Augen und versuchte einzelnde Töne auszumachen. Sie hörte das knacken vom Holz,
das von Schnee bedeckt war. Sie hörte wie Äste nachgaben und der Schnee von ihnen herab fiel. Und dann ein Zischen.. oder war es.. ja es war ein Flügelschlagen.
Kurz öffnete sie die Augen vorsichtig und tatsächlich, da saß sie, die anmutige Eule, auf einem Ast im Baum gegenüber und hatte die Mäuse schon ins Visier genommen.
Sie versuchte es mit leisen zwitscher Geräuschen und schon bald saß das selten schöne Geschöpf am Fensterbalken und schlang etwas unansehnlich die erste Maus hinab. Sie hielt ihren Arm ans Fenster und nachdem die Eule einmal kurz gefaucht hatte und Anstalten machte nach ihrer Hand zu hacken, blickte sie ihr nun mit grünen Augen direkt in Magdalene's eigene.
Magda war ein wenig nervös, als sie ihre Hand ein wenig näher zu dem Vogel heranschob.
Doch dieser beachtete ihre Hand garnicht mehr, es war als bestünde eine magische Verbindung zwischen ihnen beiden. Etwas besonderes,.. die Eule schien ihr vertraut, und das stimmte, schließlich hatte sie ihr schon einmal über ihre Trauer hinweg geholfen.
Sie direkt anblickend spürte sie dann das unangenehme Ziepen der Krallen des Tieres, als dieses versuche auf ihren Arm zu steigen.
Ein sanftes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
Sie wollte sie einfach anfassen.. sie roch bereits den frischen Waldduft an ihrem braunen Federkleid. Ein sanftes Gurren war aus ihrem Leib zu hören, als sie immer näher an das Gesicht des Mädchens herankam.
'Diese wundervollen Geschöpfe, die mich so nah an sich heran lassen', dachte sie.
Diese Eule schenkte ihr den Trost den sie brauchte.
Wieder waren Wochen vergangen seitdem ihr Vater nun fort war.
Und doch spürte sie in diesem Moment deutlich, das er noch irgendwo bei ihr war. Und durch viele Augen über sie wachte.
Mit dem sanften Wesen auf ihrem Arm, blieb sie noch eine gefühlte Ewigkeit so sitzen, und auch nachdem sie die Eule zurück auf den Fensterabsatz gesetzt hatte, blieb diese noch bis zur Dämmerung bei ihr.
Sie fühlte sich den Tieren verbundener als je zuvor, doch hatte sie den Eindruck, als habe sie ihre Familie dafür geben müssen.
''Ich werde durchhalten'', flüsterte sie der Eule leise zu.
Im Stillen dachte sie .. 'Ich hoffe du wirst mich begleiten' ...
Verfasst: Donnerstag 26. Februar 2015, 04:03
von Magdalene Pfirt
- ~*~
Eine lange Zeit war vergangen, es war viel passiert.. zu viel.
Doch hatte ich beschlossen die Sachen eher zu verdrängen als mich weiter von ihnen verletzen und verunsichern zu lassen. Nach einigen Pannen in Sachen Vertrauen führte mein Weg mich nach Bajard zurück, das kleine Fischerdörfchen das ich bereits von meiner Ankunft kannte.
Ein paar Nächte lang verbrachte ich am Feuer, nur mit meinem dicken Mantel und einer Decke.
Innerlich fühlte ich mich noch immer zerrissen zwischen den Dingen die ich tun sollte und wollte, doch auf dem Weg den ich von Berchgard hierher zurückgelegt hatte, war mir immer wieder klar geworden, das es richtig war meine Sachen zu nehmen und zu gehen.
Ich ertappte mich einige Male dabei wie ich mir vorstellte zurückzugehen, aber heute weiß ich, das es ein gravierender Fehler gewesen wäre.
Zu oft hatte ich Menschen mein Innerstes offenbart und über die Vergangenheit gesprochen, doch immer wieder wurde ich an meinen Gefühlen gepackt und verletzt.
Deswegen bereute ich meine Entscheidung ganz zu gehen kein bischen mehr.
