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Leben und Leiden für den Raben
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:15
von Gast
Sorry, aber leider war mein anderer Thread verbuggt und ich konnte nichts mehr posten, da dort stand: "Das ausgewählte Thema existiert nicht. Deswegen ein kompletter Reroll.
Der Anfang oder: Wie die Geschichte ihren Lauf nimmt
[vom 14.06.2007]
Es ist Nacht. Mehre Wolken bedecken den Himmel und verdecken den Mond und die Sterne. Ein Sanfter Windhauch durchstreift die Landschaft und lässt die Äste der vereinzelt stehenden Bäume bewegen. Auch die Getreidepflanzen bewegen sich sanft im Wind. Es schien eine ruhige Nacht zu werden. Doch der Schein trug.
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Die zerstörerischen Zungen des Feuers lechzten immer weiter in die Höhe und suchten immer weiter nach neuem Brennmaterial. Das Feuer hat bereits schon das ganze Haus erfasst und es schien kein Entrinnen für die Menschen darin zu geben. Auch davor hätten diese Menschen keine Möglichkeit gehabt zu entrinnen, denn die Insassen dieses Hauses waren schon tot bevor das Haus in Flammen stand. Allein die Kühe und Schweine, die im Nebengebäude eingepfercht waren, schrien aus Leibeskräften. Doch auch sie wurden nicht verschont. Die Zungen des Feuers sprangen ebenfalls auf das andere Strohdach rüber. Niemand war hier um zu löschen, niemand bekam etwas von dem Feuer mit. Niemand? Nein. Einige Hundert Meter weiter steht eine Person. Von der Nacht gänzlich eingenommen kann man diese Person nicht erkennen. Sie steht einfach da. Die Schultern und die Arme hängen schlaff herab. Die Person scheint nicht einmal das Haus anzuschauen, nein sie blickt auf den Boden. Würde diese Person an einem anderen Ort stehen, käme man mit Sicherheit auf den Gedanken, dass sie im Stehen eingeschlafen war. Da! Nun brennt das Dach der Scheune lichterloh und bei einem kurzen aufflackern kann man etwas Rotes erkennen. Doch wie der Lichtschein aufgetaucht war, verschwand dieser auch schon wieder. An der Seite kann man ebenfalls erkennen, dass diese Person etwas in der Hand hält, es hat wohl die Ähnlichkeit wie die eines Messers. Wieder erhellt sich der Schauplatz ein weiteres Mal. Man kann nun erkennen, dass die Person einen langen schwarzen Mantel anhat. Der Kopf ist von einer Kapuze umgeben und man kann trotz der nun entstehenden Helligkeit das Gesicht nicht erkennen. Es scheint auf jeden Fall eine recht kleine Person zu sein von gar zierlicher Gestalt. Doch was hält sie in der Hand? Es hat sich nun Wirklich Bewahrheitet. Es ist ein langes Messer, welches lose in ihrer Hand baumelt. Eine Rote Flüssigkeit sammelt sich langsam an der Spitze des Messers und formt sich zu einem einzelnen Tropfen der daraufhin langsam nach unten fliegt und in einer Pfütze, bestehend aus der gleichen Flüssigkeit, mit einem leisen Platschen aufkommt und sich mit ihr verbindet.
Die Scheune brennt nun gänzlich. Das schreien der Tiere ist nun verklungen. Als nun das Dach des Haupthauses mit einem lautem Krachen zusammen stürzt, blickt die Person auf. Etwas Rotes scheint unter der Kapuze aufzublitzen. Man kann nun zum Teil das Gesicht der Person erkennen. Es scheint als würden ihre Mundwinkel leicht nach oben gehen. Das ganze Gesicht ist mit der gleichen Flüssigkeit wie auf dem Messer besprenkelt und es hat sich ein kleines Rinnsal an ihrem Kinn gebildet, welches sich ihren Weg den Hals hinab sucht. Langsam öffnet die Person ihren Mund und es formen sich nun einige Wörter: „ Tod demjenigen, der es verdient. Adé Vater.“
Daraufhin dreht sich die Person um und bahnt sich langsam ihren Weg durch das Getreidefeld.
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Der Weg Oder: Der Dunkle Wald
[vom 16.06.2007]
Dunkel. Vollkommene Dunkelheit. Die Bäume, die sich bereits schon vor Jahrhunderten von Jahren ihren Weg in die Höhe gearbeitet haben, lassen kaum die gesehnten Sonnenstrahlen herab. Alles wirkt Abweisend und Dunkel. Alte, verwurzelte Bäume, deren Rinde Grau erschienen und die Blätter ein Dunkles Grün trug.
Wir befanden uns gerade auf einem kleinen Pfad, der kaum noch zu sehen war, da die Pflanzen ihn überwucherten. Eine kleine Lichtung unterbrach diesen Weg. Nichts war zu sehen. Nicht einmal Tiere konnte man sehen oder gar hören. Vereinzelt drangen in dieser Lichtung ein bis Zwei Lichtstrahlen hinein. Wenn man länger dort ausharrte, würde man sich etwas heimisch fühlen. Es zeugt eine gewisse innere Ruhe und zeigt kaum eine Gefahr.
Doch was ist da los? Man sieht eine Dunkle Gestalt, sie ist über etwas vornüber gebeugt. Die Bewegungen wirken hastig. Erst wenn man näher kommt, bemerkt man, dass man zwei Tote Körper auf dem Boden lagen. Es hat sich bereits schon eine große Blutlache unter ihnen verbreitet. Eines dieser Körper war die eines Mannes. Man konnte sofort erkennen, wie seine Gurgel durchschnitten wurde, direkt von einem Ohr zum anderen. Er hatte wohl kaum die Möglichkeit sich zu verteidigen; Geschweige zu schreien. Doch war dies nicht genug. Mehre Stichwunden zeugen davon, dass ebenfalls trotz der tödlichen Wunde mehre Male dort eingestochen wurde. Er war auch nicht sonderlich groß. Sein Körper wirkte jedoch stark. Seine Blonden, langen Haare unterrahmen sein schönes Gesicht, dass nun Aschfahl nach oben blickt, die Augen weit aufgerissen. Währenddessen scheint sich die Gestalt um den anderen Toten zu kümmern. Es ist eine tote Frau. Ein langes Messer steckt ihr immer noch in der Brust. Die Arme sind zur Seite ausgebreitet. Die Gestalt ist über sie gebeugt und scheint etwas zu Suchen. Erst als sie es gefunden hat, macht sie einen Fröhlichen Laut von sich, zieht das Messer aus der Brust und schneidet das Lederband durch, dann erhebt sie sich. Sie scheint dem Mann gar keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken, blickt nun in die Höhe. Sie bleibt kurz so stehen und hebt dann ihre Hand, die den Sonnenstrahl trifft und sein Weg gen Boden unterbricht. Blut haftet daran und während sie diese betrachtet fängt sie langsam an zu lächeln.
Sie hat sich nun entschlossen – Endlich. Sie wird auf einem Schiff an Bord gehen und nach Bajard fahren. Jetzt, da sie endlich genügend Geld zur Verfügung hat. Sie blickt dabei auf die beiden Leichen. Dann dreht sie sich um und geht den Pfad weiter.
Kaum hat sie die Lichtung verlassen, blitzen zwei Augen in der Dunkelheit auf, sie betrachten die beiden Leichen, dann kommen sie langsam näher.
Die Ankunft Oder: Die Schiffsreise
[vom 27.08.2007]
Sie mochte das Meer nicht und ihre Meinung wurde dadurch verstärkt, als das Schiff, die Aurora, gegen die sich immer mehr aufbäumenden Wellen ihren Weg gen Festland bahnte.
Zeigte ihre Haut normalerweise eine sanfte und edelmütige Bleiche, war das, was man Vorfand kaum zu vergleichen. Zusammen gekauft saß sie in der Kammer, dass man ihr vor der Reise anbot. Sie zog ihr zerfetztes Kleid näher an sich, doch die Bemühungen mehr Wärme abzubekommen schlugen fehl. Sie hatte ihr ganzes Geld für die Überfahrt abgeben müssen und hatte sonst nichts außer ihrem Dolch und das, was sie an ihrem Körper trug. Jedes Mal, wenn das Schiff eine Welle überquerte, zuckte sie vor Schreck zusammen. Doch ihre Augen blitzten immer wieder auf und zeigten eine Spur von Zorn in sich aufkeimen.
Plötzlich öffnete sich die Türe ihrer Kajüte und ein überaus dicker Mann stand darin. Seine breiten Schultern lehnten sich am Türpfosten. Sein Gesicht war sichtlich gerötet. Er hob seinen massigen Arm und führte eine Flasche mit einer undefinierbaren Flüssigkeit darin an seinem Mund und trank erstaunlich große Schlucke daraus. Man sah direkt wie seine Gurgel unter dem massigen Hals immer wieder nach oben ging. Schon nach kurzer Zeit senkte er die Flasche und trocknete sein Mund mit seinem Arm ab. Währenddessen bewegte sie sich nicht umblickte ihn mit funkelnden Augen an. Sie kannte ihn. Er war einer der anderen Gäste, die mit ihr auf Schiff gingen. Er betrachtete sie nun, als würde er sie erst jetzt erblicken. Dann fing er sie breit anzugrinsen, ging einen Schritt vor und schlug die Türe hinter sich zu. Die Flasche stellte er auf den Boden und näherte sich ihr weiter. Sie bewegte sich immer noch nicht und blickte ihn lauernd an. Als er ihr nah genug kam, sprang sie auf, zückte ihren Dolch und schnellte vor. Erschrocken blickte er auf den Dolch und bewegte sich nicht. Jedoch wankte das Schiff ein bisschen und sie verfehlte sein Kopf um Haaresbreite und flog direkt auf ihn zu. Wieder fing er an zu grinsen, hob seine massige Hand und umfasste ihren dünnen Hals und zog sie in die Höhe. Dabei verlor sie ihren Dolch, der nach unten flog und im Boden stecken blieb. Sie konnte nun seinen stark alkoholisierten Mundgeruch riechen und verzog ihr Gesicht. Dann versuchte Simoen sich mit Leibeskräften zu wehren und kratzte mit ihren Fingernägeln seine Hand auf. Doch ihn schien das gar nicht zu stärken und rammte ihren Kopf samt Körper gegen die Wand, der daraufhin erschlaffte.
Siegessicher grinste er sie an und hielt sie weiter an der Wand um sich zu vergewissern, dass sie sich ja nicht mehr wehren würde. Als sich das Schiff mit ächzen stark zur Seite wendete und der fettleibige Mann zu taumeln beging, musste er sie loslassen um sich an der Wand halt zu suchen. Dabei fiel sie auf den Boden der Kajüte und bewegte sich zuerst nicht.
Plötzlich schnappte sie nach Luft und schnellte so gut sie konnte zu Flasche vor, die nun ganz in ihrer Nähe liegen geblieben war und umfasste den Flaschenhals.
Der Mann beugte sich zu ihr hinunter und wollte sie wieder am Hals greifen, da hob sie die Flasche und schlug auf seinen Kopf, worauf er dann zu Boden fiel und Bewusstlos liegt blieb. Sie rappelte sich die Wand hoch und lies ihn nicht aus den Augen. Ihr Atem ging schnell und ihr Herz raste. Simoen nahm Anlauf und schlug mit ihrem Fuß gegen seinen Kopf und lehnte sich wieder an die Wand um erst einmal Luft zu schnappen.
Während sie ihn so betrachtete fing Simoen plötzlich an zu lächeln – Sie hatte eine Idee – Taumelte langsam zu ihrem Dolch und zog ihn aus den Boden.
Der Sturm war abgeklungen und es wurde langsam Abend. Die Aurora war das letzte Schiff, das im Hafen anlief. Die letzten Sonnenstrahlen trafen die Dächer von Bajard, als Simoen das Schiff verließ. Ein Braungebrannter Mann saß am Steg und lies ein Bein baumeln, während das andere angewinkelt auf seinem Schenkel lag. Er hielt eine Gitarre in der Hand und spielte ein leises, trauriges Lied vor sich hin.
Simoen ließ den Wind durch ihre Haare tanzen als sie an dem Gitarrenspieler vorbei ging und etwas in seinen Hut neben ihm warf, bevor sie verschwand.
Der braungebrannte Mann bemerkte ihre Geste und griff hinein. Er bemerkte etwas Glitschiges und hob es hoch.
Erst konnte er nicht erkennen was es war und musste es auseinander falten. Als er es in die Sonnenstrahlen hob, verzog er sein Gesicht:
Es bestand aus menschlicher Haut und schien wie aus einem Schnitt abgezogen. Es zeigte ein Symbol von böser Macht beseelt.
Schnell ließ er den Hautfetzen los und es fiel in das Meer.
Am späten Abend, als die Sonne längst verschwunden war, stieg der letzte Gast vom Schiff. Voller Scham war sein ganzer Körper von einer Kutte verhüllt. Mit schnellen Schritten verschwand er in der Dunkelheit und wird sich wohl für lange Zeit nicht mehr in der Öffentlichkeit blicken.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:15
von Gast
Der Traum
[vom 14.08.2006]
Es war einer dieser Nächte, in denen sich der Mond entschied, sich nicht zu zeigen. Das Feuer war bereits abgebrannt und nur ein bisschen Glut schien den Kampf gegen die große Dunkelheit nicht aufgegeben zu haben.
