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Ein versiegeltes Schreiben erreicht Althan

Verfasst: Freitag 17. Oktober 2014, 21:51
von Gast
Unruhig ging Sophie auf dem weichen, von Letharenhand gewebten, Teppichboden auf und ab. Die letzten Tage waren sicherlich turbulent für den viel beschäftigten Ordensbruder. Normalerweise rechnete die immer noch mit Pölsterchen kämpfende Magistra zur gefühlten fünften Morgenstunde mit seinem beherzten Klopfen an ihrer Haustür, um widerwillig der Einladung zum Übungslauf zu folgen. Und wenngleich es wenig gab, was sie ebenso ungerne tat, ließ sie seine Abwesenheit sorgenvoll die Stirn furchen.

Nach einer Weile des unproduktiven Nachdenkens griff die blasshäutige Schwarzmagierin nach Federkiel, Brille und Papier, um Althan eine mit dunkler Tinte und der gewohnten Schnörkelschrift verfasste, sorgsam mit Wachs versiegelte Pergamentrolle zukommen zu lassen:

Adavens Segen und des Panthers stärkender Zorn mit dir, Bruder,

ich wollte dich fragen, wie es dir geht.

Vieles scheint dir in letzter Zeit widerfahren zu sein; erstens möchte ich mich für deine Fürsorge bedanken, zweitens sei hiermit erneut bekräftigt, dass ich stets ein offenes Ohr für dich habe. Besuche mich jederzeit, falls dir etwas auf dem Herzen liegt.


Sophie

Verfasst: Freitag 17. Oktober 2014, 23:35
von Althan Vylen
Nachdenklich hielt er das Schreiben in seiner Hand während sein Blick auf die feine und kunstvoll geschwungenen Buchstaben wanderten, strich er mit dem Zeigefinger sachte über das Pergamet. War schon wieder so viel Zeit vergangen? Bei Alatar, durch die neuen Schüler hatte er es schleifen lassen sie in der frühen Morgenstunde aus dem Hause zu jagen. Gut, er hatte sich darauf verlassen, dass sie selbstständig ihre Laufübungen fortsetzen würde. Er hätte es besser wissen müssen, denn der innere Schweinehund in ihr war einfach zu stark! Es folgte ein tiefes Durchatmen und ein Blick durch das Konventsfenster hindurch zu ihrem Fenster. Ja er vermisste eine Person, der er bedingungslos vertraute. Bis auf Cara kannte ihn hier keiner so lange und so gut wie sie. Nun dieser Brief... so machte er sich mit einem leichten Lächeln bishin zu einem fiesen Schmunzeln, daran eine Antwort zu verfassen. Natürlich bleibt eine Antwort über sein Wohlbefinden aus.

"Adavens Segen mit dir, liebe Schwester!

Ich mache kein Geheimnis daraus, dass die Familie zusammen zu halten
und zu schützen, meine Schwäche und auch meine Stärke ist, die ich
daraus ziehe.
Es ist wie ich dir einst sagte, die Menschen vergessen schnell und allzu
leicht lassen sie sich zu Worten hinreißen ohne groß nachzudenken. Bei
einigen hat man Hoffnung das es sich mit der Zeit bessert, bei Anderen
gibt man die Hoffnung auf.
Schlussendlich werden wir uns für all unsere Taten vor Alatar
verantworten. Ich unterhalte mich oft mit ihm, wie so meist ist das
Gespräch eher einseitiger Natur.
Im Augenblick habe ich wirklich viele Pflichten wahr zu nehmen, doch
sei versichert meine Gedanken sind bei dir und meiner Familie, auch wenn
ich an fernen Orten weile.
Es fehlen mir unsere Gespräche und ich würde dich wenn ich wieder
nach Rahal zurückkehre zu einem gemeinsamen Morgenlauf einladen.
Da ich davon ausgehe, dass du fleissig weiter trainiert haben wirst,
werden wir einen Geländelauf an den Grenzsteinen entlang vornehmen.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen und versichere dir, dass ich dich bald
besuchen werde, Bruder Vylen wird auch bald wieder zugegen sein und
dann können wir mit dem Unsinn beginnen.

Möge Ihm gefallen was Er von uns sieht!


Althan

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2014, 23:57
von Gast
"Eher vernimmt man Temora im Namen des Panthers grüßen, als dass Althan jemals die Morgenläufe vergisst", nuschelt Sophie, nach einem tiefen Seufzer, während sie das Schreiben des Magisters in den Händen hält. Hin- und hergerissen zwischen einem erfreuten Lächeln, die Zeilen des Ordensbruders zu lesen, und einer bitteren 'Zitronenmiene', beim Gedanken, nach einiger Zeit der sportlichen Abstinenz, wieder zur unverschämt frühen Morgenstunde für einen ausgiebigen Lauf geweckt zu werden, rollt sie sein Schriftstück sorgsam ein und verstaut es ebenso behutsam in ihrer Regalsammlung an zahlreichen Büchern und Dokumenten.

Kaum, dass Katharina an ihrer Haustüre klopfen würde, sähe sie die Magistra in luftiger Bekleidung - absolut geeignet für den Sport. Während die Optik der etwas fülligen Schwarzmagierin absolut motiviert wirkt - sogar das Haar hat sie sich hochgesteckt, damit ihr beim Laufen keine Strähne ins Gesicht rutscht -, passt jedoch der Blick ihrer grünen Augen nicht ganz zum vermutbaren, vermeintlichen Ehrgeiz: Ein mächtiger, innerer Schweinehund hat wohl selten so hübsch ausgesehen.