Als ich ein paar Tage überlegt hatte ob ich es nochmal wagen sollte mich jemandem anzuschließen, ging ich zur Handwerkszunft und wurde dort sofort und ohne große Umschweife aufgenommen.
Obwohl ich zuerst wirklich unsicher war ob ich es wirklich tun sollte, blieb ich bei der Gruppe aus doch sehr liebenswerten Menschen. Nach und nach füllte sich das Haus immer mehr, wieder und wieder kamen neue Gesichter hinzu, die sich bald als ernsthafte Vertraute herausstellen sollten.
Dieses hemmende Gefühl was ich zuvor oft gespürt hatte, dieses... Gefühl nicht man selbst sein zu können, war plötzlich einfach verschwunden. Auch kamen meine Empfindungen für andere Dinge langsam zurück.
Ich war nicht mehr völlig immun gegen mein Umfeld. Ich begann die Natur deutlicher zu spüren und auch mein Bezug zu Tieren, den ich lange nicht mehr gespürt hatte, war einfach wieder da.
Der Garten der Zunft war mein Rückzugsort geworden, das feine Empfinden der Pferde, dafür wenn es einem nicht gut ging, half mir ein wenig aus meinem Schneckenhaus heraus zu kommen.
Das nachdenkliche dasitzen an meinem Fenster wenn ich Nachts nicht schlafen konnte war schon deutlich abgeschwächt und auch hatte ich wieder ein wenig zugenommen nach all dem Kummer der letzen Wochen.
Der dünne Gildenring hatte inzwischen eine deutlich glatte Stelle auf meiner Haut hinterlassen und saß an diesem Platz, als wäre er nie woanders gewesen.
Ich hatte das Gefühl angekommen zu sein.
Endlich.
Verfasst: Mittwoch 11. März 2015, 22:44
von Magdalene Pfirt
- Es war Frühling geworden, die Blumen und Pilze waren aus ihrer Schneeschicht gebrochen und auch die Luft hatte sich verändert. Anstatt der klaren Luft die einem in der Lunge wehtat, roch es nun wieder nach Erde und Pflanzen, überall war es grün und im Wald musste man nun wieder die Äste voller Blätter beiseite schieben um etwas zu sehen.
Doch es hatte sich noch mehr verändert.... Als sie vor dem Spiegel in ihrem Zimmer stand, versuchte sie alles zu erfassen was geschehen war.
- An einem schneeverwehten Tag vor einigen Wochen, hatte sie am Feuer in Bajard gesessen.. mit einem Spieß an dem ein Stück Fisch steckte war sie ganz konzentriert dem Feuer zugewandt gewesen als sich plötzlich ein hochgewachsener Mann zu ihr ans Feuer setzte.
Mit dunkler und warmer Stimme hatte er gefragt ob er sich einen Moment aufwärmen konnte und natürlich hatte sie sofort genickt. 'Schließlich gehörte das Feuer nicht mir', dachte sie gerade noch grimmig als er sie mit seinen grünen Augen durchdringend angesehen hatte, womit Magdas Gedanke sofort verflogen war.
Ein Fischfilet nach dem anderen hielt sie geduldig über das Feuer, während der Fremde sich in Schweigen hüllte und sie ebenso. Mit Männern sollte das zierliche Mädchen erst einmal fertig sein, hatte sie beschlossen nachdem sie Berchgard verlassen hatte. Nach einiger Zeit der Stille, erhob er und entschuldigte sich dann. Er müsse weiterziehen...
Einen letzten Blick aus den grünen Augen und er wendete sich auch schon ab, wobei ihr beim hinterhersehen erst sein ungewöhnlich weißes Haar auffiel. 'Hmm.. so alt war er nicht gewesen', überlegte sie noch fast laut, schüttelte aber dann den Kopf, sammelte den Fisch in einem Korb und ging zurück nach Hause. -
Auch jetzte schüttelte Magda den Kopf grinsend um wieder im hier und jetzt anzukommen und besah sich noch einmal im Spiegel. Die braunen Haare waren deutlich länger geworden, die Ränder unter ihren Augen waren auch verblasst. So nahm sie ihre gewellten Haare zur Seite und band sie zu einem geflochtenen Zopf zusammen.