Eine Frau versucht ihre Hand zu erreichen, sie wird weggezogen. Dunkle Gestalten nehmen sie mit – Feuer, es brennt! Mehrere Gestalten stehen um ein Haus, die Silhouetten ihrer Schatten verschmelzen mit der Dunkelheit und mit jedem Stoß der Flammen in die unendlichen Höhen des Raumes scheinen sich Explosionen zu bilden.
Gitterstäbe. Oben, unten hinten, überall. Kleine Hände fassen danach. Der kleine Körper versucht, sich mit aller Macht hindurch zu winden. Ein dunkler Raum mit grauen massiven Steinen. Eine schwere Kette um den Hals erschwert das Aufstehen. Plötzlich Gesichter, lachende, weinende, dicke, dünne, sie dreht sich im Kreis, überall diese Gesichter. Sie verschwinden. Sie läuft durch einen langen Gang, es werden Gänge. Die Steine verschwinden, Bäume sprießen aus dem Boden. Wurzeln strecken sich nach ihr, wollen sie am Weiterkommen hindern. Sie fällt hin. Die Bäume schließen sie ein. Eine Hand streckt sich nach ihr, sie nimmt sie entgegen.
Simoen wacht schweißgebadet auf, ihr Atem geht schnell, als wäre sie weit gelaufen. Das Blut, verstärkt durch das rasende Herz, durchfließt alle Blutbahnen. Simoens Augen sind weiter geschlossen, blitzschnell zieht sie den Dolch aus ihrer Lederscheide an ihrem Arm und lässt ihn durch die Dunkelheit auf ein unbekanntes Ziel schwirren – es ist nichts zu hören.
Erst jetzt öffnet sie ihre Augen. Es ist seltsam, aber sie scheinen direkt in der Dunkelheit zu strahlen, allein durch den sanften Schein der sich langsam schwindende Glut des Feuers verstärkt. Strahlend hell blicken sie in die Dunkelheit. Erst jetzt scheint sie sich von diesem Traum zu beruhigen.
Ja, der Traum. Sie fasst sich an die Stirn, als sie sich erinnert. Es war nicht das erste Mal, aber es mag wohl schon fast ein Jahr vergangen sein, seitdem sie ihn träumte. War der Auslöser diese Frau?
Ihre Füße trugen sie neulich zu dieser Taverne in der alten halb verlassenen Stadt, wo sie diese Tänzerin sah. Eine Schönheit, die sie noch nie in ihrem Leben erblickt hatte. Allein diese Kunst des Tanzens! doch sie schweift ab.
Sie sah dort wieder diese Frau, die sie einmal im Räuberlager angetroffen hatte. Sie war groß gewachsen, gerade. Ihre mandelförmigen grünen Augen blickten voller Weisheit und zeigten, dass sie trotz ihres jungen Aussehens viel gesehen haben musste. Und doch strahlte diese Frau Gefahr aus. Simoen war sich sicher, wäre es zu einem Kampf mit ihr gekommen, hätte sie den Kürzeren gezogen, egal ob ihr Dolch vergiftet war oder auch nicht.
Sie durfte sich nichts anmerken lassen, sonst hätte diese Frau sie mit den anderen Menschen in Bajard auf die gleiche Stufe gesetzt und hätte nichts von ihren Gedanken preisgegeben. Der Plan löste sich auf. Simoen war fasziniert von dieser Frau und doch hörte sie erschreckende Dinge. Dinge die sie an den Traum denken ließ.
Sie war voller Hoffnung, als sie nach Bajard kam und doch hat sie es zu nichts gebracht. Niemand scheint sie weiterhin ernst zu nehmen. Vielleicht ist das auch gut so und doch schmerzt es ihr Inneres. Würde sie sich nicht zügeln, hätte sie schon einige Male Leute getötet, den Bürgermeister mit inbegriffen. Doch sie konnte es sich nicht leisten gejagt zu werden, nicht für diesen Abschaum, der kein Geld abwirft. Sie hat noch ihr Ziel vor Augen und dazu muss sie wohl weiterhin ihre Rolle hier spielen. Diese Frau hatte Recht, man darf keine Fehler machen. Ein Fehler ist ein Fehler und sobald er gemacht wurde ist alles dahin.
Simoen wischt sich den Schweiß aus ihrem Gesicht und legt etwas Holz auf die Glut. Schon nach kurzer Zeit züngeln die Flammen nach oben – wie bei diesem Haus. Ein leichtes Lächeln spiegelt sich wieder in ihrem Gesicht während sie ohne jegliche Emotion hineinblickt. Sie möchte nicht mehr über diesen Raum nachdenken. Weitere Pläne müssen geschmiedet werden.
Der Tag danach
Der Morgen bricht an, doch das Feuer, welches noch am Abend genügend Nahrung erhalten hatte, brennt freudig weiter. Obwohl das Lager leer erscheint, zeigt es, dass die Person, die hier war, noch nicht aufgebrochen sein kann, da ihre Taschen herumliegen.
Simoen sitzt auf einem großen Stein, der sich wohl schon seit Jahrhunderten gegen den Fluss behauptet. Ihre Beine sind nah an ihren Körper gezogen, die Arme um sie geschlungen, die Füße nackt, die zerzausten Haare verdecken das Gesicht. Ihre Augen blicken starr auf einen entfernten Punkt des anderen Ufers.
Dieser Traum geht ihr einfach nicht aus dem Kopf. Sie hat ihn wieder vergessen wollen am Abend, doch musste sie so sehr daran denken, dass sie nicht einmal mehr Schlaf finden konnte. Dieser Traum, ein tiefer, sehr sehr nachdenklicher Seufzer entringt sich ihrem Mund und sie schließt ihre Augen, mehrere Bilder tauchen auf: Dinge die sie erlebt hat, Orte, Gesichter. Mehrere Krieger, groß, mit steinernen Gesichtern und vielen Narben, verursacht durch etliche Gefechte, die so groß sind, dass es ein Wunder ist dass diese Leute noch vor ihr stehen können, natürlich nur so lange bis deren Kehlen ihre stille Klinge trafen.
Bei diesen Gedanken fängt sie an zu lächeln. Es ist einfach eine Genugtuung über die Erfolge nachzudenken, die sie in ihrem kurzen Leben bereits vorzeigen kann. Leider können die Bajarder so etwas nicht verstehen und deswegen bleibt es ihr kleines Geheimnis. Es wäre ein Fehler und das kann sie sich mit ihrem Beruf nicht erlauben. Sie muss an ihren alten Lehrer denken.
Sie mag wohl ein kleines Kind gewesen sein, als er sie im Wald fand. Erst wollte er sie liegen lassen, doch er war schon sehr alt und brachte es nicht übers Herz. Seitdem wuchs sie bei ihm auf. Er lebte in einer kleinen Hütte nahe den Bergen. Für jemanden, der nicht direkt dorthin wollte, war sie so gut wie gar nicht zu finden. Der Mann war ein alter Soldat, wo er überall war oder was er genau gemacht hatte, konnte sie nie von ihm erfahren. Er lebte jedenfalls schon lange dort. Als sie etwa fünfzehn geworden war, wollte sie, dass er ihr den Kampf lehrte, doch er lachte sie aus. Sie hörte aber nicht auf und irgendwann gab er nach. Er meinte, dass sie als Frau (und er war ziemlich eingebildet) keine große Chancen habe, gegen einen echten Krieger anzukommen. So lernte sie als erstes, mit einem kurzem Schwert zurecht zu kommen, doch was viel wichtiger war, mehr den Kopf und Verstand zu gebrauchen und mit Schnelligkeit zu kontern anstatt mit purer Kraft. Leider war er ein alter Mann und starb noch, bevor er ihr alles lehren konnte. Es war für den Anfang genug und es dauerte nicht lang bis sie einen neuen Lehrer fand.
Simoen erhebt sich von dem großen Stein. Sie hat genug über Vergangenes nachgedacht – jetzt muss sie über Zukünftiges nachdenken. Sie dreht sich um und geht den Pfad zurück, den sie sich durch die hohen Gräser gebahnt hatte, als sie ihren Weg zu diesem Stein gesucht hatte.
Sie bleibt erschrocken stehen – jemand wühlt in ihren Sachen herum, doch noch hat er sie nicht gesehen. Es ist ein großer Mann, der mit einem Fell bekleidet ist und einen langen buschigen Bart trägt. Neben ihm liegt eine große stämmige Axt. Sie fasst schnell nach ihrem Dolch, der an ihrem Arm hängt und greift in die Leere. Fassungslos blickt sie auf den Arm, wo eigentlich der Dolch sein soll, sieht aber nur die Lederscheide. Plötzlich durchfährt es sie wie ein Blitz, sie hatte den Dolch in die Dunkelheit geworfen, als sie von ihrem Traum aufgewacht war. Sie blickt hastig umher. Links – nichts. Rechts – wieder nichts. Oder? Doch! Da liegt etwas auf dem Boden und blitzt daran auf! Ja, das müsste der Dolch sein. Bloß wie hinkommen? Schleichen wäre kaum möglich, er würde sie sofort bemerken und wissen, was sie vorhat. Sie fasst kurzerhand Mut und läuft einfach voran.
Der Mann erblickt sie, greift nach seiner Axt, springt auf und hält inne. Erst jetzt scheint er zu erkennen, was auf ihn losläuft. Es ist ein kleines Mädchen, das kaum eine Gefahr für ihn sein kann, vielmehr eine leichte Beute. Er grinst breit in ihre Richtung, sichtlich daran denkend, was er mit ihr anstellen würde, wenn er sie erwischte.
Er reißt seine Augen auf, da sie scheinbar gar nicht auf ihn losrennt sondern ihr Augenmerk auf etwas anderes konzentriert. Er blickt in die Richtung wo sie hinläuft und sieht einen Dolch in einem umgefallenen Baumstamm stecken. Viel anrichten kann sie mit diesem Zahnstocher wohl nicht, denkt er, doch kann es ziemlich hinderlich sein, wenn sie ihn damit angreifen möchte. Mit riesengroßen Schritten rennt er schnell in diese Richtung, seine Axt hoch erhoben, um genügend Schwung herauszuholen. Kurz bevor sie den Dolch erreichen kann, schlägt er seitlich hinab.
Simoen spürt noch einen Lufthauch, doch ihre Reflexe lassen sie auf den Boden hinabfallen, dann springt sie schnell zurück, federt den Aufprall mit den Händen ab und landet dann wieder auf ihren Füßen. Bevor der Mann die Axt heben kann, springt sie vorwärts, fasst nach dem Dolch und lässt sich abrollen.
Der Mann brummt, als er merkt, dass er sie nicht erwischt hat, nimmt den aufkommenden Schwung mit und dreht sich einmal im Kreis, während er versucht, die Axt auf sie hinabzuschlagen.
Sie rollt seitlich weiter, einen stechenden Schmerz an ihrem Arm spürend. Das Blut fließt wie ein Fluss aus der entstandenen Wunde. Simoen verzieht ihr Gesicht zu einer schmerzenden Grimasse. Doch der Schmerz darf ihre Glieder nicht lähmen. Sie hat nur eine Chance, gegen ihn. Sie bleibt auf dem Boden liegen. Langsam, viel zu langsam stemmt sie sich ab, während das Blut bereits ihren Arm hinunterfließt. Sie kniet sich hin, den einen Fuß zum Sprung bereit, den Körper von dem Mann abgewendet.
Er grinst wieder. Sie ist doch für ihn kaum eine Gefahr. Er hat jetzt Blut geleckt und will ihren Kopf als Trophäe halten. Er hebt langsam seine Axt und schlägt nach ihrem Kopf. Ihr Körper fällt zur Seite, sie ist nicht tot, knapp ist sie seinem Schlag ausgekommen und holt genug Schwung, um ihren Dolch in seine Richtung zu schleudern. Sie hat ihn getroffen. Ungläubig blickt er sie mit weit aufgerissenen Augen an, dann lässt er die Axt los, die am Boden stecken geblieben ist und hebt seine Hände gegen den Hals, fühlt den Dolch, betastet dessen Griff. Dann blickt er wieder zu ihr hinab, fängt wieder an zu grinsen. Resignierend fasst er mit der Hand nach dem Griff und zieht ihn heraus. Er röchelt und ein Schwall von Blut dringt aus seinem Mund. Dann taumelt er und stirbt, bevor er rücklings auf den Boden fällt.
Ungläubig blickt sie auf den toten Körper. Sie will es nicht fassen, dass sie, Simoen, es geschafft hat. Erst lächelt sie, dann fällt sie in ein schallendes erleichtertes Lachen. Darauf fällt sie in Ohnmacht.
Der Tag ist bereits fortgeschritten, als sie wieder aufwacht. Sie blinzelt und blickt zu dem bewölkten Himmel empor. So liegt sie längere Zeit, schaut, ohne einen Gedanken zu fassen hinauf. Plötzlich durchzuckt es sie. Erst jetzt fällt ihr ein, was passiert ist. Langsam erhebt sie sich und blickt auf den toten Körper des Waldmenschen. Er war wohl ein Räuber gewesen oder so etwas in der Art. Dann betrachtet sie ihre Wunde – sie ist nicht schlimm. Kaum tief genug, nur geblutet hat sie ziemlich stark und der ganze Arm ist verkrustet. Wieder blickt sie den Körper des Erschlagenen an – er muss verschwinden. Nach kurzem Nachdenken fasst sie einen Beschluss. Sie geht zu der Lagerstelle hin und entfacht ein Feuer. Immer mehr Holz legt sie nach, bis es ihrer Meinung nach groß genug ist. Dann greift sie den Körper und zieht ihn auf das Feuer. Seine Fellkleider fangen sofort an zu brennen.
