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... Und alles nur, weil ich dich liebte ...

Verfasst: Montag 6. Oktober 2014, 09:51
von Gast
Seit Wochen verliess sie ihre Höhle nur noch um Ihn zu sehen, sie konnte nicht aufhören, es war als wäre Er in ihren Kopf gekrochen, hätte sämtliche Gedanken und Gefühle zerrissen und neu verknüpft. Sie hatte komplett gegen alles gehandelt das ihr je wichtig war und alles ins Gegenteil verkehrt.
Sie wusste noch genau an welchem Tag sie Ihm begegnet war.
Die Ruinen von Varuna, wieder einmal hatte Ashlin versucht dem Gezücht das diese Mauern besiedelte Herr zu werden, ihr war völlig klar, dass sie alleine es nie schaffen würde, dass selbst ganze Truppen es nicht schaffen würden, diese Kreaturen zu vernichten und die ehemalig stolze Stadt davon zu reinigen. Und doch war in ihr immer das tiefe Bedürfnis, der Unnatürlichkeit dieses Ortes beizukommen.
Da traf sie der Schlag, sie spürte ihn nur dumpf, völlig unerwartet, doch der Treffer raubte ihr die Sinne, Ashlin konnte nichts dagegen tun, dass ihre Knie nachgaben, aber den Aufschlag auf dem Boden spürte sie schon nicht mehr.

Ein Blinzeln, warum war es nur so schwer die Augen zu öffnen? Doch als sie es tat, und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bereute sie es nicht eher gemacht zu haben. Die schönsten Augen der Welt blickten in die ihren. Blau wie Bergseen und mindestens ebenso kalt, doch war ihr als blickten jene Augen direkt in sie hinein, tiefer als es je ein Mensch vermocht hatte. Sie fühlte sich nackt und bloßgestellt unter diesem Blick und empfand etwas das intimer und persönlicher war, als alles was ihr je nahe gekommen war. Tiefer als alles was sie jemals fühlte, liebte, wünschte.

"Du bist wach"

"Ich lebe noch?"

"Ja, und jetzt geh!"

Aufrappeln, alles zusammenraffen, all das tat Ashlin noch halbwegs benommen, und als sie sich nochmal umdrehte um sich zu bedanken, Abschied zu nehmen, war niemand da. Sie konnte sich auch Tage später nicht daran erinnern wie Er aussah, immer nur diese Augen, dabei hatte Er sie inzwischen mehrmals gefunden. War vor ihrer Höhle gestanden und hatte auf die gewartet. Sie hatte Ihn eingelassen, nicht nur in die Höhle, sondern in ihren Geist, ihren Leib, ihre Seele, hatte Ihm alles gesagt, alles was noch nie ein Wesen über sie gewusst hatte, auch über das Tal der Waldläufer. Der größte Verrat den sie je begangen hatte und doch machte sie sich nicht einmal Gedanken darüber, denn Er hatte sie gefragt und sie hatte es Ihm gesagt. Warum auch nicht, das Vertrauen das sie Ihm entgegen brachte war grenzenlos.
Sie war so hungrig, nach ihm, ständig. Keine Streifzüge mehr durch den Wald, sie verspürte keinen Appetit und wurde dünner und dünner, Eluive fand keinen Platz mehr in ihrer Welt, nicht einmal mehr das Lichtlein des Herdfeuerfestes drang in ihre immer düsterer werdende Welt durch.
Doch Er kam immer seltener, fragte immer weniger, Ashlin begann Ihn zu suchen, doch sie fand Seine Spuren nicht und fand Ihn nur, wenn Er das wollte. Er floss durch ihre Adern.

"Du kannst nicht gehen ich brauchte dich!"

"Ich mache was ich will."


Sag etwas, damit ich dich aufgeben kann!
sag etwas, dass ich nicht ständig mit dir sprechen will
und du sagtest - schweige - und ich schwieg

Sag etwas, damit ich dich nicht mehr sehen will
und du sagtest - schliesse die Augen - und ich schloss die Augen

Sag etwas, damit ich von dir lassen kann!
Sag etwas, damit ich nicht ständig bei dir sein will
und du sagtest - gehe - und ich ging

Sag etwas, damit ich nicht ständig an dich denken will
und du sagtest - vergesse - und ich versuchte zu vergessen

Sag etwas, damit ich dich nicht ständig fühlen will
und du sagtest - fass mich nicht an - und ich fasste dich nicht mehr an

Sag etwas, damit ich dich aufgeben kann!
Sag etwas, damit ich von dir lassen kann!
Sag etwas, damit ich dich nicht mehr liebe!
und du sagtest - stirb - und ich starb.



... und in einem Wald, tief und dunkel, hing Ashlin Oknei an einem Strick vom Baum, um ihre Lippen ein sanftes Lächeln, der Wind spielt in ihrem Haar, sie hatte es für ihn getan.