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Verdammte Krankheit
Verfasst: Samstag 18. Oktober 2014, 23:44
von Keylon von Salberg
Keylon lauschte still den ruhigen Atemzügen von Hailey. Sie schlief endlich.
Vorsichtig zog er seinen Arm unter ihrem Körper hervor damit sie nicht wach wurde, und stand auf.
Als sie sich unruhig bewegte, hielt er noch einen Moment inne, um zu sehen ob sie erwachte, doch sie schlief weiter.
Lange noch stand er da, schaute sie mit besorgtem Blick an.
Er war am Ende seiner Ideen. Noch immer übergab sie sich mehrmals am Tag.
Als er vor drei vier Tagen davon erfahren hatte, hieß es von vielen erst das sie wohl schwanger wäre und Keylon hatte sich anfangs im Stillen gefreut.
Einen offenen Luftsprung zu machen hatte er sich verboten, da es für Hailey wohl nicht wirklich der geeignete Zeitpunkt war, noch dazu das es ihr so schlecht dabei ging, und bald schon hatte ihn die Sorge eh gänzlich im Griff.
Er glaubte selber nicht mehr daran das seine Schwangerschaft schuld an ihrer Übelkeit war, dazu war sie zu krank in seinen Augen.
Sie erbrach sich den ganzen Tag dazu hatte sie Kopfschmerzen die sie sichtlich beeinträchtigten.
Das passte alles nicht wirklich.
So war er froh das sich im Lehrhospital Torjan und Malena um sie kümmerten.
Aber viel Weiter kam man hier auch nicht wirklich.
Selbst wenn man Haileys Symptome lindern konnte, tappte man auch hier im Dunkeln
Torjan war wie immer sehr Ideenreich und auch hier tippte man zuerst darauf das sie guter Hoffnung wäre.
Keylon verbot sich jede Freude darüber, einfach auch weil er keine Enttäuschung erleben wollte. Dies wäre dann
sicher zu offensichtlich und würde Hailey nur unter Druck setzen was er nicht vor hatte.
Sicherheitshalber unternahm man im Hospital einen sogenannten Krötentest, welcher 100 Prozentig Aufschluss darüber geben sollte, ob sie nun ein Kind erwartete oder nicht.
Wie dieser Test ablief... Keylon schüttelte sich bei dem Gedanken daran.
Er selber glaubte so wie so nicht an so einen ... in seinen Augen Mumpitz....
Aber wenn Hailey nicht Schwanger war ... was war es dann?
Müde trat der junge Krieger auf den Balkon hinaus.
Die kühle Luft tat ihm gut und kühlte seine Haut.
Übelkeit und Kopfschmerz ...
Übelkeit ... Schwangerschaft...
aber gepaart mit Kopfschmerzen?
Gehirnerschütterung.
Keylon hatte sie ausgefragt, aber sie konnte sich nicht erinnern sich den Kopf gestoßen zu haben.
Er war zwar kein Heiler, aber er hatte sich die Zeit genommen um sich ihren Kopf genauestens an zu sehen.
Nichts. Keine Schramme, keine Beule ... obwohl um es genauestens untersuchen zu können würde man sie wohl
kahlscheren müssen.
Trotz des Ernstes der Situation, glitt ein kurzes Lächeln über seine Züge.
Krank hin oder her, wenn das wirklich jemand wagen würde, den würde Hailey anschließend schon zeigen das man das nicht mit ihr machte.
Keylon liebte ihre Haare, aber für ihre Gesundheit würde er selbst diese Opfern, selbst wenn sie ihn dann dafür hassen würde.
Er wollte nur eins. Das sie Gesund wurde.
Das man nicht wusste, was sie quälte machte ihn fast verrückt.
Sicherlich, Torjans Untersuchungen brauchten seine Zeit, aber Geduld war noch nie eine der Stärken Keylons gewesen.
Er konnte jetzt nur noch warten.
Er selber war machtlos und verließ sich nun gänzlich auf die Möglichkeiten der Heiler.
Wirklich tun konnte er jetzt nichts, außer Hailey ein wenig zu umsorgen, und ihr so möglich nicht zu zeigen
wieviel Sorgen er sich wirklich machte.