So steht sie davor und betrachtet kurz die Szenerie. Dann nimmt sie ihre Tasche, schultert sie und geht in Richtung Bajard. Am Ende mag wohl nur noch eine riesengroße verrostete Axt, die im Boden steckt und ein Haufen Staub daran erinnern, was vorgefallen war - und nicht einmal das ist sicher.
Eine Enttäuschung
Die Wachen am Tor fixieren sie kurz, verlieren aber wieder schnell ihr Interesse. An ihrem Äußeren kann man fast nichts mehr von dem Kampf mit dem Waldmenschen erkennen, außer einigen blauen Flecken und einer Wunde, die von ihrem Hemd verdeckt wird. Sie hat sich vorher noch frisch gemacht. Immerhin soll man ja nichts Falsches von ihr denken. Heute benötigt sie etwas Besonderes: einen Ring und ein Paar Ohrringe, die sie im Nachhinein zu ihren Gunsten ein bisschen umfunktionieren möchte. Leider ist dieser Goldschmied nirgendwo zu finden und wo gibt es denn noch mehr Möglichkeiten, eine bestimmte Person in Bajard anzutreffen als in der hiesigen Taverne? Als sie diese betritt, findet sie niemanden vor als eine Wache und den Wirt. Die Wache dreht sich sofort zu ihr um, als er die Türe hört. Obwohl sie sich nicht gerne an ihn erinnern mag, erkennt er sie sofort und das ist schlecht. Auf jeden Fall will er sich entschuldigen, weil er sie fälschlich für eine Schneiderin hielt. Das kommt ihr natürlich gelegen und sie verlangt als Genugtuung von ihm, einen gewissen Frederic für sie zu finden. Bereitwillig geht er sofort los und sucht nach dieser Person. Sie muss auch nicht lange warten und schon tauchen beide im Lokal auf, Frederic, der Goldschmied und die Wache. Frederic geht sogleich zu ihr hin und sie erzählt ihm, was sie begehrt. Er nimmt sie schon wieder nicht ernst, nicht nur das, er verspottet sie schon wieder. Simoen muss ihre ganze Kraft aufnehmen, um ihn nicht töten zu wollen. Obendrein ist er auch nicht fähig, ihr das Gewünschte anzufertigen. Der Tag ist somit hinüber und Simoen geht beleidigt aus der Taverne. All das empfindet sie als eine reine Enttäuschung. Vielleicht sollte sie doch noch einmal diese eine Frau aufsuchen? Sie hofft, endlich ein Ziel vor Augen zu haben und das erhofft sie sich von dieser Frau, die ihre Meisterin werden sollte.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:16
von Gast
Rückschau Oder: Das Leben ändert sich
[28.08.2007]
„In jedem Körper steckt ein 2. Ich. Tief verborgen fristet es sein Dasein ein Leben lang. Bei einigen kommt es stärker zum Vorschein, bei anderen wohl nie.“
Simoen legte die Feder nieder. Ein kleines Licht flackerte am Tisch und bot die einzige Lichtquelle im Raum. Simoen las noch einmal die letzten Worte durch, die sie auf das Pergament geschrieben hatte. Zufrieden lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück. Sie blickte auf die groben Steine des Raumes. Das Licht flackerte hin und wieder auf und lies einige Schatten tanzen. Ihre Augen betrachteten das Schauspiel und verdunkelten sich, während Simoen anfing in die Vergangenheit zu blicken…
Nie hätte sie es sich je Denken können, dass sich ihr Schicksal diesen Weg eröffnen würde. Kaum war sie auf dem Festland, traf sie eine seltsame Frau. Simoen versuchte mit allen Mitteln ihre Persönlichkeit zu vertuschen und das, was sie weiß. Jedoch ließ diese Frau sich nicht beirren, sie wusste wer sie war, sie wusste alles über Simoen und das machte ihr Angst. Deswegen musste diese Frau verschwinden. Simoen versteckte sich hinter einem Busch und wartete. Irgendwie wusste sie, dass diese Frau vorbei kommen würde. Ihr Gesicht verzog sich zornig und ihre Augen zogen direkt Blitze. Sie nahm ihren Dolch griffbereit und wartete. Immerhin hat sie schon einige getötet. Es war nichts Neues mehr für sie und was würde es schon ausmachen, wenn noch jemand auf ihrem Weg des Blutes sterben würde? Und da kam Sie, diese fürchterliche Frau, die zu sterben erwählt wurde.
Simoen verzog ihr Gesicht und schüttelte nun ihren Kopf um zur Besinnung zu kommen. Sie will nicht weiter über diese äußerst unangenehme Situation denken. Zu stark waren die Gefühle an diesem Tag. Diese Frau, Loreen, wusste, was in ihr ruhte, ihr 2. Ich. Sie konnte Simoen auf schmerzlichste Art und Weise dazu überreden ihr zu folgen. Loreen wurde ihre neue Meisterin. Daraufhin wurde ihr einiges, was zuvor verborgen war, gewahr. Auf Geheiß ihrer Meisterin änderte Simoen ihr Äußeres. Sie ließ ihre roten Haare zu einer schönen Frisur schneiden, sodass ein Teil der Haare ihre rechte Gesichtshälfte fast gänzlich verdeckte. Sie ging zu einer bekannten Schneiderin, Lunet Saraid und lies sich ein teuer Kleid schneidern. Die Persönlichkeit, sie sie nun verkörperte und nach außen hin zeigte war einfach zu spielen. Sie musste nur das machen, was sie als junges Mädchen in ihrer Heimat lernen musste. So wurde die Neue Simoen De Vyr geboren.
Eine Hand schnellte vor und ungeachtet der Hitze, die die kleine Flamme verbreitete wurde sie mit dem Daumen und dem Zeigefinger ausgedrückt. Man hörte noch einen kleinen Zischlaut und dann war in dem Raum nur noch völlige Dunkelheit.
Das Auge Oder: Die erste Lektion
[20.08.2007]
„Hat man dieses 2. Ich gefunden – ob durch den Hellen Pfad oder gar durch den Dunklen – so findet man eine weitere Ebene. Diese Astrale Ebene ist der Verbindungspunkt zu den Göttern und deren unbeschreiblichen Hohen Energiefluss, der die Macht der Götter darstellt.“
Es war eines dieser Mondlosen Nächte. Wolken verbargen den Sternenhimmel und die Luft roch nach Regen. Simoen suchte den Stein, der den Gang zum Geheimen Raum öffnete. Nach längerem herumtasten fand sie ihn. Mit der flachen Hand drückte sie den Stein in die Mauer und ein verborgener Mechanismus ließ sie nach hinten bewegen. Eine Fackel erhellte den kleinen Gang, den Simoen zu einer Treppe führte und nach unten brachte. Simoen betrat den kleinen Raum. Er war so klein, dass er nicht viel Platz bot und doch zeigte er eine Vielzahl von Kuriositäten, dass Simoen nie Müde wurde ihn zu betrachten. Vor ihr standen mehrere Truhen und Kisten aneinander gestapelt. An der Ecke konnte man einen Tisch sehen. Darauf stand eine Kerze, die den ganzen Raum erhellte. Mehr war auch nicht nötig. An der Wand standen mehre Tische, mit Alchemistischen Geräten und Zutaten die für irgendwelchen Dunklen Mixturen vorhergesehen waren. Doch das, was den Mittelpunkt des Raumes ausmachte war ein Pentagramm, das mit Blut auf den Boden gemalt worden war. Sobald Simoen den Bannkreis betrat, konnte sie ein Kribbeln spüren, dass bei den Füßen anfing und dann durch den ganzen Körper ging. Sie fühlte, wie das Pentagramm eine Aura voller Macht ausstrahlte.
„Ah, meine Schülerin. Hattest du nun endlich Zeit gefunden hier wieder aufzutauchen.“ Ein Schatten löste sich aus einer Ecke des Raumes und ihre Meisterin tauchte auf – Loreen. Ihre Haut war Braungebrannt. Während die Weisen Haare im Vollen Kontrast hervorstachen. Loreen zeigte keine Regung in ihrem Gesicht, als sie Simoen musterte.
Erschrocken machte Simoen einen Schritt von ihr weg, bis sie sich sogleich wieder fangen konnte und Loreen anlächelte, „ Ja, Loreen. Ich habe, wie befohlen, mich umgekleidet.“ Dabei drehte sie sich einmal im Kreis, wodurch ihr Kleid vom Schwung in die Höhe geschleudert wurde und ein paar bleiche Füße entblößten. Ohne weiter darauf einzugehen ging Loreen in den Bannkreis und entgegnete kühl:“ Simoen. Die Tage verstrichen und du ließest Dich lange nicht blicken. Es ist nun Zeit deine erste Lektion zu erlernen.“ Und ohne zu zögern erhob Loreen ihre beiden Hände, die Simoens Gesicht berührten. Simoen konnte sich nicht rühren. Sie war wie paralysiert. Ihre Augen waren bis aufs äußerste geweitet. Das gleiche, so schien es, war auch bei Loreen. Beide blickten sich an.
Plötzlich hörte Simoen eine Stimme in ihrem Kopf:“ Willst du mehr über dich kennen lernen, Simoen? Willst du mehr von der Macht sehen die in dir steckt? Antworte mir! Schnell! Obwohl wir im Pentagramm stehen und dies eine Manifestation meiner Welt darstellt. Kann ich meine Kraft nicht lange genug anhalten um mit dir zu sprechen.“ Simoen zögerte und dann antwortete sie, erst unsicher dann aber überzeugt: „ Ja… JA! Ich will mehr über mich erfahren!“
Sie stand in einem Schwarzen Raum. Ohne Möbel mit nichts als nur sie darin. Doch bevor Simoen sich umschauen konnte verschwand eine Mauer und der Boden gab nach, sodass Simoen, ohne Halt, einen steilen Hang hinunterrutschte. Eine Schlucht eröffnete sich vor ihr und kaum erreichte sie die Kante, sie sie in eine leere Tiefe. Es mag ihr wie Tage oder sogar wie Wochen vorgekommen sein, als sie hinab fiel. Plötzlich hatte dies ein jähes Ende und Simoen schwebte in dieser Leere. Allein durch ihre Gedanken gesteuert drehte sie sich um und erblickte in der Ferne ein helles Licht. Kaum dachte sie daran, näher kommen zu wollen, schwebte sie schon direkt vor dem Lichte. Es war unüberschreitbar. Ein Kern, der ein helles Licht ausstrahlte. Doch war dieses Licht nicht rein sondern mehre schwarze Flecken bedeckten den Kern. Simoen wusste es sofort: Das war ihr inneres. Ihre Kraft.
Die Stimme hallte wieder: „ Simoen. Willst du mir weiter helfen. Als Schülerin. Willst du mehr von den Geheimen Pfaden lernen? Willst du das?“ Simoen musste nicht einmal richtig antworten. Kaum fühlte sie, wie ihre Antwort fallen würde, stand sie wieder in dem gleichen schwarzen Raum wie vorhin. Diesmal stand jedoch Loreen vor ihr. Sie lächelte sie an. Dann hob sie ihre beiden Hände, die ineinander gefaltet waren, als würde sie darin etwas sehr kleines verbergen. Sie hob eine Hand und offenbarte darunter ein Auge. Es war Simoens Auge. Plötzlich bemerkte sie völlige leere in ihrer Augenhöhle. Loreen schloss ihre Hand und zerquetschte es. Ein starker Schmerz durchzuckte Simoen und sie fasste sich an ihr Gesicht, wo das Auge hätte sein sollen. „Mit einem Blinden Auge wirst du mehr sehen als nur mit 2 Augen. Das eine zeigt ins Diesseits, das verlorene ins Jenseits.“
Loreen legte ihre beiden Hände an ihre Brust und schien ein neues Auge heraus zu ziehen. Es schwebte in ihrer Hand und ohne zu zögern drückte sie es in die leere Augenhöhle.
„Mit diesem Auge werde ich immer sehen was du siehst und immer wissen was du machst.“ Simoen bemerkte sofort den Fremdkörper in ihr. Ein starker Schmerz durchzuckte ihren Körper als sich das fremde Auge einnistete.
Simoen hasste Loreen und betete sie sogleich an.
Beide waren wieder im Pentagramm. Loreen hatte die Arme gesunken und Simoen lag zusammengekauert auf dem Boden. In ihrer rechten Augenhöhle bewegte sich das Auge wie wild in alle Richtungen. Völlig frei vom restlichen Körper. Dann drehte es sich nach innen und man sah nur noch eine weiße Fläche. Simoen war nun Halbblind und wird die Gesichtshälfte mit ihren Haaren verdecken, sodass niemand ihre Entstellung bemerken wird.
Völlig ohne Kräfte versank Simoen in Bewusstlosigkeit. In ihrer ersten Lektion hatte sie viel gelernt.
