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Demut, Respekt, Ehrfurcht und Kontrolle
Verfasst: Sonntag 10. August 2014, 16:00
von Gast
"Du könntest mal mit dem Frischfleisch reden und sie lehren was Respekt bedeutet, Schwester."
Es war in Ordnung Fehler zu machen, es war auch in Ordnung zu versagen. Jedoch auch nur beim ersten, zweiten oder dritten Mal. Irgendwann starb die Toleranz ab und es blieb nur noch abgrundtiefe Verachtung zurück. Verachtung, die natürlich auch beim ersten Fehlschlag nach außen getragen wurde, und doch nicht so wahrhaftig war wie sie es bei offenkundiger Lernresistenz wäre. Man durfte dem Frischfleisch nicht offen zeigen, dass Versagen und Fehler geschehen konnten, denn das würde ihnen eine Freifahrt in weitere Missetaten geben. Also zeigte man Wut, man schrie sie an, verstümmelte sie, schrie noch einmal, in der Hoffnung es würde beim nächsten Mal besser werden. Natürlich wurde es das nicht. Denn jeder von ihnen und das wusste ich, würde noch unzählige Fehler machen. Die Frage ist nur ob die Wunden, welche die Fehler erzeugten, wieder zu heilen waren.
"Ar'ynx, die Lethra hat sich daneben benommen, eventuell solltest du ihr nochmal Respekt näher bringen und die Gebote."
Ich war kein Freund Verstümmelungen. Immer wenn ich damit anfing, verfiel ich in einen Rausch, aus dem ich mich schwer befreien konnte. So habe ich mich damit abgefunden, erst einmal mit Worten mentale Schläge zu verpassen. Immer mit der Hoffnung, dass dies reichen würde. Denn es würde an meiner Kompetenz zweifeln lassen, würde ich nicht reagieren wenn meine Worte keinen Anklang fanden. Also hielt ich Predigten, belehrte und bis jetzt funktionierte das ganz gut. Es gab noch kein zweites Treffen, weil sich irgendwer unpassend verhalten hat. Jedoch hatte ich im Gefühl, dass mich mein 'Glück' verlassen hatte. Aber es war auch nicht mein Verlust wenn ich Frischfleisch ein zweites Mal aufsuchen würde. Der Rausch würde beginnen und der Einzige der darunter leiden würde, war der, der versagt hatte. Der, die, das...
"Vielleicht solltest du einmal mit dem Letharfen reden, Schwester."
Oh ja, ich redete und redete. Eventuell sollte ich das Reden für die nächsten Male etwas knapper halten und mich der Droge hingeben, die mich überwältigte, wenn ich das erste Mal Blut am anderen Leib erzeugte. In wie weit es jedoch sinnvoll war, in wie weit man es mir verzeihen könnte, wenn ich kein Ende finden würde, das würde man wohl nur heraus finden, wenn es eben geschieht. Kontrolle. Oh Kontrolle, wovon wir alle nie genug haben könnten...
- "Am stärksten ist, wer sich selbst in der Gewalt hat."
Verfasst: Dienstag 12. August 2014, 18:24
von Warf'Kanxeryl
Und so wurde das Frischfleisch auf die Letharen losgelassen. Natürlich könnte es nützlich für uns alle sein, aber eigentlich ist es doch nur eine Prüfung für die, die bereits vor dem heutigen Tage da waren. Ich wollte sehen in wie weit sie sich sinnvoll mit dem Frischfleisch engagierten. Wie lange würde es brauchen, bis sie ihre mangelnde Kontrolle so weit trieb, dass das frische Blut seinen letzten Tropfen ließ? Wie lange würde es brauchen, bis sie sich an das Gebot erinnerten? Dir zu dienen heißt Jüngere zu lehren.
Die Frage war nicht, ob das Frischfleisch zu früh auf sie losgelassen wurde. Die Frage war eher, in wie weit sie das Potenzial nutzten, was eventuell hinter mancher Seele versteckt war. Oder ob sie lieber ihrem Rausch ergeben waren. Die Zeit würde zeigen, wie viele von denen übrig blieben, die Alatar ihnen sandte...
- Welchen Weg werdet ihr gehen?
Verfasst: Dienstag 12. August 2014, 22:07
von Aron'deryl
Kenne deinen Platz Made!
Neues Frischfleisch würde den Axorn erreichen und nur wenige davon würden den Axorn überleben oder seiner Härte und Unbarmherzigkeit standhalten. Ihm war es damals nicht anders gegangen als er den Axorn wieder betrat und dennoch wollte seine Essenz die in ihm Hauste nicht nachgeben und sich den Gegebenheiten anpassen um Vater ein guter Diener zu sein.