Aber ob ihm das gelang? Daran glaubte er nicht wirklich.
Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2014, 23:44
von Hailey Lynn Drachenfels
Mein Kopf... er schmerzt. Er schmerzt so höllisch. Ich versuche es zu unterdrücken, doch ich kann nicht. Es brummt. Ich höre nichts. Ein schriller Ton hat sich in meinen Kopf gepflanzt, was mich alles überhören lässt. Ich öffne meine Augen und sehe... nichts. Irrlos und verzweifelt versuche ich etwas zu sehen. Vergeblich. Ich gehe in die Hocke um nicht umzukippen.
Ich merke das mich etwas berührt. Es ist kalt. Und plötzlich verliere ich den Boden unter meinen Füßen. Ich werde weggetragen. Ich weiß nicht wer es ist und bekomme Angst. Ich versuche mich zu wehren. Immer noch höre und sehe ich nichts. Ich wehre mich mit Gewalt, so gut ich kann. Irgendwann lässt es nach und ich spüre das meine Füße aufkommen.
Versuche zu stehen, halte mich fest. Erst jetzt merke ich wie mir etwas warmes aus der Nase läuft. Mir wird unangenehm warm. Meine Muskeln beginnen zu zittern und ich sacke zusammen. Das piepende Geräusch lässt nach. Ich habe keine Kontrolle mehr über meinen Körper.
Ich höre viele Stimmen, aber ich verstehe sie nicht, kann sie nicht zuordnen.
Im Moment ist alles... gut. Meine Schmerzen sind weg. Ich habe schon fast vergessen wie schlimm sie eigentlich waren. Für einen kurzen Moment...
Und dann sticht es wieder. Schlimmer als zuvor. Doch jemand kümmert sich um mich und es wird wieder besser. Ich bin todmüde. Schlafe ich schon? Es fühlt sich so seltsam an...
Ich wache auf. Doch sind meine Augen schwer, ich bekomme sie nicht auf. Wie viel Zeit wohl vergangen ist?
Ich bin eigentlich wach und doch kann ich mich nicht bewegen. Mein Kopf schmerzt immer noch. Ich komme mit mir selbst nicht klar. Ist irgendjemand bei mir? Ich versuche normal zu atmen, schnappe öftere Male tief nach Luft. Meine Lunge schmerzt und die Luft bleibt mir weg. Bin ich deshalb erwacht?
Etwas nasses berührt mein Gesicht, von sehr kurzer Dauer. Es bleibt eine Weile nass.
Ich versuche meine Hände zu bewegen, kralle mich in das Laken, ringe nach Luft. Es wird laut, jemand schreit. Spüre leichte Schläge in meinem Gesicht, versuche mich mit aller Kraft dagegen zu wehren, doch mein Körper reagiert nicht. Ich schaffe es meine Augen zu öffnen. Merke, es nützt nichts. Wieder alles schwarz, also schließe ich sie wieder.
„Hailey! Kätzchen!“
Jemand ruft mich. Ich möchte antworten, meine Lippen bewegen sich jedoch nicht. Ich strenge mich an, versuche mit viel Mühe ein Wort herauszubekommen. Es fällt mir so schwer...
Es gelingt mir doch irgendwann. Versteht mich jemand? Ich schlafe nicht... Alles ist gut.
Immer wieder versuche ich das zu sagen. „Gut...“ Selbst das Wort fällt mir schwer über die Lippen zu bringen. Ich werde es öfter versuchen... Es muss mir irgendwann gelingen. Mir fehlt jegliche Kraft. Ich ruhe mich kurz aus und setze gleich wieder an. Hört mich vielleicht einfach niemand?
Es strengt unheimlich an zu reden. Die Anstrengung tat mir nicht gut. Mein Kopf.. er schmerzt schon wieder. Warum hört das nicht endlich auf...
Es schmerzt so sehr, das meine Augen anfangen zu tränen. Weinen... das kann ich immerhin noch gut!
Jemand berührt meine Hand und ich gebe mir viel Mühe zuzuhören. Wieder eine vertraute Stimme. Ich kann ansatzweise verstehen was die Person von mir möchte. Ich soll mich bewegen. Der Versuch die Hand zu drücken, verlief nun im Sande. Das einzige, was sich ein wenig bewegt ist mein Daumen. Ich hoffe es ist angekommen. Ich soll schlafen...