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Das Ergebnis [/color]
[25.11.2007]
Simoen öffnet ihre Augen und blinzelt einige Male. Sie musste sich erst im Klaren werden wo sie gerade ist. Sie liegt in einem Dunklen Raum. Die Kerzen sind bereits schon abgebrannt und mehre Felle lagen auf ihr.
Als er aufstand und nach oben ging hat sie es gemerkt. Sie konnte es nicht mehr vertragen alleine zu schlafen – ohne ihn. Ohne seinen schützenden Körper und ohne seine Wärme. Was ist mit ihr bloß geschehen. Was passierte in der letzten Zeit, als sie eine Schülerin von Wijay wurde? Obwohl dies noch gar nicht lange zurück lag. Passierte schon so viel in ihrem Leben seitdem, dass es ihr wie Jahre vorkamen.
Kra'thor berührte ihre Seele und sie wurde einer seiner Diener. Sie verstand nun was Macht war und doch war sie noch immer so Naiv. Sie konnte ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihr Benehmen Loreen gegenüber nicht verbergen. Sie konnte sich einfach nicht unter Kontrolle halten und kaum erlangte sie diese Wunderbare, Wundervolle Macht von Kra'thor, schon wurde sie von ihrer Meisterin und ihrer neuen Schülerin, oder sollte man eher sagen ihrer alten Schülerin, die wieder kehrte, verstoßen.
Welche Wut schwoll in ihrem Herzen auf als ihr diese Schmach zu Teil wurde und doch überlebte sie es. Nein, sie lernte sogar davon. Sie lernte sich endlich unter Kontrolle zu halten und ihr Wahres Wesen durch verschiedene Maskeraden zu verbergen. So suchte sie ihren eigenen Weg um ihren Zielen näher zu kommen. Sie lerne viele interessante Personen auf ihren Wegen kennen, wie Aurelia, Theradil, Varoth, Kira, Savira und Zhertos...
So kam es, dass sie in die Lehre zu einer Heilerin kam und somit ihre Maskerade weiter ausbauen konnte. Sie versuchte die Bürgerschaft für Rahal zu erlangen, was sich als schwerer erwies als sie es sich je denken konnte. Simoen drehte sich auf den Rücken. Ihre langen Roten Haare, die Wild von ihr liegen verdecken fast ihr Gesicht und doch erkennt man ein leichtes lächeln.
Sie lernte ihn kennen. Was war das für eine Phrase mit ihm. Zhertos. Zum ersten Mal traf sie ihn, als er gerade drauf und dran war Aurelia zu töten. Sie konnte beiden Folgen, doch war sie leider in einer falschen Verkleidung und konnte sich nicht enttarnen. Doch wurden es für Aurelia und ihr so gefährlich, dass sie einschreiten musste und konnte somit beide Retten. Was war es für ein Schock gewesen, als sich nach mehreren Tagen herausstellte, dass Aurelia ihn für Kra'thor anwarb. Welche Hass und welchen Zorn sie auf ihn hatte. Stets suchte sie ihn in ihrer Kutte und versuchte ihn zu Bekehren. Ihn zu Foltern. Ihm weh zu tun. Sie wollte dass er dafür Buse tat, dass er die Hand gegen Simoen erhebt und ihr wunderschönes Gesicht verunstaltete. Doch traf sie ihn immer in den schlechtesten Momenten an den falschesten Momenten an und so wurde er stets von den Tremora Anhängern oder der Burg Eisenwart oder gar des Ordens der Tremora gerettet. Doch auch sie versuchte sich bei ihm einzuschmeicheln, als er von einem Schwert verletzt wurde. Sie zeigte sich als eine Heilerin und verband seine Wunde um etwas mehr von ihm kennen zu lernen. Um sogar einen Schwachpunkt an ihm zu finden. Doch war er sehr schwer zu brechen. Als sie ihn nun in Rahal antraf und er sich in seine Wohnung einlud, hoffte Simoen, dass sich nun eine Möglichkeit darbot. Was war es für eine Überraschung, als sich ihr dargebotene Wein als Gift entpuppte und Zhertos sie in seine Folterkammer steckte. Jedoch ließ sie sich nicht so leicht mit sich geschehen und sie verteidigte sich. Kra'thor sei Dank hatte dieses Dumme Auge, dieses verfluchte Auge von Loreen einen Nutzen und sie konnte befreit werden.
Doch irgendwie genoss sie seine Nähe. Irgendwie wollte sie es, dass er so mit ihr macht wie er es mit ihr machen wollte. Letztendlich besuchte sie ihn ein weiteres Mal. Andere Menschen würden es als Dumm ansehen oder als Naiv, dass man zu einer Person geht, der Böses von einem will. Und dennoch wollte sie mehr von ihm erfahren. Sie wollte mehr von ihm wissen und so wurde sie in seinem Bann gezogen. Sie wusste, dass er sie will. Sie wusste, dass sie ihn will. Umso mehr beide miteinander sprachen umso mehr beide miteinander zu tun hatten kamen sie sich näher. Am Ende brauchte sie ihn immer mehr. Sie wollte von ihm beschützt werden und sie sieht ihre Vorteile in ihm. Vorteile die zu ihren Zielen näher kommen mögen als wie eh und je. Sie kannte sein kleines Geheimnis und er kannte auch ihr Geheimnis. Sie musste sich nicht verstellen vor ihm. Sie konnte ihr Tiefes ich vor ihm zeigen. Ihr Tier in ihr, als sie noch auf Lameriast in den Wäldern streute und Menschen für nichts als nur des Blutes wegen tötete. Als sie ihre Familie tötete und das Haus abbrannte...
So kam es wie es kommen musste. Sie hatten sich geliebt. Aber nicht aus Sexueller Natur. Sie eröffneten ihre tiefsten Geheimnisse und gingen auf einem gemeinsamen Weg. So wusste sie, dass er allein der richtige für sie ist. Jemand der ihre Geborgenheit schenken kann. Jemand der ihr die Möglichkeit gibt schlafen zu können ohne auf feinde aufpassen zu müssen. Doch war sie gänzlich unzufrieden wie er mit ihr umging. Er vertraute ihr nicht. Zu sehr wurde Zhertos von einer anderen Frau verletzt. Simoen verlangte von ihm aber keine halben Sachen. Entweder er nimmt sie ganz oder sie wird ihm entgleiten. So machten sie beide ein Schwur. Ein Packt. Ein Vertrag...
Am Ende des gleichen Abends verlor sie ihre Unschuld und wachte am nächsten Tag hier, in diesem kleinen Raum auf. Ja, sie möchte bei ihm bleiben und ihn unterstützen. Doch muss sie aufpassen. Sie begibt sich auf einen Dünnen weg. Es mag passieren, dass er sie verstößt oder ihre Maskerade aufdeckt. Auch darf sie ihren Dienst zu ihrem Gott nicht vernachlässigen. Sie hat eine höhere Aufgabe. Sie ist froh, dass der Weg zu ihrem Ziel frei gegangen werden kann ohne, dass jemand vorgibt wie er zu gehen ist. So kann sie auch diesen Weg gehen und zu ihrem Ziel kommen.
Simoen schließt kurz ihre Augen. Dann erhebt sie sich unter den Pelzen und tippelt mit ihren nackten Füßen, leicht bekleiden die Stufen zur Wohnstube hinauf
>Was immer du tun kannst
Oder zu können glaubst – fang an!
In der Kühnheit liegt:
Genie, Kraft und Magie.< (Goethe)
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:18
von Gast
Der Traum (Questanfang)
[24.07.2008]
Wieder wachte sie schweißgebadet auf. Wieder hatte sie diesen Traum und wieder versteht sie nicht was er ihr sagen soll.
Langsam schließt sie wieder ihre Augen, der Atem beruhigt sich während sie diese Bilder durch den Kopf gehen lässt. Sie sieht sich selber wie sie ein Dolch voller Runen in der Hand hält. Am Griff kann man etwa 6 Rubine erkennen die vollkommen Rot aufleuchten. Sie betrachtete ihn für einen kurzen Moment ehe sie ansetzt und ihn in ihr Bauch rammt. Plötzlich spürte sie die Macht des Dolches und anstatt zu sterben verspürt sie wie mehre Seelen durch ihren Körper strömen. Sie fängt an zu Schreien und die Seelen lösen sich in Luft auf. Daraufhin fällt sie auf den Boden und exakt da wachte sie immer wieder auf.
Die Suche
[26.07.2008]
Simoen öffnete wieder ihre Augen und blickt sich im Raum um. „Dieser Dolch…“. Doch dann durchzuckte es sie und Simoen sprang aus dem Bett auf. Sie wusste, dass sie diesen Dolch bereits gesehen hatte und zwar bei ihrer alten Meisterin. Doch wo könnte er nun sein? Immerhin blieb wenig von dem Besitz ihrer Meisterin zurück.
Letztendlich beschloss Simoen zum alten Turm der Kra’thori zu gehen um nach den Dolch zu suchen. Denn immerhin blieb ihr kaum eine andere Möglichkeit übrig. Nach einer langen Suche und durchstöbern der ganzen Bücher, die ihr einige interessant Dinge aufweisen konnten, fand sie endlich das was ihr weiterbringen konnte. Auf einer Seite fand sie eine Erklärung des gleichen Dolches worin geschrieben stand, dass dieser Dolch eine Möglichkeit für die Diener war mehre Seelen zu speichern um sie dann mit einem Ritual auf einmal zu Kra’thor schicken zu können.
So suchte sie weiterhin den Turm ab und fand schließlich auch den Dolch, der hinter einem Stein in der Wand versteckt wurde. Jenes Geheimversteck hat die Meisterin ihr bereits schon vor langer Zeit einmal gezeigt, als sie noch ziemlich frisch hinter den Ohren war. So war es natürlich auch kein Wunder gewesen, dass sie das Versteck schon lange vergessen hatte. Nun hielt jetzt Simoen den Dolch in der Hand und nahm ihn ein wenig näher in Augenschein. So leuchteten auch diesmal alle 6 Rubine auf und Simoen wusste, dass der Dolch voller Seelen war. Anscheinend konnte ihre Meisterin sie nicht mehr loslassen und blieben dementsprechend in dem Dolch gefangen. Höchstwahrscheinlich wollte Kra’thor, dass sie die Seelen zu ihm schickte. Doch das schaffte sie nicht alleine. Sie brauchte Hilfe von den anderen….
Das Ritual (Ende der Queste) [17.08.2008]
[URL=http://www.directupload.net][img]http://s14.directupload.net/images/141031/qqg2zh48.jpg[/img][/URL]
Die Kerzen wurden langsam mit einer Totenstille angezündet. Nichts regte sich. Selbst die Luft schien sich nicht bewegen zu wollen. Schließlich fingen die anderen an sich um den Bannkreis zu stellen. Natürlich konnten sie nicht anfangen ohne zuvor einige jener bissigen Kommentare die in einem Diener innewohnen von sich zu geben. Simoen stellte sich in die Mitte des Kreises. Sie hatte bereits schon ihre Robe abgestreift und war – bis auf einem Lendenschurz - vollkommen ungeschützt. Langsam ging sie in ein leises Sing-Sang über, die anderen folgten nach und nach ihrem Beispiel. Simoen betrachtete den Dolch und ihre Augen weiteten sich. Sie konnte die Macht innerhalb des Bannkreises spüren und die Mächtigen Seelen, die in dem Dolch gefangen waren. Schließlich manifestierte sich die Luft immer mehr. Die Macht wurde stärker und stärker. Es entstand ein Sog, dessen Unendlichkeit weit hinaus über die Kellerdecke ging.
Die Erde fing an zu Beben und die Luft innerhalb des Bannkreises entwickelte sich schließlich zu einem Wirbelwind. Die Diener ächzten unter der Anstrengung, doch verharrten sie an ihrem Punkt. Um den Bannspruch weiter zu vervollständigen stachen sie sich mit ihren Dolchen in die Hände um die Kraft ihres Blutes zu vereinen, sodass die Kraft der Seelen nicht aus dem Kreise brechen konnte. Schließlich setzte Simoen den Dolch an, schrie nach ihrem Meister, ihrem Gott, ihrem Dämon - Kra’thor - und Stoß ihn in sich hinein. Sie konnte den Schmerz fühlen. Wie die Klinge langsam in ihr Fleisch schnitt. Zuerst die Haut, dann das Fleisch und letztendlich Teile ihres Darms. Doch sie spürte den Schmerz nicht, sie war wie in Trance. Vielmehr genoss sie ihn und ein lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Doch dann bemerkte sie, wie ihr Blut langsam aus ihrem Körper strömte. Nein, das konnte nicht sein! Sie wusste, dass Kra’thor ihr Macht versprach – genügend Macht um ihm diese Seelen zu schicken. Trotz alle dem Sog der Dolch an ihre Seele. Er wollte sie in sich aufnehmen. Sie versuchte mit aller Macht ihre Kräfte zu sammeln. Doch strömte ihre ganze Kraft in den Dolch umso mehr sie sich anstrengte.
Am Ende war das Nichts. Die Diener bemerkten den schlaffen Körper im Kreis, doch konnten sie nichts machen als auszuharren. Simoen war tot, das waren sie sich gewiss.