Er hatte wohl von allen die damals mit ihm den Axorn betraten die meisten Fehler gemacht und war wohl der Rebellischste unter ihnen. Der Schmerz und der Hass welchem ihm die höheren Geschwister erbarmungslos entgegen schmetterten war bitter nötig für den fehlgeleiteten Aron. Tag ein Tag aus wurde er von den höheren Geschwistern gezüchtigt, gefoltert und dominiert.
Anfangs konnte er es nicht erkennen doch je mehr sie ihn spüren ließen was für eine unbedeutende Made er doch war umso, mehr öffnete es ihm die Augen das er nur eine Chance hatte zu überleben und Vater ein guter Diener zu werden.
Aron hatte es kurz bevor sein Körper der Lavagrube hätte übergeben werden müssen erkannt.
So beugte er sich seinen höheren Geschwistern, führte ihre Befehle aus, versuchte sich in die Gemeinschaft einzubringen und so wuchs er in der Gemeinschaft bis zu dem Tag als man ihm seine Prüfung gab um ein vollwertiges und respektiertes Mitglied dieser Gemeinschaft zu werden.
Aron lernte alles was ihm die anderen Geschwister beibringen konnten und würde es auch weiterhin tun und ebenso sein Wissen an die jüngeren Geschwister weiter geben um die Ziele Vaters einen Schritt weiter zu bringen.
Verfasst: Samstag 16. August 2014, 15:59
von Gast
Ich drückte mich durch enge Felsspalten, riss mir die Hände an scharfen Kanten auf, um mich dann, endlich, in eine größere Höhle zu schleppen. Ich blickte mich um, schnappte einmal nach Luft. Die Luft hier war stickig und die runenlosen Letharfen, welche sich hier um ein Stück Essen bis in den Tod prügelten, hatten nicht einmal einen Blick für mich. Es waren die Ausbildungshöhlen und es trieb mir die Galle hinauf. Ich war Gestank gewohnt und es störte mich generell auch nicht, aber hier war es wirklich schrecklich. Aber ich ging weiter, kontrollierte dabei die Schnittwunden an meinem Körper, die der Stein erzeugt hatte und dachte kurz daran, wie Xen'draxol mich rügen würde, weil ich seine Rüstung in so kurzer Zeit, so schnell, beschädigt hatte.
"Shar'dan?" Säuselte ich in die Höhle hinein, in welcher man nur viel Schatten erkannte, die sich in irgendeiner Tätigkeit schulten. Dann kam ein Schatten auf mich zu gerannt, rammte mich zu Boden und ließ seine Faust in die Richtung meiner Züge sausen. Ein Krächzen erklang aus meiner Kehle, als ich den Kopf zur Seite drehte und er meine Schläfe traf.
Dann entfernte er sich allerdings sofort, weil er die Rune in meinem Gesicht erkannte und sackte auf die Knie. Ich konnte erkennen, dass er meine Anwesenheit hier nicht verstand, auch wenn er nichts dazu sagte. Ich war müde, ich war sogar zu müde ihn zu strafen und er sah auch nicht wie jemand aus, der all das hier überleben würde. Ich würde ihn also nie wieder sehen.
"Shar'dan, hast du seinen Namen schon einmal hier vernommen?" Ich hob das rechte Bein, drückte es kurz ein wenig gegen seine rechte Schulter, um seine demütige Haltung etwas auf zu richten. Er schüttelte den Kopf, er teilte mir das mit, was ich erwartet hatte. Er war bereits seit Monden nicht mehr hier gewiesen. Hier also auch nicht...
Als ich mich wieder in das Leth'Axorn bewegte, durch die engen Gänge hindurch, kamen mir bereits mehrere Letharen entgegen, niemand von ihnen hatte eine Rune im Gesicht. Diese ganzen neuen Gesichter, ich konnte sie mir kaum merken und doch war ihre Anwesenheit zufriedenstellend. Auch wenn die Tatsache mir bitter aufstieß, dass ein Runenloser wohl nicht mehr wiederkehren würde. Ich drückte die Gedanken daran allerdings fort. Ich konnte eigentlich zufrieden sein, denn meine Schwäche war fort.
So packte ich einen der Runenlosen am rechten Ohr, zog ihn durch das Axorn, ohne Angst dahinter zu haben, dass er nun sein Ohr lassen würde und beschäftigte mich damit, meine Wut über den Verlust an ihm aus zu lassen. Ich brach ihm so viele Knochen, zerschnitt ihn an Leib und Seele, dass ich irgendwann gar nicht merkte, dass sein Leben bereits ein Ende fand. Ich starrte in das blutige Gesicht und erinnerte mich an die Worte meiner Herrin.
