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Die Schalen werden gefüllt
Verfasst: Donnerstag 9. März 2006, 22:33
von Lukan
Der Druide hatte mit seinem Schüler am Ritualplatz gesessen und trotz des eher schlechten Wetters die Grundzüge der Rituale durchgesprochen. Die Bäume gaben ihnen Schutz und die vier großen Steine, jeweils in eine Himmelsrichtung ausgerichtet, lagen wie nie beweget in der Erde eingelassen. Auf dem Altar in der Mitte des Steinkreises standen die vier Schalen. Vier Schalen, aus Holz und flach, für jedes Element, doch waren sie leer.
Besonderen Wert hatte er auf das nahende Lenzingfest gelegt. Die Brüder waren auf Reisen und seit langem hatte er keinen mehr von ihnen gesehen. Sein Bild war getrübt und das Ritual würde von ihm und Raeior geleitet werden müssen, sofern nicht ein Wunder durch die Mutter geschah, das die Brüder wieder den Weg rechtzeitig in das Tal führte.
Das Wissen sammelte sich in dem Kopf seines Schülers und je weiter die Dämmerung fortschritt, so weit ging auch Raeior seinen Weg auf den Pfaden der Mutter in den Wald hinein. Zu viel durfte er seinem Schüler nicht auf einmal zumuten, auch wenn der Blondschopf seinem Schüler das Wissen gerne auf einmal erzählt hätte. Er war unglaublich klug und ebenso begabt das erzählte Wissen aufzunehmen und anzuwenden.
Er hatte den größten Teil des Ablaufes geplant. Doch gab es Teile, die beide zusammen erledigen mussten.
Sie würden die Elementschalen füllen. Sie mit den Elementen füllen die sie umgaben und sie immer umgeben würden. Quellwasser und Eis sollte in die Schale des Wassers. Fuachtero wäre der perfekte Ort um jene reine Substanzen zu bekommen. So wurde der Falke entsandt, gen Fuachtero, um jenen Mann zu suchen, den er als Einzigen kannte aus jenem Volk, Jamie MacIora..
Verfasst: Freitag 10. März 2006, 22:42
von Lukan
Der Falke war noch immer nicht zurück gekehrt, hatte die Nachricht über das Annehmen oder Ablehnen des Treffens noch nicht übermittelt. Innerlich zwang er sich zur Ruhe.
Lag es daran, dass er sein Objekt der Begierde nicht genau genannt hatte? Wusste er doch nicht, ob es dem Falken wirklich klar war, wen er zu suchen hatte. Zweifel hatte er keine, lediglich Bedenken. Es war nur die wage Gestalt Jamies, die er noch im Geiste hatte. Das einzige was sie miteinander zu tun hatten war die Planung eines Angriffes, wobei sich der Druide doch zurück gehalten hatte. War seine aufgebürdete Aufgabe doch eher die Hilfe der Kranken, wenn es auch nicht auszuschließen gewesen war, den ein oder anderen Schlag zur Hilfe eines Menschen zu vollstrecken.
Das Element der Luft schien sich bemerkbar zu machen. Der sonst doch so ruhige Druide schien es nicht erwarten zu können, den Weg des Lenzingfestes weiter zu planen, die Schalen zu füllen. Sein Geist wollte strömen, fliegen mit dem Wind, wollte voran eilen.. ohne auf Bergspitzen zu achten, die hinderlich oder gar verletzend sein könnten.
Die Kälte ließ ihn an diesem Morgen frösteln, es war zwar bereits der Lenzing angebrochen, doch war es besonders in den frühen Morgenstunden kalt. Der Atem stieg vor ihm in dünnen Atemwolken vor seinem Gesicht auf und die Sonne begann gerade erst die Berge, die das geschützte Tal umschlossen, zu erklimmen und der Druide vermochte jedes Mal nicht zu atmen, wenn der Schein der Sonne wie ein Tuch, die Dunkelheit aus dem Tal verbannte. Jedes Mal, war es ein neuer wunderschöner Augenblick. Es hatte geregnet und die Tropfen lagen noch auf den Blättern und das ganze Dorf schien in einem ewigwährenden Schlaf zu liegen. Der frische Duft, den der Regen hinterlassen hatte stieg ihm in die Nase.. unvergleichlich..