Doch dann spannte sich ihr Körper an. Als hätte sie eine neue Machtquelle aus der sie ziehen konnte. Ein lauter Aufschrei ist zu vernehmen. Simoen lehnte sich nach hinten und blickte an die Decke des Kellers. Am Ende siegte sie doch. Sie sog die Seelen in sich auf und sammelte sie in sich. Doch versuchten sie sich von ihr zu lösen. Nicht nur das, sie durchbrachen die Barrieren ihres Körpers und versuchten durch den Bannkreis zu gelangen. Einer nach dem anderen. Die Diener ächzten und stöhnten. Ihre Kräfte waren fast am Ende, doch sie harrten weiter aus. Schließlich konnte Simoen die Seelen wieder in sich aufnehmen. Sie sammelte sie und schickte sie zu Kra’thor. Ein Heller Lichtstrahl schoss durch die Kellerdecke und direkt in den Himmel. Es war getan.
Am Ende zerbrach der Dolch in mehrere Teile worauf der Sog innerhalb des Bannkreises aufhörte. Doch wusste Simoen, dass sich etwas verändert hat. Sie hat sich verändert. Noch weiß sie nicht, was es für sie in der Zukunft bedeuten wird.
Aus riesigen Wassermassen
entstanden zwei Meere,
die gegeneinander schlugen,
wo die Gischt zu Wolken wurde.
Wir benannten sie,
die zwei kämpfenden Krieger,
Zwillinge der Stärke,
Konkurrenten der Macht.
Ihre Namen sagten alles,
zeigten ihren Wert.
Die Welt wäre unvollkommen,
sie wäre wertlos ohne.
Die Zwillinge der Gefühle,
die Liebe und ihr Bruder, der Hass.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:18
von Gast
Leben und Leiden für den Raben [21.11.2009]
Lieber Leser jener Worte. Dies hier sind die Schriften von Simoen De Vyr. Gedanken, Gefühle, Dinge die mir durch den Kopf gehen. Solltest du jemals dazu kommen dies zu lesen, dann bin ich entweder schon lange Tod oder ich habe sie dir gegeben, weil ich der Meinung war, dass ich dir, lieber Leser, vollstens Vertraue.
Ursprünglich stamme ich aus Lameriast. Mein Vater hat dort ein schönes Haus gehabt und lebte mit meiner Mutter und meinem ach so geliebten Bruder dort. Das Leben als junges Mädchen war für mich eine Qual. Meines Vaters Erzieherischen Methoden waren im wahrsten Sinne Grenzwertig und da ich eine unwillige Schülerin war, wurde ich oft eingesperrt oder gezüchtigt. Während meine Mutter ihre Augen verschloss und bevorzugte es lieber ihre Gefühle mir gegenüber zu verschließen.
Ward ich ein ungewolltes Übel, so ward die Einstellung meiner Eltern gegenüber meinem Bruder eine vollkommen andere. So bekam er alles was er wollte und wurde von meinen Eltern geliebt wie kein anderer Mensch auf der Welt. Immerhin soll er irgendwann das Haus erben und die Familientradition weiterführen. Ward dies noch nicht einmal alles, zeigte er reges Interesse mich immer wieder in ein schlechtes Licht zu rücken und den Zorn meiner Eltern auf mich zu ziehen. Als sich in ihm das Interesse für Frauen weckte, nutze er einmal die Gelegenheit, als meine Eltern aus dem Hause waren und tat mir ein Leid an. Die Wut in mir wurde so groß, dass ich in meinem vollkommeneren Kalkül dazu nutzte und eines Abends meine Eltern ermordete und meinen Bruder eine Stunde langer Folter aussetzte, ehe ich am Ende das Haus verbrannte und von der Insel flüchtete. Dabei wurde ich mehr und mehr zu einem Tier, dass sich nur nach dem Überleben sehnte und so tötete Ich Menschen um an ihr Geld zu kommen, bis ich eines Tages eine Frau kennen lernte die mein ganzes Leben änderte: Wijay Loreen. Sie wurde meine Meisterin und letztendlich erlangte ich die Güte meiner Herren. Ich wurde zu einer jener Diener, die von allen gehasst wurde und höchstens nur im Geheimen angebetet wurde, erhoffte man sich die Wiederkehr eines geliebten Menschen, der durch einen gewaltsamen Tod aus dem Leben geschieden wurde.
Die Jahre vergingen seitdem. Simoens erste Liebe war ein einfacher Krieger namens Zhertos. Seine sadistischen Neigungen faszinierten mich. Auch wenn ich öfters versucht habe mich von ihm loszureißen, gelang es mir nicht. Es war fast so, als hätte er einen Zauber gesprochen. Blickte ich ihm in die Augen oder hörte ich seine Stimme, konnte ich mich nicht von ihm losreißen. Von einer Furie, einem Monster wurde ich wie ein Wolf in einem Schafspelz und ich musste ihm gehorchen. Irgendwann verlor er das Interesse in mich und so konnte ich meinem Meister weiter dienen.
Wijay, meine ach so großartige Meisterin wurde Größenwahnsinnig. Die Menschen wussten um ihrer Identität und so dauerte es natürlich nicht lange, bis sie von einem jener Hellen Recken getötet wurde. Der Fluch, der auf mir lastete wurde gelöst und ich konnte das erste Mal alleine Handeln und Denken. Ich nutzte natürlich jene Situation und baute mir meine Existenz in Rahal auf – ich wurde eine einfache Bürgerin und am Ende sogar eine Dienerin einer Adeligen namens Sephira von Tecklenstein. Sie sollte mir helfen, mich in der Stadt einzuschleichen, das intrigieren zu erlernen und somit meinem Meister zu Dienen. Doch irgendwann verlor sich die Spur meiner Herrin und sie verschwand plötzlich von der Bildfläche. Somit hat sich mein Plan nicht so ergeben, wie ich es erhofft habe.
Kurz darauf ist mein Meister in einem Traum erschienen. Er wollte einen bestimmten Dolch haben – einen so genannten Seelendolch. Das ist ein Relikt aus alter Zeit. Ein Gegenstand womit Diener die Seelen von besonderen Persönlichkeiten einsperren konnten um jene Macht dazu zu nutzen besondere Rituale zu vollbringen. Es war eine harte Arbeit gewesen danach zu suchen, doch fand ich ihn. Es waren an die 10 Seelen darin gefangen und so gefährlich, dass ich meine Schwestern und Brüder hinzu ziehen musste. Kra’thor verlangte von mir, dass ich mich für ihn opferte. Mein Körper musste alle 10 Seelen aufnehmen um als Gefäß zu dienen und ihnen den Weg zu meinen Herren zu schicken, während meine Schwestern und Brüder einen Bannkreis aufbringen mussten damit die Seelen nicht entkommen konnten. Ich muss gestehen, das sich einen Moment zweifelte – werde ich nun sterben oder nicht? Aber es hat geglückt. Nicht nur, dass ich seinen Wunsch erfüllte – er gab mir noch mehr Macht und so wurde ich eine Meisterin der Diener unseres Herren Kra’thor. Und doch musste ich einen hohen Preis dafür bezahlen. Ich bin mir sicher, dass ich gestorben bin und mein Körper nicht mehr diese Wärme verbreitet wie ich es gewohnt war. Aber immerhin hat es mich einen großen Schritt weiter gebracht. Zu meinem Ziel.
Und doch verlor ich den Weg, mein Weg. Ich lernte eine Frau in Rahal kennen – eine Heilerin namens Eliza. Sie hat mir direkt mein Kopf so sehr verdreht, dass ich mein Ziel verlor. Ich wollte nur noch bei ihr sein und mit ihr glücklich sein. Ich war Mitglied einer Untergrund Organisation innerhalb Rahals – sie nennen sich die Vogelfreyen und sind ein Haufen von Räubern, Dieben, Halsabschneidern und einer Brut von Menschen denen man nicht trauen durfte. Ich habe gehofft, dass ich vielleicht über Kimroth, ihren Anführer, die Vogelfreyen so lenken konnte wie ich es mir erhoffte. Für eine gewisse Zeit war ich auch erfolgreich. Doch währte dies nicht lange. Erstens war jener Haufen so unorganisiert, dass man nie wusste, was jeder einzelne machte und zweitens war das weiter Eliza. Schließlich verließ ich die Gilde und widmete mich nur noch dem Leben mit ihr. Sie wurde sogar eine große Persönlichkeit – eine Bürgermeisterin des Ortes. Doch die Intrigen waren so weit, dass sie plötzlich von der Bildfläche verschwinden musste und mich einfach alleine zurück lies.
Habe ich bereits schon von Anveena geschrieben? Sicherlich habe ich sie schon einmal erwähnt. Sie hatte die gleiche Meisterin wie ich – doch anstatt uns gegenseitig zu unterstützen haben wir uns nur noch gehasst. Sie brachte mich wegen der Liebe zu Eliza schon so weit, dass ich meiner Schwester gegenüber handgreiflich werden musste. Das war natürlich ein großer Fehler. Aber zu diesem Zeitpunkt viel mir nichts anderes ein. Als dann Eliza weg war, fiel ich in ein tiefes Loch. Ein Loch ohne Leben, doch fand ich durch den Glauben an meinen Meister den richtigen Weg und erkannte wieder mein Ziel.
*ab hier kann man nur kurze zusammenhaltlose Textpassagen lesen, die offensichtlich verschiedenen Datums sind*
Für die Gute Arbeit meines Herren gegenüber, hat er mir ein Kleid geschenkt. Ein besonderes Kleid aus Blut – aber leider habe ich die verborgenen Kräfte nicht erkennen können. Ich muss wohl weitere Tests machen.
Anveena, dieses Dumme Mädchen hat sich ebenfalls ein Mädchen angelächelt. Doch diese hat sie betrogen und daraufhin hat sie vor aller Augen Selbstmord gemacht, als sie sich mit Robe zeigte. Ich habe alles Mögliche versucht. Doch wurde sie am Ende danieder gestreckt. Ich habe sie zwar gehasst, aber nun fühle ich mich ganz von der Welt alleine gelassen. Kra’thor sei Dank konnte ich noch in der letzten Sekunde ihre Seele retten und ein teil ihrer Asche mitnehmen.
Heute ist es soweit! Ich bin ganz aufgeregt! Ich habe meine Schwestern und Brüder dazu überreden können mit mir zusammen Anveena wieder auf zu erwecken. Es wird ein anstrengendes Ritual und ist schwer zu bewältigen. Ich hoffe auf Kra’thors Gnade. Es ist vollbracht. Anveena lebt wieder und ich hoffe für sie, dass sie nicht noch einmal solch einen Fehler machen wird. Für das Ritual musste ich sehr viel Blut und Lebensenergie bezahlen. Aber ich bin erfreut, dass es geklappt hat. Immerhin kann ich, wenn ich das Bedürfnis habe sie dazu zwingen Dinge zu tun, die für mich von Vorteil sein können. Immerhin besteht sie nun aus meinem Körper.
Das Ritual hat so viel Kraft gekostet, dass meine Roten Haare nun in einem strahlenden Weiß strahlen. Alexia. Eine weitere Frau in meinem Leben? Ich weiß es nicht… trotz meiner Ziele und meinem Weg, den ich verfolge sehne ich mich nach Zweisamkeit. Es ist so einsam hier und umso länger ich bei ihr bin, kann ich schwerer von ihr loslassen. Ich hoffe, ich kann meine Gefühle genügend Kontrollieren. Ich darf und will meinem Gott nicht abspenstig werden. Die Zeit wird sich zeigen, wie sich alles weiter entwickeln wird.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:19
von Gast
Verrat!
[09.12.2009]
Verrat! Was für ein schreckliches Wort und doch ist es wieder passiert. Anveena. Warum hast du das gemacht? Warum nur? Ich verstehe deine Hintergründe nicht, ich verstehe nicht wieso du überhaupt an solche Dinge denkst und so handeln musst, wie du eben gehandelt hast. Woher dieser Hass gegenüber jenen Menschen die nur ein wenig Freude suchen? Ein wenig dessen, was man so schwer in dieser Welt des Dunklen so findet?
Du musst bluten. Ich kann es nicht mehr ertragen. Immer und immer wieder versucht du es und obwohl ich dir das gegeben habe, was kaum ein anderer Mensch für einen Menschen geben konnte – Das Leben!
Dieses doch so grauenhafte etwas was jeder Mensch so sehr an sich festkrallt als wäre es das wertvollste auf der Welt.
Du kamst in mein Haus, das Haus das mir Schutz bieten soll, ich war nicht da, doch meine Geliebte, meine Liebe über alles nahm dich in Empfang. Ein Holzfäller, ich kenne ihn nicht und er ist mir sonderlich egal, war auch da.
Warum, Anveena, warum hast du es wieder getan? Du hast die Macht genutzt die unserer Herr und Meister – unser Gott – uns gegeben hat und manipuliertest die Gedanken jenes Menschen dem ich alles zutraute, dem ich meinen Vertrauen schenkte und mich an ihrer Stärke, ihrer Zuneigung erfreute.
Diese Bilder, dieser Verrat, dieser Schmach. Dieses perverse berührt der Körper beider Menschen. Wie sie sich küssten, wie sie sich vergnügten. Ich habe es gesehen! Ich wollte es nicht glauben, doch meine Geliebte gestand mir alles, alles an dem sie sich erinnern konnte und so nutze ich meine Macht um mich zu vergewissern und ich sah, ich sah dich, wie du dabei ständest und mit Genugtuung deinem Voyeurismus nachgingst und ich sah sie und ihn, wie sich die beiden der elenden Sünde der fleischlichen Lust nachgingen. Und ich sah wie sie dazu gezwungen wurde mich zu betrügen. Hast du gehofft, dass ich mich dann von ihr abwenden werde? Damit ich anfange meinen Weg des Todes weiter zu führen, meine Hände in Blut zu legen und mich an den Seelen der gefallenen Labe?
