Aufbruch in ein neues Leben
Verfasst: Mittwoch 3. Dezember 2014, 01:47
Seit über zwei Mondläufen befand sich Emric auf der Überfahrt nach Gerimor. Wenige Stunden, nachdem er das Handelsschiff betreten hatte, musste er schon merken dass die Reise für ihn keine angenehme werden würde. Selbst die ruhige See führte zu einem flauen Magen und als nach einigen Tagen das erste Unwetter aufzog, bereute er seinen Aufbruch ein wenig. Weshalb war er denn eigentlich aufgebrochen?
Sein Vater war ein Schmied aus Wolfenfels. Kein sonderlich guter Schmied, kein wahrer Meister der seine Werke zu stolzen Preisen an den Mann brachte. Fleiss war es, der ihn ausmachte. Manchmal war es wichtiger, eine Lieferung innert möglichst kurzer Zeit bereit zu haben, und Alric war der Mann für solche Aufträge. Tagelang stand er dann jeweils an der Esse und gönnte sich wenn überhaupt nur wenige Stunden Schlaf. Diesen Wert hatte er auch seinem Sohn mitgegeben.
Emrics Aufgaben in der Schmiede waren eher einfache. Immer dort wo die Fähigkeiten seines Vaters nicht verlangt waren, sprang er ein. Er nahm die Lieferungen entgegen, ob nun Erze oder zu reparierendes Rüstwerk. Er pflegte die fertige Ware oder kümmerte sich um die Buchführung. Es war keine Verachtung für ein vielleicht fehlendes Talent, die ihn in diese Rolle brachten, sein Vater war einfach darauf angewiesen. In diesem funktionierenden Betrieb war es dann aber sein jüngerer Bruder Kelric, der wohl in die Fusstapfen des Vaters treten sollte. Emric hatte zwar kein wirkliches verlangen danach, das Schmiedehandwerk wirklich zu erlernen, doch mit der Zeit kamen Zweifel in ihm hoch, ob er denn in einigen Jahren noch denselben Arbeiten nachgehen wollte, so sehr er jeden Tag diszipliniert seiner Arbeit nachging.
Die Vorstellung, einst für seinen Bruder die selben Arbeiten zu erledigen und dabei kaum mal mehr als einen Blick aus dem Fenster in die Welt hinaus zu erhaschen, bereitete ihm Mühe. Hin und wieder kamen Kunden von weit her vorbei, oder vielleicht ein Bergmann, der im örtlichen Gasthaus den neusten Tratsch mitbekommen hatte und ihn in die Schmiede trug. Während ihm sein Vater das ein oder andere mal von den Göttern erzählt hatte, insbesondere wen in Emric Zweifel über Sinn und Zweck seiner Tätigkeit hochkamen, waren es die Erzählungen die er von Fremden hörte, die eine gewisse Reiselust in ihm erweckten.
Bis vor einiger Zeit hatte er kaum je mal von Gerimor gehört, geschweige denn wusste er, wo die Insel lag. Die Erzählungen vom ewig präsenten Konflikt liessen zwar Ehrfurcht vor solch Ort in ihm aufkommen, doch je mehr er darüber erfuhr umso mehr wuchs in ihm die Erkenntnis, dass das Schicksal des alumenischen Reiches wohl an diesen Ort gebunden war. Gefahren musste er bisher nie Scheuen, da sie sich ihm kaum je mal zeigten, doch immer mehr konnte er sich damit Anfreunden, sie zu ertragen um endlich mal aus der Routine auszubrechen.
Die Reise zu Schiff hatte ihn einen grossen Teil seiner Ersparnisse gekostet. So war er darauf bedacht, alles was ihm noch blieb auch zu behalten. Täglich schaute er im Lager nach, ob seine Ausrüstung denn noch vollständig war. Genügend Kleidung, Reiseproviant, eine Bettrolle, ein kleines Zelt, einiges an Werkzeug. Er hatte auf dem Weg zum nächsten Hafen schwer zu tragen, doch das wertvollste war wohl das Tagebuch seines Onkels. Empörung machte sich breit, als er am letzten Tag seiner Reise weder seine Ausrüstung, noch das Buch wieder fand.