"Man darf sie nicht zu Tode schädigen, sie werden nützlich sein, wenn man sie richtig lehrt."
Meine Atmung ging schneller und ich ratterte die Gebote des Vaters in meinem Kopf auf und ab, während ich den Leib in Richtung Lavagrube zog und eine Blutspur mit mir führte. Einen Ruck noch und einen Zweiten, dann fiel der leblose Körper in die Magma. Der Geruch von verbrannten Fleisch drang an meine Nase und ich sprach weiter vor mich hin, der Blick bereits im Wahn verloren. Die Schwäche war fort, ich durfte mich auf keine Weitere einlassen. Der Wahnsinn darf mich haben, denn ich würde Vater dienen, bis in die Perfektion.
Dir zu Dienen heißt sich vollkommen aufzugeben...
- "Es hat noch keinen großen Geist ohne Beimischung von Wahnsinn gegeben."
Verfasst: Donnerstag 21. August 2014, 12:52
von Gast
Ich saß einfach da, hielt das Brettchen in den Händen, auf welchem sich die Maden windeten und auf Überleben hofften. Nur langsam drehte sich mein Kopf wieder in eine gemütliche Position und die Worte des Ala'thraxors hallten in meinem Kopf nach, wie ein schmerzhaftes Echo. Ich weiß nicht genau, warum genau diese Worte mich in so ein großes Loch warfen, aber sie taten es. Ich war es gewohnt, dass man nicht viel von mir erwartete, dementsprechend fiel es auch nicht auf, dass ich versagte, aber das brachte meinen ganzen Plan durcheinander. Ich warf die Maden und all das andere Zeug in das Feuer, drückte mich zu schnell in die Höhe und gab einen lauten Fluch von mir. Er drückte das nicht etwa als Befehl aus oder als Bitte. Nein, er sagte das so, als sei es vollkommen logisch. Was fiel ihm ein!
"Du wirst nicht versagen, kleine Lethra."
Ich griff mein Schild und beim Anschnallen erinnerte ich mich an den Schmerz, welchen die Menekanerin mir zugefügt hatte und an die frische Wunde an meinem Schenkel, welche er mir noch mit auf meinem Weg geben wollte. Ich schnaufte aus, griff meine Klinge und ließ die Wut an den Banditen heraus, die immer wieder zu den Ruinen Rahals zurück kehrten und annahmen, dort in Ruhe leben zu können. Fehlanzeige. Dir zu dienen heißt, sich im Kampf zu schulen. Diverse Leben wurden, in meiner kleiner Schulung, ausgemergelt.
"Was ich dir jetzt sage, kleine Lethra, wirst du niemanden weiter sagen, sonst schneide ich dir die Zunge raus. Haben wir uns verstanden?"
Mit voller Wucht donnerte ich am nächsten Morgen meine Faust gegen die Felswand. Ich wollte diese Bürde nicht tragen, wieso sagte er mir das? War das seine Art zu lehren? Sie machte mich wütend und unkontrolliert, wenn man intensiver darüber nachdachte: Perfekt.
Als ich mich wieder beruhigt hatte, fiel mir etwas ein. Ich griff nach einem zerfetzten Beutel oder etwas, was das mal war und verzog mich an die Oberfläche. Ich sammelte einige Kräuter, am Hand einer Klippe, am Meer, in der Wüste und in Felsspalten. Eine Sache die funktionierte, ich hatte nicht viel Körperkraft, aber ich war agil und schnell. So waren Felsspalten, Klippen und enge Pässe keine Problematik. Diese entwickelte sich erst, als ich wieder in meiner Höhle saß und auf die Sammlung starrte.
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Als der Trank fertig war und meine Augen kaum noch sehen konnten, durch die Dämpfe, die dabei entstanden sind, schleppte ich die Phiole zum Bankletharfen. Er sollte jenen dem Ala'thraxor geben, mit Beilage eines Papierfetzens. Denn der Ala'thraxor hatte Recht, ich würde nicht versagen und ich würde jenem auch sicherlich nicht die Möglichkeit geben, jenes Versagen an mir festzustellen. Ich hatte sein hinterlistiges Spiel durchschaut, ich war mir sicher. Mit mir nicht.
"Ein junger Blick ist manchmal viel Wert, eröffnet er auch neue Bahnen, Ala'thraxor, auch wenn dein Blick mehr von Erfahrung spricht, ist meiner umso weniger belastet von Erinnerungen."
Verfasst: Samstag 23. August 2014, 15:04
von Gast
"Mein Körper ist noch relativ befreit von Narben."