Ich hege nicht Wunsch dir diese Freude zu machen. Bluten musst du, und das bin ich mir sicher. Ich will nicht mehr wegsehen. Ich werde dir Qualen bereiten, unmenschlichen Schmerz, dass du dir wünschen würdest wieder Tod zu sein. Ich Liebe dich wie meine Schwester und nun wirst du meine Liebe in vollsten Zügen genießen dürfen
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:19
von Gast
Liebesbrief
[URL=http://www.directupload.net][img]http://s14.directupload.net/images/141031/57iafidv.jpg[/img][/URL]
Mein Blümchen,
Am Mittwoch hatt' ich die erste heitere Stunde nach unserer Trennung, ich musste an dich Denken, die Gedanken an dich drückte ich an mein Herz und dich selbst im Geiste mit. Mir war so wohl und weh; ich hätte weinen können und war doch nicht unglücklich.
Es waren just acht Tage seit unsrer Trennung. Ich fühlte das bis ins Innerste. Mir ist nun so ganz anders. Keine neue Szenen, keine Geschäfte zerstreuen mich mehr, was mich täuschte, täuscht mich nicht mehr, ich habe keinen Gedanken, keinen Wunsch, keine Empfindung als die du weißt und die gewiss keine Täuschung sind.
Ja, ich fühle es, dass du durch mich glücklich warst, wie du es innig gefühlt haben musst, dass ich's durch dich war. Wieviel hatt' ich dir noch zu sagen und hab' es nicht gesagt und würd' es nicht gesagt haben, wenn wir so viele Monate als Tage beieinander gewesen wären. Es ist ein Traum, so ist alles hingeschwunden - aber ein süßer, dessen Bild aus dem Gedächtnis nicht vertilgt werden kann. Auch in dir ist die milde Sanftheit, die ich in mir so fühle? Auch der Hang zur Träne, die nicht schmerzt?
..Ja, Beste, meine Kälte ist hin, ist geschmolzen vor der reinsten, zartesten Empfindung der Liebe, und ich bin sicher, dass sie ein Herz nicht wieder beschleichen wird, das, ich darf es sagen, für sie doch zu gut ist. Heftig stürmend, Leidenschaft wird diese Empfindung nie werden, aber ich fühle auch mit überzeugender Gewissheit, dass sie ewig bleiben wird, was sie ist, und dass kein andrer ähnlich in mein Herz kommen kann. Was mich kalt, zurückhaltend gegen deine unzurückgehaltene Zärtlichkeit machte, weißt du nun. Ich hatte unrecht -verzeih! Ich kannte dich, kannte mich nicht. Ich Tor konnte früher glücklich sein und haschte bunten Seifenblasen nach, die zerplatzten, in dem ich sie erhascht zu haben glaubte…
So werde ich weiter diese Gedanken, dich, fest in meinem Herze verschließen und freue mich auf unseren nächsten Abend.
Deine
Simoen De Vyr
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:19
von Gast
Unter Auserwählten [25.03.2008]
Tage später hatte Simoen die Ereignisse mit dem Mädchen schon wieder fast vergessen. Sie war damit beschäftigt, sich in ihre Rolle als Adele einzuleben, die ihr, das musste sie sich eingestehen, mehr und mehr Vergnügen bereitete. Das blonde Naivchen, das „unbeabsichtigt“ Misstrauen und Unfrieden säte war eine wunderbare Abwechslung. Zu jedem Schauspiel gehörte eben auch ein gewisses Talent. Zu denken wie eine Adele und zu handeln wie eine Adele war eine interessante Fallstudie. Simoen war sie ja oft genug. Und da kam sie gerade wieder nach Bajard hereingetappt. Das kleine Mädchen, das ihr zumindest für einen Abend Kopfzerbrechen bereitet hatte. Und da erinnerte sie sich auch schon wieder an das Experiment. Gut – würde es also Zeit, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Es würde vermutlich ein interessanter Abend werden. Mit gesenktem Haupt saß das kleine Elend auf der Bank und spielte mit den zierlichen Fingerchen. Ein dezentes Räuspern und ein „Nanu“ lenkten ihre Aufmerksamkeit jedoch auf Simoen. Der erste Schritt war getan. „Den Göttern zum Gruße“ ertönte eine dünne helle Stimme scheu. Doch der Ausdruck in den großen blauen Augen des Mädchens spiegelte Erkennen wieder. Unverblümt ließ Simoen sich zu rechten des Mädchens auf der Bank nieder.
Gerade wollte sie, sie blickte nach links, ansetzen das Mädchen in ein Gespräch zu verwickeln, da erblickte sie ein Wesen mit blauer Haut im fahlen Licht der Laternen. Es war eine Lethra – ein Spitz Ohr, eine Blau Haut, wie man sie hierzulande gerne nannte. Und vor allem all des Übels schien ihr Interesse auf die beiden gelenkt zu sein. Und deren Aufmerksamkeit fiel genau auf die beiden Frauen. Ihre Nachbarin blickte ebenfalls zur Seite, doch sie bekam sichtlich Angst vor dem Wesen.
Es kam auf die beiden Frauen zu. Irgendwas wollte dieses Wesen, aus einem Volk von Fanatikern, dummen eingebildeten arroganten Elfenfehlzüchtungen. Entsetzlich, dass sie sich mit so etwas dann auch noch unterhalten musste. Als es bei den Beiden anhielt, die Arme verschränkte und sich ihnen gegenüber aufgestellt hatte war es eindeutig. Dieses Übel musste irgendwie beseitigt werden. In dem Fall zumindest abgeschoben. „Zum Gruße.“ Simoen/Adele setzte ihre typische Naivität zu Tage. Gerade deswegen hat sie diese außerordentlich geniale Verkleidung ausgesucht um von solcher Brut in Ruhe gelassen zu werden. Sogleich fing sie an das Wesen anzulächeln um ihrer Verkleidung gerecht zu werden. „Den... den Göttern zum Gruße.“ Es war mehr ein echo ihrer Sitznachbarin. Ohne dass sich das Ding wirklich großartig Zeit ließ fragte es unverblümt. „Kommt ihr aus diesem Dorf?“ Das Mädchen verneinte. „Kann man so nicht sagen.“ Der naive Ausdruck in Simoens/Adeles Stimme sollte glaubhaft genug sein. Woher sie wirklich kam sollte sie ja auch besser nicht Kund tun. „Wisst Ihr etwas über das Volk der Anguren?“ – Eine dümmere Frage konnte man Simoen nicht stellen. Sie wusste, sie waren groß, sie waren dumm, sie stanken und sprachen einen widerlichen Akzent der Gemeinsprache. Und so erkannte sie die Lethra. Schon einmal wurde sie von dieser dummen Frage konfrontiert. Doch das letzte Mal war es in einer anderen Verkleidung als arme Blinde. „Sie sollen vor der verfluchten Stadt Varuna ein Lager aufgebaut haben.“ – Wie interessant! Als würde das von Belang sein. Dieses blaue „Ding“ sollte damit doch bitteschön jemand anderen belästigen. „Ihr meint, diese Riesen gibt es wirklich?“ – Vielleicht konnte Simoen/Adele damit dieses Wesen vertreiben – gespielte Dummheit. Sie wollte ja eigentlich nur in Ruhe mit ihrer Nachbarin Konversation führen. Doch nicht einmal das hat funktioniert.
„Habt ihr sie gesehen oder nicht?“ – Was für eine dumme Frage war das denn? Glaubte sie denn tatsächlich, die beiden wüssten mehr als sie zugaben? Auf Simoen mochte das ja zutreffen, aber das auch nur so weit wie sie es gesehen hatte, und das war bei Weitem nicht gerade viel.
„Ich habe dort keine gesehen.“ – Das Mädchen war auch noch so dumm und gab zu dass sie mit Varuna wenigstens was zu schaffen hatte. Das konnte böse enden. Aber sie wusste wohl einfach nicht, WAS diese Dinger eigentlich waren. Was darauf folgte war ein Schlagabtausch der eigentlich gar keiner war. Das Mädchen hatte Angst und zitterte immer mehr während die Lethra mit Beleidigungen um sich warf, wie dumm die beiden doch eigentlich waren. Dazu kam dann auch noch die leidige Tatsache, dass das Mädchen plötzlich behauptete, es würde Tag. Sie blinzelte mehrere Male. Simoen konnte sich natürlich denken was es war. Natürlich konnte sie es nicht zeigen, doch befahl sie sich Vorsichtig zu sein. „Es soll schweigen.“ – Diese beispiellose Arroganz dieses blauhäutigen Etwas war nun wirklich schon fast belustigend.
Das Zittern ihrer Nachbarin wurde schon krampfhaft. Beinahe begann sich Simoen so etwas wie Sorgen zu machen. Als ihr ein Geräusch auffiel das aus Richtung der Blau Haut kam. Es – regnete? Nun, sofern man in der Nacht etwas sehen konnte. Simoen schärfte ihre Augen und bemerkte dass der Regen aus schweren roten Tropfen bestand, welche auf die Blau Haut tropfen. Er nahm kurz zu – und endete wieder. Die Lethra kostete davon! Simoen konnte sich ohne viel Fantasie vorstellen woraus die roten Sprenkel bestanden. Es war ja irgendwo klar.
Um des Richters Willen, sie sollte das jetzt nicht versauen. Gerade wo Simoen/Adele dabei war einen Schlagabtausch mit diesem Ding zu provozieren. Es war ihr nun klar. Dieses Mädchen „musste“ etwas mit dem Richter zu tun haben. Doch kann sie anscheinend ihre Macht nicht richtig leiten. So blickte sie auf das windendende Mädchen. Sie musste mit diesem Spuck aufhören, sonst könnte die Lethra Verdacht schöpfen! Etwas Schmerz müsste das Mädchen wieder zu sich bringen sollen.. Die Lethra war vermutlich noch zu überrascht um wirklich darauf zu reagieren. Das Zittern ihrer Nachbarin ließ langsam nach – dennoch versuchte Simoen es. Doch was danach passierte kam nun wirklich überraschend. Ein leises Auffiepsen der Frau, dann richtete sie sich gerade auf. Etwas durchfuhr das Mädchen. Als wäre es Blut; durchzog fließend rote Farbe ihr Haar und färbte es schon beinahe unnatürlich kräftig. Sie kniff die Augen zusammen, und als sich jene öffneten waren sie nicht mehr blau – sie waren grün.
Simoen sprang auf!
Selbst die Blau Haut machte einen Schritt zurück. War es Erschrecken oder Überraschung? Simoen war das in dem Moment egal, sie hatte nur das Gefühl, den schlafenden Riesen geweckt zu haben – gepaart mit purer Verwirrung. Das Mädchen sprang auf. Ihr Gesichtsausdruck war eine Grimasse aus Wut und – Trauer? Erinnerte dieses Gesicht nicht an etwas? Es war nun egal - das naive Gesicht war einer völlig anderen Maske gewichen, Und es – oder vielmehr sie – stürmte auf sie zu.
Sie bleckte die Zähne – entsetzlich welche Kraft man doch aufwenden kann wenn man zornig ist. Und dann sprach das Mädchen auch noch. Es war dieselbe Stimme, aber härter – deutlicher – voller Überzeugung. „DU BIST ES NICHT!“ – Was konnte sie damit denn nur meinen?
Ihr Kopf stürmte voran auf Simoens Hals zu – das konnte doch nicht wahr sein. Wollte sie... „Jaaaa, lass deinem Zorn freien Lauf. Der Vater sieht das mit Wohlwollen.“ – Auch das noch, dieses Etwas wagte es sich noch einzumischen. Aber Simoen hatte keine Zeit darauf zu reagieren. Sie musste nun schnell handeln. Geistigen Kontakt herzustellen in solch einer prekären Situation war äußerst schwierig. Sie musste kurz ihren Schleier aufgeben – und die Tätowierung enthüllen, die ihre Stirn und ihre Hand zierte. Während die Blau Haut weiterhin auf die Furie einredete, die unerbittlich darauf erpicht war, Simoens Hals zu erreichen.
Und endlich gelang ihr eine kurze Berührung um geistigen Kontakt zu bekommen – so wie sie es von ihrer einstigen Mentorin, der Richter habe sie selig, erlernt hatte. Doch was sie vor ihrem geistigen Auge sah war bei Weitem noch verwirrender. Ein riesiger Hof aus schwarzem Stein. Der Stein war glatt und glänzend. Im Abstand von vielleicht fünfzig fuß ragten an mehreren Eckpunkten dunkle Obelisken in die schwarze Nacht, nur spärlich beleuchtet von etwas, das sich im Zentrum des Hofes befand.