Nachdem auch das feine violette Kleid zugeschnürrt war, nahm sie die silberne Kette vom Nachttisch und legte sie um den Hals. Mit der Hand wurde der filigrane Stahl nachgefahren und ein lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab.
Auf dem Weg nach draußen, dem Zaumzeug und der Bürste der Pferde unter dem Arm sah sie sich einen Moment auf dem Hof um und musste wieder grinsen, als sie sah das die Bäume bereits abgepflückt wurden. Sie konnte sich schon denken wer dahinter stecken sollte.
Die kleine Merle an den Zaun gebunden, begann sie über die Flanke der Stute zu streichen. Immer wieder wurde die Bürste angesetzt und in wuchsrichtung der Haare gestrichen. Das sanfte Schnauben das aus den Nüstern des Tieres drang ließ sie kurz wieder in Gedanken versinken und zu einem anderen Tag vor ein paar Wochen zurückschweifen.
- Einige Tage nach der Begegnung am Feuer, war sie gerade dabei gewesen etwas Obst in der Umgebung vom Rittersee zu sammeln, als sie ein eindringlicher Durst überkam und sie sich in die Taverne in der Nähe aufmachte. Dort angekommen, den Mantel abgelegt, ließ sie sich erschöpft auf einen Stuhl plumpsen als sie das knarren der Holztreppe hörte und erschreckt zusammen fuhr.
Mit den geweiteten Augen nach hinten geschaut, sah sie zuerst nur die Beine des Mannes, ehe auch sein Antlitz und damit auch die strahlenden Augen zum Vorschein kamen was sie noch mehr verwunderte, denn hier hatte sie nicht mit ihm gerechnet. Jedoch viel ihr gleich auf das noch immer ein trauriger Schleier über ihm lag.
Noch ehe sie darüber nachgedacht hatte meinte sie 'Oh guten Abend der Herr, so sieht man sich wieder', wobei sie auch schon rot anlief.
Er schenke ihr einen ebenso überraschten Blick.. 'Guten Abend', raunte er wieder mit tiefer Stimme. Seine weißen Haare waren ein Stückchen länger geworden, sodass die Strähnen ihm in den Wimpern hingen. Einen Moment beobachtete sie ihn genauer. Die Haare standen wiederwillig von seinem Kopf ab, die Wangenknochen saßen höher und sein Kiefer war auch eher kantig ausgeprägt. Die Augen wurden, ganz anders als die hellen Haare von dunklen Wimpern und ernst wirkenden Augenbrauen eingerahmt. 'Er macht einen furchteinflößenden Eindruck', dachte sie, versuchte jedoch sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen.
Einige Stunden, ohne Schweigen später, hatten die beiden erfahren das sie vom selben Schicksal enttäuscht worden waren. Er war gebrochen von der Verlogenheit mancher Menschen und schien Magda auf Anhieb zu verstehen.
Nachdem sie die ganze Zeit geredet hatten, erhob sie sich dann doch plötzlich,... die Zeit war viel zu schnell vergangen.
'Ich habe leider noch einiges zu erledigen, deshalb verzeiht aber ich muss mich verabschieden', meinte Magdalene mit leiser Stimme, doch er griff nach ihrer Hand und meinte verlegen: 'Verratet mir wenigstens euren Namen!' Auch ihr wurde nun peinlich bewusst das sie bereits einiges über sich wussten, doch den Namen des anderen nicht kannten. 'Mein Name ist Magdalene', sagt sie mit einem deutlich schlechten Gewissen im Unterton. 'Sehr erfreut Magdalene, mein Name ist Teron', erwiederte der muskulöse Mann.
Er brachte sie zur Tür und wartete, bis sie auf dem Nachtschwarzen Pferd zum sitzen gekommen war, als sie sich jedoch noch einmal umdrehte, war er schon verschwunden und so gab sie ihrem Pferd die Sporen und machte sich zügig auf den Weg zurück. -
Die Bürste für das Pferd einfach nur noch auf dem Rücken des Tieres liegend, kommt sie dann wieder zur Besinnung. Mit der freien Hand fährt sie wieder an den Silberschmuck an ihrem Hals und zeichnet das geschnörkelte 'T' am Anhänger nach.