Seine Faust sauste in mein Gesicht, meine Nase brach und das Geräusch des brechenden Knochens zog sich durch meinen ganzen Leib. Für wenige Sekunden wirkte mein Blick verzweifelt. Die Situation war so fern von dem was ich wollte und doch drängte ich mich dazu. Doch als seine Faust mich traf, verlor ich jegliche Oberhand und sah nur, wie sein Gesicht sich verlor in einem Rausch. Ich fragte mich, ob er überhaupt noch sah wen er da schlug. Die Frage konnte ich mir allerdings nicht lange stellen, denn da schlug er schon ein weiteres Mal zu und nochmal, und nochmal...
Das Nächste was ich mitbekam war, als der Ala'thraxor mich am Schopf packte und hinter sich her zog, wie einen lumpigen Sack. Ich bemerkte Ilphrins Blick auf mir und er verwirrte mich. Ich hatte es jedoch geschafft, Emotionen in meinen Zügen wieder zu verbergen und so starrte ich dem Mael'Qil nur direkt entgegen, bis der Winkel es nicht mehr zuließ. Meine Emotionen waren eisig und ich dachte an die lehrenden Worte, welche ich an meine Schüler richtete, während ich eine Schleifspur durch den Axorn zog.
"Man muss erst gebrochen werden, bevor man den Weg zur Perfektion beschreiten kann."
Ein leises Krächzen drang aus meiner Kehle, als der Ala'thraxor mich an den Haaren in die Höhe zog und mir ins Gesicht starrte. Er hatte mich gebrochen und die Tatsache es zu wissen war zum einen erfreulich und zum anderen eine Qual. Du hast versagt, kleine Lethra. Natürlich habe ich versagt, du verdammter... Was hast du deine Hoffnungen auch in mein Handeln gelegt?! Ich schrie ihn an, obwohl ich die Lippen nicht öffnete. Ich konnte ihn gar nicht richtig sehen, aber ich wusste das ich ihn anstarrte. Vermutlich hat das Starren auch irgendwas bei ihm bewirkt, denn er ließ mich los. Aber als hätte Alatar ihn gleich für diesen sanften Zug gestraft, sah ich wie sich die Anzeichen des Artefaktes durch seinen Leib zogen und das Gift, wie es sich durch die Äderchen seiner Augen kämpfte. Die Schläge gingen weiter...
Ich würde es diesen Dreckigen zeigen, zeigen was sie aus mir gemacht haben. Ich strebte nach Perfektion und ich hatte das Gefühl, dass mein Weg an diesem Tage begonnen hatte. So hob ich den Dolch an, schnitt feine Schlitze in meine geschwollene Haut im Gesicht, drückte die Schwellung flacher und zurück blieben die dunklen Stellen, gepaart von feinen Schnittwunden. Sie würden schon sehen, diese Dreckigen...
- "Normale Konflikte haben meist unnormale Auswirkungen."
Verfasst: Mittwoch 27. August 2014, 17:16
von Gast
Lange war es her, ja… wieviel Mondläufe, oder Jahreswechsel konnte er nicht sagen. Wie ihn die Schritte quer durch das Axorn trugen, in seinen Ohren das Geräusch des Metalls an seinem eigenen Leib und das leise Säuseln Mael´rayaths. Der Geistpanther hatte ihn in den vergangen Jahren verändert, die Selbstverstümmelungen waren deutlicher geworden und er schaffte es kaum mehr sich zu bewegen. Die ausgerissenen Haare, die unzähligen, wulstigen Narben, in denen er sich in seinem Wahnsinn selbst verletzte, wie auch das Rascheln in seiner Lunge, als Überbleibsel einer ehemaligen Klinge in seiner Brust, war nur eins der wenigen Dinge, was ihn ausmachte.
Obgleich er irgendwann mal ein angesehener Teil des letharischen Volkes war, so fand er heute noch nicht den richtigen Platz in der Gesellschaft. Die meisten der Gesichter, die er kannte, waren verschwunden, gestorben oder haben den Kampf gegen den letharischen Wahnsinn verloren. Die meisten Letharfen und Lethrae, die vor seine Augen traten, waren jung, teilweise mit Potenzial, andere mussten dieses Potenzial noch zeigen, aber im Grunde interessierte es ihn nicht.
Für den Moment war ihm sein eigener Weg der Wichtigere. Es galt dem All-Einen zu dienen, auf ein Neues zu zeigen, was er wert war. Die mächtige Ala´thraxorenwaffen, der mächtige Schild, geschmiedet und verliehen von Alatar selbst, gebündelt mit der Macht Mael´rayaths – es war vergangen. Ein Versagen, das niemand zu Ohren bekommen sollte, ausser der Meister selbst, oder die erhabene Tetrarchin.