Eine Flamme schwebte in der Luft – sie war kalt, sie strahlte Kälte aus – und sie war silbrig. Und nichts anderes sah Simoen. Ein ungemeiner stechender Schmerz durchzuckte Simoen. Woher kam diese ungeheure Macht? Sie ließ einen lauten schrei von sich und war wieder in Bajard. Simoens Kraft ließ für einen Moment nach und sie spürte einen bösartig stechenden Schmerz am Hals als zwei Zahnreihen sich in ihr Fleisch bohrten. Sie fühlte, wie ein einziger Schwall ihres Lebenssaftes herausfloss. Sie hat meine Halsschlagader erwischt durchfuhr es Simoen – leider zu spät. Die „Furie“ ließ ab von Simoens Hals. Blut quoll jener aus dem Mund. Das ganze Blut verteilte sich immer mehr auf dem Boden. Schnell versuchte sie die Hand auf die Wunde zu legen. Sie musste sie so schnell wie möglich schließen sonst steht sie bereits vor Kra’thor bevor sie überhaupt ihrer Aufgabe gerecht wurde. Und während das in Rage geratene Mädchen scheinbar gleichgültig an der Lethra vorbeischritt, die Worte „Und nun bring es zu Ende“ gänzlich ignorierte knickte Simoen ein. Ihr schwanden die Sinne, und vor ihren Augen wurde es für einen kurzen Moment schwarz. Als sie sie kurz darauf wieder öffnete war die Wunde wieder geschlossen, doch was für ein Schatten tanzte vor ihren Augen? Es war die Lethra die ihren Körper über sie gebeugt hatte. Langsam senkte diese die Hand und wollte Simoens Hals berühren. Mehr als Reaktion als innerlicher Wille schnellte ihre Hand vor und hielt die Lethra auf. Sogleich versuchte sie sich zu erheben. Wo war dieses Mädchen hin? Wenn sie noch mehr dieser unsagbaren dummen Dinge macht muss Simoen sie aufhalten auch wenn es leider der Tod des Mädchens sein würde. Die Lethra machte sogleich einen Schritt zurück und lies Simoen zwar gewähren, doch fixierte sie sie stark mit ihren Augen.
Simoen durfte keine Schwäche zeigen. Nicht vor diesem Wesen. Nicht nachdem sie diesen einen Fehler gemacht hatte mit diesem Mädchen. Diese Lethra erzählte davon, dass sie Feig wäre und dass Simoen es nicht weiter verdiene weiter zu leben. Allein durch die Körperhaltung der Lethra konnte sie erkennen, dass sie nicht scherzte. Noch dazu fing die Stelle an der sie die Lethra berührt hatte an stark zu kribbeln, dass dann noch dazu anfing in ein starker jucken überzugehen. Hat sie sie denn nach all dem Ärger vergiftet? Es war egal. Zur Not kann sie auch ihren Arm ausreißen.
So ging der Disput zwischen den beiden weiter. Hat Simoen zu viel von Kra’thor erzählt? Sie hofft es nicht. Am Ende ließ sie die Lethra einfach stehen. Sie hatte keine Zeit für sie. Simoen musste dieses Mädchen finden. Sie wusste, dass sie sich nicht mehr als Adele ausgeben konnte. Sogleich suchte sie sich eine geeignete Stelle und verwandelte sich in ihre wahre Identität. Des Versteckspielens wurde sie Müde noch dazu will sie nicht wissen wie das Mädchen reagieren würde, wenn sie „Adele“ blutüberströmt vorfindet. Kaum war sie Simoen vor Bajard, fand sie auch schon 2 Tiefländer neben dem Mädchen stehen.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:20
von Gast
Meistertreffen
[07.02.2010]
Ruhe – entsetzliche Ruhe - So könnte man den jetzigen gesamt Zustand von Simoen erklären. Es ist das erste Mal seit all den Jahren, dass sie sich wirklich zu Ruhe gesetzt hat und in einem eigenen Haus wohnt. Doch dieses Mal ist Anveena wieder aus dem Haus ohne irgendetwas zu Sagen. Diese Warterei erweckt in Simoen eine Art von Missgunst Anveena gegenüber.
Dann noch diese Art und Weise wie Anveena auf den Abschied von Linnet reagiert. Anscheinend liebt sie sie immer noch und kann sie einfach nicht loslassen. Das erweckt in Simoen das Gefühl einfache 2. Ware zu sein und das missfällt ihr ungemein. Jetzt ist sie schon so weit gekommen, ihr Ziel ist gar nicht allzu weit in der Ferne und doch scheinen die Menschen nicht so zu reagieren wie sie es sich eigentlich erwünscht hatte. All die Toten Menschen die sie für IHN getötet und geopfert hat. Natürlich waren sie eher eine egoistische Geste, denn wie erlangt man ungemeine, gar wundervolle Schönheit? Es ist kein Prozess der einfach so von statten geht sondern man muss die Dunkle Magie von Kra’thor nutzbar machen um die Lebensessenz der Menschen, das was sie am Leben erhält und ein Zeichen von purer Lebendigkeit herausreißen und seine Wünsche in Erfüllung gehen zu sehen. Allein hier wird nur von Blut geredet. Eine Bedeutung für Bewegung und dadurch ein Zeichen für das Leben in einem Menschen.
„Bereits kurz nachdem ich mich das erste Mal im Blute meiner erlegten Feinde suhlte und meinen erotischsten Fantasien nachging, folgte eine Veränderung in meinem Körper. Ich fühlte mich frisch, wie ein neugeborenes aus dem Leibe meiner Mutter. Meine Haut straffte sich und alle Dunklen Gedanken, all jene die im Laufe meines Lebens meinen Körper prägten verschwanden einfach so. Ich wurde eine Glorie unter der Menschheit. Eine Vollendung jener Schönheit. Und doch hatte alles seine Kehrseite. Ich brauchte immer mehr Blut um diesen Zustand aufrecht zu erhalten. Sollte ich irgendwann in diesem Zustand gelangen, dass ich nicht genügend Blut innehalte, dann wird erst die Bestie, die in meinem Geiste gefangen gehalten wird frei und kurz darauf zerfällt meine Glorie in absolute Hässlichkeit, einem Zombie könnte man dies gleichsetzen.“
Simoen taucht ihren Körper in die Wanne und die Flüssigkeit benetzt ihren Blasse Teint. Weitere 2 Körper wurden dieses Mal benötigt um ihren Hunger zu stillen. Sie nimmt den meisterlich geschmiedeten Kristallenen Becher und taucht ihn in die Flüssigkeit, ehe sie ihn an ihr Mund führt, sie kann sich kaum noch zurück halten und so trinkt sie den Inhalt, wie an einem Höhepunkt ihrer Extasse. Noch einmal fährt sie mit der Zunge über ihre Lippen um auch den letzten Rest der Flüssigkeit in sich aufzunehmen und lehnt sich gänzlich zurück und lässt sich die letzten Stunden ihres Abends genießen um ihren Geist zu stärken und ihre Vergangenheit noch einmal zu reflektieren zu können. Anveena wird sich kaum trauen in den Keller zu gehen…
„Simoen…“. Simoen schreckt auf, als sie die sanfte Stimme hört, die nach ihren Namen ruft. Ihre Dunklen Augen reißen weit auf und sie verschluckt sich an der Flüssigkeit, die ihre Badewanne füllt. Ein stechender Schmerz durchzuckt ihre Lunge und sie muss erst einmal husten.
Gerade sitzt neben ihr am Rand des Beckens ein überaus Gutaussehender Mann mittleren Alters, der sie aus seiner Haselnuss braunen Augen ansieht und schmal anlächelt. „Wer…“ haspelt sie, als sie nun endlich genügend Luft eingeatmet hat.
Statt zu antworten legt er seine Finger an ihrem Kinn und beugt sich vor um ihr einen sanften Kuss zu geben… und dann wusste sie auf einmal, wer neben ihr steht und so gibt sie sich ihm hin. Erst als er dann langsam absetzt haucht sie sanft…:“Aber… Meister. Das kann nicht wahr sein… das muss ein Traum sein.“ „Shht“, entfährt es ihm sanft und er legt ihr einen Finger auf ihren Mund. Mit einem einzigen lächeln zerfließt ihre ganze Mauer und sie will sich ihm gänzlich hingeben… so etwas will auch er und dann taucht er mit den Kleidern in die Wanne und berührt ihren ganzen Körper, während er seine Kleider vom Leib reißt und in ihr eindringt.
Nachdem sie sich hingegeben haben, schmiegen sich die verschwitzten Körper aneinander, die noch mehr von der Wärme der Wanne erhitzt werden. Erst jetzt spricht er leise in ihr Ohr: „ Simoen, ich bin gekommen um dir eine Aufgabe zu geben, die für mich von großer Bedeutung sein wird. Zweifle nicht und auch wenn du nicht verstehen wirst, was ich von dir verlangen werde, wirst du trotzdem eine wichtige Rolle spielen…“
Als er ihr alles erzählt hat, stellt er sich aufrecht in der Wanne auf und plötzlich scheint sich seine Gestalt zu verändern... als würde der Tod höchstpersönlich vor ihr stehen, fängt er an zu lachen und seine Stimme wird von den Wänden des Verlieses widergehallt und kommt plötzlich mit tausendfacher stärke wieder zurück. Simoen durchfährt ein starker Schmerz, sie muss ihre Ohren zu halten, Blut dringt plötzlich aus allen Öffnungen ihres Kopfes und auch sie schreit…
Simoen öffnet ihre Augen. Es ist still. Zu still. Hat sie das alles etwa nur geträumt? Oder hat sie es wirklich erlebt? Ihre Wangen sind so voller Scham errötet. Sie muss sich das noch einmal durch den Kopf geben lassen und steigt deswegen aus ihrer Wanne um sich wieder anzuziehen. Soll sie mit Anveena darüber reden? Aber was soll ihr Anveena erzählen? Bestimmt war es nur ein Hirngespinst, denn Kra’thor ist ihr bisher noch nie in solch einer Gestalt, geschweige denn so intim mit ihr umgegangen. Und doch wirkte alles so echt…
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:23
von Gast
Intermezzo: Uraltes Gebetsritual zu Kra'thor
Ich bin die Finsternis, die in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht im Licht bleibt.
Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber:
Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.
Denn die Diener Kra’thors sind gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.
Bei allem, was du tust, denk an das Ende, so wirst du niemals sündigen.
Wer siegt, wird ebenso mit schwarzen Gewändern bekleidet werden. Nie werde ich seinen Namen aus dem Buch des Todes streichen, sondern ich werde mich vor meinem Herrn und Meister bekennen.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:24
von Gast
Licht und Dunkelheit
[28.04.2014]
[URL=http://www.directupload.net][img]http://s14.directupload.net/images/141031/gt8kfxyp.jpg[/img][/URL]
Es war eine dieser dunklen Nächte, an denen der Mond so groß erscheint, als würde er gleich die Erde küssen wollen. Nichts deutete daraufhin was noch an diesem unscheinbaren Abend passieren würde. Es war eines dieser alten Wohnungen in einen der unzähligen Straßen von Rahal. Die Zimmer waren sehr hoch und die alten Fenster wirkten auf den ersten Blick so zerbrechlich, dass allein ein kleiner Windstoß sie zerbrechen könnte. Einige halb abgebrannte Kerzen erhellten eines dieser Zimmer und hüllten durch ihren orangen Schein die wenigen Möbel in eine sanfte romantische Atmosphäre. Auf dem Boden lagen mehrere Kissen verstreut und genau dort lag Simoen. Ein Leinentuch bedeckte ihren nackten Körper nur bis zur Hälfte und selbst ihre sonst so adrett gehaltenen Feuerroten Haare lagen wild ausgebreitet auf dem Boden. Sie spürte auf einmal die Veränderung. Ihre niederen tierischen Instinkte weckten Simoen aus dem Dämmerschlaf und langsam öffnete sie sanft ihre Augen. Die Möbel schienen wie sonst auch zu sein. Da stand direkt bestrahlt unter dem Mond ein Stuhl, sie wusste nicht mehr, wieso sie ihn überhaupt dorthin gestellt hatte. Und die unzähligen Bilder blickten sie gespannt und neugierig an. Einige Jahre während ihrer stürmischen Zeit schien sie einmal so viel Schaffenskraft gehabt zu haben, dass sie mehre Bilder zustande bringen konnte. Seitdem verfolgten sie sie jedes Mal, wenn sie in eine neue Wohnung zog. Doch auf einmal wirkte alles so verschwommen und Simoen musste sich mit Müh und Not aufrichten. Das Denken fiel ihr an diesem Abend auf einmal so schwer als hätte sie den stärksten Drogencocktail zu sich genommen, den sie sich vorstellen konnte. Es ist ja nicht so, dass nach ihrer Meinung die Welt voller guter Menschen bewohnt wird und wenn man einmal sein Leben verrichten muss, dann sollte man schon Spaß haben können. So kam es immer wieder vor, dass Simoen immer wieder neue Formen von Drogen mischte und sie zu sich nahm. Sie konnte einfach nicht nein sagen, auch wenn sie es am heutigen Abend wieder zum tausendsten Mal verfluchte und sich immer wieder gelobte, dass es das letzte Mal sein wird, dass sie so eine Dummheit machen würde. Doch auf einmal schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, dass sie doch an diesem Abend gar keine Drogen genommen hat? Sie musste auf jeden Fall etwas trinken. Doch irgendetwas schien sie davon abzuhalten in die Küche zu gehen. Unentwegt musste sie auf den Stuhl starren. Innerlich wurde sie direkt unruhig, denn irgendetwas stimmte einfach immer noch nicht und ein plötzliches Gefühl von Gefahr wurde ihr gewahr. Als wäre sie in einer Malerei gefangen verschob sich die ganze Welt um sie und wirkten auf einmal unwirklich. Simoen musste daran mit Unbehagen denken in was für einen schlechten Traum sie gerade gefangen war. Selbst die schlimmste Droge, die sie jemals genommen hat, hat ihr bisher diesen Kick gegeben. Auf einmal kam ihr eine Idee, die sie unbedingt durchführen musste. Sie wollte das Fenster auf machen und die frische Luft genießen. Doch scheint etwas tief in ihrem Innern sie anzurufen wollen, sie solle es nicht machen.