Es hat sich tatsächlich viel verändert und dieses Mal, hält es schon seit Wochen. Es ist ganz anders als...
Ja.. Er ist völlig anders.
Sie klopft Merle einige Male am Hals und macht sie dann vom Zaun los, bevor sie sich auf den Weg zurück ins Haus macht. Ihren Blick lässt sie dabei noch einmal grinsend über die Bäume schweifen.
Verfasst: Samstag 21. März 2015, 16:48
von Magdalene Pfirt
- Die Liebe ist völlig überraschend über mich herreingebrochen. Ein kurzer Augenblick - und nichts ist mehr, wie es war.
Plötzlich sind die Grenzen von Raum und Zeit aufgehoben. Plötzlich habe ich keine Angst mehr vor dem Leben.
Er besitzt den Schlüssel zum Paradies.
In den gemeinsamen Nächten teilen wir alles, die Grenzen verwischen.
Mein Kopf ruht auf seiner Schulter. Mein Haar verwirrt sich in seinen. Ich nehme das Rauschen in seinen Adern wahr.
Das Klopfen seines Herzens, das in meinem Rythmus schlägt.
Verfasst: Sonntag 22. März 2015, 18:59
von Gast
- - Bis meine Welt die Augen schließt, werd' ich dich lieben.
Bis meine Welt die Augen schließt, werde ich alles für dich geben. -
Liebe…
Nachdem ich aus Rahal gegangen war, zog ich diese Mauern um mich herauf, Liebe war sicher etwas das ich erwartet hatte nie mehr zu finden.
Aber da hatte ich mich wohl getäuscht, denn sie fand mich erst langsam, dann riss sie diese wie mit einem Vorschlaghammer voll und ganz ein, zeigte mir, wie falsch ich lag.
Erst dachte ich Sie lief mir hinterher, wie eine Diebin, die mich bestehlen wollte.
Irgendwie ist Sie das auch.., doch die besonderste Diebin, die es geben kann.
So hat sie mir doch das Wichtigste geklaut, das man zum Leben braucht.
Mein Herz
… im Tausch dazu bekam ich aber etwas sehr Wertvolles…
Ihr Herz
Ich werde es beschützen, denn es gibt nichts Wertvolleres mehr in meinem Leben.
Ich kann und will keinen Moment mehr ohne Sie sein, eine Welt ohne Sie scheint wertlos.
Sie zeigte mir das allein sein nicht der Weg ist, der für mich.... nein, für uns auserwählt scheint.
Wo doch unser beider Leben zu Anfang aus Trauer bestand, gehen wir nun Hand in Hand zusammen unseren Weg.Geführt und angetrieben von unseren Herzen, die wir bereitwillig dem anderen gaben, folgen wir diesem blind.Einen Weg den wir in Schwingenstein begonnen haben und den wir von nun an Seite an Seite gehen.
- Immer an deiner Seite -
Verfasst: Donnerstag 21. Januar 2016, 20:09
von Magdalene Pfirt
- Schon einige Zeit hatte sie darüber nachgedacht wie es weitergehen sollte..
Teron war seid Monaten nicht mehr nach Hause gekommen. Und wenn Ihm etwas passiert war?
Sie würde es wohl kaum herausfinden.Sie hatte Briefe an Boten weitergegeben die Ihn suchen sollten.. und sogar an seine Eltern hatte sie geschrieben, doch was hatte sie da erwartet.
Sie hatten ganz andere Ansichten an das Leben und den Glauben als sie selbst. Sicher würden Sie nie verstehen wieso Er seine Meinung geändert hatte und zu ihr gezogen war... das alles auf sich genommen hatte.
Doch langsam hatte sie die Hoffnung aufgegeben...
Sie schloss die Augen und versuchte sich zu konzentrieren.