Seine Entscheidung musste er irgendwann seinem Vater mitteilen. Als es schliesslich soweit war, kam Glücklicherweise alles besser, als er zuerst gehofft hatte. Viel mehr als ein gutmütiges Lächeln und einige gut gemeinte Worte konnte er seinem alten Herren nicht entlocken, als er die Beichte über seinen baldigen Abschied ablegte.
Alric war selbst zwar nie aus Wolfenfels herausgekommen, doch um an das nötigste für eine solche Reise zu denken, wusste er genug über die Welt da draussen. Zuoberst auf den Reisesack legte er noch das alte, etwas in Mitleidenschaft gezogene Buch. Sein eigener Bruder Cephas fand schon in jungen Jahren keine Erfüllung im Handwerk, und suchte sein Glück im Umgang mit dem Schwert. Wie viele andere verliess ihn jedoch eines Tages das Glück, so lag sein Tod nun schon gute 20 Jahre zurück.
Doch als reichstreuer Soldat hatte er, so Alrics Erzählung, wohl einiges mehr Erlebt als er selbst in seiner Schmiede. Kaum Wehmut lag Alrics Worten bei, wann immer er ihm von Cephas erzählte. Stolz war er insbesondere auf das Schwert, welches er ihm wenige Jahre vor seinem Tod einst mitgegeben hatte, sein bestes Werk, wie er immer meinte. Das Buch jedoch war eine Offenbarung in zweierlei Hinsicht. Emric wusste weder, dass sein Vater diese Schrift besass, die eher an eine Sammlung von Notizen und Anekdoten erinnerte, noch hätte er sich jemals erhofft, darin eine Bestätigung für sein Verlangen zu finden.
Noch am selben Tag legte das Schiff in Bajard an, er hatte zwar die halbe Mannschaft nach seiner Habe gefragt, doch bekam er nur ausweichende Antworten oder gar eine schroffe Zurechtweisung zu hören. Wohl oder übel würde er sich mit den Dingen zurechtfinden müssen, die er noch auf sich trug.
Sein Vater war ein Schmied aus Wolfenfels. Kein sonderlich guter Schmied, kein wahrer Meister der seine Werke zu stolzen Preisen an den Mann brachte. Fleiss war es, der ihn ausmachte. Manchmal war es wichtiger, eine Lieferung innert möglichst kurzer Zeit bereit zu haben, und Alric war der Mann für solche Aufträge. Tagelang stand er dann jeweils an der Esse und gönnte sich wenn überhaupt nur wenige Stunden Schlaf. Diesen Wert hatte er auch seinem Sohn mitgegeben.
Emrics Aufgaben in der Schmiede waren eher einfache. Immer dort wo die Fähigkeiten seines Vaters nicht verlangt waren, sprang er ein. Er nahm die Lieferungen entgegen, ob nun Erze oder zu reparierendes Rüstwerk. Er pflegte die fertige Ware oder kümmerte sich um die Buchführung. Es war keine Verachtung für ein vielleicht fehlendes Talent, die ihn in diese Rolle brachten, sein Vater war einfach darauf angewiesen. In diesem funktionierenden Betrieb war es dann aber sein jüngerer Bruder Kelric, der wohl in die Fusstapfen des Vaters treten sollte. Emric hatte zwar kein wirkliches verlangen danach, das Schmiedehandwerk wirklich zu erlernen, doch mit der Zeit kamen Zweifel in ihm hoch, ob er denn in einigen Jahren noch denselben Arbeiten nachgehen wollte, so sehr er jeden Tag diszipliniert seiner Arbeit nachging.