Es dauert nicht lange bis jemand zu summen beginnt. Mein Körpergefühl ändert sich von Sekunde zu Sekunde. Der Schmerz lässt nach. Ein Gefühl der Erleichterung durchfährt meinen ganzen Körper. Ich werde ruhiger. Vielleicht sollte ich nun wirklich schlafen... Nun wo ich kann.
Ich spüre das etwas meine Lippen berührt und kurz darauf wird alles ruhig. Endlich finde ich Ruhe. Zumindest für heute.
Verfasst: Montag 20. Oktober 2014, 05:18
von Torjan Eichental
Im oberen Stock des Hospitals brütete Torjan über seine Aufzeichnungen. Ja, Aufzeichnungen hatte er über diesen Fall gemacht, was sonst nicht seine Art war.
"Oiiiso ...", murmelte er. "Das Mäderl is ned schwanger. Sie hat auch an'geben, dass sie keine Sorgen hätt. A Vergiftung" - auf die Torjan als erstes getippt hätte nach einer Schwangerschaft - "is auch weitgehendst auszuschließen. Entzugserscheinungen vom Wildkraut ... möglich, aber eher auszuschließen. Vielleicht was, was im Regiment ihr G'müt bedrückt, was sie ned sagen darf?"
Viele Ursachen dieses Kopfschmerz, verbunden mit Kotzerei, hatten sie im Hospital in den letzten Tagen mit Hailey zu ergründen versucht. Doch allesamt waren sie auf keinen grünen Zweig gekommen.
Die Elfen waren bereits verständigt, um in den nächsten Tagen vorbeizuschauen und sich dem Fall mittels Liedanalyse anzunehmen.
Beim Symposium des Phönix-Konzils ergaben sich vorab einige Momente, um über diesen Fall zu diskutieren. Auch ein Fluch wäre nicht auszuschließen und um diesen zu bannen, müssten jene des Klosters mit einbezogen werden. Ein guter Gedanke, fand Torjan, so alle anderen Theorien und Heilversuche im Sande verlaufen würden.
Torjan - und die anderen im Hospital - waren sich bewusst, dass sie mit den wenigen Angaben nicht weiterkamen. Das einfachste wäre, dem Mäderl den Kopf aufzusägen und den Magen zu extrahieren, um dortig nach Hinweisen zu suchen. Doch Torjan - und die anderen des Hospitals - waren sich durchaus bewusst, dass Hailey das nicht überleben wurde.
Zwei Möglichkeiten blieben offen, um das Mäderl von ihrer Pein zu befreien. Zwei Möglichkeiten, die zu steuern nicht in Torjans Macht lagen. Der alte Zausel war jedoch froh, dass die Wege zu diesen Möglichkeiten im letzten Jahreslauf gebahnt wurden - und so war die Hoffung, Hailey von ihrem Übel zu befreien, doch noch nicht ganz verloren.
Verfasst: Montag 20. Oktober 2014, 18:09
von Malena Rosenstein
Malena wollte eigendlich ins Bett doch war Licht im Hospital, hatten sie es doch beim verlassen ausgemacht.
Sie tapste hinein und da waren sie, Keylon, Malachai, Lili und ziemlich schlafend unter schmerzen Hailey.
Kurz wurde ihr berichtet was passiert war und Sie machte eine knappe erklärung das sie mit Musik Hailey beruhigen konnte. Vielleicht viel sie in einen Beruhigenden Schlaf vielleicht sind es auch nur kurze Sandkörner in denen sie sich entspannen kann. Was Musik mit jemanden macht der in einem Solchen schlechten Zustand ist konnte sie nicht sagen. Also probierte sie es einfach aus. Mehr als was sie wieder Schmerzmittel nehmen musste die arme Hailey konnte nicht passieren.
Es ging gut. Sie schlief und ihr blick wurde ruhiger, nicht so verbissen, keine Tränen mehr.
Lili wollte alles beobachten Keylon ging in den Dienst.
Was hatte sie blos?
Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2014, 01:04
von Torjan Eichental
Was für ein Abend im Hospital! Wieder einmal ging es zu wie in einem Bienenkorb. Hailey wurde umsorgt von ihrer Familie, ja sogar Regimentler und welche vom Kessel kamen, um sich nach ihrem Zustand zu erkundigen.
Lili versuchte Aurea zu finden, um sie um Hilfe zu bitten, traf aber auf einen sehr engagierten Novizen, der - nach erfolgloser Suche nach Aurea - den Abend dann bei ihnen im Hospital verbrachte. Er hätte Aurea mit all seinen Möglichkeiten über die Sachlage informiert, berichtete er.
Endurael, ein Bürscherl vom Regiment, bat Torjan, dass man ihn verständigen möge, sollte sich am Zustand von Hailey etwas ändern oder man zu neuen Erkenntnissen kommen. Diesbezüglich legte Torjan einen Zettel auf den Nachttisch von Lili, auf dem ebenso vermerkt war, dass sie sich an Alania wenden sollte, sollte sie irgendetwas benötigen.
An jenem Abend bemerkte Torjan, dass Haileys Fuß kraftlos versuchte, die Decke etwas wegzustrampeln. Er ging hin, hob die Decke ein paar mal an, um frische Luft darunter zu lassen. Da stellte er fest, dass sie noch in ihrem herbstlichen Straßengewand zu Bette lag. Sofort zog er ihr das verschwitzte Überhemd aus, unter dem - zu seinem größten Entsetzen - ein straff geschnürtes Korsett zum Vorschein kam!
In diesem Moment dachte er nur eines: "Du hast versagt. Hast versagt, deine Schüler zu unterrichten!" Künftig müsste mehr Obacht darauf gelegt werden, dass ein Patient in bequemer, sauberer Kleidung ins Bett gelegt würde. Freilich warf diese Entdeckung eine neue Frage auf: War die vortägige Atemnot durch eben dieses Korsett oder durch die Krankheit verursacht worden?
Keylon erklärte sich bereit, Hailey umzugewanden und streifte ihr, nachdem er sie gründlich gewaschen hatte, sein eigenes Hemd über, obwohl ihm Torjan das Regal mit den Nachthemden gezeigt hatte. Eine gute Idee. Torjan musste schmunzeln. Der Geruch ihres Bürscherls könnte gut auf ihr Gemüt wirken ... besser als ein vom Hospital in Lavendelseife gewaschenes Nachthemd.
Immerhin hatte Alania es mit schier endloser Geduld geschafft, der, wohl auch vom Schmerzmittel umnebelten Hailey einige Löffel an Hühnerbrühe einzuflößen. Sehr wichtig war dies, um Haileys Magen wieder einen Ansatz zu bieten in Einklang mit sich selbst zu kommen.
Noch dazu, wo Torjan Haileys Tagebuch gelesen hatte, in dem zwar unzählige Male die Kotzerei vermerkt war, jedoch kein einziges Mal der Gang zur Latrine.
Morgen hatte Torjan dienstfrei und diesen freien Tag würde er wohl beanspruchen, um selbst Kräfte zu sammeln für die nächsten Tage, die hoffentlich mehr Klarheit in den Fall bringen würden. Einen Fall, in dem weder er, noch Lili, noch Malena oder die Schüler weiter wussten.
Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2014, 12:01
von Hailey Lynn Drachenfels
Ich schlafe viel. Mehr als ich es wahrscheinlich sonst tun würde. Hier und da höre ich mal Stimmen, die mich manchmal auch aufwecken. Rund um die Uhr kümmert sich jemand um mich. Immer wieder mal versuche ich meine Augen zu öffnen, aber es gelingt mir nicht. Mittlerweile tut mir alles weh. Ich liege schon viel zu lange...
Ab und an versuche ich meine Beine anzuwinkeln, mich ein klein wenig zu bewegen, mich auf die Seite zu drehen um dem Rückenschmerz etwas zu entkommen. Ich schaffe immer mehr.
Der Geruch der mich umgibt, gibt mir ein wohliges Gefühl. Ich weiß nicht wo es herkommt, aber es beruhigt mich. Gelegentlich berührt mich jemand, ich merke das. Man versucht schon häufiger mir kleine Mahlzeiten zu geben und ich hingegen versuche, sie auch anzunehmen.