Langsam schwankend trat sie Schritt für Schritt auf das große Fenster zu und öffnete es, als sie den sanften Wind auf ihrem Gesicht verspürte schloss sie einen kurzen Moment die Augen und dann wusste sie es. Sie kann fliegen. Simoen muss einfach ihre Arme ausstrecken und auf den Fenstersims steigen.
Auf einmal wirkte alles so klar, sie war die Ruhe selbst gewesen, sie hat einen Entschluss gefasst und niemand konnte sie noch davon abbringen. Langsam steigt sie auf den Fenstersims und spürte die Leichtigkeit die sich in ihrem Körper ausbreitete, dann breitete sie ihre Arme aus und sprang dem leuchtenden Mond entgegen und dann in die Dunkelheit.
Verfasst: Freitag 31. Oktober 2014, 14:25
von Gast
Keinzeit
Die Zeit, sie dreht sich immerzu,
dreht sich fort und findet keine ruh.
Hier und da und jedermann,
allzu schnell ist sie vertan.
Für manchen ist sie zu schnell,
für manche nicht schnell genug,
ist doch nicht immer hell.
Kommt auch oft die Nacht,
und nirgendwo ist ein Licht,
und glaub ja nicht,
dass dir das Leben lacht,
denn der Tod ist einerlei,
vielleicht, muss bald gestorben sein,
denk nur immer daran,
all zu schnell ist die Zeit vertan!
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Verfasst: Mittwoch 12. November 2014, 19:06
von Gast
Die Spinnenkönigin
Die Beine der Arachne schön,
die drehten sich heraus,
sie rissen ihr vom Körper ab,
zu ihrem eig'nen Graus.
Ein fetter Leib, so schleimig schwarz,
der Rumpfe einer Spinn',
der wuchs aus ihr voll Pain hervor,
und raubte ihr die Sinn'.
Der Hinterleib Arachne's schmerzt,
der spritzt nun gelbes Blut,
denn tausend Spinnen kriechen vor,
wie eine schwarze Flut.
Halb Weibe und halb Untier gar,
gestraft für alle Zeit,
muss sie die Fäden selber zieh'n,
aus ihrem eig'nen Leib.
Auszug aus S.cornella’s Spinnenkönigin
Bin ich das? Oder bin ich es nicht? Wer bin ich?
Sie, die gerade diese Fragen gestellt hat blickt sich verwirrt im Raum um. Es ist ein unterirdischer Raum. Kennt sie ihn? Ja, natürlich. Es ist der Gesprächsraum in der Grabkammer. Doch was macht sie hier? Als sie sich langsam abstützen wollte um aufzustehen, durchzuckt ihr ein starker Schmerz und sie fällt wieder auf dem Boden. Erst jetzt bemerkt sie, dass ihre Hand bandagiert ist. Sie muss stark geblutet haben, denn die Bandagen sind kleben stark und das Blut scheint erst jetzt langsam zu trocknen.
Es ist wie eines dieser Situationen, an denen man einen Unfall vor sich sieht und anstatt wegzuschauen starrt man darauf. Vielleicht mag es auch einfach diese unsagbare Dummheit der Menschheit sein, dass sie so viel Neugierde entwickeln um sich tagtäglich immer wieder in brenzlige Situationen hinein zu stolpern. Es ist wie es ist, Simoen „muss“ ihre Hand sehen! Lage für Lage schält sie die Bandagen ab, die sich damit bedanken, dass sie den Boden auch noch mit Blut bekleckern.
Doch wie war die Verwunderung als Simoen ihre Hand anstarrt. Sie schmerzt immer noch, aber sie findet keinerlei Verletzungen! Oder? Umso länger sie darauf starrt scheint es als würde auf ihrer Handfläche eine leichte Wölbung entstehen, die sich langsam unter der Haut bewegt. Ja! Sie bewegt sich langsam in die Mitte ihrer Handfläche!
Auf einmal entstehen immer mehr Wölbungen die dann zu Beulen heranwachsen und platzen. Tausende kleine Spinnen krabbeln aus ihrer Hand hervor. Simoen schreit, doch die Spinnen krabbeln in ihren Mund und nehmen ihr die Luft. Das einzige was man noch vernimmt ist das spielen einer kleinen Spieluhr… einer Spieluhr?
[URL=http://www.directupload.net][img]http://s14.directupload.net/images/141112/6gdvf5ce.jpg[/img][/URL]
Simoen öffnet ihre Augen und blickt sich verwirrt im Raum um. Es ist ein unterirdischer Raum. Kennt sie ihn? Ja, natürlich. Es ist der Gesprächsraum in der Grabkammer. Doch was macht sie hier? Was war das für ein seltsamer Traum? Als sie sich langsam abstützen will um aufzustehen, durchzuckt ihr ein starker Schmerz der von ihrer Hand ausgehend durch ihren Körper geht, sodass sie zurück auf den Boden sackt. Abermals blickt sie auf ihre Hand, an der sich eine Wunde langsam verschließt, ehe nur noch eine Narbe zurück bleibt, die dann langsam eben Falls verblasst.
Eine kleine Figur dreht sich auf einem kleinen hölzernen Kasten und eine geisterhafte Melodie ist zu vernehmen, langsam breitet sich in dem kleinen Raum seichter Nebel aus und die Möbel verschwimmen erst als würde man durch Wasser blicken und dann als wären sie geisterhafte gestalten, die sich durch das Licht des Feuers wie in einem rituellen Tanz vor und zurück bewegen. Die Melodie lullt Simoen etwas ein und ihr Körper wird mit jeder Sekunde immer schlaffer und schlaffer. Nur aus den Augenwinkeln kann sie erkennen wie sich dunkle Schatten spindeldürr sich langsam im Raum ausbreiten. Wie ranken schlängeln sie sich voran und kleine Ausbuchtungen wie spitze Dornen fressen sich in den Boden fest, während sie sich auf Simoen zu bewegen.
Sie will aufstehen, sie will einfach nur weg von hier, weg von alle dem, weg von diesen Ranken. Sie weiß, dass sie nichts Gutes von ihr wollen. Doch diese Melodie lässt sie nicht ziehen und somit wird sie dazu gestraft Zuschauerin in ihrem eigenen Theaterstück zu sein.
Kurz bevor die Ranken ihr Fuß berühren bilden sich auf ihrem ganzen Körper mehre Wölbungen die aufplatzen und tausende von Spannen krabbeln ihren Körper herab und fangen an die Schatten erst anzugreifen und dann aufzufressen. Mit jedem bissen werden die Spinnen dunkler und dunkler bis sie selber zu Schatten werden. Als sie fertig waren drehen sie sich allesamt um und rennen auf Simoen los. Tausende kleine Münder beißen sich an ihr fest und sie fängt an zu schreien.
Simoen öffnet ihre Augen und blickt sich verwirrt im Raum um. Es ist ein unterirdischer Raum. Kennt sie ihn? Ja, natürlich. Sie liegt zusammen gesunken auf dem Boden. Vor ihr prasselt das Feuer in einem offenen Kamin. Ihre Augen kleben immer noch von den verschütteten Tränen. Da erblickt sie auf dem Tisch eine kleine Spieluhr, die auf einem Kästchen steht. Während sie sich abstützt um aufzustehen, vernimmt sie auf einmal eine geisterhafte Melodie als hätte irgendjemand die Spieluhr aufgezogen. Ihr ganzer Körper ist vom harten Boden immer noch ganz steif und so braucht sie erst einen Moment um sich zu sammeln. Als sie sich der Spieluhr nun langsam nähert und ihre Hand ausstreckt, bemerkt sie auf einmal, dass ihre Hand gänzlich mit sauberen Bandagen verarztet wurde. Ein kleines Mädchen in einem Roten Umhang dreht sich unaufhörlich im Kreis und es kommt Simoen so vor als starrt es sie mit den kleinen Äugelein vorwurfsvoll an.
Erst als es schon zu spät war bemerkt sie etwas dass ihre Schulter hochklettert, so als würden tausend kleine Insekten Füßchen ihren Weg nach oben bahnen. Kreischend schlägt sie auf ihren Rücken. Doch es war schon zu spät. Tausende kleine schattenhafte Spinnlein krabbeln ihren Körper entlang und Beißen sich in ihre Haut fest. Beißen immer wieder. Die kleine Figur grinst sie böse an. Die Spinnen graben sich unter ihre Haut und sie fängt an zu schreien.
[URL=http://www.directupload.net][img]http://s14.directupload.net/images/141112/xxhvzi4s.jpg[/img][/URL]
Simoens Körper ist ganz starr und ihr fehlt jegliche Kraft sich nur einen Millimeter zu rühren. Selbst das Atmen fällt ihr schwer, während sie durch die Nase langsam einatmet und wieder ausatmet. Stück für Stück versucht sie Leben in ihr Körper ein zu hauchen. Es kommt ihr wie eine Ewigkeit vor bis sie endlich ihre Augen öffnen kann und sieht, wie eine kleine Hausspinne den Boden entlang krabbelt und dann kurz verweilt. Anstatt Angst zu spüren scheint ihr diese Spinne eine Art Gefühl von Sicherheit vermitteln. Doch auf einmal taucht eine schattenartige Spinne und frisst einfach ihren Artgenossen. Simoen fängt an zu lächeln.
Verfasst: Montag 27. März 2017, 18:59
von Gast
Requiem, Abgesang, Abschied, Nimmermehr
[URL=http://www.directupload.net][img]http://fs5.directupload.net/images/170326/9go448ly.jpg[/img][/URL]
Wo sie ist? Das weiß sie nicht. Sie weiß gar nichts mehr, sie ist kein empfindsames Wesen mehr. Keinerlei Bindung mehr zur stofflichen realen Wirklichkeit. Sie ist ein Ding, ein Wesen, ein etwas, ein Licht oder vielmehr das missen von Licht. Doch wer war sie? Was war sie? Dem Wesen fällt es ungemein schwer sich überhaupt zu erinnern. Doch umso mehr es sich bemüht an seine existentielle Verstofflichung zurück zu denken öffnet sich auf einmal ungemein ungebaren ein Weg, eine letzte allzu schmaler Faden der zu ihrer stofflichen Existenz zurückführt. Doch wie allumfassend unbegreiflich erklären ist der Schock, den das Wesen wiederfuhr als es bemerkte, dass sein Stofflicher Körper schon seit mehreren Tagen dem Leben kein Schnippchen mehr schlagen konnte und die doch so zarte, Seele aus dem Körper entrissen wurde. Allmählich konnte sie sich auf einmal wieder an die letzten Minuten ihres Lebens erinnern. Eine Nadel so spitz wie die Gipfel der eisigen Berge. Ein Mörder – Ihr – Mörder der nur allein beim vorbei gehen sich langsam zu ihr umwendete, so tat als würde er stolpern und ihr dann hinterrücks diese lange Nadel in den Rücken stach. So klein die Wunde auch war, umso tödlicher war sie als sie vergiftet wie sie war in ihr Herz vordrang und sie zu erstarren brachte, sodass sie kaum noch die Möglichkeit hatte darauf zu handeln. Ehe sie überhaupt gewahr wurde was in diesem einzelnen Moment geschah, war es schon geschehen und ihr wurde das Leben entrissen auf so unermüdliche schreckliche Art und Weise. Eine Rose deren Schicksal nun hier und jetzt vorbestimmt wurde und letztendlich verwelken musste in absoluter purer non existentieller Nichtigkeit.
Doch war es anscheinend nicht alles. Irgendetwas ward noch geschehen. Denn wieso scheint dieses Etwas ein Bewusstsein zu haben? Nach weiteren längeren Anstrengungen wurde sie gewahr, dass ihr Körper aufgehoben wurde. Ein Mann, er war ihr sicherlich bekannt hob sie auf und nahm sie mit sich. Er nutzt all seine Kenntnisse und all seine Macht um die doch allzu zart besaitete und doch verdammte Seele für sich zu beanzuspruchen. Sie wusste, dass es nicht in Ordnung ist was er da macht, denn ihre Seele soll zu Kra’thor fahren. Nur zu ihm und sonst nirgendwo hin! Doch ach! Da entzog er ihr auf grausige Art und Weise die Seele und sperrte sie in einen kleinen Stein ein. So wurde er gefangen in einem kleinen Rosenstein für immer dar und wird dazu verdammt sein auf wichtige Fragen des Lebens zu antworten ohne Körper, ohne Geist. Nur eine einfache Seele, nur Gefühl, reine Emotion und sonst nichts und trotzdem bekommt diese Seele mit wird ihr Körper so langsam und immerdar in einem kleinen Sarg weit unter der Erde vor sich hin Verrottet und für nimmer wiederkehren wird.