9 Monatsläufe und 13 Tage war er nun fort. Eine Zeit in der andere vielleicht schon einige andere Dinge verarbeitet hätten.
Die andere Bettseite war seit Monaten kalt geblieben, und andere Herren.. schienen sie auch wenig zu intressieren.
Bis auf... der Einzige der ihr half wenn sie nicht weiter wusste war Eric. Seid Er bei ihr auf Hof war, schien es zumindest mit ihrer Motivation Bergauf zu gehen.
Er half ihr wo Er nur konnte, und hatte viel Verständnis dafür, wenn sie sich einmal zurückzog.
Teron würde nicht wiederkommen,.. das hatte sie im Gefühl. Und vielleicht sollte sie sich langsam an den Gedanken gewöhnen.. sie wusste es nicht. Sie würde seine Sachen in eine Kiste im Keller räumen, so sollte der Gedanke an ihren Verlust sie nicht jeden Tag heimsuchen, wenn sie seine Sachen sah. Sie sollte nach Vorn sehen.. und sich mit dem befassen was vor ihrer Nase lag.
Ihre Freundin hatte sie so lange schon nicht mehr gesehen und musste ihr baldigst einen Brief schreiben. So kam es also, das sie Erics Zimmertür leise öffnete, und sich an den schweren dunklen Schreibtisch setzte, seine Schreibfeder zur Hand nahm, und begann auf einen Bogen dickes Papier zu schreiben...
Verfasst: Montag 25. April 2016, 12:23
von Magdalene Pfirt
- ~*~
Ein ganzes Jahr war es nun her, das Teron verschwunden war..
Einige Zeit lang hatte sie sich wegen der Sache mit Eric schlimme Vorwürfe gemacht. Sie konnte Teron doch nicht so einfach hintergehen. Und Gefühle für einen anderen Mann zu entwickeln war unter aller Sau.
Doch so war es nunmal passiert.. und wie lange konnte sie sich noch selbst einreden sich bestrafen zu müssen... das mit Eric unterdrücken zu müssen.
An diesem Morgen hatte sie sich etwas vorgenommen.
Sie war aufgestanden und hatte Eric geweckt..
Schon lange verstanden die beiden sich besser als Freunde es taten, nur dieses Thema hatte Magda eine hohe Mauer um sich errichten lassen.
Eric hatte sie versprochen darüber nachzudenken, und so begann sie noch während er dabei war langsam wach zu werden, seine Sachen in ihr Zimmer hinüber zu tragen..
Sie musste doch jetzt einmal eine Entscheidung treffen, und wie lange sollte sie auf einen Mann warten von dem sie so lange nichts mehr gehört hatte?, dessen Gefühle längst eingeholt worden waren, von einem Mann der ihr mit Rat und Tat immer zur Seite stand!
Er rieb sich einige Male die Augen und sie musste lächeln, immer wieder wenn sie einen Arm voller Kleidung zu ihrem großen Schrank trug.
''Jaa, ich bin mir sicher.. und jetzt steh endlich auf!'', meint sie lachend und riss ihm auch die dicke Daunendecke weg, die hinter ihr über den Boden schliff weil die zierliche Frau einfach zu klein war.
Als alles dann drüben war, riss sie die fliedernen Vorhänge vor dem Bett hinunter um dann im Schrank nach etwas weniger ''mädchenhaften'' zu suchen.
Fertig und leicht aus der Puste stand sie dann im Türrahmen und nickte.
Leise und heimlich legte Eric seine Arme um sie und meinte ''Sieht doch gleich viel gemütlicher aus hm?''
Beide lachten, ehe sie ihn an die Hand nahm und mit in Richtung Treppe ziehen wollte.
''Erst einmal mache ich uns Frühstück, und dann gehen wir raus ja?'', kam es von ihr.
Fest nickend nahm er sich eine der Arbeitsjacken aus dem großen, für ihn ungewohnten Schrank und folgte ihr dann schliesslich nach unten.
Vielleicht würde es ihr nun leichter fallen, sich nicht länger zu bestrafen.
Vielleicht konnte sie sich jetzt wieder ein bisschen aufs glücklich sein konzentrieren..