Mir ist warm. Des öfteren probiere ich die Decke von mir zu entfernen. Zu meinem Pech wird das nicht immer zugelassen.
Es scheinen sehr viele Personen um mich zu sein. So viele unterschiedliche Stimmen... Wieder werden mir unterschiedliche Dinge eingeflößt. Es schmeckt seltsam, aber ich wehre es nicht ab.
Man lässt mich alleine. Dieses mal scheinen sie mir etwas anderes gegeben zu haben. Es fühlt sich zumindest anders an. Die Trägheit schwindet. Zwar schleppend, aber sie tut es. Parallel mit dem Verschwinden, taucht auch der Kopfschmerz auf. Ich bewege mich hastig und erschrecke dabei total. Meine Augen öffnen sich um einen kleinen Spalt. Mir ist schwindlig, ich sehe kaum etwas, schnappe dabei tief nach Luft. Alles dreht sich, ich habe keine Orientierung...
Meine Hände greifen krampfhaft nach dem Untergrund, ich versuche zu verstehen wo ich mich befinde, ob ich Halt habe. Ich möchte nicht länger liegen... Ich kann nicht.
Angestrengt bemühe ich mich vom festen Untergrund abzustützen, um zum Sitzen zu kommen. Mit jeder Bewegung nimmt der Schmerz in meinem Kopf zu. Es ist unangenehm, was ich zu sagen probiere. Es kommt kein Ton über meine Lippen.
Ich beuge mich leicht nach vorne, während sich meine Hände an den Hinterkopf legen. Der Schwindel nimmt zu. Jemand drückt mich wieder an die Bettlehne, ich darf mich anscheinend nicht beugen, zu viel bewegen. Nach wie vor dreht sich alles.
Erst als es besser wird, tastet sich mein Blick ein wenig nach oben. Es schmerzt, aber ich halte dagegen. Ein älterer Mann.. langer Bart.. weißes Haar.. Nach längerem Überlegen stelle ich fest, das es Torjan ist. Er hat verstanden das ich Schmerzen habe und gibt mir etwas dagegen, setzt sich dann zu mir. Ich blicke ihm entgegen, weiß aber nicht so recht was ich sagen sollte. Ohnehin könnte ich nichts sagen. Betrübt lasse ich den Kopf hängen, lasse meine Augen geöffnet aus der Angst ich könnte sie später vielleicht wieder nicht öffnen. Mir fällt auf das ich ein für mich zu großes Hemd trage. Torjan beginnt zu schmunzeln und erzählt mir, das es von meinem 'Bürscherl' sei. Mein Bürscherl?
In einer langsamen Bewegung hebe ich meinen Kopf wieder, um mich zum ersten Mal im Raum umzusehen. Ich brauche eine Weile um alles zu verstehen. Im Bett neben mir liegt eine schlafende Person, die ich durch die hochgezogene Decke kaum erkenne. Das Sehen in die Ferne ist mir noch zu anstrengend. Auf der Couch vor mir liegt ein Mann. Ich betrachte ihn eingehender, länger. Tatsächlich, ja.. Es ist Keylon. Ich trage sein Hemd. Sein Lieblingshemd. Ein Mundwinkel hebt sich für den Bruchteil einer Sekunde bei der Erkenntnis, ehe der emotionslose Blick meine Züge erneut einnimmt.
Meine Kehle ist total trocken, ich probiere zu schlucken. Torjan holt mir etwas als er dies bemerkt, verlässt den Raum.
Ich bin gerade erst erwacht und schon wieder müde.. Stütze die Ellenbögen an meine Oberschenkel und lege den Kopf in meine Hände. Die langen Ärmel des Hemdes packe ich ebenso zerknautscht in meine Hände und atme den Geruch ein, der mich ohnehin die ganze Zeit schon umgibt. Wohlig dabei fühlend, schließe ich die Augen.
Erst als Torjan wieder herein kommt, rappel ich mich langsam auf. Er gibt mir etwas zu trinken. Meine Müdigkeit übernimmt mich daraufhin und ich lege mich erneut hin, um einzuschlafen.