Wie er den Weg versuchte zurückzufinden in die letharische Gesellschaft, so kam er auch nicht umhin seine Geschwister näher kennenzulernen, allen vorran wohl eine Junglethoryxae.Eine junge, ansehnliche Lethra, die jedes seiner Spiele mitspielen würde, so dachte er zumindest.
„Ihr müsst euren Weg nicht alleine gehen.“
Unter der dunklen, ledernen Maske hob sich der linke Mundwinkel empor, während der Rechte unter der Verstümmelung lahm blieb.
„Ein junger Blick ist manchmal viel Wert, eröffnet er auch neue Bahnen, Ala'thraxor, auch wenn dein Blick mehr von Erfahrung spricht, ist meiner umso weniger belastet von Erinnerungen.“
Was für ein intelligentes, kleines Wesen. Die wenigstens seiner Geschwister schafften es in seinem Beisein überhaupt ganze Sätze zu formen, was auch immer der Grund dafür war. Aber, wie konnte die Lethra nur denken, dass er Unterstützung bräuchte. Sie sprach von einer Tinktur, die ihm helfen sollte, aber was wäre er, würde er diese Hilfestellung so einfach annehmen. Oh, wie naiv sie war. Sie war so leicht zu formen, wie eine ekelhafte, schlammige Masse, die sich mit jedem kleinsten Druck verformte.
Er spürte, wie seine Nähe Spannung in ihre Glieder brachte, wie sie daran scheiterte eine Maske zu tragen. Sie war wie eine kleine Marionette in seinem Beisein.
Er war bereit, das Spiel mit ihr zu spielen, er war gespannt, wann sie das erste Mal den Kampf gegen sich selbst verlieren würde… und dann würde sie ihr Gesicht zeigen und sie würde lernen.
„Irgendwann wirst du verstehen, kleine Lethra“
Verfasst: Donnerstag 15. Januar 2015, 13:59
von Gast
Um so länger man lebte, um so mehr wurde man zu einer Maschine. Man tat nichts mehr für sich selbst, man tat es nur noch für ihn und so packte einen nach und nach auch der Wahnsinn. Man konnte kaum noch wirklich atmen und jedes Mal wenn die Hände Blut aus einem anderen Leib rissen, entlockte es einem bereits ein kurzes Auflachen. Wer war man geworden, wer war man mal, wer wird man einst sein und die wichtigste Frage war doch: Was kann man noch ertragen?
So saß man da, die Finger im Körper eines Toten, ihn zerreißend, obwohl bereits schon seit einer gefühlten Ewigkeit das Leben von ihm gegangen war. Gebete wurden gesprochen, Körperteile gebrochen, Blut vergossen, weitere Knochen gebrochen. Irgendwann merkte man selbst, als der Wahnsinn sich verzog, dass das Wesen tot war und man saß da, gebadet im Lebenssaft des Anderen und fragte sich ob das recht war. Man hatte immer diesen Zwiespalt, egal wie oft man ihn versuchte fort zu schicken. Denn bedauerlicherweise hatte jeder von uns eine Seele und ein Herz. Es war eine regelrechte Qual und zeitgleich brachte es einen zum Lachen.
So drückte man irgendwann die Fingerkuppen in die Kopfhaut, dachte an vergangene Tage und an Geschöpfe die einen das Leben einfacher machten, die da waren, kurze Zeit und einen vergessen ließen, wie sehr man bereits dem Irrsinn verfallen war. Shar'dan, Kyr'tael, Tyr'riaxan, keiner von ihnen ist lange geblieben. Denn das Leben war nie leicht und wir alle litten darunter. Die Starken von uns hielten dem stand, aber eigentlich hingen wir immer an der Schwelle von Tod und Leben. Das einzige was wir machen konnten war das Leid zu überspielen. Mit Mordlust, Streben nach der Zerstörung und Ausbildung von denen, die es noch nicht ganz begriffen haben. In der Hoffnung sie bleiben und fallen nicht die Klippe hinab, auf welcher Kante wir alle stehen.
So strebte man und ging seinen Weg, bildete aus, versagte, stand auf und das Tag ein Tag aus. Ab und an badete man in Wahnsinn und Blut und irgendwann begriff man, dass das alles möglich war. Denn man musste nur eine Art Schalter in seinem Kopf umlegen und versuchen Herz und Seele auszustellen. Zwar ließ man dafür den Wahnsinn in seinen Kopf, aber wen scherte es schon Unterhaltung zu haben, obwohl niemand in der Nähe war?