Die Edhil mussten benachrichtigt werden. Hatte Isdaniel ihm doch im Gegenzug für sein schnelles Kommen einen Gefallen zugesichert, nun war die Zeit jenen einzulösen. Sie brauchten Erde. Erde aus dem fruchtbaren Land, welches die Edhil ihre Heimat nennen durften. Ered Luin. Nur schwerfällig auf seinen Stock gestützt schaffte er es sich wieder aufzurichten. Fast zwei Stunden hatte er nun gesessen und in den Teich geblickt, in der Hoffnung durch die Stimme einer seiner Brüder aus den Gedanken gerissen zu werden. Doch war dies nicht geschehen.
Gleichgültig.. er war hier. Er musste das Ritual vorbereiten, die Brüder würden sicherlich kommen.
Die Tür zur Hütte des Mannes stand offen und Feder und Papier hatte er bereits zurrecht gelegt. Hatte er gestern nur nicht die passenden Worte gefunden und so wurde das Pergament mit der grünen Farbe beschrieben. Das Pergament fein säuberlich zusammengeschnürt an die Kralle eines Falken gebunden. Er würde Isdaniel finden.. sicherlich..
Verfasst: Samstag 18. März 2006, 20:19
von Lukan
Nur zögernd hatte Isdaniel dem Druiden und seinem Schüler die Erlaubnis erteilt ein wenig Erde seiner Heimat für das Ritual zu nehmen. Der blonde Druide verstand das Zögern Isdaniels, könnten sie doch allerhand Schaden mit jener Erde ausrichten. Doch waren sie frohen Mutes nach Ered Luin gezogen und hatten es ebenso frohen Mutes wieder verlassen.
Sie ließen die glänzende Stadt hinter sich und betraten den ewigen Wald. Behaglich schlenderten sie durch ihn. Raeior neben seinem Lehrer her, aufmerksam den Worten lauschend, die Lukan ihm zu erzählen hatte. Kräuter und deren Wirkung wurden erläutert. Bäume oder deren Blätter benannt. Es war nicht leicht den geeigneten Platz zu finden. Er sollte einer der besonderen Fleckchen Erde sein. Ein Ort, an dem man der Melodie auch ohne große Konzentration lauschen kann. Ein Ort, an welchem die Mutter ihre Präsents offenbart und man sie wie ein Prickeln auf der Haut spüren kann.
Erst nach ein paar Stunden fanden sie jenen Ort.
Es war auf einer Lichtung in jenem Nebelwald, wie er von den Tiefländern genannt wurde. Pilze und Moosflächen besiedelten den Boden und hie und da sprossen zögerlich die ersten Frühlingsblumen aus dem Boden. Um sie herum zogen die Waldgeister wie kleine Funken ihre Bahnen. Kobolde wurden sie oft beschimpft. Unheil bringendes Pack.. Doch waren sie friedlich, nur darauf bedacht den Wald zu behüten und zu pflegen, ebenso wie die Baumgeister, die jenen Wald mit den Waldgeistern teilten.
In der Mitte der Lichtung hockten die Beiden um sich sicher zu sein, dass dies der richtige Ort sei. Doch auch ohne Raeiors bestätigendes Nicken hätte der Druide die Erde hier entnommen. Es war jener Ort, den er gesucht hatte und so behutsam er konnte, trennte er mit dem Dolch ein wenig Gras und anhängende Erde heraus. Auf dem Bisschen Erde siedelte ein einsamer Pilz.
Zurück im Hain hatten sie die Erde, die nun in einem Lederbeutel eingebettet war neben die Schüssel im Norden gestellt.
Das Element der Luft hatte bereits seinen Platz im Osten gefunden. Mia hatte ihm freundlicher Weise ein paar Kräuter, ebenso mit duftenden Schalen verschiedener Obstsorten überlassen. Auch sie lagen nun in einem Lederbeuten verschnürt an ihrem Platz neben der Schüssel.
Das Holz, dass für den flammenden Süden stand, hatte er eigenhändig aus den Wäldern Rahals besorgt. Nur zu gern hatte er darauf verzichtet dem Stadthalter Rahals unter die Augen zu treten und sich ihm als Diener Eluives vorzustellen. Getan hätte er es sicherlich, wenn sie es ihm offenbart hatte. Doch dies war nicht geschehen und so war er selbst durch den Wald gestriffen und hatte einige Zweige und vor allem Piniennadeln und Zapfen mitgenommen, damit das Feuer in der Schale zu prasseln beginnen würde, wenn der zündende Funke am Tage des Festes auf das Holz treffen würde.
Das einzige was nun noch fehlte war das reine Quellwasser Fuachteros, aber dies würde er sich auch noch beschaffen.