Die Vorstellung, einst für seinen Bruder die selben Arbeiten zu erledigen und dabei kaum mal mehr als einen Blick aus dem Fenster in die Welt hinaus zu erhaschen, bereitete ihm Mühe. Hin und wieder kamen Kunden von weit her vorbei, oder vielleicht ein Bergmann, der im örtlichen Gasthaus den neusten Tratsch mitbekommen hatte und ihn in die Schmiede trug. Während ihm sein Vater das ein oder andere mal von den Göttern erzählt hatte, insbesondere wen in Emric Zweifel über Sinn und Zweck seiner Tätigkeit hochkamen, waren es die Erzählungen die er von Fremden hörte, die eine gewisse Reiselust in ihm erweckten.
Bis vor einiger Zeit hatte er kaum je mal von Gerimor gehört, geschweige denn wusste er, wo die Insel lag. Die Erzählungen vom ewig präsenten Konflikt liessen zwar Ehrfurcht vor solch Ort in ihm aufkommen, doch je mehr er darüber erfuhr umso mehr wuchs in ihm die Erkenntnis, dass das Schicksal des alumenischen Reiches wohl an diesen Ort gebunden war. Gefahren musste er bisher nie Scheuen, da sie sich ihm kaum je mal zeigten, doch immer mehr konnte er sich damit Anfreunden, sie zu ertragen um endlich mal aus der Routine auszubrechen.
Die Reise zu Schiff hatte ihn einen grossen Teil seiner Ersparnisse gekostet. So war er darauf bedacht, alles was ihm noch blieb auch zu behalten. Täglich schaute er im Lager nach, ob seine Ausrüstung denn noch vollständig war. Genügend Kleidung, Reiseproviant, eine Bettrolle, ein kleines Zelt, einiges an Werkzeug. Er hatte auf dem Weg zum nächsten Hafen schwer zu tragen, doch das wertvollste war wohl das Tagebuch seines Onkels. Empörung machte sich breit, als er am letzten Tag seiner Reise weder seine Ausrüstung, noch das Buch wieder fand.
Seine Entscheidung musste er irgendwann seinem Vater mitteilen. Als es schliesslich soweit war, kam Glücklicherweise alles besser, als er zuerst gehofft hatte. Viel mehr als ein gutmütiges Lächeln und einige gut gemeinte Worte konnte er seinem alten Herren nicht entlocken, als er die Beichte über seinen baldigen Abschied ablegte.
Alric war selbst zwar nie aus Wolfenfels herausgekommen, doch um an das nötigste für eine solche Reise zu denken, wusste er genug über die Welt da draussen. Zuoberst auf den Reisesack legte er noch das alte, etwas in Mitleidenschaft gezogene Buch. Sein eigener Bruder Cephas fand schon in jungen Jahren keine Erfüllung im Handwerk, und suchte sein Glück im Umgang mit dem Schwert. Wie viele andere verliess ihn jedoch eines Tages das Glück, so lag sein Tod nun schon gute 20 Jahre zurück.
Doch als reichstreuer Soldat hatte er, so Alrics Erzählung, wohl einiges mehr Erlebt als er selbst in seiner Schmiede. Kaum Wehmut lag Alrics Worten bei, wann immer er ihm von Cephas erzählte. Stolz war er insbesondere auf das Schwert, welches er ihm wenige Jahre vor seinem Tod einst mitgegeben hatte, sein bestes Werk, wie er immer meinte. Das Buch jedoch war eine Offenbarung in zweierlei Hinsicht. Emric wusste weder, dass sein Vater diese Schrift besass, die eher an eine Sammlung von Notizen und Anekdoten erinnerte, noch hätte er sich jemals erhofft, darin eine Bestätigung für sein Verlangen zu finden.
Noch am selben Tag legte das Schiff in Bajard an, er hatte zwar die halbe Mannschaft nach seiner Habe gefragt, doch bekam er nur ausweichende Antworten oder gar eine schroffe Zurechtweisung zu hören. Wohl oder übel würde er sich mit den Dingen zurechtfinden müssen, die er noch auf sich trug.