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Ein Schreiben wartet im Palast auf Aida Tahire

Verfasst: Mittwoch 17. Dezember 2014, 21:12
von Gast
Eine Bedienstete wird mit geneigtem Haupt vor Aidas Räumlichkeiten warten und ein Pergament für jene halten. So sie diese erblickt, wird ihr das Schreiben auch schon überreicht.
  • Salam Aleikum liebste Aida,
    manchmal sind es Schritte die wir gehen müssen, um uns selbst zu finden. Manchmal gar Wege, die wir selbst nicht verstehen. Doch ist es das Wichtigste dem Herzen zu folgen und den Pfad zu entdecken, welcher für uns gemacht wurde, welchen die Allmutter für uns vorgesehen hat.

    Wir nehmen manchmal die falschen Abbiegungen, steuern in Richtungen die uns fremd sind und manchmal, ja manchmal müssen wir auch wieder umdrehen, weil wir den falschen Zweig gewählt haben. Das heißt allerdings nicht das wir versagt haben. Denn wie kann es Versagen sein, wenn man die eigenen Fehltritte erkennt? Wenn man merkt, dass der Weg den man gegangen ist vielleicht zu schnell genommen wurde? Es bedeutet Stärke, Stärke die uns voran treibt und die unsere Mutter schätzt.

    Kraft die du auf deinen zukünftigen Weg brauchst und die wir dir geben wollen. Damit dein Herz und deine Seele den Weg findet, der bestimmt ist, für dich und für uns und für die Mutter.

    Doch sei dir gewiss, liebe Cousine, dass du uns allen unheimlich fehlen wirst und wir inständig hoffen, dass du alsbald wiederkehrst und unser Herz wieder mit deinem treuherzigen Handeln erweichst. Denn das ist, was wir uns für dich wünschen: Dein Glück.

    Möge die Mutter dich auf deiner Erfahrung und dem neuen Weg in deinem Leben begleiten.
    Du wirst uns fehlen.
    Ma'Salema


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Verfasst: Mittwoch 17. Dezember 2014, 21:58
von Gast
Als sie müde von dem letzten Gespräch in ihr Zimmer ankam, war es schon spät. Sie nahm das Pergament und las es. Als sie durchgelesen hatte, zeigte sie keine Reaktion im Gesicht.

Ich verrate niemals mein Gefühl. Ich bin eine Omar und bin Herrin über alle meine Gefühle.

Sie setzte sich auf das Bett und schaute sich noch einmal im Raum um, um unnötígerweise zu bestätigen, dass sie wirklich alleine war. Dann legte sie das Schreiben zur Seite und weinte die Tränen, von denen niemand jemals erfahren würde.

Sie saß noch eine Weile so da und schaute ihre gepackte Tasche an, bis die Müdigkeit stark genug war. Sie würde heimgehen. Eine weite Reise, die sie ganz früh morgens beginnen würde. Und als sie daran dachte, konnte sie wieder lachen.

Ich werde einige von hier vermissen. Und das ist gut so!

Mit diesen letzten Gedanken schlief sie ein.

Verfasst: Donnerstag 18. Dezember 2014, 07:01
von Gast
Am nächsten frühen Morgen hatte Aida zwei Schreiben verfasst und brachte sie mit aus ihren Zimmer. Einige wenige frühe Dienerinnen standen bereit für die letzten Anweisungen. Aida schaute in ihre unberührten oder tapferen Gesichter. Doch als sie bei der letzten ankam, liefen bei der Dienerin Tränen im Gesicht herunter. Schnell machte sie einen Knicks.

"Alles Gute, Herrin"

Aida strahlte sie an und nahm sie tröstend in den Arm, während die anderen sie umringten, und es gab ein Stimmengemurmel von Abschiedswünschen. Aida legte ihren Zeigefinger lächelnd an ihre Lippen, und sofort kehrte Ruhe in der viel zu frühen Zeit ein.

"Die Mara führt mich wieder her, sobald sie mich hier braucht", flüsterte sie und nickte. Dann gab sie zwei Briefe zum Überbringen. Einen an Imraan und einen an Callista.



Lieber ehrenwerter Fadreh,

ich bedaure es sehr, dass ich so wenig für Euch tun kann, sodass Ihr alle diese Qualen für Euer Volk aufnehmen müsst. Und trotzdem tue ich dir eine weitere Qual an, indem ich fortgehe. Ich gehe nur fort aus dem Palast und nicht fort aus deinem Herz. Ich hätte dir gerne persönlich diese Entscheidung erklärt, aber die Umstände aus den letzten Tagen und dein Zustand lassen das neda zu, sodass ich selber entscheiden und handeln muss.
Ich kehre zurück in den Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Ich werde mit den einfachen Menschen leben und lernen und hoffen, dass ich das Dunkle in meinem Herz verstehe. Diese Dunkle in mir habe ich entdeckt, als die Mara auf uns alle gezeigt hatte, als sie von Zwiespalt in den Herzen ihres Volks sprach. In meiner Selbstüberschätzung schloss ich mich anfangs selber davon aus. Aber ich musste die Wahrheit über mich erkennen. Ich trage die Uneinigkeit in mir. Ich fühle Abneigung zu einigen Menekanern. Ich kann und darf neda Priesterin werden. Und leider kann und darf ich neda Teil der ehrenwerten Familie in MenekUr sein.

Lieber Fadreh, ich bitte dich meine Entscheidung zu verstehen und zu akzeptieren. Sobald die Mara oder du mich brauchst, werde ich da und bereit sein.
Bis dahin bete ich zu Eluive, dass sie dir bald deine Last abnimmt und über dich und dein Volk wacht.


Aida




der andere Brief an Callista





Liebe Prehaatim Callista Ifrey,

mit diesen Zeilen verabschiede ich mich von dir als deine Schülerin. Ich habe erkannt, dass ich noch neda bereit bin, eine Ausbildung zur Priesterin zu machen. Ich musste feststellen, dass auch ich Verachtung zu Menekanern trage, so wie unsere Mara es bei uns verurteilt. Darüber hinaus verstehe ich die Mara gar nicht und irre mich in ihr so oft, so dass ich erkennen muss, mir fehlt die grundlegende Bereitschaft, die Priesterin zu werden, die unsere Mara sich wünscht. Ich werde in den Ort zurückkehren, wo ich aufgewachsen bin und dort mit dem einfachen Volk zusammen leben. Ich werde das Dunkle in meinem Herz bekämpfen und wiederkommen, sobald die Mara denkt, dass ich bereit bin.
Die Mara spricht mit dir und ist stets bei dir. Sie lenkt dein Handeln und lässt dich eine große Last tragen. Dafür hast du unsere Bewunderung verdient. Ich werde zu Eluive beten, dass sie dich niemals alleine lässt mit deiner großen Verantwortung.

 Aida Tahire Omar

Verfasst: Donnerstag 18. Dezember 2014, 14:04
von Taisha Omar
Sollte die junge Blüte während oder nach der Reise ihre Taschen öffnen, so findet sie einen kleinen samtroten Beutel. Öffnet sie ihn, wird ein kleiner Strohstern offenbart der an einem Lederband hängt. Dabei liegt ein kleiner, unscheinbarer Zettel, der lediglich anhand der Schrift erkennen lässt von wem er stammt.
  • Auch der kleinste Stern vermag die Dunkelheit zu erhellen. Gib gut acht auf Dich, Augenstern.